Airport :: Red Carpet Club

  • Zurück zu Atlanta

    Wie die FAZ am Montag in ihrer Onlineausgabe berichtete, wäre es nach den Vorstellungen von Piloten und Lotsen nicht zur NW-Bahn gekommen.


    - für "die möglichst gefahr- und reibungslose Abwicklung des Flugverkehrs bei maximaler Entwicklungsmöglichkeit für den Flughafen [...], wäre die sogenannte Atlanta-Lösung die erste Wahl für Frankfurt gewesen" (FAZ).


    - Die Gewerkschaft Cockpit sprach sich Ende der 90er für den Bau zweier Bahnen im Süden des Flughafens aus.


    - besonders Rüsselsheim, Mörfelden-Waldorf und Neu-Isenburg wären durch diese Variante von mehr Lärm belastet worden.


    - Mit nur einer Südbahn wären 116 anstatt der heute 120 Flugbewegungen max. möglich gewesen.


    Es war zudem davon die Rede, dass ursprünglich 16 Ausbauvarianten ernsthafter diskutiert wurden. Mich würde zudem interessieren, ob es eine Übersicht aller Varianten gibt. Weiß/hat da jemand etwas?


    Wenn ihr mich fragt, dann würde ich sagen, dass sowohl die damals für die NW-Bahn erstellten Lärmprognosen als auch die für die Südbahn sehr unterschiedlich ausgefallen sind und daher nicht totale Klarheit herrscht.
    Fraport hat nun die vermutlich lärmintensivere Variante durchgesetzt, was es in Zukunft einfacher machen könnte die Südbahn irgendwann anzugehen und die 18West zu schließen.

    2 Mal editiert, zuletzt von ec8or () aus folgendem Grund: Korrektur

  • SunExpress zieht um

    Zitat von epizentrum

    ... wird das Lufthansa/Turkish-Airlines-Unternehmen SunExpress von Kelsterbach (Grüner Weg) nach Gateway Gardens umziehen. Ich frage mich, in welches Gebäude.


    SunExpress verlegt seinen Geschäftssitz in das Imtech-Gebäude, De-Saint-Exupéry-Straße 10. Gemietet wurden 2.140 m² Bürofläche für rund 100 SunExpress-Mitarbeiter (Q).

  • ^ Herzlichen Dank für den Adress-Service. Standesgemäß für eine Charter-Airline kuscheln sich die SunExpresser damit auf gut 21 qm je Mitarbeiter, wo das Gebäude nach der Pressemeldung von 2010 durchschnittlich 30 qm je Mitarbeiter vorsah:


    [...] Im südlichen Quartier Cortes lässt die LIP Ludger Inholte Projektentwicklung (Hamburg) ein siebengeschossiges Bürogebäude für den technischen Gebäudeausstatter Imtech errichten. [...] Auf rund 15.000 m² Mietfläche wird das Gebäude Raum für über 500 Arbeitsplätze bieten.

  • 21 qm je Mitarbeiter ist ein durchschnittlicher Wert, kein Kuscheln. Kuscheln wäre bei ca 10 qm je Mitarbeiter erreicht, was manche auch tlw. sehr renommierte Unternehmen machen. Aus der Pressemitteilung des Projektentwicklers zum Baustart lässt sich nicht wirklich etwas ableiten, es kommt letzlich auf die Büroplanung des Mieters Imtech an. 500 Mitarbeiter war also damals eine sehr grobe Schätzung.

  • Passagierrückgang = Untergang der Frankfurter Wirtschaft?

    Ich habe mal eine Frage an die Flughafenexperten hier im Forum.


    Ich bin für den Ausbau des Flughafens und mich stört wie im Forum schon erwähnt der Fluglärm nicht. Jetzt habe ich eben in der Zeit gelesen, dass es durch die Flugticketsteuer in Deutschland 2 Millionen weniger Passagiere im letzten Jahr gab. Dies wirft bei mir die Frage auf, ob dies denn so schlimm ist.


    Konkret: Das die Wirtschaft den Flughafen zum Transport von Waren oder Geschäftspartnern in der Welt benötigt ist mir klar. Auch das Touristen den Flughafen nutzen. Welchen Vorteil bietet es aber, dass alle Welt Frankfurt zum Umsteigen nutzt?


    Ich sehe Vorteile für Fluggesellschaften, Duty-Free-Läden und Fraport die mit jedem Flugzeug und/oder Passagieren mehr Abgaben - sprich Einnahmen - erhalten. Aber wäre es denn ein Untergang, wenn die Passagierzahlen dauerhaft zurückgingen oder sich ins Ausland verlagern? Schließlich können Fluggesellschaften sowie Fraport ja auch im Ausland wachsen. Oder würden bei rückläufigen Passagierzahlen Flugrouten gestrichen und der Flughafen dadurch nach und nach unattraktiver werden, was dann auch den Wirtschaftsstandort Frankfurt unattraktiver (für Firmenansiedlungen) macht?


    Hoffe ihr versteht was ich meine. Ich frage mich halt, ob ohne den Umstiegs- bzw. Durchreiseflugverkehr zehntausende Jobs gefährdet wären oder ob dies Auswirkungen für nur ein paar "Wenige" hätte? Verstehe nämlich nicht ganz ob und wie wichtig Passagiere, die sich ein paar Stunden am Flughafen aufhalten, für unsere (regionale) Wirtschaft sind.



