InW | Rheinische Straße/ "Unionviertel" & Dorstfeld

  • Heinrichblock

    Der Heinrichblock an der Heinrich- und Paulinenstraße (über 250 WE) stammt aus den Jahren 1898 bis 1908. Alleine im Jahr 2009 sanierte der Spar- und Bauverein für 2,9 Mio. € (zweiter Bauabschnitt). Neben einer Komplettüberholung der Fassaden wurde auch der Innenhof neu gestaltet. Das gesamte Projekt umfasst drei Bauabschnitte und wird letztendlich 8,5 Mio. € kosten. Anfang Januar beginnen dann die Arbeiten am dritten Bauabschnitt. - Hört sich auf jeden Fall vielversprechend an. Bei Gelegenheit werde ich mir das Ganze mal genauer anschauen und natürlich auch ein paar Fotos mitbringen. -


    WR

  • Ich bin's mal wieder;-))


    Hallo Nick, eine Frage: Ich finde die städtebaulichen Bemühungen im östlichen Teil der Rheinischen Straße, inklusive der durchdachten Investitionen des Spar- und Bauvereins, durchaus ok und hätte auch vor 2,5 Jahren fast selbst dort investiert (da die Pläne ja bekannt waren), aber die ursprünglichen Konzeptionen gingen weit über die Dorstfelder Brücke Richtung Westen hinaus und da sehe ich auch aktuell nichts, was diesen Teil der Rheinischen städtebaulich jemals aus den negativen Schlagzeilen über Ghetto-Bildung, Neonazi-Ansammlungen, "Dark-Room"-Ängsten und Stigmatisierung der dort wohnenden Bevölkerung heraus ziehen könnte.


    Ist Dir da mehr bzw. Gegenteiliges bekannt???

  • vaikl

    Servus! Der Bereich zwischen Dorstfelder Brücke und Dorstfeld ist in der Tat problembehaftet und wird dies wohl auch noch ein paar Jährchen bleiben. Soweit ich weiß zieht am Ende des Jahres auch noch das gemeinsame Versorgungsamt der Städte Dortmund, Bochum und Hagen in Richtung Wall. Somit wird das dominierende Gebäude (ehemaliger Hoesch-Verwaltungsbau) auf diesem Abschnitt fast leer stehen. Dennoch bin ich optimistisch, dass in den nächsten Jahren der "Sprung" über die Brücke gelingen wird. - Zur Erinnerung: Die ersten Maßnahmen, das Unique lass ich mal als Sonderfall außen vor, nach Eröffnung der neuen U-Bahnlinie begannen direkt östlich der Dorstfelder Brücke (Sanierung des Berufskollegs, Bau- und Sparverein), erst danach ging es in Richtung Innenstadt weiter (U-Turm, Kölbl Kruse, Westentor, Lange Straße). Mein Fazit: Der Niedergang des Viertels dauerte fast ein Vierteljahrhundert. Nur noch wenige Jahre und der östliche Abschnitt der Weststadt ("vor" der Dorstfelder Brücke) wird wieder recht ansehnlich sein. Hoffentlich entsteht dadurch ein Impuls für die verbleibenden 500 Meter im Quartier. Übrigens halte ich es für sinnvoll sich zuerst auf die Brachfläche gegenüber dem West-Center zu konzentrieren. Meine Hoffnung hier ruht ganz klar auf Limberg Immobilien. Schon bald wird das Triagon fertig gestellt sein, beim FZW ist das schon geschehen, Zeit also für ein neues Projekt. -

  • Rheinische Straße 22

    Die Sanierung des aus der Gründerzeit stammenden Gebäudes, siehe auch Beitrag #20, ist beendet. Was heraus kam ist in Sachen Farbgestaltung sicherlich Geschmackssache. Außer Frage: Die Werbetafel ist keine Bereicherung. Wie dem auch sei, ein Altbau ist gerettet und fünf, sechs weitere Gründerzeitbauten in der Häuserzeile könnten auch eine zeitnahe Sanierung vertragen.



    Quelle: Mein Bild

  • ^ Die anderen fünf, sechs Gründerzeitler werden dann hoffentlich so saniert, dass der Eindruck, es handelt sich hierbei um historische Gebäude, sich nicht nur erahnen lässt. Der grelle Fassadenanstrich sieht natürlich auch reichlich daneben aus, auch wenn die vertikale, graue Betonung der Fassade farblich perfekt zur Ampelanlage davor passt.

