Wohnhochhaus Lyoner Straße 19 (62 m | realisiert)

  • ...und so sah die Baustelle am 20.12.2009 im dichten Schneegestöber aus (wenn ich auf Schnee warte, schneit's natürlich nie...).




    Alle Bilder von mir.

  • Bauen im Bestand hin oder her, aber was denkt sich ein Architekt z.B. beim Zuschnitt vom Appartement Typ IV?
    Das Bad hat bei mir immerhin kurzzeitig für Erheiterung gesorgt.. :D

  • Um ehrlich zu sein, mein Bad ist auch nicht größer und für eine Person reicht das! Ich muss auch die Türe schliessen um in die Dusche zu kommen und in dem Bad passt sogar ne Waschmaschine, das geht bei mir nicht rein.

  • Stimmt schon in Frankfurt muss man entweder Glück oder Geld haben um eine schöne Wohnung zu mieten. Viele Wohnung sind nicht schön geschnitten, aber dennoch teuer.
    Aber, 14 Euro /m² in Niederrad! Das ist mehr als die Miete in der Europa-Allee (zumindest in niederen Stockwerke). Bin mal gespannt ob die Wohnungen schnell vermietet werden bei den Preisen. Naja, vielleicht ziehen die Wohnungen Beschäfftigte des Flughafens an.

  • Das Gebäude ist mittlerweile äußerlich fertig, das Gerüst abgebaut.
    Alles Weiße ist übrigens Putz, nicht, wie man vielleicht anhand des Renderings annehmen könnte, eine Alu-Verkleidung.


    Mir gefällt diese 70er-Jahre Ringelsocken-Optik trotzdem nicht sonderlich. Eine Betonung der Vertikalen oder eine einheitliche Farbe hätte hier doch wesentlich besser getan...

  • Ein Hochhaus mit Putz-Fassade ist eine wirkliche Seltenheit. Mir fallen keine weiteren vergleichbaren Gebäude ein.


    Wer hier weit oben wohnt, hat bestimmt eine Tolle Weitsicht. Die Balkon-Nischen an allen Hausecken sind eine gute Idee, da jede Wohnung einen Freiluftblick in mindestens zwei Himmelsrichtungen hat. PKW-Stellplätze gehören zu jeder Wohung.


    Meiner Meinung nach wurde neuer Wohnraum geschaffen, der sich nicht verstecken muss.




  • Wow! Der erste Entwurf war zwar noch schöner, aber auch das jetzt umgesetzte Ergebnis kann sich sehen lassen. Das ist die Zukunft. Ein Modell für viele kleinere 1960er und 70er Hochhäuser, die nicht mehr vermietbar sind. Spontan würden mir da z. B. die klobigen Bürogebäude an der Walter-Kolb-Straße einfallen. Hoffentlich werden die Wohnungen angenommen, dann könnte diese Revitalisierung und Umnutzung als Vorbild für viele andere dienen. Weiter so!

  • Bloß nicht. Solche regelrechten Verbrechen wie an der Walter-Kolb-Straße gehören abgerissen. An Standorten wie der Bürostadt, ok. Aber in Altbauquartieren wie Sachsenhausen ist einzig die Abrissbirne akzeptabel.
    Hätte aber auch lieber den alten Entwurf verwirklicht gesehen. Das was jetzt umgesetzt wurde betont zu sehr die Horizontale.

  • Mondbasis Niederrad

    Da ich beruflich regelmäßig in der Bürostadt bin kenne ich die Ecke recht gut und auch das besondere "Flair". So wünschenswert es wäre die Bürostadt durch mehr Wohnraum lebendiger zu machen glaube ich nicht recht daran. Das Wohnprojekt in der Lyoner Str. überzeugt mich als Leuchtturmprojekt leider auch architektonisch nicht. Mehr als eine Schlafstation für Wochenendpendler dürfte es nicht werden und das hilft der Urbanisierung der Bürostadt nicht im geringsten. Denn wer möchte dort schon wohnen oder besser gesagt leben ?
    Von der Lyoner Str. ist man schneller auf die A 5 als zum nächsten Bäcker gelaufen. Neulich stand ich mal wieder vor dem Gebäude und habe mich gefragt wie es wohl wäre Sonntags dort aufzuwachen... Eine Horrorvorstellung.