    PS: Ich wünsche mir sachliche Antworten und möchte hier keine ideologische Debatte über das Für und Wider des Flughafenausbaus.

  • Wenn z.B. ein Frankfurter Banker morgens zwei Möglichkeiten hat mit LH-Fliegern nach Paris zu kommen, dann hat er die nur, weil jeweils weit über die Hälfte seiner Mitflieger Umsteiger sind, davon ein Großteil aus Amerika.


    Will sagen, der Quellmarkt Rhein-Main ist für sich viel zu klein, um für eine 'Global City Frankfurt' ausreichend Flugverbindungen anbieten zu können.


    Rhein-Main wird sehr schnell zu einem regionalen Zentrum zurueckfallen ohne einen wachsenden Flughafen. Aber die meisten wollen das ja mittlerweile in Ihrer Sattheit, lieber schnuckeliges Pusemuckel als vorne mitspielen wollen.

  • Nicht unbedingt das passendste Beispiel (eine Möglichkeit nach Paris zu kommen würde ja auch schon reichen :D )...
    Das Problem wären vor allem die Langstrecken, von denen ohne Umsteiger fast keine einzige wirtschaftlich tragfähig wäre. Der O&D-Verkehr allein würde gerade mal für einmal täglich New York und Tokyo reichen, das wars dann auch schon (wenn man bedenkt, dass aber Langstrecken ohnehin nur von Hubs aus gehen, wären vielleicht noch ein zwei weitere Strecken mit genug Feed am anderen Ende möglich).
    Die allermeisten Langstrecken, die für nicht wenige Unternehmen auch ein ganz entscheidender Standortfaktor sind, und für die es in den meisten Fällen durchaus auch eine ganz ordentliche Nachfrage gibt (nur eben nicht genug um sie auch gänzlich ohne Umsteiger zu betreiben), wären ohne FRAs Hub-Funktion hier überhaupt nicht denkbar.

  • Zu anderen Branchen kann ich nicht viel Substantielles sagen, sehr wohl aber für die Finanzindustrie. Um es ganz klar zu sagen: ohne den Flughafen in dieser Dimension, mit dieser Anzahl an Verbindungen zu allen Tageszeiten und allen Wochentagen und zu vielen unterschiedlichen Zielen in aller Welt, und mit dieser innenstadtnahen Lage, gäbe es den Finanzplatz Frankfurt nicht (oder zumindest nicht in dieser Form, und die EZB wäre mit Sicherheit auch woanders).


    Der Flughafen ist der Standortfaktor für die Finanzbranche schlechthin. Und dieser Branche nachgelagert auch für das sich darum entwickelnde bzw. bereits etablierte Finanzcluster, bestehend aus unternehmensnahen Dienstleistern wie Steuerberatern, Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern, Unternehmensberatern aller Art und IT-Dienstleistern. Die Wichtigkeit des Flughafens als Standortfaktor für Frankfurt kann man gar nicht überschätzen.


    Diese Aussagen sind wissenschaftlich fundiert, ich habe selbst an einer wirtschaftsgeografischen Clusterstudie zum Finanzplatz Frankfurt mitgewirkt. Genaue Quellenangabe gerne per PN.

  • Also zusammengefasst:
    Der Standortvorteil von Frankfurt ist die gute Anbindung an sehr viele internationale Städte, so dass man recht schnell über viele Verbindungen in die Welt kommt, ohne mehrmals umsteigen zu müssen. Ich nehme an, dass es durch die Erweiterung nun mehr Kapazitäten für Neue regelmäßige Routen in die Schwellenländer gibt, weshalb Frankfurt zunehmend für asiatische Firmen attraktiv wird?! Gäbe es die vielen Umsteiger nicht, wären viele der Flugrouten nicht wirtschaftlich durchführbar und würden gestrichen - und somit würde der große Standortvorteil Frankfurts wegfallen.


    OK, nun verstehe ich das ganze besser, ich danke euch für die Antworten!


    Neue Frage: Die Lufthansa plant in Deutschland laut n-tv mit größeren Maschinen weniger häufig zu fliegen, anstatt mit kleineren Maschinen mehrmals zu fliegen. Wenn man durch die Verdoppelung der Passagiere (durch z.B. A380) die Flughäufigkeit halbiert, wäre das dann auch ein Rückschritt? Laienhaft würde ich sagen, dass es doch egal ist ob man 2x oder 4x am Tag nach New York oder Tokyo fliegen kann?!

  • Zukunft Frankfurts ohne Flughafen

    Zur Zeit wird von der Bevölkerung eine verkleinerung des Flughafens gefordert.


    Wie würde sich die Wirtschaft im Rhein Main Gebiet entwickeln wenn die AntiFlughafenbewegung das durchbekommt was sie verlangt.


    Nachtflugverbot von 22-6 Uhr
    Schliessung der neuen Landebahn
    Begrenzung des Flugverkehrs auf ein Minimum ( Maximal die bewegungen von Düsseldorf ):Nieder:

  • Von was sprichst du bitte?


