Kronprinzengärten | Falkoniergasse [realisiert]

  • Galeriehaus

    Und jetzt geht es auch ratzfatz mit der Fassade. Mir scheint, das das zuletzt begonnene Gebäude das erste fertige wird.


    Leider sieht die Fassade etwas langweilig aus. Aber vielleicht ist es auch gerade das, was die Friedrichwerdersche Kirche betonen wird.



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    Hm, das Material soll wohl heller Kalkstein sein. Oder doch Faserzementplatten? Poröse Kalksteinoptik mit mehr Tiefe ist ja eher mein Fall. Eine Detailaufnahme wäre schön.
    Sockel und Gesimse hätte man ruhig in einem leicht anderen Farbton ausführen können damit sie etwas deutlicher hervortreten.

  • Kronprinzengärten

    Wohnhaus 1 wird seit gestern abgerüstet. War noch sehr dunkel heute morgen beim Fotografieren. Allerdings ist schon zu sehen, dass es (zumindest von Weitem) schon einen edlen Eindruck macht.



  • ^ Ich bin vorbeigefahren und finde es alles andere als edel. Vielmehr sehe ich in dem Ding mal wieder die geheime Patzschke-Regel für Bauherren bestätigt: Man ziehe von der Visualisierung 75 Prozent Glitzerwirkung ab, dann wird man von der Realität nicht mehr gar zu sehr enttäuscht sein.


    Hauptkritik: Schlecht gebaute Lüge. Es sei ja gestattet, einen auf Neo-Klassizismus zu machen – aber dann bitte auch richtig. Dann bitte die "Säulen" so gestalten, dass man sie für Säulen (also tragende Elemente) halten könnte. Hier erkennt man auf den ersten Blick den rein dekorativen Charakter, und nicht einmal das Dekorative überzeugt: Wenn ich eine Kolossalordnung simuliere, dann habe ich bitte eine gerade Anzahl von Säulen zu wählen, denn in der Mittelachse ist klassischerweise der Haupteingang (und keine "Säule" zum Gegenlaufen). Oder: Wenn ich eines der künftig teuersten Wohnhäuser der Stadt mit Pilastern, Simsen und Rundbögen dekorieren will, dann beschäftige ich dafür – wenn schon keinen Steinmetz – wenigstens einen Stuckateur. Ich lasse jedenfalls keine Styroporscheiben aufkleben, die anschließend verputzt und geweißelt werden.


    Bei diesem Büro sieht es am Ende meistens nach gewollt und nicht gekonnt aus. Ich verstehe wirklich nicht, wie so viele Bauherren angesichts so vieler abschreckender Beispiele der Nummer immer noch auf den Leim gehen...

  • Architektenkind


    Die Visualisierung zeigt doch 1zu1 den umgesetzten Bau. Es fehlen nur noch die Fensterläden, Lampen, Geländer der Balkone und die Säulen müssen ausgepack/gestrichen werden. Dies wird beim nächsten Fotouptade sicher alles fertig sein.


    Fehlt nur noch die Sonne und die Balkopflanzen. Ich mag jetzt diese Architektur auch nicht so, aber falsche Visualisierung ist in diesem Falle mal nicht zu sehen. Sah auch auf der Visualisierung schon nach plastik aus.

  • Ich schließe mich dir an, Architektenkind. Zwar erkenne ich auch bisher keine Abweichungen, aber generell hätte ich mir für diese wichtige Ecke auch einen Entwurf auf deutlich höherem Niveau gewünscht, als sonst in Berlin üblich. Die Patzschkes & Co. sind zwar eine nette, meist gefällige Spielerei und in Gründerzeitvierteln in Ordnung, aber darüber hinaus nicht wirklich ernst zu nehmen. Wie schon gesagt kann man doch auch mal einen Schritt weiter denken und einen ernsthaften klassischen Entwurf abliefern, wie es schon beim Adlon wünschenswert gewesen wäre. Dafür braucht es dann allerdings auch einen wirklich guten Architekten.

