Zukunft des Rathausforums / Marx-Engels-Forums

  • Am Besten finde ich allerdings,dass die Senatsverwaltung doch immer noch verzweifelt an die Umsetzung des Kollhoff-Plans glaubt.Auf den Panoramen sieht man ständig die Hochhäuser.

  • Spreesurfer: Der Alex war doch gar nicht gefragt. Hier geht's um das Marienviertel, das der Senat Rathausforum nennt. Bei den Entwürfen ist nichts Neues, alles schonmal zu DDR-Zeiten aufgemalt gewesen. Nur braucht die Riesenbrache niemand mehr...

  • Ob die "Riesenbrache" niemand mehr braucht, kann man doch in einem demokratischen Prozeß mal durchspielen...
    Und genau dazu dienen diese Entwürfe, sie sind Grundlage für eine Werkstattdiskussion, d.h. die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung setzt hier auf ein partizipatorisches und dialogisches Verfahren, allein das ist ein Riesenfortschritt an Planungskultur gegenüber dem autoritären, apodiktischen Vorgehen, was noch vor nicht all zu langer Zeit dort üblich war...
    Und ich finde, daß manche Vorschläge eine schöne Grundlage sind, um den großen Freiraum des Rathausforums zu inszenieren und attraktiv zu machen...
    Ich brauche da keine Altstadt...

  • Ich wäre mit fast allen von den vorgestellten Denanstößen zufrieden. Nur dieses komische Konzept "Markthalle" fänd ich unpassend. An eine größere Bebauung an dieser Stelle denke ich eh nicht, weil dafür keine Nachfrage bestehen wird, sonst wäre der Alex auch schon längst mit Hochhäusern zugeplastert.

  • Ich halte die Idee eines Marktplatzes für sehr gelungen:


    http://www.welt.de/multimedia/…bellini_DW_Po_979457g.jpg


    quelle: welt.de


    Ein möglicher Marktplatz mit einer weiterführenden Fußgängerzone bis zur Spree mit rundum Bebauung würde der ganzen Gegend bestimmt deutlich mehr Leben einhauchen und wäre eine Aufwertung des ganzen Areals. :lach:


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    Bato

  • Ich denke, wenn man das Areal in irgendeiner Weise bebauen möchte und nicht die besherige Freifläche aufwerten will (das ist ja auch ein gangbarer weg), sollte man den Bereich in kleinere Flächen strukturieren. Dies kann in einer Weise geschehen, dass mehrere Plätze (an der Spree und vor dem Rathaus beispielsweise) enstehen, während andere Teile bebaut werden. Die Größe der Fläche, die als Park oder ähnliche Grünfläche noch annehmbar wirkt, durch ein ebensolch großes Bauwerk wie den verlinkten Marktplatz oder den im Workshop vorgschlagenen Arkadengang zu betonen, fände ich unglücklich.

  • Weiß nicht, ob es hier bereits gezeigt wurde: Chipperfield, Graft und Kiefer haben ein wenig gesponnen und im Auftrag der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung fünf Szenarien für das Rathausforum entworfen, berichtet das Baunetz:


    • Bei den Uferterrassen wird das Rathausforum geflutet; es entsteht eine Art Binnenalster als Ausbuchtung der Spree.
    • Für den Archäologischen Garten werden vor dem Roten Rathaus mittelalterliche Fundamente ausgegraben.
    • Für den Stadtpark entstünde die größte Grünfläche zwischen Tiergarten und Volkspark Friedrichshain: der Berliner Central Park.
    • Für die Städtische Bühne säumen Arkaden eine freie Fläche – Platz für Veranstaltungen und Demos aller Art.
    • Die Esplanade schließlich ist der Kompromiss, der Elemente der beiden vorgenannten Szenarien vereint: mit Baumreihen und freier Fläche in der Mitte.


    Das Ganze wurde wohl gestern vorgestellt.

  • Das soll ja nicht nach einem Spam-Kommentar klingen, aber:


    FLUTEN!!


    Ich finde, das sieht, neben der Variante des Berliner Stadtparks am Besten aus.


    Wobei es eine solche Idee sowieso in Berlin nicht schaffen würde - vor allem mit dem aktuellen Senat nicht - die Linke flutet das Marx-Engels-Forum, soweit wird's wohl kaum kommen! :lach:

  • Find ich auch, das Wasserbecken macht das Ganze viel urbaner. Der Marktplatz wirkt so, als wäre er ziemlich slummig, außerdem machen es die Treppenstufen zur Kirche noch schlimmer.


    Einen Riesenplatz braucht man nicht, das würde das Ganze noch verschlimmern und im Sommer würde sich niemand auf diese glühende Platte drauftrauen.


    Allerdings wären die Gebäude am Rand, insbesondere die sanierten, gut vermieteten aber absolut häßlichen Gebäude neben dem Roten Rathaus absolut fehl am Platz!

  • Also mal abgesehen von der Flutung des Areals sehe ich bei keiner der angedachten Varianten eine wesentliche Verbesserung zum derzeitigen Zustand... Aber sind die Grundstücke tatsächlich so wertlos, dass man außer Wiese, Wasser, Beton keine Verwendung dafür findet?
    Berlin wäre dann wohl die erste Großstadt, die freiwillig einen größeren Innenstadtbereich aus Ideenlosigkeit vernichtet.

  • Fluten wäre okay, aber soweit wie im Plan vorgesehen finde ich ästhetisch ein bisschen schräg: Ein Fernsehturm direkt am Wasser? Dann lieber noch eine breitere Uferpromenade zwischen Fernsehturm und Wasser!