    Nur weil ein Häuflein Rentner und ewiggestriger Ökos am lautesten schreit, heißt das noch lange nicht dass DIE Bevölkerung diesen Unsinn fordern würde.

  • ^
    Es gibt ein paar Radikale, die fordern die neue Landebahn zu schließen und den Flughafen zu verkleinern, diese Gruppierung ist jedoch in der absoluten Minderheit.


    Die Mehrheit der Bewohner des Rhein-Main-Gebiets fordern einfach nur ein konsequentes Nachtflugverbot.


    Wichtige internationale Personenflüge zur Nachtzeit sehe ich als Unfug an, denn dafür gibt es auch Flughäfen die nicht im Zentrum eines sehr dicht besiedelten Ballungsraums liegen, Hahn zum Beispiel.


    Frachtflüge sind wenn wir ehrlich sind meistens ein Luxus und keine Notwendigkeit. Ich kann gut und gerne auf frisch eingeflogenen Datteln aus Israel, oder Papaya aus Indonesien verzichten, wird doch damit nur das Luxusleben der Upperclass versüßt. Natürlich gibt es auch wichtige Frachtflüge für Ersatzteile, Expresslogistik usw. die sind absolut notwendig, jedoch müssen diese Flüge nicht zwingend nachts abgefertigt werden.


    Worauf man gut und gerne verzichten kann sind alle innerdeutschen Flüge, da die Bahn fast genauso schnell ist. Sogar die Relation Frankfurt-Paris ist mit dem Hochgeschwindigkeitszug fast genauso schnell zurückgelegt, wie mit dem Flugzeug. Und Frankfurt ist eines der wichtigsten Drehkreuze der Deutschen Bahn!


    Wer nur wirtschaftsverliebt den Flugverkehr im Rhein-Main-Gebiet hypt, der sollte doch mal in der Einflugschneise eine Zeit lang leben, in Niederrad und Sachsenhausen sind gerade günstige Immobilien zu haben, von Menschen die wegen des Lärms wegziehen. Fluglärm macht wirklich krank!


    Original von EDDF
    Wie würde sich die Wirtschaft im Rhein Main Gebiet entwickeln wenn die AntiFlughafenbewegung das durchbekommt was sie verlangt.


    Wie würde sich die Umwelt im Rhein-Main-Gebiet entwickeln, wenn sich nur die Wirtschaftsbonzen durchsetzen? Dann könnten wie alle nur noch mit Gasmasken und Ohrenschützern aus dem Haus gehen. Es geht eben nicht um Maximalpositionen einzelner Interessensgruppierungen, sondern ein Kompromiß der alle zufrieden stellt.


    Wirtschaft ist immer ein Geben und ein Nehmen, die Nachtflüge aus Frankfurt, die hier nicht mehr nachts abgewickelt werden, werden dann entweder tagsüber abgewickelt oder wandern an einen anderen deutschen Flughafen. Besonders für strukturschwache Regionen in Deutschland wäre dies ein Vorteil, den ein paar weniger Flüge bei uns bedeuten klingende Kassen woanders. Der Frankfurter Flughafen macht auch so ordentlich Gewinn! Die Flüge werden jetzt bestimmt nicht nach London, Moskau oder sonstwohin verlagert, denn dann geht ja der zeitliche Vorteil zur direkten Nähe des Ziels, also des Kunden drauf.

  • Mit Verlaub, aber da spricht enorme Unwissenheit.
    Passagierflüge gibt und gab es während der Nacht ohnehin kaum welche, gebraucht wird die Nacht vor allem für die Fracht.
    Paxflüge mitten in der Nacht beschränkten sich auf Touriflüge von Charterairlines zu den europäischen Warmwasserzielen, denen durch das Nachtflugverbot teilweise ein kompletter Umlauf für ihre Flugzeuge verloren geht. Für die Airlines schlimm, für die Volkswirtschaft insgesamt aber wahrscheinlich verkraftbar.
    Ansonsten gab es eigentlich keine nächtlichen Paxflüge. Die spätabendliche interkontinentale Outboundwelle und ein paar innereuropäische Anschlussflüge für die letzten abendlichen Ankünfte (die sich aufgrund Überflugrechten, Zeitverschiebung, Anschlüssen, eventuellen Nachtflugverboten an den Zielorten, etc auch nicht beliebig verschieben lassen) war in der Regel bis etwa 23 Uhr zumindest mit dem Boarden fertig. Im Sommer halt noch der Qantas-Flug nach Sydney der erst gegen Mitternacht mit enorm hoher Auslastung rausging, und dessen jetzt notwendig gewordene Verschiebung um fast 2 Stunden nach vorne dann doch ziemliche Einbußen für die vor allem aufgrund diverser Entscheidungen von Politikern international ohnehin schon schwächelnde Qantas mit sich brachte. Ist wahrscheinlich nur noch eine Frage der Zeit bis dieser Flug leider gänzlich eingestellt werden muss. Und das guillotinenartige Nachtflugverbot bereits ab 23 Uhr, das auch den Lufthansaflügen trotz teilweise irrsinniger Vorverschiebungen der Flugzeiten enorme Probleme macht (näher will ich auf dessen jeglichen international aus guten Gründen etablierten Standards zuwiderlaufende Striktheit nicht eingehen), wird dafür mit den Hauptgrund liefern.
    Ist ja nun auch nicht so dass die Airlinebranche gerade in Europa durch nennenswerte Margen auffallen könnte.
    Aber in Deutschland ist es ja derzeit Mode den Ast abzusägen auf dem man sitzt...


