Nachnutzung Flughafen Tegel

  • Man darf wohl davon ausgehen, dass größere Projekte auf dem Areal auch entsprechende Investitionen in den Öffentlichen Nahverkehr bedingen... momentan gibt es jedenfalls nur den Flughafenbus und der wird dann sicher nicht mehr dort halten ;).

  • ^ich dachte wir reden über eine Nachnutzung des Areals. Dass strukturell für das TXL Terminal schon seit langem kein Budget mehr besteht, dürfte wohl klar sein. Aber darum geht es hier nicht, sondern um ca. 460ha urbanisierbare Freifläche...

  • 70 Mio für Beuth-Campus in Tegel

    Der Teilumzug der Beuth-Hochschule nach Tegel ist nun beschlossene Sache. Ab dem Wintersemester 2015/2016 sollen 1500 von ca. 10.000 Studenten hier studieren. Dafür werden vermutlich ca. 15.000m² zur Verfügung gestellt. Dort sollen vor allem die Studiengänge und Forschungsschwerpunkte rund ums Leitprofil "Urban Technologies" angesiedelt werden, u.a. Erneuerbare Energien, Gartenbau und Landschaftsplanung. Hierfür soll es Teststrecken und "modernste Labore" geben und auch die Gründerwerkstatt soll mit nach Tegel umziehen. Ein Komplettumzug der Hochschule ist somit aber offensichtlich vom Tisch. Die Beuth-Hochschule freut sich dennoch über die Planungen und die geringe Entfernung zum alten und neuen Hauptcampus in Wedding (ca. 3,5km).


    http://www.berliner-zeitung.de…en,10809148,18448018.html

  • ich hoffe, dass das nicht wie mit tempelhof eine lange und unnötige debatte darüber geführt wird, wie und was man daraus entwickeln könnte. es wird hoffentlich bebaut und ein zweites, modernes adlershof! aber wahrscheinlich gehen wieder einige linke und hippi öko leute auf die straßen und demonstrieren für grünflächen wovon belrin eigentlich genug hat! es ist echt nervig, dass in berlin alles so langwierig ist und immer gegegn alles neue demonstriert wird, gerade immer von grünen und linken orientierte personen! berlin brauch, wie württemberg, wo ich lebe, mehr cdu-ler! die sind nehmlich offener für wirtschaft, entwicklung usw...


    grüßle

  • Ich freu mich sehr fuer den Beuth Hochschule, sie hat es verdient und ich hoffe, dass seine Wert kann nur groesser werden.


    @ ironson
    Stimmt absolut, aber glaubt mir, dass diese Hippiespielplatz beendet wird. Wir sind nicht mehr in die '90 und die Stadt ist erwachsen genug.

  • berlin brauch, wie württemberg, wo ich lebe, mehr cdu-ler! die sind nehmlich offener für wirtschaft, entwicklung usw...


    Wohaha Brüller des Tages! Berlin braucht mehr rechts-konservative, korrupte CDU-ler? Ich glaub es hackt! Von denen hatten wir hier schon mehr als genug, ich sag nur Landowski und Diepchen! Diesen Kriminellen hat diese Stadt einen großen Teil der über 60 MRD Euro Schulden zu verdanken. Danke, aber solche Vögel könnt ihr behalten und gleich neben Mappus wegen Korruption vor den Kadi zerren!

  • ironson

    Also langsam haben wir ja begriffen, dass in Berlin alles dringend größer, spektakulärer und moderner werden muss. Schließlich muss man an die goldenen Zwanziger anknüpfen und wieder die Nummer eins in Europa werden usw. Und glaube mir, dass auch ich so eine Entwicklung sicher nicht bedaueren würde. Man muss aber auch ein bisschen realistisch sein. Berlin hat gewaltige Altlasten und einen immensen Schuldenberg (nicht zuletzt auch dank der letzten CDU-Regierung), da ist das bisherige wie das momentane Tempo durchaus erfreulich.


    Zum Thema: Tegel ist schon jetzt nicht mit Tempelhof vergleichbar. Tempelhof darf in meinen Augen gerne eine bürgernahe Attraktion bleiben und das Alliertenmuseum aufnehmen und darüber hinaus auch weiterhin einige flexible Freiräume behalten. Ein wenig Improvisation und grüne Wiese passt doch bestens zum Wesen Berlins (immerhin haben sich schon diverse interessante Nachnutzungen ergeben von Mode über Musik bis IT und auch ein Schaufenster für Berliner Technologien halte ich weiterhin für realistisch). Hier in Tegel hingegen gibt es seit Jahren aufwändige Studien und Planungen und nun mit dem hier vorgestellten Masterplan eine klare Marschrichtung. Auch eine Initialzündung gibt es mit mit der Beuth-Hochschule und entgegen aller Unkenrufe gibt es offensichtlich sogar bereits erste Interessenten. Die Richtung ist vorgegeben, die Bewegung ist angestoßen, das Tempo kann man sicher forcieren aber nicht gänzlich bestimmen. Es bleibt zu hoffen, dass es in den folgenden Jahren und Jahrzehnten viele erfolgreiche Investitionen geben wird.


