Zukunft des Rathausforums / Marx-Engels-Forums

  • Den keilförmigen "Marktplatz" zwischen Rathaus und Neptunbrunnen gibt es ja schon.

    Aber warum plant man darauf jetzt vereinzelte Bäume?

    Ich glaube nicht, dass das so kommt.


    Die von Bäumen eingerahmte Wiese auf dem MEF mit Blick auf HF und Fernsehturm wird bestimmt ein sehr attraktiver Ort, ähnlich dem James-Simon-Park. Ein bis zwei Kioske, für Getränke und kleine Speisen, sollten aber dort schon hin.


    Ingesamt gefällt mir die Planung als zentraler Freiraum mit vielen attraktiven Sicht- und Wegebeziehungen, sowie einem hohen Freizeitwert für Alle.

  • Ich finde den Siegerentwurd, nach erstem Studium, auch am passendsten(er übernimmt die Formensprache der Anlage vorm Fernsehturm, denkt sie weiter und kreiert eine spannende Situation vorm Ufer). Interessant wäre jetzt das Lichtkonzept zu kennen.


    Und wie meine Vorredner schon schrieben, bei guter Pflege wird's sicher ein sehr schöner Ort.

  • Mein Optimismus in Sachen Rathausforum hat sich bestätigt. Im Koalitionsvertrag gibt es sogar eine Extra-Passage zum Rathausforum:

    "Das Rathausforum/Marx-Engels-Forum soll auf der Grundlage des Wettbewerbsergebnisses als öffentlicher Freiraum zügig partizipativ realisiert werden." (S. 11)

    https://www.tagesspiegel.de/be…um-download/27845258.html


    Das klingt alles ziemlich gut, und ich hoffe, dass wir schon bald erste Arbeiten am Rathausforum und Marx-Engels-Forum sehen werden.

  • Ich finde den Entwurf ziemlich trivial - dafür dass das Gelände nun Jahre um Jahre mehr oder weniger eine Abladestelle für Baucontainer war...


    Ich kann auch nicht erkennen wie mit dem Problem der Spandauer Str umgegangen wird - diese zerschneidet ja bekanntlich dias Rathausforum vom Marx Engels Forum.

  • ^ In Video wird kritisiert, dass das Beteiligungsverfahren lediglich als Online-Format umgesetzt wurde. Das ist doch klar, dass damit von vorne herein bestimmte Zielgruppen ausgeschlossen werden. Jüngere Menschen sind häufiger im Internet unterwegs als ältere. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.


    Könnte es vielleicht sein, dass man durch die Wahl des Beteiligungsformats von vorne herein beinflusst, dass bestimmte Zielgruppen am Beteiligungsprozess seltener teilnehmen als andere? Könnte es vielleicht sein, dass die ältere Generation, die noch die Vorkriegsbebauung persönlich erlebt hat, seltener an Online-Formaten teilnimmt, weil sie keine "digital natives" sind? Könnte es vielleicht sein, dass unter dieser älteren Generation häufiger Menschen zu finden sind, die sich eine Wiederherstellung der Vorkriegsbebauung gewünscht hätten, als unter jungen Menschen?


    Fragen über Fragen ....


    Alle geht nur über einen Volksentscheid und selbst bei diesem nehmen tendenziell eher die direkten Anwohner:innen als auch die Befürworter einer bestimmten Bebauung als auch die Gegner teil.

    Und selbst der würde 790.000 volljährige Bewohner Berlins aufgrund ihres Passes ausschließen.


    Wie man es dreht und wendet: man muss in einem Beteiligungsverfahren bestimmte Personengruppen fokussieren. Warum dort jetzt ausgerechnet Menschen, die die Vorkriegsbebauung noch erlebt haben, eine besondere Rolle spielen sollen, erschließt sich mir nicht. Erstens nicht, weil das darauf hindeutet, dass die Befriedigung von Nostalgie und nicht der Versuch allgemeine Qualität herzustellen, den Beteiligungsprozess vorantreiben soll. Und zweitens, weil die wenigen, die das Vor-Kriegs Berlin überhaupt noch bewusst wahrnehmen konnten, die Fertigstellung der Rekonstruktion gar nicht mehr erleben würden. Städte bauen sollte man dann doch eher für diejenigen, die sie auch noch erleben können.

  • ArdeyFresh

    Du machst es dir ziemlich einfach. Mit deinem Beitrag kannst du dich nahtlos in den Mainstream einreihen, der hier ohnehin schon von 90% der Foristen vertreten wird.


    Eine Information, die wirklich neu und damit auch diskussionswürdig wäre, kann ich deinem Beitrag leider nicht entnehmen.

