Goetheplatz, Roßmarkt und Rathenauplatz

  • Gibt es eigentlich irgendwelche Planungen für dieses Ding auf dem Roßmarkt? Soweit ich weiß liegen die Clubräume unterirdisch, da könnte man doch den oberirdischen Teil mal abreißen und was gescheites mit Gastronomie hinstellen.



    Bild: Gizmo23

  • Du bist ja lustig. Dieses scheußliche Ding wurde erst vor zehn Jahren gebaut, gerade um auf diese Weise die unterirdischen Räume der stillgelegten Fußgängerunterführung zu erschließen. Die Beklebung scheint temporär zu sein, sonst sieht es aber auch nicht wirklich besser aus. Dennoch - oder deswegen - erhielt der Club eine Auszeichnung als vorbildliches Bauwerk und eine Anerkennung zum Deutschen Architekturpreis. Hier die Website des Architekten mit weiteren Fotos.

  • ... öder als der Mond

    Roßmarkt und Goetheplatz sehen nach der Neufassung absolut menschenfeindlich aus. Der Roßmarkt ist nur eine schwarze tote Steinwüste; früher saßen hier Menschen und machten Pause - heute flüchtet jeder, so schnell er kann.
    Der Goetheplatz ist kein lebendiger Platz mehr, sondern ein heiliger Hain zur Anbetung des vergöttlichten Goethe.


    Hier hat mitten in Frankfurt die Architektenlyrik ihre eigene Gruftumgebung gebaut - ein Platz für tote Prinzipien, nicht für lebende Menschen.


    Daran ändern auch die einzigen beiden positiven Aussichten - Platz für den CSD einerseits und Platz für's Pétanque-Spielen andererseits - nichts mehr.


    In Weltstädten wie Paris werden kahle Plätze mit Bäumen und Sitzgelegenheiten vermenschlicht - Frankfurt ist so gesehen sicher nicht die Weltstadt, die es gern sein möchte.


    Aber eigentlich ist es doch schade, daß die Platzfolge erst jetzt so hingerichtet wurde - vor Jahrzehnten hatte Jean Tinguely abgelehnt, einen seiner schönen bewegten Brunnen an der Konstablerwache zu bauen, weil er meinte, das sei ja ein "grauslicher Platz" - hätte er den heutigen Roßmarkt gesehen, dann hätte er sicher liebend gern an der Konstablerwache gebaut ...

  • Was denn nun? Wird der Platz nun angenommen oder nicht? Oder ist die Situation noch unklar. Ich hätte nicht gedacht, dass sich daran so sehr die Geister spalten :confused:
    Wie dem auch sei, mich würde mal interessieren, ob der Zustand vorher - mit wesentlich mehr Grün - von den Kritikern nun für besser gehalten wurde?



    In Weltstädten wie Paris werden kahle Plätze mit Bäumen und Sitzgelegenheiten vermenschlicht - Frankfurt ist so gesehen sicher nicht die Weltstadt, die es gern sein möchte.


    Dass Frankfurt so von seinen Einwohnern gehasst wird :nono:
    Ich weiß ja nicht, ob man gerne Weltstadt sein möchte, aber zumindest von Hanau bis Wiesbaden blickt man doch immer irgendwo zu Frankfurt auf!


    take it easy :D

  • Natürlich wird der Platz angenommen. AltFrankfurters Blick scheint ganz erheblich getrübt zu sein.


    Außerdem ist die Platzfolge noch immer in Bau. Ich frage mich wirklich, was manche Zeitgenossen veranlasst, mit brachialer Polemik, ja blankem Hass auf dieses Projekt einzuprügeln. Es ist doch nur ein harmloser, halb fertiger Platz.

  • ich denke nicht, dass frankfurter ihre stadt "hassen"... ganz im gegenteil! :-) dies mag manchmal so erscheinen, weil einzele personen hier (siehe "AltFrankfurter") pauschalisierend ihre meinung vertreten und sie als allgemeingültig hinstellen...


    nervig ist das...!