    P.S.: Ein modernes Adlershof ist übrigens ein logischer Widerspruch. Aber auch dort hat die Erfolgsstory Jahrzehnte gedauert (inklusive der Anfänge in der DDR-Zeit). Beim Euref und ähnlichen Projekten sieht man, dass es immer sehr viel Energie und Ausdauer braucht und auch eine große Flexibilität.

  • Sehe ich genauso - und ich möchte ergänzen das es mir wichtig erscheint das man bei Tegel frühzeitig einen Masterplan entwirft der außerdem nocht die naheliegende Umgebung berücksichtigt. Ich kann mir gut vorstellen das man dort eine Mischung aus Industrie, Hochschule und Forschung hinbekommt - wobei der Schwerpunkt auf Industrie und Hochschule liegen sollte.


    Wenn man es schafft einiges an Verarbeitender Industrie wieder nach Berlin zu bekommen, schafft man es vlt. auch irgendwann den großen Stock an Langzeitarbeitslosen abzubauen...


    Berlin braucht eine hohe Dynamik und gleichzeit einen hohen Anspruch an die Stadtentwicklung. Wer nach Berlin als Tourist kommt, kennt evtl. bereits Rom, Paris und London oder auch Barcelona - man muss sich auch international messen können...Gleichzeitig die Füsse aber auf den Boden behalten (Ausgabenpolitik) und die bestehenden sozialen Strukturen und sozialer Friede nicht gefährden. (Gentrifizierung, verfehltes Quartiersmanagement)


    .. gerade immer von grünen und linken orientierte personen! berlin brauch, wie württemberg, wo ich lebe, mehr cdu-ler! die sind nehmlich offener für wirtschaft, entwicklung usw...


    grüßle



    Bitte bitte hör auf mit deinem Stuttgart-Gelaber - bitte beschäftige Dich ein bißchen mit den Verhältnissen in Berlin - hier hat die CDU erst dazu beigetragen das die Karre in den Dreck gefahren ist. Nun kein Geld in den Kassen ist, die die von Dir geforderten ambitionierten Projekte umzusetzen.
    Ich will keine politische Diskussion führen, aber das CDU besonderen wirtschaftlichen Sachverstand hat, halte ich für eine Mär - und die angepriesene Offenheit hätte ich dann gerne ein Beispielen belegt.

  • Während Mehdorn von einer Offenhaltung bis 2018 spricht, gibt es von Seiten des Projektteams längst Hoffnungen und Bestrebungen nun wenigstens noch im Jahr 2015 den Umzug und damit den Umbruch für Tegel zu schaffen. Jetzt wurden einige neue Daten genannt:


    Positives:
    -Das Geld steht offenbar bereit: Insgesamt sollen in 20-30 Jahren 600 Mio für die Entwicklung ausgegeben werden (250 Mio davon von Bund und EU, gut 150 Mio vom Land Berlin, ca. 200 Mio sollen durch Eigenmittel des Projekts kommen (aus Miet-, Pacht- und Verkaufserlösen). Hinzu kommen private Investitionen.
    -Die vorbereitenden Planungen laufen gut, bis 2015 soll auch entsprechendes Baurecht herrschen.
    -Erste Ankermieter sind bekanntlich die Beuth-Hochschule und die Feuerwehr-Akademie. Auch einige kleine Technologieunternehmen aus der Stadt könnten gleich mit einziehen, wenn es so weit ist. Es gibt auch einige andere Interessenten, kurz vor Schließung des Flughafens dürfte es dann richtig los gehen (so war es jedenfalls bevor der frühere Termin plötzlich platzte). Weitere Mieter müssen aber stets in das Raster passen, sonst bekommen sie keine Flächen.


    Negatives:
    -Ein deutsches Technologieunternehmen wollte ursprünglich 20ha von insgesamt 80ha haben, ist aber wegen der Verzögerungen inzwischen komplett abgesprungen. Aus selbigen Gründen mussten auch die anderen Interessenten hingehalten werden. Man kann nur hoffen, dass das bis 2015 gut geht und dann der Übergang klappt. Mehdorns eigene Zukunftspläne tun da natürlich nicht gut.


    http://www.morgenpost.de/flugh…-zum-Technologiepark.html

  • Ich denke die Verzögerung der Stillegung von TXL bereitet die Gelegenheit, das Nachnutzungskonzept noch einmal grundsätzlich zu modifizieren.
    Angesichts der zunehmenden Wonungsknappheit sollte Tegel nicht in erster Linie als Industriepark, sondern als vollwertiger gemischter Stadtteil entwickelt werden, dort können neben Arbeitsplätzen sicher ca. 15.000 Wohnungen für ca. 30.000 Einwohner enstehen, was dann auch einen Weiterbau der U 5 nach Tegel rechtfertigt.
    Vorbild könnte die Seestadt Aspern in Wien sein, wo übrigens auch auf einem ehemaligen Flughafen auf 240 ha bis etwa 2030 Wohnraum für 20.000 Einwohner sowie 20.000 Arbeitsplätze entwickelt werden sollen.
    Hier gibt es noch ein stylisches Filmchen dazu, ein Schmankerl für alle die gerne gepflegtes Austrodeutsch hören...;)
    Die Verlängerung der U-Bahn nach Aspern geht übrigens in diesem Herbst in Betrieb, obwohl die ersten Bewohner erst nächstes Jahr einziehen...:eek:

