Goetheplatz, Roßmarkt und Rathenauplatz

  • Laut den vorigen Bildern schaut es nicht danach aus als würde im Goetheplatz 2 am 22.3. (morgen!) das MoschMosch samt Außengastronomie eröffnen.


    Doch was das architektonische Gesamtbild angeht, kann ich thomasfra zustimmen.

  • Nun hat MoschMosch ein paar Bänke aufgestellt. Vor dem Haus stehen allerdings noch Pflasterarbeiten an, sodass das hoffentlich noch nicht alles ist.


    Das Ergebnis von Goetheplatz 2 kann sich jedenfalls sehen lassen:



    Bild von mir

  • Renovierung Rossmarkt 13 (?)

    Mir ist schon vor Tagen im Vorbeigehen aufgefallen, dass ein Haus am Rossmarkt eingerüstet wurde und wohl renoviert wird. Wenn ich mich jetzt nicht ganz verkuckt habe müsste es Nummer 13 (Auf diesem Bild das in der Mitte mit der Cri-Cri-Filiale) sein.


    Weiß jemand dazu Näheres? Fassadenrenovierung oder könnte man sogar auf eine Verbesserung der Dachsituation hoffen?

  • Zu Beitrag #437: Wieder einmal: wieso können es sich weit ärmere Städte als Frankfurt am Main vor allem im Osten Deutschlands leisten – und wir sprechen hier noch nichtmal von einer Totalreko – ihre Altbauten wieder in den bauzeitlichen Zustand zu versetzen, und hier, trotz Finanzkrise in einer der immer noch am besten gestellten Städte des Landes, in einer 1A-Lage, müssen wir uns so eine Billigsanierung antun, die irgendwelche Notdächer der direkten Nachkriegszeit zur Norm erheben? Und die Attika für das Staffelgeschoss – wie vom Baumarkt. Gelinde gesagt beschämend. Auch wieder mal für die Stadtplanung.


    Den äußerst schlichten ursprünglichen Giebel kann man auf diesem Bild sehen (zweites Haus von rechts).

  • Zu Beitrag 437 und dem Kommentar von RMA #441, da muss ich RMA recht geben. Während im Osten viele Altbauten in einem bauzeitlichen Zustand versetzt werden, meint man in Frankfurt/M. immer noch man müsste sich an der Formensprache der Nachkriegszeit abarbeiten. Die Zeit der Notdächer sollte jetzt langsam vorbei sein. Mit mehr zur Verfügung stehendes Geld wg. Soli ist das ganze nicht mehr zu erklären. Meine Vermutung: Im Osten scheint man sich mehr seinen historischen Wurzeln bewusst zu sein, während man in Frankfurt/M. immer noch meint man wäre mit 70iger-Jahren-Glitzerfassaden-Ambiente weltstädtisch.

  • Ich kennen keinen Frankfurter, der das schicker findet. Das wird wohl eher damit zusammenhängen, dass die vermietbare Fläche, bei Beseitigung der Notdächer, schrumpfen würde. Das ist sicherlich der Hauptgrund, warum die Notdächer immer noch nicht beseitigt wurden.

  • Das immer gleiche Denkmuster, das durch stetige Wiederholung auch nicht richtig wird: Man meint, dieses und jenes zu tun oder zu lassen... Wer ist man? Oder: Leistet es sich die reiche Stadt Frankfurt am Main nicht, das Haus in den ursprünglichen Zustand versetzen zu lassen, wo doch im chronisch klammen Osten... Als gäbe es eine einheitliche Entscheidungsinstanz für die Gestaltung sämtlicher Gebäude der Stadt, eine Verschwörung, die nichts anderes im Sinn hat, als Schönes und Richtiges zu verhindern, Unschönes zu bauen und Bausünden zu konservieren.


    Tatsächlich trifft jeder Hauseigentümer seine eigenen Entscheidungen. Auch ich wünsche mir die Wiederherstellung der historischen Dachgestaltung, sehr sogar, ganz besonders am Roßmarkt. Doch mit Lamentieren und Verschwörungstheorien kommt man diesem Ziel kein bisschen näher. Dass ein Mansarddach vor 100 Jahren nie für Büronutzung und oft auch nicht für Wohnzwecke gebaut wurde, auch heute allenfalls mit Abstrichen und kaum ohne Eingriffe in die Gestaltung für diese Zwecke zu verwenden ist, während das in der Zeit des Wiederaufbaus aufgesetzte Staffelgeschoss eben gut nutzbar ist und entsprechend Miete einbringt, sei es auch noch so ungünstig für das äußerliche Erscheinungsbild eines Gründerzeitgebäudes, das sollte doch bitte auch einmal bedacht werden.

