Wirtschaft, Politik, Forschung, Gesellschaft

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    Nein - haben Sie vielleicht gemeint, aber nicht davon gesprochen. Sie meinten lediglich "arm" - ein nicht einfach belegter und unscharfer Begriff. So spricht man im Rahmen der Armutsgrenze durchaus nur vom Einkommen. Googeln Sie mal.

  • Auch wenn es hier nicht hingehört: Das Medianvermögen, taugt letztlich nur als Gradmesser, wie ungleich Vermögen (:/:) verteilt ist, welches nach CSWR im Durchschnitt bei weit über €200K liegt, im Median aber bei nur €35K. Beide Werte steigen aber durchgehend. Übrigens sind die Zahlen in NL fast identisch. Nur, dass in DE, und das wird gerne unterschlagen, ein fast bankrotter Staat dazu gekommen ist, was in Summe im Nettotransfer ungefähr €2Billionen gekostet hat.

    Gerade für so Superpatrioten ist es daher ein wahres Armutszeugnis, dass diese gesamtgesellschaftliche Leistung, die es weltweit vergleichbar so kein zweites mal gibt, nicht gewürdigt wird, tausende Faktoren unter den Tisch fallen gelassen werden, und lieber mit irgendwelchen willkürlich rausgepickten Zahlen dystopisch-schwazmalerische Stimmung einer angeblich grassierenden (echten) Armut gemacht werden soll, selbst wenn es nur um eine neue Brücke in Berlin geht.


    [Edit] Und jetzt sehe ich es erst: Sie leben ja auch in Münster. Das macht dieses falsche Geklage ja noch absurder, eingedenk der Stadt in der wir leben, und aus der wir hier schreiben.


    [Edit2] Ja, bitte vrschieben. Sorry.

  • Bei der wegen der Technikfeindlichkeit zu erwartenden weiteren Verarmung der Durchschnittsbürger wird der MIV ohnehin abnehmen - da braucht´s keine bürokratisch gesteuerte Verkehrswende. Schon jetzt gehören die deutschen Haushalte zu den ärmsten des EU-Raumes.

    Die Bertelsmann Stiftung hat heute eine neue Studie zum Thema Haltung der EU-Bürger gegenüber Innovation & Fortschritt veröffentlicht.

    Ergebnis: Rund 2/3 der Bundesbürger und damit den EU-Schnitt abbildend, sehen in den nächsten 15 Jahren positive Effekte durch Innovation und technologischen Fortschritt auf ihr Leben. Ebenfalls wünschen sich 2/3 der Befragten eine stärkere EU-weite Zusammenarbeit zur Innovationsförderung, insbesondere auch um im Vergleich zu den USA und China aufzuholen. Damit wäre laut Bertelsmann der oft unterstellte Fortschrittsskeptizismus der Deutschen ein wenig entkräftet.


    https://www.bertelsmann-stiftu…d-technischen-fortschritt


    Unbekannt ist mir jedoch der Zusammenhang dieses Themas zur Verarmung der Durchschnittsbürger.

  • ^^ Ganz lexikalisch gesprochen, wird unter einem Haushalt eine ökonomische Einheit verstanden, die sich unabhängig von der Anzahl ihrer Mitglieder durch einen einheitlichen Willen und einheitliches Handeln auszeichnet. Ein Privathaushalt oder auch Hausstand ist eine aus mindestens einer natürlichen Person bestehende Wirtschaftseinheit. Tatsache ist, dass die Haushaltsgröße, also die Zahl der Personen im Haushalt, europaweit sehr unterschiedlich ausfällt. In der EU sinds im Durchschnitt 2,3 Personen, in der Eurozone 2,2 und in Deutschland 2,0. Die Haushaltsgröße hängt von den Wohnverhältnissen ab, von der Altersstruktur (kinderreiche Gesellschaften haben mehr größere Haushalte als überalterte Gesellschaften mit einem hohen Anteil alleinstehender Rentner).


    Was besagt angesichts dessen, dass der eine Haushalt ein höheres Einkommen hat als der andere Haushalt. Eine völlig sinnfreie Information das.

  • Das deckt sich mit Meldungen zu geringeren Rückgängen der Wirtschaftsleistung in den neuen Bundesländern. Begründet wird dies dort mit einer wesentlich kleinteiligeren Wirtschaftsstruktur, die nicht ganz so stark von internationalen Schwankungen abhängig sei soll.

  • Wobei das primär heißen dürfte, dass Berlin relativ betrachtet, weniger Schaden nimmt/ weniger geschwächt wird als andere Standorte. Trotzdem hat man mehrere Jahre verloren, was Arbeitslosenzahlen oder Schuldenabbau angeht.


