Wirtschaft, Politik, Forschung, Gesellschaft

  • BERLINER WIRTSCHAFT WÄCHST ZUM DREIZEHNTEN MAL IN FOLGE ÜBER BUNDESDURCHSCHNITT

    berlins bruttoinlandsprodukt (BIP) ist 2025 um 1,1% gewachsen. damit liegt berlin deutlich über dem bundesweiten wachstum von 0,2% und belegt den 3. rang in der bundesländerreihenfolge.

    besonders positiv entwickelte sich das baugewerbe mit einem plus von 3,1%. auch der aussenhandel legte mit 6,1% deutlich zu. die exporte stiegen auf 18,1 mrd euro und zeigen, dass berlin international gut vernetzt und wirtschaftlich wettbewerbsfähig ist. dazu ein passendes beispiel: beim export nach indien verzeichnete berlin ein plus von über 20%! parallel zu den guten BIPwerten stiegen auch die durchschnittslöhne in der hauptstadt um 5,2% (real 2,9%).

    2025 gab es in berlin insgesamt 43.200 gewerbeneuanmeldungen (+ 2,7%). auch die startupbranche entwickelte sich positiv und verzeichnete 619 neue startups (+24%). damit konnte berlin seine spitzenposition vor münchen verteidigen.

    die startups in berlin erhielten 2025 insgesamt 2,7 mrd euro risikokapital (+ 23%)

    für 2026 rechnet wirtschaftssenatorin franziska giffey sogar mit einem BIP wachstum von 1,8%

  • Berlin laut Ranking wirtschaftsstärkste Stadt Deutschlands

    Zunächst einmal zwei Relativierungen:

    1. Das Ranking stammt vom Autovermieter Sixt Ride (Anlass sei, dass immer mehr Menschen "wirtschaftsstärkste Stadt Deutschlands" googeln würden). Tatsächlich berichten bisher auch ausschließlich ein paar bayerische Medien über das Ranking (vielleicht weil Sixt nahe München sitzt oder weil gleich zwei Bayerische Städte in den Top 10 stehen).

    2. Die Einwohnerzahl spielt eine entscheidende Rolle.

    Nun trotzdem kurz zum Ranking. Es gibt einen Index von bis zu 55 Punkten für BIP, relevante Firmen, sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Einwohnerzahl. Entsprechend sortiert es sich dann auch:

    1. Berlin: 54/55 Punkte für 3,78 Mio EW, 1,69 Mio Jobs, 178,92 Mia BIP und 869 Top-Unternehmen
    2. Hamburg: 52/55 Punkte für 1,91 Mio EW, 1,07 Mio Jobs, 148,29 Mia BIP und 1.084 Top-Unternehmen
    3. München: 47/55 Punkte für 1,51 Mio EW, 970k Jobs, 138,5 Mia BIP und 759 Top-Unternehmen (insbes. Allianz, BMW und Siemens)
    4. Frankfurt/ Main: 42/55 Punkte für 776k EW, 642k Jobs, 80,23 Mia BIP und 436 Top-Unternehmen
    5. Köln: 39/55 P.
    6. Düsseldorf: 33/55 P.
    7. Stuttgart: 32/55 P.
    8. Hannover: 22/55 P.
    9. Bremen: 19/55 Punkte für 577k EW, 299k Jobs, 32,77 Mia BIP und 198 Top-Unternehmen

      Nürnberg: 19/55 Punkte für 526k EW, 322k Jobs, 34,72 Mia BIP und 211 Top-Unternehmen

    Quelle u.a. der Merkur

    Für 5-8 fehlend aufgrund des bayerischen Fokus die näheren Angaben (das originale Ranking konnte ich nicht finden). Für mich persönlich wäre ja eher das BIP der wichtigste Indikator und dabei wäre neben der absoluten Summe auch noch das relative BIP pro Kopf relevant. Die Einwohnerzahl ist mE eher sekundär und die bei den Arbeitskräften wäre mE primär deren Qualifikation ausschlaggebend. Wenn man sich die nackten Zahlen so anschaut, beeindruckt mich vor allem Frankfurt, das wohl aber auch durch die vielen Pendler beachtliche Werte bei Jobs und BIP aufweist (Berlin bräuchte dafür rund 3 Mio Jobs und fast 400 Mia BIP). Aber auch Hamburg und München sind diesbezüglich (wenig überraschend) noch weit stärker als Berlin. Bei Hamburg beeindruckt mich ansonsten schon immer, dass es als einzige Stadt im Norden absolut auf Augenhöhe mit den stärksten Wirtschaftsregionen der Republik spielt. Da ist halt noch viel Luft nach oben für unsere Hauptstadt, auch wenn man zuletzt immerhin schon etwas aufholen konnte.

