Leipzig: Old Industry - Umgang mit Industriedenkmälern

  • ^#36 et al.: Bezüglich der Spekulationen zu diversen CG-Projekten wäre anzumerken, dass die CG Bau GmbH, die auf der Homepage der CG-Gruppe nach wie vor als florierendes Unternehmen geführt und bepriesen wird, zwischenzeitlich nicht nur umfirmierte (zur "TW Bau GmbH"), sondern mittlerweile auch insolvent ist. Der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens wurde Ende des vergangenen Jahres mangels Masse abgewiesen. Daraus - und aus dem o. g. Umstand, dass CG auf der Homepage immer noch den Eindruck erweckt, CG Bau sei noch alive and kicking -, möge jeder die Schlüsse ziehen, die er oder sie für richtig hält. Nicht wenige Subunternehmer, häufig kleine Firmen, guckten jedenfalls in die Röhre.

  • Auch von mir Dank für die Info. Interpretiere ich das richtig, dass, wenn mangels Masse kein Insolvenzverfahren eröffnet werden kann, die großen Grundstücke u.a. in Plagwitz und Gohlis dann eher im Besitz der Floreijn Invest sein dürften?

  • ^Nein, davon wird man nicht ausgehen können. Die CG Bau ist/war lediglich ein Teil des Grönerschen Firmengeflechts und wurde regelmäßig von den anderen CG-Firmen mit der Erbringung der Bauleistungen beauftragt. Diese Leistungen wurden dann zu einem Großteil an Subunternehmer durchgereicht. Die einzelnen Objekte gehören regelmäßig eigens für diese gegründeten Objektgesellschaften, an denen dann die Investoren beteiligt sind.

  • ^ von der CG Ruppe hört man im Buschfunk der Bauwelt von größeren Problemen mit merheren Firmen. Zudem sind ja alle Baustellen derzeit auf Eis. Es sollte ja bekanntlich bei der Druckerei Salomonstraße und den Bleichertwerken Mitte 2009 losgehen. Es wäre wünschenswert dass die Holländer wieder einsteigen oder besser den Laden kaufen und die Projekte voran treiben. Die bisherigen Ergebisse in Plagwitz waren ja sehr gelungen an Revitalisierung der Industriebrachen.
    Als wichtiges Vorhaben (weil in Öffentlichkeitswirkssamster Lage) sehe ich die Druckerei Salomonstraße


    Inzwischen gehen auch einige Web-Sites der "CG-Familie" nicht mehr (beispielsweise CG-immobilien.de. Es läuft nur die Seite CG Gruppe.

  • Kleiner Gasometer wird Veranstaltungsort


    Wir hatten hier im Forum ja schon desöfteren spekuliert, jetzt ist es offiziell: Yadegar Asisi will ab Frühjahr den kleinen Gasometer neben dem großen, als Panometer bezeichneten Gasometer offizielle als Veranstaltungsort etablieren. Dieser wird zunächst kein Dach erhalten, sondern offen genutzt werden, allerdings können wir jetzt von einer relativen dauerhaften Sicherung der Bausubstanz ausgehen. :daumen:


    Quelle und weitere Infos: LVZ: Kleiner Gasometer wird Veranstaltungsort - bereits 400.000 Besucher in Amazonien-Schau

  • ^mein Beitrag:
    Inwieweit gehören einige Objekte wie die Bleichert Werke oder die Druckerei Salomonstraße den Holländern von Florejin Invest? Die legen auf ihrer Web Site doch laufend neue Fonds auf in Leipzig. Vielleicht wissen die ja den genauen Stand und streiten mit CG nur? Hoffen wir das, so das wenigstens die großen Vorhaben vorwärst kommen irgendwann.


    Vielleicht kaufen ja die Holländer die Restmasse von CG nun auf und machen alles alleine. Jedenfalls auf deren Web-Site tritt die CG Gruppe nicht mehr auf, was früher aber der Fall war.

