Revitalisierung altes Spiegel-Verlagsareal

  • Die Nachrichten überschlagen sich ja im Moment. Sehr schön.


    Leider weiß ich noch nicht genau,was ich davon halten soll. Einerseits fallen mir ein duzend Perspektiven ein, in denen die aktuelle Situation wirklich unbefriedigend ist. Unter anderem vom, Deichtor, vom Kibbelsteg, von St. Annen von der Steinstraße.Andererseits ist das Gelände und die Idee der Gebäude nur mit den Flachbauten zu verstehen. Der "Guss" würde aufgebrochen, um noch ein paar Meter Gewerbeflächen zu generieren. Der Effekt wird ähnlich wie beim Uliverhochhaus ausfallen.
    Hinzu kommt, dass die Spiegelkantine ein Klassiker der Hamburger Innenarchitektur ist. Lampen und Möbelklassiker inklusive. Andererseits wird sich wohl kaum ein Hauptmieter finden, der, wie der Spiegel, das gesamte Gebäude mieten würde.


    Die positiven Aspekte hebe ich mir für morgen früh auf. Vielleicht fallen ja auch schon jemandem bis dahin ein paar warme Worte ein. Gute Nacht.


    Habe dem Projekt einen Einzelstrang gegönnt.

  • Zum einem muss ich sagen das mir der Entwurf im Gesamten ganz gut gefällt, insbesondere die kubische Struktur die zu den Seiten hin, in einen dynamischen zweigeteilten Verlauf entspringt. Dies betont meiner Meinung nach die Insellage und deren Dynamik zwischen den beiden Verkehrsachsen.


    Der Entwurf zeichnet sich eigentlich in seiner Einfachheit aus, wodurch jedoch bei der Ausführung mehr Wert als sonst auf die Details und die Materialwahl gelegt werden sollte.


    Was mir jedoch Sorgen bereitet, ist das man sich bei der Fensterwahl mal wieder vergreifen wird und statt den schön großen und prägnanten Panoramafenstern eher zu konventionellen Kleineren greifen wird. Dies wird jedoch den Charakter des Gebäudes erheblich stören.


    Auch die Rahmung/Fassade um die Fenster müsste einen hochwertigen und im Detail ausgearbeitenden Anschein haben, um einen ähnlichen Effekt wie auf dem Rendering zu erzielen.


    Warum ich gerade auf diese Punkte eingehe, mag sich manch einer fragen :achso:


    Durch meinen kurzen Spaziergang (Mittagspause) durch die Hafencity musste ich wieder diese Details feststellen.


    Das neue Gebäude des GL (BF 35) ist mir da unangenehm in Erscheinung getreten. Die Backsteinwahl fand ich hervorragend, die Fensterwahl bis jetzt auch passend. Wo ich jedoch zweigeteilter Meinung bin, sind die schwarzen (leicht hervorstehenden) Einrahmungen der Fenster.


    Diese lassen das Gebäude von weitem (aus manchen Perspektiven) wie eine großé Kita aussehen. Aus anderen wiederrum wirkt es ganz OK.


    Was meiner Meinung nach das Gebäude richtig billig aussehen lässt, sind die kleinen und billig wirkenden Fenster in der geschwungenen Panoramaausbuchtung zum Überseequartier hin. Hoffe nur da kommt noch was davor. Sieht wirklich besch.....n aus :runaway:


    Positive Beispiele sind die Panoramaetage im Kühne & Nagel Gebäude, sowie die großen Panoramafenster im Marco Polo Tower. Jeder kann sich ausmalen wie das aussehen würde, wenn man dort konventionelle Fenster benutzt hätte.


    Ist ein wenig lang geworden meine Begründung, aber im großem und ganzen wollt ich nur sagen, das bei dem Entwurf hier, vieles von der Fensterwahl und der Materialwahl für die Fassadenbänder abhängen wird. :einlichtgehtauf:

  • Der vorgestellte Siegerentwurf kommt in die Kritik.