    Ansonsten ist mir persönlich aber leider auch aufgefallen, dass für Berlin zuletzt kaum noch Meldungen von namhaften Firmenansiedlungen oder größeren Investitionen die Runde machten. Man wächst jetzt eher in der Breite aber auch nicht mehr so sprunghaft wie noch vor wenigen Jahren (oder bereits beschlossene Investitionen entfalten sich). So haben auch Wirtschaftsvertreter geäußert, dass man auch mit einem für aktuelle deutsche Verhältnisse ordentlichen BIP-Wachstum von 1% pro Jahr keine nennenswerten Innovations- und Wachstumsschübe mehr erwarten darf.

    Was mich noch vorsichtig optimistisch macht, sind die anlaufenden Projekte wie der Siemens Square oder einige Level kleiner das Tesla Innovationszentrum aber auch (irgendwo dazwischen) die Amazon-Zentrale. Dazu kommt noch, dass demnächst u.a. echt prominente Bürotürme am Alex fertig werden, die vermutlich auch für prestigeträchtige Mieter attraktiv sein dürften. Trotz zunehmenden Büroleerstand gibt es ja die Erfahrung, dass attraktive (i.e. vor allem moderne und zentrale) Büroneubauten meist trotzdem weiter gut laufen und sich dann entweder eine bestehende Firma verbessert oder aber doch eine Neuansiedlung erfolgt.

  • ^Ach ja, fast vergessen aber in dem Zusammenhang ist es mir nun doch wieder eingefallen:

    Oxford Economics sieht Berlin bundesweit auf Rang 2 und perspektivisch auf der Überholspur

    Auch das britische Beratungsinstitut hatte sich (vermutlich etwas kompetenter) mit der selben Fragestellung beschäftigt und kommt zu einem etwas anderen - aber gerade für Berlin doch erfreulichen Ergebnis. Interessant hierbei ist, dass sich die Briten bewusst mit Wirtschaftsregionen statt lediglich Städten beschäftigen und neben Wirtschaftskraft noch Humankapital, Lebensqualität, Umwelt und Verwaltung als Indikatoren einbeziehen.

    Hier also zunächst auch mal das aktuelle Ranking (in Klammern steht der etwas weniger schmeichelhafte weltweite Rang). Da es dabei stand, habe ich es gleich mal auf den gesamten deutschsprachigen Raum erweitert:

    1. (16) Zürich
    2. (22) München
    3. (25) Genf
    4. (29) Berlin
    5. (36) Wien
    6. (39) Hamburg
    7. (42) Basel
    8. (48) Bern
    9. (59) Lausanne
    10. (62) Frankfurt
    11. (99) Düsseldorf

    Der Rest schafft es nicht in die globalen Top 100 und damit auch nicht ins Ranking. Und warum glauben die Analysten nun, dass Berlin plus Umland schon in näherer Zukunft an der Münchener Region vorbei ziehen könnte? Man attestiert der Hauptstadtregion eine "robuste wirtschaftliche Perspektive", eine hohe Attraktivität für junge (internationale) Menschen und einen zunehmend aufblühenden Kreativität- und Technologiesektor.

    Übrigens sehe ich aber auch dieses Ranking als angreifbar (biased) an. So stammen weit über 50 der Top 100 allein aus dem angelsächsischen Raum (39x USA und Kanada, 9x Australien und Neuseeland, 8x UK und Irland) mit New York, London und Paris als den Top 3. Dagegen schafft es aus China nur die ehemalige Kronkolonie Hong Kong auf Rang 72.

