Baugeschehen: restliches Stadtgebiet

  • Die beiden Altbauten, die Du an der Stollberger Straße fotografiert hast, gehören nicht zum Projekt. Vielmehr tut der Bauherr alles, um deren Abriss zu erreichen, was die Stadt mit Hinweis auf den Denkmalschutz bisher noch verhindert hat (Freie Presse). Es handelt sich um die ersten in traditioneller Bauweise neu errichteten Mehrfamilienwohnhäuser nach Ende des Zweiten Weltkrieges in Chemnitz.
    Sogar die Anwohner und künftigen Mieter wurden hier eingespannt und haben der Stadt 250 Unterschriften übergeben, um den Abriss zu ereichen. Begründung ist, dass die Häuser der Zufahrt im Wege stehen würden und ohnehin nicht mehr sanierungsfähig wären. Die Bilder beweisen das Gegenteil, aber an fadenscheinigsten Argumenten zum Abriss von denkmalgeschützten Bauten mangelt es den Großvermietern der Stadt offensichtlich noch immer nicht.

  • Von den Bildern bin ich hauptsächlichst ausgegangen..auch von einer Meldung vergangener Tage, wo diese mit integriert werden sollen.


    Finde ich ja absolut daneben.

  • Man kann doch nicht für ein Bauvorhaben die Zufahrt über noch bestehende Gebäude planen, wenn man sich nocht nicht sicher ist, dass diese überhaupt abgerissen werden dürfen. Entweder ist das planerische Torheit oder man spekulierte von Anfang darauf den Abriss erzwingen zu können. Man vermutet natürlich eher Letzteres.

  • Das ganze Vorhaben ist mit einer vorschriftsgerechten Zufahrt bei weiterem Bestand der vorhandenen Häuser geplant und genehmigt worden. Beim Freie-Presse-Artikel, in dem WCW-Leute und Anwohner oder Möchtegern-Bewohner lamentieren, dass sie unbedingt den Abriss genehmigt bräuchten, ist eine Computer-Visualisierung dabei, die Neu- und Altbebauung samt einer an den denkmalgeschützten Häusern vorbeiführenden Einfahrt zeigt.


    Ob es der WCW erst in den letzten Monaten eingefallen ist, dass sie eine breitere Einfahrt mit großzügigen Parkplätzen auf der Fläche der Nachkriegsbebauung ganz prima fände, oder ob das intern von Anfang an einkalkuliert war, darüber kann man nur spekulieren.
    So wie so ist es ein krummes Ding und ich hoffe jedenfalls, dass der Denkmalschutz nicht aufgehoben wird.


    Mich erinnert das Ganze an einen Abriss eines Gründerzeit-Gebäudes am Blockrand durch die GGG, der eine wirklich gute Idee war, weil man nun die Zufahrt eines im Hof residierenden gewerblichen Unternehmens erweitern könne …


    Die einzigen Großvermieter, denen ich generell zutraue, mit Respekt vor der Stadt als Ganzem zu agieren, sind die Siedlungsgemeinschaft und evtl. noch die Sächsische Wohnungsgenossenschaft.

  • Nun kann man sich daraus auch erklären, warum es keine Tiefgarage integriert des Bauvorhabens gibt.
    Eine Tiefgarage hätte ein wenig mehr gekostet, das wollte man anscheinend nicht.
    Also muss es den Bauherren schon von vornherein klar gewesen sein, das die letzten beiden Gebäude auf dem Grundstück stören.


    So komme ich zu der Antwort das man das aus WCW Sicht von vornherein mit eingeplant hat, die beiden ehemaligen Wohnhäuser zu entfernen.


    Eine andere Theorie kommt mir persönlich nicht in den Sinn, da man Architektonisch anders geplant, gezeichnet und Realisiert hätte.


    Nun nehme ich an das die Bauherren Chemnitzer sind und Eigentlich auch wissen müssten das altes meist doch auch einen Mehrwert gleich setzt.


    Schade das man wieder einmal nur an die Eigenen Vorteile denkt und nicht an das allgemeine.



    Und einmal kurz angemerkt zum Umbau des ACC.


    Warum ist es hier auch nicht möglich gewesen, einen Ansehnlicheren Neubau zu errichten und zu planen.
    Gut ist es ja das neues Leben einzieht, aber man hätte sich anstatt Industrie/Gewerbe bauten ala Stadtrand etwas besseres einfallen lassen können.
    Beispielhaft währe eine Klinkerfassade, statt Alu Lego Baukasten.
    Man hätte hier etwas ganz neues schaffen können, wo geplante Wochenmärkte schon mit dem Auge einladen und ein Wohlfühlfaktor mit beiwohnt.
    Es kommt mir doch etwas kühl daher. Mal sehen wie es fertig wirklich wirkt.