    Wirklich positiv ist dennoch, dass es u.a. mit BER, Tesla, Siemens und SAP erfreuliche Impulse gibt. Und unter der Hand wurde angekündigt, dass es in diesen Tagen noch mindestens eine weitere ähnliche Meldung geben wird (es gibt zudem wohl noch ein paar mehr spannende mögliche Projekte)...

  • In Summe kann man vielleicht sagen, dass dort wo die Riesen-Umsätze gemacht werden nun auch die Riesen-Verluste entstehen. Für ein wünschenswertes und solides Wirtschaftswachstum Berlins ist mehr Engagement von großen Konzernen aber notwendig und deshalb zu begrüßen. Natürlich wäre es schön, wenn aus den vielen kleineren Unternehmen Berlins einige große Player hervorgehen. Darauf alleine bauen kann man aber nicht.


    Ich hoffe, dass Gastronomie und Tourismus die Krise überstehen. Allerdings mehren sich auch die Zeichen, dass die Zeiten in denen Berlins Wirtschaft im Wesentlichen darauf fokussiert wurde (arm aber sexy) lange vorbei sind. Vielleicht werden wir das nach dem Ende der Corona-Krise deutlicher merken als bisher.

  • Berlin wird gestärkt aus der Krise hervorgehen,..

    Wie kann man aus einem negativ Wachstum gestärkt hervorgehen?

    Die Gastronomie hat gerade ihren Todesstoß bekommen. Der Einzelhandel und die Touribranche geht pleite, ganz zu schweigen von Kunst und Kultur.

    Das Baugewerbe besteht nur noch aus Wohnungsbau.

  • ^ Sieht man ja ganz hervorragend auf dem Mediaspree-Areal 🤷‍♂️ Auch wenn dir dieses Doomsday-Geraune richtig Spaß zu machen scheint, die Zahlen widersprechen dir und einen besonders guten Einblick in die ganzen Branchen scheinst du auch nicht zu haben.

  • Tesla baut Batterien in Brandenburg und entwickelt ein europäisches Kompaktmodell


    Laut diesem Bericht der Welt will Tesla in Grünheide nun doch eigene Batterien produzieren und dafür wohl sogar die größte Fabrik der Welt errichten (mind. rund 100 Gigawattstunden sowie max. bis zu 200 oder 250 Gigawattstunden). Auch dafür habe man deutsche Spezialisten für Fertigungstechnik übernommen. Wie schon bei der eigentlichen Autofabrik sollen auch hier hochinnovative Ansätze mit der Massenproduktion zusammen fließen (Model 3 und Model Y Made in Germany sollen angeblich völlig anders hergestellt werden als selbst für Tesla bislang üblich). In beiden Bereichen soll gerade die (Kosten-)Effizienz neue Maßstäbe setzen.


    Zudem soll ein völlig eigenständiges Kompaktmodell für europäische Innenstädte entwickelt werden. Musk will talentierte Entwickler anheuern und ihnen weitreichende Freiheiten einräumen. Es solle explizit keine Kopien von fertigen kalifornischen Entwicklungen geben.


    Bislang klingt das alles sehr ambitioniert aber durchaus ernst gemeint. Damit dürfte eine fünfstellige Mitarbeiterzahl für Brandenburg (darunter mutmaßlich aber auch viele Berliner) sowie eine vierstellige Mitarbeiterzahl für Berlin durchaus wahrscheinlich werden.


    Zusammen mit der großen, aufgewerteten Digitalabteilung der Deutschen Bahn sind das mal wieder sehr erfreuliche Nachrichten für den Standort.

  • Wickelt Daimler ältestes Deutsches Motorenwerk ab?/ Erste Details zu Teslas geplantem (aber noch nicht genehmigtem) Batteriewerk


    Als der immerhin 57 Jahre alte Direktor des Daimlerwerks Berlin Marienfelde kürzlich den Abflug zu Tesla machte, wurde das von vielen als ein deutliches Signal verstanden. Inzwischen wird immer deutlicher, was schon reichlich gemunkelt wurde: Zumindest mit Motoren hat Daimler im ältesten bestehenden Werk womöglich bald fertig. Und: Die Zukunft spielt woanders.


    Daimler Berlin auf dem absteigenden Ast?

