Wirtschaft, Politik, Forschung, Gesellschaft

  • ^^ Also ich lese hier immer mit. Ein bischen Jubel ist auch für nüchterne Preussen ab und zu erlaubt. :)


    Das mit der Exzellenz-Initiative ist natürlcih fein, obwohl der Nutzen immer wieder umstritten ist. Eine gewisse Schadenfreude ob der verlorenden "Elite" gerade im Bundesland was bei der ersten Initiative am lautesten die Fresse aufgerissen hat, kann ich mir auch nicht verkneifen. Aber wie gesagt, der Elite-Status ist wegen der geringen Geldmenge eher symbolisch.

  • Also, ich finde im Schnitt ca. 40 Mio extra pro Jahr nicht gerade wenig... Streiten kann man sich aber sicher darüber, inwiefern das die Uni in der Breite verbessert oder nur in die Speerspitze (Aushänge-Projekte) fließt. Bei der FU war jedoch mW bisher beides der Fall.

  • ^^ Viel interessanter finde ich den Hinweis in diesem Artikel, dass der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH zugestanden worden ist, den Namen 'Willy-Brandt' nach 15 Jahren wieder zu ändern.

  • Fiskalpakt bringt Berlin Entlastung

    Der Fiskalpakt wird Berlin und den anderen Bundesländern bzw. deren Kommunen indirekt Entlastungen bescheren. Diese haben ihre Zustimmung nämlich an Bedingungen geknüpft und den Bund so geradezu "erpresst", sodass er einige dicke Haushaltspunkte künftig zum Teil oder sogar komplett übernehmen muss. Einiges wird dabei erst schrittweise an den Bund abgegeben. Einige der interessantesten Zahlen für Berlin, zunächst unter Vorbehalt von Änderungen:


    -Eingliederungshilfen für Behinderte: zunächst 1/3 der jährlichen Gesamtsumme, also allein ca. 200.000.000 pro Jahr (langfrisitg evtl. sogar die kompletten 600 Mio)
    -Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung zunächst anteilig (2012: 92 Mio; 2013: 194 Mio) und ab sogar 2014 komplett: über 400 Mio jährlich!!!
    --> 600 Mio bis 1 Mia pro Jahr die Berlin ab 2014 jährlich (ziemlich) sicher sparen wird!


    Hinzu kommen wohl Hilfen für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs (zunächst keine Zahlen) sowie den Ausbau und Betrieb der Kitas (hier könnte Berlin als bereits vergleichsweise gut aufgestelltes Land aber nahezu leer ausgehen). Eine echte Hilfe hingegen dürfte sein, dass Berlin durch künftig gemeinsame Anleihen von Bund und Ländern von niedrigeren Zinsen profitieren dürfte, so die Zinsen nicht unter dem Fiskalpakt und dieser Regelung leiden (bisher liegen Zinsen für bundesdeutsche Anleihen nahezu auf Nulltarif).


    Es sieht also erst einmal so aus, als könne Berlin nach zuletzt sinkender Arbeitslosigkeit und Neuverschuldung sowie unerwartet stark steigenden Steuereinnahmen weiter Boden gut machen. Ein ausgeglichener Haushalt dürfte damit fast schon in realistische Nähe rücken. Ich hätte nie gedacht, dass ich in so naher Zeit auch nur darauf hoffen könnte. Wenn man jetzt noch durch die neuen Anleihen umschulden und so den jährlichen Schuldendienst drücken könnte. Vielleicht wird Berlin noch zu meinen Lebzeiten den Schuldenberg etwas abtragen können, statt ihn weiter exponentiell anzuhäufen. Anderen Ländern und Kommunen könnte es dann ähnlich gehen. Nur der Bund muss dann wiederum sehen, wie er trotzdem noch einen ausgeglichenen Haushalt schaffen will.


    Quelle: http://www.tagesspiegel.de/ber…d-foerdern/6797080-2.html

  • Kuhhandel

    Der Fiskalpakt wird Berlin und den anderen Bundesländern bzw. deren Kommunen indirekt Entlastungen bescheren.


    Wo kein Gesetz, da kein Kontinuitätsgebot. Bisher sind das alles nur vage Zusagen, aber wenn das reichen soll um die Länder vom Fiskalpakt (einem der vermutlich einschneidensten Gesetze seit Bestehen der BRD) zu überzeugen kann sich Angie ja freuen. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass der Bund Geld verschenken will und erwarte bestenfalls ein Nullsummenspiel.

