Leipzig: Old Industry - Umgang mit Industriedenkmälern

  • Die Sanierung erfolgt durch die nebenan bereits ansässige BGL, geplant war dies schon ab 2022 und wurde durch die massiv gestiegenen Baukosten verschoben.

    Auf der Brache rechts daneben entsteht künftig noch ein Neubau, auf der Grünfläche links (nach Osten) entsteht leider auch noch ein größerer Neubau, die dort vor vielen Jahren bewusst angelegte Grünfläche wird also verschwinden, weil es in dem Gebiet ja schon so viel davon gibt (auf der gegenüberliegenden Seite ist bekanntlich schon die größere Zwischennutzung verschwunden)...

    Weitere Infos aus 2021:

    Altbaufan_
    14. April 2021 um 18:19
  • Naja, wenn richtige Parkanlagen der Neubebauung zum Opfer fallen, kann ich das Bedauern schon verstehen, aber das Streetview-Bild zeigt es ganz gut: drei halblegale Parkplätze und ein zerlatschter Rasen, ich glaube nicht, dass das der Top-Erholungsspot für die Bewohner des grafischen Viertels handelt, zumal der Block fast amerikanisch größtenteils mit Parkplätzen versiegelt ist.

  • Wassertürme lassen sich zu allem möglichen umbauen: In Leipzig-Liebertwolkwitz zu Wohnungen, in Delitzsch zu einem kleinen Quartier mit Wohnungen, Boardinghaus und spektakulärem Dachrestaurant, in Wurzen zu einem Kulturhaus mit Konzert- und Tanzsaal...

    Und in Leipzig-Leutzsch zu einer Kamin-Ausstellung. Kulturelle Veranstaltungen soll es in der auffälligen Kugel des städtebaulich prägnanten Turmes auch geben. Auf Instagram erfährt man, dass eine Auskragung mit drei Metern Durchmesser geplant ist. Der Leipziger Westen hat dann nicht nur eine "Oscar Niemeyer Sphere", sondern auch einen „GlobeSpace“. 2026 soll Eröffnung sein, ich bin gespannt.

  • In der Ratsversammlung im September soll der Bebauungsplan für das ehemalige Texafol-/Jute Spinnereigelände im Bereich Lützner-/Wiprechtstr. verabschiedet werden. Vorher soll noch der Städtebauliche Vertrag mit der LEWO für die Errichtung der ca. 240 Wohnungen, sowie innere und äußere Erschließung und weitere Nutzungen unterschrieben werden.

    https://www.l-iz.de/politik/brennp…-vertrag-630796

    https://www.lvz.de/lokales/leipzi…NAKLGX65X4.html

  • Dekoratives Anführungszeichen

    grünes Licht für den Bau von 340 Wohnungen auf dem ehemaligen Texafol Gelände

    Ich finde den städtebaulichen Entwurf rund und habe überhaupt gar nichts zu meckern. Großes Lob an die Beteiligten!

    • die großen Hallen werden abgerissen - schade, aber verständlich
    • Erhalt von fünf Eisenträgern bleiben als Erinnerung an die Hallen
    • dienen als Pergola für Quartiersplatz
    • innerer Platz ist gefasst von Neubauten mit Sozialwohnungen
    • alte Fassaden bleiben rundum bestehen, teils nur offene Fassaden als „Einfriedung“
    • Kesselhaus und Schornstein bleiben
    • histor. Gebäudeteil zur Lützner Straße für Gewerbe
    • 8% mehr Entsiegelung als bisher, Baumpflanzungen, neue Wege zum Kanal

    Weitere Details sowie Visualisierungen, Zeitplan, Zahl der Wohnungen, Investitionssumme findet man im Artikel.

  • ...und zum Dritten! Stumpf-Center Apel-/Bitterfelder Str.

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    Annäherung von der Berliner Str....

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    vorher:

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    In einem der Büros hing schon seit längerem ein altes Bild der Zigarrenfabrik Haschke:

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    ...die ihre Rauchwaren u.a. auch in der Gottschedstr. feilbot:

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    (hier zur Eröffnung aufgebrezelt)

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    Es besteht Anschluss an den modernen ÖPNV, heute wie damals...

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    Nach einem übersehenswerten Bauwerk folgt im Verlauf der Apelstr. dieses Objekt:

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    ...daran links anschließend:

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    ...gegenüber in der Wittenberger Str. weitere Sanierungskandidaten:

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    ...anschließend Wohnbebauung:

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    (wurde schon erwähnt, dass dieses Ensemble von der LWB zum Abriss vorgesehen war? Ja? Ok...)

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    Bonus: Straßenbahnfriedhof*ähm* museum.

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  • Dekoratives Anführungszeichen

    ...Weißenfelser Str. 71...

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    https://plagwitzer-hoefe.de/

    Ich hatte damals versäumt dieses Vergleichsfoto zu posten auf dem man erkennt, dass das Gebäude links ebenfalls erhalten wurde:

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    Gegenüber sah es vor einigen Monaten noch so aus - hier sollte ja an den Bestand angedockt werden:

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    Altbestand wurde dagegen an der Franz-Flemming-Straße entfernt (Nr. 11).

