Leipzig: Premier Inn Hotel statt Unister-Brache (Bauphase)

  • ob solitär oder blockrand spielt für die gestaltungssatzung zumindest textlich keine rolle...
    und warum sollte jemand, der eh ein problem mit seiner gebäudehöhe hat sich den "luxus" eines überhöhten erdgeschosses gönnen-gerade weil die goethestraße fällt kann man oben niedrig starten und hat unten am brühl noch eine überhöhte eingangssituation...ma drüber nachdenken dann geht die rechnung ja vielleicht doch auf.


    ob die erste rückstaffelung die traufe ausreichend abbildet oder nicht will ich nicht entscheiden-schon gar nicht anhand einer kleinen visualisierung-schön wenns einer so drauf hat, das er das kann :daumen:

  • ^ Dito, deswegen kannst du in deiner Rechung auch nicht davon ausgehen: "wie es aussieht liegt der 1. rücksprung (also die traufe) über dem 6. OG also". Mehr habe ich nicht gesagt. Hinzu kommt, dass die Geländesituation für die Bemessung der Traufhöhe am Brühl irrelevant ist. Deine Rechung kann nicht aufgehen, weil wir die dafür relevanten Informationen nicht haben.

  • und warum sollte jemand, der eh ein problem mit seiner gebäudehöhe hat sich den "luxus" eines überhöhten erdgeschosses gönnen


    Vielleicht habe ich ja auch nur besonders viel Phantasie, aber ich glaube sowohl im alten als auch im neuen Entwurf ein deutlich höheres - bis zur doppelten Höhe der Obergeschosse - Erdgeschoss erkennen zu können. Vielleicht geht es ja anderen auch so, dann wäre ich wieder beruhigt :lach: .

  • Ich hätte auch so gerechnet, bzw. überschlagen, von oben nach unten. Ich bin mal spaßeshalber zum Äußersten geschritten, was mit der Miniatur-Visualisierung möglich ist, und habe das Lineal angelegt, unter der Annahme einer Gesamthöhe von 36,8 m beträgt die Traufhöhe 25,80 m bzw. 28,7 m. So oder so, Traufhöhe wie auch Abschluss sind zu hoch. Ansonsten ist die Miniabbildung ja an der Grenze der optischen Auflösung und als Diskussionsgrundlage kaum zu gebrauchen.


    Besonders ärgerlich ist, wie schlampig die Presse arbeitet und jeder bei jedem abschreibt, mit den üblichen Stille-Post-Effekten. Die Mainpost gibt den Konflikt völlig unkritisch wieder, die böse böse Stadt "will die Pläne für den attraktiven neuen Firmensitz nicht genehmigen." Attraktiv?, für wen? Wenn er attraktiv für die Stadtsilhouette wäre, würde er schon genehmigt, wenn der von allen Seiten abgenickte Wettbewerbsgewinner gebaut werden sollte, würde er längst genehmigt sein etc. Noch falscher mal wieder in der LVZ (online-Ausgabe), hier steht wohlbemerkt neben dem "alten" genehmigungsfähigen Entwurf von Luka Kalkof (Zitat): "Diesen Entwurf [...] will Unister an der Ecke zum Brühl verwirklichen". Wenn's doch nur so wäre. Machen diese Journalisten heutzutage auch mal Recherche oder schreiben die nur noch ab.

  • Alle Entwürfe sind banal.


    Dagegen hat das was jetzt dort steht, fast schon einen historischen Touch. Ich empfhele dieses Gebäude aufzuarbeiten/zu erweitern.

  • Hallo cherubino, da steht überhaupt nichts mehr - siehe Bilder vom Abriss weiter vorn. Auf dem Areal kann man jetzt eine Schutthalde mit historischen Touch bewundern.

  • Es steht nicht mehr. Danke für den Hinweis.


    Leipzig ist nicht Chemnitz. Die DDR Moderne hier, ist anders wie in Chemnitz städtebaulich und architektonisch ansprechender in das Stadtbild indekriert und Leipzigs Innenstadt besteht nicht nur aus Neubauten so wie die Chemnitzer Innenstadt. Deshalb eine andere Betrachtung. Es ist meine Meinung. Ich finde die 60er und 70er Jahre Bauten als Teil der Leipziger Innenstadt interessant.


