Ratingen: Bauprojekte und Stadtplanung

  • Ratingen-Ost: Schwarzbach Quartier

    Das Deal Magazin berichtete gestern über die Planung des Schwarzbach Quartiers in Ratingen-Ost mit insgesamt 110.000 Qm Nutzfläche auf 6 Baufeldern, die bis 2021 entwickelt werden sollen. Der von HPP entworfene erste BA soll 18.000 Qm Mietfläche haben - hier wird der Bauantrag noch in diesem Jahr eingereicht. Eine Visualisierung im Artikel zeigt Bürobauten bis zu 7 Geschossen - über Funktionsmischung habe ich bis auf das Wort Hotel nichts gefunden. Projekte dieser Größenordnung sollten mE unbedingt einen Anteil auch anderer Wohnformen beinhalten, Boarding Houses etwa - zumindest 15-20%, damit nicht noch eins dieser toten Gewerbegebiete entsteht. An der S6-Haltestelle, knapp 15 Minuten zur Düsseldorfer Innenstadt, sollte Vermietung der Wohnflächen kein Problem sein.

  • Ratingen - Bauprojekte

    In Ratingen tut sich gerade einiges; (nahezu) fertiggestellt sind (Fotos folgen) das neue Rathaus


    https://www.dumeklemmer-rating…neue-rathaus_aid-36464025


    der Düsseldorfer Platz
    https://www.stadt-ratingen.de/bsm/dplatz/index.php


    nun folgen des Innenstadtgymnasium (mit teilweisem Neubau, EUR 32 Mio.):
    https://www.competitionline.com/de/projekte/70916
    https://www.wz.de/nrw/kreis-me…ammutaufgabe_aid-46253903


    das Hertie-Haus / Wallhöfe (sehen in den neuen Ansichten kaum Verbesserung)
    https://rp-online.de/nrw/staed…im-fruehjahr_aid-46268817


    sowie als angekündigte Projekte den Neubau der Stadthalle (aktuell ein "Betonklotz")
    https://rp-online.de/nrw/staed…r-stadthalle_aid-46248399


    das Westbahn-Projekt (Start 2030, über 100 Mio.)
    https://rp-online.de/nrw/staed…2030-starten_aid-46345067


    die Neugestaltung des Blauen Sees mit Umweltbildungszentrum etc.


    Daneben natürlich das Schwarzbachquartier samt Erschließung
    http://www.schwarzbach-quartier.de/


    Bin gespannt, inwieweit die Stadt die Projekte parallel vorantreiben kann. Für eine dieser Größe sind das erhebliche Veränderungen.

  • ^ Viele interessante Projekte, die du da auflistet - allerdings gibt es bereits einen Thread dafür (sollte die Moderation dahin verschieben), leider wurde da schon länger nichts geschrieben - der letzte Beitrag dort von Ende September 2017 beschäftigt sich mit dem Schwarzbach Quartier.


    Am interessanten ist der Westbahn-Artikel, schade, dass man die Bahnlinie nicht so rasch umsetzen kann und und mit einen Betriebsbeginn nicht von 2030 zu rechnen ist, denn auch das würde mehr Pendler nach Düsseldorf zum Umsteigen bewegen können.

  • Stimmt, den Thread kannte ich nicht. Das würde thematisch passen.
    Die Westbahn soll nach meiner Kenntnis Duisburg, Lintorf, Ratingen Mitte/West und einige bisher nicht mit der S-Bahn erschlossene Stadtteile in Düsseldorf bedienen (zB Gerresheim). Das Projekt ist aus meiner Sicht sehr begrüßenswert. Von der Infrastruktur ist das Schwarzbachquartier sehr anspruchsvoll - die Erschließung dürfte auch eine höhere Taktung der S-Bahn zur Folge haben.

  • Die öffentlichen Diskussionen beginnen wegen der Planung einer neuen Stadthalle:


    https://www.wz.de/nrw/kreis-me…e-stadthalle_aid-46547891


    Auf dem Bild ist das "alte Schmuckstück" zu sehen. Ein Neubau würde dem Stadtbild gut tun, zumal die Unterhaltskosten hoch sind. Der Neubau soll an anderer Stelle erfolgen (nordöstlich der bisherigen Stadthalle), damit die Stadt nicht ohne Stadthalle in der Bauzeit ist. Das Projekt ist aus meiner Sicht sehr vernünftig.

  • Ich verstehe nicht die negative öffentliche Meinung über die Wallhöfe.
    Gefällt mir sehr.


    Eine Erkenntnis ist aber wahr und da teilen mittlerweile viele Ratinger City Anwohner, Mitte ist das neue Ratingen West.

  • Meine Antwort/Rückfrage hierzu ist wohl im Spam gelandet bzw. verschoben worden...daher etwas ausführlicher: Mich wundert der Vergleich von Mitte und West. Ratingen West gilt noch immer als ein Problemviertel (, auch wenn es Besserung gibt; Stichwort "Neue Heimat" etc.). In Mitte gibt es mittlerweile sogar ein Innenstadtbüro mit Architekten, um die Qualität in den nächsten 5-10 Jahren sicherzustellen, z.B. durch ein Handlungskonzept Ratingen Mitte


    https://www.stadt-ratingen.de/…61/117280100000032393.php


    Fassadenerneuerungen werden nicht unerheblich bezuschusst, die Innenstadt wird insgesamt aufgewertet (Lichtanlagen etc.), "Problemgrundstücke" (wie zB das Hertie-Haus) wurden und werden von der Stadt gekauft zwecks Aufwertung etc. Wo ist da die Vergleichbarkeit mit Ratingen West? Die teilweise stattfindende Verdichtung ist nicht per se schlecht, wenn die Architektur stimmt (wie zB Bechemer Carree). Finde die Entwicklung von Ratingen Mitte sehr positiv. Die diversen, auch im Forum aufgeführten Bausünden sind vorhanden, klar. Aber die neuen Projekte zeigen in eine andere Richtung, natürlich auch begünstigt durch die gute finanzielle Ausstattung der Stadt. So jedenfalls mein Empfinden.