    Der Niedergang des ältesten Deutschen Daimler-Motorenwerks in Marienfelde hat sich zumindest in dieser Dramatik lange nicht abgezeichnet. Noch im Jahr 2015 wurden hohe Investitionen für die Steuerung und Schadstoffverringerung von Verbrennungsmotoren beschlossen. In Berlin sollte nicht weniger als ein wichtiger Beitrag zur Zukunftssicherung des Verbrennungsmotors verantwortet werden. Inzwischen ist klar, dass der Verbrennungsmotor zumindest für BMW und Mercedes kaum eine Zukunft in Deutschland haben wird und immer mehr auf Billiglohnländer abgeschoben wird. Ein Trost für den Berliner Standort könnte darin liegen, dass man zumindest einige Jahre lang auch noch in Deutschland fertigen wird und ein komplettes Aus zumindest noch nicht offiziell beschlossen ist (auch wenn viele es nur noch für eine Frage der Zeit und der Ehrlichkeit halten). Ein weiterer Trost liegt zumindest für Teile der Belegschaft darin liegen, dass Daimler Berlin 2018 mit einer strategischen Entscheidung zum Teil seiner Elektrostrategie machte. Die 500 Millionen für die Antriebsstränge der EQ-Serie dürften jedenfalls deutlich zukunftssicherer sein als die 500 Millionen für die Verbrenner. Gleiches gilt sicherlich für das vielgelobte und sogar vollständig in Berlin entwickelte Bediensystem MBUX. Mit etwas Pathos ließe sich womöglich sagen, das klassische Herz von traditionelle Daimlerautos stirbt womöglich bald in Berlin - aber das moderne Herz der innovativen Daimlergeneration lebt zugleich in Berlin auf (wenn man Autos wie Tesla und VW zunehmend als fahrende Smartphones interpretiert, dann sind die Bediensysteme womöglich sogar noch entscheidender als zentnerschwere Antriebsstränge). Gewissermaßen kann man also die (mitunter gereizten) Aussagen der Daimlerbosse verstehen, dass der Konzern ja auch in den Standort investiere. Das gilt auch für das milliardenschwere Joint Venture NOW, welches Daimler und BMW erst vor wenigen Jahren in Berlin gründeten. Allerdings steht NOW inzwischen schon unter Profitabilitätsdruck und zeigt, dass man aktuell dringend eine tragfähige Strategie und einen langen Atem haben muss. Damit wäre die Frage in der Überschrift klar und eindeutig mit JAIN zu beantworten. Es ist nicht alles tot aber absolute Sicherheit ist bei Daimler und Co aktuell einfach nicht zu haben.


    Tesla setzt hohe Erwartungen in den Standort Berlin als Pionier für kommende Innovationsschübe

    Da die Investoren mehrheitlich auf Tesla wetten und trotz nur langsam anlaufender Profitabilität gerade erst zu einem 500 Mia Unternehmen gemacht haben, haben die ganz andere Sorgen: Wohin mit dem ganzen Geld und wie soll man das hohe Innovationslevel auch weiterhin aufrechterhalten? Inzwischen zeichnet sich ab, dass Tesla sein "Germany rocks!" nicht einfach nur dahingesagt hat, sondern ironischerweise wohl weit mehr Vertrauen ins Autoland Deutschland setzt als viele andere Stimmen. Nicht nur soll Berlin den Karosseriebau revolutionieren, auch die Skalierung sauberer, hochmoderner Trockenelektroden-Batterien soll ausgerechnet hier zuerst erfolgreich stattfinden (dass hier auch eine neue Lackiertechnik entwickelt werden soll, fällt da kaum noch ins Gewicht)! Die Fertigungsanlagen für diese Aufgaben existieren bislang noch nicht einmal aber zumindest entsprechende Spezialisten hierfür wurden in Deutschland und Europa teilweise bereits zugekauft oder als Partner gewonnen. Das Tempo bleibt atemberaubend. Gerade erst ergab eine Umfrage, dass eine Mehrheit Folgeinvestitionen durch Tesla erwarte, da veröffentlicht Musk mit der Batteriefabrik schon höchstselbst eine zweite milliardenschwere hauseigene Investition (und das Berliner Design- und Entwicklungszentrum kommt da ja auch noch hinzu). Wie wahnwitzig das Ganze ist, zeigt sich darin, dass bereits das erste Werk auf "Genehmigungspump" gebaut wird (theoretisch könnte im Dezember ein Rückbau aller Anlagen beschlossen werden) und das nun angekündigte zweite Werk noch nicht einmal offiziell beantragt wurde. Dennoch wage ich mal die vorsichtige Prognose, dass der Daimlerchef nicht der letzte sein wird, der von den deutschen Platzhirschen zu Tesla wechselt. Dass Tesla dabei gerade bei der Batteriefertigung auch hohe Fördergelder nutzen wird, sollte man nicht verschweigen. Aber die deutsche Konkurrenz tut das auch und mit etwas mehr Mut hätten sie hier auch weiter vorne dabei sein können.