  • Tesla aktuell im Aufwind - 1.000 (+ 500) Jobs kehren zurück, Produktion läuft hoch, Batteriezellenfertigung läuft an
    Zuletzt gab es ja viele negative Spekulationen um Grünheide. Nicht nur hatte man zwischenzeitlich 1.500 weniger Jobs als zu Höchstzeiten. Es wurde auch von Überproduktion und einer potentiellen Gefährdung des Standortes geschrieben. Doch zumindest aktuell hat der Wind nun wieder gedreht: Die Autos werden in den verschiedenen Märkten (inkl. D und Europa) wieder deutlich besser gekauft (die Ölkrise und ein zuletzt etwas zahmerer/ weniger präsenter Elon Musk dürften geholfen haben). So will man nun die Produktion von 5.000 auf 6.000 Autos pro Woche - oder von 250.000 auf 300.000 Autos pro Jahr - erhöhen. Mit der aktuellen Ausbaustufe wären theoretisch 10.000 Autos pro Woche oder 500.000 Autos pro Jahr machbar. Außerdem sollen nun auch immer mehr Batterien vor Ort zusammen gebaut werden. Zugleich war das Unternehmen erfolgreich dabei, den Krankenstand massiv zu senken (2024: 17%, 2026: unter 5%). Bedient sich hierfür aber nach wie vor harter Bandagen. Nach Hausbesuchen wird nun die Lohnzahlung verweigert, wenn die Arbeitnehmer bei wiederholten Fehlzeiten nicht nachweisen, dass es sich je um eine Neuerkrankung handelt. Umgekehrt bemühe man sich aber auch um das Wohlbefinden der Arbeitnehmer: Aktienpakete, günstige Miet-Teslas, Fitnessstudio, Barber-Shop. Zuckerbrot und Peitsche also...

    Manche halten den aktuellen Aufwärtstrend zwar für ein Strohfeuer. Ich bin mir aber nicht sicher, ob es so schnell ein Back to normal gibt. Übrigens hat Tesla auch noch nicht die Pläne für eine Verdopplung der Kapazitäten auf 1 Mio Autos pro Jahr verworfen. Die Pläne liegen weiter in der Schublade und kommen dem Vernehmen nach zumindest in der theoretischen Planung und Prüfung (Genehmigungen) voran. Das halte ich zumindest für eine interessante und leicht überraschende Randnotiz. Denn bei Tesla kann alles in beide Richtungen sehr schnell gehen. Es ist ja auch gar nicht absehbar, was genau das Unternehmen in 5, 10 oder mehr Jahren überhaupt bauen wird. Angeblich beschäftigt man sich ja immer mehr mit Robo-Taxis und humanoiden Robotern - für die ebenso wie das angeblich fest geplante Kompaktauto aber auch der riesige Semi-Truck auch schon über Grünheide als Fertigungsstandort spekuliert wurde. Na ja, immerhin sollte ja bald der Entwicklungsstandort in Berlin entstehen und diese Zukunft ggf. dann mitgestalten. Auch wenn man schon seit längerer Zeit nichts mehr darüber hört. Aber auch das ist ja nicht ungewöhnlich bei Tesla...
    Quellen: Tagesspiegel, rbb24, b.z.

    Schwarz Digits sieht 11 Mia Projekt als Schritt zum Europäischen Cloud-Riesen
    Auch wenn man aus dem klassischen analogen Handel stammt, hat man offenbar tatsächlich ähnliche Pläne wie Amazon, die ja mit ihrem Ableger AWS inzwischen beachtliche Gewinne und Gewinnmargen erzielen, die sich vor den Zahlen der Konzernmutter nicht verstecken müssen. Auch Schwarz hat viel vor mit dem Ableger Schwarz Digits. Nicht nur stellt das Rechenzentrum im Spreewald die größte Einzelinvestition der Unternehmensgeschichte dar. Man will ein ganzes wirtschaftliches Ökosystem darum aufbauen und dann immer weiter damit wachsen. Wichtig ist es u.a., große Kunden zu gewinnen, was teils auch schon gelingt. Durch das belastete Verhältnis zur USA muss man inzwischen auch kaum noch groß Werbung machen. Interessant finde ich, dass man im Unternehmen selbst nicht nur amerikanische Software nutzt, sondern zumindest als Backup auch schon die von der Regierung geförderte Alternative Zendis openDesk. Dass allen voran mit AWS auch die Amerikaner selbst riesige Rechenzentren in Brandenburg planen, belebt mE nur den Wettbewerb. Und auch Schwarz selbst betont ja, dass man immer mehrgleisig fahren sollte.
    Quelle heise.de