    Eine groß angelegte Umstrukturierung bzw. Nachverdichtung der Bürostadt durch Umnutzung von Büro in -Wohnraum sehe ich durchaus positiv. Aber das müsste dann wirklich ein großer Wurf werden, ähnlich wie im Europaviertel. Es wäre dann nichts geringeres als die Neudefinition eines gesamten Stadtteils.


    Wenn man - wie mit diesem Projekt - versucht Kleinkleckersdorf in eine Wohnwüste zu verpflanzen (zu Westend-Preisen versteht sich), so befürchte ich, wird man den Schuss in den Ofen noch in der City hören können.

  • Frische Bilder von gestern:




    Hatten wir noch nicht - die Fassade nach Osten. Hinter den jeweils vier kleinen Fenstern befindet sich das Treppenhaus (Grundriss):



    Außenanlagen mit Tiefgarageneinfahrt:



    Hohe Räume im Erdgeschoss, bisher zumindest, für Gewerbe und Gastronomie:



    Die beiden obersten Vollgeschosse und das Staffelgeschoss sind neu:



    Bilder: Schmittchen

  • Ich finde, die stark ausgeprägte horizontale Gliederung verleiht dem Gebäude mehr Charakter als die ursprünglich vorgesehene, dem aktuellen Zeitgeschmack sicher entsprechendere Variante. So ist es Forster m.E. gelungen, die Formensprache des Gebäudes aus jener Zeit beizubehalten, ja sogar noch zu verstärken, und dabei den baulichen Qualitätseindruck zu erhöhen.

  • Ein schlichter und dennoch gelungener Umbau!


    Laut FNP erhofft sich die Stadt nach diesem ersten Umbau eines Bürohochhauses in ein Wohnhochhaus weitere, gleichartige Projekte. Als Beispiele wird die gegenüberliegende Seite der Lyoner Straße, wo drei leere Bürohochhäuser zu finden sind, genannt. Außerdem das Hochhaus in der Eschersheimer Landstraße 14, welches saniert werden sollte, nun aber zum Verkauf steht. Nicht nur für den Investor, sondern auch für die Bauaufsicht war das Projekt Neuland. Letztere habe laut Amtsleiter Michael Kummer durch das Projekt viel Erfahrung bei Statik und Brandschutz sammeln dürfen.


    Laut Investor Gisbert Dreyer wurde mit spitzem Bleistift kalkuliert. Billiger als ein Neubau sei die Umnutzung des 1970 errichteten Turms nicht gewesen, jedoch habe man Zeit gespart, weshalb sich das Projekt schließlich gerechnet habe (14 Monate nach der Baugenehmigung waren die Wohnungen fertig gestellt). Ein bisschen Neugierde sei auch dabei gewesen, "es hat mich einfach interessiert, so ein Vorhaben durchzuziehen", so Dreyer. Für die Vermietbarkeit aller 98 Wohnungen sei man zuversichtlich. Zielgruppe, wie in Beitrag #33 schon beschrieben, sind Wochenend-Pendler aus den umliegenden Bürokomplexen.


    Eine der 160-Quadratmeter-Penthouse-Wohnungen im 17. Stock kostet laut FNP-Angaben monatlich EUR 2.240 (EUR 14 je Quadratmeter). Für eine Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnung in den unteren Etagen werden zwischen EUR 12 und EUR 14 pro Quadratmeter veranschlagt.

  • Von nahem konnten wir bereits gute Bilder des Egebnisses sehen, hier noch welche von oben im Zusammenspiel mit der restlichen Niederräder Skyline:




    Bilder: Adama

  • Anfang der Woche berichtete der Hessische Rundfunk über das Wohnhochhaus. Das entsprechende Video ist im Internet verfügbar, wenn auch leider nur innerhalb des Gesamtvideos der montäglichen Hessenschau (09.08.2010). Der Beginn des Berichts über das Wohnhochhaus ist bei 10:06 min. Kurz der Inhalt:


    • Interview mit den Erstmietern, die sich eine der Penthousewohnungen (160 m² à 2.240 € Kaltmiete [14 € pro m²; s. #22 ff.]) gesichert haben, mit schönem Ausblick auf die Bürostadt und die Skyline.