    Und da Frachtflüge vor allem interkontinental stattfinden, und ähnlich wie bei den Paxflügen dazu erst aus allen Teilen Europas und der Welt zusammengesammelt werden muss (zu einem sehr großen Teil im Bauch von Passagiermaschinen) um derartige Flüge überhaupt wirtschaftlich abwickeln zu können, sind die Alternativen eben nicht die anderen deutschen Flughäfen (schon gar nicht Hahn!), sondern im Ausland zu suchen. Vor allem Amsterdam, Paris und sogar Dubai sind die großen Profiteure vom Nachtflugverbot in FRA.
    Für die exportorienterte deutsche Wirtschaft ist der Frachtflughafen Frankfurt essentiell. Luftfracht sind Maschinen, Pharma, Werkzeuge etc, und eben nicht nur Datteln, Papaya, Bananen oder Rosen. Umschlagzeiten, Überflugrechte, etc führen dazu, dass gewisse Frachtflüge nunmal nur in der Nacht stattfinden können. Da ist ein kompletter Shutdown des mit Abstand wichtigsten Deutschen Flughafens für ein Viertel des gesamten Tages ein ziemlich heftiger Einschnitt.


    Und zu dem Punkt, dass innerdeutsche Flüge gänzlich unnötig wären: da wo die Bahn wirklich attraktive Fahrzeiten anbietet, gibt es auch keine Flüge mehr. Das beschränkt sich aber auf die Strecke nach Köln, ansonsten ist das deutsche Hochgeschwindigkeitsnetz aber immer noch ein absoluter Witz, und wirklich sinnvolle Aus- und Neubauten durch Kirchturmpolitiker, falsche Prioritätensetzung und Widerstand in der Bevölkerung noch derartige Zukunftsmusik, dass noch nicht mal nach Stuttgart anständige Fahrzeiten erreicht werden können und richtigerweise weiterhin Flüge existieren. Ganz abgesehen davon, dass selbst bei einem perfekt ausgebauten HGV-Netz noch so etliche Kurzstreckenflüge vor allem in den Tagesrandstunden nicht nur als Zubringer zu den Interkontinentalflügen nötig bleiben würden.


    Ach ja, nur zur Info: ich wohne selbst in der Einflugschneise!

  • RICHTIG!

    Danke @ Rohne!
    Zitat: "...Aber in Deutschland ist es ja derzeit Mode den Ast abzusägen auf dem man sitzt..."
    Danke, dass Du Sachlichkeit in die Diskussion bringst.


    Mich wundert immer noch, dass damals, vor nicht allzulanger Zeit, keiner gegen die echt heftige Lärmbelästigung durch die Airbase-Flieger am Frankfurter Flughafen demonstriert hat und dass sich heute keiner mehr daran erinnert, dass diese Extreme weggefallen ist.

  • Ich muss Dir - als Sachsenhäuser Bubb und Nicht-Flughafenbeschäftigter - ebenfalls erheblich widersprechen Azichan.


    Ob die Mehrheit der Bewohner des Rhein-Main-Gebiets ein völliges Nachtflugverbot fordert sei mal dahingestellt (ich persönlich habe da meine Zweifel). Rein logisch erschließt sich mir die Verbindung aus Flughafenausbau und Nachtflugverbot nicht: Ja, tagsüber sind durch den Ausbau neue Teile der Region betroffen. Aber: Die Nachtflüge hätten weiterhin über das bestehende Bahnensystem abgewickelt werden können, ohne dass sich für die zuvor Betroffenen irgendetwas geändert hätte. Hier wusste man seit Jahrzehnten worauf man sich einlässt. Die neue Bahn würde für Nachtflüge unter keinem Szenario benötigt.


    Zu Rohnes Argumenten muss ich auch nicht viel hinzufügen, denen kann ich mich größtenteils anschließen. Eine Beschränkung auf weniger Nachtverbindungen und ausschließlich Frachtverbindungen wären mE auch gesamtwirtschaftlich vertretbar gewesen und hätte den seit Jahrzehnten betroffenen Bürgern zumindest auch eine Verbesserung gebracht. Nachts wäre dadurch niemand neu belastet worden.


    Dass heute Nacht über 1.000 Passagiere im Transitbereich (aufgrund fehlender Visa) auf Feldbetten übernachten müssen, ist ein Wahnsinn. Gerade da heute tagsüber weniger Verkehr (und damit mehr Ruhe) war, hätte man sich abends flexibler zeigen müssen. In Zukunft wird sich jeder dieser Passagiere 3x überlegen ob er noch über Frankfurt fliegt.

  • eben... je mehr solche Aktionen - wie auch dieser Streik - stattfinden, desto unattraktiver wird der Flughafen international gesehen. Und auch die so "verlässliche" Lufthansa. Natürlich hängt die ganze Zukunft am Streik und auch nicht am Nachtflug oder Fluglärm, aber langsam frage ich mich, wieviele Signale noch nach draußen gesendet werden sollen, dass man Frankfurt besser ausklammert...
    Fraport wird es in Zukunft eh schwer genug haben, sich zu behaupten, die Lufthansa auch.


