Zucker-Bär-Villa - [vor dem] Verfall [bewahrt]

  • Gerade wird das zweite Obergeschoss des Gebäudes errichtet. Der Neubau schreitet nun zügig voran! Ich hoffe, dass die abgerundeten Kanten der Fenster, sowie der Gebäudeecken umgesetzt werden! Oder teuscht das auf dem Entwurf?

  • Inzwischen hat sich auf dem alten zuckerbär-Areal ganz schön was getan. Die Gebäude zur Rotheburger Straße sind im Rohbau nahezu fertig. Sie werden das Gelände nach Westen hin schön vom Lärm abriegeln und dort Ruhe schaffen. Man kann aufgrund der rohen Betonbauweise eher wenig davon erkennen, wie es später einnmal aussehen wird. Anscheinend wird es Laubengänge zur Rothenburger Straße hin geben.
    Ingesamt wächst St. Leonhardt damit näher an die Innenstadt heran:




    Die Eigentliche Sanierung der Villa geht augenscheinlich eher schleppend voran. So sah das hier vor Wochen auch schon aus:





    Dabei ist die Umgebung so hässlich garnicht.




    Durchaus ansprechende Mietshäuser aus den frühen 20. Jhrd.:



    Schade, dass die Lage insgesamt eher weniger attraktiv ist. V.a. wegen des Frankenschnellwegs, einer als Autobahn wahrgenommenen Straße. Die Unterführung unter den Bahndamm hindurch anch Gostenhof ist auch alles andere als einladend.

  • 1. Richtfest

    Laut Pressebericht Link wird auf dem Zuckerbär-Areal seitens der Bauherren PP-Gruppe Richtfest für das erste fertig gestellte Gebäude direkt an der Rothenburger Straße gefeiert. Die weiteren Gebäude folgen dann nach und nach.


    Na ich bin ja mal gespannt wie sich das dort entwickelt. Die Gegend ist ja völlig geprägt von der sehr stark befahrenen Rothenburger Straße und dem Frankenschnellweg, sowie der Bahndammunterführung (Die wohl schlechter gar nicht aussehen könnte). Ingesamt eine sehr sehr ungemütliche Ecke, die wahrscheinlich stark davon profitieren würde, wenn der Frankenschnellweg unter die Erde käme. Und das gerade im dem Block direkt an der Straße, der eigentlich eher eine Lärmbarriere für das dahinterliegende Gelände darstellt, beherbergt Eigentumswohnungen, die bereits verkauft sein sollen.



    Ich versuch mal heut abend Bilder davon zu machen...

  • Der von dir angesprochene Eingangsbereich zur U und S-Bahn Rothenburgerstraße ist meiner Meinung nach, der wohl hässlichste Eingangsbereich zu einem Bahnhof, den ich deutschlandweit bisher gesehen habe! Ich verstehe vorallem nicht, warum dieser um Zuge der S-Bahn Erweiterng nicht aufgewertet wurde!?

  • Der von dir angesprochene Eingangsbereich zur U und S-Bahn Rothenburgerstraße ist meiner Meinung nach, der wohl hässlichste Eingangsbereich zu einem Bahnhof, den ich deutschlandweit bisher gesehen habe! Ich verstehe vorallem nicht, warum dieser um Zuge der S-Bahn Erweiterng nicht aufgewertet wurde!?


    Vielleicht kommts ja noch, aber dazu gleich mehr:


    Wenn man von dem Zuckerbär-Gelände richtung S-Bahnhof läuft, das sind nur schätzungsweise 150 Meter, kommt man noch an prächtigen Gründerzeitlern vorbei, die einen aus der Stadt kommend verheissungsvoll dartun, dass es sich mit St. Leonhardt eigentlich um einen sehr urbanen, lebendigen und Stadtnahen Bezirk handeln könnte. Ganz links sieht man den heute gefeierten Rohbau noch angeschnitten:





    Dort stehend befindet man sich eigentlich auch schon mittendrin, im Übel: Der S-Bahnhof. Errichtet in etwa 7 Meter Höhe auf der nagelneuen ICE-Strecke Fürth-Nürnberg, die auf 4 Gleise erweitert wurde. Ein moderner Beton-Zweckbau:



    Parallel dazu verläuft der 4-spurige Frankenschnellweg, der im Grunde genommen als Autobahn wahrgenommen wird. Damit haben wir an einer der Hauptausfallstraßen der Innenstadt (Rothenburger Straße, die hier als auf 3 Spuren verengte Einbahnstraße stadtauswärts führt) und einer Schnellstraße von regionaler Bedeutung eine der verkehrsreichsten Kreuzungen der Stadt mit viel LKW-Verkehr. Für die Anwohner sicherlich nur zeitweise erfreulich. Den ganzen Tag schieben sich da die Blechlawinen entlang.



