Umgestaltung Rathausforum / Marx-Engels-Forum

  • Danke für den Link. Die vom Herrn Goebel aufgeworfene Idee, dass der Erlös des Verkaufes der Neuparzellierung an die Nachfahren oder an eine Organisation gehen sollte ist vermutlich die Kardinallösung. Alle Erlöse in einen Fonds und wenn sich nach 100 Jahren noch jemand findet, hat man eine Regulierung.


    Unabhängig davon bin jedoch weiterhin der Ansicht, dass die Entschädigungsdebatte von den Bebauungsgegnern häufig als willkommener Debatten-Erstickungs-Vorwand genutzt wird. Einzuordnen in derselben Kategorie wie die Diskussionen um Überlegungen zu Randbebauung Tempelhofer Feld oder die Überplanung von Kleingärten in Citylagen.


    In dem Fall M-E-Forum sehr wünschenswert, aber politischer Selbstmord für denjenigen der es versucht.

  • ^ Für diese Fälle der Restitution gibt es meines Wissens die Jewish Claims Conference, die jedwede Ansprüche ermordeter Juden übernommen hat...


    Unnötiges Zitat des Vorposts gelöscht.

  • Gibt es denn neben der Treppe am Spreeufer auch weitere Konzeptbilder, wie Rathausforum und Marx-Engels-Forum in Zukunft aussehen werden? Konnte dazu nichts finden, dabei ist das kein unwichtiger Raum.

  • ^ … das kann ich mir ja gar nicht vorstellen, dass Du so rein garnichts gefunden hast. Wenn Du rathausforum berlin wettbewerb googelst hast Du auf Anhieb mindestens zwanzig Ansichten. Einfach mal ausprobieren, tut nicht weh. ;)

  • Jedes Mal, wenn ich mir den „Entwurf“ fürs „neue“ Marx-Engels-Forum anschaue, muss ich erstmal händeringend nach dem „Neuen“ suchen. Was vielleicht auch der Grund ist, warum Wiederbestuckung z.B. keine Konzeptbilder erkennen konnte.

    Ich habe das Gefühl, uns wird hier eine Interims-Maßnahme (nämlich der Erhalt des Forums im Ist-Zustand mit ein paar kleinen Schönheits-Eingriffen) als der große Coup verkauft – nur, damit man die Fläche noch ein paar Jahre brach halten kann, bis man dann hoffentlich eine Mehrheit für die vollständige Wiederbebauung der Fläche hat. Oder gar einer historischen Rekonstruktion.


    Einerseits ärgert mich dieses vermeintliche Für-Blöd-Verkaufen, anderseits würde ich mich auch freuen, wenn diese Idee wirklich hinter dieser Maßnahme steckt. Im Netz und den sozialen Medien kursieren immer mehr Renderings von Rekonstruktionen der Altstadt – es wäre einfach solch ein Wahnsinns Upgrade für die Lage und würde zudem hunderte neue Wohnungen und Handels- und Gastroflächen in Premiumlage schaffen.


    Machen wir uns nichts vor: Die Wiese (das Forum) wird auch nach seinem „Update“ zwischen den gigantischen Straßen und vorm Fernsehturm nicht die Gemütlichkeit besitzen, dass dort viele Menschen freiwillig in der Sonne picknicken werden.

  • ^ Was Sie so alles wissen wollen. Die reinste Spekulation. Nichts anderes. Und ja, es gibt viele Menschen, die sich auf das neue Forum freuen.

  • ^ Erstens: Ja, richtig, Spekulation, als nichts anderes habe ich es ausgegeben. Zweitens: Wirklich? Was ist denn – außer der Treppe – so neu, als dass sich die Menschen darauf freuen? Was bitte wird durch den geplanten „Umbau“ das Forum derart attraktiv und anders machen, dass die Wiesen auf einmal stärker genutzt werden?


