Leipzig: Old Industry - Umgang mit Industriedenkmälern

  • Sehr schön, was man hier so alles sehen darf. Vielen Dank den fleißigen Forumaktivisten!


    Leider gibt es aber auch noch Ecken wo vermutlich keiner rein gelassen wird. Mir jedenfalls sind keine Wegelagerer begegnet. Bei meinem Ausflug (bitte nicht wörtlich nehmen, musste leider beide Beine benutzen) durch die Franz-Flemming-Strasse in Leutzsch, gelangte ich in ein langsam dahin schwindendes Eldorado für Liebhaber alter Industriekultur. Das betrifft fast die komplette linke Straßenseite von der Merseburger Strasse aus gesehen, die Rückmarsdorfer Strasse kreuzend, bis zur Georg-Schwarz-Strasse.
    Vermutlich durch die etwas abgelegene Lage zwischen der Eisenbahnlinie nach Zeitz/Gera und der Franz-Flemming-Strasse, scheint diese Ansammlung alter Fabriken in den allgemeinen, ohne Zweifel durchaus berechtigten, Jubelarien über erfolgreich sanierte Gewerbedelikatessen umliegender Stadtteilen völlig unterzugehen. Schade.
    In der Kürze der Zeit konnte ich nur ein paar flüchtige Aufnahmen machen. Nachdem ich mir aber dann die dazugehörigen Luftbilder auf Bing und Google angesehen habe, musste ich leider feststellen dass sich die Fabrikanlagen so nach und nach ins Nirwana verabschieden oder schon dort verweilen.
    Ich möchte hier mal meinen (natürlich nur fragmentarischen) Kenntnisstand des baulichen Zustandes der einzelnen Betriebe auf der linken Seite der Franz-Flemming-Strasse wiedergeben. Dazu musste ich aber schon meist auf Bing und Google zurückgreifen, angereichert mit einigen eigenen Bildern.
    Ich hoffe die Zuordnung der einzelnen Firmen zu den Adressen ist richtig, ebenso die roten Grenzlinien und die alten Betriebsbezeichnungen, Indianerehrenwort gibt dafür aber nicht.
    Ich bitte darum eventuelle Fehler zu entschuldigen und/oder diese zu korrigieren.


    Von der Merseburger Strasse aus kommend geht es los mit:


    Franz-Flemming-Str. 5
    ehem. Gießerei Schumann & Co


    Situation 2000
    Bild: Google


    Situation 2012
    Bild: Google


    Detail ehem. Gießerei Schumann & Co
    Erfreulich ist, dass hier doch noch gegossen wird, wenn auch scheinbar nur noch den wuchernden Gehölzbestand.
    Bild: Google



    Franz-Flemming-Str. 7
    Nur der Vollständigkeit halber, ehem. Leutzscher Metallwarenfabrik, das Gelände wurde schon vor 2000 mit einem Autohaus neu bebaut. Bilder der Vorbebauung kenne ich nicht.
    Bild: Google 2000



    Franz-Flemming-Str. 9
    ehem. Metallwarenfabrik Dietzold


    Bild: Bing


    Detail Metallwarenfabrik Dietzold
    Die Mütze ist schon weggeflogen….
    Bild: Google



    Detail Metallwarenfabrik Dietzold
    … na ja, und hintenrum sieht das ja auch nicht so schön aus.
    Bild: Google


    Nachfolgend Bilder sind alle von mir vom Dezember 2012


    Metallwarenfabrik Dietzold - Eingangsbereich


    Metallwarenfabrik Dietzold - Vorderfront


    Metallwarenfabrik Dietzold – Treppenhaus 4.OG


    Metallwarenfabrik Dietzold - Eingangsbereich
    Für Kaufinteressenten der Immobilie, aber auch flüchtigen Fußgängern, wird der Eingangsbereich momentan mit Sitzmöbeln zum Chillen aufgewertet, sehr löblich.


    Franz-Flemming-Str. 11
    ehem. Möbelfabrik Wagner & Zinkeisen


    Bild: Bing


    Nachfolgend Bilder sind alle von mir vom Dezember 2012
    Strassenansicht


    Eingangsgebäude


    Detail Eingangsgebäude


    Eingangsgebäude Rückseite


    Fabrikansicht rechte Seite


    Fabrikansicht Eingangsbereich


    Detail Fabrikansicht


    Franz-Flemming-Str. 13
    ehem. Druckmaschinenfabrik Kleim & Ungerer


    Bild: Bing


    Detail Verwaltungsbebäude
    Bild: Google


    Detail Verwaltungsbebäude
    Bild: Google


    Hier gibt es noch so viel mehr zu entdecken, aus Zeitmangel musste ich mich aber verdrücken. Bitte zum fotografieren die Eile zu Hause lassen.
    Nachfolgend Bilder sind alle von mir vom Dezember 2012
    Verwaltungsbebäude


    Eingang Verwaltungsbebäude


    Situation Hof


    Ansicht linke vordere Seite


    Verwaltungsbebäude Dachgeschoss


    Verwaltungsbebäude Dachgeschoss




    Franz-Flemming-Str. 15
    ehem. Farbenfabrik Springer & Möller


    Situation 2000
    Bild: Google 2000


    Situation 2012
    Bild: Bing


    Eigenes Bild vom Dezember 2012



    Franz-Flemming-Str. 19
    ehem. Zahnradfabrik Ernst Wiese


    Bei Bing gibt es die Möglichkeit untergegangene Bausubstanz wieder auferstehen zu lassen.
    Bild: Bing


    Bild: Bing


    Wie man auf dem folgenden Bild sehen kann, ist die alte Fabrik für Zahnräder unversehens unter selbige gekommen, heute wächst hier nur noch Zahnwurz (Dentaria heute Cardamine).
    Bild: Google



    Franz-Flemming-Str. 21
    ehem. Zieh & Walzwerk Werner Kaiser


    Bei Google gibt es oben genannte Möglichkeit der Gebäude-Reinkarnation auch, wie hier zu sehen ist.
    Bild: Google 2000


    Das nachfolgende, auch schon etwas ältere Bild von Bing zeigt es sehr deutlich: kurz vor der Aufnahme wurde noch mal richtig gewalzt, aber dies Mal so gründlich das nichts mehr übrig blieb.
    Bild: Bing



