Wirtschaft, Politik, Forschung, Gesellschaft

  • Auch im Krisenjahr läuft die Hauptstadt auf einen neuen Besucher- und Übernachtungsrekord hinaus.


    Im August 2009 ggü dem August 2008:


    • 6,4 Prozent mehr Besucher (Inlandsbesucher: plus 7,3 Prozent, Auslandsbesucher: plus 5,2 Prozent)
    • 11,9 Prozent mehr Übernachtungen
    • die durchschnittliche Aufenthaltsdauer stieg von 2,5 Tage auf 2,6 Tage
    • 718 Beherbergungsstätten, 67 mehr als ein Jahr zuvor
    • 104 900 Betten, 8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat
    • durchschnittliche Bettenauslastung stieg auf 59,6 Prozent von Vorjahr: 57,9 Prozent
  • Also das kommt tatsaechlich unerwartet. Manch einer hat ja aufgrund der Finanzkrise schon prognostiziert, dass die Berliner Touristen "Bubble" zerplatzt, aber Pustekuchen! Dat laeuft wie geschmiert. Alle (Okay, average nightly rate waere noch interessant) Indikatoren zeigen nach oben und ich kann auch aus eigener Erfahrung berichten, dass Berlin einfach eine unglaubliche Ausstrahlungskraft besitzt.
    Ein guter Kumpel hier drueben, war ueber den Sommer drei Monate in Europa und ist dort dementsprechend viel rumgekommen. Auf die Nachfrage hin, welche Stadt er wieso am besten fand, meinte er Berlin wegen Nachtszene und den guenstigen Preisen.
    Eine ehemalige Kommilitonin aus Taiwan macht gerade ein Austauschsemester in der Naehe von Frankfurt und hat seit Mitte Juli Berlin jetzt schon dreimal besucht. Bei ihr liegt es daran, dass sie einfach auf die Museen, die Galerien, die "kreative Athmosphaere" mag und sich extrem aergert, dass sie in einem Kaff in der hessischen Provinz anstatt in Berlin eine Schule gesucht hat.
    Und letzte Woche erst habe ich nen Maedel bei nem Bar Crawl kennen gelernt, deren beste Freundin an der HU studiert hat. Sie hatte sie dort besucht und war vor allem von den Schloessern und Kleinstaedten im Umland (wie die darauf gekommen sind nach Angermuende zu fahren, ist mir unklar, aber wird schon einen Grund gehabt haben) beeindruckt.


    Wie man sieht...unterschiedlichste Gruende hin zu fahren, aber immer positives Feedback. So wuenscht man sich das. :D

  • Interessant wären auch Zahlen über die tatsächliche wirtschaftliche Dimension des Tourismus in seiner Dynamik: Wieviel Euro bleiben tatsächlich jedes Jahr in Berlin hängen? An und für sich sind die präsentierten Zahhlen natürlich schon sehr erfreulich. Hoffentlich verstärkt sich der Trend (besonders bei den Auslandstouristen) noch einmal, wenn Berlin mit dem BBI noch besser und direkter zu erreichen ist.

  • Ich meine vor kurzem im Berliner Fenster gelesen zu haben, dass zwar mehr Besucher in der Stadt waren, alles in allem aber weniger Gewinn gemacht wurde. Ich weiß nicht, vielleicht fallen ja mit den vielen neuen Hotels in dem Bereich auch die Preise...

  • EIT in Berlin und Potsdam

    Die EU hat offiziell bekanntgegeben, wo die ersten Standorte des EIT (European Institute of Innovation and Technology, nach Vorbild des berühmten MIT) liegen werden. Berlin und Potsdam waren mit ihren Bewerbungen (jeweils in Kooperation mit anderen Standorten) erfolgreich :daumen:


    http://europa.eu/rapid/pressRe…anguage=EN&guiLanguage=en


    Das Ganze bedeutet nicht nur Prestige und Know-How für die Stadt, sondern könnte auch zu einigen interessanten, repräsentativen neuen Gebäuden führen. Aber hier erst mal die Hauptinformationen zum Berliner Projekt "Future Information and Communication Society":
    Europa soll eine führende Wissensgesellschaft werden mit Fokus auf starken internetbasierenden Dienstleistungen. Wissenschaft und Wirtschaft sollen enger verknüpft, Ideen und Menschen mobiler werden. Weltmarktführer der Wirtschaft sollen mit den führenden internationalen Universitäten und Forschungseinrichtungen kooperieren, um Ideen schneller in Produkte und Dienstleistungen umzusetzen. Es geht um gezielte Ausbildung, um Vernetzung und um die Förderung von Projekten. Kurz: Die EU will im Informations- und Kommunikationssektor (bereits jetzt Stärken Berlins) wettbewerbsfähiger werden.