  • Die Bauarbeiten der Kling Group an der ehemaligen sächsischen Hofbuchbinderei (#32 ff.) haben bereits begonnen:


    rechts vorne wird der Neubau entstehen:



    Blick ins Innere:


    #42: zumindest der Bau parallel zur Rackwitzer Straße wurde komplett abgebrochen, hier Stand letzter Sonntag:


    Wirklich schade, das Gebäude war imposant und definitiv erhaltenswert. Was mit dem (weniger erhaltenswürdigen) Quergebäude geschieht, weiß ich leider nicht:


    Eine Beobachtung aus Plagwitz: In der Markranstädter Straße wurde ein m.E. wenig erhaltenswertes Fabrikgebäude abgerissen, eventuell ein Zeichen dafür, dass es dahinter los geht?

  • Erhalten, was geht.

    #40 Strickwarenfabrik Berliner Straße:


    Na ja, auch ich freue mich über jede alte Fabrik, die erhalten, saniert und einer sinnvollen neuen Nutzung zugeführt wird.


    Wenn Du Dir den Westflügel der Strickfabrik anschaust, hängen wir mit unserem Erhaltungswunsch ziemlich in der Luft: Davon steht nur noch die Fassade, eine Seitenwand und der gemauerte Fußboden der 6. Etage.


    Das alles wird gehalten von einem bomben-verbogenen Stahlskelett.


    Und in diesem Hohlraum liegt ab Kellersohle ein 15 Meter hoher Berg Trümmerschutt.


    Du müsstest also die Fassade stützen, die Trümmer ausbuddeln, einen neuen Keller gießen und kannst darauf dann einen Neubau mit historischer Fassade setzen. Der finanzielle Aufwand wäre etwa 20-30% höher, als bei einem Neubau auf einem flachen Grundstück. Auch weil alle Baufahrzeuge nur durch die enge Hofdurchfahrt auf den Platz kommen und der wegen der 2.000qm Hofkeller nur Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen verträgt.


    Und Neubauten aus den 90ern stehen ringsum leer für EUR 3,00 - 5,00 Miete - dafür kann nicht neu gebaut werden.


    Aber ich habe von Mietern erfahren, dass ein Teil der Fassade stehen bleiben und restauriert werden soll, angeblich 2 Etagen, die dann die Außenbegrenzung bilden.


    Das ist dann zwar auch keine Wiederherstellung, aber es sieht bestimmt besser aus, als der jetzige Zustand.


    Leider sind in Deutschland die Verhältnisse wie in Frankreich - dort wäre die Situation für die Strickfabrikleute wohl ein Paradies.


    Aber man kann eben keine Strickfabriken nach Frankreich tragen, nur Euros nach Athen... ;-)


    Herzlich Willkommen im Forum. Bitte dann in Zukunft per "^" oder "#XXX" auf vorangegangene Beiträge verweisen und auf unnötige Zitate verzichten. DaseBLN

  • ^ Vielen Dank für die Informationen, warum ein Erhalt des Flügels wohl finanziell sehr schwierig ist. Was mich interessieren würde: was meinst du mit den französischen verhältnissen? Gibt es da besondere Förderungen oder worauf beziehst du dich?

  • Ich bin vor einiger Zeit mit der Bahn durch einen Teil Ostdeutschlands gefahren, unter anderem auch über Leipzig und ich war erstens erstaunt, wie viele wunderschöne alte Industriebauten es noch gibt und zweitens natürlich erschrocken wie verfallen ein Großteil davon leider ist. Natürlich wird nicht alles zu retten sein, aber es ist schön, dass es wohl mittlerweile auch häufig gelingt.


    Zu diesem Thema habe ich einen interessanten Artikel auf Spiegel-Online entdeckt, der sich mit einer Vision beschäftigt die vielen Industriebrachen in Detroit/Michigan, die seit dem Niedergang der dortigen Automobilindustrie entstanden sind, zu Farmland umzugestalten. Interessanterweis sollen dabei die alten Fabrikgebäude nicht abgerissen werden, sondern zu Gewächshäusern umgewandelt werden. So abwegig es erstmal klingt, irgendwie hat es auch was.