    Franz-Flemming-Str. 23
    ehem. Leipziger Schraubenfabrik Oscar Teichert


    Das Gelände wird heute von einem Bauunternehmen genutzt. Hoffentlich bleibt der schöne alte Schornstein erhalten, welcher sich auf 10 Uhr in die Höhe schraubt.
    Bild: Google


    Franz-Flemming-Str. 25
    ehem. Deutsche Holzbearbeitungs-Maschinenfabrik Jacobi & Eichhorn


    Leerstand, soweit ich sehen konnte.
    Bild: Bing


    Bild: Bing



    Über die Nr.27 und 29 habe ich keine Infos, in alten Adressbüchern aus den 1930er Jahren sind dort Lagerplätze verzeichnet, heute stehen da neuere Gebäude. Vermutlich gab es dort nur jüngere Bebauung.
    Bevor die Rückmarsdorfer Strasse überquert wird, ist Kinopause. Den verbliebenen Rest bis zur Georg-Schwarz-Strasse gibt es später.


    Alle Bilder wie angegeben.

  • Gewerbegebiet Franz-Flemming-Str.

    Auch hier vielen Dank für die Bilder. Der Übersicht halber verweise ich auch hier noch einmal auf den Steckbrief der Stadtverwaltung zum Gewerbegebiet Franz-Flemming-Straße: http://www.leipzig.de/imperia/…ranz_Flemming_Strasse.pdf In der Fortschreibung des Flächennutzungsplanes ist das gesamte Areal wiederum als "gewerbliche Baufläche (Industriegebiet nach § 9 BauNVO möglich)" eingeordnet. http://www.leipzig.de/imperia/…-quadrant_entwurf_fnp.pdf
    Es existiert sogar ein Bebauungsplan (Nr. 84) von 2004 mit der Festsetzung Industriegebiet (gem. § 9 BauNVO): http://www.georg-schwarz-stras…load/1274956150_bp_84.jpg .


    Im derzeit sehr unwahrscheinlichen Fall, dass da jemand Loftwohnungen in die Bestandsbauten reinbasteln möchte, müßte dieser Antrag eigentlich abschlägig beschieden werden.


    Nun wirbt aber gerade ein Verkaufsangebot für die ehem. Metallwarenfabrik Dietzold, Franz-Flemming-Str. 9, mit einer möglichen Wohnnutzung. Ob die jedoch mit Blick auf das sportivo-Autohaus so attrativ ist, wage ich zu bezweifeln. Schließlich kauft man ja nicht jeden Tag einen Alfa Romeo, Lotus oder Maserati. :lach:


    "denkmalgeschützter Gewerberohbau mit Wohnflächennutzung
    Kaufpreis: 120.000 €


    Objekt
    Nichtunterkellerter Gewerbebaurohbau ( Fabrik-/ Lager-/ Produktionsgebäude) mit EG/ 1.-3. OG und DG und diversen Nebengebäuden aus der Gründerzeit, derzeit ohne wirtschaftliche Funktion, in der vorhandenen Situtaion nicht nutzbar. Es besteht vollständiger Instandsetzungs- und Ausbaubedarf. Die Bruttogeschossfläche beträgt 860 qm. Das Dach ist nach einem Brand vor 2 Jahren völlig entfernt worden. Hier steht bei Wiederherstellung eine noch nicht in Ansprüche genommene Versicherungssumme in Höhe von EURO 251.000,- in Aussicht. Die denkmalschutztechnischen Auflagen sind gemässigt und verhältnismässig einfach umzusetzen. Die Behörde ist in jedem Fall gesprächsbereit und unterstützt jeden engagierten Investor. Abschreibungsmodelle, Fördermittel und sonstige steuerliche Anreize können einen wesentlichen Teil der Gesamtinvestition relativeren und somit interessante Investitionsanreize schaffen. Der Kaufpreis wäre noch verhandlungsfähig. ...


    Ausstattung
    Die Obergeschosse können teilweise auch als Wohnflächen genutzt werden, Näheres erfahren Sie bei der Stadt Leipzig, rechteckiges Gewerbegrundstück mit einer Breite ca. 30 m (Strassenseite) x Tiefe ca. 120 m, Versorgungsanschlüsse: Trinkwasser, Abwasser, Elektrizität, Erdgas."


    Bis jetzt scheint sich noch niemand dafür interessiert zu haben.


    Ein Bild von der Brandnacht in der BILD mit wie immer fragwürdigen Informationen:
    http://www.bild.de/news/leserr…utzsch-13343452.bild.html


    Weitere Bilder: http://marodes.de/leipzig-lost…-veb-elektroschaltgeraete
    http://www.youtube.com/watch?v=y3JptXG0fLo



    Die ehemalige Farbenfabrik Springer & Möller in der Franz-Flemming-Str. 15 wurde im Oktober auf diversen Immobilienportalen zum Kauf angeboten:


    "Stahlskelettbau im Jugendstil auf großem Gewerbegrund in Leipzig-Leutzsch
    Rechteckig geschnittenes Gewerbegrundstück mit einem 5 stockigem Gewerbegebäude (auf ca. 600 m² Grundfläche), sowie freien, ebenen Stell- u. Lagerflächen in Hauptstraßenlage, zu Beginn eines innerstädtischen Gewerbegebietes, umgeben von gutbürgerlicher Wohnbebauung. Das Grundstück ist größtenteils unbebaut (über 5.000 m²).
    Kaufpreis: 499.500,00 EUR"


    Nun ist das Verkaufsangebot schon wieder verschwunden, offenbar wurde das Objekt verkauft.


    PS: Kommando zurück, doch nicht. Das Angebot ist mit einem etwas längerem Text, aber gleicher Verkaufspreisvorstellung wieder u.a. bei Immoscout aufgetaucht:


    "Imposante mehrgeschossige Gewerbeimmobilie mit großem vielseitig nutzbarem Grundstück"
    http://www.immobilienscout24.de/expose/67210204

  • Pause beendet, hier sind die restlichen Eindrücke der Altbebauung in der Franz-Flemming-Strasse (linke Seite). Nachdem die Rückmarsdorfer Strasse überquert ist überspringen wir die Nr. 31-37. Um 1936 waren dort Baustellen verzeichnet, heute befinden sich da neuere Gebäude.