    Frage: Kümmern sich die streikenden Flugbegleiter auch um die sitzengebliebenen Passagiere? UFO, die Gewerkschaft hat doch behauptet, die Streikkassen seien gut gefüllt...

  • Wird jetzt lang, sorry...


    Original von garcia
    Ob die Mehrheit der Bewohner des Rhein-Main-Gebiets ein völliges Nachtflugverbot fordert sei mal dahingestellt (ich persönlich habe da meine Zweifel). Rein logisch erschließt sich mir die Verbindung aus Flughafenausbau und Nachtflugverbot nicht: Ja, tagsüber sind durch den Ausbau neue Teile der Region betroffen. Aber: Die Nachtflüge hätten weiterhin über das bestehende Bahnensystem abgewickelt werden können, ohne dass sich für die zuvor Betroffenen irgendetwas geändert hätte. Hier wusste man seit Jahrzehnten worauf man sich einlässt. Die neue Bahn würde für Nachtflüge unter keinem Szenario benötigt.


    Die neue Bahn hat auch technisch rein gar nichts mit den Nachtflügen gemein, jedoch war es politisch sozusagen versprochen mit dem Bau der neuen Landebahn ein Nachtflugverbot zu etablieren. Die Menschen stören ja gar nicht so sehr die Flieger am Tag, sondern die nächtlichen Flieger die einen aus dem Schlaf reißen! Eine gewisse Landesregierung hat ihr "Versprechen" jedoch gebrochen!


    Die neue Landebahn wurde mit dem Versprechen Nachtflugverbot gebaut, also sollte man auch zu dem Wort stehen.


    Original von RYAN-FRA
    Mich wundert immer noch, dass damals, vor nicht allzulanger Zeit, keiner gegen die echt heftige Lärmbelästigung durch die Airbase-Flieger am Frankfurter Flughafen demonstriert hat und dass sich heute keiner mehr daran erinnert, dass diese Extreme weggefallen ist.


    Es ist leider eine unumstößliche Tatsache, dass Deutschland bis zur Wiedervereinigung kein souveränes Land war und seine volle Souveränität erst 1990 erlangte, insoweit hätten sich alle Frankfurter und die Bundesregierung auf den Kopf stellen können. Die Konzessionen an die USA damals sind sozusagen Kriegsreparationen!


    Original von Rohne
    Mit Verlaub, aber da spricht enorme Unwissenheit.


    Meine Unwissenheit oder die der Politiker??? Mir ist es schnurzegal, ob die Jobs im Frachtbereich nach Dubai oder Amsterdam wandern, die nächtliche Ruhe wiegt schwerer. Das Jobs im Endeffekt doch nicht alle verloren gehen behandel ich weiter unten. Der Protest gegen Fluglärm im Rhein-Main-Gebiet ist nicht erst seit gestern vorhanden und das Problem bekannt seit es den Flughafen in seiner modernen Form gibt. Vielleicht hätten die betreffenden Politiker anstatt von den Bürgern immer mehr und mehr und noch mehr abzuverlangen, mit dem Wink Jobs, mal an einen alternativen Ausbau ala Hahn gedacht. Das Problem ist jahrzehnte alt und nun soll das Nachtflugverbot die große Überraschung sein, es ist eher das Ende politischer Dreistigkeit.


    Original von Rohne
    Und da Frachtflüge vor allem interkontinental stattfinden, und ähnlich wie bei den Paxflügen dazu erst aus allen Teilen Europas und der Welt zusammengesammelt werden muss (zu einem sehr großen Teil im Bauch von Passagiermaschinen) um derartige Flüge überhaupt wirtschaftlich abwickeln zu können, sind die Alternativen eben nicht die anderen deutschen Flughäfen (schon gar nicht Hahn!), sondern im Ausland zu suchen. Vor allem Amsterdam, Paris und sogar Dubai sind die großen Profiteure vom Nachtflugverbot in FRA.


    Hahn ist der fünftgrößte Frachtflughafen Deutschlands wenn ich mich nicht irre und nur dezente 1:30 Stunden vom Frankfurter Flughafen entfernt. Was soll ich jetzt mit der Aussage "schon gar nicht" anfangen? Also wäre ein Ausbau der Infrastruktur (Straße, Eisenbahn) dort komplett schwachsinnig investiertes Geld?


    Original von Rohne
    ...Luftfracht sind Maschinen, Pharma, Werkzeuge etc, und eben nicht nur Datteln, Papaya, Bananen oder Rosen. Umschlagzeiten, Überflugrechte, etc führen dazu, dass gewisse Frachtflüge nunmal nur in der Nacht stattfinden können. Da ist ein kompletter Shutdown des mit Abstand wichtigsten Deutschen Flughafens für ein Viertel des gesamten Tages ein ziemlich heftiger Einschnitt...


    Das es nicht nur "Datteln" sind habe ich auch geschrieben, sondern auch kritische Ware wie wirklich notwendige Expresslogistik. Dann müssen die Flüge eben tagsüber abgewickelt werden, mit der neuen Bahn stehen doch mehr Kapazitäten zur Verfügung oder irre ich mich? Weswegen wurde die denn bitte gebaut?