  • Guter Hinweis zum WCW-Neubau an der Stollberger Straße – der Parkplatz-Rechnungs-Aspekt ist da wesentlich! Heutzutage gibt es keine Hausbauplanung ohne Parkplatzaufrechnung. Ist es nicht sogar auch in Chemnitz eine Stellplatzablöse fällig, wenn man unter der Norm bleibt? Mitunter haben bewusst und explizit autoreduziert oder autofrei geplante Vorhaben da echte Schwierigkeiten. Da frage ich mich, wie die WCW ihre Parkplätze planungsrechtlich gerechnet hat, falls sie von Anfang an auf Mehr-Parkplatz auf der Fläche der denkmalgeschützten Häuser spekulierten.


    [ACC]


    Warum ist es hier auch nicht möglich gewesen, einen Ansehnlicheren Neubau zu errichten und zu planen.


    Hat „auch“ hier einen konkreten Bezug?


    Gut ist es ja das neues Leben einzieht, aber man hätte sich anstatt Industrie/Gewerbe bauten ala Stadtrand etwas besseres einfallen lassen können.
    Beispielhaft währe eine Klinkerfassade, statt Alu Lego Baukasten.
    Man hätte hier etwas ganz neues schaffen können, wo geplante Wochenmärkte schon mit dem Auge einladen und ein Wohlfühlfaktor mit beiwohnt.


    Meines Wissens weicht der umgebaut werdende Bereich des ACC immerhin strukturell, und das ist mir wesentlich, ein Stück weit vom absolut primitiven typischen Einkaufszentrums-Aufbau ab – vor allem insofern, als dass Ladenzugänge von außen entstehen.


    Die neue äußere Gestaltung … ich sage mal: standorttypisch. Wer etwas wirklich schönes machen will, baut nicht dort. Klar, das ACC existierte schon, aber außer dem 08/15-Universal-Hallenrohbau bleibt ja kein Stein auf dem anderen. Ein Umbau des ACC wie der aktuelle hat nur Sinn, wenn man zuvorderst und mit großem Abstand zu allen anderen denkbaren Aspekten auf eine großräumig autoverkehrsgünstiger Lage setzt* – wer schon mal zu Fuß dort war, weiß, was ich meine –, und in diesem Denkmuster haben wirklich erfreuliche Gestaltungen nun mal keinen Platz.


    Klinkerfassade geht übrigens auch arg simpel baukastenmäßig – vgl. mit der Sachsen-Allee!


    * Die in den letzten Jahren erkennbare verbale Profilierung als Nahversorger scheint mir aus der Not geboren – „Not“ ist wohl überzogen, mir fällt nur gerade kein passenderes Wort ein.

  • Wenn ich mal rumspinnen darf...


    Vorstellbar währe es, ein ACC zu errichten, was wie ein kleines Einkaufsdorf erscheint..
    mit unterschiedlichen Fassaden und auch nicht so Gewerblich würfelförmig, wenn man das mal von oben sieht.


    Ich spinne mal weiter:


    Komplett abriss und Neubau eines (kleinen) Einkaufszentrums was sich auch der neuen Zeit gut anpasst.


    Wenn ich mir das VITA Center vor Augen betrachte, ist es vom Optischen her viel einladender, als das ACC.


    Dabei spreche ich jetzt nicht die zuvielfälltigkeit an Möglichkeiten des Einkaufens an.
    Rein von der Betrachtungsweise und Städtischen Bauten.
    Rings um stehen zum Großen Teil Sanierte Altbauten, vermischt mit Industrie Großklötzen.
    Man hätte halt die andere Anpassungsmöglichkeit in Betracht ziehen dürfen.
    Auch wenn man es zu 90% mit dem Auto ansteuern wird.

  • Ja, eine nette Wunschvorstellung, aber völlig unrealistisch.


    Im übrigen gibt es im zweiten Teil des ACC, der aktuell noch nicht umgebaut wird und der Galeriecharakter hat, extra einen Raum, der als Informationsstelle für den Umbau fungiert. Dort kann man weitere Visualisierungen vom Endzustand sehen. Des Weiteren hängen dort Bilder vom bisherigen Verlauf der Bauarbeiten aus und es gibt sogar eine detaillierte Bauzeichnung zu sehen, die Auskunft darüber gibt, wie beispielsweise zukünftig die Gewerbeflächen angeordnet sind.

  • Unreal nur, weil es dafür ja jetzt zu spät ist.
    Planungen schon ausgeführt werden.


    Keine Ahnung, welchen Einfluss hier die Stadt gehabt hätte. Die Umgebung gibt sicherlich keinen Anspruch auf "hochwertige" Architekturlösungen her. Letztendlich zählt für den Betreiber eines solchen Einkaufszentrums zuallererst die Rendite - und die lässt sich wohl am ehesten mit Standardbauten erreichen.