    Dann folgt:


    Franz-Flemming-Str. 39
    ehem. Dampfsägewerk, 1888 errichte, von/für Julius Blüthner Pianoforte Fabrik (Friedrich-Ebertstr. 59 – Ecke Käthe-Kollwitz-Str)


    Zustand 2000
    Bild: Google 2000


    Hier fehlt schon eine Halle.
    Bild: Bing


    Noch kann der Schornstein seine Standfestigkeit unter Beweis stellen...
    Bild: Bing


    …um nach einiger Zeit über 50 % seiner Erektionskraft verlustig zu werden.
    Bild: Google



    Franz-Flemming-Str. 41
    ehem. Pianofortemechanik Fabrik Flemming


    Situation 2000
    Bild: Google 2000


    So ganz piano waren dann die meisten Gebäude fort.
    Bild: Bing


    Ein Haus steht noch und leidet und Dachschwund.
    Bild: Google


    Nachfolgende Bilder sind alle von mir vom Dezember 2012







    Franz-Flemming-Str. 43-45
    ehem. Bogenlampenfabrik Körting & Mathiesen


    Für die nachfolgend eingezeichneten Grundstücksgrenzen kann ich mich nicht verbürgen, ich hoffe es ist einigermaßen richtig.
    Wie hier auf einer alten Fabrikansicht zu sehen ist, veränderten sie sich im Laufe der Jahre.


    Situation 2000
    Bild: Google 2000


    Detail Südspitze Situation 2000
    Bild: Google 2000


    Detail Südspitze ca. 2010
    Bild: Bing


    Bis auf die Südspitze (und einem Anbau am südlichen Gebäudeteil der Franz- Flemming-Str./Hofseite) sind vermutlich (?) alle Gebäude erhalten. Der Teil in der Franz-Flemming-Str. bis zur Georg-Schwarz-Str. ist sehr schön saniert. Aber auch die unsanierten westlichen Gebäudeteile machen einen relativ robusten Eindruck.


    Nachfolgende Bilder sind alle von mir vom Dezember 2012
    westliche Hofgebäude


    westliche Hofgebäude


    westliche Hofgebäude


    westliche Hofgebäude


    westliche Hofgebäude


    Franz- Flemming-Str. – gegenüber Bischofstr.


    Franz- Flemming-Str. – gegenüber Bischofstr.


    Detail Franz- Flemming-Str. – gegenüber Bischofstr.


    Detail Franz- Flemming-Str. – gegenüber Bischofstr.


    Franz- Flemming-Str. – Einfahrt zum Hof


    Hier sind noch andere Bilder zu finden (auf VEB MLW Medizintechnik klicken).


    Georg-Schwarz-Str. 181-183
    Eisengießerei Max Jahn


    Und weil wir schon einmal in der Ecke sind, zum Schluss noch eine kurze Erinnerung an die Eisengießerei Max Jahn.


    Der Betrieb befand sich zwischen der Bahnlinie, der Georg-Schwarz-Strasse und der ehem. Bogenlampenfabrik Körting & Mathiesen.
    2000 war noch einiges vorhanden, wie hier zu sehen ist.
    Bild: Google 2000


    So sieht es dort heute aus.
    Bild: Google


    Alle Bilder wie angegeben.


    Zur Metallwarenfabrik Dietzold habe ich hier und hier noch was gefunden.

  • F-F-S

    Guten Abend,


    wirklich tolle Bilder und Infos zur Franz-Flemming-Straße. Ich bezweifle das die Grundstücke 27 und 29 bebaut waren. Da auf der Karte von 1934 nicht wirklich was vermerkt ist.



    De.Fotothek




    Gestern fand ich zufällig ein Bild, wo im Hintergrund die Franz-Flemming-Str. schwach zu erkennen ist (1928).



    Fotomarburg




    So dann noch aus eigener Hand:


    Dietzold und Co. (Haus direkt an der Franz-Flemming-Str.)






    Rückansichten des Hauptgebäudes





    Innenansicht Hauptgebäudes





    Nr. 39



    Nr.41



    Nr.43




  • Bogenlampenfabrik Körting & Mathiesen

    Auch von mir noch einige ergänzende Informationen zur ehemaligen Bogenlampenfabrik Körting & Mathiesen, Franz-Flemming-Straße 43/45. Dieses Gelände steht zur Zeit zum Verkauf zum läppischen Preis von 6 Millionen Euro bei einer vermietbaren Fläche von 26.262 m² und einer Grundstücksfläche von 49.035,00 m²: http://www.immobilienscout24.de/expose/66142313 .


    Das Expose verrät mehr über die einzelnen Gebäudeteile und ihren aktuellen Zustand. Unterschieden werden viere Teilbereiche:


    - denkmalgeschützter gelber Klinkerbau mit ca. 10.019 m² sanierter Büro- und Ladenfläche und über 1.848 m² Kellerfläche.
    - Industriegebäude für Produktion und Gewerbe mit 7.808 m², von denen 2.366 m² bereits saniert worden sind.
    - unsaniertes Büro- und Produktionsgebäude mit 7.810 m².
    - unsaniertes Büro- und Wohngebäude mit ca. 625 m².


    Die Freiflächen auf dem ca. 49.000 m² großen Grundstücke können zusätzlich bebaut werden. Die Grundflächenzahl (GRZ) beträgt 0,8, d.h. 80 % der Grundstückfläche dürfen überbaut werden. Die Geschossflächenzahl (GFZ) liegt bei 2,4, so dass die Geschossflächen aller Vollgeschosse der baulichen Anlagen zusammen 117.600 m² betragen können.


