Baugeschehen: restliches Stadtgebiet

  • Sachsen-Fernsehen mit einem kleinen Update zum Umbau des ehemaligen Verwaltungssitzes der Chemnitzer Energieversorgung zur Jugendherberge: Klick


    Kann jemand sagen, ob das nur eine Notsicherung war?



    Was ich letzte Woche noch gesehen habe. In der Theaterstraße unweit der zukünftigen Jugendherberge ist das kleinste Gebäude in der Reihe eingerüstet mit Planen.


    Die Planen sind ja weg und ich bin auch schon desöfteren seitdem wieder vorbeigefahren. Jedoch immer nur im Dunkeln, weshalb ich das schlecht abschätzen kann. Sieht auf jeden Fall frisch aus.

  • Rawema-Haus: Sanierung und Vermietung bis 2011


    Die von Investor Claus Kellnberger gehegten Sanierungspläne werden in einem Videobeitrag des Sachsen-Fernsehens ausführlich vorgestellt. Derzeit steht das 1966-68 nach einem Entwurf von Roland Kluge und Günter Hauptmann errichtete Gebäude größtenteils leer, im Erdgeschoß befinden sich einige Läden mit Ramsch und Spittel. Bereits 2000 gab es einen Architektenwettbewerb des alten Eigentümers TLG.
    Die Fassade soll mit einem Alu-Werkstoff neu aufgebaut werden, Fenster, Isolierungen und Heizungen sollen erneuert werden, eine kleinteilige Nutzung der Büroflächen wird angestrebt. Auch Mietwohnungen sind denkbar. Die Stadt wird parallel den sogenannten Wall zum Tietz in Angriff nehmen, wodurch das zweite Kellnberger-Projekt, das ehemalige Bundesbankgebäude, profitieren wird.


    Zwar handelt es sich hier nur um einen Plattenbau, jedoch würde durch dessen Wiederbelebung die Entwicklung der Chemnitzer Innenstadt einen großen Sprung nach vorne machen. In das kleine Gebiet am Johannisplatz fließen auch durch das Archäologiemuseum im Schocken Millionen, womit auch das Baufeld F4 demnächst bald zur Debatte stehen dürfte. Zudem werden Hoffnungen auf eine Ausstrahlung zur angrenzenden Straße der Nationen geweckt.
    Vorteilhaft ist hier das geschlossene Auftreten von Stadt und Investor. Vor allem ist Kellnberger kein unbeschriebenes Blatt, sondern hat in Chemnitz bereits einige Projekte erfolgreich zum Abschluß geführt. Bei den jetzt anstehenden Großinvestitionen kann man ihm und Chemnitz nur viel Glück wünschen.


    Die Pressemitteilung der Stadt zum Thema:

  • Wird denn der Entwurf von vor 10 Jahren umgesetzt? Vielleicht sollte man etwas neues machen.

  • Ich glaube, bis auf die Information, dass auch das Gebäude neben dem Schocken saniert wird, wurde zu selbigem noch nichts genaueres gesagt.


    Heute stand in der FP in einem Spezial zu diesem Karre, dass die IKK in dieses Gebäude einziehen wird. Dies soll bereits Ende des Jahres der Fall sein, weshalb es auch an diesem Gebäude mit der Sanierung wohl bald losgehen müsste.


    http://www.bing.com/maps/?v=2&…047%2C%2009126%20Chemnitz

  • HAb die FP von heute nicht gelesen.


    Stand auch etwas darüber drinnen, was aus dem Grundstück an der BAhnhofstraße wird? Auf neueren Bebauungsplänen fehlt das angedachte PArkhaus das den Johannisplatz zur Bhf. Straße abschliesen sollte.

  • Den alten Entwurf habe ich nur der Vollständigkeit halber verlinkt. Einen Dachgarten oder die Öffnung eines großen Fensters oberhalb des 3. Obergeschosses wird man sicher nicht vorsehen, das waren eher Sachen für den Architektenwettbewerb, wo man aufgrund geringer Umsetzungschancen auch mal etwas Besonderes wagen kann.


    Die freie Presse bietet heute auch eine interessanten Artikel, der die Informationen zum Brückenbau am Dresdner Platz zusammenfaßt. Zudem wird über den Erweiterungsbau von Trompetter in der Schönherrfabrik (und den nervtötenden Proßzeßmarathon) berichtet, der angeblich mit Fortschritten im Lärmschutz verbunden ist, was sich wiederum positiv auf die Attraktivität der Wohngebiete in Schloßchemnitz auswirken würde. Übrigens eine Chemnitzer Firma mehr, bei der die Kurzarbeit beendet werden kann.