  • Aufwertung durch Zwischennutzung

    Das Stadtumbaugebiet Rheinische Straße gliedert sich in zwei Bereiche: Da wäre zuerst der Bereich östlich der Dorstfelder Brücke. In den letzten Jahren flossen hier bereits viele Mio. € in die Aufwertung des Quartiers. Resultat: Zwar noch ausbaufähig, aber alles in allem wurde der Turnaround geschafft, siehe (nicht vollständige) Übersicht der Projekte. Leider beschränken sich diese fast ausschließlich auf den östlichen Bereich des Umbaugebietes. Das Problemkind ist und bleibt der Bereich westlich der Dorstfelder Brücke (hohe Arbeitslosigkeit, Ladenleerstand, Unterversorgung mit Frei- und Sportflächen, Lärmemission durch verschiedene Quellen):



    Quelle: Google Earth


    Nüchtern betrachtet bietet das Viertel rund um die St. Anna Kirche aber durchaus Potenzial (viele Gründerzeitbauten, Innenstadtnähe). Um dieses abzuschöpfen, muss es zu einer stetigen Verbesserung des Umfeldes kommen. Ein erster Schritt in die richtige Richtung könnte das Projekt "Freiraum auf Zeit" des Ministeriums für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen sein. Ziel ist die Qualitätssteigerung bzw. Inwertsetzung des Wohnumfeldes, eine bessere Versorgung des Quartiers mit Sport- und Spielflächen und neue Grünflächen. d.h. Durch recht geringe Investitionen ist eine Aufwertung machbar. Dabei kann es aber natürlich nicht bleiben. Das Projekt des Landes kann nur Mittel zum Zweck sein, private Investoren ins Quartier zu locken bzw. den Hausbesitzern das Investieren schmackhaft zu machen. - Dass das möglich ist, zeigt der Bereich östlich der Dorstfelder Brücke ja schon heute. - Problematisch dürfte allerdings die Nachnutzung eines ehemaligen Verwaltungsbaues der Hoesch AG werden (Mieter ist noch (?) das Versorgungsamt Dortmund, Bochum, Hagen). Fazit: Die Verantwortlichen haben noch sehr, sehr viel Arbeit vor der Brust, auch wenn der Bereich westlich der Brücke recht überschaubar ist (Ost-West-Ausdehnung ca. 500 Meter). Auf geht's!



    Quelle: Wikimedia, GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Urheber: Smial


    Freiraum auf Zeit

  • "U-Westend" und "2-3 Straßen"

    Zwei weitere Projekte zur Aufwertung des Quartiers sind das so genannte "U-Westend" und "2-3 Straßen". Letzteres stammt vom Berliner Konzeptkünstler und Documenta-Teilnehmer Jochen Gerz. U-Westend: Ziel des Projekts ist das Interesse der Anwohner für das neue Zentrum der Hochkultur zu wecken und das U in das Stadtumfeld einzubinden. - Bekanntlich wird das U ab Mitte 2010 zum "Zentrum für Kunst und Kreativität". - Dabei liegt der Fokus auf folgende Inhalte:

    • Überwindung architektonischer, städtebaulicher und sozialer Grenzen
    • Sichtbarmachung des Charakters / der Erscheinungsbilder des Viertels
    • Förderung des interkulturellen Verständnisses


    Anfang 2010 eröffnet ein Projektbüro in der Adlerstraße 41, das als Informations- und Anlaufstelle dient. Das Projekt ist eine Kooperation zwischen dem Seminar für Kunst und Kunstwissenschaften der Fakultät Raumplanung der TU Dortmund, dem Ostwall-Museum, dem Verein für baukulturelle Bildung JAS e.V. und der Jugendkunstschule balou e.V. 2-3 Straßen: Im Jahr 2010 sollen nach Gerz’ Plänen mehrere dutzend Künstler kostenlos in leer stehenden, sanierten Wohnungen an der Rheinischen Straße leben und arbeiten. Ziel des Projekts ist die Schaffung eines "Kreativ-Milleus" weit über 2010 hinaus. - Anmerkung: Bereits heute richten sich immer mehr Künstler, Freiberufler und Studenten im Quartier ein. Grund: Nähe zum Stadtzentrum + günstige Mieten. -