    Den eigentlichen Reiz entfaltet der S-Bahnhof eigentlich erst wenn man unmittelbar dran ist:






    Die Barrierewirkung zum gegenüber liegenden Gostenhof entsteht durch den sehr schmalen Gehweg, der auf der einen Seite 1,5 Meter breit ist, und auf der anderen unter 1 Meter, kaum beleuchtet, irre laut und eigentlich sogar etwas klaustrophobisch.



    Ich denke aber dass mittelfristig die enge Bahnüberführung abgerissen wird, damit die volle Breite der Durchführung nutzbar wird. Dann wird der bahnhof sicherlich auch heller. Und ich schätze, dass das alles Baumaßnahmen der DB sind, und deshalb so lange dauern. Ein Foto von der anderen Seite aus Gostenhof gesehen:



    Solange das nicht entzerrt wird, bleibt die Gegend eine der ungemütlichsten und wenig attraktivsten der ganzen Stadt. In etwa 10 Jahren kann das völlig anders sein.

  • Wie kommst du denn darauf, dass die DB innerhalb der nächsten 10 Jahre an der Situation was ändern möchte? Ich glaube, die argumentieren damit, dass ja im Ballungsraum durch den vollständigen Ausbau der S-Bahn (inkl. neuer Reparaturwerkstätten etc) und dem neuen Bahnhofstunnel zum Nelson-Mandela-Platz eh schon so viel getan wurde. Daher sehe ich da eher schwarz :-(

  • Ich bin mir sicher, dass es da irgendwo schriftliche Vereinbarungen gibt, die das für einen zeitpunkt "x" festlegen, nämlich dann wenn sich Bund, Land, Stadt und DB mit ihren jeweils eigenen Angelegenheiten soweit ausgekäst haben, dass man starten kann. Von Seiten der Stadt mag das bspw. alles davon abhängen, wie der FSW dort gestaltet werden soll.

  • Update

    Die Restaurierung derZuckerbär-Villa hat deutlich sichtbare Fortschritte gemacht. Die Ziegelfassade wurde vom neuzeitlichen Putz befreit und aufgearbeitet, die Fenster sind drin und das Dach mit seinen Gaupen und den Turmhelmen macht auch einen fertigen Eindruck:




    Wird bestimmt ein Schmuckstück!


    Drumherum wachsen die schneeweissen Schuhkartons wie Pilze aus dem Boden. Der Block an der Rothenburger Straße ist schon fertig. Er soll sicherlich bei der Vermarktung der rückwärtigen Immobilien behilflich sein, denn er erfüllt schließlich die Aufgabe der Lärmbarriere zur vielbefahrenen Hauptstarße hin.



    Aber auch zur Wohlgemuthstraße wachsen die Gebäude in die Höhe. Der Block ist damit wieder fast komplett bebaut:




    Leider sieht der Bebauungsplan vor, die Sichtbeziehung zwischen der Zuckerbärvilla und der schmucken Jugendstil-Villa gegenüber zu verbauen. Würde man dort einen Platz vorsehen, meinetwegen mit einem Supermarkt im Erdgeschoss des südlich liegenden Neubaus, ergäbe sich eine fast einzigartige Platzanlage! Schade um die vertane Chance:



    Quelle: Hübsch & Ramsauer Architekten Nürnberg, Website: http://www.huebsch-ramsauer.de…zuckerbar-areal-nurnberg/ Stand: 16.01.2013


    Die Umgebung gefällt mir jedesmal. Ein fast unberührtes Gründerzeitviertel ohne ein einziges grob verschandeltes Gebäude. So zum Beispiel die direkt gegenüber liegende Bebauung:



    An der Fuggerstraße:


    Wenn gegenüber in den kommenden Jahren noch Nürnbergs modernstes Bildungshaus entstehen soll, könnte ich mir vorstellen dauert es nicht lange, bis das dortige Kleingewerbe (bayerns größte Dichte an Gebrauchtwagenhändlern) zunehmend verdrängt wird.