    Man wendet sich gegen die zunehmende Verdichtung in der Innenstadt und es wird (wieder einmal) mit den Sichtachsen auf bestehende Gebäude argumentiert.


    Zitat

    "Gerade das Spiegelgrundstück ist ein für Hamburg wichtiger Ort", sagt Architekt Jürgen Böge. "Die beiden Hochhäuser repräsentieren nicht nur ein Stück Geschichte. Sie sind auch so angeordnet, dass sie Passanten und Autofahrern den Durchblick auf die historischen Gebäude dahinter ermöglichen." Doch sei nicht nur der Blick auf Messberghof und Chilehaus, Speicherstadt und die Kirchtürme von St. Nikolai und St. Katharinen bedroht. Die vorgesehene Bebauung würde auch das gewachsene Ensemble der beiden Hochhäuser und ihre Beziehung zu den aus verschiedensten Epochen stammenden Nachbargebäuden zerstören.


    die Auslobung der Fläche sei ohne öffentliche Diskussion über die Bebauung geführt worden.

  • wie konnte ich nur übersehen, daß der Wettbewerb längst entschieden ist ?
    daß der WBW still und heimlich über die Bühne ging, kann man nicht sagen - wurde der nicht sogar öffentlich ausgeschrieben? Kann aber gerade nix dazu finden.


    Die Kritik von Herrn Böge ist zu prüfen, die Frage ist aber eigentlich, ob die bestehenden Hochhäuser allein Denkmalschutz genießen, oder auch das städtebauliche Prinzip der Hochpunkte mit flachen Sockelbauwerken.


    zum Sieger:
    sieht gut aus, was mich stört, ist die etwas erzwungene gestalterische Umkehrung der Bestandsgebäude in puncto Material, Kubatur und Fensterformaten.


    zu den Fenstern:
    solche Panoramafenster wird es schlichtweg nicht geben, da sie den Anforderungen moderner Bürogebäude - individuell steuerbare Arbeitsplatzbelüftung - nicht entsprechen. In diesem Zusammenhang würde ich auch den eingeschossigen Sockelbau des Hochhauses erwähnen, der nicht annähernd so transparent sein wird, wie die Ansicht vorgibt.
    Solche Bilder entstehen ja unter hohem Zeitdruck, und man wird sich im WBW nicht über die detaillierte Fensterteilung Gedanken machen. Das Rendering suggeriert das aber, da ja sogar die Stuhlsorte des Cafes bereits ausgesucht scheint - ich weiß nicht, inwiefern so etwas als bewußte Falschaussage gewertet werden kann, oder es nur um eine abstrahierte Architekturdarstellung geht. Oft wird an so einem Bild ja der Wettbewerb entschieden.

  • Abendblatt: "Spiegel"-Hochhäuser könnten zum Hotel werden. Artikel.


    Die Plaungen werden konkreter, weil der Umzug des Spiegels auf die Ericusspitze naht. Wohnraum in der Lage wurde angedacht, aber aufgrund der hohen Verkehrs- und Laermbelastung verworfen.

  • Ich verstehe nicht, warum ein Hotelgast, der am Ende 150 Euro die Nacht für ein Hotelzimmer bezahlt, weniger etwas gegen Lärm haben soll, als ein Mieter einer preiswerten Sozialwohnung? Fakt ist doch, dass man heute mit Lärmschutzverglasung und Lüftungs bzw. Filteranlagen viel machen kann. Bloß kann man mit einem Hotel eben mehr Profit machen. Das kleine Singlewohnungen in Citylage für die Angestellten dort fehlen, stört keinen. Der lärmschutz ist doch nur ein Vorwand.

  • Ich verstehe nicht, warum ein Hotelgast, der am Ende 150 Euro die Nacht für ein Hotelzimmer bezahlt, weniger etwas gegen Lärm haben soll, als ein Mieter einer preiswerten Sozialwohnung?