    ASML weiter auf Wachstumskurs
    Bis 2028 entsteht mal wieder eine neue Halle mit rund 27.000 m² Fläche und das Unternehmen hat sich ja bereits weitere Reserveflächen gesichert. Schon jetzt arbeiten rund 1.900 Berliner für ASML und es wird Jahr für Jahr weiter expandiert. Es gehört nicht viel Phantasie dazu, dass die Niederländer schon bald fest in den Top 5 Industrieunternehmen der Stadt liegen und auch einmal in die Top 3 vorstoßen könnten.
    Quelle Tagesspiegel

    Ausblick: Es bleibt beim Wechselbad der Gefühle
    Für mich ist das Glas aktuell halb voll, da sich die Region in einer anhaltend mehr als schwierigen globalen Dynamik immerhin stabil behauptet und auch neue Wachstumsanker auswerfen kann. Sei es nun Siemens oder Tesla, Schwarz oder Amazon/AWS, SAP oder ASML. Zugleich bleibt bei mir immer der fade Beigeschmack, dass es mit etwas weniger Irrsinn in der Welt noch so viel mehr hätte sein können. Zumal die Stadt noch immer so großen Nachholbedarf hat und der Wohlstand auch noch längst nicht in der vollen Breite der Gesellschaft ankommt. In der Spitze kann Berlin durchaus schon oft gut mit anderen Regionen konkurrieren. Für die Masse der Menschen geht es aber an ihrer Lebensrealität vorbei, zumal die Mieten extrem gestiegen sind und zunehmend wieder mehr Menschen nach Arbeit suchen (wenngleich teils auch dem hohen Flüchtlingszustrom geschuldet und entsprechend von Analysten ein Stück weit erwartet).

    Einmal editiert, zuletzt von jan85 (3. Mai 2026 um 11:15)

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Na ja, immerhin sollte ja bald der Entwicklungsstandort in Berlin entstehen und diese Zukunft ggf. dann mitgestalten. Auch wenn man schon seit längerer Zeit nichts mehr darüber hört.

    Mutmaßlich läuft der Betrieb ab Mitte des Jahres langsam hoch. Zu Mitte Juli wird entsprechendes Personal gesucht.

    https://www.tesla.com/careers/search/job/268447

    https://www.tesla.com/careers/search/job/268065

    https://www.tesla.com/careers/search/job/268585

  • Solange Berlin auch nur einen Euro aus dem Finanzausgleich erhält, kann es gar nicht die wirtschaftsstärkste deutsche Stadt sein, weil die Leistung von Ausgleichszahlungen voraussetzt, dass die Wirtschaftskraft, Voraussetzung für das Steueraufkommen, unterdurchschnittlich ist. Zuletzt waren es noch über 3 Mrd EUR, die Berlin dafür erhalten hat, dass sein Steueraufkommen so unterdurchschnittlich ist. Irgendwie scheint den Rankings der Kompass abhanden gekommen zu sein.

  • Ja du hast Recht, wenn wenigstens die deutsche Börse oder die Deutsche Bank, nachdem die Teilung ja überwunden ist, wieder an ihren Heimatstandort zurückkämen sähe die Sache vielleicht schon etwas anders aus.

  • tunnelklick Du verwechselst da mE etwas. Bei diesen Rankings geht es tendenziell stärker um den absoluten Wert einer Stadt mit allen ihren Einwohnern (i.e. größere Städte haben mindestens einen starken Bonus). Bei anderen Rankings sowie auch den Ausgleichszahlungen geht es dagegen logischerweise primär um die relativen Werte der Wirtschaftskraft (oder BIP) pro Einwohner! Die Lebensverhältnisse der Menschen sollen unabhängiger von ihrem Wohnort werden, nicht die Wirtschaftskraft aller Städte soll gleich hoch sein unabhängig von ihrer Größe...