  • Die Binnenspree ist ja an sich ne nette Idee - aber mal ehrlich, Aufwand rechtfertigt wohl kaum den Nutzen. Und dann Sacken noch Kirche und Turm ab oder so. Wenn wenigstens die umliegende Bebauung jener der Binnenalster entspräche...Als ob es nicht schon genug Wasser in der Stadt gäbe. Der Humboldthafen unterscheidet sich ja auch nicht sehr von der Idee, abgesehen, von der etwas dezentralen Lage.
    Ich fände die Esplanade am realistischste und wünschenswertesten. Es würde die bereits bestehende weiterführen bzw. diesen Abschnitt auswerten. Bei dem Arch. Garten würde man wenigstens etwas lernen können, aber den den Park durch nen Park zu ersetzen...Das war doch nicht so ganz der Witz der Sache, oder? Von dem "Central Park" mal ganz zu schweigen. Den gibts doch schon. und wie beim Wasser hat Berlin ja wohl genug ja wohl genug Grün. Und diese Bühne? Ist ja nur dieselbe Brache mit irgendwas drumrum. Wär zwar entlastend für den 17. Juni, aber auch keine Verbesserung. Aber da das ja eh nur Spielerei ist, brauch man sich ja nicht den Kopf drüber zerbrechen.

    Einmal editiert, zuletzt von Ben ()

  • Warum entsorgt man nicht gleich die ganze fast 800 jährige Geschichte des Stadtkernes in einem Wasserbecken? Hatte die DDR auch mal vor. Oder doch eine Riesen-Kunsthalle der Stadt vor dem Rathaus. Hatten die Nazis auch schon geplant.
    Mal ernsthaft: uns muß doch erstmals in unserer Geschichte gelingen nicht alles platt zu machen sondern die verschiedenen Schichten des Ortes von 1240 bis heute einzubinden. Zumal bei den Grabungen viel von dieser Geschichte wieder zu Tage treten wird....

  • Die Binnenspree ist ja an sich ne nette Idee - aber mal ehrlich, Aufwand rechtfertigt wohl kaum den Nutzen. Und dann Sacken noch Kirche und Turm ab oder so.


    Das denke ich auch, da würde es sicherlich ernste Probleme geben mit dem Fernsehturm wenn man direkt daneben eine große Fläche aushebt, vermute dass es dabei statisch gesehen sehr aufwändig wär dies zu realisieren. :nono:


    Ich verstehe gar nicht was alle gegen einen Marktplatz haben und eine Fußgängerzone.


    Rund um den Marktplatz gäbe es natürlich neue Bebbauung bis auf die Zugänge zu NikoleiKirche und Rathaus bleiben frei. Dadurch würde dort eine ruhige Insel entstehen mit dem Neptun-Brunnen in der Mitte und Cafes, restaurants, bars, etc rundherum. :lach:

  • Hier herrscht die Angst vor der Leere!

    Solange es keinen ´Bedarf der Bebauung gibt, sollte man es auch lassen. Am ehesten sollten man an einer Parzellierung arbeiten, und die einzelnen Parzellen unter gewissen gestalterischen Auflagen, veräußern. Wenn dann Bedarf besteht, wird sich das Viertel langsam entwickeln. Man kann nicht gegen eine Gewisse Nachfrage alles dichtbauen. Ansonsten sollte man das Gebiet erstmal so belassen, wie es ist. Wen stört es denn so?

  • Vorgestern war ich in Berlin und bin mit den Fahrrad durch die Stadt gefahren.
    Und tatsächlich war ich überrascht, wie leer es in der Mitte von Berlin häufig ist...
    Gerade diese riesige Freifläche am Fernsehturm kam mir ziemlich öde vor.
    Grünanlagen in allen Ehren aber an dieser Stelle will ich mehr Stadt haben.

  • Ich sehe das ähnlich wie NewUrban. Solange kein besonderer Druck besteht die Freiflächen zwischen Fernsehturm und Spree zu bebauen, sollte man dies auch nicht tun. Je nach Betrachtungsweise sind solche weiten, unbebauten Flächen mitten im Stadtzentrum auch Qualitäts- und Alleinstellungsmerkmal von Berlin (auch wenn mir die gegenwärtige Situation nicht wirklich zusagt!).


    Dennoch dürfte es hilfreich sein, dass momentan so viel über diese Fläche diskutiert wird und verschiedenste Wettbewerbe durchgeführt werden. Es kann nicht schaden alle baulichen Möglichkeiten gründlich durchdacht zu haben, bevor man sich in 10-20 Jahren tatsächlich einmal entschließt das Marx-Engels-Forum/Marienviertel neuzubebauen (oder zu fluten ;-) ).

  • Man stelle sich mal vor, was alles so gebaut werden könnte. Wohnungen? Hotels? Einzelhandel? Büros? Besteht dafür denn eine spezielle Nachfrage, die es auch rechtfertigen würde die Freiflächen zu bebauen? Sicherlich würde eine touristische Nutzung an der Stelle irgendwie schon funktionieren. Aber will man das?


    Ich hoffe ja, dass sich im Laufe der Zeit eine Lösung von selbst herauskristallisiert, die dann nur noch aufgegriffen werden muss. Momentan passiert in Berlins altem Zentrum so viel (Humboldtforum, Neubebauung rund um den Molkenmarkt), da würde ich es für einen Fehler halten schnell auch noch den Bereich Spree-Fernsehturm zuzubauen. Lieber sollte man stattfindenden Entwicklungen in der Umgebung abwarten und ggf. aufnehmen und fortentwickeln. Das kann am Schluss auf die Wiederherstellung historischer Stadtstrukturen hinauslaufen, muss aber nicht zwingend.


    Wichtig ist es eine nachhaltige bauliche Lösung zu finden, die man in ein paar Jahrzehnten nicht gleich wieder ungeschehen machen möchte.