Zeil Talk

  • Oh nein!

    Das sind schlechte Nachrichten. Conrad ist seit vielen Jahren der Ort bei dem Ich Elektronik und Haushaltsgeräte kaufe. Der Service dort ist im Gegensatz zu anderen Elektronikmärkten kompetent und freundlich.

    Das wird ein Riesenverlust für Frankfurt.

  • „Wo habbe Se denn den Preis her? Von unserer Internetseite? Ja aber hier simmer ja net im Internet!“

    Für mich eines der Musterbeispiele, warum der stationäre Handel unbeliebt ist: Unflexibel, schlecht geschultes und wenig motiviertes Personal, chaotische Produktpräsentation. Wenn dann noch die Preisklarheit nicht gegeben ist und die online geführten Bestände nicht zu denen im Markt passen (out of stocks) - warum sollte ich in dem Falle den stationären Handel unterstützen? Und ich kaufe wirklich gerne persönlich ein - so denn der Händler irgendetwas positives zu bieten hat.


    Zum konkreten Fall: Auch hier und in der unmittelbaren Nachbarschaft täte der Zeil eine Aufwertung der Bausubstanz gut, wie eine gelungene Eck-Gestaltung aussehen kann, erleben wir ja gerade bei der Ex-Sportarena.

  • Ich persönlich werde dem Conrad ein oder zwei Tränen hinterherweinen, muss aber auch gestehen, dass das Einkaufserlebnis dort nicht wirklich gut ist/war. Deckenhöhen, un-intuitive Aufteilung, seltsam erschlossen, alles Eng. Ein absoluter Abriss-Kandidat, wenn ihr mich fragt. Sehr schade, aber vielleicht eine Chance für die Ecke

  • Was die Aufteilung und Erschließung angeht, muss man sich immer bewusst machen, dass das Gebäude zur Zeit als Kaufhalle, um seinen linken Nachbarn (damals eine Metzgerei im EG) herum von der Zeil 58 bis zur Zeil 64 als eine Ladenfläche genutzt wurde. Conrad hat m.W. an der Platzierung der Rolltreppen nichts geändert, hatte aber eben die Wand nur 2,5m hinter der Treppe.

    Und an den Deckenhöhen konnte man auch nichts machen.

    Schön war die Anfangszeit, als die Zugänge von der B-Ebene noch offen waren, da wurde aber zu viel geklaut.

  • ^ ggfs. in freudiger Erwartung einer 5. (oder 6.?) Welle unter der wieder alle Einzelhändler entsprechen leiden müssen.
    Das Weihnachtsgeschäft ist auch nichtmehr das, was es einmal war.

  • Da werden vermutlich Mietvertragslaufzeiten und die Kündigungsfristen in Verträgen der Mitarbeitenden einen Zeitrahmen vorgeben.

  • Gestern wurde der Masterplan Erlebnis-City Frankfurt am Main vorgestellt. Die Präsentation ist 44 Seiten stark und vollgepackt, um nicht zu sagen auf manchen Seiten unübersichtlich. Nach dem Lesen war ich verwirrt und ratlos was sich daraus an Aufgaben und Aktivitäten innerhalb eines Zeitplanes für welche Akteure ableitet.


    Klar ist, der Masterplan beschränkt sich ausschließlich auf die Innenstadt innerhalb der Wallanlage. Sachsenhausen oder das südliche Mainufer sind außen vor.


    Die Innenstadt wird in fünf Betrachtungsräume zoniert:

    - Oper- und Bankenviertel;

    - Neustadt;

    - nördliche Altstadt;

    - südliche Altstadt; und

    - City Ost.


    Darüberhinaus gibt es noch drei Leitziele:

    - Ökologische Ziele;

    - Soziale Ziele;

    - Ökonomische Ziele.


    Auch aus der städtischen Mitteilung und Kurz-Präsentation für die Pressemappe gehen keine Akteure für die Umsetzung, umzusetzende Maßnahmen und Zeitpläne hervor.


    Der Masterplan wurde gestern mit dem personentypischen Bohei vorgestellt aber ich prophezeie das am Ende nichts substanzielles herauskommt. Erinnert sei beispielhaft an die Themen "Terrorpoller" und "öffentliche Toiletten", an denen sich nun schon seit Jahren verschiedene Dezernate abarbeiten.

  • Die Präsentation ist unterirdisch und passt zum angestaubten Duktus des vorgestellten Konzeptes. Hier werden Elemente der "Spaß- und Erlebnisgesellschaft" aus den 90iger Jahren als Heilsbringer für die heutige Innenstadt verkauft. Die Gesellschaft hat sich zwischenzeitlich weiterentwickelt. Der alte Wein in neuen Schläuchen wird die Innenstadt nicht retten.