    Ich würde mal mutmaßen, dass das planungsrechtliche Gründe hat. Wegen der Lärmbelastung dürfte sich eine Wohnnutzung nur schwer durchsetzen lassen bzw. wäre extrem aufwendig. Das gab ja auch schon in der HafenCity Probleme. Klar lässt sich vieles durch bauliche Auflagen lösen, allerdings wird dadurch wohl auch der Umbau ganz schön teuer. Was preiswerte Wohnungen ausschließt.

  • Bei diesem Projekt muss man auch sehen, dass die Lärmbelastung an der Willy-Brandt-Straße größer ist als am Dovenfleet. Meiner Meinung nach sind im südlichen Bereich des Grundstücks, entlang der Straße Dovenfleet, Wohnungen vertretbar.

  • Revitalisierung?

    Eine Revitalisierung ist im Wortsinne eine "Wiederbelebung". Die ist rund um das Spiegelhochhaus in der Tat dringend erforderlich, nachdem sich Architekten und und Stadtplaner 60 Jahre lang ungehindert ausgetobt und im geographischen Zentrum Hamburgs erfolgreich jegliche Urbanität ausgemerzt haben. Letzter Sündenfall war hier erst vor wenigen Jahren der Abriß des wunderschönen "Knust-Hauses". Jahrzehnte vorher hatte der kaum beschädigte alte Dovenhof dem Spiegel-Kasten weichen müssen. Die schlimmste Maßnahme war jedoch der Bau der Ost-West Straße, für die 3 der 5 innerstädtischen Marktplätze, zahlreiche Wohngebäude und das Grönigerstraßenfleet geopfert wurden.


    Die Folge der modernen Stadtplanungskunst: Es ist eine "Nicht-Stadt" entstanden. Zwar stehen zusammenhanglos Gebäude herum, aber städtisches Leben findet nicht statt. Wer sich hier aufhält, muß sich hier aufhalten. Keine Bummelanten und Müßiggänger, keine kleinen Läden, kein Kindergeschrei, keine wackeligen Alten. Nür Büroeinheiten und Autolärm. So wie, geplant, wir es wohl ein bischen besser werden, aber es bleibt ein häßlicher, zugiger Ort. Die eventuell gestörten Sichtachsen interessieren mich nicht. An der Ost-West / Willy Brandt Straße gibts sowieso nichts zu gucken. Vielleicht bis auf die Spiegel-Kantine, die ist auf ihre Art wirklich gut.

  • Du hast natuerlich recht Helge, nur bringt es wenig ueber vor 50 Jahren verschuettete Milch (Ost-West-Strasse, Nachkriegs-Staedtebau im Allgemeinen) zu klagen. Interessant wird doch eher, wie es gelingen kann diese wichtige Ecke der Stadt (Verbindung Altstadt-Hafencity) in Zukunft zu beleben.


    Die Nachverdichtung der Spiegel-Insel und die Schaffung von Raumkanten in diesem bisherigen Un-Raum sind Schritte in die richtige Richtung, denke ich.


    Ausserdem muss man vorsichtig sein, dass man bei der Bewertung von Satdtraum realistisch bleibt und nicht romantisch 'verklaert' (Bummelanten, Mueßiggänger, Kindergeschrei...). Wenn ich sowas hoere sehe ich schon die Zitronenjette und den Hummel vor meinem geistigen Auge und das geht mir dann doch ein wenig zu sehr in Richtung idealisiertes Zille-Miljoe ;-) Hamburg braucht auch Geschaefts- und Buerohaueser, Gwerbebauten und Hotels.


    Auf der Spiegel-Insel waere angesichts der Laerm- und Verkehrsbelastung ein guter Standort fuer solche Nutzungen. Es kommt jetzt vor allem auf gute Architektur und guten Staedtebau an.

  • ^^
    Das bezweifel ich.
    Bei WBRE steht das immernoch unter Projekt und in der Baunetz Auslobung geht es um
    Studierende der Fachrichtungen Architektur, Stadtplanung, Design


    und der Kontakt lässt auf Mitarbeiter Suche schliessen.


