Wirtschaft, Politik, Forschung, Gesellschaft

  • Friedrichshain-Kreuzberg ist zunehmend in aller Munde. Während die radikale örtliche Klientelpolitik in Berlin längst bekannt war, beschäftigen sich inzwischen auch immer mehr überregionale Medien mit der teils offen ideologietriefenden und rechtsbeugerischen Doppelmoral der Bezirksverwaltung (ich weiß, der 'Ideologie'-Vorwurf ist hier nicht gern gelitten, aber dann möchte ich gerne mal eine alternative Deutung hören). Interessanterweise prallt bislang aber alles an den Verantwortlichen ab und sie erfreuen sich weiter eines ungebrochenen Rückhalts. Von daher bin ich da auch etwas unentschlossen, inwiefern man so eine eingeschworene Republik in der Republik wirklich von außen 'bekämpfen'/ regulieren oder weitgehend sich selbst überlassen sollte. Problematisch wird es nur halt immer dann, wenn Letzteres wieder einmal über den Bezirk hinaus ausstrahlt.

    Hier ein Artikel aus dem Spiegel

  • Es gibt durchaus lokale Bewohner (nämlich mich), die keinerlei Rückhalt für solche Aktionen geben. Und es werden jeden Tag mehr Bewohner, denen diese ideologietriefende, selbstgerechte Politik ganz gehört auf den Nerv geht. Noch reicht es aber scheinbar nicht um in Fhain auch politisch etwas zu bewirken...

  • In der Natur gibt es einen Parasit, der sich "Toxoplasma Gondii" nennt und in der Lage ist Persönlichkeitsveränderungen auszulösen, die den Wirt in seinem Sinne manipulieren. Sein End-Wirt sind Katzen, er befällt aber auch Nagetiere und ist sogar auf den Menschen übertragbar. Befällt er z.B. Mäuse, manipuliert er dessen Geruchssinn, sodass sie ihre Angst vor Katzen verlieren und mit höherer Wahrscheinlichkeit gefressen werden, was ihn mit höherer Wahrscheinlichkeit an sein Ziel, also in die Katze befördert. Bei Menschen steht er u.a. im Verdacht Schizophrenie auszulösen.


    Ideologie ist "politisches Toxoplasma". Die Infektion eines Organismus mit einem Pathogen, das die Gedanken des Wirts manipuliert, sodass für die Erfüllung der pathogenen Ziele unnütze Gedankengänge deaktiviert werden und eine Selektion des Denkprozesses erfolgt, die den Wirt in einen Nährboden verwandeln soll, der seine Fähigkeiten als eine art "Diener an der Sache" (un)freiwillig zu beschränken und in kanalisierte Bahnen zu lenken hat. Oder um es in einem Satz zu formulieren: Ideologen machen sich zu Erfüllungsgehilfen eines parasitären Machtanspruchs, der sich ihrer geistigen Fähigkeiten bemächtigt und die Freiheit der Gedanken auf die Breite einer Paradestraße zu deamplifizieren versucht, um sein eigenes Überleben sichern zu können, weil er auf anderen Wegen nicht fahren kann.

  • ^ Durch welche Brille wird denn da wieder gelesen? Der obrige Text ist ausdrücklich nicht explizit auf die linke Bezirksregierung von Fhain gemünzt, sondern allgemein der Ideologie gewidmet, insbesondere und ausdrücklich auch den rechten Ideologien, Nationalismus, Chauvinismus, Faschismus ect.. weil jede Form von Ideologie einen totalitären Kern hat, den ich anhand dieser Metapher greifbar machen wollte.

  • Wir sind mE alle nicht frei von Ideologie, das ist wohl auch gar nicht möglich. Ich glaube Kant sagte einmal, der Mensch und sein Denken und Handeln sei determiniert durch die Struktur seiner Wahrnehmung/ seines Nervensystems. Kurz gesagt: Wir sind nie wirklich 'Herr im eigenen Haus'. Von daher ist die Analogie vielleicht nicht völlig falsch aber sie legt den Trugschluss nahe, dass nur bestimmte Menschen befallen sind und andere nicht.