  • „Unterirdisch“ ist noch euphemistisch für diese erbärmliche Präsentation. Man fragt sich, wer so eine Agentur beauftragt, auf deren Website im Mai noch ein guter Rutsch ins neue Jahr gewünscht wird und die damit wirbt, dass mit der von ihr konzipierten „Deutschen Fisch-Genuss-Route zwischen Bremerhaven und Brunsbüttel das „Fischerlebnis in den kommenden Jahren kontinuierlich ausgebaut“ wird. 😕🤕

  • Don't judge a book by its cover. Oder anders gesagt: Bewertet einen City-Masterplan nicht anhand einer einzigen (zugegenermaßen schlechten) Power Point Präsentation.


    Es ist schonmal nicht schlecht, dass die Stadt die Problematik ("Verödung der Innenstadt", fallende Attraktivität der Zeil nach zwei Jahren Corona) verstanden hat und hieran etwas ändern will. Der abweisende Dauerleerstand an der Ostzeil und der Konstablerwache von zentralen Immobilien ist nicht mehr zu übersehen und breitet sich auch auf Conrad, Esprit und andere zentrale Liegenschaften aus.


    Wir können entweder warten bis die Immobilienbranche sich wieder für die oft dauerhaft leerstehenden Erdgeschoß-Ebenen interessiert anstatt für die darüber liegenden Büros oder man kann auf andere Weise etwas für die Attraktivität der Zeil tun ("Bottom Up" Approach). Die hierfür angedachten Förderprogramme von Bund und Land sind vorhanden, sie müssen eben nur abgerufen werden. Wer nun erstmal abwartet und nichts tut, der vertändelt wohlmöglich vorhandene Investitions-Möglichkeiten.


    Das Journal Frankfurt hat gut zusammengefasst welche Maßnahmen anstehen könnten:

    • 20 Projekte – die sogenannten „Quick Wins“ – sollen jetzt angestoßen werden und könnten bereits 2023 oder bis Ende dieses Jahres realisiert werden.
    • Hierzu gehören u.a. ein Nachtmarkt an Goetheplatz und Roßmarkt, eine (festliche) Beleuchtung der Innenstadt über die Zeil und die Weihnachtszeit hinaus, oder ein Gestaltungswettbewerb, mit dem die „Anti-Terror-Poller“ u.a. am Opernplatz verschönert werden sollen.
    • Auf mehreren Plätzen in der Innenstadt wären zudem temporäre Sitzmöbel vorgesehen, z.B. in der neuen Altstadt.
    • Mittelfristig soll es mehr Grünflächen (Hauptwache), sowie die Fußgänger- und Radfreundlichen Innenstadt mit vielen regionalen Angeboten geben.
    • Nördlich der Zeil sollen unter dem Motto „New Lifestyle/New Work“ Co-Working-Spaces, Pop-ups und neue Gastronomie-Konzepte entstehen.
    • An der kriselnden Ost-Zeil ist mit der „190 Nation Streetart Gallery“ die „größte international kuratierte Streetart Gallery“ geplant.
    • An der Konstablerwache soll der Erzeugermarkt dauerhaft bleiben sowie eine Grünfläche und ein Gastronomie-Konzept entstehen.
    • In der „Kunst-Kultur-Area“ am Mainufer wäre am verkehrsberuhigten Mainkai auf „Mainterrassen“ Gastronomie denkbar.


    Zur Finanzierung:

    Die Maßnahmen sollen durch diverse Förderprogramme von Bund und Land wie die „Post-Corona-Innenstadt“ oder „Zukunft Innenstadt“, die bereits laufen oder beantragt sind, finanziert werden.


    Die vergangene Woche vom Magistrat beschlossenen 30 Millionen Euro der „Initiative Innenstadt“ sollen zudem für die Umsetzung der „ErlebnisCity“ investiert werden.

  • Das Journal Frankfurt berichtet, dass das Deutsche Architekturmuseum (DAM) im Spätsommer und Herbst ihr neues Forschungsprojekt „Wohnzimmer Hauptwache“ organisieren will. Es sollen Möglichkeiten oder konkrete Vorhaben für die Innenstadt getestet werden.


    Im Vorfeld sucht das DAM Ideen für „urbane Module“, die im Spätsommer an der Hauptwache getestet werden sollen. Hierzu gehören sowohl mobile Elemente wie Sitzbänke oder -kissen sein, als auch Dialogformate oder Performances wie Stadtspaziergänge oder Musikperformances sowie andere Aktionen, bei denen die Teilnehmenden gestalterisch tätig werden können.


    Von den Ideen und Modulen, die im Rahmen des „Wohnzimmer Hauptwache“ gesammelt und getestet werden, sollen aber auch Innenstadt-Orte abseits von Hauptwache und Zeil profitieren können. Die Ergebnisse des „Reallabors“ werden vom DAM als Teil der Ausstellung „Post-Corona-Stadt“ vorgestellt.