    Ich kenne Leipzig ein Leben lang und finde, dass die Stadt auch aufgrund deswegen ihr besonderes Flair ausstrahlt. Es verschwindet ja die Jahre viel von der DDR Moderne in Leipzig.


    Eine Gute Mischung aus historischer Bebauung, Nachkriegsbebauung und Neubauten machen das Flair von Leipzig aus.


    Lieber LE Mon. hist., ich möchte hier nicht gleich im ersten Augenblick vorgeführt werden, nur weil ich meine Meinung äußere.

  • @ cherubino
    Wenn Du Dich vorgefühlt fühlst bedauere ich das, denn das war nicht meine Absicht. Ich habe mich nur gewundert, denn der Trümmerberg an der Stelle liegt schon eine ganze Weile.


    Und auch wenn das hier offtopic ist, Deiner Einschätzung der DDR-Moderne möchte ich ganz entschieden widersprechen. Sowohl in Leipzig als auch in Chemnitz gibt es sehr wichtige Zeugnisse des sozialistischen Klassizismus´ (hier am Ring und dort etwa Reitbahnstraße und Innere Klosterstraße) und der 60er und 70er Jahre. In Leipzig z.B. rings um den Augustusplatz (Oper, Hauptpost, Henselmann-"Weisheitszahn" ...), in Chemnitz die gesamte, von Dir doch eher ungeliebte Straße der Nationen und Brückenstraße. In Chemnitz stehen das gesamte Ensemble aufgrund seiner städtebaulichen und historischen Bedeutung unter Denkmalschutz.


    Dem nun gefallenen Vorgängerbau der hoffentlich künftigen Unister-Zentrale - oder dem Projekt eines anderen Bauherren - kam dagegen zumindest nach einer Einschätzung keine eigene besondere architektonische oder städtebauliche Bedeutung zu. Ich wüßte auch nicht, dass sich gegen den Abriss entsprechende Stimmen erhoben hätten, die es ja etwa bei den "Scheiben" am Brühl durchaus gab. Der Bau hier gehörte zwar irgendwie dazu, aber ich weine ihm keine Träne nach.

  • ...im sockel stecken 2 geschosse-bei beiden varianten!!!
    wie man sonst beim durchzählen auf je 11 bzw. vorher 10 geschosse kommt muss man mir mal zeigen.
    der turm ist ein turm ist ein turm.... da gibts richtigerweise keine trauflinie und war auch nie gegenstand der diskussion mit der stadt.
    wieso höhe am brühl?
    wo würdet ihr denn die "messlatte" ansetzen wenn ihr der stadt ein möglichst geringen höhenzuwachs "verkaufen" möchtet....also ich würd dafür nicht den niedriegsten geländepunkt wählen dh. höhe ritterstraße.
    und so clever wird man bei unister schon längst sein...

  • Wir sind hier nicht auf dem Basar und feilschen um ein Bund Radieschen. Es geht nicht darum, an welcher Stelle man am geschicktesten die Meßlatte anlegt, um die Angaben in der Satzung so weit wie möglich dehnen zu können. Man sollte einfach mal auf die Traufhöhen der umliegenden Gebäude schauen. Wenn das dann paßt ist gut, wenn nicht, paßt das Gebäude eben wirklich nicht in die Blockrandbebauung.


    Wie das mit den zwei Geschossen im Sockel bei der unterschiedlichen Geländehöhe und der Gestaltung realisiert werden soll ist mir schleierhaft. Da bleibt ja für das untere Geschoß entlang der Goethestraße nach Süden nicht mehr viel Platz. Oder es wird eine Art Halbkeller, was natürlich auch sein kann. Es bringt aber nur sehr wenig, anhand dieser kleinen Darstellung und ohne weitere Pläne und Informationen hier nun noch weiter zu spekulieren.

