Leipzig: Old Industry - Umgang mit Industriedenkmälern

  • ^ Das sind in der Tat gute Nachrichten. Daran, dass die CG-Gruppe in Schwierigkeiten steckt, besteht sicher kein Zweifel, am Ende scheint sie aber auch nicht zu sein. Vielleicht ist deren Situation mit denen der Höfe am Brühl zu vergleichen. Dort sprang zu Beginn der Finanzkrise auch ein Geldgeber ab, so wie Florejin Invest bei der CG-Gruppe, und das Bauvorhaben verzögerte sich dadurch um 1 Jahr. Vielleicht kam es bei der CG-Gruppe nach dem Absprung von Florejin Invest auch zum Rechtsstreit, und man wollte dessen Ausgang abwarten. Aber alles nur Spekulation...

  • Polygraph-Fabrik in Anger-Crottendorf abgebrannt

    Nach dem Postbahnhof nun gleich der nächste Brand in der leerstehenden Halle der ehemaligen Firma Polygraph in der Theodor-Neubauer-Straße.


    Alte Polygraph-Fabrik im Leipziger Südosten brennt völlig aus
    http://nachrichten.lvz-online.…aus/r-meinvz-a-23303.html


    Donnerstag, 25. März 2010 09:58
    Leipzig-Anger-Crottendorf: Industriebrache abgebrannt
    http://www.leipzig-fernsehen.d…x?ID=5846&showNews=671401


    Zum Gebäudekomplex:
    http://giroplus.wordpress.com/…rause-werk-veb-polygraph/

  • Aromafabrik wird saniert


    Wie zuletzt hier vermutet, beginnt bald die Sanierung der alten Aromafabrik. Diese gehört allerdings nicht mehr zum Forum Thomanum, sondern wird von der Markkleeberger Firma Margaux sowie der 3D-Projektentwicklung, die bereits für die Massensanierung 91-97 sowie 101 verantwortlich war und auch das Nebengebäude Schreberstraße 4 saniert hat, in 48 hochwertige Wohnungen verwandelt. Die Investitionskosten betragen dabei 16 Mio Euro. Der Schornstein bleibt Großteils erhalten, an der Brachfläche an der Gustav-Mahler-Straße werden allerdings keine neuen Gebäude, sondern Parkplätze entstehen.


    In einem ersten Bauabschnott wird das Gebäude zum Schrebergässchen saniert, das Gesamtprojekt soll Ende 2011 abgeschlossen sein.


    Die Fabrik entstand laut LVZ nach Abriss von Waschhäusern in den jahren 1869/1870. Die Leipziger Aroma-Werke unterhielten Niederlassungen in New York, Kalkutta und Rio de Janeiro, 1920 entstand an der Schreberstraße eine der wenigen Cola-Nuss-Blasen weltweit.


    Hier eine Visualisierung der Aromafabrik von der Margaux GmbH.

  • Kohlrabizirkus wird geschlossen

    Die Freunde von der TLG lassen mal wieder von sich hören. Sie sind ja noch nie ein Freund von noch stehenden alten Gebäuden, besonders Baudenkmalen gewesen. Und nun dienen die Straßenbaumaßnahmen für den City-Tunnel und die Einschränkungen bei der Zufahrt dazu, den Veranstaltungsbetrieb in der Nordhalle Ende des Jahres einzustellen. Und bei der Gelegenheit wird auch gleich der Eisdom in der Südhalle mit stillgelegt. Dem Betreiber der mit 2200 Quadratmetern größten überdachten Eislauffläche Deutschlands wurde bereits gekündigt.