    Zu den schon länger existierenden Nutzungen wie ein Netto-Markt und verschiedene Büros sind in den letzten Tagen die ersten Ateliers von professionellen Künstler_innen gekommen. Wie an anderer Stelle bereits erwähnt ( http://www.deutsches-architekt…d.php?p=364623#post364623 ) haben durch die Vermittlung des Bundes Bildender Künstler Leipzig e.V. einige der rund hundert Maler, Grafikerinnen sowie Objekt- und Medienkünstlerinnen, die zum Jahresende ihre Ateliers in der früheren Vestis-Textilfabrik an der Erich-Zeigner-Allee 64 in Kleinzschocher (gefühlt Plagwitz) räumen mussten ( LVZ Artikel vom 1.11. 2012: http://www.bbkl.org/cms/media/LVZ%20Online.pdf ; weitere Informationen: http://www.bbkl.org/ ), hier neue Atelierflächen bezogen. Derzeit sind es ca. 40 Räume, die der BBKL e. V. bildenden Künstler_innen zur Verfügung stellen kann. Die Warmmiete liegt bei 4,20 € zuzüglich Strompauschale und Gemeinschaftsflächen sowie Mehrwertsteuer, von deren Zahlung professionelle Künstler_innen jedoch oft (noch?) befreit sind bzw. nur einen ermäßigten Satz zahlen müssen. Die Mietverträge sind für eine längerfristige Nutzung von fünf Jahren ausgelegt. Es ist noch genügend Raum für weitere kreative Nutzungen :lach: . Aber wenn die "kreative Szene" nun erst einmal den Fuß in der Türe und den Kontakt mit den Eigentümern aufgenommen hat, werden in nächster Zeit sicherlich noch weitere Nutzer_innen aus diesen Branchen folgen.

  • @ Miller
    Schöne Bilder wieder!
    Ist denn das Klo bei Dietzold noch funktionstüchtig? Falls einer der Fotografen mal muss.


    Hier noch was von der Georg-Schwarz-Brücke in Leutzsch. Leider verfällt das Gebäude zusehends.


    Georg-Schwarz-Str. 185
    ehem. Hoh & Hahne Reprotechnik


    Bilder sind von mir



    Die hier gezeigten eingeschossigen Bauten sind bei Bing noch zu sehen.
    Bild: Bing


    Heute sind sie verschwunden.
    Bild: Google


    Viele Bilder zu dem Gebäude sind hier zu finden:
    Geheimtipp Leipzig
    Marodes
    Ostblog
    flickr
    noch mal flickr
    Sperrzone
    Silent Places

  • Industriegebiet Leutzsch

    Das Gewerbegrundstück Georg-Schwarz-Str. 185, ehemals Photographische Fabrik Hoh & Hahne (1899), später VEB Polygraph Reprotechnik Leipzig, war im Sommer 2012 in der Zwangsversteigerung, die wegen ausstehender Grundsteuern von der Stadtkasse Leipzig betrieben worden war. Kurz vor dem Termin am 28. Juni 2012 hat man sich dann offenbar irgendwie geeinigt, denn er wurde drei Tage zuvor abgesagt.


    Aktenzeichen: 0457 K 0490/ 2010
    Art der Versteigerung: Versteigerung im Wege der Zwangsvollstreckung
    Grundbuch: Grundbuch von Leutzsch (GBA Leipzig) Blatt 3539
    BVNr. 1: Flst. 436/5, Gebäude- und Freifläche zu 10.260 m²
    Objekt/Lage: Gewerbegrundstück: Georg-Schwarz-Str. 185, 04179 Leipzig, Leutzsch
    Beschreibung: Gewerbegrundstück - Betriebsstätte des ehemaligen VEB Polygraph Reprotechnik Leipzig; bebaut mit einem unterkellerten, 5-geschossigen, denkmalgeschützten Industriegebäude im Rohbauzustand; Baujahr um 1920; Nutzfläche ca. 3.787 m²; große Freifläche und kleinere Nebengebäude vorhanden; Grundstück ist im Altlastenkataster registriert.
    Verkehrswert in €: 260.000,00 €


    Ein paar ergänzende Informationen und ein Briefkopf etwa aus dem Jahr 1935:
    http://www.kameramuseum.de/0-f…werner/hohlux-Fabrik.html


    Und noch ein paar Ergänzungen zu den anderen ehemaligen Industrieanlagen:


    Stahl- und Eisengießerei Max Jahn (1906), Eisengießerei Max Jahn GmbH, später GISAG Gießerei (Barnecker Straße 39/41), heute Georg-Schwarz-Straße 181/183
    - da hat Auenschreck die schöne Selbstbeschreibung von 1923 ja bereits verlinkt:
    http://www.ebay.de/itm/Stahl-E…923-Reklame-/360495187472


    Bogenlampenfabrik Körting & Mathiesen AG (1889), später VEB Leuchtenbau bzw. VEB Kombinat Medizin- und Labortechnik, Franz-Flemming-Straße 43/45:
    - Kulturdenkmal
    - Ulrich Krüger / Gabriele Leech-Anspach: Der Leipziger Unternehmer Max Körting und sein Werk. Erinnerungen 6. Beucha 2007. ISBN: 978-3-86729-008-1. http://www.sax-verlag.de/anzeige.php?titelnr=00218
    - Radio-Informationen zu diesem Radio-Hersteller durch Mitglieder des Radio-Museums ;): http://www.radiomuseum.org/dsp…etail.cfm?company_id=5950
    - http://www.kandemlampen.de/index.php?seite=geschichte


    Flügel- und Pianomechanikfabrik Franz Flemming (1874 / 1881), Franz-Flemming-Str. 41
    - Kulturdenkmal
    - "H.F. Flemming Kom.-Ges. / Flügel- und Pianomechaniken-Fabrik / Hammerkopffabrik"


    Pianofortefabrik Blüthner (Sägewerk und Holzlager), Franz-Flemming-Str. 39
    - Kulturdenkmal
    - http://de.wikipedia.org/wiki/J…%BCthner_Pianofortefabrik
    - Im Jahre 1943 wurde das Hauptwerk durch einen Brand vollständig zerstört.
    - Gelände wurde nach 1990 restituiert, aber da das Firmengebäude in der Franz-Flemming-Straße organisatorisch und in der Größe nicht mehr den modernen Struktur-Anforderungen für den Klavierbau genügte, entschied sich die Julius Blüthner Pianofortefabrik GmbH, in ein neu entstandenes Industriegebiet in Störmthal umzusiedeln
    http://www.pianonews.de/index.…&task=view&id=52&Itemid=9