    Original von Rohne
    Und zu dem Punkt, dass innerdeutsche Flüge gänzlich unnötig wären: da wo die Bahn wirklich attraktive Fahrzeiten anbietet, gibt es auch keine Flüge mehr. Das beschränkt sich aber auf die Strecke nach Köln, ansonsten ist das deutsche Hochgeschwindigkeitsnetz aber immer noch ein absoluter Witz, und wirklich sinnvolle Aus- und Neubauten durch Kirchturmpolitiker, falsche Prioritätensetzung und Widerstand in der Bevölkerung noch derartige Zukunftsmusik, dass noch nicht mal nach Stuttgart anständige Fahrzeiten erreicht werden können und richtigerweise weiterhin Flüge existieren. Ganz abgesehen davon, dass selbst bei einem perfekt ausgebauten HGV-Netz noch so etliche Kurzstreckenflüge vor allem in den Tagesrandstunden nicht nur als Zubringer zu den Interkontinentalflügen nötig bleiben würden.


    Falsch, sogar mit einem "unechten" HGV-Netz ist die Bahn fast genauso schnell wie das Flugzeug. Das liegt daran, dass die Bahnhöfe meist in der Innenstadt liegen, während die Flughäfen, mal abgesehen von Rhein-Main und wenigen Ausnahmen, meist weit weit außerhalb der Stadtzentren liegen. Einchecken und Auschecken kostet auch Zeit! Im Endeffekt einfach nur Luxus und Prestige, mehr nicht! Beispiel Frankfurt-Berlin mit dem ICE in 4:08 Stunden, da ist man mit dem Flugzeug nicht wirklich viel schneller (etwa 3-4 Stunden inklusive Allem!). Wer es eben schneller haben will sollte mal nach Bangladesh fliegen, das in 20-30 Jahren von der Landkarte verschwindet aufgrund der Klimaerwärmung und den Menschen dort erklären wieso es auf 30 oder 60 Minuten so extremst ankommt und man daher mit dem Klimakiller Nummer 1 reisen muß.


    Original von Rohne
    Und da Frachtflüge vor allem interkontinental stattfinden, und ähnlich wie bei den Paxflügen dazu erst aus allen Teilen Europas und der Welt zusammengesammelt werden muss (zu einem sehr großen Teil im Bauch von Passagiermaschinen) um derartige Flüge überhaupt wirtschaftlich abwickeln zu können, sind die Alternativen eben nicht die anderen deutschen Flughäfen (schon gar nicht Hahn!), sondern im Ausland zu suchen. Vor allem Amsterdam, Paris und sogar Dubai sind die großen Profiteure vom Nachtflugverbot in FRA.
    Für die exportorienterte deutsche Wirtschaft ist der Frachtflughafen Frankfurt essentiell. Luftfracht sind Maschinen, Pharma, Werkzeuge etc, und eben nicht nur Datteln, Papaya, Bananen oder Rosen. Umschlagzeiten, Überflugrechte, etc führen dazu, dass gewisse Frachtflüge nunmal nur in der Nacht stattfinden können. Da ist ein kompletter Shutdown des mit Abstand wichtigsten Deutschen Flughafens für ein Viertel des gesamten Tages ein ziemlich heftiger Einschnitt.


    Totschlagargument Nummer1 in Deutschland sind Arbeitsplätze, damit versucht man jede objektive Diskussion im Keim zu ersticken! Wenn Deutschland der Exportweltmeister ist, wie kommen die Waren von Deutschland nach zum Beispiel Dubai? Die Fracht wird so oder so transportiert, also gehen auch fast keine Arbeitsplätze verloren, selbst wenn sie auf dem Rücken von Eseln transportiert werden würde, so würde man den Job des Eseltreibers sichern. Es steigen höchstens die Transportkosten leicht, die dann auf Kunden meist abgewälzt werden, bei deutscher Premiumware leicht verschmerzbar.
    Standortvorteile Deutschlands sind nicht 4 oder 5 Stunden schnellerer Transport der Ware (Tag- oder Nachtflug), sondern im Vergleich zur Produktivität niedrige Lohnkosten, qualitativ hochwertige Ware und natürlich last but not least das gute Image deutscher Produkte!


    Amsterdam und Paris sind die einzigste wirkliche Konkurrenz, jedoch geht es um Fracht die von oder nach Deutschland transportiert wird, deswegen gehen im Logistikbereich nicht alle Jobs verloren, bestimmt nicht bei den Spediteuren oder der Bahn, die sich darüber sicherlich freuen würde. Ich weiß leider nicht wieviel Protest sich in diesen Städten gegen die Flughäfen richtet?


    Original von RYAN-FRA
    eben... je mehr solche Aktionen - wie auch dieser Streik - stattfinden, desto unattraktiver wird der Flughafen international gesehen. Und auch die so "verlässliche" Lufthansa. Natürlich hängt die ganze Zukunft am Streik und auch nicht am Nachtflug oder Fluglärm, aber langsam frage ich mich, wieviele Signale noch nach draußen gesendet werden sollen, dass man Frankfurt besser ausklammert...
    Fraport wird es in Zukunft eh schwer genug haben, sich zu behaupten, die Lufthansa auch.