    LVZ-Online, 29.03.2010, 23:34 Uhr
    Citynews
    Kohlrabizirkus wird geschlossen
    Jens Rometsch
    http://nachrichten.lvz-online.…n/r-citynews-a-23929.html


    Radio Mephisto, Frühnachrichten vom Dienstag, 30. März 2010
    Der Kohlrabizirkus soll geschlossen werden.
    http://mephisto976.uni-leipzig…chten.html#nachricht_7334

  • Ein Schildbürgerstreich. Als ob die reinen Betriebskosten sinken, wenn die Hallen geschlossen werden. Als Besitzer dürfte die TLG die Hallen ja sicherlich nicht einfach verwahrlosen lassen und der Eisdom wird seine Betriebskosten wohl selber erwirtschaftet haben. Die Semmelweisstraße wird in 3 Monaten eröffnet, der Kohlrabizirkus wird dann so gut erschlossen sein, wie er es noch nie in seiner Geschichte war!


    Ich vermute, man will hier für die wohl recht weit gediehenen Verkaufsverhandlungen ein geräumtes Feld haben, d.h. keine störenden Mietverträge. Insofern will die TLG hier schienbar die Öffentlichkeit für blöd verkaufen. Aber damit bleiben sie sich immerhin ihrer Linie treu.

  • zur Aromafabrik:


    Wirklich eine gute Sache - das ganze Bachviertel nimmt so langsam Gestallt an - hier steigt der Standard stetig an.


    Nicht uninteressant dürfte das Eckgebäude werden. Ich denke dass es noch einer der wenigen Vorgründerzeitler in Leipzig ist und bei einer Bausumme von 16 Mill. kann ich mir eine gute Restaurierung vorstellen.

  • Ein paar Visualiesierungen zur bevorstehenden Sanierung der Aromafabrik (siehe #64).






    Bilder: Ingeneurbüro Morgenstern/Leipzig



    Zum Vergleich noch ein Detailbild des aktuellen Zustands der Duft- und Aromafabrik von User baukasten. Wie dj tinitus schon schrieb, hätte sie vermutlich nicht mehr lange durchgehalten.

    Bild: User baukasten

  • ^ Danke für die Bilder. Schade finde ich allerdings die doch recht auffälligen Penthouse-Aufbauten sowie die Bebauung der Hofdurchfahrten. Aber zu geschmäcklerisch sollte man da wohl nicht sein, es ist in der Tat höchste Zeit, dass die Fabrik gerettet wird.

  • MASCHINENFABRIK GEORG SPIEß


    Aktuelle Ansichten der ehemaligen Maschinenfabrik in Plagwitz >>



    An der Markranstädter Straße.



    Östliche Richtung.



    Blick auf den Turm - "Der eine Turm"



    Markranstädter Straße Ecke...



    ...Zschochersche Straße.



    An der Zschocherschen Straße.



    Blick auf das ehemalige CONRAD-Gebäude.

  • Um so mehr Nachkriegsbauten verschwinden um so mehr wird die Qualität des originalen Industriebau sichtbar. Interessant dürfte das Glasdach werden! Es geht also weiter voran in Plagwitz.


    Danke für die Bilder DAvE LE.

  • Zur Maschinenfabrik Georg Spieß bzw. noch besser bekannt unter dem Namen Philipp Swiderski siehe auch die vorige Seite unter den Beiträgen Nr. 54, 55 und 56.


    Wenn die wabernden Gerüchte stimmen, soll die jüngst beräumte Fläche nun mit einem Neubau für ein bekanntes Schnellgastronomie-Unternehmen bebaut werden - nicht das mit dem Doppel-M, sondern dem speziell für die Bürger ;-). Aber wie gesagt, erst einmal sind dies nur Gerüchte. Was der nach meiner Kenntnis in Weimar ansässige Eigentümer der Fläche, ein bekannter Schöpfer exquisiter Einkaufslagen wie dem "Reichseinkaufszentrum" aka "Arium" in Weimar auf dem Gelände des ehem. Gauforums in Weimar, der "Neuen Mitte" in Jena am Fuße des penis jenense und zahlreicher weiterer Fachmarktzentren vor allem in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Tschechien, nun mit dem Baudenkmal vor hat, ist mir leider nicht bekannt. Hoffentlich hat er etwas damit vor, nur ist er bisher nicht unbedingt durch denkmalpflegerische Leistungen aufgefallen. http://de.saller-bau.com/


    Auch nur gerüchtehalber hieß es, das im Hintergrund ebenfalls zu sehende Conrad-Gebäude solle in absehbarer Zeit fallen.