  • bestens auf den punkt gebracht LE Mon. hist. !


    genau darauf wollte ich mit meiner rechnerei hinaus-das die zahlenspielerei gar nix bringt-denn wie die eigentliche nachbarbebauung an brühl und ritterstraße aussieht und wie dort der übergang geschafft wurde oder auch nicht- das erzählt die perspektive nicht und das panorama taugt dazu auch nur bedingt....
    blöder weise werden die zahlen aber immer als argument für den angeblich vorliegenden verstoß gegen irgendwelche verordnungen bemüht. und da würde ich mal sagen sind die informationen aus den medien, wie unser kleines hin und her zeigt, einfach zu unpräziese.


    das eg im süden hat halt die normale geschosshöhe wie der rest auch-da is dann nix mehr mit überhöhung wie man es sonst vielleicht kennt.
    schön ist aber anders.
    oder einbuddeln an der ritterstraße, so wie es das novotel am brühl macht...

  • Ähmn ich unterscheide aber schon zwischen DDR Moderne und Nachkriegsklassizismus. Du nicht? Die von Dir in C beschr. Gebäude hab ich nie kritisiert. Wäre nur das was da ursprünglich geplant war zu Ende geführt worden. Meiner Meinung zu den von Dir erwähnten Bauten am Chemnitzer Karl-Marx Forum hab ich im C Thread schon beschrieben. Ich sehe da schon Unterschiede zu dem was in Leipzig steht. Nicht nur in der arch. und städt. Qual., sondern eben auch weil diese Gebäude in Leipzig nur ein Bestandteil der Innenstadt sind. :daumen:

  • Es gibt in Leipzig eine ganze Reihe seinerzeit progressiver und als Einzellösung bemerkenswerter Bauten, die zufällig in die Phase der DDR fallen. 0815-Standardschablonen sind das nicht. Sie brauchen den Vergleich mit der zeitgenössischen Architektur im Westen nicht zu scheuen. LE mon. hist. hat sie im Wesentlichen schon genannt. Auch wenn viele sie aus welchen Gründen auch immer nicht mögen, ich finde den ehem. Uniriesen, das Gewandhaus oder beispielsweise auch den ersten Abschnitt der Bebauung der Windmühlstraße sowohl architektonisch als auf im städtebaulichen Kontext interessant und originell, natürlich ist da auch ein bißchen Gewöhnung im Spiel, aber nicht vordergründig. Zum Glück will sich niemand ernsthaft daran vergreifen. Auch die Alufassade der "Blechbüchse" gehört für mich dazu, aber aus dem besonderen Grund, dass das verkleidete ältere Gebäude durch die mehrfache Erweiterung diese eigenwillige Kubatur hat - nur in diesem Zusammenhang kommt die prägnante Wirkung zustande. Die anderen Kaufhäuser mit Wabenfassade (Dresden, Berlin) haben mir nie gefallen. Auch wenn ich den endgültigen Verlust der Hänselfassade (bis auf 15 Meter Alibi-Streifen) schmerzlich bedauere, bin ich mit der Erhaltung/Wiederherstellung der Fassade einverstanden und kann den Denkmalstatus nachvollziehen. All diese Bauten sind einmalige Zeitdokumente. Der Bürobau, über den wir hier reden (VEB Chemieanlagenbau, 1962-64), war das in keiner Weise. Es handelte sich um einen vollkommen trivialen Winkel, wie er so überall in der Republik gestanden haben könnte. Durch Mißachtung der Traufhöhe und der Blockkontur sowie die horizontale Betonung fiel er nur negativ auf. Dasselbe gilt für die Platten Reichsstraße, Brühlzentrum, die Interpelz-Scheibe, das unsägliche Bürogebäude BKL in der Grimmaischen. Ich hoffe, dass die alle bald verschwinden werden. So, das war jetzt alles ziemlich OT. Vielleicht brauchen wir einen eigenen Thread zu den DDR-Erbstücken in der Innenstadt.