    Für mich sind die Kreuzberger Grünen auch nur das Gleiche in Grün wie ein stramm 'wirtschaftshöriger' CDUler in einem der gutbürgerlichen Bezirke. Der Unterschied ist aber, dass in Kreuzberg zunehmend offen gegen demokratische Leitplanken verstoßen wird, die extra gegen ideologische Willkür eingezogen wurden und auch Druck auf Judikative und Exekutive ausgeübt wird (checks and balances also ausgehebelt werden).


    Allein, die dortige Bevölkerung weiß es und goutiert es mehrheitlich. Da bin ich wie gesagt ratlos. Wenn die Menschen sich wissentlich und bewusst mit großer Mehrheit die DDR oder das Dritte Reich 'zurückwählen' würden, könnte man sie letztlich auch nur schwer daran hindern. Ich selbst verfalle immer mehr auf die desillusionierte Ideologie des 'Kleineren Übels' für die ich meine Eltern einst noch bemitleidet hatte. Und ich plädiere für eine umfassende Bildung, die auch das latente Misstrauen gegen die eigenen Überzeugungen beinhaltet. Ich befürchte, dass sich sonst zunehmend unversöhnliche Extremlager bilden, die die Gesellschaft zunehmend spalten und einen Konsens immer weiter erschweren. Wobei in Kreuzberg ja wie gesagt ein relativ breiter Konsens zur Aufmüpfigkeit besteht. Wenn sich ein hoher Amtsträger im eigenen Onlineauftritt parallel auch noch als "Aktivist" bezeichnet, dann gibt das die Lage mE schon gut wieder. Deshalb ja auch meine überspitzte Bezeichnung einer Republik in der Republik. In Kopenhagen gibt es mW sogar offiziell eine anarchistische Republik. Vielleicht wäre das ja bald auch hier ein Ansatz aber dann bitte mit eigenem Wirtschaftssystem und eigener Verwaltung (mir tun die Polizisten etc. dort langsam wirklich leid)...

  • Mein Gefühl sagt mir, es gibt keine allgemeingülte Maxime, nach der das Handeln des Menschen auszurichten wäre, mit Ausnahme des kategorischen Imperativs. Moralisten liegen mit ihrer Einschränkung des Denkbaren ebenso falsch wie Universalisten, wie Hedonisten, wie Chauvinisten ect. weil all diese "Denkschulen" schon ihrem Wortstamm nach einen erzieherischen Anspruch in sich tragen, der eine Selektion anhand fundamentaler, für das jeweilige Glaubenskonstrukt unabdingbarer Dogmen vornimmt und damit den Horizont des Möglichen einschränkt, denn nur was denkbar ist, ist möglich.

  • Wir sind mE alle nicht frei von Ideologie, das ist wohl auch gar nicht möglich. Ich glaube Kant sagte einmal, der Mensch und sein Denken und Handeln sei determiniert durch die Struktur seiner Wahrnehmung/ seines Nervensystems. Kurz gesagt: Wir sind nie wirklich 'Herr im eigenen Haus'. Von daher ist die Analogie vielleicht nicht völlig falsch aber sie legt den Trugschluss nahe, dass nur bestimmte Menschen befallen sind und andere nicht.

    Im Prinzip* ja. Wobei Ideologie früher mal schlicht für "Weltanschauung" stand – die großen "Ideologien" des 19. Jahrhunderts waren der Liberalismus, der Konservatismus und der Sozialismus – eng verbunden mit den jeweiligen Klasseninteressen von Bürgertum, Adel/Klerus und Arbeiterschaft. Das hat sich verschoben, und heute wird Ideologie meist als falsches, verbohrtes und gefährliches politisches Denken verwendet. (Wobei seltsamerweise der Liberalismus, als Neo-, in vielen Köpfen inzwischen fasst den Rang einer Naturwissenschaft genießt, aber das führt hier zu weit.)


    In dieser Auslegung ist die Metapher der Krankheit schon angelegt, die Berlinier hier so absurd auswalzt – und damit wird es gefährlich, denn wenn andere Meinungen ihre Ursachen in einem "Parasitenbefall" haben, dann muss man deren Träger isolieren und mundtot machen, um den Parasiten zu stoppen, nicht wahr? Eine durch und durch totalitäre Metapher, die genau in den Denkformen ihren Ursprung hat, die Berlinier eigentlich bekämpfen will.