    Das Marx-Engels-Forum ist nicht das Champ de Mars und der Fernsehturm nicht der Eiffelturm. Die Idee, dass dort ein freier Platz gehalten wird, den die Bürger zum gemütlichen Verweilen annehmen, ist eine Illusion. Und dazu noch reine Platzverschwendung.

  • Was bitte wird durch den geplanten „Umbau“ das Forum derart attraktiv und anders machen, dass die Wiesen auf einmal stärker genutzt werden?

    Es sind auch eher keine Liegewiesen zum Sonnenbad oder flanieren, aber es ist trotzdem wichtig, dass dieser von so gut wie jedem Tourist mindestens einmal besuchte Ort in vernünftigem Zustand ist. Das ist er momentan nicht. Für eine Bebauung bin ich prinzipiell auch, aber man muss sich ehrlich eingestehen, dass die auch Risiken hat. Einen Würfelhusten aus weißen Rauputz-WBM-Fassaden möchte ich dort jedenfalls nicht sehen. Warten wir doch erstmal ab, ob sie es hinbekommen die "neue-Altstadt" im Marienviertel ein Stück weiter rechts mit Lebendigkeit zu füllen oder ob auch dort so biedere, sterile Kisten hingesetzt werden, wie am Schinkelplatz.

  • ^ Ich lebe jetzt schon lang in Berlin und war zuvor schon oft als Tourist oder zu Besuch hier, und das Marx-Engels-Forum habe ich bis dato vermieden und höchstens beim Vorbeifahren betrachtet. Und ich weiß, dass es vielen anderen auch so geht. Seine Bedeutung für den Tourismus würde ich nicht überschätzen.


    Die Fläche schreit einfach danach, endlich bebaut zu werden. Aber da sind wir uns ja scheinbar einig. Und ja, auch da bin ich bei Ihnen: Wenn die Bebauung dann endlich kommt, bitte keine einfallslosen Kästen und Rauputzfassaden, sondern aufwendige klassische Stile, am Geschmack der Allgemeinheit und der Historie orientiert. Am einfachsten wäre wahrscheinlich eine Rekonstruktion.

  • ^ Ich lebe jetzt schon lang in Berlin und war zuvor schon oft als Tourist oder zu Besuch hier, und das Marx-Engels-Forum habe ich bis dato vermieden ….


    Wenn die Bebauung dann endlich kommt, bitte keine einfallslosen Kästen und Rauputzfassaden, sondern aufwendige klassische Stile, am Geschmack der Allgemeinheit und der Historie orientiert. Am einfachsten wäre wahrscheinlich eine Rekonstruktion.


    Ich habe so lange in Berlin gelebt wie Du alt bist und immer habe ich all meinen Berlin-Besuchern mit Vorliebe das MEF gezeigt und alle waren sehr beeindruckt. Denn soetwas gibt es nicht ein zweites Mal auf der Welt.


    Wieso meinst Du dass endlich eine Bebauung kommt???? Nirgendwo ist davon die Rede. Hier wurde ein Wettbewerb gewonnen der jetzt so umgesetzt wird wie Du weiter oben in von Forumsmitglied eryngium verlinkten Plan entnehmen kannst.

    Du forderst für die Bebauung ˋaufwendig klassische Stile…´ was auch immer das sein soll. Mit der Geschichte des Ortes hat es jedenfalls nichts zu tun weil dort keine aufwendig klassischen Stile vorhanden waren. Sondern eher schmucklose gewöhnliche fast ärmlich aussehende Gebäude.

    Vielleicht solltest Du dich einfach mal ein wenig mit der Historie des Ortes beschäftigen bevor Du hier so ins Horn bläst.

    Eine Rekonstruktion ist schon garnicht möglich und gewollt.


    Vielleicht solltest Du Dir auch im klaren darüber sein, dass eine Mehrheit der Bevölkerung für eine wie jetzt zur Umsetzung stehenden Veränderung , nämlich die einer Grünen Mitte, votiert hat und nicht für eine Bebauung jedweder Art. Deine Meinung ist somit eine Minderheiten Meinung!