  • Wallhöfe

    Ich verstehe nicht die negative öffentliche Meinung über die Wallhöfe.


    Die negative Meinung über die Wallhöfe kommen nicht von ungefähr:


    Hier wird wiederholt was man in der Architektur der 60er bereits missachtet hat (West) und einem 20 Jahre später auf die (un-)sozialen Füsse gefallen ist.
    Hier orientiert sich die Architektur an der gewünschten Funktion. Nämlich der gewünschten großen Verkaufsfläche für den Einzelhandel (Das war auch Grundidee der neuen Heimat: Viele Menschen möglichst unter Ausnutzung der Fläche unterzubringen). Diesem Umstand ist es zu verdanken, daß die Wallhöfe wie eine Trutzburg daher kommen, da der Sockel annähernd fensterlos ist. Dies wird zwangsläufig dazu führen dass Ein- und Zugänge im Erdgeschoss mit der Zeit vermüllen,beschmiert werden (soziale Kontrolle fehlt da da keiner wohnt der sich kümmert), unansehnlich werden und letzlich auch zu einem negativen Erscheinungsbild des Umfelds des Busbahnhofs führen.


    Ein weiterer Punkt ist der Versuch die Barrierefreiheit aufgrund der großen Freitreppen in die obere Ebene mittels Aufzügen herzustellen.


    - Die gehen erstens öfters kaputt
    - verursachen (hohe) Betriebsnebenkosten
    - sind unpraktisch


    Dieses Gebilde lädt einfach nicht zum flanieren ein und man muss einen "Berg" überwinden um in die Innenstadt zu kommen.


    Die Architektur der Häuser auf dem Sockel gelingt jedem 7-jährigen mit Lego. Es passt leider überhaupt nicht dahin. Eine Verbesserung wäre es immerhin schon wenn man den Sockel in Bruchsteinoptik der Stadtmauer ausführen würde (die ja historisch da verlaufen ist) und noch in Teilen (Rathaus, Wallstraße) erhalten ist. Das würde zumindest ein verbindendes Element zur Innenstadt schaffen. Die Häuser sollten dann zumindest mit Natursteinplatten verkleidet werden. Es wird weahrscheinlich wieder der profane Putz der nach 5 Jahren aufwendig wegen Grünspan neu gestrichen werden muss....


    Ein gelungeneres Beispiel ist das Klemensviertel in Kaiserswerth, da geht man auch 30 Jahre später noch gerne hin und es wirkt immer noch frisch (da verklinkert).


    In den Arkadenhöfen hat man den Supermarkt auch in den Keller gelegt mit dem Ergebnis, dass man die ebenerdige Ebene als Fußgängerzone nutzen kann und das Ensemble stammt ebenfalls aus Ende der 80er (teilweise Natursteinfassade).


    Es ist das gleiche (Trauer-)spiel wie an der Turmstraße Ecke Oberstraße. Dort hat die Stadt ja auch mit dem Brecheisen versucht einen Supermarkt ins EG zu quetschen (den niemand dort braucht) um Gewerbesteuereinnahmen zu generieren, obwohl der Investor dort hauptsächlich Wohnungen bauen wollte. Ende vom Lied: Investor springt ab, da die Aussicht auf dauerhafte Vermietung einer so großen Einzelhandelsfläche gering und risikobehaftet ist. Die Wohnungen wären weggegangen wie warme Semmeln (Architektur war allerdings nicht so prall). Die Innenstadft hat, wie alle Mittelstädte sowie schon ein Vermietungsproblem im Gewerbebereich, da wäre es sinnvoller wieder mehr Menschen das Wohnen in der Stadt zu ermöglichen die dann da auch einkaufen würden. Das selbe sollte man auch an den Wallhöfen anstreben. Wallburg wäre aktuell der passendere Name.


    Das Ratinger Bauamt, wie auch das Stadtmarketing sind eine Katastrophe.

  • Vergessen darf man bei aller (berechtigter) Kritik nicht, dass der Platz Ewigkeiten ein SChandfleck der Stadt an prominenter Stelle war. Nichtsdestotrotz hätte ich mir einem Wettbewerb nach dem Erwerb des Grundstücks durch die Stadt gewünscht und keine Direktvergabe. Zu den Fakten: Immerhin sind 69 barrierefrei Wohnungen in dem Objekt vorgesehen. Kritisch finde ich daran, dass alle in der Hand eines Investors sind, der diese vermietet. Stadtnahe Flächen sind naturgemäß rar, Wohnungsprojekte in Mitte gehen derzeit an Investoren oder Genossenschaften, die die Wohnungen vermieten (Bechemer Caree, Wallhöfe). Das mag für die Verwaltung einfacher sein, ist für den Markt aber nicht förderlich. Das von Audi80 erwähnte Projekt Turmstr./Ecke Oberstr. wäre immerhin mit freiem Verkauf auch an Verbraucher gewesen.