    Genau deshalb reagiere ich hier auf den Ideologie-Begriff immer so allergisch. Dabei fühle ich mir der Ideologie-Kritik nahe, wie sie in Deutschland vor allem mit Namen wie Horkheimer und Adorno verbunden ist. Auch für die ist Ideologie etwas falsches, aber nicht im Sinne einer Krankheit, sondern als – in gewissem Grade – notwendige Reflexionsform der gesellschaftlichen Verhältnisse. Diese Reflexionsformen haben stets einen wahren Kern, werden aber zu falschem Bewusstsein, weil sie andere Momente der Wirklichkeit ausblenden.


    In diesem Sinne könnte ich Berlinier hier etwa einen Hang zum Biologismus vorwerfen – also eine Denkform, die soziale Prozesse und menschliche Verhaltensweisen auf die Natur überträgt (wie z.B. Richard Dawkins in "Das egoistische Gen"), oder umgekehrt versucht, Erkenntnisse der Biologie zur Erklärung der Gesellschaft heranzuziehen (wie die Sozialdarwinisten, die aus der Evolutionstheorie eine Rechtfertigung für das "Recht des Stärkeren" ableiteten).


    Tatsächlich hat niemand die Wahrheit über die Welt in der Tasche. Niemand kennt die Lösung für alle Probleme. Wichtig ist, dass man sich dessen bewusst ist – auch und gerade in seinem eigenen Denken. Die Hausbesetzer in der Liebigstraße blenden das aus, das lässt sie für Außenstehende so vernagelt erscheinen. Berlinier anscheinend auch, denn sonst würde er nicht so auftrumpfend daherschreiben.


    * Kant ging es um etwas anderes: Bei ihm sind Denken und Wahrnehmung strukturiert durch den Sinnesapparat (Empirismus) und die Verstandeskategorien (Rationalismus). Über denen siedelt er – als "Herr im Haus" – allerdings die Vernunft an (die Formel, das Ich sei kein Herr im eigenen Haus, stammt m.W. von Freud). Sinne und Verstand sind bei Kant aber allen (gesunden) Menschen eigen und ähnlich, können also kein Grund für verschiedene Wahrnehmungen der Welt sein.

  • Architektenkind Stimmt, ich glaube ich erinnere mich. Ich habe mir von Kant immer mehr die Strukturdeterminiertheit gemerkt, weil mir das einleuchtet und das auch konsistent mit anderen Philosophen ist (z.B. mit dem Höhlengleichnis). Dass die Vernunft über unsere Sinneswahrnehmung, die ganze restliche Biologie mit Trieben, Instinkten, Hormonen und Emotionen sowie unser von der Sprache und ihren Begriffen geprägtes Denksystem herrscht, hielt und halte ich dagegen für recht optimistisch.


    BTT: Die Ideologie der Hausbesetzer ist das Eine. Das Andere und mE weit Schlimmere ist die im Spiegelbericht sehr treffend beschriebene Doppelmoral, dass ich dem Freund notfalls auch gegen geltendes (und im Falle der Bausicherheit auch extrem begründetes) Recht zum Vorteil verhelfe und dem Klassenfeind jeden auch noch so fragwürdigen Stock zwischen die Beine werfe. Selbst den anderen Parteien im Bezirk und dem Senat wurde ja wiederholt Sand in die Augen gestreut und die eigenen Beamten wie Hunde auf Linie gepresst. "Wir sind die Guten, wir dürfen das." Am Allerschlimmsten finde ich dabei aber, dass die Leute vor Ort so etwas noch mehrheitlich feiern und im Robin Hood Stile verklären. Ausgerechnet im vermeintlich ach so bunten Kreuzberg ist es längst nicht mehr weit her mit Toleranz und Gleichberechtigung den Andersdenkenden gegenüber bzw. diese werden stets nur als Einbahnstraße verstanden. Vor allem hat sich das Ganze über Jahre und Jahrzehnte so verfestigt und verstärkt, dass man da kaum noch eine Angleichung an andere Bezirke erreichen kann, wenn man die Zustände dort denn nicht einfach ignorieren möchte. Faktisch kann man aber auch schwer einen kompletten Bezirk sich selbst überlassen und zur 'rechtsfreien (bzw. vom Rest komplett autonomen) Zone' erklären. Das wird immer wieder Ärger erzeugen.