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    Die Franz-Flemming-Straße 35 wurde durch die DEKRA aufgewertet.

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    Ab Sommer hat man den unteren Teil des Stelzenhauses saniert:

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    Immer wieder spektakulär sind die Slackliner überm Kanal:

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    Die Sanierung ist nun abgeschlossen:

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    https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Stelzenhaus_Leipzig.jpg

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    In diesem Teil sind die Stelzen unangetastet geblieben:

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    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/comm…Stelzenhaus.jpg


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    In Sichtweite ist derzeit die Konsumzentrale eingerüstet:

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    Eigene Bilder

  • Weils so schön ist nochmal mein Senf zur Hugo-Haschke-Zigarrenfabrik-Stumpf-Center-Kontor-Evolution:

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    https://geheimtipp-leipzig.de/kaffee-und-zigarren/

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    Street View


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    Eigene Bilder

    Der MDR hat vor einiger Zeit einen Beitrag zu einem großen DDR-Wandrelief eines unbekannten Künstlers gebracht, welches ein Handwerker vor Jahren vor der Vernichtung gerettet hatte und das nun frisch restauriert in einem Konferenzraum des Stumpf-Kontors hängt. Leider ist der Beitrag nicht mehr auffindbar.

  • Einer Leipziger Sehenswürdigkeit droht der Abriss. Es geht um die Philipp Swiderski Maschinenbaufabrik, einer der schönsten Industriebauten der Stadt.

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    Foto: Freddo213, CC-BY-SA-4.0, Link

    Zwei Hallen wurden vor vielen Jahren ja leider schon abgerissen. Dass hier etwas anderes als das vom Eigentümer gewünschte Shoppingcenter entstehen soll, finde ich sinnvoll. B-Pläne machen Städte im Sinne der nachhaltigen Stadtentwicklung, nicht Immobilienbesitzer. Wenn der sogenannte Investor mit dem B-Plan nicht leben mag, soll er das Gelände halt verkaufen. Die Stadt Leipzig wäre wohl interessiert. jedoch "ist das Grundstück mehr wert als eine historische und als Kulturdenkmal eingetragene Fabrikanlage", heißt es. Was nach einem Abriss architektonisch zu erwarten wäre, zeigt die Nachbarschaft.

    Andere haben musterhaft gezeigt, wie man riesige Industriegebäude sanieren und vitalisieren kann, auch wirtschaftlich. Positivbeispiele gibt es in Leipzig nicht zu knapp. Wenn es die Firma Saller aus Weimar nicht gebacken kriegt und stattdessen ihr Eigentum verfallen lässt, muss sie sich wohl an die eigene Nase fassen. Die können wohl einfach nichts anderes als Shoppingcenter.

    Mehr Infos in der LVZ: https://www.lvz.de/lokales/leipzi…VZOUPHQHLM.html

  • JA, Eigentum verpflichtet trifft es hier halt. Und banales Shoppen gibt es gegenüber, nebenan, dahinter und jeweils eine Tramstation in beide Richtungen zur Genüge.

    Leipzig braucht noch ein richtig würdiges gescheites Druck- und Buchkunst-Museum. Das in der Nonnenstraße dürfte nicht nur zu klein sein/werden, es ist gemessen an der Bedeutsamkeit der Museumsstücke viel zu versteckt.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Druck- und Buchkunst-Museum

    Gemeint ist wohl ein Museum für die Leipziger Druck- und Buchgeschichte, denn das Deutsche Buch- und Schriftmuseum haben wir ja schon. Und die historische Druckerei in der Nonnenstraße, die ja noch rege aktiv genutzt wird, finde ich recht charmant. Es muss nicht immer alles groß und auffällig sein, finde ich.

    Besser für das Viertel und ökonomisch tragfähiger wäre nach meinem Dafürhalten eine Mischnutzung, wie sie die Stadt ja auch will. Eine auch kulturelle, gern auch museale Nutzung wäre toll, daneben anderes, was Leben in die Gegend bringt. Wohnen macht ein Gewerbegebiet kaputt, und auch Gewerbegebiete braucht die Stadt.

  • Das Schriftmuseum kümmert sich um die Ergebnisse der Drucker. Die umfassende und landesweit mit überragender Bedeutung versehene Druckindustrie nebst Druckmaschinenhersteller ist viel umfassender als das Gebäude in der Nonnenstraße an Platz bieten kann. Und wäre sogar standortgenau!

  • Soweit ich das verstanden habe, will der Investor explizit Wohnungen bauen, was angesichts der Marktlage für Gewerbeimmobilien und der Nachfrage nach Wohnungen sehr nachvollziehbar erscheint :/

  • In ein Gewerbegebiet gehören keine Wohnungen.

    Vor allem will der "Investor" ein Shoppingcenter bauen, was mit Blick auf das Portfolio der Firma nicht verwundert. Es ist einfach der falsche Eigentümer für so eine Immobilie. Das hätten die Verantwortlichen im Unternehmen längst einsehen sollen, anstatt gegen einen absolut nachvollziehbaren und zu akzeptierenden B-Plan anzukämpfen.