  • HAb die FP von heute nicht gelesen.


    Stand auch etwas darüber drinnen, was aus dem Grundstück an der BAhnhofstraße wird? Auf neueren Bebauungsplänen fehlt das angedachte PArkhaus das den Johannisplatz zur Bhf. Straße abschliesen sollte.


    Dazu steht dort nix.

  • Grundsätzlich ist es natürlich toll, wenn sich an diesen Gebäuden etwas tut.
    Letztendlich bleibt dieses RAWEMA Haus auch nach der Sanierung eine städtebauliche und architektonische Katastrophe.


    Leider reicht in Chemnitz die Kraft nicht aus, hier oder anderswo in der Innenstadt eine grundsätzliche Veränderung herbei zu führen. Vergleichbare Beispiele sind die sanierten Plattenbauten hinter dem Heckerthaus oder der Roßenhof. Alles städtebaulich und architektonisch belanglos.


    Dort wo ein Neuanfang gelungen ist, nämlich hinter der Jacobikirche, sieht man ja wie Chemnitz derart Qualität zu Gute kommt.


    In Dresden, Leipzig oder auch in Magdeburg ist nachhaltiger neu gebaut worden.

  • Der Hinweis, dass der ganze Komplex der Innenstadt unter (Flächen)-Denkmalschutz steht, wird Dich wahrscheinlich wenig beeindrucken, ebensowenig wie der, dass diese Bauten eben doch eine ganz andere Qualität und Anspruch hatten und haben als 08/15-Plattenbauten der 80er Jahre, dass man mit der Straße der Nationen Architekur geschaffen hat, die zur Zeit ihrer Entstehung zur modernsten in Europa gehörte .... .
    http://de.wikipedia.org/wiki/Stra%C3%9Fe_der_Nationen


    Jens Kassner: Chemnitz - eine Stadt der Moderne
    http://www.jens-kassner.de/wp-…loads/2009/02/moderne.pdf

  • Danke, aber ich brauche kene Linkverweise. Jeder mit einem normalen ästhetischen Empfinden sieht ja das die Häuser dort ohne Qualität sind. Sie sind überdimmensioniert zum restlichen Stadtbild, es gibt z.B. keienn sinnvollen Anschluss zu den Nachbargebäuten, Eckgestalltung etc, die Fassadenmaterialien sind nicht regionaltypisch etc.

  • Vielen Dank für diese fachliche Einschätzung. Dem langjährigen sächsischen Landeskonservator und Präsidenten des Sächsischen Landesamtes für Denkmalpflege, Prof. Dr. Gerhard Glaser, einer Reihe von Mitarbeiter_innen aus seinem Haus und einer nicht ganz geringen Zahl von Architekturprofessoreninnen und -spezialisten, in Deutschland, unter anderem an der Bauhaus-Uni Weimar, und der Welt, Kunsthistoriker_innen und vielen anderen mehr mangelt es also am "normalen ästhetischen Empfinden".


    Mark Escherich: Zur Problematik der Denkmalpflege bei Bauten der 1960er und 1970er Jahre. Eine Bestandsaufnahme
    http://edoc.hu-berlin.de/kunst…wnload/denk/escherich.pdf


    Andreas Butter: Neues Leben, Neues Bauen. Die Moderne in der Architektur der SBZ/DDR 1945-1951,
    Berlin 2006. ISBN 3899301072.

    Einmal editiert, zuletzt von LE Mon. hist. () aus folgendem Grund: Von Cowboy zu Recht bemerkte Verhunzung geradegerückt.

  • ^ In der Mitte liegt wohl die Wahrheit. Der sozialistische Städtebau gilt ja gemeinhein bzw. da, wo er recht kompromisslos umgesetzt wurde, als gescheitert. Trotzdem haben einzelne Gebäude, auch Stahlbetonbauten wie das Besagte, definitiv ihre Qualitäten. Der Vergleich mit der Platte vom Band greift da zu kurz. Die Frage ist halt ob die Chemnitzer Innenstadt mit der Straße der Nationen existieren kann, d.h. kann zumindest ein Teil dieser sozialistischen Geschichte erhalten werden, während der Rest möglichst dicht bebaut wird? Bei letzterem sollten momentan die Prioritäten liegen, es gibt noch einige Baufelder, die hoffentlich hochwertig bebaut werden.