  • Eine Post zu meiner Meinung über den Fiskalpakt ... ich lasse es bleiben. Lieber kehre ich zum Thema zurück. Der Anlass dazu liegt in folgender Nachricht: Link
    Die kurze Zusammenfassung: Rolls Royce baut einen Prüfstand für große Triebwerke in Dahlewitz. Das Gebäude für 90 Mio. EUR wird 8.000 qm Grundfläche haben und 2014 eröffnet werden und jetzt war der erste Spatenstich mit den üblichen Verdächtigen aus der Politik.

  • Neues Gesetz in Berlin geplant?

    Wie man der Morgenpost entnehmen kann, plant der Senat bis zum Ende des Jahres ein Gesetz zur Linderung der aufkommenden (relativen) Wohnungsknappheit. Demnach soll eine Zweckentfremdung von Wohnflächen unter Strafe gestellt werden. Das Ziel des Ganzen ist es, preiswerten Wohnraum auch in den Innenstadtlagen zur Verfügung zu stellen.


    Gleichzeitig fällt in der Morgenpost der Hinweis, dass damit eine Handhabe gegen den Abriss von Bestandshäusern zugunsten von Neubauten geschaffen werden soll.
    Im Grunde halte ich letzteres für einen Skandal. Denn, wenn das so stimmt, stellen sich mir zwei Fragen:


    1. Inwieweit ein solches Abrissverbot dem eigentlichen Ziel dienlich ist: Schließlich wird damit ja nicht die Ursache (nämlich das im Vergleich zur Nachfrage kleinere Angebot an zentral gelegenem Wohnraum) bekämpft. Der (Preis-)Druck auf die begehrten Lagen bleibt somit bestehen, was dann wohl dazu führt, dass die Bestandsbauten renoviert und höherpreisig vermietet werden. Insofern geht das Gesetz am eigentlichen Problem vorbei.


    2. Was sind die langfristige Implikationen des Gestzes: Wenn nach und nach die Brachen in der Stadt verschwinden bleibt mit einem solchen Abrissverbot schlicht keine Möglichkeit mehr für Neubauten in der Stadt. Alle Gebäude hätten ja quasi einen Bestandsschutz. Im Worst-Case-Szenario wäre damit wohl keine wirkliche städtebauliche Entwicklung mehr möglich. Dies tut m.E. insbesondere weh, da es in Berlin noch zahlreiche Ecken gibt, die im Laufe der Zeit eine städtebauliche Entwicklung gut vertragen würden.


    Weiß einer mehr dazu? Kommt das wirklich so?
    Für Kommentare, Anregung und Gedanken bin ich dankbar.

  • ^
    Die taz sieht die Initiative von Müller als 1. Schritt in die richtige Richtung. Lange habe der Senat sich aus dem Wohnungsmarkt herausgehalten und der stetigen Verknappung von Wohnraum in der Innenstadt zugesehen. Nun sende er Signale aus, dass es so nicht weitergehen könne.


    Artikel 1 taz
    Artikel 2 taz

  • ^^
    Die Bestandswohnungen zu erhalten und gleichzeitig Invesitionen in den Bau zusätzlicher neuer Wohnungen zu lenken dürfte dem angestrebten Ziel förderlich sein. Eine bessere Idee hätte ich auch nicht anzubieten.


    Falls keine Flächen für den Neuwohnungsbau mehr vorhanden sein sollten könnte man nur noch in die Höhe bauen und vorhandene Häuser durch höhere ersetzen.

  • 3.501.900...

    Dank eines positiven Saldos aus Zu- und Wegzügen sowie einem Geburtenüberschuss steigt die Bevölkerungszahl 2011 schneller als jemals zuvor seit der Wende 1990 und erreicht ein neues Rekordniveau: Über 3,5 Mio Einwohner hat Berlin seit Ende des zweiten Weltkrieges nicht mehr gehabt. Besonders junge Leute und Ausländer ziehen gerne in die Stadt. Man geht davon aus, dass der Trend bis ca. 2023 anhält und dann langsam kippt, um sich dem Bundestrend anzunähren. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung soll nach den Prognosen auch langfristig etwas steigen.


    Die Konsequenz aus steigender Einwohnerzahl und boomendem Tourismus ist natürlich die zuvor diskutierte Wohnungsknappheit. Daher wird der Appell an die Politik immer lauter, hier schleunigst Abhilfe zu schaffen. Sonst heißt es bald wieder: "Du, ich habe gehört über uns ist eine Kellerwohnung freigeworden!"