    Königl. Sächsische Hof-Pianofortefabrik Feurich (Zweitwerk 1911), Franz-Flemming-Str. 35
    - Bei der Bombardierung der Stadt 1943 (? Leutzsch wurde am 6. Dezember 1944 bombardiert, http://de.wikipedia.org/wiki/Luftangriffe_auf_Leipzig) zerstört und nach dem Krieg wieder aufgebaut.
    http://www.feurich.com/german-site/historie.html
    http://de.wikipedia.org/wiki/F…nd_Fl%C3%BCgelfabrikation
    - Reklametext von 1925 mit Abbildung des Leutzscher Werkes: http://www.ebay.de/itm/Reklame…rbung&hash=item5aed0c8be4


    Lagerplatz der Lacke- und Farbenwerke Springer & Möller AG, Franz-Flemming-Str. 27


    Deutsche Holzbearbeitungsmaschinenfabrik Jacobi & Eichhorn, Franz-Flemming-Str. 25
    - Kulturdenkmal


    Leipziger Schraubenfabrik Oscar Teichert, Franz-Flemming-Str. 23
    - Kulturdenkmal


    Zieh- & Walzwerk Werner Kaiser, Franz-Flemming-Str. 21


    Zahnradfabrik Ernst Wiese, Franz-Flemming-Str. 19
    - war Kulturdenkmal


    Lacke- und Farbenwerke Springer & Möller AG (1905(07), später VEB Lacke und Farben, Franz-Flemming-Str. 15
    - Kulturdenkmal
    - http://www.archiv.sachsen.de/a…ipzig/4243_3230373033.htm
    - http://www.archiv.sachsen.de/a…ipzig/4243_3230373137.htm


    Spezialfabrik für Buchdruckerei- und Hilfsmaschinen Kleim & Ungerer (1906), Franz-Flemming-Str. 11/13
    - Kulturdenkmal


    Drahtwerke Dietzold & Co., später VEB Elektroschaltgeräte Leipzig, BT III, dann VEB Maiswerk - "Elektromais", Franz-Flemming-Str. 9
    - Kulturdenkmal
    http://www.sperrzone.net/web/s…6F01008198D9?OpenDocument


    Leutzscher Metallwarenfabrik GmbH (1921-1937), Franz-Flemming-Str. 7
    - immer noch als Kulturdenkmal geführt, aber das Autohaus ist sicher keines
    - http://www.zinnfiguren-bleifig…her_metallwarenfabrik.htm


    Eisengießerei und Apparatebau Schumann & Co. (1882), Franz-Flemming-Str. 5
    - Kulturdenkmal
    - http://www.archiv.sachsen.de/a…ipzig/4218_3230383637.htm
    - http://www.albert-gieseler.de/…firmen0/firmadet529.shtml


    Auf der anderen Straßenseite gegenüber der ehem. Farbenfabrik Springer & Möller:


    Theater-Fabrik Sachsen, Franz-Flemming-Str. 16
    - http://www.theaterfabrik-leipzig.de/


    Außerdem für Leutzsch unbedingt noch zu nennen:


    Eisengießerei / Elektrongießerei Edmund Becker & Co. (1883), Georg-Schwarz-Str. 139/141
    - Fabrik abgebrochen für Errichtung des Stadtteilzentrums "Leutzsch-Arkaden"
    - Villa in der Junghanßstr. 1 saniert (Kulturdenkmal)
    - http://www.archiv.sachsen.de/a…ipzig/4250_3230363731.htm


    Einstiegsliteratur zur Leutzscher Industriegeschichte:


    Leutzsch. Eine historische und städtebauliche Studie. Pro Leipzig, Leipzig 2009.


    Leipzig-Leutzsch - Ein Ortsteil im Wandel der Zeiten. Teil 2: Leutzsch im 20. Jahrhundert. Blickpunkt Leutzsch Nr. 24, Juni 2005, 8 f.
    http://www.blickpunkt-leutzsch…/BlickpunktLeutzsch24.pdf


    Jeanette Müller: Transformationsprozesse in Städten – Was wird aus Hauptverkehrsstraßen in Gründerzeitquartieren? Das Beispiel Georg-Schwarz-Straße in Leipzig-Leutzsch. Diplomarbeit Uni Leipzig. DSSW-Materialien, Berlin 2005.
    http://www.dssw.de/fileadmin/r…leutzsch-diplomarbeit.pdf S. 57-59


    Leipziger Stadtteile – Folge 13: Leutzsch. NÄHER dran Nr. 19, März-Mai ́2008 (sehr dünne Informationen).
    http://www.ltm-leipzig.de/cgi-bin/download.pl?id=3130


    Der König kommt zu Besuch! Prominente Persönlichkeiten in Leutzsch. Blickpunkt Leutzsch Nr. 39, März/April 2008, S. 7-9.
    http://www.blickpunkt-leutzsch…39_Februar-Maerz_2008.pdf


    Und wer Lust und Zeit hat, hier gibt es noch viel Arbeit und großen Bedarf an Bildern von denkmalgeschützen Wohnhäusern und Industrieanlagen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/L…kmale_in_Leipzig-Leutzsch

  • Auenschreck
    Diese Toilette war mir zu edel, da wollte ich mich nicht so einfach drauf setzen.


    Ich bezweifle das sich jemand für die Georg-Schwarz-Str. 185 interessieren wird, auch wenn 260.000,00 € nicht "viel" sind. Vielleicht in 10-15 Jahren wen durch den Bevölkerungswachstum die Mieten steigen etc. Abgesehen davon möchte ich nicht wissen wie hoch die Instandsetzungskosten sind.


    Ein kleiner Ausschnitt aus einem Buch was ich bei Google-Books gefunden habe, er zeigt eindeutig was für gute Genossen in jenem Betrieb waren ;)



    LE Mon. hist.
    Danke für die ganzen Informationen! Ich habe auch zugleich bei Wikipedia angefangen, das ein oder andere Bild zu verlinken.
    Durch solche Zusammenfassungen sieht man immer ganz deutlich, was an Geschichte verloren gegangen ist und immer mehr in Vergessenheit gerät.



    Ich habe über Google-Books ein weiteres Buch gefunden:


    Fremd- und Zwangsarbeit im Raum Leipzig 1939-1945


    Dabei sind die Einträge der Franz-Flemming-Str. hervorgehoben. Hierbei ist zu sehen, das auf der Franz-Flemming-Str. 27 eine Unterkunft für Kriegsgefangene/ Arbeiter war.
    Auf der Seite 229, ein paar Seiten weiter oben, ist eine kurze Erläuterung.