    Neben Berlin profitieren Eindhoven, Helsinki, Paris and Stockholm von dem Projekt. Wie und wo in Berlin investiert werden könnte, ist bereits beschlossen: Der Campus um die TU soll durch das Projekt aufewertet werden, nachdem dort bereits vor einiger Zeit ein großes ungenutztes Potential für Computersysteme, Ingenieurtechnik und Gestaltung festgestellt wurde:


    http://www.datensicherheit.de/…nstechnologie-werden-7098


    Hier die offizielle Pressemeldung der TU:


    http://www.pressestelle.tu-ber…eninformation_nr_3302009/

  • Studie bescheinigt Berlin großes Potential

    Nach einer (reichlich optimistischen Studie) vonMcKinsey könnte die Bundeshauptstadt innerhalb der nächsten 10 Jahren eine halbe Million (!) Arbeitsplätze dazugewinnen. Dazu müsse sich Berlin insbesondere in den folgenden drei Feldern weiterhin erfolgreich behaupten, Kompetenzen ausbauen und noch besser koordinieren: Elektroautos, Informations- und Kommunikationstechnologie und Gesundheitswirtschaft. Zudem solle der ohnehin stark wachsende Tourismus weiter gefördert werden. So könnten ca. 160.000 Stellen direkt entstehen und mehr als doppelt so viele Folgejobs erzeugt werden.


    Quelle:
    http://www.morgenpost.de/wirts…er-500-000-neue-Jobs.html


    Interview:
    http://www.morgenpost.de/wirts…in-entstehen-koennen.html


    Wie realistisch das alles auch sein mag, es zeigt zumindest eine positive Entwicklung und weiteres Aufholpotential in der Region. Zudem wurden durch die Studie einige "negative Mythen" über Berlin entkräftigt bzw. widerlegt:


    http://www.morgenpost.de/wirts…in-den-Quantensprung.html

  • Arbeitslosigkeit sinkt

    Nach diesen Traumszenarios mal etwas Alltag/ Realität. Tatsächlich ist die Arbeitslosigkeit in Berlin weiter am Sinken (nicht nur saisonal bedingt). Es gibt jetzt einen neuen Stand von 13,6% bzw. 232.341.


    Da wären 500.000 neue Stellen ja eigentlich viel zu viel ;)


    Quellen:
    http://www.tagesspiegel.de/ber…ich-gesunken/1849418.html
    http://www.morgenpost.de/wirts…-Berlin-geht-zurueck.html

  • ^
    In diesem Zusammenhang wären wirklich die schon in #39 geforderten Zahlen interessant.
    Kurz gedacht, der deutlich sinkende Stand muss doch zu einem grossen Teil von den zahlreichen Hotelneubauten herrührren. Als Laie erscheint mir dieses Gewerbe prädestiniert dafür, auch Langzeitarbeitslose wieder in Beschäftigung zu holen.
    Wenn diese These zum Teil stimmt, müsste hier auch im kommenden Jahr mit sinkenden Zahlen zu rechnen sein, denn der Hotelneubau setzt sich fort.
    Jedenfalls dürften die anderen, von McKinsey als potenzielle Wachstumsfaktoren genannten Gewerbe, eher Anteil am steigenden Einwohnerstand haben.

  • Es gibt mal wieder einige kleinere Meldungen, die Hoffnung machen. Die Top 200 Arbeitgeber der Stadt haben 2009 nur 0,3% ihrer Stellen abgebaut (nach je über 1% Plus in den Jahren davor). Jetzt wollen 37 wieder mehr einstellen und nur 5 weitere Stellen abbauen:


    http://www.morgenpost.de/wirts…stisch-aus-der-Krise.html


    Zudem gibt es laut Artikel einige geplante Neuansiedlungen. Aber die beiden genannten Unternehmen sind wieder Dienstleister. Denn die Ansiedlung von Industrie bleibt immer noch weitgehend aus. Hier wird zwar immer mehr Energie und Aufmerksamkeit aufgewendet, aber bisher bleiben alle Anstrengungen (trotz einiger Standortvorteile) relativ fruchtlos. Es gäbe wohl noch immer ein gewisses Imageproblem.