  • Ja, im Hinblick auf seine Integration hat das Vita-Centers ein völlig anderes Niveau als das ACC. Das hat seine Gründe. Das Vita-Center und die Galerie Roter Turm sind meines Wissens die einzigen beiden großen Einkaufszentren, deren Entstehung einen echten stadtplanerischen Hintergrund hatte. ACC und andere nicht integrierte Handelsstandorte existiert im städtischen Einzelhandelskonzept gar nicht. In der städtischen Planung ist das Vita-Center das einzige B-Zentrum. Das unterstreicht den Charakter des Heckert-Gebiets als Satellitenstadt.


    Wo das Vita-Center steht, war seit eh und je etwas derartiges vorgesehen. In den Neunzigern gingen in der Verwaltung die Meinungen darüber, ob man bei schrumpfendem Heckert-Gebiet das Ding noch realisieren sollte, zwar auseinander, letztlich hat sich das Ding durchgesetzt … und steht mittlerweile zu einem Drittel oder so leer. Zuvor aber hat die Konkurrenz des Vita-Centers und neuer Einzelansiedlungen, vor allem von Discountern, die Versorgungszentren platt gemacht – die Versorgungszentren, die gestalterisch den meisten neueren Anlagen einiges voraus haben bzw. hatten und global gesehen meist besser gelegen sind bzw. waren.


    Das ACC dagegen entstand in den frühen Neunzigern eben mal so aus einer Gewerbebrache, aus Lagerhallen. Ich kann mir gut vorstellen, dass jemand so etwas wie dwts „unrealistische“ Vorstellung eines „Einkaufsdorfs“ umsetzt. Wer dafür einen Sinn hat, wird es aber niemals am Ort des ACC machen. Das ACC existiert heute nur durch die bestehende Struktur. Da sind nur Anpassungen drin.


    Spannend finde ich eine gewisse „Angleichung“: Das ACC schrumpft. Derweilen entstehen neben der Sachsen-Allee einige neue Läden. Als Mitte hat man jeweils einen großen Supermarkt. Ich sehe ich einen gewissen Trend zu solchen Strukturen.

  • Sanierungen im Stadtteil Altchemnitz..



    ...uhlestraße..



    ..an der Annaberger-Straße..
    ...fast fertig..




    ..Sanierung, an der Rößlerstraße..
    Ansicht, Rößler Ecke Paul-Gruner-Straße..



    ..mittlerweile ganz eingerüstet.



    August2013

  • und dieses auch....................................................................................................

  • Platz für neuen Wohnraum..im Stadtteil Adelsberg


    Für sechs neue Eigenheime wurden bereits die erschließungsarbeiten abgeschlossen.


    Ein kleiner genauerer Beitrag vom Chemnitzer Blick..


    Hier


  • Konkreter wird die Siedlungsgemeinschaft Chemnitz auf ihrer Seite.
    Nachdem am Karbel die Denkmalgeschützten Wohngebäude Saniert wurden.



    Bilder während der Sanierung hier vom März 2013.


    Mit der Bauabnahme der unter Denkmalschutz stehenden Wohnanlage „Am Karbel 1-15“
    schloss die Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft eG ihr
    vorerst letztes großes Sanierungsprojekt im Altbaubereich ab.


    Mehr Details erfährt man hier

  • Zur Zeit wird die Merkelche Spinnmühle in Altenhain saniert. Das Gebäude gehört zur zweiten Generation von Fabrikbauten in Sachsen, um 1830 gebaut. Vor ca. 10 Jahren wurde der bis dato authentisch erhaltene Bau für ein Sanierungsvorhaben entkernt und es wurde der Putz von der Fassade entfernt. Dieses Sanierungsvorhaben endete mit dieser Bauvorbereitung.
    Wie es jetzt aussieht, wird das einmalige Baudenkmal sächsischer Industriegeschichte im Rahmen der aktuellen Sanierung nicht wieder verputzt. Ich finde, das verändert den Charakter des vom bekannten Architekten erzgebirgischer Kirchen und früher Fabrikbauten, Christian Friedrich Uhlig, entworfenen Gebäudes total und ist ein Kniefall vor dem Sinn des Denkmalschutz. Man hat ja im Ort schon das wohl auch von Uhlig entworfene Roscher-Gut genauso verunstaltet. Ich kann da keinen Sinn darin erkennen außer das man den Eigentümern die Kosten für den putz ersparen wollte. Diese frühen Fabrikbauten, sehr wenige sind erhalten, sind ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal der sächsischen Industriegeschichte.


    Wir haben heute auch einmal die Meinertsche Spinnmühle von 1812 in Niederlugau besichtigt. Sie ist inzwischen nach dem die Stadtverwaltung Lugau 2009 und 10 jedes Engagement für das Baudenkmal verweigert hatte, zusammengefallen.