    Nur um mal die Tatsachen ein wenig zurecht zurücken. Ist manchmal verdammt nötig hier.

    Einmal editiert, zuletzt von Camondo ()

  • ^ Ich frage mich wirklich immer wieder, wie diese Themen bzw. einfach andere Meinungen jemanden so aus der Haut fahren lassen können wie dich. Entspann dich mal ein bisschen, es gibt Menschen, die sehen es anders als du.


    Und ich habe mich vertieft mit der Historie dieses Ortes befasst und vor der DDR-Periode sah es dort vielerorts eben genauso aus wie ich es in meiner WUNSCHvorstellung (keine Tatsache, sollte man schon auseinander halten können) beschrieben habe. Eine Rekonstruktion wäre zu Teilen in jedem Fall möglich, und eine Anlehnung an diese erst recht. Im Übrigen habe ich nie behauptet, dass eine Bebauung kommen wird, ich habe hoffnungsvoll spekuliert. Get your facts straight ;)


    Ist doch schön, wenn der Status Quo des Marx-Engels-Forums dich glücklich macht, mich macht er traurig :)

  • @Camendo: "...Denn so etwas gibt es nicht ein zweites Mal auf der Welt." Wie ist denn das wohl gemeint? Ist damit gemeint: einen Fernsehturm mitten im Stadtzentrum? Das ulkige Rentnerdenkmal? Einen hierher versetzten Brunnen, der ganz woanders hingehört? Eine ungepflegte Grünfläche? Ganz am Rand noch eine einsame Kirche, die ihre Umbauung durch Krieg und Abriss verloren hat? Dieses zusammengestückelte Sammelsurium? Ja - stimmt schon - sowas gibt´s wohl in keinem anderen europäischen Hauptstadtzentrum...

  • ^ Ich frage mich wirklich immer wieder, wie diese Themen bzw. einfach andere Meinungen jemanden so aus der Haut fahren lassen können wie dich. Entspann dich mal ein bisschen, es gibt Menschen, die sehen es als du …

    Gegen andere Meinungen ist rein garnichts einzuwenden, solange diese nicht so tun als würden sie für eine nicht vorhandene Obskure Mehrheit sprechen wie Du es immer wieder versuchst und dann mit nichts belegen kannst. Das ist einfach nur billiger Populismus. und dagegen werde ich immer angehen wo auch immer mir dieser begegnet. Obs Dir passt oder nicht.

  • Ich glaube, dass diese sogenannte „obskure Mehrheit“ viel größer ist, als Sie denken. Ich kenne viele Menschen, die eine Bebauung bevorzugen und auch ich muss zugeben, dass ich einer von ihnen bin.


    Das hat nichts, absolut nichts, mit Populismus zu tun.


    Ausserdem denke ich, wir sollten uns bemühen, etwas netter miteinander umzugehen. Danke.

  • Ich habe mir gerade die PDF mit den Plänen von Grün Berlin angesehen und finde, dass der Park ganz schön werden würde und das Marx-Engels-Forum gekonnt mit dem Fernsehturm in Szene setzt. Die Spandauer Straße zu signifikanten Teilen Fahrbahnen zu rauben und zu begrünen sieht nach einem genialen Schachzug aus. Zumindest fürs Fußvolk. Ich bin allerdings auch ziemlich entgeistert ob der Tatsache, dass man für diese vergleichsweise unaufwändige Maßnahme (hauptsächlich Wege entfernen und anderswo neue pflastern) offiziell von einem Zeitraum von 2024-2030 (!) spricht.

    Gut, Berlin hat nicht sooo viel Geld, aber dieser Ort ist wirklich ein ziemlicher Restraum - und das mittem im Zentrum der Stadt.


