Leipzig: Hotels in der City - Bestand und neue Vorhaben

  • Ich bin nicht gerade glücklich darüber, dass im Ring-Messehaus, selbst für das architekturverwöhnte Leipzig eine Ikone der Frühmoderne, ein Zwei-Sterne-Hotel entstehen soll. Das wäre angesichts der ursprünglichen Nutzung doch ein Rückschritt. Aber gut, Priorität sollte nicht die Nutzung sein, sondern die historische Wiederherstellung des Kopfbaus am Tröndlinring.


    Die geplanten 82 Apartements, für den im Mitteltrakt Abrisse vorgesehen sind, klingen wiederum interessant. In diesem Zusammenhang wäre es auch sinnvoll, den überwiegend leerstehenden Plattenbau in der Pfaffendorfer abzureißen, aber da kenne ich die Besitzverhältnisse nicht.

  • ^ Naja, wenn er ein Motel One "plus Eins" machen will, dürfen es auch 3 Sterne sein, zumindest spricht man auch im Artikel vom 2-Sterne-Segment oder leicht darüber. Darüber wäre der Fürstenhof sicherlich auch recht glücklich. Und innenarchitektonisch oder von der Klientel her verheisst 2-Sterne heutzutage ja auch nicht mehr unbedingt etwas schlechtes. Drücken wir die Daumen, das es was wird :)

  • 30 mill.€ fuer teilabriss, neubau von 82 ap., einer seniorenresidenz mit 109 zimmern, eines 2 sterne hotels mit 140 betten, und eines parkhauses?


    > ich bin wirklich gespannt wie komfortabel das hotel wird und ob die dachlandschaft wirklich restauriert wird. der neubau des motel one am nikolaikirche hatte ein investitionsvolumen von 27 mill.€

  • ^ Das ist doch ein Milchmädchenvergleich. Die komplette Wiederherstellung des Stadtbads Leipzig inklusive Dachlandschaft, Sanierung der Keramiken im Inneren und Einbau moderner Wellness-Annehmlichkeiten soll beispielsweise 18 Mllionen Euro kosten. Was soll uns diese Zahl sagen? :)


    Trotzdem kurz zu deinen zwei Beispielen: das Beispiel Motel One enthält, wenn von Gesamtinvestitionskosten die Rede ist, sicherlich die Kosten für Grundstück und Wettbewerb, der Umbau der Hauptpost in der ursprünglich geplanten und mit 100 Mio. Euro bepreisten Version umfasst neben dem Umbau in ein 240 Zimmer fassendes 4-Sterne-Hotel noch die Sanierung des Gebäudes an der Prager Straße sowie den Bau eines Kongresszentrums sowie von 200 Studentenapartments im Innenhof.


    Ich will das jetzt gar nicht klein reden, sicherlich hat die Vicus AG schon einiges angekündigt, was dann (bisher) nicht umgesetzt wurde, wenn ich allerdings den jetzigen Plan mit den Vorzuständen (zunächst die Erbstreitigkeiten in den 90ern, die eine Sanierung oder einen Verkauf des Gebäudes nicht zuließen, Adi Keizmann wollte wie in der LVZ steht das Gebäude zunächst im gesamten an einen Hauptmieter vermieten) vergleiche, sehe ich einen Fortschritt und erstmals eine realistische Perspektive für das Gebäude.

  • @ dase bln


    die investitionen von drei hotelprojekten zu vergleichen finde ich jetzt nicht so milchmaedchenhaft.


    die hotelbetreiber suche laeuft noch, die stadt muss noch entscheiden, und man hat noch keine genauen plaene des umbaus - werden wir sehen was dabei herauskommt. ich denke die vicus ag koennte bei mehrkosten ab einer gewissen groessenordnung hier noch schnell zuruecktreten. die vicus ag hat keine erfahrung mit solchen grossen bauinvestitionen.


    sorry - ich bin hier sehr skeptisch - aber vllt. liege ich ja auch total falsch.

  • bach13


    Nun ist es amtlich, am Thomaskirchhof zwischen Apotheken-Museum Bach-Museum wird ein Hotel unter dem Namen "bach13" entstehen. Es sollen 52 Zimmer und Suiten entstehen, im Erdgeschoss hauste einst das Café Concerto, dort wird ein neues mit Weinkeller einziehen. Es beherbergt dann 50 Sitze plus Freisitze im Sommer auf der Straße. Die Sandsteinfassade aus dem Jahre 1866 wird denkmalgerecht saniert. Unötige, nicht wertvolle Gebäude im Hinterhof wurden abgerissen. Das Leipziger Architekturbüro "Gregor Fuchshuber & Partner" entwurf einen Neubau, der ruhige Zimmer mitten in der City bietet. Östlich am Gebäude gibt es eine kleine Gasse, diese soll für die Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden und wird nach Bachs zweiter Frau "Anna-Magdalena"-(Gasse) benannt


    9 Millionen Euro wird der Umbau am Thomaskirchof 13 kosten, woher auch der Name "bach13" entstand. Eigentümer ist die Müncher Firma "Hirmer Immobilien". Betreiber wird die Rockstocker Firma arcona Hotels & Ressorts sein, die bereits 9 Hotels in Deutschland betreibt. Eröffnung soll im Halbjahr 2011 sein.