  • Seit dem Januar hat sich einiges getan. Die Villa ist äußerlich fast fertig gestellt und erstrahlt wieder in altem Glanz. Auch im Detail kann das Äußere überzeugen:




    Die Fenster sind echte Holzkastenfenster mit dem braunen Außenfenster (Winterfenster) und einem weißen Innenfenster. Die Regenfallsrohre sind aus Kupfer - wie die Dachgaupen, die mit zunehmendem Alter eine würdige Ausstrahlung erhalten. Auch die schmiedeeiserne Dachlandschaft kann überzeugen. Lediglich im Erdgeschoss und der Gründung muss noch einiges getan werden. Auch die Hauszugänge sind noch nicht in ihrer Repräsentationsfunktion wiederher gestellt.




    Der Knackpunkt bei dem Projekt sind halt die übrigen Neubauten, denen es nicht nur an der nötigen Eleganz und Attraktivität fehlt, um die Villa passend zu einem Ensemble zu ergänzen, sondern es fehlt auch wie bereits befürchtet an respektvoller Zurückhaltung. Der schneeweisse Plattenbaucharme der Neubaublöcke rücken der Villa ziemlich auf den Pelz und erdrücken sie. Vor allem den Würfel, der die Blickbeziehung zwischen der Villa Zuckerbär und der Villa Metz ein paar Meter weiter westlich verhindert, ist zuviel.

  • Das Projekt Zuckerbär nähert sich dem Ende. Die Villa wurde fertig gestellt und steht wieder wirklich schmuck da. Eingemietet hat sich offenbar auch schon jemaqnd, eine Firma Namens "seven M".




    Wenn man sich die richtigen Blickwinkel sucht, könnte man den Eindruck bekommen in einem herrlichen Stadtviertel unterwegs zu sein:



    Aber das war es auch schon, was mich an dem Projekt in Freude geraten lässt. Denn die übrigen Neubauten drumherum sind an Einfallslosigkeit und Banalität nicht zu überbieten. Weisse Schuhkartons wohin man guckt. Denn der Ersteindruck über die Rothenburger Straße ist dieser:



    Leider fehlt auch der in den Werbebroschüren gezeigte Schriftzug "Zuckerbär", der an dieser Fassade eigentlich angebracht werden sollte.


    Interessanterweise hat man den Riegel, den man zwischen die Villa Meck und die Villa Zuckerbär gesetzt hat, etwas anders gestaltet. In einem Mintgrün kommt das Gebäude daher und auskragendem Dach. Schade, hier hätte man deutlich mehr herausholen können, bspw. die anderen Riegel um ein Stcokwerk höher, und dafür eine charmante Platzanlage zwischen den beiden Villen... ist ja nicht so als gäbe es solche Platzsituationen in Nürnberg massenweise.


  • Vor allem schlimm ist der Block zwischen Zuckerbär und Jugendstilvilla. Aber gut. Sehen wir es positiv. Die Hauptmission die Villa vorm Verfall zu retten ist erfüllt. Die Gebäude außen rum werden sowieso nach 30-40 Jahren baufällig sein. Bis dahin wird dieser Banalismus hoffentlich überwunden sein. :lach:

  • Sehe ich ähnlich. Die beiden prächtigen Villen werden wieder gut und gerne 50 Jahre überdauern ohne nennenwerten Instandhaltunsgaufwand, während die Neubauten deutlich schneller vergammeln werden.

  • Dankogreen hat für die großartige Zuckerbär-Villa resümierend über die letzten rund 10 Jahre einen schönen und hervorragend bebilderten Beitrag auf seinem Blog veröffentlicht, der die Entwicklung schön nachstellt:


    https://gesichterderstadt.word…kerbar-im-sommer/#more-90


    Gut heraus kommt auch, dass zwar die tolle Villa herausgeputzt wurde, die Neubauten drumherum aber doch arg monoton gestaltet sind, und leider keinerlei Industriecharme versprühen, und somit meiner Meinung nach auch kein Glücksgriff waren was dieses traditionsreiche Industrieareal anbelangt.