  • Ich gehe mal soweit zu sagen, dass der klamme Osten es nötig hat, die Gebäude so hübsch wie möglich zu sanieren. Denn nur so werden sie attraktiv für die Käufer/ Mieter. Frankfurt hat das nicht nötig. hier gehen Wohnungen weg wie warme Semmeln und das zu horrenden Preisen (mit den teuersten in der gesamten Republik). Frankfurt hat auch ein ganz anderes Verständnis von sich als Finanzplatz, nicht als Touristenmagnet. Ich finde, dass sich in Frankfurt schon viel getan hat. Allein dem Herrn Mäckler, der modern aber dennoch traditionell baut. Ich kann mich nicht satt sehen am Opernturm. Früher hielt ich Frankfurt für hässlich, aber seitdem ich hier durchs Forum tigere, sehe ich die Veränderung. Ich sehe nichts verwerfliches an der Dachsituation des Gebäudes. Viele Gebäude des Klassizismus hatten so einen Dachabschluss.

  • Goetheplatz, Roßmarkt und Rathenauplatz

    "Das jeder Hauseigentümer seine eigenen Entscheidungen trifft" kann man natürlich in diesem Zusammenhang so nicht wirklich stehen lassen.
    Seine Entscheidungen sind ja immer irgendwie begrenzt von z. B. Bauvorschriften (Höhe, Fluchten, etc.), Gestaltungssatzungen usw. Die Fachleute hier kennen das noch besser als ich.

    Wie man von verschiedenen Bauvorhaben weiß, nimmt die Stadt, je nach eigenem Interesse sehr wohl vielfältigen Einfluss auf die Bauvorhaben im Stadtgebiet. Das kann allerdings auch einmal dazu führen, dass Eigentümer sich von einer gewünschten Baumassnahme gänzlich verabschieden.
    In diesem Spannungsfeld liegen wohl überwiegend die gestalterischen Probleme, zumal die Bauherren, die eine attraktive, aufwändige und der Umgebung gerechte Außengestaltung anstreben, offensichtlich immer seltener werden. So verändert sich eben gerade die Innenstadt weiterhin und immer mehr in ein Gebäudeensemble im nüchternen Stile kurzlebiger Gewinnorientierung. Man kann zwar an die Bauherren appellieren, aber wer sonst als die Stadt kann diesem anhaltenden Trennt mit entsprechenden Satzungen und Vorschriften wirklich begegnen?
    Warum also soll es hier wieder nicht möglich sein, auch bei Umbaumaßnahmen, im Interesse der Allgemeinheit einen stilvollen Dachabschluss vorzuschreiben?

    Ein findiger Architekt kann Penthäuser auch hinter einem gefälligen Dachabschluss ansetzen, ohne Balkongeländer.

  • Es ist wie Schmittchen geschrieben hat, jeder Eigentümer verändert sein Haus, wie er es für richtig hält. Eine Stadt, ob reich oder arm, kann da nur wenig ausrichten, zumal die Notdächer inzwischen wohl um die 60 Jahre alt sind. Da kann nicht einfach mal bestimmt werden, dass das jetzt wegzukommen hat. Im Osten ist die historische Substanz der Häuser zwar marode, aber meist besser erhalten, oftmals sogar unverändert und zudem leerstehend, so dass eine denkmalgerechtere Sanierung einfacher ist. Auch die Eigentümerstruktur ist, so zumindest mein Eindruck, eine völlig andere. In Leipzig beispielsweise wohnen die Eigentümer, die ihre Wohnungen von wiederum meist Leipziger Großsanierern erwerben, zu über 70 Prozent in Westdeutschland.


    Natürlich kann man die Dachabschlüsse trotzdem besser gestalten, ohne wertvolle Fläche einzubüßen. Aber wo kein Wille der Eigentümer...