    In anderen Länder wird auch desöfteren gestreikt, besonders beim hochstilisierten "Gegner" Paris kommen Streiks ab und an mal vor, die französische Streik- und Streitkultur lässt grüßen. Für mich ist das übertriebene Schwarzmalerei, wenn die Flugbegleiter meinen streiken zu müssen, dann werden sie Gründe haben, in einer offenen und demokratischen Gesellschaft sei ihnen das gegönnt.


    Vielleicht sollte man New York ausklammern, weil dort im Sommer für Stunden teilweise der Strom ausfällt, oder Los Angeles, weil die Kriminalität sehr hoch ist, oder Singapur, weil man sich dort mit tropischen Krankheiten infizieren kann....gemäß dem Motto "irgendetwas ist immer". So bleibe ich ich meinem geliebten Frankfurt treu und steh in tiefer Verbundenheit zum größten Dorf der Welt ;)


    Original von OffenbacherBub
    Ich bin für den Ausbau des Flughafens und mich stört wie im Forum schon erwähnt der Fluglärm nicht. Jetzt habe ich eben in der Zeit gelesen, dass es durch die Flugticketsteuer in Deutschland 2 Millionen weniger Passagiere im letzten Jahr gab. Dies wirft bei mir die Frage auf, ob dies denn so schlimm ist.


    Flugticketsteuer oder vulkanische Asche aus Island? Mir erscheint es so, als würden die Auswirkungen eines Naturereignisses herangezogen, um eine Steuer pauschal schlechtzureden!



    Ich suche jetzt keinen Konflikt hier im Forum, sondern bitte um eine objektive Diskussion. Klar ist es ein Standortnachteil für Frankfurt, wenn Nachtflüge verboten werden, aber es ist verkraftbar, weil nur ein kleiner Teil der Flüge nachts abgewickelt wurde. Es ist auch ein Gewinn eines Standortvorteils für die Stadt, nämlich Nachtruhe, weiche Standortfaktoren werden meist vernachlässigt. Das Deutschland kein anständiges HGV-Bahnnetz hat, dafür können die Bewohner des Rhein-Main-Gebietes nichts. Mit einem Wegkommen von Lobbypolitik schafft es Deutschland vielleicht ein paar Steuergelder hier sinnvoll zu investieren und ICEs mit Ökostrom, anstatt Flieger mit Kerosin durch Deutschland brausen zu lassen.


    Ich bin für einen Ausbau des Flughafens (nur mit internationalen Flügen), aber auch für ein Nachtflugverbot! Das ist meine persönliche Position, die ich vielleicht auch dargelegt habe, alles was zu Mißverständnissen führt oder geführt hat bitte ich von meiner Seite aus zu entschuldigen.


    PS: Ich wohne auch in einer Einflugschneise!

  • @azichian:
    ...hier will keiner streiten. Deine Meinung ist Deine Meinung. Jedoch sind Behauptungen wie, die Landesregierung hätte ihr Versprechen gebrochen, zu belegen. Denn es ist mitnichten so. Die Entscheidung für das eingeschränkte Nachtflugverbot ist eine gerichtliche Entscheidung. Etwas Recherche bringt Dich leicht zu den Fakten.


    Natürlich besteht das Recht zu streiken. Und es ist ja auch nicht so, dass es nur Beispiele wie Frankreich gibt. Wie ist es mit der Schweiz?
    Von mir aus können die Flugbegleiter streiken, das Bodenpersonal auch und mehr Lohn fordern. Am besten noch die Piloten. Dann fehlen noch Fraport-Mitarbeiter und Fluglotsen. Die sollen von mir aus alle mehr Geld bekommen. Solange es Lufthansa, Fraport und DFS zahlen können und nicht in die Miesen gehen, alles ok. Stahlarbeiter streiken ja auch - selbst wenn das bestreikte Unternehmen in den Roten steckt. Die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes tun es ja auch, selbst wenn eine Kommune wie Berlin hilflos verschuldet ist.


    Es gibt nur immer mal wieder ein paar Aspekte bei Streiks, die nachdenklich werden lassen - wie z.b. die auf den Fluren übernachtenden Paxe. Warum geht eigentlich keiner zu denen und erklärt ihnen, warum man streikt und sie deshalb festsitzen?


    Naja, vielleicht ist es ja mit der Drehscheibe FRA eh bald vorbei. Dubai ist international gesehen attraktiver. Dann gibts endlich Ruhe im Karton - oder das reicht dann auch noch nicht.


    btw: Ich würde gern mal eine Umfrage unter denen machen, die gegen den Flughafen/Landebahn/Nachtflug/Fluglärm etc. demonstrieren, ob sie denn selbst auch auf das Fliegen verzichten. Das wäre doch mal vorbildhaft. ... Und Flüge, die nicht voll werden, werden nicht mehr operated.