    Edit: Siehe auch post 29 in diesem Thread.

    Einmal editiert, zuletzt von jan85 () aus folgendem Grund: Querverweis innerhalb des Threads eingefügt

  • Umzug aller Ministerien nach Berlin nahegelegt

    Und jährlich grüßt das Sommerloch ;) Es ist mal wieder so weit: Es wird wieder mal der komplette Umzug aller Ministerien nach Berlin nahegelegt.


    http://www.morgenpost.de/berli…ug-aller-Ministerien.html


    Das war ja bereits das Thema, das diesen Thread begründete (2008):


    mal wieder eine Meldung zum möglichen Komplettumzug der in Bonn zurückgelassenen Ministerien in die Hauptstadt. Es ist zwar eine Meldung der Bildzeitung :nieder: ohne konkreten Anlass wie es scheint (Sommerloch), aber die generelle Tendenz, nicht länger in Bonn zu bleiben zeichnet sich auch hier ab.


    Allerdings klingt es mal wieder mehr nach einer spontanen Forderung, als nach etwas Handfestem. Monika Grütters (CDU, Vorsitzende des Kulturausschusses im Bundestag) sieht in einem solchen Umzug den logischen Umkehrschluss des verschobenen (womöglich bald gecancelten) Schlossprojektes: Bei dieser Spardebatte müsse konsequent weiter gedacht werden und wenn dass Schloss dabei kein Tabu sei, dürfe es der besagte Umzug auch nicht sein.


    Die Argumente mögen ja stimmen und besonders hier an der Spree auf Zustimmung stoßen, aber vielversprechend klingt es wie gesagt nicht gerade. Mal sehen was davon hängen bleibt und ob sich bald noch wer anders dazu äußern wird...


    Edit: Siehe auch Post 28 (2009) in diesem Thread.

    2 Mal editiert, zuletzt von jan85 () aus folgendem Grund: Querverweis innerhalb des Threads eingefügt

  • Der Senat hätte das Schloss gegen die verbindliche Zusage zum Umzug eintauschen sollen - länergfristig wahrscheinlich die bessere Wahl.

  • ^ Ich wette, bei dem entsprechenden Angebot hätten die das glatt gemacht ;)


    Der Berlin-Tourismus boomt weiter. Entgegen der eigenen Erwartung - und trotz Krisen und Aschewolken - konnte das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg auch im April ein dickes Plus gegenüber 2009 bei Besuchen (5,3%) und auch Übernachtungen (6,2%) verkünden - in absoluten Zahlen sind das 723.000 bzw. 1,7 Mio. Über die Hotel-Auslastung war leider nichts dabei. Ich glaube mich aber zu erinnern, dass die zuletzt relativ konstant war.


    Quelle: http://www.morgenpost.de/berli…lke-kraeftig-im-Plus.html

  • Die Universität der Künste richtet als erste Hochschule ihrer Art eine Graduiertenschule ein (Angebot für Absolventen zum Forschen und Lehren). Dafür gibt es dann ein Zertifikat.


    http://www.berlinonline.de/ber…n/detail_dpa_25106824.php


    Schön für den Kunst- und Wissenschaftsstandort Berlin.


    Edit: Danke million. Wusste ich eigentlich auch, hab ich aber trotzdem irgendwie vertauscht...

    Einmal editiert, zuletzt von jan85 () aus folgendem Grund: Fehler korrigiert

  • Berlin bei ausländischen Studenten beliebt

    Immer mehr Unis richten Außenstellen in Berlin ein, darunter viele renommierte Universitäten aus den USA und Asien. Die Studenten mögen die pulierende Stadt und nutzen diese Angebote ihrer Unis daher sehr gerne und zahlreich. Zudem nutzen sie die Auslandssemester hier in Berlin, um sich das Umland in Berlin anzusehen oder Europa zu beresien.


    Quelle: http://www.tagesspiegel.de/ber…nah-am-osten/1860210.html


    Das ist ein wichtiger Indikator für die Attraktivität der Stadt für sich selbst und insbesondere auch als Wissenschaftsstandort.