  • Die Plattenbauten an der Straße der Nationen und das Ensemble am Nischel (Luftbild) haben als Beispiele sozialistischen Bauens sicher einen außergewöhnlichen Denkmalwert. Trotzdem können sie dem gewachsenen, leider umwiederbringlich verlorenen Vorkriegsgefüge nicht annähernd das Wasser reichen. Aber auch um diese Unterschiede erlebbar zu machen, ist eine Unterschutzstellung wichtig.
    Die direkt anschließende sogenannte Parteifalte oder der Rosenhof sind jedoch wirkliche Fremdkörper im Stadtgefüge, denen niemand eine Träne hinterherweinen würde. Die Vermietungssituation in diesen Häusern wäre wirklich interessant. Wenn man die Ausgangssituation zur Wende betrachtet, kann man mit der Entwicklung aber zufrieden sein, zumal gerade in letzter Zeit zahlreiche Großprojekte begonnen wurden.

  • Die Parteifalte oder auch Parteisäge, ist top ausgelastet. Unter anderem mit der Oberfinanzdirektion Chemnitz. Zur Zeit, wo die Sonne spät auf- und früh untergeht, kann man jedes Mal sehr viele beleuchtete Fenster bewundern.

  • Was soll der Vergleich zum internationalen Bauen der 70er 80er Jahre? Die Architektur dieser Zeit ist im allgemeinen nur Müll. Egal ob sie in Chemnitz oder sonstwo steht. Man kann gute Architektur an wenigen Punkten fest machen. Wie fürgt sie sich in das vorhandene Stadtbild ein? Wie sind die Proportionen des Gebäudes? Welche Materialien werden verwendet ... etc.


    Dem Verweis auf die Fachleute möchte ich auch nicht folgen. Die Generation hat diesen Müll in die Welt gesetzt und sie tut es weiter. Es gibt ja schon einen markanten Unterschied zwischen dem was unsere Vorfahren gebaut haben und was wir heute Bauen oder was die letzten Jahrzehnte gebaut wurde.

  • Die saogenannte Parteifalte finde ich architektonisch interessant. Vor allem im Inneren ist diese sehr schön, wahrscheinlich wegen des Nutzers zu DDR-Zeiten. Der Vermietungsstand ist, wie piTTi bereits schrieb, super. Es wurde bereits an einen Abriss des Forums gedacht, damit man anbauen kann. Mieter sind u.a. die Oberfinanzdirektion Chemnitz und das Sächsische Immobilien- und Baumanagement Chemnitz.
    Meines Erachtens wurde das Gebäude seit der Wende nicht saniert. Aber dafür sieht es noch richtig gut aus.


    Leider trennt das Gebäude die "Innenstadt" vom Brühl und dem Opernplatz ab, da es wie eine große Schranke wirkt. Aber wie will man dieses Problem lösen? Abriss?

  • Zitat

    Leider trennt das Gebäude die "Innenstadt" vom Brühl und dem Opernplatz ab, da es wie eine große Schranke wirkt. Aber wie will man dieses Problem lösen? Abriss?


    Genau das ist mein Hauptproblem mit dem Bau. Für die OFD würden sich problemlos Alternativen finden lassen - beispielsweise im Rawema-Haus. Den Verweis auf die mir nicht bekannte Innenausstattung nehme ich durchaus ernst, die allgemeine Bilderstürmerei auf die Kunst des sozialistischen Realismus nach der Wende war mir schon immer zuwider.
    Interessant auch, daß ein Abriß des Forums schon im Gespräch gewesen sei. Ganz ehrlich: Ich hatte keine Ahnung, was dieses Gebäude darstellen soll, geschweige denn, daß ich jemals in die Gefahr gekommen wäre, dort eine Veranstaltung zu besuchen. Wenn man sich den dünnen Veranstaltungskalender auf der Webseite anschaut, könnten die wenigen Seminare und Prüfungen auch in der Stadthalle oder sonstwo stattfinden. Natürlich ist das alles derzeit Träumerei, man muß nur einen Augenblick über die Kosten nachdenken, um Luftschlösser wie eine Neubebauung in diesem Bereich zerplatzen zu lassen.

  • Im mitgeposteten FP Artikel kann man heute lesen, dass das neue Kuratorium für Stadtgestalltung, bestehend größtenteils aus Fachleuten überregionaler Herkunft nach einer Bustour durch Chemnitz, die Probleme angehen soll, über die wir in Chemnitz schon seit Jahren konstruktiv diskutieren :lach:


    http://www.freiepresse.de/NACH…ALES/CHEMNITZ/1661545.php


    Auf der Seite chemnitzgeschichte.de kann man bei Brückenstraße übrigens sehen, wie der Bereich am Karl Marx Kopf früher aussah. Das sind die alten Häuser der Angervorstsdt. Chemnitz erster geplanten Stadterweiterung. Teilweise für den Bau der Parteifalte abgerissen.