  • ^
    Ich will auch nicht streiten, flüchte aber nie vor interessanten Diskussionen, denn dadurch entwickelt man sich ja auch persönlich weiter ;)


    Leider war es der damalige Ministerpräsident Roland Koch, der die Ergebnisse der Flughafen-Mediation als Grundlage des Ausbaus akzeptierte, inklusive Nachtflugverbot. Von Roland Koch stammt folgendes Zitat "Wer am Tag mehr will, muss in der Nacht Ruhe geben". Das es nicht mein Hirngespinst, sondern es sich wirklich um eine 180° Kehrtwende der damaligen Landesregierung handelt zeigt auch der taz-Artikel http://www.taz.de/!90926/, er ist noch halbwegs aktuell und bezieht sich auf die Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht.


    Politisch wurde beim Flughafenausbau leider viel geschlampt und der Bürger für absolut dämlich gehalten, deswegen dieser massive Protest. Gegen den Flughafenausbau haben die meisten Bürger im Rhein-Main-Gebiet wohl an sich nichts, dass ihnen am Anfang etwas anderes versprochen wird, als es am Ende durchgesetzt wird hat aber wohl viele Gemüter zum Kochen gebracht. Es verhält sich hier leider wie mit der historischen Aussage "Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen", was im Endeffekt geschah wissen wir alle.


    Ja leider trift der Streik der Flugbegleiter vorallem die Passagiere, die Fluggesellschaften sind gegen Regressansprüche seitens der Kunden gefeit, denn das ist ja angeblich "höhere Gewalt". Hier werden die Passagiere zu "Geiseln" des Streiks und zu einem maßgeblichen Druckmittel, dies finde ich in der Form sehr sehr grenzwertig. Eine lange Vorankündigung des Streiks hätte wohl nicht dazu geführt.


    Ach RYAN-FRA, wieso den so pessimistisch? :cool:
    Frankfurt ist ein toller Standort, so wie Deutschland im Moment boomt. Am Flughafen wird sehr viel investiert und gebaut, bestes Beispiel ist Gateway Gardens. Eines unterscheidet Dubai von westlichen Städten wie zum Beispiel Frankfurt. In Dubai wird das Wachstum massiv von der Regierung gepusht, alles auf dem Reißbrett konzipiert in die Wüste gepflanzt, in westlichen Städten geschehen solche Dinge nach und nach, das Zauberwort bei uns heißt nachhaltiges Wachstum. Viele Entwicklungsprozesse ziehen sich ewig hin, weil jeder ein Wörtchen mitreden will und genau das ist aber unsere Stärke. Man muß ziemlich naiv sein um zu glauben, das etwas was vom Reißbrett direkt umgesetzt ist auch perfekt ist, denn das würde ein Maß der Perfektion der Planer vorausssetzen das es so nie geben wird. Es gibt immer Probleme die man nie beachtet, aber irgendeiner denkt im Endeffekt daran, so etwas nennt man Schwarmintelligenz und wenn diese kleinen protestierenden Gruppierungen in den Entscheidungsprozess mit einbezogen werden ist es auf jeden Fall ein Gewinn.


    Dubai hat noch ein anderes Problem, das es als Boomtown meines erachtens nach einschränkt, nämlich mangelnde Demokratie und die jederzeit drohende Kriegsgefahr mit dem Iran. Dubai ist genauso nah an Iran wie Baghdad oder Kuwait City. Sollte der Iran von wem auch immer angegriffen werden, so wird es sich bitter rächen und die Straße von Hormus blockieren, auch mit den Flugabwehr-Raketensystemen stellt es eine Gefahr dar. Das andere Thema ist die nicht vorhandene Demokratie, der hohe Lebensstandard in den VAE verhindert eine starke Protestbewegung, wer weiß was die Zukunft dort bringt.

  • Azichan, ich verstehe nicht wo das politische Versprechen der Nachtruhe nicht umgesetzt wurde? Von 23 bis 5 Uhr herrscht absolute Ruhe mit Ausnahme von wenigen Starts/ Landungen die aus besonderen Gründen nach 23 Uhr zugelassen werden. Aber auch die werden in einem engen Zeitfenster um 23 Uhr ausgeführt. Ich halte das strenge Nachtflugverbot - insbesondere mit Blick auf den Verbot verspäteter Starts - für wirtschaftlichen Selbstmord einer gesamten Region, aber gerade in seiner jetzigen Form sehe ich keinen Grund zur Beschwerde der Ausbaugegner.


    Ich bin wie gesagt selbst Sachsenhäuser. Den zu erwartenden Lärmpegel konnte seit Festlegung der Ausbauvariante jeder Neubetroffene unter den bestehenden Bahnen erfahren. Dass die Meisten dies nicht getan haben kann man der Politik kaum vorwerfen. Es kann nicht angehen, dass eine Minderheit demokratische und rechtsstaatliche Entscheidungen nicht akzeptieren will. Die Mehrheit hat entschieden, Gerichte haben dies überprüft und jetzt muss es auch mal gut sein.


    Die wirtschaftliche Diskussion können wir offensichtlich sein lassen. Ich begrüße offenen Diskussionprozesse in denen alle Sichtweisen auf den Tisch kommen. Allerdings kann ich diese langwierigen und bürokratischen Verfahren beim besten Willen nicht als Standortvorteil verstehen. Infrastrukturprojekte ließen sich mit dem gleichen Ergebnis auch deutlich schneller auf die Straße bringen. Und wir reden hier von Jahren, nicht von Monaten.