  • Zurück zum Thema: die nächste Stufe der medialen Soap Opera wurde gezündet, IHK-Chef Wolfgang Topf schaltet sich in der Streit ein, bietet sich als Vermittler an und gibt zu Protokoll, dass "natürlich auch die städtebaulichen Rahmenbedingungen zu beachten seien" - nachzulesen in der LVZ. Auch die junge Union hat ihrem Senf dazuzugeben und bezeichnet die Innenstadtsatzung sowie das Baugesetzbuch als "bürokratische Spitzfindigkeiten". Von Unister wird immerhin auch Kompromissbereitschaft eingefordert. Ich frage mich, ob diese ganze breitgefächerte Zurkenntnisnahme gut ist. Damit wird Wagner doch noch ermutigt, genau auf diesem Kindergarten-Niveau seine Interessen weiterzuverfolgen. Was wäre eigentlich passiert, wenn alle kurz mit den Schultern gezuckt hätten und wieder zur Tagesordnung übergegangen wären?

  • Laut LVZ hat man sich nach einem Treffen von OBM Jung, zur Nedden, Unister-Chef Wagner und den Architekten Kalkof, wohl auf einen Kompromiss geeinigt. Bis Ende der Woche reichen die Architekten einen überarbeiteten Entwurf ein und die Stadt räumt einer schnellen Prüfung hohe Priorität ein. Außerdem hat der OBM in diesem Zusammenhang wiederholt angeboten den Wohnraum zugunsten größerer Büroflächen zu verringern.


    http://nachrichten.lvz-online.…s/r-citynews-a-17781.html

  • Das ist womöglich der entscheidende Punkt, dass die Reduktion der Wohnfläche (bisher Staffel- und Dachgeschosse komplett) eine Vereinbarung des vorgeblichen Platzbedarfes an Bürofläche mit der Volumenbegrenzung des Baukörpers möglich macht. Eine akzeptable Lösung, der offenbar auch nicht ganz neu ist (Zitat: "Darüber hinaus bot OBM Jung erneut an, die Wohnanteile [...] zu Gunsten der benötigten Bürofläche zu verringern.", Zitat Ende), wobei ich mir nicht sicher bin, ob das dem entspricht, was Wagner eigentlich beabsichtigt. Um den erhöhten Flächenanforderungen gegenüber dem Wettbewerbsergebnis zu entsprechen, wurden verschiedene Lösungen angeboten, die in der Pressemitteilung natürlich nicht näher skizziert wurden. Nach all der polemischen Stimmungsmache musste der OBM auch zu Kreuze kriechen (Zitat): "Der OBM sicherte zu, dass die Stadt Leipzig selbstverständlich das Vorhaben prioritär behandeln und eine zügige Abwicklung im Rahmen ihrer Möglichkeiten gewährleisten werde." Wagner war immerhin mal persönlich zugegen. Zuletzt ist festzustellen, dass auch die Redaktion der LIZ noch nicht weiß, welcher Entwurf den Wettbewerb gewonnen hat, und unter diesem Label den falschen zeigt.


    Hier die Mitteilung der Stadt.

  • Das Gebahren von Jungunternehmer Wagner, dem der schnelle Erfolg gehörig über den Kopf gewachsen scheint, finde ich so dermaßen peinlich, dass ich beinahe gewillt bin, diesen Thread hier ins OFF zu verschieben und aus Protest den Unister-Neubau nicht weiter zu verfolgen. Nicht minder peinlich wie befremdlich die Posse einiger auswärtiger Wirtschaftsdezernenten, die der Stadt in den Rücken fallen und Wagner den Hof machen. Und auch die LVZ macht einmal mehr als deutlich, dass sie als unabhängige, kritische Tageszeitung nicht viel taugt. Der Unterhaltunswert ist allerdings auch nicht zu leugnen...


    Eigentlich müsste die Stadt Wagner fallen lassen wie 'ne heiße Kartoffel. Das Theater um das Golfressort am Cospudener See und der mit lauter Rechtschreibfehlern gespickte öffentliche Brief, unverschämt wie entlarvend zugleich, haben schon gezeigt, dass mit dem Unister-Chef kein Blumentopf zu gewinnen ist. Wie soll das erst werden, wenn der Hochbau beginnt? Muss sich die Stadt von so einem egozentrischen Unternehmer vorführen lassen?


    Hier noch eine hochauflösende Visualisierung zum neuen Entwurf.