  • Maschienenfabrik Georg Spieß


    Wie mich bereits das Stadtforum Leipzig informierte, wird wieder Industrie in Plagwitz abgerissen. Das Grundstück liegt an der Markranstädter Straße Ecke Zschochersche Straße. Soweit ich letztes Jahr gehört habe, sollen den Klinkerbauten samt Turm der ehemaligen Maschinenfabrik Georg Spieß erhalten bleiben.


    >> http://www.bing.com/maps/defau…0Sachsen%2C%20Deutschland


    Als ich gestern vorbeigefahren bin, waren bereits die Flachbauten an der Markranstädter Straße und ein Teil des Gebäudes an der Zschocherschen Straße verschwunden.


    Danke für die Bilder, LE Mon. hist.. Daher einige Impressionen von 2007 >>



    Makranstädter Straße, bereits verschwunden.



    Auch bereits abgerissen.



    Eckgebäude Markranstädter-/Zschochersche Straße, teilweise abgerissen.



    Klinkerbau Zschochersche Straße, noch erhalten.

    Einmal editiert, zuletzt von DAvE LE () aus folgendem Grund: Danke an LE Mon. hist. gerichtet.

  • Georg Spieß produzierte hier erst ab den 1920er Jahren, errichtet wurde das Werk von Philipp Swiderski. Deshalb ist es auch besser als Maschinenfabrik Swiderski bekannt:


    http://www.baudenkmale-mitteld…16307362/exposee/240.html


    Schöne Bilder vom Inneren und ein Abriss der Geschichte, den ich mal paraphrasiere, aber keine Garantie für den genauen Inhalt übernehme.
    http://www.flickr.com/photos/e…05140297/with/4282825174/


    Philipp Swiderski betrieb eine gut florierende Dampfmaschinenfabrik in der Talstraße, da dort aber keine Erweiterungsmöglichkeiten bestanden sind, verlegte er sie 1889 in das von Carl Heine erschlossene Industriegebiet Plagwitz-Lindenau.


    Die zwei parallele Hallenbauten mit einem schmalen Hof dazwischen wurden 1888 nach Plänen von Eduard Steyer gebaut, 1898 fügte Paul Ranft das Glasdach hinzu. Der rechte Hallenbau ist aufwändiger gestaltet und wird durch das vorgelagerte Verwaltungsgebäude mit dem Wasserturm zusätzlich betont. 1892 wurde ein weiteres Gießereigebäude südlich der Hallen errichtet. 1916 wechselte das Gelände in den Besitz der Industriewerke GmbH und erneut 1921 in den von Friedrich Georg Spieß, der hier Druckmaschinen herstellte. Zuletzt nutzte der VEB Druckmaschinenwerke Leipzig die Gebäude.


    Außerdem:
    http://www.flickr.com/photos/a…6/sets/72157612197505372/
    http://www.flickr.com/photos/s…n/sets/72157623268543606/


    Bislang wurden nach meiner zugeben flüchtigen Einschätzung nur Gebäude angefaßt, die offenbar zu Zeiten des VEB hinzukamen. Um die scheint es nicht schade zu sein. Aber hoffentlich stoppt der Abriss noch vor den Hallen. Die Informationen, die ich zu den Besitzern und Entwicklern und ihren Plänen habe, lassen sich leider nicht bestätigen und sind vielleicht auch nicht mehr aktuell. Aber ich versuche da dranzubleiben.

  • Maschinenfabrik Swiderski in Plagwitz

    Hier ein paar Fotos, die ich vor etwa einer halben Stunde schnell mal für das Forum geknipst habe. Keine Fotokunst, sondern Dokumentation der Bauarbeiten.


    .


    .


    .


    .