    Kontakt:
    Benjamin Storm
    Tel: 0177-2746802
    benjamin@storm.im
    -----> führt zu "XING dir dein Leben".
    http://www.xing.com/profile/Benjamin_Storm
    Ich suche Architektur-Studenten für Stadtentwicklungsprojekt in Hamburg, Grafikdesigner und Programmierer für Startup in Hamburg


    und
    http://www.zebrainsectscreens.com/

  • wie kommen Fussgänger erst mal rüber?

    gegenüber steht ja die St Nikolai - und das grösste Problem ist eigentlich -
    SCHRITTE wie kommt man ungehindert oder unverletzt darüber?


    Doch nur über die blaue "Holzbrücke", die dann aber in die Deichstraße führt.



    und ja - die Front sagt einem erstmal gar nichts, da lockt auch nichts hinzugehen - als Fremder schon gar nicht.

  • Mit Freude habe ich die Regen Diskussionen über das ehemalige spiegelareal gelesen und vor allem die Tatsache, dass sogar mein kleiner inoffizieller Wettbewerb für Studenten hier aufgetaucht ist.


    Hintergrund in Kürze:
    das leerstehende Areal ist mir vor ein paar Wochen aufgefallen und aus den vielen Diskussionen aus dem Umfeld der Startups und Internetbranche, kam die Idee, an dieser "historischen" Ecke von Hamburg ein Zeichen für den Medien- und Internetstandort Hamburg zu setzen - ein "place to be" für internetbasierte Firmen. Dabei sollen sowohl etablierte Firmen, als auch kleiner Spezialisten und Startups bis hin zu Freelancern unterkommen können. Thematisch passt es einfach zum Lochkarten-Design des IBM-Hauses und zum abgefahrenen Innendesign von Panton.
    Diese überwiegend jungen Firmen würden dem Begriff der "Revitalisierung" auch wirklich gerecht werden.
    Ich finde es schade, dass die Südseite zum Dovenfleet auch komplett zu gebaut werden soll - ein schöner parkähnlicher Innenhof zur Südseite geöffnet, würde auch den Kritikern der Verdichtung entgegenkommen.


    Termin mit dem Eigentümer steht noch aus, wird aber wohl noch dieses Jahr sein.
    Hier gibt es die aktuellen Entwicklungen: www.internet-insel-hamburg.de


    Die Studierenden wurden eingebunden, um eine Diskussionsgrundlage zu bekommen. Bestehende bzw. bereits genehmigte Pläne werden natürlich nicht komplett umgeworfen, soltte dieses Projekt in die Umsetzung gehen - dann würde wir es ja nur noch künstlich verlängern.


    Ich bin gespannt, ob sich so ein Projekt in Hamburg bewegen lässt und freue mich auf euer Feedback.


    Benjamin

  • ein schöner parkähnlicher Innenhof zur Südseite geöffnet, würde auch den Kritikern der Verdichtung entgegenkommen.


    Angesichts der Verkehrs- und Laermbelastung an dieser Stelle der Stadt ist eine halbwegs geschlossene Bebauung wohl sinnvoller als ein zur Strasse 'offener' Hof. Nur weil einige Stimmen in Hamburg immer gleich Alarm schreien, wenn irgendwo die stadtraumzerstoerende 'aufgelockerte' Bebauung der Autowahn-Nachkriegsjahre massvoll nachverdichtet werden soll sehe ich auch keinen Grund dem gleich 'entgegezukommen'.

  • Man kann ja auf der "offenen" Seite eine große Plexiglasscheibe einbauen. :lach:


    Die Erläuterung zur Standortwahl klingt interessant.
    Sieht das Konzept vor, dass ein Startup nur bis zu einer gewissen Größe anmieten kann und sich beim sich einstellenden Unternehmenserfolg nicht weiter an diesem Standort ausbreiten (und damit die anderen Startups verdängen) kann?