Graffiti-Hauptstadt Berlin

  • Hier fehlt auch mir jegliches Verständnis, denn so eine Keramik ist wirklich zerstört, wenn man sie mit dem Hammer bearbeitet, nicht nur verschmutzt, wie eine besprühte Fassade.

    Das ist natürlich abhängig vom angesetzten Maßstab der Zerstörung. Viele Materialien lassen sich leider nicht rückstandsfrei reinigen, verblasste Spuren der einstigen Besprühung bleiben so bis zum vollständigen Austausch sichtbar. Bei Flächen, die einen gestalterischen Zweck erfüllen sollen, der nun jedoch dauerhaft und für empfindliche Betrachter wie mich gestört ist, kann daher durchaus von Zerstörung gesprochen werden.


    Wer sowas macht, kann gerne erwischt werden.

    Vermutlich meinst Du es anders, aber das "gerne" erweckt bei mir den Eindruck, jene die EG-Zonen besprühen, sollten nur "ungerne" erwischt werden - sofern es keine EG-Zonen frisch sanierter, historischer Bauwerke sind ;).


    Erwischt werden sollten schon all diejenigen, die fremdes Eigentum beschädigen - ob zerstören oder verschmutzen, ob Alt- oder Neubau. Denn erst wenn die Wahrscheinlichkeit, identifiziert zu werden, größer ist, als unerkannt zu bleiben, werden auch prägende, neue Gebäude oder frisch sanierte, historische Bauwerke seltener Opfer falsch verstandener Kreativität. Ich glaube nicht, dass Differenzierung am Bauwerk diesbezüglich erfolgsversprechend ist, wenngleich ein besprühter Autobahnbrückenpfeiler oder eine colorierte Bahnsteigkante sicher wenig allgemeine Bestürzung auslösen dürften. Seit mehr als zehn Jahren erheitert mich bspw. ein an einem Bahnhof auf 20 Metern geschriebener Satz aus einem Loriot Sketch: "Krawehl, Krawehl! Taubtrüber Ginst am Musenhain. Trübtauber Hain am Musenginst. Krawehl, Krawehl".

  • ^^„Tags und Graffiti gehören zur EG Gestaltung“. Das kann man wahrlich nur sagen wenn man in Fhain, Kreuzberg oder Neukölln wohnt. Im Westen Berlins sieht es deutlich anders aus (zum Glück).

    In Fhain geht es mittlerweile so weit, dass sogar die Fenster von EG Wohnungen verunstaltet werden. Ich hoffe doch sehr das dein Verständnis für solche Ausprägungen des Vandalismus nicht vorhanden ist.

    Aber auch von extremen Formen dieser Unkultur abgesehen, es ist einfach asozial die Wohnungen anderer zu beschmieren. Es ist schlicht und ergreifend verboten und die gut gemeinte Toleranz führt letztendlich nur dazu, dass teuer vermietete Wohnungen von Eigentümern nicht instandgehalten werden, weil es niemanden kümmert.

    Wenn dir das dann 1000 EUR Miete wert ist, in einer verschmierten EG Wohnung zu leben, na dann Prost Mahlzeit.