  • Ehemals im Tatort bald die Hofgärten

    Hallo, ich bin noch recht neu hier. Ich bin kein gebürtiger Leipziger aber verliebt in Leipzig und die alte Industrie. Einst war der Gebäude-komplex zwischen Lachstädter und Weißenfelser im Tatort aufgetaucht. Vor ca. 4 Wochen entdeckte ich, dass dort bald die Hofgärten entstehen sollen. Ein Wohn-Konzept.

  • ^ Willkommen im Forum und Danke für den Tipp. Die Weißenfelser Hofgärten hatten wir hier glaube ich wirklich noch nicht bzw. lange nicht mehr. Dabei soll das 1897 errichtete Wohngebäude (Hausnummer ist mir unbekannt) zur Weißenfelser Straße saniert und um Anbauten ergänzt werden. Auf dem dahinter liegenden Gelände zwischen Weißenfelser- und Lauchstädter Straße befinden sich 2-3 geschossige Hofgebäude, die früher in verschiedener Weise, u.A. von einer Tapisseriewarenfabrik, gewerblich genutzt wurden.
    Bei der Gestaltung der Außenanlagen ist geplant die historischen Gestaltungsmittel wie zum Beispiel das vorhandene Natursteinpflaster wieder zu verwenden und mit neuen architektonischen Elementen und moderner Gartenarchitektur zu verbinden. Dabei soll auch ein kleiner offener Wasserlauf erschaffen werden, der das Regenwasser zu einer Zisterne führt, welche zur Bewässerung der gemeinschaftlichen Grünflächen genutzt werden kann.


    Geländeübersicht (Vergleich heute):


    Das sanierte Wohngebäude zur Weißenfelser - links und recht werden Carports mit darüber liegenden Balkonen geschaffen. Gibt es so in Leipzig relativ selten, geht aber optisch voll in Ordnung (die Ansicht ist so natürlich gar nicht möglich, weil die Weißenfelser Straße sehr eng ist und man sich in dier Perspektive längst auf dem gelände des Westwerks befinden würde):


    Blick in den Hof:


    Bilderquellen: Wi Unternehmensgruppe


    Das Gelände wurde übrigens letztes (?) Jahr durch einen Brand erheblich beschädigt, hier der Zustand vom Dezember:


    Die linken Gebäude werden wohl abgerissen und durch Neubauten ersetzt, die rechten saniert:



    Schlau wie ich bin, habe ich natürlich das Wohngebäude nicht mit fotografiert ;)

  • Die beidseitigen Anbauten am Wohngebäude sind in der Tat ein guter Trick, um die Straßenfront optisch wieder zu verdichten und das Gebäude gewissermaßen abzurunden. Freigestellte ehemals eingebaute "Reihenhäuser" sehen sonst immer aus, als ob ihnen was fehlt. Abgesehen davon wird ein Eingriff in die denkmalgeschützte Substanz vermieden, wobei einige Gebäude der Zeit ja sehr gut auch mit ganz schlichten Balkonanbauten harmonieren.

  • Die LVZ berichtet in ihrer morgigen Printausgabe über die künftigen Planungen auf dem ehemaligen Rübesam-Areal in Plagwitz. Bekanntermaßen wollte dort die niederländische Firma Floreijn Invest zusammen mit der CG-Gruppe das 16 Hektar große Areal neu nutzen.