  • ^Die Idee für Wien klingt eigentlich auch ganz gut. Aber ich glaube nicht, dass sich für Berlin noch etwas Grundlegendes ändern wird. Zudem ist hier ohnehin auch eine Mischnutzung angedacht. Wenn ich mich mal selbst zitieren darf:



    -220 von insgesamt 460 Hektar sind für den Kernbereich Wissenschaft, Industrie, Dienstleistungen und Start Ups reserviert. In Randlagen soll Wohnraum geschaffen werden und es wird ausgewiesene Bereiche für Grünflächen und Freizeitaktivitäten geben.


    Toll fände ich aber, wenn man die U5 wirklich auch in diese Richtung hin verlängert. Allein, ich glaube (leider) nicht daran...

  • Ich denke eine Verlängerung der U 5 wird nur dann durchsetzbar sein, wenn neben Wissenschaft, Start-Ups und Industrie eine nennenswerte Mantelbevölkerung auf TXL lebt; soweit ich weiß, sieht der Rahmenplan für Tegel zur Zeit nur ca. 2000 Wohnungen vor, was lächerlich ist und sicher nicht die nötige Nachfrage für eine U 5-Verlängerung darstellt, ich denke das Minimum liegt hier eher bei 10.000 Wohneinheiten, besser noch 15.000.
    Beim letzten Schinkelwettbewerb (studentischer Städtebauwettbewerb) gab es Entwürfe für eine Bebauung Tegels mit bis zu 20.000 Wohnungen für bis zu 40.000 Einwohner, das ist auf 460 ha problemlos machbar und sicher besser, als das Tempelhofer Feld anzunagen und dort am Ende doch noch nicht einmal 5000 Wohnungen zu haben.
    Zudem könnte ein so initiierter Weiterbau der U 5 der Einstieg in ein meiner Meinung nach notwendiges U-Bahn-Bauprogramm sein, mit dem eine echte Reduzierung des Individualverkehrs überhaupt erst realistisch wird; zumindest der 200-km Plan sollte mittelfristig realisiert werden, wenn Verkehrswende und wachsende Stadt unter einen Hut gebracht werden sollen.

  • Also ich bin dafür die alte Siemensbahn wieder zu revitalisieren und nach Tegel weiter zu führen. Hätte auch den Charme, dass ein Bahnanschluß für anzusiedelnde Industrie zur verfügung stehen würde.

  • @ 52
    Ich fände eine direkte Ost-West-Erschließung des dann ehem. Flughafengebietes durch einen Abzweig von der U6 hinter der Station Afrikanische Str. bzw. Kurt Schumacher Platz günstiger. Vor allem dann, wenn man das Gebiet in billiger, offener Bauweise erschließt und nicht wartet bis alles zugebaut ist und dann teure Tunnelröhren bohrt. Das wird allerdings durch das gegenwärtige Finanzierungssystem (Kosten-Nutzen-Analyse > 1 in der Planungsphase) verhindert. Aber vielleicht ist das ja geändert, bis die Sache spruchreif wird. Und man muss das Dogma aufgeben, dass eine U-Bahn-Strecke nur von einer Linie befahren werden darf.

  • Nein. Sie haben selbst in diesem Bereich getrennte Gleise bzw. Tunnel, was für den Betrieb sehr gut ist. Das Beispiel München zeigt aber, dass man Strecken verzweigen kann. Bei einem Zugabstand von ca. 5 Min. kann man zwei Linien durchaus über eine gemeinsame Strecke führen. Bei weniger wird es kritisch. Frankfurt bringt es fertig, sogar 4 Linien über eine gemeinsame Strecke zu führen.


    Dogma ist in diesem Fall eigentlich der falsche Ausdruck, besser wäre gewesen "Man müsste den Luxus aufgeben ...".

  • Frankfurt bringt es fertig, sogar 4 Linien über eine gemeinsame Strecke zu führen.


    Klar, wenn man sich auf Straßenbahn-Niveau beschränkt und das Ganze dann U-Bahn nennt, passt es schon. Ich denke aber nicht, dass die Systeme ansatzweise vergleichbar sind.

  • Tut mir leid: Im Tunnel zwischen Adickesallee und Südbahnhof wird auf Signalabstand gefahren und nicht wie bei der Straßenbahn auf Sichtabstand. Dasselbe macht die Berliner U-Bahn auch. Die Möglichkeit vier Linien zu "packen" liegt daran, dass einige Linien ausreichend lange Taktzeiten haben.