  • @ LE Mon. hist.
    Vielen Dank für die vielen Infos!


    Zur ehem. Gießerei Schumann & Co in der Franz-Flemming-Str.5 sei noch angemerkt, dass dies eine Betriebserweiterung der Fa. Schumann & Co Armaturenwerk Leipzig (Karl-Heine-Str. 93) darstellt, welche erfolgte um den Platzmangel zum Gießen im Plagwitzer Werk zu kompensieren. Laut “150 Jahre Leipziger Gießerei Geschichte“ wurde die Gebäude in der Franz-Flemming-Str. 5 um 1900 errichtet, bzw. von 1907-1917 und 1958-1962 erweitert.


    Bei nachfolgenden Links nach unten scrollen!


    Zur Leipziger Schraubenfabrik Oscar Teichert, Franz-Flemming-Str. 23 gibt es hier Infos.
    Bemerkenswert ist das Wappen aus Schrauben und Muttern!!!


    Zur Druckmaschinenfabrik Kleim & Ungerer, Franz-Flemming-Str. 13 ist hier was zu lesen.


    Zur Flügel- und Pianomechanikfabrik H.F. Flemming, Franz-Flemming-Str. 41 bitte hier klicken.


    Zur Eisengießerei Edmund Becker, Junghanßstr. 7 (+ Georg-Schwarz-Str. 139-145) gibt es in der von LE Mon. hist. schon erwähnten Literatur “Leutzsch Eine historische und städtebauliche Studie. Pro Leipzig, Leipzig 2009“ ein interessantes Bild auf S. 35, dort sind die zwei schönen Gießerplastiken abgebildet, welche rechts neben der sanierten Villa in der Junghanßstrasse die beiden Pfeiler vom Eingangstor bekrönten. Leider kann ich kein Bild beisteuern.
    Kennt die noch jemand und weiß wo die abgeblieben sind?


    Hier ist eine Firmenhistorie von 1923, auf dem mittleren Bild sind die Figuren rechts neben der Villa zu erahnen (nach unten scrollen!).


    Und da wir gerade in Leutzsch sind wäre vielleicht noch das prima sanierte Gebäude des ZAW Zentrum für Aus- und Weiterbildung zu nennen, ehem. Moritz Prescher Kunstdruckerei und Zigarrenkistenfabrik, Am Ritterschlößchen 20, heute 22.


    Bei meiner Tour im Dezember war ich auch in der Lindenauer Demmeringstrasse.
    Einmal hier vorbeigekommen einen Blick auf die alte Salzstangenfabrik.


    Demmeringstr. 49
    ehem. Premier Kakao & Schokoladen Werke Schwarze & Röder


    Ansicht Fabrikationsgebäude


    Einfahrt

    Bilder sind von mir.


    Hier eine aktuelle Übersicht von Bing.
    Bild: Bing


    Hier die Situation ca. 1938, die Premier Werke sind rot umrandet. Die anderen Gebäude der Fabrik wurden vermutlich im Krieg zerstört, bzw. in veränderter Form neu errichtet oder irgendwann abgerissen, weiß ich nicht. Der heutige hintere Anbau passt nicht mit dem hier auf der Karte gezeigten zusammen.
    Vielleicht kann jemand alte Ansichten beisteuern.
    Karte von mir.



    Die Leipziger Trikotagenfabrik wurde hier schon mal vor einiger Zeit angesprochen, ich möchte noch einige aktuelle Bilder beisteuern.


    Lützner Str. 104
    Leipziger Trikotagenfabrik


    Nachfolgende Bilder sind von mir.
    Blick von der Demmeringstr. zum Nordflügel


    Blick von der Demmeringstr. durch beide Durchfahrten zur Lützner Str.


    Flachbau an der Demmeringstr.


    Flachbau an der Demmeringstr.
    Im Keller dieses Gebäudes befand sich eine Kegelbahn. Links in der Ecke war der Eingang. (Zwischen Giebel linkes Nachbarhaus und Schutthaufen)


    Flachbau an der Demmeringstr.
    ehem. Kegelbahn – Der Türsturz ist noch zu erahnen.


    Auch hier mal aktuelle Luftbilder:
    Bild: Google


    Bild: Google


    Und die Vorkriegssituation ca. 1938. Wann die anderen Gebäude verschwunden sind ist mir nicht bekannt (Lützner Str. unten).
    Bild von mir.




    Neben der Trikotagenfabrik befinden sich noch Gebäudeteile einer kleinen alten Lackfabrik. Leider konnte ich auch hier nur ein paar Aufnahmen von der Demmeringstr. aus machen.


    Lützner Str. 98
    ehem. Lackfabrik G. Leuchte Nachf.


    Nachfolgende Bilder sind von mir.
    ehem. Lackfabrik von der Demmeringstr.


    ehem. Lackfabrik von der Demmeringstr.
    Blick auf das linke Nachbargrundstück und den Gewerbegebäuden von ehem. Selbeck & Co. Rauchwarenzurichtereimaschinen (zu Lützner Str. 92)


    ehem. Lackfabrik von der Demmeringstr.


    Bei dem Luftbild von Bing ruhten die Hämmer noch.
    Bild: Bing


    Das aktuellere Bild von Google zeigt Veränderungen.
    Bild: Google


    Auch hier mal die Bebauungssituation von ca. 1938 (Lützner Str. unten).
    Bild ist von mir.


    Alle Bilder wie angegeben.

  • Pläne für Gewerbegebiet im Postbahnhof

    LVZ, 16.01.2013
    Schönefeld. Pläne für Gewerbegebiet im Postbahnhof


    Auf dem 1912 in Leipzig-Schönefeld in Betrieb genommenen Postbahnhof soll ein Gewerbegebiet entwickelt werden. Eigentümer ist die US-Fondsgesellschaft Lone Star, diese wird in Europa durch ihren Luxemburger Ableger Lorac Investment vertreten.