    Bei den übrigen Gebäuden gehe ich momentan eher davon aus, dass die bleiben, v.a. natürlich das Verwaltungsgebäude (?) und wohl auch die beiden Hallen.


    .


    http://www.flickr.com/photos/33947381@N05/4435105940/sizes/o/in/set-72157623499358181/<woltlab-metacode-marker data-name="img" data-uuid="5e33405c-2952-40d5-a07e-3166251835cb" data-source="W0lNR10=" data-attributes="WyJodHRwOlwvXC9mYXJtNS5zdGF0aWMuZmxpY2tyLmNvbVwvNDAxN1wvNDQzNTEwNTk0MF8yMjdiY2M2YTkxX28uanBnIl0=" data-use-text="0" /><woltlab-metacode-marker data-uuid="5e33405c-2952-40d5-a07e-3166251835cb" data-source="Wy9JTUdd" />.


    Sorgen mache mir aber um das kleine Heizhaus (?) mit der charakteristischen Esse am ehemaligen Bahngleis zur Naumburger Straße zu.


    .


    Angesichts der umliegenden überwiegend sanierten und gewerblich genutzen Industriebauten sollte man wohl nicht auf die Idee kommen, diese Perlen wegzuwerfen. Direkt gegenüber auf der anderen Seite der Makranstädter Straße:


    .

  • Ich habe gestern und heute einen Kontrollblick auf die Maschinenfabrik Swiderski geworfen und es sieht ganz danach aus, als hätte ich Recht gehabt ;). Der Bagger hat bis an die Ziegelbauten heran abgerissen und sich dann in die Mitte zurückgezogen, um sich den Trümmerbergen zu widmen. Sollte er es sich nicht doch noch urplötzlich anders überlegen, dann bleiben die beiden alten Hallen mit dem Glasdach dazwischen und das Verwaltungsgebäude mit dem Turm stehen. Für ein weiteres Foto hat sich aber erfreulicherweise zu wenig getan.

  • Schnapsbrennerei Wilhelm Horn in Gohlis, Prellerstraße

    In der ehemaligen Schnapsbrennerei Wilhelm Horn in Gohlis, einem Hinterhofgebäude in der Prellerstraße 54, entsteht eine Designerfabrik, Ideenschmiede und Künstlerkommune zugleich für über 50 Künstler, Kreative und Praktikanten:
    http://www.bing.com/maps/?v=2&…%9Fe%2C%2004155%20Leipzig


    LVZ, 18.03.2010
    Citynews
    Künstlerkommune mit Kollektivgeist
    Kerstin Decker
    http://nachrichten.lvz-online.…t/r-citynews-a-22181.html

  • ^^ Tsss. Typisch Kerstin Decker :rcain:


    Da ziehen Praktikanten ein und warten dann auf Praktikumsplätze?


    "Im Sommer soll auch Oriana Morandi, eine 18jährige Süditalienerin, als Praktikantin in die Schnapsbrennerei ziehen "


    Quelle: http://nachrichten.lvz-online.…t/r-citynews-a-22181.html


    :hammerlol


    Ja, Hammerlol, man fragt sich, was Autoren manchmal dazu bewegt, so trivial zu schreiben. Leider dürfen jedoch Texte aus Tages-/Online-Zeitungen hier nicht eingestellt werden, auch nicht auszugsweise siehe Punkt 1 der Richtlinien. Ich habe den Beitrag dementsprechend editiert. Cowboy.

  • Bei CG Immobilien scheint es ein wenig wieder weiter zu gehen.
    zum einem funktioniert die Web-Site http://www.cg-gruppe.de wieder (incl. der aller Seiten) und an der Druckerei Salomonstraße/Ecke Dresdener Strasße hängt wieder eine Werbetafel (diese war in letzter Zeit entfertn wurden).
    Hoffen wir das die Projekte Druckerei Salomonstraße und Bleichert Werke deswegen nun vorwärst kommen.