  • Ich denke, Schmittchen hat in Bezug auf eine einzelne Immobilie Recht. In Bezug auf die Aufwertung einer (Mikro-)Lage wie bspw. dem Bahnhofsvorplatz oder dem Roßmarkt fällt der Einfluss des einzelnen Investors deutlich geringer aus:


    Würden sich alle Immobilienbesitzer einer bestimmten Lage wie dem Roßmarkt für eine Aufwertung ihres Hauses und Sanierung der Gründerzeitdächer entscheiden, so gewänne die gesamte Lage (wenn sie denn die Vorraussetzungen mitbringt), Miethöhe bzw. Mietstand verbessern sich. Wahrscheinlich für alle Beteiligten ein vernünftiges Geschäft und für die Stadt ein Gewinn.


    In der Praxis ist solch konzertiertes Verhalten schwierig zu realisieren. Erst wenn die Investoren eine klare Dynamik in dieser Richtung feststellen, kommt es zu einer sich selbst tragenden Entwicklung. Ein gutes Beispiel hierfür wären die fast flächendeckenden Sanierungen im Nordend.


    Kann der Investor von ähnlichem Engagement seiner Nachbarn hingegen nicht ausgehen, ist für ihn die Investition in ein Gründerzeitdach oft nicht interessant: Er trägt hohe Kosten, während sich die Vermietbarkeit des Objekts nur in einem engen Rahmen verbessern lässt. Somit möchte niemand in Vorleistung treten, da er nicht weiß, ob die anderen mitziehen. Lieber freut er sich über die Investition seines Nachbarn.


    An dieser Stelle kann sich die Einflussnahme der Stadt positiv auswirken. Indem sie durch Baurichtlinien Standards definiert, übernimmt sie eine Koordinierungsfunktion und stellt ein relativ einheitliches Qualitätsniveau in einem bestimmten Geltungsbereich sicher. Es entsteht ein "Halo"-Effekt: Der Aufwertungseffekt ist umso größer, je mehr Investoren sich beteiligen. Potenzieller Nachteil ist, dass einzelne Projekte lange aufgeschoben werden können, aber das muss man aushalten können.


    Ein gutes Beispiel ist der Bahnhofsvorplatz - bei konzertierter Sanierung der Dächer (ein kollektiver Traum im Forum) würde die Lage enorm aufgewertet, bestimmt eine gute Investition und eine Augenweide für jeden, der aus dem Bahnhof tritt. Aber ohne Koordinierung von öffentlicher Seite wird es so schnell nicht dazu kommen.


    Was ich sagen möchte: Gute Gestaltungsrichtlinien lohnen sich - für alle. In einer Stadt wie Frankfurt mit ihren hohen Mieten allemal.

    Einmal editiert, zuletzt von Heinz () aus folgendem Grund: Rechtschreibung verbessert

  • Goetheplatz, Roßmarkt und Rathenauplatz

    Jetzt ist es amtlich. Bei einer Podiumsdiskussion (Architekten und Gartenexperten) soll Stephan Heldmann, Leiter des Frankfurter Grünflächenamts, bestätigt haben, dass die Stadt hier einen Veranstaltungsort schaffen wollte. Das seien die Vorgaben gewesen und dass die Plätze Roßmarkt/Goetheplatz/Rathenauplatz auch anders aussehen könnten. Nachbesserungen schließt Stephan Helmann nicht aus. Vorstellen könne er sich eine grüne Umrandung.

    Bericht der fnp-online vom 17. Juni 2010, Angst vor Leere zweiter Absatz:
    http://www.fnp.de/fnp/region/l…d_rmn01.c.7839104.de.html

  • was genau ist jetzt amtlich?


    viel interessanter in dem verlinkten artikel finde ich, was landes gesagt hat, ich zitiere:


    «Der Platz muss leergeräumt werden», [..] Der Architekt legte nach: Seiner Meinung nach gebe es ein speziell deutsches Phänomen, nämlich die «Angst vor Leere». In anderen Ländern wie Italien oder Spanien seien leere Plätze ohne irgendwelche Möblierung völlig normal. «So viel Grün wie in Frankfurt braucht auch ein paar Plätze», sagte Landes und meinte leere Plätze. «Um einen Platz richtig nutzen zu können, muss er leer sein.» Der einzige echte Platz in Frankfurt sei der Römerberg. Der Opernplatz dagegen sei gar kein Platz, sondern ein «architektonischer Raum».


    recht hat der mann!