  • Brunnenanlage für Berlin

    Was ich gerade in solchen heißen und glücklichen Fußballfeiertagen wie den heutigen in Berlin vermisse ist eine große, repräsentative Brunnenanlage an zentraler, architektonisch verdichteter Stelle, etwas wie der Brunnen am Trafalgar Square oder natürlich die hinreißend schönen Brunnenanlagen in Rom: ein Ort, wo man sich im Sommer abkühlen kann oder seiner Euphorie freien Lauf lassen kann. Die Wasserkaskaden am Fernsehturm erfüllen eine solche Bedeutung m. E. nicht, sie haben nichts, was sich einprägt, vielleicht auch aufgrund mangelnder städtebaulicher Fassung. Auch angesichts der Klimaerwärmung schiene es mir wichtig, eine Diskussion darüber anzufangen.

  • Berlin boomt auch in anderer Hinsicht. Die Einwohnerzahl ist erneut gestiegen, auf nun genau 3.442.700 Menschen. Das dritte Jahr in Folge gab es gar einen Geburtenüberschuss von 400 (!). Glaubt man den Statistiken von Wikipedia, dann fehlen 32.000 Einwohner um den höchsten Nachrkiegswert von 1993 einzuholen.


    http://www.tagesspiegel.de/ber…lin-haelt-an/1879524.html


    (Bei den Männern wurde dieser Wert bereits erreicht - seit 1944 waren nicht mehr so viele Männer in der Stadt gemeldet wie heute, für die Kriegszeit ist dieser Wert eigentlich sogar eher anzuzweifeln).


    Ebenso erfreulich: Erstmals wurden im Juni mehr als 2.000.000 Passagiere auf den Berliner Flughäfen abgefertigt und man gibt sich optimistisch, dass 2010 trotz des Vulkanausbruchs ein Rekordjahr wird...


    http://www.berlin-airport.de/D…n/2010/2010_07_07_VB.html


    :daumen::daumen::daumen:

  • Und nicht zu vergessen, einhergehend mit den guten Passagierzahlen, ist der Tourismus im Mai 2010 um rund ein Zehntel gewachsen (I was part of it - yüah)


    Daten laut Property Magazin





    • 841.000 neu angekommene Gäste
    • 9,3 Prozent mehr Besucher
    • Anstieg Übernachtungen um 11,1 Prozent auf mehr als 1,9 Millionen
    • Unverändert, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 2,3 Tagen


    • Zum Monatsende waren in der Stadt 742 Beherbergungsstätten - 63 mehr als im Vormat(?)
    • insgesamt etwa 111.200 Betten (+8,9 Prozent)
    • durchschnittliche Bettenauslastung im Mai 2010 steigt auf 55,8 Prozent gegenüber 54,6 Prozent(Mai 2009)
    • Gruppe Hotels, Hotels garnis, Gasthöfe und Pensionen steigt auf 55,6 Prozent gegenüber 54,1 Prozent
  • Was ich gerade in solchen heißen und glücklichen Fußballfeiertagen wie den heutigen in Berlin vermisse ist eine große, repräsentative Brunnenanlage an zentraler, architektonisch verdichteter Stelle, etwas wie der Brunnen am Trafalgar Square oder natürlich die hinreißend schönen Brunnenanlagen in Rom: ein Ort, wo man sich im Sommer abkühlen kann oder seiner Euphorie freien Lauf lassen kann. Die Wasserkaskaden am Fernsehturm erfüllen eine solche Bedeutung m. E. nicht, sie haben nichts, was sich einprägt, vielleicht auch aufgrund mangelnder städtebaulicher Fassung. Auch angesichts der Klimaerwärmung schiene es mir wichtig, eine Diskussion darüber anzufangen.


    Was ist mit dem Neptunbrunnen?

  • Was ist mit dem Neptunbrunnen?


    Ja, wenn das Marienviertel irgendwann bebaut würde, könnte vielleicht etwas entstehen, was mir vorschwebt - ein schöner Brunnen an verdichteter Stelle. Allerdings scheint die Bebauung unwahrscheinlich, und ich weiß auch nicht, ob es Pläne gibt, mit dem Bau des Humboldt-Forums (wenn der dann irgendwann einmal endlich begonnen werden sollte) den Neptunbrunnen erneut zu verlegen. In dem jetzigen Standort jedenfalls besteht genau jene Verdichtung nicht, die einen Brunnen wie diesen erst eigentlich zur Geltung bringen würde.