    • Von 98 Wohnungen sind aktuell 16 bewohnt. Mietverträge bestehen aber wohl schon für über 50%. Ziel ist es, bis Ende des Jahres alle Wohnungen zu vermieten.


    • Die aktuell leerstehenden 1,7 mio m² Bürofläche in Frankfurt würden ausreichen, um 191 weitere Wohnhochhäuser dieser Art zu verwirklichen.


    • Investitionssumme für den Umbau: über 15 mio €.


    • Viele Mieter sehen durchaus Vorteile in der Lage: eine gute Verkehrsanbindung (Autobahn, S-Bahn) und auch genügend Supermärkte.


    • Die Nähe zum Flughafen hat zur Folge, dass vor allem Geschäftsleute, Vorstände und Flughafenmitarbeiter dort eine Wohnung mieten.


    • Ein Wettbewerbsvorteil soll auch der hohe Standard der Wohnungen sein, der im sonstigen Stadtgebiet nicht so leicht zu finden sei. Zudem sind die Wohnungen teilmöbliert und provisionsfrei zu haben.


    • Außerdem: ein Interview mit Architekt Stefan Forster zur Übertragbarkeit dieses Projekts auf weitere leerstehende Bürotürme (Notwenigkeit entsprechender Grundrisse, genügend vorhandener Treppen etc.)
  • Lyoner Straße 19 voll vermietet


    http://imageshack.us
    Bild: NAI Apollo living


    Es dauerte für Frankfurter Verhältnisse recht lange, aber immerhin: Jetzt meldet NAI AI apollo living 100 Prozent Vermietung der Lyoner Straße 19 - jenes 60-m-Bürogebäude in der Niederrader Bürostadt, das die Dreyer Vierte Verwaltungsgesellschaft mbH zum Wohnturm umgebaut hat. Eine Wiesbadener Zahnarzt-Kette, die sich tatsächlich den Namen „Schoener Mund“ gegeben hat, hat die letzte freie Fläche gemietet (EG). Hauptsache die Bude ist voll. Es war die einzige Gewerbefläche, in den 92 City-Apartments sowie sechs Penthäuser wohnt auch wirklich jemand.


    Nicht erst seit dieser Meldung ist leiser geworden, wer einst über das Projekt gelästert hat. Als Problem gilt inzwischen tatsächlich nicht mehr das Umfeld, sondern der Preis. Der ist bei einer Umwandlung eines Hochhauses, das zudem nicht völlig abgewrackt war, recht hoch (reine Umbaukosten rd. 19 Mio. Euro). Kleine Apartments mit rd. 50 m² Wohnfläche kosten 700 Euro kalt, die Penthäuser mit einer Wohnfläche von rd. 150 m² kosten rd. 2.390 Euro/Monat - ebenfalls kalt versteht sich. Wer sich das leisten kann, will meist eher nicht in Niederrad wohnen. Dennoch: Auch diese Flächen fanden Mieter.


    Inzwischen geht man davon aus, dass solche Umwandlungen selbst in C-Wohnlagen möglich sind, aber besser mit einer Immobilie, die man günstiger erwerben kann und die nicht zu viele Stockwerke hat, was den Umbau kompliziert. Tatsächlich ist aus Frankfurter Branchenkreise auch zu hören, dass genau für solche Objekte in Niederrad derzeit entsprechende Verhandlungen geführt werden. Es werden ziemlich wahrscheinlich weitere Umwandlungen folgen, bleibt der Frankfurter Wohnungsmarkt ein Vermietermarkt und die Nachfrage nach Büros im unteren und mittleren Preissegment so niedrig wie jetzt - bei einem Leerstand von fast 2 Mio. m² Bürofläche.