    Geplant sei die Ansiedlung von Dienstleistern, verarbeitendem Gewerbe und Handwerksfirmen. Nicht nur die fünf Hektar Brachland, sondern auch denkmalgeschützte Gebäude werden für eine Nutzung vorbereitet. Für das südliche Areal will die Kommune nun einen Bebauungsplan erstellen. das Baudezernat teilte mit, dass die entsprechende Vorlage im Februar zur Abstimmung in den Stadtrat kommt. Hingegen seien beim Nordteil des Postbahnhofes, wo Projektentwickler Peter Kolar aus München auch Wohnhäuser schaffen will, noch keine großen Fortschritte ersichtlich.


    Die Meldung wird in der LVZ mit einigen Informationen zur Geschichte der angeblich die einstmals größte Bahnpostanlage der Welt ergänzt. Wichtigstes Bauwerk ist der Kopfbahnhof mit 26 Gleisen. Das Gleisfeld war ursprünglich wie beim drei Jahre später fertiggestellten Leipziger Hauptbahnhofin eine preußische und eine sächsische Hälfte aufgeteilt. Der 1,6 Hektar überdachende Postbahnhof verfügt zudem ebenfalls über einen 200 Meter langen Querbahnsteig.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Postbahnhof_Leipzig

  • Koffer- u. Taschenfabrik Mädler


    Die Sanierung der Koffer- u. Taschenfabrik Mädler in Lindenau ist größtenteils fertiggestellt:



    Blick in den Innenhof:


    Loggien scheinen wieder in Mode zu kommen:


    Die repräsentativste Ansicht versteckt sich an der Ecke der Luppenstraße:


    Details:


    Ansicht von der Zschocherschen Straße:


    Immerhin werden die Betonwände der Garage verklinkert:


    Balkone und Terassen zum Innenhof, allerdings nordseitig ausgerichtet:


    Die Remisen dagegen kriegen ordentlich Südsonne:


    Klangwerk / ehemalige Körting-Radio-Werke


    Weiterhin schreibt die LVZ in ihrer morgigen Ausgabe, dass die Sanierung der ehemaligen Körting-Radio-/RFT-Werke in der Stötteritzer Melscher Straße unter dem Namen Klangwerk in diesem Jahr starten soll:

    Copyright: GRK Holding / homuth+partner architekten

  • Bebauungsplan Nr. 409 "Ehemaliger Postbahnhof - Teilgebiet Süd"

    LVZ, 16.01.2013
    Schönefeld. Pläne für Gewerbegebiet im Postbahnhof


    Auch der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 409 "Ehemaliger Postbahnhof - Teilgebiet Süd"; Stadtbezirk Leipzig-Nordost, Ortsteil Schönefeld-Abtnaundorf - wurde mittlerweile auf eRIS eingestellt:
    http://notes.leipzig.de/appl/l…3A1637353C1257AF3003CAA9E


    Die Fläche ist kleiner als von mir zunächst angenommen und umfaßt nur den Postbahnhof und das davor liegende Gleisfeld, aber z.B. nicht den Lokschuppen:
    http://www.dafmap.de/d/lhal.html?id=1627&mt=2&zoom=16


    Zu den auch hier bereits diskutierten Plänen des Investors Peter Kolar mit dem Postbahnhof und der nördlich der Adenauerallee stehenden alten Pakethalle (9000 m²) sowie dem Bau von jeweils zehn Stadthäusern an der westlichen und nördlichen Geländegrenze - siehe http://www.deutsches-architekt…m/showthread.php?p=277607 - heißt es in der Begründung zum Bebauungsplan Nr. 409:


    "2010 wurde von einem interessierten Investor ein Nutzungsskonzept für das Gesamtareal vorgestellt, welches auf dem südlichen Areal eine Markthalle, einen Flohmarkt, ein Museum, Gastronomie und gewerbliche Nutzungen vorsah. Für das Areal nördlich der Adenauerallee waren Wohnungen sowie ein Hotel geplant. Das Konzept für das Gesamtareal konnte jedoch nicht weiterverfolgt werden, da es in einer ganzen Reihe von Aspekten nicht den von der Stadt Leipzig verfolgten Zielsetzungen und der Beschlusslage entsprach. Dies betraf u. a.
    - den Flächennutzungsplan,
    - die Stadtentwicklungspläne Zentren, Gewerbliche Bauflächen sowie Wohnungsbau und Stadterneuerung und
    - den Beschluss zur Ansiedlung einer Markthalle im Bereich des Wilhelm-Leuschner-Platzes.
    Im Ergebnis vielfältiger, teilweise kontrovers geführter Diskussionen in der Öffentlichkeit und Politik sowie von Gesprächen mit Vertretern der Eigentümerin und dem interessierten Investor, wurde deutlich, dass es sinnvoll ist, das Areal abschnittsweise zu entwickeln.


    Für den nördlichen Teil des Gesamtareals sollte eine Entwicklung durch den Investor erfolgen, der im Jahr 2010 das gesamte Areal umgestalten wollte (siehe oben). Hierzu waren zwischen Investor und Verwaltung Arbeitsschritte vereinbart worden. Trotz mehrfacher Aufforderungen durch die Stadt Leipzig sind die erforderlichen Planungsschritte nicht begonnen worden. Für den nun vorliegenden Planbereich südlich der Adenauerallee soll als erster Umsetzungsschritt eine Entwicklung durch den heutigen Eigentümer erfolgen."

  • Zu #280: Wow, das sieht echt gut aus. Das gibts wohl auch nur in Leipzig, dass eine Tiefgarage auf so eine hochwertige historisierende Weise verklinkert wird.

  • ^ Die Umbaumaßnahmen des Industriekomplex der Koffer- und Taschenfabrik Mädler finde ich auch überzeugend. Der industrielle Charakter bleibt vor allem auch durch die Verwendung von sog. Industriefenstern erhalten. Danke Für die Fotos, Dase.



    Der zweite Anlauf für die Sanierung der Adolf-Bleichert-Werke in Gohlis (Infos dazu u.a. hier und hier) wird konkreter. Offensichtlich wurde jetzt das Leipziger Architekturbüro Fuchshuber & Partner mit der Umsetzung betraut.


    Zwei Visualisierungen, die zeigen, wohin die Reise geht. Das Gelände wird wohl komplett entkernt und innen neu bebaut werden. Lediglich ein paar Außenmauern und Spolien werden integriert. Der industrielle Charakter, so ist zumindest von Fuchshuber & Partner zu hören, soll dabei auf jeden Fall erhalten bleiben. Grüne Innenhöfe sollen für viel Licht in "großzügigen Loftwohnungen" sorgen. Außerdem seien Büros für "kreatives Arbeiten" geplant.