  • Kleiner Abstecher zum Rathenauplatz wo immer noch kein Ende der Arbeiten in Sicht ist! Immerhin scheint man mit der Installation des Brunnens begonnen zu haben:



    Bild von mir

  • nicodemus: Das Gebäude Goetheplatz 7 wurde an einen Projektentwickler verkauft, der es nach der voraussichtlichen vollständigen Entmietung im November diesen Jahres entkernen und dann generalsanieren wird. Bilder vom Projekt habe ich noch keine gesehen.


    Das Weinfest auf der Fressgass soll übrigens ab dem kommenden Jahr alljährlich auf dem Goetheplatz stattfinden.

  • Es handelt sich um das Gebäude rechts im Bild (vor dem das Paketdienst-Fahrzeug steht):



    Bild: Gizmo23


    Du meinst den Rheingauer Weinmarkt? Eine Verlegung auf den Goetheplatz, vermutlich auch auf den Rossmarkt, hielte ich für eine gute Idee. Die Stände stellen die (auch ohne Weinmarkt attraktive) Fressgass schon sehr zu. Mehr Platz gäbe es dann auch, bisher ist bei Hochbetrieb kein Durchkommen mehr. Und von der Atmosphäre dürfte ein Platz auch einer eher schmalen Straße vorzuziehen sein.

  • Mittlerweile kann man doch von einem klaren "Dominoeffekt" sprechen, den die Umbebauung des Platzes ausgelöst hat.
    War eigentlich nicht gestern die offizielle Einweihung des G-Platzes? Diese sollte doch am 28ten (seinem Geburtstag) stattfinden.

  • hallo alle zusammen...


    heute ist am entstehenden brunnen auf dem rathenauplatz die "stele" aufgestellt worden. eine entsprechende info war bereits am 6.11 auf "frankfurt.de" im internet zu finden.


    ich finde die installation sehr gelungen. sehr modern und besonders. jedenfalls habe ich noch nichts vergleichbares in dieser form in einer anderen stadt gesehen... die spitze der stele projeziert einen kreisrunden lichtfleck (kaltes licht) auf den boden der brunnenanlage und schafft so eine interessante "verbindung" zwischen stele und brunnen. das ganze wirkt auf mich jedenfalls sehr anziehend weil ungewöhnlich...


    natürlich werden sich auch hier wieder die geister scheiden... ich bin gespannt auf die ersten reaktionen ;-)

  • Immerhin, gut zweieinhalb Jahre nach Eroeffnung der Tiefgarage naehern sich die Arbeiten an der Oberflaeche einem Ende. Am Rathenauplatz wurde nun auch fast die gesamte Flaeche gepflastert, inkl. dem Bereich des Brunnens. Dieser wird wohl erst nach der Winterpause in Betrieb gehen, aber ich bin mir sicher, dass es ein Anziehungspunkt werden wird. Auch wenn ich die Kritik dass alles sehr "steinig" geworden ist nachvollziehen kann, finde ich dass die Plaetze sehr schoen und hochwertig geworden sind und von der Bevoelkerung angenommen werden. Auf jeden Fall eine Verbesserung.

  • Ahligator #252:
    Über Geschmack kann man ja bekanntlich streiten. Wenn dieser Platz jemandem gefällt so sei es ihm auch herzlich gegönnt.
    Für mich ist das ganze Ensemble jedoch zu dunkel, düster und einförmig. Mit helleren, sandsteinfarbigen Platten, welche in etwa die Farbe z. B. des Gebäudes links an der südlichen Ecke zum Steinweg aufnehmen, würde das ganze Areal freundlicher und großstädtischer wirken. Dann noch einige eingefügte Lienen und Rahmungen und kein so starker Kontrast zu den umstehenden Gebäuden also, sondern eher etwas, dass diesen mehr schmeichelt.