    elektroauto-news.net

    electrive.net

    TeslaMag


    Fazit: Auch wenn Berlin/ Brandenburg einen Teil der bundesweiten Unsicherheiten und Einschnitte in der Autoindustrie abbekommt, spielt sich hier auch unglaublich viel von der hoffnungsvollen Zukunftsfindung des Automobilbaus ab. Im Gesamttrend wird der Standort für die Branche sogar sehr deutlich an Gewicht gewinnen.

  • ^ Vielen Dank für Deine wie immer sehr interessante Zusammenfassung wichtiger ökonomischer Entwicklungen in und um Berlin. Das klingt ja insgesamt, trotz einiger negativer Entwicklungen, sehr verheißungsvoll für den "Wirtschaftsstandort Berlin". Ich frage mich aber dennoch, ob diese von Dir mit dem schönen Wort "Genehmigungspump" bezeichnete Strategie von Tesla, auch ohne abschließende Genehmigung so viele Fakten zu schaffen, nicht etwas Erpresserisches hat: Ich investiere vorab soviel, dass Dir de facto gar nichts anderes mehr übrig bleibt, als das nachträglich de jure zu bewilligen, willst Du vor den Augen der Welt nicht eine unmögliche Figur machen.


    Wenn mit der Höhe der bereits getätigten Investitionen und ihrer Sichtbarkeit soviel Druck auf die Verantwortlichen gemacht werden kann, dass sie ein Projekt (wenn eine fertig gebaute Fabrik überhaupt noch als "Projekt" bezeichnet werden kann) kaum noch nicht genehmigen können, dann besteht hier für finanzstarke Unternehmen (und nur für sie) eine weitere Möglichkeit, sich gegenüber anderen einen Vorteil zu verschaffen.

    Dies ist, denke ich, bei aller Freude über dieses konkrete Projekt, ein Problem und eine (öffentliche) Debatte wert.

  • ElleDeBE Grundsätzlich hast Du sicher Recht. Die Politik auf Landes- wie Bundesebene hat hier früh klare Signale gegeben. Natürlich kann man zumindest einwenden, dass die Fläche durch BMW bereits grundsätzlich für ein eben solches Projekt vorbereitet wurde. Dennoch ist es etwas bedenklich, wenn der Investor (obgleich auf eigenes Risiko) bereits das Grundstück bespielt, während formell noch Beschwerden und Voraussetzungen geprüft werden.


    Es ist im Grunde nicht groß anders, als wenn die Politik schon früh weiß, dass sie kein Amazon im Quartier haben und ein Karstadt definitiv nicht repräsentativ erneuert und aufgestockt sehen wollen und daher nur noch eine formelle Rechtfertigung suchen. (Übrigens hat die verantwortliche Politikerin der Schöneberger Grünen kürzlich sogar auf der Liste einer Initiative gegen die Bebauung des Gasometer unterschrieben - wo doch gerade die Grünen großes Interesse an einer positiven Entwicklung der Deutschen Bahn haben sollten).


    Letztlich sind das mE zwei Seiten der gleichen Medaille aber im Zweifel würde ich gerade bei strategisch sinnvollen Projekten auch lieber etwas zu rasch den roten Teppich ausrollen als die Tür vor der Nase zuknallen (trotzdem fühle ich mich auch nicht 100% wohl mit dem Vorgehen)...


    Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass Brandenburg eine breite Debatte über zu großes Entgegenkommen führen will und wird. Insgesamt ist man viel zu stolz über die Ansiedlung und es ist wie Balsam auf eine geschundene Seele. Natürlich gibt es auch dort Proteste. Aber grundsätzlich sind das bahnbrechende Projekte, um die grüne Wende in der Wirtschaft zu meistern. Da ist man schon mal etwas (zu?) großzügig.

  • Causa Florian Schmidt brodelt tief unter der Oberfläche - Berlins politische Landschaft in der Krise?

    Florian Schmidt hat mE sehr, sehr großes Glück, dass die breite Öffentlichkeit im zweiten Coronajahr keine Nerven für weitere Nebenkriegsschauplätze hat. Die Aufmerksamkeitsökonomie kennt generell nur wenige große Themen und aktuell frisst Corona alles, wie auch schon Fridays For Future und Black Lives Matter zu spüren bekamen.