    Bilder dazu auf http://www.foto-music-film.com/LVZ_251109.pdf

  • ^ Das Property Magazine berichtet ebenfalls. Anlaß ist wohl der gestern erfolgte Baubeginn. Leider findet man bei Fuchshuber & Partner noch keine Visualisierungen des geplanten Neubaus, ich hoffe allerdings mal, dass nicht das gesamte Hofgebäude abgerissen wird, aus der Luftbildansicht zeigt sich nämlich, dass die bisherige Hofsituation eine ganz hübsche war. Vielleicht bleibt ja zumindest das Seitengebäude stehen. Was die Innenausstattung betrifft, weiß ich nicht, inwiefern das moderne Design bei der Klientel auf Anklang stoßen wird. Man darf gespannt sein. Die recht lange Bauzeit lässt jedenfalls auf etwas Hochwertiges hoffen.

  • Ein Paar Bilder von Heute:


    Wie man sieht wurde das kleine wohl ältere Haus nicht mitabgerissen, was ja echt barbarisch gewesen wäre. Ich glaube lediglich einige recht unbedeutende Mauerteile sind verschwunden.



    Hier noch die erwähnte "Gasse" vom Thomaskirchhof aus - ich freue mich schon ungemein auf ihre Eröffnung!

    Quelle: Riesz

  • ^ Naja, mehr als nur eine Mauer scheint da schon gefallen zu sein, wie man an den verhangenen Türöffnungen links sieht. Ich nehme mal an, dieser recht schmale Seitenflügel ist beim Neubau des Gebäudes am Thomaskirchhof entstanden, auch nach hinten hin (das, was von außen als "Mauer" zu sehen war) war das ganze wohl als Gebäude ausgebildet. Einerseits ist natürlich klar, dass ganze nur schwierig zu nutzen ist, insbesondere für ein Hotel, andererseits vermute ich ganz stark, dass der Hof vorher doch ein wenig charmanter aussah als jetzt mit Brandmauer. Hoffen wir also, dass nicht doch das ganze Hofgebäude aus Renaissance-Zeiten stammte und dass es einen qualitativ hochwertigen Neubau gibt. Die Gasse finde ich im übrigen auch super :)

  • Um das Geheimnis zu lüften, wie der Hof vorher bebaut war, stelle ich hier einfach mal ganz frech ein Foto von Cowboy ein, das er vor einiger Zeit im Forum gepostet hat. Wenn man jetzt aus dem freigelegten Mauerwerk das Bauvolumen im Geist rekonstruiert, kommt man zu dem Schluss, dass der Hof ziemlich eng und verbaut gewesen sein muss. Ich persönlich glaube nicht, dass da viel Gemütlichkeit aufkam. Die Ausgangslage ist jetzt besser. Hab ich schon gesagt, dass ich die Gasse auch super finde?



    Foto von Forum-User Cowboy

  • die gasse wird schon deswegen super, weil dadurch auch der renaissance-treppenturm der "goldenen fahne" wieder mehr beachtung finden wird.


    fuchshuber & partner sind auch beim umbau des bach-archivs im benachbarten bosehaus aktiv. hoffentlich wird dadurch die hofbebauung der beiden gebäude stimmig.

  • Es sind gerade die kleinen Projekte wie bach13, die mich besonders erfreuen und viel zur Attraktivität der Stadt beitragen. Konzept und Design überzeugen mich auf ganzer Linie.


    Zitat von DaseBLN

    Was die Innenausstattung betrifft, weiß ich nicht, inwiefern das moderne Design bei der Klientel auf Anklang stoßen wird.


    Ich glaube, Liebhaber klassischer Musik werden ebenso die klassisch-moderne Innenausstattung ansprechend finden. Es ist ja nicht dieselbe Klientel wie die von Hansi Hinterseer. Die Orgelpfeifen-Kronleuchter sind zudem originell und runden das durch und durch gelungene Design ab.


    Ich hoffe auch, dass wir bald weitere Visualisierungen zum Projekt sehen werden.

  • Haha, ein Schnäppchen, wie der Vicus-Vorstand schreibt, war's ganz gewiss nicht. Schon Herr Keitzmann von der Ado-Group hat vorher meines Wissens 2,2 Mio Euro für das Ring-Messehaus hingeblättert. Ob er es allerdings gewinnbringend weiterverkauft hat, glaube ich nicht. Ansonsten scheint's der Vicus AG mit dem Ring-Messehaus wirklich ernst zu sein.


    Wenn ich mal spekulieren darf: Die geplanten Apartments im Innenhof sind ja eigentlich nur dann sinnvoll, wenn dieser unsägliche Plattenbau in der Pfaffendorfer Straße fällt. Neben den Kopfbauten ist diese mickrige Hofeinfahrt des Plattenbaus derzeit m.W. die einzige Zugangsmöglichkeit zum Mittelbau. Das kann man den zukünftigen Bewohnern der City-Apartments (und wahrscheinlich spielt da auch der Eigentümer des Plattenbaus, wer immer das ist, nicht mit) nur schwer zumuten.

  • Ich glaube ich nenne mich in Zukunft DaseNostradamus :D Wie hier vermutet, kommen die Parkplätze tatsächlich ins Erdgeschoss, was sicherlich finanziell weit wneiger aufwändig ist, als das Kellergeschoss als Parkgarage mit Rampen etc. auszubauen. Dann gibt es m.E. auch kein Problem für die Bewohner der Appartements, außer ein ästhetisches.Was noch kein Grund für einen Abriss wöre. Nichtsdestotrotz bleibt zu hoffen, dass die Entwicklung des Ringmessehauses, so sie denn kommt, auch auf die Pfaffendorfer und damit das DDR-Bürogebäude ausstrahlt.