  • In dieser Auslegung ist die Metapher der Krankheit schon angelegt, die Berlinier hier so absurd auswalzt – und damit wird es gefährlich, denn wenn andere Meinungen ihre Ursachen in einem "Parasitenbefall" haben, dann muss man deren Träger isolieren und mundtot machen, um den Parasiten zu stoppen, nicht wahr? Eine durch und durch totalitäre Metapher, die genau in den Denkformen ihren Ursprung hat, die Berlinier eigentlich bekämpfen will.

    Sie führen mit dieser Deutung selbst den Beweis ideologischer Voreingenommenheit und unterstreichen meine Thesen unfreiwillig. Mitnichten war in meinen Ausführungen an irgendeiner Stelle davon die Rede, "Meinungen" unter dem Determinismus einer "biologischen Reinheit" zu selektieren oder gar "mundtot" zu machen, im Gegenteil, stellt der Text ein Plädoyer für die Freiheit der Gedanken dar, die Metapher ist hierbei lediglich das rhetorische Vehikel. Ich ziehe einen Vergleich, der ins Reich der Biologie führt und aufzeigen soll, dass "Denkverbote" jedweder Coleur eine Form fremder Bemächtigung des Verstandes darstellen, die dazu angelegt ist, eine art gedanklichen Außenposten zu installieren, um die Menschen im Sinne dieser jeweiligen Sache "fremdsteuern" und Gedanken unterdrücken zu können. An diesem Punkt endet die Analogie. Das ist kein "Biologismus" sondern, wenn überhaupt ein libertär-ulitaristisches Prinzip, was hier zugrunde liegt. Wenn in meinem Schaubild jemand zu der Überzeugung käme, andere "parasitärbefallene" isolieren und mundtot machen zu wollen, dann würde diese Person selbst ideologisch handeln und eine "parasitäre Agenda" verfolgen.


    Inspiriert wurden meine Ausführungen im Übrigen nicht von Josef Mengele, sondern u.a. von Terence McKenna, einem alternativen Vordenker, der im Wesentlichen über das Bewusstsein philosophiert hat und u.a. in der LSD/DMT Szene geschätzt wird. Für manche ein Drogenfreak, für mich einer der erfrischendsten Denker der neueren Zeit, der mitte der 90er Jahre bereits unsere gesamte moderne Welt vorausgesehen hat, inklusive youtube, facebook und google (auf youtube zu finden).

    Aber das ein Berlinier einen Alt-Hippie zum Anlass nimmt, um einen Text gegen Ideologie zu verfassen, diese Möglichkeit kommt in Ihrer Gedankenwelt nicht vor. Das ist scheinbar nicht "gefährlich" genug, um Ihrer ideologischen Programmierung entsprechend, a posteriori Urteile in den Raum werfen zu können. Und so kommt es, dass ein Text kontra die Totalität fremdgesteuerter (ideologisch motivierter) Denkmuster zum Anlass genommen wird, um dem Urheber "totalitäre Denkmuster" zu unterstellen. Für mich ein Lehrstück.

  • ^ Na, dann sind wir ja alle glücklich. Denn dass Sie mir – ganz unprogrammiert und frei, versteht sich – eine "Programmierung" unterstellen, bestätigt auch mich in meinen Annahmen. Schön, wenn man sich seine Vorurteile gegenseitig bestätigen kann. Und libertär-utilitaristische Prinzipien? Nun ja, Silicon-Valley-Denken*, halt. Die haben ja einige Hippies in der Ahnenreihe. Passt zu Ihrer Verehrung für Elon Musk und Ihren grenzenlosen Glauben an die heilsame Kraft der Technik. Mich schaudert es eher bei den ganzen Cyborg-, Superintelligenz- und Unsterblichkeits-Phantasien. Neben den neuen Nationalisten derzeit m.E. die gefährlichsten Leute der Welt.


