Zwischen Justizpalast und Maximilanstraße

  • Zwischen Justizpalast und Maximilanstraße

    Wie heute in der "nn" berichtet wird, hat die VAG für 7 Millionen Euro 20000 qm einen Teil ihres 36000 qm großes Grundstückes an der Maximianstraße verkauft. Die dort bisher untergebrachten Abteilungen der Straßenbahn werden in die Heinrich-Alfes Straße an den Hasenbuck in neue Gebäude ziehen.


    Sicherlich wird uns das Thema nun eine Weile begleiten. Da die Bauvorhaben sich wohl über mehrere Jahren hinziehen werden, ist ein eigener Thread wohl sinnvoll. Sollten in dem Bereich Maximilan-/ Fürther Straße weitere Projekte angekündigt werden, so wäre hier auch Platz dafür.



    Auf dem Gelände der VAG soll entstehen:

    - ein neues "Justizzentrum" in dem das Amtsgericht zusammengeführt werden soll (Kosten und Termine werden nicht genannt, konkrete Pläne wird es ab 2011 geben)
    - eine neue Feurwache für 24 Millionen Euro solle bis 2013 gebaut werden. Sie werde die Feuerwache 1 in der Reutersbrunnenstraße ersetzen (Was dann wohl aus dem tollen alten Gebäude werden soll?)

    Zuerst müsse die VAG allerdings bis Ende 2010 die Gebäude darauf beseitigen und die Böden sanieren (Kosten 3,6 Millionen Euro)



    die restlichen 1600 qm des Grundstückes wird die VAG selbst weiter nutzen.

    - 80 Mitarbeiter aus dem "Geschäftsbereichs Fahrweg" werden neben den zuständigen Mitarbeiter für U-Bahn-Anlagen (z.B. Spezialisten für Rolltreppen und Aufzüge) bleiben.
    - Jene Gebäude werden renoviert.



    http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=981366&kat=10&man=3


    D.

  • gut und wichtig wenn an dieser Stelle endlich etwas passiert. der wichtige Bereich direkt an der Kreuzung wird aber vermutlich nicht verändert werden, was sehr schade ist. Die bestehenden VAG und U-Bahngbäude sind nicht gerade eine Augenweide.
    An diese Stelle gehört eine städtebauliche Dominante die den Boulevard Fürther Straße einfasst und großräumig Orientierung verschafft.
    Da auf der Ostseite gleich der Gefägniskomplex liegt, ist die Idee eines Justizzentrums gut. Eine andere attraktive Nutzung wird sich hier kaum realisieren lassen.


    Was mit der alten Feuerwache passiert? Ein bayerisches Feuerwehr- und Rettungswesensmuseum, wenn ich träume. Wenn ich die Augen aufmache sehe ich ein wunderschönes Gebäude, das langsam zerfallen wird bis es zu spät ist; siehe die alte Straßenbahnhauptwerkstatt in Muggenhof. Dann baut ein Bauträger die Rosenauhöfe.

  • ... keine Angst um die alte Feuerwache

    Hier gilt erst einmal Entwarnung. Die alte Feuerwache steht unter Denkmalschutz. Sie wird nach Bau der neuen "1er"-Wache nicht mehr gebraucht und steht für Denkmals- und Schulungszwecke zur Verfügung.


    Dabei könnte der große Sammlungsbestand an historischen Feuerwehrfahrzeugen (der ist zurzeit in dem unterirdisch von der Linie 7 abzweigenden stillgelegten Straba-Tunnelabschnitt unter der Frankenstraße, provisorisch abgestellt) dort noch nicht einmal vollständig gezeigt werden....


    Den Förderverein Feuerwehrmuseum gibt es übrigens längst....


    (aber das wäre wahrscheinlich schon wieder ein neuer Diskussionsfaden)

  • soweit ich mich erinnere soll der Bau der neuen Feuerwache mit den Verkaufserlösen der alten Wache bezahlt werden. Da die Lage mind. gut ist, könnte die Stadt hier Geld verdienen.
    Wenn dann der Denkmalschutz im Wege steht, wird man auch das lösen. Siehe die Nürnberger Erfahrungen.

  • Ich kann derartige Bemerkungen über Denkmalschutz in Nürnberg meinem Vorredner nicht verübeln. Auch wenn sich die Fachbehörde noch so abstrampeln mag - sie entscheidet nicht, und mit einem Schulterzucken kann man sämtliche "Probleme" vom Tisch wischen.

  • Denkmalschutz ....

    Also die Feuerwache 1 steht erst mal nicht konkret auf der Abschussliste....


    Trotzdem von der Hand zu weise sind die Befürchtungen meiner Vorredner 'baukunst-nbg' und 'Planer' nicht. Ein Museum kostet ja natürlich erst mal eine Menge Geld und wenn ein Investor der Stadt einen ordentlichen Millionenbetrag für das (durchaus interessante) Grundstück böte, würden sich wohl allmählich auch Stimmen mehren die Abverkauf und Abbruch das Wort redeten......


    Es wäre ja nicht das erste Mal, dass in Nürnberg auf den Denkmalschutz gepfiffen wird (siehe Milchhof, siehe ganz aktuell Deutscher Hof und/oder Lessingtheater).
    Insbesondere bei der Architektur des frühen 20. Jahrhunderts der wenig öffentliches Interesse unterstellt wird ist man bei der Stadt immer ganz schnell zu einem Kuhhandel in Denkmalschutzfragen bereit. (Besonders beliebtes und immer wieder vorgebrachtes Argument, nach ein paar Jahren Leerstand: " Des Ratzenloch muss wech...") Dass der Baureferent nicht gerade ein besonders engagierter Verfechter des Denkmalschutzgedankens ist (um das mal vorsichtig auszudrücken) ,dürfte ja gemeinhin bekannt sein.


    Das Problem ist schlichtweg, dass diese Denkmale kaum eine 'Lobby' haben. Von der Nürnberger Presse berichtet höchstens mal die NZ über solche Themen (die recht engagierte Berichterstattung von AZ und Bild zum Deutschen Hof und zum - ganz akut bedrohten - Lessingtheater sind eher die Ausnahme. Zum 'öffentlichen Aufschrei' kommt es in Nürnberg für solche Gebäude (ganz anders als in Berlin, Frankfurt, Köln oder München) nie.


    (Aber jetzt hat sich das weit vom Thema dieses Diskussionsfadens fortbewegt. Wenn's von allgemeinem Interesse ist könnte man aber zur Feuerwache 1 /Feuerwehrmuseum und zum Thema Denkmalschutz für Gründerzeit-, Zwischenkriegszeit- und 50er Jahre Architektur eigene Diskussionsthemen aufmachen.)