    Quellen:
    http://www.tagesspiegel.de/ber…lionen-marke/6837816.html (viele Graphiken)
    http://www.morgenpost.de/berli…-wird-immer-groesser.html
    http://www.morgenpost.de/berli…-nicht-ohne-Probleme.html


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    Übrigens sollen die Larl-Marx-Allee und das Hansaviertel als Ost- bzw. Westberliner Architektur-Zeugnisse der Nachkriegszeit ins Rennen um das UNESCO-Weltkulturerbe.


    http://www.morgenpost.de/berli…eltkulturerbe-werden.html
    http://www.berliner-zeitung.de…en,10809148,16562048.html

  • Duden kommt nach Berlin

    Wieder einmal eine kriselnde traditionsreiche Verlagsgruppe die es im Zuge ihrer Zerschlagung nach Berlin "verschlägt". Nun also auch noch das Bibliographische Institut (BI) aus Mannheim, u.a. Herausgeber des Duden und seit 2009 Teil des Berliner Konzerns Cornelsen, der bereits die Cornelsen Schulverlage in der Hauptstadt bündelt und ebenfalls im Umbau begriffen ist. Der Meldung nach soll das komplette Druck-Geschäft, also auch die Print-Ausgabe des Duden und die Atlanten von Meyers nach Berlin kommen. In Mannheim bleiben wird lediglich die sprachtechnologische Einheit von Duden (i.e. Korrektur-Software und Duden online). Der Geschäftsbereich Kinder- und Jugendbuch soll hingegen wohl komplett abgestoßen werden - nach Angaben des Mannheimer Betriebsrates bleiben von einst 190 Stellen nur 30 in der Stadt. Wie viele "neue" Jobs es nach dem Schrumpfkurs in Berlin geben wird (siehe Hervorhebung im unteren Abschnitt) und wann genau es überhaupt so weit ist, blieb dabei noch unklar.


    Mannheimer Arbeitnehmervertreter kritisierten den Schritt erwartungsgemäß unmittelbar nach Bekanntgabe und kündigten an, mit allen Mitteln dagegen kämpfen zu wollen. Cornelsen erklärte den schmerzhaften Einschnitt sehr diplomatisch: Die mit der Übernahme verbundenen Erwartungen hätten sich leider nicht erfüllt und der Mannheimer Verlag habe bei zuletzt 35 Mio Umsatz Verluste geschrieben. Die geplanten Veränderungen seien daher der einzige Weg, um das BI überhaupt auf Dauer zu erhalten - auch wenn dies "traurigerweise" viele Arbeitsplätze kosten werde. Insbesondere natürlich in der Mannheimer Dudenstraße, wo das bisherige Hauptgebäude nahezu geräumt wird (es gab keinerlei Zusage, ob das Bürogebäude überhaupt im Besitz bleibt). Nun werde mit dem Betriebsrat verhandelt, wer künftig an welchem Standort arbeiten wird. Wowereit hingegen nahm keinerlei Rücksicht auf diese Befindlichkeiten und bezeichnete die Entscheidung als symbolhaft, schließlich sei der Duden eine deutsche Institution: „Der Duden wird Berliner“, freute er sich. Kein bisschen Diplomat dieser Mann und die Institution Duden dürfte durch den Kahlschlag insgesamt ohnehin etwas leiden.


    Quellen:
    http://www.tagesspiegel.de/ber…-nach-berlin/6920016.html
    http://www.morgenweb.de/nachri…llen-in-mannheim-1.660216
    http://www.focus.de/kultur/bue…in-kommen_aid_787432.html
    http://www.buchreport.de/nachr…/verlage-zu-verkaufen.htm

  • Berlin will es wissen!

    Schaufenster für Elektromobilität wird die Metropolregion bekanntlich und hat fortan ebenso wie München auch zwei Exzellenz-Unis vorzuweisen (bis die Initiative ausläuft). Wie jetzt bekannt wurde, bedeutet dies 311 Mio an zusätzlichen Gelder bis 2017 (nach 210 Mio aus der letzten Runde) - 78 Mio davon muss der Senat jedoch selbst aufbringen. Für die Zeit dannach will man die enge Vernetzung zwischen den Institutionen noch weiter ausbauen (vgl. auch die künftige Kooperation zwischen der Charité und dem Max-Delbrück-Centrum).
    http://www.berliner-zeitung.de…ch,10809148,16757570.html
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    Neben der Wissenschaft will sich die Region aber auch im Bereich der Kultur weiter profilieren. Wie jetzt fest steht, will Berlin neben dem jüdischen Friedhof auch Hansaviertel und den ehemals als Stalinallee bekannten Komplex für einen Eintrag ins Unesco-Weltkulturerbe nominieren. Da die Nachkriegsmoderne noch recht wenig repräsentiert ist, bestehen womöglich ganz gute Chancen. Der jüdische Friedhof gehört zu den größten Europas und könnte als Teil eines Netzwerks mit anderen jüdischen Bauwerken in Deutschland verbesserte Chancen aufweisen. Vorerst von der Liste gestrichen sind die beiden ehemaligen Flughäfen sowie "Elektropolis"
    http://www.berliner-zeitung.de…rt,10809148,16760790.html
    http://www.berliner-zeitung.de…ur,10809148,16754510.html
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    Zu guter letzt denkt der Senat noch immer laut über eine Olympia-Bewerbung nach und wartet hierfür weiterhin auf die nötige Unterstützung.
    http://www.berliner-zeitung.de…rt,10809148,16757792.html