    Aber lassen wir das. We agree to disagree. Nur in einer Sache müssen Sie sich entscheiden: Den kategorischen Imperativ und den Utilitarismus loben, das geht nicht zusammen.


    * Nennt man auch, nicht zu Unrecht, die "Kalifornische Ideologie".

  • Siemens Energy erweitert Zentrale und entwickelt Berliner Campus

    Auch wenn der Konzern weiterhin mehrere deutsche Verwaltungsstandorte betreiben will, wird der Standort Berlin sukzessive mehr Gewicht erlangen, an dem immerhin zwischen 5.000 und 6.000 von bundesweit über 20.000 sowie weltweit gut 91.000 Angestellten arbeiten. So sollen sukzessive zentrale Bereiche in Berlin angesiedelt werden, wobei die genauen Zeiträume und Standorte noch geklärt werden.


    Eine ganz besonders wichtige Rolle in den Plänen des Konzerns spielt hierbei definitiv der historische Produktionsstandort an der Huttenstraße in Moabit. Nicht nur wird erwartet, dass viele der Siemens Energy Leute aus der Spandauer Siemensstat hierher abgezogen werden. Vielmehr zeigen sich auch hoch spannende Parallelen zur Entwicklung des Spandauer "Siemensstadt 2.0" Campus. So hat der als Chef mitgewechselte Kaeser nun auch für das abgespaltene gleich ein zweites Mal einen Vorvertrag zur Campusentwicklung mit dem Senat abgeschlossen, wonach der Senat planungsrechtlich bei der Umwandlung eines reinen Industrieareals in ein gemischtes Gewerbegebiet und in Fragen des Denkmalschutzes unterstützt.


    So soll u.a. in einem alten Industriegebäude Raum für 650 Bürojobs (mutmaßlich zentrale Verwaltungsjobs!) geschaffen werden. Ob auch der Hauptsitz des Konzerns hierher zieht, ist wohl aber noch nicht (offiziell) beschlossen. Wie in Spandau könnten sich zudem neben neuartigen Produktionsstätten auch Forschungseinrichtungen und Startups ansiedeln. Nur Wohnungen sind trotz direkter Spreelage wohl ausgeschlossen.


    Manche befürchten, dass Siemens Energy hierdurch auch ein erstes Signal zum Abgesang des Geschäfts mit großen Gasturbinen anstimmt, für das der Standort Huttenstraße bislang primär steht. Es wird zwar noch darüber gestritten, ob dieser Sektor durch sauberes Gas oder auch Wasserstoff noch eine Zukunft haben könnte. Aber die aktuell ungewisse Situation mit zuletzt rückläufigen Aufträgen gefällt Unternehmen und Anlegern nicht. Allerdings ist man an der Huttenstraße ohnehin zu 60% mit langfristigen Serviceverträgen für Bestandsanlagen in aller Welt ausgelastet und hat zudem bereits viel Knowhow für die innivative saubere Nutzung der Großturbine entwickelt. So erklärte Siemens Energy gegenüber dem Senat auch, das Turbinenwerk am Standort zu erhalten aber Flexibilität für die Entwicklung des Unternehmens schaffen zu wollen. So oder so halte ich es für äußerst sinnvoll, dass man sich in mehrere Richtungen aufstellt (man sieht ja an der Auto- und deren Zuliefererindustrie, wie hart es binnen relativ kurzer Zeit kommen kann).