    Diese Visualisierung zeigt vermutlich die Seite in der Wilhelm-Sammet-Straße in der Abenddämmerung (auch wenn der Weg davor nicht so recht zum Ist-Zustand passt).



    Das Gleiche noch mal am Tag. Die Lösung finde ich nicht schlecht, fällt doch künftig deutlich mehr Tageslicht in die heute oftmals düster wirkende Wilhelm-Sammet-Straße.



    Und ein weiteres Bild, das einen begrünten Innehof nebst Neubau in den Bleichert-Werken zeigt.

    Bilder: Fuchshuber & Partner

  • Und noch eine Meldung hinterher: Der umstrittene Abriss der alten Eisenbahnbrücke zwischen den Buntgarnwerken hat begonnen. Die Brücke ist Teil der unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Buntgarnwerken, dem angeblich größten Industriedenkmal aus der Gründerzeit in Europa, und steht demzufolge ebenfalls unter Denkmalschutz. Bauingenieurin Anja Stertze möchte Teile der Brücke für eine spätere Wiedererrichtung aufbewahren. Einen Ort zur Einlagerung sei schon gefunden, ebenso seien Spendenzusagen eingegangen. Andreas Rühle von der GRK-Holding, die den Abriss veranlasst hat, erklärt, dass der Abriss nicht nur finanziell bedingt sei (eine Sanierung wird auf 450.000 Euro geschätzt), sondern auch rechtliche Gründe hätte. Somit sei das Grundstück auf Schleußiger Seite in Privatbesitz, so dass eine öffentliche Nutzung nicht in Frage käme.


    Die GRK-Holding saniert derzeit den letzten Hochbau der Buntgarnwerke unter dem Projektnamen "Veneziaquartier". Letzter Beitrag dazu hier.



    LVZ-Artikel


    Aktuelle Fotos vom Abriss

  • ... bevor ich es wieder vergesse zu posten: Bekanntlich sollte die Brücke schon am 10. Dezember 2012 abgerissen werden, doch um ein Gerüst im Wasser aufzubauen, fehlte der GRK eine Genehmigung der Wasserschutzbehörde, die nun eingeholt wurde. Neuer Termin war demnach der 7. Januar, doch das Hochwasser und die schnelle Fließgeschwindigkeit der Weißen Elster machten einen Strich durch die Rechnung. Hochwasser besteht zwar immer noch, aber die Fließgeschwindigkeit ist ruhiger geworden.

  • Eisenbahnbrücke Buntgarnwerke


    ... und nun noch ein paar Ausblicke von oben.



    Aufgenommen am 24. Januar 2013 vom Verbindungsbau zwischen den Fabrikgebäuden.



    Nahaufnahme der Eisenbahnbrücke.



    Und wenn man gerade oben ist, kann man auch ein Foto von der anderen Brückenseite machen.


    Veneziaquartier


    Nachdem es über ein halbes Jahr von mir keine Bilder zum Veneziaquartier gab, insbesondere von Innen, findet ihr nun zahlreiche Bilder zwischen Juli 2012 und Januar 2013 auf http://www.baustelle-leipzig.de. Folgend gibt's nun aktuelle Aufnahmen vom November 2012 und Januar 2013.



    Blick vom Verbindungsbau auf das "Veneziaquartier".



    19.11.2012: Vom Fußweg hat man bereits einen Blick in den Innenhof und den neuen Wohnungen mit Balkonen.



    Nun befinden wir uns im 1. Obergeschoss und machen einen umgekehrten Blick.



    Zusehen sind die westlichen Wohnungen mit Balkonen.




    Links der neue Wohnraum, in der Mitte der neue Innenhof und rechts die, über zwei Stockwerke, gestützte Hausfassade.



    Blick vom Balkon auf den Innenhof und das gegenüberstehende Gebäude.



    07.01.2013: Die Neugestaltung des Treppenhauses hat bereits begonnen. Zunächst wurde es komplett in weiß gestrichen und nun erfolgt ein grüner Sockel.




    Angekommen im 1. Obergeschoss, links davon befinden sich zwei Aufzüge.



    Blick durch den langen Flur.



    An mehreren Stellen werden industrielle Bilder von den Buntgarnwerken aufgehangen, wie hier die Eisenbahnbrücke.



    Links geht's zu den westlichen Wohnungen (> Innenhof) und rechts zu den östlichen Wohnungen (> Weiße Elster).



    Im westlichen Flur befinden sich noch drei Wohnungen.



    Angekommen im 5. Obergeschoss - den Penthouse-Wohnungen.



    Das Terrassengeländer wird montiert.



    Nachdem die neuen Wände aufgestellt wurden, wurden sie mit Dämmschutz und Putz verkleidet und anschließend grau gestrichen.



    Im östlichen Terrassenbereich werden seit letztem Jahr die Holzdielen verlegt.



    Welch ein schöner Farbton.



    Nun befinden wir uns in der - wohl schönsten - Penthouse-Wohnung. Sie hat einen nordöstlichen Ausblick auf die Stadt Leipzig. Dieser Raum wird künftig Küche und Wohnzimmer beherbergen.



    Dieser Raum muss noch verputzt und gestrichen werden.


    Anfang Dezember 2012 sollen die ersten Wohnungen und ab Februar 2013 die ersten Penthouse-Wohnungen übergeben werden.

  • Areal Mühle Großzschocher

    Nachdem die LVZ am 28.12.2012 die Revitalisierung der Mühle in Großzschocher gemeldet hat findet man auf der Dima-Projektseite die hier noch nicht gezeigten Visualisierungen:


    http://www.dima-immobilien.de/Projekte/verkauf/Welle4.html


    Im LVZ-Artikel wird außerdem über den angrenzenden Dreiseitenhof berichtet, der von einer Kampfkunstschule in ein Freizeitzentrum verwandelt werden soll.
    Eine Vorstellung des m.M.n. sehr schönen Projektes findet sich beim Deutsch-Japanischen Zentrum Leipzig:


    http://www.japaninleipzig.de/DJZL/DJZL-Layout-V31-klein.pdf