  • Lufthansa: neue Tochter

    Die Lufthansa möchte die Tochter Germanwings mit einem Teil der Lufthansa Passage (den nicht an den Hubs stationierten Teil) zu einer neuen Fluggesellschaft zusammenführen. Für diese Tochtergesellschaft soll Ende des Monats eine Standortentscheidung getroffen werden. Dabei sind der bisherige Standort von Germanwings in Köln, sowie Düsseldorf und Berlin/Schönefeld im Wettbewerb miteinander. Im Gegensatz zu den Städten in NRW könnte eine Entscheidung für Brandenburg oder Berlin mit Steuergeld in Form von Subventionen protegiert werden. So titelt die FTD auch: "Favorisierter Standort BER"
    Link

  • Habe den Artikel auch gelesen. Aber es klingt alles noch relativ schwammig und somit sollte man mE nicht zu viel drauf geben, bis es eine offizielle Meldung zur Standortentscheidung gibt. Sonst ist man am Ende nur wieder enttäuscht, wenn es dann doch nichts wird.


    Zuletzt hat Berlin (meine damit die ganze Region) zwar einige Standortentscheidungen - insbesondere in den Wissenschaften - für sich entschieden bzw. zumindest einen Teil vom Kuchen abbekommen (u.a. EIT, Schaufenster Elektromobilität, Exzellenz-Initiative, diverse Verlage und kleinere Unternehmen). Die immens wichtigen aber hat man bisher sehr oft verloren bzw. weniger bekommen als erwartet oder erhofft (insbesondere Siemens, Deutsche Bahn).


    Falls es klappt, muss man zudem zur Kenntnis nehmen, dass es wieder einmal ein stark kriselnder Bereich wäre, der hierher käme (neunstelliges Minus!). Wie sehr oft in letzter Zeit, bekäme Berlin damit also keine saftigen Auen sondern eher brachliegende Ackerflächen, die erst wieder kultiviert werden müssen. Trotzdem wäre es natürlich in der Tat ein erheblicher Image-Gewinn für die Region und auch den Flughafen an sich. Die Arbeitsplätze würden natürlich sehr gut tun, auch wenn man sich in Köln kaum darüber freuen würde.
    Was in meinen Augen für Berlin spricht ist neben den Subventionen auch die bisherige Kritik an der halbherzigen Aufstellung bei der Hauptstadt und der relative Erfolg von AirBerlin, den die Lufhansa schon mehrfach mit kampfeslustigen Kommentaren quittiert hat (auch wenn AB selbst rote Zahlen schreiben). Wenn man also AirBerlin treffen und die Kritiker zum Schweigen bringen will, dann sicher so. Auf der anderen Seite ist NRW in der Tat ein viel größerer und rentablerer Markt. Eine Identifikation mit der Lufthansa würde dort nach einem Wegzug erheblich schwerer fallen.

  • @ jan85


    Ich persönlich wäre nicht enttäuscht, wenn sich die LH für Köln entscheiden würde und mir ist auch die Denkweise fremd, die sich in Rankings, Vergleichen, in Mein und Dein, etc. ausdrückt. Ob Köln oder Berlin, mir ist beides gleich recht. Ich habe die Meldung des FTD aus anderen Gründen verlinkt.


    Und: Die Argumentation des Artikels ist m.E., wie so oft, wenn man in Konkurrenzdenken verfällt, etwas sonderbar. Die Konzernzentrale der Lufthansa AG in Köln steht (jedenfalls in dieser Entscheidung) nicht zur Debatte und ich glaube kaum, dass es die Menschen in ihrem Buchungsverhalten beeindruckt, wenn die Standortentscheidung der neuen Tochter für Berlin ausfallen würde. Selbst bei einer Entscheidung für Düsseldorf kann ich mir das nicht vorstellen, auch wenn das für einen Kölner das Worst Case Scenario wäre.