    Morgenpost zum Ersten

    Morgenpost zum Zweiten

  • Läuft doch. Jetzt noch Lufthansa und Allianz mit Hauptsitz in Berlin und dann wären wir in Berlin wieder komplett :-)

    Scherz beiseite. Für das Gasturbinenwerk ist der Standort in der Innenstadt nicht wirklich ideal. Die neue Straßenbahnstrecke zur Turmstraße, so denn sie tatsächlich kommen sollte, wird zum Beispiel für die Kreuzung Turmstraße/Stromstraße eine äußerst aufwendige Vorrichtung erhalten, die die Oberleitungen zeitweise anheben kann, damit Transporte von Turbinenteilen stattfinden können. Standort Berlin erhalten kann auch heißen, dass man im Umland nach geeigneten Flächen sucht. Denkbar wäre ja auch ein Standort mit Anschluss an eine Wasserstraße für umweltfreundliche Transporte. Aktuell erhält Berlin eine neue Straßenbrücke aus Deggendorf auf dem Wasserweg. Eine Abwanderung aus Berlin wäre natürlich schlecht.

  • Das wohl aktuellste, unsinnige rotrotgrüne Aktionismusprojekt, die Berliner Sperrstunde ist offenbar vom Gericht gekippt worden (Das Alkoholverbot ist hiervon ausgenommen, es geht um das pauschale Verkaufs&Bedienverbot, das sich auf jegliche(!) Waren und Dienstleistungen erstreckt). Das sind gute Nachrichten. Gibt es eigtl. irgendeine Entscheidung dieses Senats, die noch nicht von Gerichten kassiert worden ist oder kurz davor steht von Gerichten kassiert zu werden?


    https://www.spiegel.de/politik…c1-42b1-bba1-1c6b7ad85197

  • Nachdem die Sperrstunde auch von Merkel, Söder und vielen weiteren Ministerpräsidenten mitgetragen wird, würde ich das mal nicht als "RRG-Aktionsmusprojekt" bezeichnen. Die Coronamaßnahmen sind kein politisches rechts-links Schlachtfeld.

  • ^

    Nun, man muss hier unterscheiden zwischen einem Alkohol und Feierverbot (sinnvoll) und einem pauschalen Verbot auf jegliche Waren und Dienstleistungen (unsinnig) wie es in Berlin verhängt wurde. Leute, die Nachts allein zur Tanke gehen und sich ne Packung Tabak, ne Rolle Klopapier, Taschentücher oder nen Liter Milch an einem vollverglasten Nachtschalter mit Schubfach holen (0-Kontakt), sind mit Sicherheit keine Corona-Spreader. Selbiges gilt für die 24std Kioske, die verkaufen bei weitem nicht nur Alkohol an Feiervolk, sondern decken auch Teile des täglichen Bedarfs ab.


    Auch Gaststätten pauschal wie Diskotheken zu behandeln scheint unfair. Viele verkaufen Nachts auch blos Currywurst o.Ä. an Leute, die z.B. Nachtschichten schieben müssen. Solchen Gastrobetrieben, die tagsüber weitaus voller sind, Nachts den Betrieb zu untersagen, ergibt wirklich keinen Sinn. Das erfüllt für mich die Definition von politischem Aktionismus.


    edit: Ideologie ist es hier glaube ich auch nicht, aber es fällt auf, dass RRG scheinbar eine Schwäche entwickelt hat, Gesetze so zu formulieren, dass sie vor Gericht nicht gleich wieder einkassiert werden.

  • Mir wäre jetzt auch nicht bekannt, dass gerade die Sperrstunde in die Ideologie von RRG fällt. Die lassen doch eher vieles laufen und hatten vor Corona nie ein Interesse an dergleichen. Nur steht man gerade in manchen Bezirken zunehmend mit dem Rücken zur Wand, sodass die Entwicklung im schlimmsten Fall in Richtung zweiter Lockdown steuert. Da kann ich die Sperrstunde sogar noch irgendwo nachvollziehen, auch wenn sie ggf. wirklich zu pauschal ausgerichtet war.


    Anders herum ist es ja bei dem Beherbergungsverbot, das u.a. Berlin, Bremen und NRW von vornherein abgelehnt hatten und das jetzt nach und nach von Gerichten aufgehoben (Baden-Württemberg, Niedersachsen) oder 'freiwillig' bzw. proaktiv aufgegeben (Sachsen, Saarland, Bayern, Hessen) wird. Da geht es mE tatsächlich auch weniger um Parteilinien (obwohl manche Landesparteien auch das politisch ausschlachten wollen), sondern mehr um individuelle Überzeugungen.