    U-Westend


    2-3 Straßen

  • Quartiersarchitekt + Haus- und Hofbegrünung

    Seit Beginn des Jahres können sich sanierungswillige Hausbesitzer an einen Quartiersarchitekten wenden. Dieser bietet eine kostenlose Erstberatung (Umbaubedarf; Kostenschätzung; Informationen über Fördermöglichkeiten, -gelder) für Eigentümer an. Die Projekt-Laufzeit beträgt verhältnismäßig lange vier Jahre. Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Förderung der Haus- und Hofbegrünung: So können die Gestaltung und Begrünung von Freiflächen bezuschusst werden. - Fazit: Ich bin der Meinung, dass die Stadt die Probleme des Viertels erkannt und den Bewohnern/Eigentümern die richtigen Lösungsansätze anbietet. Nun sind die direkt betroffenen Menschen selbst an der Reihe das Viertel lebens- und liebenswerter zu gestalten. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt und zugleich auch ein bißerl optimistisch. -


    Quartiersarchitekt


    Haus- und Hofbegrünung

  • Heinrichblock

    Bekanntlich wird der zwischen 1898 und 1908 errichtete Heinrichblock (über 250 WE) in drei Bauabschnitten für 8,5 Mio. € modernisiert, siehe hier. Die "optische und funktionale Wohnwertverbesserung" steht im Mittelpunkt des Projekts (die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt haben bereits begonnen). Soll heißen: Die Fassaden werden modern + farbig gestaltete - aktuell sind diese fast schwarz, siehe hier - zudem erhält fast jede Wohnung zur Innenhof-Seite einen Balkon. Der Innenhof selbst wurde bereits neu gestaltet. Akzente wurden u.a. durch eine gezielte Beleuchtung besonders schöner Bäume gesetzt. Vorgegebenes Ziel an die Planer: Eine Wohlfühlatmosphäre ohne Angsträume.



    Quelle: Spar- und Bauverein zu Dortmund

  • Eure Ideen sind gefragt

    Ich habe gerade meine Diplomarbeit angefangen und hab mir dazu das Grundstück Rheinische Str./Möllerstr. ausgesucht. Es ist von dem Eigentümer wohl schon eine Planung fertig, aber mein Projekt ist ja auch rein fiktiv, daher ist es nicht zwingend, dass ich mich an den B-Plan halte, der Mischnutzung mit hohem Wohnanteil vorsieht.
    Nun schweben mir 2 grobe Themen vor Augen und würde gerne eure Meinung und weitere Ideen dazu wissen.
    Das eine würde ein Stadtteilzentrum, wo man das Quartiersbüro, ein Café, Hausaufgabenhilfe, Kinder- und Jugendarbeit, betreutes Wohnen (für jung oder alt), barrierefreies Wohnen findet. Eine Begegnungsstätte für alle Anwohner vom westend.
    Das andere wäre die künstlerisch-kulturelle Richtung mit einem kleinen Künstlerhotel, Ateliers, Café, Galerien, Kunstpädagogik.
    Wie ihr ja auch schon schriebt, sehe ich es nicht, dass die gesamte Fläche bebaut wird, sondern lediglich ein Teil...ein Platz mit Grün soll weiterhin Treffpunkt bleiben und Leben in die Stadt bringen.
    Vielleicht habt ihr ja dazu anregenden Schreibstoff.

  • Quartiersanalyse "Union-Viertel"

    Das "Union-Viertel" erstreckt sich von der Dorstfelder Brücke im Osten bis zur Emscherbrücke im Westen, siehe aber auch hier. Dieser Bereich ist das eigentliche Sorgenkind im "Stadtumbaugebiet Rheinische Straße". Aus diesem Grund wurde im Herbst 2009 begonnen, eine kleinräumige Quartiersanalyse durchzuführen:


    Das Viertel umfasst insgesamt 151 Wohngebäude (926 Wohnungen), bei einem, für Dortmunder Verhältnisse, sehr hohen Leerstand von 9,4 Prozent (3,6 Prozent im gesamten Stadtgebiet). Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, dass 80 Prozent (!) der Bauten im Viertel vor 1949 errichtet wurden. Viele Fassaden sind in einem schlechten Zustand (45 Prozent entlang der Rheinischen Straße und 20 Prozent im übrigen Untersuchungsgebiet).


    Entwicklungsschwerpunkte nach der Analyse (eine hohe Bedeutung kommt dabei dem Bund-Länder-Förderprogramm "Stadtumbau West" zu):

    • Sicherung und Ausbau von Gewerbenutzung und Arbeitsplätzen
    • Sicherung innenstadtnahen Wohnens
    • Städtebauliche Aufwertung
    • Ausbau von Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten
    • Aufbau sozialer und kultureller Infrastruktur
    • Aktivierung und Organisation des Vor-Ort-Engagements


    Wer sich ganz genau informieren möchte, kann dies hier tun:
    Abschlussbericht der kleinräumigen Quartiersanalyse (pdf)

  • Das Gebäude liegt leider in einem eher unbeliebten Stadtteil. Man kann nur hoffen, dass sich dafür eine weitere Verwendung findet.