    Von der relativen oder proportionalen Wirtschaftskraft her liegt Berlin deutlich weiter hinten, z.B. auch hinter Düsseldorf, Stuttgart, Wolfsburg etc. Umgekehrt hat sich Berlin als Bundesland(!) betrachtet bzgl. relative Wirtschaftskraft ja inzwischen immerhin vor die Neuen Bundesländer und erste alte Bundesländer gesetzt (liegt aber deutlich hinter den anderen beiden Stadtstaaten Hamburg und selbst dem eher "armen" Bremen). Aber selbst hier könnte es auf Stadtebene und mit Fokus auf relative Wirtschaftskraft ggf. noch einige Städte mindestens auf Augenhöhe geben (habe leider gerade kein Ranking vor Augen, wo das verglichen wurde - aber Leipzig und Dresden oder Jena und Potsdam wären da durchaus vorstellbar, wenn man es noch weiter auf die Spitze treibt, auch eine Mittelstadt wie Schönefeld). Wenn man dazu auch noch das Preisniveau betrachtet, senkt das nochmal den Wohlstand bzw. die Kaufkraft der Berliner Bevölkerung.
    Also bloß keinen Neid. Und ja: Die Ausgleichszahlungen könnte man etwas wohlwollender auch als Rendite für die nach dem Krieg bzw. während der Teilung abgezweigten Wohlstandsmotoren betrachten. Ihnen verdankte Berlin einst seine Größe (die sich trotz wirtschaftlichem Ausbluten auch etwa hielt, ohne dass es je nochmal so boomte wie vorher) - und ihnen verdanken andere Regionen bis heute einen Großteil ihres Wohlstands.

  • Tesla will für Batteriezellenproduktion gut 200 Mio investieren und 1.500 Jobs schaffen
    Gemeinsam mit den kürzlich angekündigten 1.000 Jobs für das Hochfahren der Auto-Produktion ist das aktuell das eine ziemlich starke Entwicklung bzw. Trendumkehr. Zu Hochzeiten hatte Tesla ja bereits einmal 12.400 Mitarbeiter vor Ort, aktuell noch 10.700 (vorwiegend durch Nichtverlängern mit Leiharbeitern). Nun sollen 500 Leiharbeiter fest angestellt werden und 2.500 "neue" Jobs entstehen, was also auf erstmalig über 13.000 Angestellte und anteilig deutlich weniger Leiharbeiter hinaus laufen sollte. Parallel werden ja wohl auch einige Menschen in Berlin eingestellt (Zahlen habe ich bisher nicht gehört).
    Bemerkenswert ist auch, dass die Batteriefertigung mit den jüngsten Maßnahmen komplett neu aufgezogen wird. Bisher hatten 450 Mitarbeiter vorgefertigte Komponenten mit einer Kapazität von 8 GWh zusammen gesetzt. Künftig sollen dann rund 2.000 Mitarbeiter die komplette Batterie fertigen und dabei eine Kapazität von zunächst 18 GWh erreichen. Damit sollen dann wohl alle relevanten Prozesse von derBatteriezelle bis zum fertigen Elektroauto an einem Ort stattfinden und maximal resiliente Lieferketten gewährleistet sein. Laut Tesla sei dies zumindest für Europa dann einzigartig.
    Quelle rbb24

  • Stadtbildfreunde: Hier wäre jetzt mein Einsatz um wieder mal Gebetsmühlenartig darauf zu verweisen dass Sozialismus nicht funktioniert und Keynes nachweislich widerlegt ist, aber die Moderation hier löscht so etwas aus Prinzip. Es wird ohnehin so weitergehen, und irgendwann ist die BRD dann eben Pleite und die Unternehmen kaputt oder halt woanders. Bringt uns dann nur leider nichts.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    dass Sozialismus nicht funktioniert und Keynes nachweislich widerlegt ist

    Bullshit.

    ...aber einige User schreiben hier scheinbar aus Prinzip immer wieder offensichtlich Falsches. Und wenn die Moderation nichts unternimmt, dann geht das DAF eben pleite und die User kaputt oder halt woanders hin. Bringt uns dann nur leider auch nichts

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Bullshit.

    Danke. Die Grafik ist halt darauf angelegt, sie neoliberal auszuschlachten. Staaliche Ausgaben werden konsequent als "Konsum" bezeichnet, obwohl ein großer Teil in Investitionen (zum Beispiel in Infrastruktur) fließt und natürlich privaten Unternehmen zugute kommt. Ähnliches gilt für direkte und indirekte Subventionen.

