Sublounge "Zum Kessel"

  • Sein Versagen in vielen Bereichen und die damit verbundenen Probleme würden vor allem in den kommenden Jahren auf ihn zurückfallen. Zudem dürfte auch Kuhn klar sein das er einfach kein Gestalter ist und ihm diese in Stuttgart nötige Rolle nicht liegt. Kuhn hinterlässt seinem Nachfolger ein schweres Erbe und wird wohl als OB der unvollendeten Baustellen in die Stadtgeschichte eingehen.

    Sehe ich sehr ähnlich, denn wer 5 Jahre braucht um fast gar nichts z.B. in der Villa Berg hinzubekommen, der wird das was er heute vorzugeben vorhat, was einige Kaliber größer ist, in weiteren 8 Jahren mit Sicherheit nicht hinbekommen. Nach weiteren 8 Jahren mit der Ausrede zu kommen gute Dinge brauchen Zeit, wäre dann kaum noch vermittelbar.

    Der OB wird dies erkannt haben, in der StZ Printausgabe und im Bezahlteil konnte man auch lesen, dass er das Amt ohne große Lust ausgeübt hat.

    Ein Oberbürgermeister muss sichtbar sein

    Für die meisten Beobachter und Parteifreunde kam die Ankündigung von Stuttgarts OB Fritz Kuhn, für eine zweite Amtszeit nicht zu kandieren, überraschend. Nicht so für den Tübinger Politologen Hans-Georg Wehling. Er nennt die Gründe.

    Diese Austrahlung eines gequälten Mannes ist also bis nach Tübingen gegangen.


    Nichtsdestrotrotz kann man heute wieder mal lesen wie Anhänger in der StZ seine Leistung verklären.

    Kuhns offenes Kulturprogramm hier wird zwar auch erwähnt, dass er wenig beendet hat, man endet jedoch mit den Zeilen

    ... Fritz Kuhn nimmt sich an dieser Stelle tatsächlich ein Beispiel an Franz Schubert. Dessen h-Moll Sinfonie fehlt zwar für alle Zeiten der 3. und 4. Satz, aber wenn sie im Konzert erklingt, klatscht das Publikum am Ende trotzdem.

    So hat er wieder mal als Stratege alles Richtig gemacht, was ihn persönlich angeht, die Verklärung der Blindleistung wird beim heutigen Zeitgeist nicht verhinderbar sein.


    Ich persönlich habe nur ein Problem damit, das Nachfolgende ihn zum Vorbild nehmen und den ehemaligen erfolgreichsten Beförderungsweg der Beamten, der darauf beruhte nicht aufzufallen, wieder aus der Schublade ziehen.

  • Der einzige kleine Unterschied: Schubert war ein Genie, Fritzle hingegen leider nur ein Fritzle, der in den ihm bisher völlig unbekannten Niederungen der Stadtpolitik nicht mehr wusste wo oben, wo unten war.


    Unter der Bedingung, dass Boris wirklich einmal begreifen würde, dass Stuggi als Großstadt mit knapp 3 Mio. Ew. zusammen mit dem Umland komplett anders gehandlet und geführt werden muss als irgendein pittoreskes Studentenstädtchen, hielte ich im Prinzip seine Kandidatur für so schlecht nicht. Auch wenn er wohl erst einmal abgewunken hat. Ich denke aber, er überlegt sich das noch einmal gründlich, insbesondere wenn man auch bedenkt, mit was für nahezu bemitleidenswerten D-Promis seine Partei hier offenbar aufwarten muss. Ansonsten könnte ich mir noch Körner vorstellen, weil er hin und wieder mit für Stuttgarter Verhältnisse vergleichsweise frischem Gedankengut auf sich aufmerksam machte. Jedenfalls einigermaßen weniger spießig als der traurige Rest im Dorfrat. Spannend kann die Rallye jedenfalls werden, und immer im Hinterkopf des Architektur- und Städtebaufreunds nach wirklich unglaublich zähen und todlangweiligen 8 Jahren unter Fritzle, die stets geprägt waren von Pech, Pleiten und Pannen: Kann nur noch besser werden. Cheers.