    Einer Bebauung dieses Ortes stehe ich persönlich skeptisch gegenüber weil: erneut, Berlin ist arm. Diese prominente Fläche darf auf keinen Fall mit langweiligen 0815-Blöcken bebaut werden, wie man es für den Spreebogen einst beschloss. In Sichtweite zum Bundestag, also vielleicht einer der krassesten Locations Deutschlands, wird man begrüßt von unglaublicher Einfallslosigkeit. Mit dem Cube und Futurium als peppige Fotomotive für Leute mit ner Canon Powershot von 2009. Aber das nur am Rande, gehört ja eh nicht in diesen Thread:>

    Aber das begründet meine Befürchtung, dass das arme Berlin entweder keine hohe gestalterische Qualität bei privaten Bauherren durchsetzen oder keine Fortbildungen fürs Stadtplanungsamt finanzieren kann. Ein Wiederaufbau nach historischen Straßenzügen könnte vielleicht eine Lösung sein, um wenigstens gemütliche Kleinteiligkeit zu erzeugen, aber selbst dann gilt: Ohne Fassaden und Materialien bleibt das Glas weit weniger als halb leer. Vom neuen Molkenmarkt würde man dahingehend aber sicher irgendwelche Erfahrungen einbringen können.


    Aber ein schöner frischer Park zwischen Spree und Alex wäre hier wirklich was angenehmes.

  • Ja, die Planung erstreckt sich viel zu lang.


    Man sollte sich zunächst aufs Klosterviertel konzentrieren, die Breite Straße und den Alexanderplatz weiter entwickeln. Ich denke dann können wir uns das Areal erneut anschauen.

  • Die Befürworter einer Bebauung wünschen sich hier doch eine Rekonstruktion mindestens des Stadtgrundrisses und eine Privatisierung der Fläche mit hochwertiger Bebauung.

    Das steht komplett konträr zu der jetzigen öffentlichen Nutzung als Grünanlage in einem der größten Nachkriegsensemble, das mittlerweile genauso wie anderswo die ursprünglichen Nazibauten in der Identität der gesamtdeutschen Gegenwart angekommen ist.


    Ich bin mal gespannt was wirklich aus der Passage der Spandauer Straße wird. Die Straßenbahn ist ja schonmal wieder mal passe. Wird dann wohl doch wieder nur eine zusätzliche Fahrspur werden.


    Das schwierigste nach wie vor, finde ich, sind die Sockelbauten des Fernsehturms mit ihrem teilweisen Hinterhofcharakter. Aber deren Umfeld ist leider gar nicht Bestandteil der Umgeestalltung.


    Ein weiterer Punkt, der m.A.n. zu kurz kommt, ist die Karl-Liebknecht-Str. und hierbei insbesondere die Anbindung vom RH/MEF Richtung Hackescher Markt / Dom / Lustgarten.


    Das sollte dringend angegangen werden. Diese Straße ist für Fußgänger ein großes Hindernis und beeinträchtigt daher auch die Nutzung des neuen MEF.

  • Ich glaube, dass diese sogenannte „obskure Mehrheit“ viel größer ist, als Sie denken. Ich kenne viele Menschen, die eine Bebauung bevorzugen ….


    Hierzu läßt sich sagen, dass 2015 ein breit angelegter Bürgerbeteiligungprozess initiert wurde der sich bis 2021 erstreckte. In über 200 teils hitzig und intensiv geführten Diskussionen und Veranstaltungen wurde um di3 zukünftige Gestaltung gerungen. Das jetzt zur Umsetzung anstehende Vorhaben ist das Ergebnis diese intensiven Dialoges zwischen allen Beteiligten, Bürgern, Stadt und interessenvertretern


    Ein Musterbeispiel für praktizierte Demokratische Entscheidungsf8ndung.


    Die Sache ist also nicht vom Himmel gefallen und hat die von Ihnen postitulierte ˋschweigende Mehrheit ´ überrollt.


    Demokratie heißt auch sich einzubringen zu beteiligen.


    Wenn Sie sich ausserhalb dieser Entscheidungsprozesse positionieren und es Vorziehen mit einer angeblich viel größeren Mehrheit zu schweigen ist das Ihre Sache.


    Kurze Pause im Thread, bitte auf private Streitereien verzichten. Danke.