    "...finde ich dass die Plätze...von der Bevoelkerung angenommen werden." Was heißt das?
    Welche Kriterien liegen eigentlich dieser Art Aussagen zugrunde?
    Wurden da Leute auf dem Platz befragt oder ist es die große Menge an Passanten? Spielen dort viele Kinder am Brunnen oder wird dort mehr als anderswo gerastet und der Ausblick genossen? Oder sitzen dort mehr Mütter mit Kindern und Kinderwagen als üblich? Befinden sich dort stark frequentierte Cafehaustische oder sitzen dort etwa mehr biertrinkende ältere Männer auf Bänken als anderswo? Oder stehen dort vielleicht mehr arbeitslose jugendliche in Gruppen herum als sonst wo?

    Hier sind rundum und in den Seitenstraßen Geschäfte und Büros angesiedelt und die Personenfrequenz auf diesem Ensemble, wird jetzt schon und wenn es denn mal fertig ist, zunächst durch die Überquerung zustande kommen, da man hier möglicht rasch und auf kürzestem Wege von einer Seite auf die andere und von allen Richtungen aus, ohne Umwege und ohne Hindernisse, quer über den Platz gelangen kann. In der Fußgängerzone "Zeil" kann man ja auch nicht einfach sagen "die wird angenommen", "nur" weil dort sehr viele Passanten unterwegs sind. Egal wie der Belag dort aussehen würde, die würden dort immer in großer Zahl laufen.

    Was also versteht man bei einem Platz wie diesem unter "angenommen", bitte?

  • Ich muss mich Robert in etwa anschließen. Für mich stellt die Neugestaltung eine der größten städtebaulichen Geldverschwendungen der Stadt in letzter Zeit dar. Eine Umgestaltung war durchaus dringend geboten. Aber was hat man erreicht?


    Es handelt sich weiterhin um einen großen unförmigen Platz. Eine Gliederung in die Teilplätze ist aus meiner Sicht nicht erfolgt. Da helfen die Bäume und der Kies nicht weiter. Der Rossmarkt wurde m.E. sogar teilweise verschlimmbessert. Die große Fläche mag alle paar Jahre zur WM/EM ganz nützlich sein, aber ansonsten ist sie nur groß, grau und leer. Das kleinteilige Pflaster ist eine Zumutung für Alte, Behinderte (Blinde und Rollstuhlfahrer), für Frauen mit hohen Schuhen und auch für Männer(-schuhe) mit dünnen Sohlen.


    Es fehlt eine Nutzung des städtischen Raumes bspw. durch Gastronomie. Dass die umliegenden Gebäude/ Ladengeschäft nicht zur Verfügung stehen ist aus Sicht der Besitzer nachvollziehbar. Aber hier hätte man auch durchaus an eine hochwertige, flexible Lösung auf dem Platz denken können, die einen Abbau in den Wintermonaten erlaubt.


    Natürlich wurden einige positive Dinge erreicht, allen voran der Wegfall der oberirdischen Belüftungsanlage. Aber für diesen enormen Betrag kann, darf und muss man mehr erwarten dürfen!


    Denn angenommen wird der Platz (entschuldigung, ich meine natürlich die Plätze) keinesfalls. Wie auch, wenn es dort nichts gibt, das zum Verweilen einlädt? Der Platz wird überquert, ein paar Geschäftsleute bleiben kurz (!) für ein Sandwich zur Mittagszeit und ab und an wird ein Foto vom Gutenberg-Brunnen geschossen. Für eine "Annahme" des Platzes reicht das nicht.


    Warum war man nicht radikaler? Hat sich eine bessere Lösung für die U-60311 Zugänge ausgedacht (Architektur-Preis hin oder her, es sieht schrecklich aus), die Plätze stärker akzentuiert, Gastronomie eingeplant, die Farbwahl besser (=freundlicher) abgestimmt, mehr Blühendes angedacht, fußgängerfreundlichen und behinderten-gerechten Belag gewählt und all dies vor allem in ein Gesamtkonzept Innenstadt eingeschlossen (dazu gehören auch die neue Hauptwache, der Börsenplatz, die Konstabler etc.). So hätte man für Besucher der Stadt hinter jeder Ecke einen neuen Eindruck, eine neue Perspektive schaffen können. So aber wird man das Image des kalten, geschäftigen und hektischen Frankfurts nicht los!