    Bei dem neuen Gebäude handelt es sich doch sicher um das 3- oder 4-stöckige Gebäude, was direkt längs zur S-Bahnstrecke liegt. Oder?
    Da ist so weit ich weiß unten nur eine Weiterbildungsschule drin und die oberen Etagen sind schon so lange leer, wie ich denken kann.

  • Ehemalige HOESCH-Verwaltung

    Der Bezirksbürgermeister der Innenstadt-West, Friedrich A. Roesner, bringt für den neoklassizistischen Komplex die Fachhochschule als Nachmieter/-nutzer ins Gespräch (Quelle). - Zwar handelt es sich nur um einen Denkansatz, er sollte aber meiner Meinung nach unbedingt weiterverfolgt werden. So könnte die Ansiedlung einiger Fachbereiche der benötigte Impulsbringer für das Quartier Dorstfelder Brücke sein. Günstigen Wohnraum für Studenten gäbe es bei einer Leerstandsquote von 9,4 Prozent auf jeden Fall in Hülle und Fülle. -

  • Rheincarrée

    Wie bereits hier erhofft, ist die Brachfläche an der Rheinischen Straße/Möllerstraße bald Geschichte. Insgesamt entstehen etwa 13.700 m² Wohn- und Nutzfläche (76 Wohnungen und ein Pflegezentrum). Die Dogewo und die Comunita Seniorenhäuser investieren 20 Mio. EURO. In der nächsten Woche soll noch eine modifizierte Fassadenfront zur Rheinischen Straße vorgestellt werden. Die in der Visualisierung zu sehende fand im Gestaltungsbeirat keine Zustimmung. Die Arbeiten sollen zeitnah beginnen. (Quelle)



    Quelle: Architekt Claus-Dietrich Böllinghaus/Westfälische Rundschau

  • Rheincarrée | 29. April 2011

    Die Tiefbauarbeiten dürften wohl bald beginnen. So war von Archäologen weit und breit nichts zu sehen und der Bagger der Unternehmung Pletzinger dürfte sich wohl nur bedingt für Ausgrabungen eignen. Hier ein Foto des Baufelds vor der Einzäunung und im Anschluss noch zwei schnelle von heute Nachmittag.



    Quelle: Mein Bild



    Quelle: Mein Bild

  • Rheincarrée | Fassadenwettbewerb

    Die Fassade des Rheincarrées wurde mittlerweile überarbeitet. Der Gestaltungsbeirat empfahl den von Kroos + Schlemper eingereichten Entwurf (u.a. Ziegelfassade; Betonung des Abschnitts Rheinische Straße/Möllerstraße; kein Staffelgeschoss).



    Rheinische Straße/Möllerstraße
    Quelle: Kroos + Schlemper Architekten



    Quelle: Kroos + Schlemper Architekten



    Quelle: Kroos + Schlemper Architekten

  • Aha? Wie kommt denn dieser grundlegende Wandel von der eher konventionellen Wohnhausfassade zu dieser doch eher modernen, standortgemäßen Bürohausfassade zustande?


    Na jedenfalls freue ich mich, dass diese ewige Brache nun anscheinend endlich bebaut wird und wahrscheinlich zu einer deutlichen Veränderung und Aufwertung des Stadtbildes in der Weststadt (Westend?) führen wird.

  • Rheincarrée

    Anders als noch Ende April erhofft, beginnen die Arbeiten erst im Spätsommer oder im Herbst 2011. Außerdem: An der "Lange Straße", in Richtung Condorweg, wird ein weiterer Baukörper errichtet. Dieser schließt direkt ans Carrée an, siehe hier. Investor ist ebenfalls die DOGEWO21. Somit entstehen auf der Brachfläche 59 Wohnungen, 23 Appartements, ein Facharztzentrum, eine Sparkassen-Filiale, ein Seniorenwohnheim und eine 62 PKW fassende Tiefgarage. (Quelle)

  • Die eigentlichen Arbeiten am Rheincarrée haben wohl begonnen, siehe hier. - Nach den umfassenden Bestandssanierungen an der Heinrich- und Paulinenstraße werden aktuell weitere Gründerzeitler aufgehübscht. Bereits abgeschlossen ist die Maßnahme Rheinische Straße 146