    Floreijn Invest entwickelt Rübesam Areal


    • Floreijn Invest entwickelt das Areal selber weiter
    • Weiterhin Zusammenarbeit mit Homuth + Partner sowie RKW geplant
    • Die bestehenden Einzelhandelsflächen von 2500 m², die bisher über das Areal verstreut sind, sollen an der Zschocherschen Straße verteilt werden - dafür hat RKW bereits einen baulichen Entwurf entwickelt, der Supermarkt, Drogerie etc. umfasst. Damit soll das C-Zentrum Karl-Heine/Zschochersche Straße gestärkt werden.
    • Mit der Stadt wird ein Vertrag geschlossen, der sicherstellen soll, dass auf dem Gelände kein weiterer zentrumsrelevanter Handel entstehen wird
    • In der Weißenfelser Straße 84 zieht ab Mai die Leipzig School of Design ein, die Weiterbildungen sowie professionelle Vorkurse für künftige Designstudenten anbietet - die ersten Kurse beginnen im August
    • In den Plagwitzer Kunst- und Gewerbehöfen sollen weitere Atelierräume, kleine Werkstätten, Büros und Wohnungen angesiedelt werden, gegenwärtig gebe es Mietanfragen, die einen Jahresumsatz von 2 Mio. Euro bedeuten würden


    Planungen der CG-Gruppe


    Eher negative, nichtsdestotrotz aber interessante Nachrichten gibt es von der CG-Gruppe. Die soll im Laufe des Jahres nach Berlin umziehen.


    • Die Sanierung der Bleichert-Werke soll 2011 starten
    • Das Interdruck-Gebäude sei zwei Jahre als neuer Standort für das Stadtarchiv freigehalten worden, allerdings hätte sich Leipzig dann für einen "deutlich teureren Neubau" entschieden* - was künftig mit dem Gebäude geschieht, sei unklar.


    * OT: Neubau Stadtarchiv


    Laut Stadt sprechen folgende Gründe für einen Neubau, für dessen Standort die Stadt ein bisher für Wohnzwecke vorgesehenes Grundstück an der Semmelweisstraße, unmittelbar neben der Deutschen Nationalbibliothek präferiert.



    • Die Unterhaltung eines Stadtarchivs ist eine hoheitliche Aufgabe
    • In der Salomonstraße hätte man eventuell bereits 2020 aus Platzgründen wieder ausziehen müssen - zu häufige Umzüge sind allerdings schädlich für das Archivgut
    • Der Neubau kann als Passivhaus errichtet werden, was niedrige Betriebskosten und die Nutzung von Fördermitteln emröglicht
    • Semmelweisstraße und Straße des 18. Oktober erhalten eine Attraktivitätssteigerung, zusammen mit der Deutschen Nationalbibliothek am Deutschen Platz kann sich das Stadtarchiv, in dem auch diverse Publikumsveranstaltungen stattfinden, zu einem kulturellen und sozialen Mittelpunkt des Stadtteiles entwickeln.
  • ^ welches grundstück meint die stadt konkret? das längliche auf der anderen seite der semmelweißstraße (also stadteinwärts) oder das große stück neben dem max-planck-institut? gehört ja der stadt.
    persönlich fänd ich ja das erstere klüger, weil es die straße einfassen würde und so entwicklungsmöglichkeiten für den deutschen platz offen lässt.

  • Ich sehe nur erfreuliche Nachrichten. Der Umzug der CG-Gruppe nach Berlin stört mich wenig, offensichtlich wird die (m.E. fürs Leipziger Stadtbild enorm wichtige) Sanierung der Bleichert-Werke weiter verfolgt. Und bei der niederländische Floreijn Invest, die wahrscheinlich ohnehin schon immer im Hintergrund die Fäden in der Hand hielt, scheint das Interesse an Leipzig ungebrochen. Ich glaube, zwischen beiden Unternehmen hat's ganz schön gekracht. Die Gründe für den Neubau des Stadtarchivs an der Semmelweisstraße, vis-à-vis von der Nationalbibliothek, finde ich ebenso nachvollziehbar und begrüßenswert. Sehr anschauliche Zusammenstellung übrigens, DaseBLN...

  • @ ungestalt: ich habe die Informationen mal im Thread Leipzig: Planungssituation zusammengefasst


    @ Cowboy: danke für die Blumen. Einziger Negativaspekt ist in der Tat, dass wohl die Interdruck-Pläne vorerst gestorben sind. Hoffen wir, dass sich alsbald ein neuer potenzieller Hauptmieter findet.