    Dass die staatlichen Ausgaben in den "fetten Jahren" vor Corona so langsam wachsen, kann man auch als Problem identifizieren: Damals herrschte das Dogma von der Schwarzen Null, das sich heute in maroden Schulen, Schwimmbädern, Brücken, Bahnstrecken, etc. bemerkbar macht. Zur Krise von Außen (Pandemie, Kriege, Zollpolitik, wachsende Konkurrenz auf den Exportmärkten) kommt die hausgemachte Krise mit der kaputten Infrastruktur - die zu reparieren heute bei weitem mehr kostet, als es gekostet hätte, sie dauerhaft zu pflegen. Stattdessen hat z.B. die Bahn ihre Anlagen über Jahre mutwillig verfallen lassen, um Wettbewerbsfähigkeit zu simulieren. Mit den entprechenden Folgen, die sich jetzt in erhöhtem "Staatskonsum" bemerkbar machen.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Ja du hast Recht, wenn wenigstens die deutsche Börse oder die Deutsche Bank, nachdem die Teilung ja überwunden ist, wieder an ihren Heimatstandort zurückkämen sähe die Sache vielleicht schon etwas anders aus.

    Die Deutsche Börse ist genau da, wo sie hingehört (als Betreiberin der Frankfurter Wertpapierbörse, aus der sie erst 1990 entstanden/gegründet wurde). Die FWB gabs schon seit dem 16. Jahrhundert, worauf die Deutsche Börse auch ihre Geschichte bezieht.

    Ich weiss natürlich was du meinst, aber vielleicht sollten wir uns mal abgewöhnen mit historischer Bedeutung zu argumentieren, Geschichte ist nunmal wie sie ist.

  • ^

    Lufthansa und Allianz wären vermutlich bessere Beispiele gewesen aber Du hast Recht. Beim Blick nach vorne bringt das nichts. Als Berliner kann man auf einen endgültigen Umzug der Bundesbediensteten aus Bonn abheben, dies wäre zumindest ein reales Ziel.

    Dann fällt mir aber auf, dass sich Berlin vergleichsweise wenig bis gar nicht beim Bund über reales oder vermeintliches Benachteiligtsein beklagt, im Gegensatz zu weiten Teilen Ostdeutschlands. Entscheidend ist für mich dabei, dass die Wachstumszahlen seit Jahren über dem deutschen Durchschnitt liegen und dass die Wirtschaft der Region Berlin-Brandenburg sehr divers aufgestellt ist. An der Stelle hat Giffey Recht, wenn Sie sagt, dass Berlin die Deindustrialisierung schon lange hinter sich hat. Faktisch gibt es wenig Gründe in Berlin in die verbreiteten Untergangsszenarien einzustimmen.

  • Siemens wäre ja auch noch ein schönes Beispiel....

    Mayster hat natürlich Recht, einen Börsenplatz Frankfurt gibt es schon länger. Aber eben als Regionalbörse, so wie es mehrere Börsenstandorte in D gab und gibt. Der Bedeutungszuwachs kam erst mit den Abwanderungen aus Berlin ab 1945.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Dann fällt mir aber auf, dass sich Berlin vergleichsweise wenig bis gar nicht beim Bund über reales oder vermeintliches Benachteiligtsein beklagt, im Gegensatz zu weiten Teilen Ostdeutschlands.

    Das empfinde ich eigentlich ähnlich. Umso unklarer ist eigentlich warum immer mal wieder gerne dieses Berlin - Bashing mit einem Bezug zum Länderfinanzausgleich aufploppt.

  • Unbestritten, aber auch das ist eine selektive Wahrnehmung Ammfeld Der Bedeutungszuwachs von Berlin kam erst ab den 1850er-Jahren mit dem Aufkommen des Aktienhandels. Vorher gings um Währungen und Staatsanleihen, und das fand an anderen Börsenplätzen statt und nicht in Berlin.

    Bevor es zu off-topic wird - Was mich an der Argumentation hier im Strang mitunter stört, ist wenn die Zeit um 1900 oder 1920 als Naturzustand impliziert wird. In der Logik ist alles danach dann immer historisches Unrecht (was man dann irgendwie wieder kompensieren sollte). Als Erklärung vom Ist-Zustand, Finanzausgleich, etc., mag die Geschichte taugen, aber nicht um daraus Forderungen an andere Regionen abzuleiten.