    Zur möglichen Subventionierung bei einer Entscheidung pro BER erfährt man mehr in einem Artikel der Berliner Zeitung: Link
    Es geht für die Lufthansa um Zuschüsse für bis zu 20 Prozent der förderfähigen Investitionskosten. Die Zuschüsse müssten nicht zurückgezahlt werden, allerdings wird vorrausgesetzt, dass die Investition mindestens fünf Jahre Bestand hat.

  • Für die Ansiedlung von Germanwings sollte m.E.keine Subventionen gewährt werden.Das hatten wir mit Condor schon einmal,gebracht hat es nichts.Die Firmenpolitik ändert sich schnell.Dann wird die Tochter wieder enger an dem Mutterkonzern gebunden und die Arbeitsplätze werden zurückgeführt an den Stammsitz.


    Für ein Tochterunternehmen aus dem Luftfahrtbereich,hier Billigflieger,würde ich keinen Cent rausrücken.Die wirtschaftliche Nachhaltigkeit scheint mir hier sehr fraglich.
    Wenn Germanwings ohne Subventionen kommt,dann okay.Nicht das die Arbeitsplätze nicht gebraucht würden.Man kann sein Geld aber effizienter platzieren.

  • Dunning-Kruger
    Mir geht es nicht in erster Linie um irgenwelche Rankings, sondern um Arbeitsplätze die diese Region sehr dringend braucht. Gute Rankings sind da mehr Mittel zum Zweck, weil ein gutes Image auch weitere Ansiedlungen bedeuten kann. Mir ist es dabei aber keinesfalls egal, wenn eine andere Region direkt darunter leidet. Besser ist es natürlich in Fällen wo es zuvor keinen D-Standort gibt und die Wahl sofort auf Berlin fällt oder ein Berliner Unternehmen sich vergrößert. Leider geht es aber mitunter auch nicht ohne Konkurrenz und es wäre geheuchelt zu behaupten, dass mich eine Standortentscheidung FÜR Berlin nicht freuen würde...


    Im übrigen glaube ich schon, dass die FTD es realistisch so beschreibt, dass man Menschen verprellen kann, wenn man nur aus Subventionsanreizen heraus, den angestammten Standort verlässt. Ein Unternehmen muss auch Identifikation ermöglichen, das ist neben Konkurrenzfähigkeit (vor allem bei Billigfliegern sicher der herausragende Punkt) mE sogar einer der wichtigsten zusätzlichen Faktoren wenn ein Kunde sich zwischen zahlreichen ähnlichen Angeboten entscheiden muss. Natürlich denkt nicht jeder sofort in Kategorien von Arbeitsplätzen etc. aber eine direkte Präsenz vor Ort tut sicher gut, denn es macht ein Unternehmen bekannter und Bekanntheit schafft oft auch Identifikation/ Vertrauen.


    Kleist: Also ganz so schwarz würde ich das wiederum auch nicht malen. Es wäre sicher nicht schlecht für die Stadt, auch mittel- bis langfristig nicht. Außerdem will man ja gerade einen effizienteren Aufbau erreichen in einer kriselnden aber weiter wichtigen Branche, da gibt es sicher Projekte, wo die Nachhaltigkeit eher angezweifelt werden darf.

  • ^ Bei der Standortentscheidung geht wohl nicht um den "Billigflieger" Germanwings allein. Die letzten, allerdings vorsichtig formulierten Veröffentlichungen der Lufthansa, sehen eine Neuordnung des Europa- und Deutschlandgeschäfts jenseits der Hubs vor (Direct-4-U). Eine Zusammenführung von Germanwings und z.B. der Lufthansaoperationen in Hamburg, Berlin, vielleicht auch Düsseldorf, ... . Für die Tochter Germanwings arbeiten in der Kölner Hauptverwaltung ca. 380 Mitarbeiter. Link


    Die Mopo hat heute auch einen Text hierzu: Germanwings macht Umzug von BER-Eröffnung abhängig
    Link


    Dazu passend: der Termin, wann der neue Technikchef Hr. Amann sagt, ob er den 17. März als Termin für die BER-Eröffnung halten kann, wird wohl nach hinten verschoben und nicht zur Aufsichtsratsitzung am 16.08. verkündet. So sagte es Platzeck wohl gestern, lt RBB.


    @ jan85
    Ich habe nicht von Rankings, sondern von der Denkweise, die Rankings zu Grunde liegt geschrieben. Ich bitte diesen Unterschied zu erkennen.