  • Ganz eindeutig fehlt eine gastronomische Nutzung. Wieso konnte man nicht hier eines der Pavillions, die an der ohnehin zu engen Zeil gerade errichtet werden, unterbringen? Verwunderlich bleibt auch weshalb das Gebäude links neben der Dresdner Bank weiterhin wie eine Bauruine aussieht, dieser Ort wäre für ein Café doch prädestiniert gewesen.


    Ob der Platz angenommen wird oder nicht, lässt sich wohl abschließend noch nicht ganz sagen, da der Brunnen und die dazugehörige Stele eher doch zum Verweilen einladen dürften. Bisher ist es aber tatsächlich so, dass die phantasielose Gestaltung keine grosse Aufenthaltsqualität, sondern eher unterkühlte Sterilität erzeugt. Den Wunsch Skateboarder mit dem kleinteiligen Pflaster fernzuhalten, kann ich noch irgendwo nachvollziehen, aber die Farbgebung bleibt, vorsichtig ausgedrückt, fragwürdig.

  • Ich meine gelesen zu haben, dass man mit Hausbesitzern verhandelt um Gastronomienutzung, ich weiß jetzt allerdings nicht wo. An der Westseite ist mit Vapiano ja schon Leben eingezogen auch wenn das jetzt nicht direkt AUF dem Goetheplatz/Rossmarkt ist.

  • Die FAZ hat heute einen doch sehr negativen Artikel über die Neugestaltung der Innenstadtplätze. Die Überschrift "Der Öffentliche Raum ist grau" sagt schon fast alles.
    FAZ zu den neuen Innenstadtplätzen.


    Einige Ladenbetreiber werden mit negativen Kommentaren zitiert, sowohl was die Gestaltung ("Exerzierplatz", "Kein bisschen Grün") als auch den Belag ("Kollegin mit Absätzen hat sich ein Bein gebrochen") angeht. Auch wird darauf hingewiesen, dass der Platz zwar im Großen und Ganzen dem Plan der Landschaftsgärtnerin Gabriele Kiefer folgt, diese allerdings einen Gingko-Hain um das Goethedenkmal bauen wollte, das es nun wegen der Gefährdung der Tiefgarage durch die Baumwurzeln nicht geben wird.


    Die einzige Hoffnung, die der Artikel versprüht, ist, dass einige Bäume gepflanzt werden, die erst einmal wachsen müssen.

  • Ich möchte das Geschrei der Ladeninhaber am Rathenauplatz nicht hören, wenn man ihnen die Läden kündigt, um die dort dringend benötigte Gastronomie anzusiedeln.


    Aber wenigstens hat die Post rechtzeitig den McDonalds verdrängt. Der als einziges "Gastro"-Angebot auf dem Platz wäre wirklich übel gewesen.


    Schön wäre ein Café an Stelle der Dreba-Filiale...

  • Bei aller teilweise berechtigter Kritik dennoch ein unglaublich dummer Artikel, den man in ähnlicher Form über jede Veränderung in jedem x-beliebigen Ort Deutschlands schreiben könnte. Es gibt immer Nörgler, Besserwisser und "Kollegen, die sich die Füße brechen".


    Klar, Gastronomie wäre schön. Auch der graue Kies ist... naja, grau eben.


    Aber daher gleich alles verdammen? Lasst doch mal die Bäume anwachsen und ein bisschen Leben einkehren, dann werden diese Plätze schon gefallen!



    P.S.: Kürzlich las ich einen Artikel, dass angeblich drei von vier Deutschen die einheimischen Laubbäume nicht mehr kennen. Und jetzt wird sich aufgeregt, weil man Ginkos durch Schnurbäume ersetzt hat?