  • Wenn ich mir den Siegerentwurf anschaue, dann ist es doch nichts halbes und nichts ganzes. Wo soll denn da eine tatsächliche Verbesserung sein, wenn unregelmäßig da Bäume aufgestellt werden und sonst quasi nix sich ändert?

    Aber es war schon immer meine Meinung, dass man ohne einen großen Wurf da sowieso nichts mehr retten kann.

  • Wer nichts sehen will, der sieht auch nichts. Und wer hier nur ein paar versetzte Bäume sehen will, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

    Ich freu mich über die Neugestaltung. Ganz besonders über den neugestalteten Bereich gegenüber der Ostseite des HF.

  • Also ich habe mich mittlerweile mit etlichen Leuten über den Siegerentwurf unterhalten, und ich habe nur positive Kommentare gehört. Ich habe auch bisher noch keinen Presseartikel gelesen, der dem Siegerentwurf Mängel unterstellt hätte, Insgesamt finde ich, dass das Büro Stephan Lenzen hier einen richtig guten Job gemacht hat und noch machen wird. Nicht zuletzt deshalb wurde die zügige Realisierung des Siegerentwurfes im Koalitionsvertrag verabredet. Man kann auch mal zugeben, dass etwas gut läuft in Berlin.

  • Kommt wohl wirklich drauf an mit wem man sich in welchem Zirkel innerhalb welcher Blase auch immer unterhält.


    Ich kann mich mit ner grünen Nackttanzgruppe um nen Baum setzen, progressiven Architektenyuppis um ne betonverschalte Holzkiste oder mit hobbyhistorikern um ne postkartensammlung von Wilhelms Berlin ich werde in jeder Abteilung ein recht homogenes Meinungsbild abrufen können.


    Nach meinem Dafürhalten und meinen Erfahrungen und selbst hier erlesbar, sind die Haltungen zu dem Vorhaben aber vielgestaltiger und differenzierter.


    Ich persönlich kann mit der Lösung am ME Forum bisher immer noch nichts anfangen - die Aussicht auf die polarisierende spröde Stellafassade ist für mich in etwa so pittoresk und erbaulich wie n schicker Ausblick auf ne Gefängnismauer.


    Freunde des frühen Rationalismo mögen den Anblick der Ostseite vielleicht gelungen finden und im Spannungsfeld zur plumpen überdimensionierten ostmoderne, rundherum, und den Puppenstubenplatten mag das sogar durch nen Erklärbär vermittelbar sein.


    Das Ergebnis dieser Flächenplanung steht für mich weiterhin in keinem Verhältnis zu Zeit und Aufwand, den man um dieses Areal betrieben hat.

    Das Gebiet hat eine Stadtweite Bedeutung, dem Ziel und Ergebnis für mich in keinster Weise ausreichend und merklich entsprechen.


    Es taugt nicht mal als romantischer Landschaftsgarten der von malerischen Sichtachsen und hübschen kleinteiligen Überraschungen und interessanter Bepflanzung lebt.


    Ein Parkplatz für Picnicdecken bleibt für mich inadäquat an dieser Stelle.

    Mit dem Blick auf Rathaus, Fernsehturm und Kirche hat man zwar ein Konglomerat von historisch bedeutungsschwangeren Hochpunkten, innerhalb der ordinären Restbebauung, die diese Fläche fassen,

    die Quasi-Wirkung wird uns jedoch auf Jahrzehnte erhalten bleiben, bis die Bäume ausreichend an Höhe gewonnen haben um die jetzige Kesselwirkung, die von den unansehnlichen Betonburgen an den Flanken der Fläche ausgeht, überwunden sein wird.


    Ich sehe perspektivisch kein einleuchtendes Gestalterisches Element entstehen, was dem Stadtraum hier zur Hilfe gereicht sondern nur Kosmetik mit dürftigen Mitteln, die den Istzustand weiter festschreibt.

    Es bleibt also alles wie es ist- man wird sehen, wie sich dieses Konzept in Zukunft bewährt und wie stark daran festgehalten wird oder welche Gedanken hierzu mehr Berücksichtigung und Ausbauten erfahren sollten. Das Gebiet ist mit ner ganzen Reihe entwicklungsbedachter Stadträume verzahnt - wie sich die Dynamiken dort letztlich auf das Forum auswirken kann niemand so wirklich absehen.

    Mich überzeugt das konzept zum MEForum bisher nicht, und ich verbuche es als Interimslösung - schwer reversible Markierungen wurden schließlich nicht gesetzt und so ne modisch gepimpte Wiese stellt für reifere, mutigere Überlegungen erst mal kein Hindernis als nachhaltiger bedeutsamer Wert dar.