    An dieser Stelle werden bis Ende Mai Ideen aus der Bevölkerung gesammelt, die später in einem „Reallabor“ an der Hauptwache getestet werden sollen:
    https://dam-online.de/veranstaltung/reallabor/



  • Irgendwie verstehe ich das nicht, bitte helft mir! Sollte die Hauptwache nicht mal umgebaut werden oder ist das vom Tisch? Und sollte das noch aktuell sein, dann kommt mir das so vor wie, ich hab zwar noch kein Geld für mein Haus, aber ich such schon mal die Tapeten, Bodenbeläge und Einrichtungsgegenstände aus. Was läuft da falsch?

  • Die Aktion des DAM an der Hauptwache bezieht sich wohl eher auf gestalterische / nutzungsrelevante Add-Ons wie Sitzbänke, Performances, Aktionen. Es sollen zudem generell Wünsche, Ideen und Kritik entgegen genommen werden, die sich dann auch an anderer Stelle realisieren ließen.


    An der eigentlichen Umbau-Planung ändert sich aber scheinbar nicht mehr viel. Laut der Süddeutschen Zeitung (07.01.22) bzw. dem Sprecher des Planungsdezernats, Mark Gellert, soll in der zweiten Jahreshälfte mit dem Umbau der Hauptwache begonnen werden. Einen konkreten Zeitplan zur Umsetzung gab es im Januar diesen Jahres hingegen noch nicht.

  • Umgestaltung der Hauptwache


    Die FAZ berichtet gestern, dass die Umgestaltung der Hauptwache lt. Mike Josef nicht vor 2030 beginnen wird.

    Weiterhin plant das DAM die eingereichten 58 Beiträge des Wettbewerbes "Wohnzimmer Hauptwache" in der noch zu eröffnenden "Agentur des städtischen Wandels" in der Braubachstraße zu zeigen. Man darf gespannt sein was sich hinter Beiträgen wie Streetball-Anlage, WG-Küche mit Begegnungstisch, Trinkhalle der Zukunft oder Übergangs(t)raum Hauptwache verbirgt.

    Das von Golden Age erwähnte "urbane Reallabor" soll in Form einer Mitmachaktion nach den Sommerferien stattfinden.

    Zwei Ursachen warum die Umgestaltung der Hauptwache nicht vor 2030 stattfindet werden erwähnt:

    1. Die Ideensammlung was und wie gestaltet werden soll ist noch mitten im Gange. Diese sollen auch wechselnde Nutzungen ermöglichen ohne das baulich umgestaltet werden muss.

    2. Die VGF erneuert bis zum Jahr 2030 die Gebäudetechnik in der B-Ebene und die angrenzende ebenerdige Platzfläche dient der Baustellenlogistik.

    Einmal editiert, zuletzt von main1a ()

  • Klang das bis vor kurzem nicht noch ganz anders? Sollte es nicht im Herbst diesen Jahres schon los gehen? Und gab es nicht eigentlich auch schon eine meines Erachtens sehr gute Studie (Veröffentlicht im letzten Oktober), die eigentlich eine gute Grundlage für die weitere Ausarbeitung gewesen wäre?

    Aber ja wir können natürlich auch nochmal 3-25 Runden drehen und irgendwelche halbgaren Ideen durchkaspern, die jeglicher Grundlage und Sinn entbehren. Wie zum Beispiel der Treppenwitz hinter dem Spoiler-Button im Beitrag von main1a =O – wenn das die Erstplatzierung sein soll, will ich den Rest vielleicht schon gar nicht mehr sehen!? Respektlos (gegenüber dem Hauptwache-Gebäude), unnütz (wo ist der Mehrwert) und an Hässlichkeit kaum zu überbieten.

    Da ist es schon fast tröstlich, dass zumindest in den nächsten 8 Jahren wieder nichts passieren wird. Daher ist es auch eigentlich schon egal, was da jetzt in der Zwischenzeit hochpoppt und vergeschlagen wird. Bis es dann in wahrscheinlich eher 10 Jahren wirklich mal wieder wieter geht, kommen ohnehin noch diverse Ideen und Vorschläge zutage, die am Ende ohnehin alle verworfen werden um komplett von vorn zu beginnen.

    Einmal editiert, zuletzt von sweet_meat () aus folgendem Grund: Vertipper entfernt

  • Das Konzept sieht auf den ersten Blick ganz hübsch aus, muss aber unbedingt nachgebessert werden, was die Durchwegung betrifft. Die Grünflächen sind zu dominant und lassen zu wenig Platz für Fußgänger und Radfahrer. Schon jetzt ist trotz der großen Freiflächen der Fahrradverkehr ein einziger Hindernisparcours sowohl vom Steinweg Richtung Kornmarkt und umgekehrt als auch von der Großen Eschenheimer zum Roßmarkt. Beide Achsen sind relativ stark von Radfahrern frequentiert. Da braucht es auf jeden Fall breitere Schneißen, damit man sich nicht in die Quere kommt. (Bezeichnenderweise fehlen auf allen Visualisierungen die Fahrradfahrer …).