    Alles in allem eine ganz schwere Kiste und im Zweifel kaum fundiert zu bewerten. Intuitiv finde ich eine Sperrstunde (oder zumindest nächtlichen Alkoholverbot) aber doch weitaus sinnvoller als Beherbergungsverbote. Irgendwann brechen uns sonst mindestens die Behörden weg, wenn es immer so weiter geht. Im schlimmsten Fall kann es aber für uns alle wieder richtig hart werden und dann gehen neben den menschlichen Dramen sogar noch mehr Jobs kaputt. Sch... Zeiten, die wir jetzt gemeinsam überstehen müssen.

  • Nun kommt also zunächst einmal ein Lockdown Light. Die besonders betroffenen Betriebe erhalten 70 bis 75 Prozent der Einnahmen aus dem Vorjahresmonat November 2019 erstattet. Eine teure aber mE sinnvolle Lösung.


    In den letzten Wochen habe ich besonders die Situation der Intensivstationen verfolgt. In Berlin sind aktuell schon rund 12,7 Prozent der Betten mit Covid-19 Patienten belegt und diese Zahl nahm zuletzt täglich um ca. 1 Prozent zu (davor waren es lange nur ein paar Prozent mit sehr langsamem Anstieg). Also ist schon jetzt jedes 8. Bett mit einem Corona-Infizierten belegt bzw. jeder 7. Patient der Intensivstationen ist wegen Corona dort (bei einer Auslastung von zuletzt 85 +/- Prozent). Wir stecken jetzt erkennbar in einer steigenden e-Funktion.

    Auch wenn die Zahl der Betten notfalls noch deutlich erhöht werden kann und es wohl auch noch gute Personalreserven gibt (obgleich auch dort mit Ausfällen durch Infektionen zu rechnen ist): Ein weiterer exponentieller Anstieg von Herbst bis durch zum Frühjahr wäre wohl kaum durchzuhalten. Von meiner Arbeit an den Schulen weiß ich, dass es inzwischen überall schon mehrfach Fälle und Teilquarantänen gibt, die aber nicht an die große Glocke gehangen werden und es zum Glück trotzdem relativ normal weitergeht. Ich hoffe wirklich sehr, dass es diesmal nicht zu einem kompletten Lockdown inklusive Schulen und Kitas kommen muss. Für viele Schüler wäre das eine Katastrophe. Die Wahrscheinlichkeit ist leider durchaus da. Hoffen wir trotzdem das Beste.

  • Bei der wegen der Technikfeindlichkeit zu erwartenden weiteren Verarmung der Durchschnittsbürger wird der MIV ohnehin abnehmen - da braucht´s keine bürokratisch gesteuerte Verkehrswende. Schon jetzt gehören die deutschen Haushalte zu den ärmsten des EU-Raumes.


    Zur Verkehrsplanung:
    Durch die Staßenführung am Molkenmarkt mit seiner abknickenden Vorfahrt und dem dort bereits vorgesehenen engeren Straßenquerschnitt sowie der kommenden neuen Trasse an der Getraudenbrücke ist eine Entschleunigung und Reduzierung des Verkehraufkommens vorprogrammiert.
    Allerdings werden vor und hinter der Mühlendammbrücke derzeit noch vierspurige Fahrbahnen in den Planungen ausgewiesen.
    Wenn, dann muß der gesamte Verkehrsstrang von der S-Bahn-Brücke nahe dem Alex bis hin zur Verengung an der Querung Charlottenstraße in einem Zuge geplant werden.

  • Median verfügbares Haushaltseinkommen Schon jetzt gehören die deutschen Haushalte zu den ärmsten des EU-Raumes.

    Das ist schlichtweg nicht korrekt. Ich freue mich, wenn von Ihnen- auch polemische- Einwürfe zu Architektur, Stadtgestaltung etc. kommen. Aber Ihre immer penetranter vorgetragene Abneigung und Verächtlichmachung von Land, Leuten, Politik und Regierung ärgern mich mittlerweile über alle Maßen. Das ist hier nicht das Welt-Online-Forum und nicht die Druko-Abteilung der Springer-Twitter-Präsenz.