    Dennoch braucht es schon einige Chuzpe, um ausgerechnet einen Untersuchungsausschuss über systematische, potentiell hochgradig verantwortungslose Umgehung parlamentarischer Normen mit einem erneuten Versuch zur 'kreativen Umgehung' parlamentarischer Normen und Gepflogenheiten zu torpedieren. Eigentlich ein Skandal im bereits ausgewachsenen Skandal. Ich gehe erfahrungsgemäß mal davon aus, dass die Rettungsstrategie tatsächlich scheitern wird, dass es im Ausschuss zumindest ein wenig aufs Dach gibt, dass anschließend von diversen anderen Parteien (teils völlig berechtigt, teil aber aus reinem politischem Kalkül) gezetert wird, dass es aber auch aufgrund von Corona fast niemanden in dieser Stadt interessiert, dass die Grünen Herrn Schmidt anschließend irgendwie resozialisieren und neu einbinden und dass es dann bei den nächsten Wahlen ohnehin keinerlei Auswirkungen auf die Ergebnisse der Grünen oder seiner jetzigen Angreifer geben wird. Die Wähler der Grünen wissen überwiegend wohl ohnehin genau, wen und was sie da unterstützen und fühlen sich damit moralisch auf der richtigen Seite (ein selbst erklärter Robin Hood muss sich eben nicht an die Gesetze des Sheriffs halten, auch nicht wenn er gewissermaßen in Parallelrolle gleichzeitig gewissermaßen selbst auch noch den Sheriff spielt). Und wenn solche Sachen mehrfach ohne Abstrafung so laufen, sinkt der politische Druck immer weiter. Noch rede ich hypothetisch aber ich sehe Berlin in einer politischen Krise.


    Ein Teil des Dilemmas ist mE das Fehlen von Alternativen. Die Parteien in Koalition und Opposition, die den Grünen jetzt zu gerne einen strategischen Schlag versetzen möchten, bekommen seit Jahren selbst nicht viel auf die Reihe. Es wechselt eigentlich fast nur die Perspektive, wer es gerade wie sehr verbockt (es leicht bis mittelstark verbocken, ist ja fast noch gut) und wer aus Beobachterrolle darauf hinweisen darf (weil er es aktuell ja nicht besser machen muss). Ich bleibe bei meiner Wahrnehmung, dass Berlin einfach gut aufgestellte Landesparteien mit charismatischem und zugleich fähigem Personal fehlen. Gefühlt würde ich einige Grüne, Sozialdemokraten und Christdemokraten anderer Bundesländer bei entsprechender Wahl sofort nehmen. Aber vielleicht sind die anderen Wiesen auch nur immer aus der Ferne grüner als die eigenen...


    P.S.: Ich hoffe, der Beitrag war nicht zu pessimistisch oder gar zynisch. Ich kann mit unserer Landespolitik einfach schon lange nichts mehr anfangen (was ich selbst sehr bedenklich finde aber nicht wirklich ändern kann). Manchmal entlädt sich da Frust aber ich will natürlich auch niemanden damit nerven.

  • Du sprichst mir aus der Seele. Ob es die Drogenproblematik am Görlitzer Park ist, linksradikale in besetzten Häusern oder eine vernünftige Stadtentwicklung - ich kann nicht verstehen das die Berliner weiter so wählen.


    Ich hatte auch in live schon viele lebendige Debatten mit Tempelhofer-Feld Verweigerern, Antifa Sympathisanten & co aber es ist leider zum Haare raufen. Was ich aber auch feststelle: Wenn man die Zusammenhänge mal erklärt, sind viele durchaus offen zuzuhören. Aber das schafft scheinbar kein Oppositionspolitiker, gerade die politischen "Gegner" als Freunde zu sehen, die man einfach mitnehmen muss. Den Leuten die Angst vor den bösen, bösen Investoren nehmen, Entwicklung voranbringen und dafür sorgen das die Menschen ihre individuelle Chance in der Stadtentwicklung sehen. Das wäre die Herausforderung.

  • "Tempelhofer-Feld Verweigerer"? WTF?

    Das soll wohl eine Analogie zu "Maskenverweigerer" sein nehme ich an...

    Komm doch mal am Wochenende aufs Feld und erklär den Zehntausenden die dort ein wenig den Auslauf genießen dass sie "Tempelhofer-Feld Verweigerer" sind wenn sie nicht bereit sind diesen Freiraum unter Jubelrufen der Immobilienmafia zum Fraße vorzuwerfen...

    Ich kauf mir Popcorn und guck dir dabei zu.