  • Ich finde den Entwurf in Ordnung. Ganz klar einer der besseren Patzschkes und voraussichtlich das ansprechenste Haus dieses Quartiers...für mich zumindest.
    Etwas was mich jedoch bei so gut wie jedem Patzschke-Bau der letzten Jahre stört, ist die billig erscheinende Ausführung. Das was Architektenkind als "Styroporscheiben aufkleben, die anschließend verputzt und geweißelt werden" beschreibt. Die Häuser wirken nicht für die Ewigkeit gemacht. In spätestens 15-20 Jahren sehen sie wahrscheinlich schon ziemlich alt aus und bedürfen einer Generalsanierung, wenn nicht sogar Komplettabriss und Ersatz. Jenachdem wie sich der Zeitgeschmack bis dahin entwickelt hat. Schade...
    Solche wertig ausgeführten Bauten wie z.B. das Charlottenpalais haben wir von den Brüdern schon lange nicht mehr gesehen:


    http://www.architektur-bildarc…enpalais-Berlin-31369.jpg
    http://www.architektur-bildarc…npalais-Berlin-31369.html


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    Hinweis der Moderation: Die Einbindung der Bilddatei wurde in einen Link geändert. Bitte künftig auf die Richtlinien für das Einbinden von Bildern achten! Vielen Dank.
    Bato

  • ^^ Missverständnis: ich meinte nicht, der Entwurf sei verändert worden, sondern das Original wirkt einfach viel trister und billiger als die Visu (vielleicht lasse ich mich da leichter täuschen als Du, Tower). Der einzig wirkliche Unterschied ist, glaube ich, der kalte, weiße Anstrich anstelle des wärmeren Eierschal-Tons.


    Zitat von sebiart

    Es fehlen nur noch die Fensterläden, Lampen, Geländer der Balkone und die Säulen müssen ausgepack/gestrichen werden.


    Sorry, ich war ungenau - ich meinte die Pfeiler, nicht die Säulen. Warum diese Metall- (Gusseisen-?)Dinger auch noch sein mussten, ist mir ein Rätsel. Die lenken erst recht den Blick darauf, dass die vermeintlich tragenden Pfeiler in Wahrheit nicht tragend sind (die Säulen allerdings genausowenig). Ob die Fensterläden noch kommen, bleibt abzuwarten. Zu wünschen wäre es ja...


    Zitat von TowerMaranhão

    Wie schon gesagt kann man doch auch mal einen Schritt weiter denken und einen ernsthaften klassischen Entwurf abliefern, wie es schon beim Adlon wünschenswert gewesen wäre. Dafür braucht es dann allerdings auch einen wirklich guten Architekten.


    Vor allem müsste man richtig Geld für Material und Gewerke in die Hand nehmen, damit das Ergebnis stimmt. Und das gibt kein Investor aus, solange eine schwerreiche, aber nicht unbedingt geschmackssichere Zielgruppe auch so die Millionen hinblättert. Das muss den Freunden des neuen Historismus eben klar sein: So sehr sie auch vom Klassizismus träumen - am Ende bekommen sie (meistens) Oligarchenbarock.


    Zitat von Treverer

    In spätestens 15-20 Jahren sehen sie wahrscheinlich schon ziemlich alt aus und bedürfen einer Generalsanierung, wenn nicht sogar Komplettabriss und Ersatz.


    Wichtiger Punkt - und dabei ist es ganz egal, ob die Styropormonster Gründerzeit simulieren oder Bauhaus. Ein Bekannter von mir ist vor etwa fünf Jahren in ein (keineswegs billiges) Haus eingezogen, das damals nach Weißenhofsiedlung für Arme aussah. Heute wirkt es bereits gräulich-grünspanig und heruntergekommen. Eine Folge der Bauweise, halt: Diese Häuser dürfen nicht nass werden... ;)

    2 Mal editiert, zuletzt von Architektenkind ()


  • Hauptkritik: Schlecht gebaute Lüge. Es sei ja gestattet, einen auf Neo-Klassizismus zu machen – aber dann bitte auch richtig.


    Du meinst also, wäre es 'authentischer' gewesen, hättest du hier eine andere Meinung zum Bau verkündet? Da habe ich doch arge Zweifel... :lach:

  • Etwas weicht die gebaute Realität ja doch von der Visu ab: Die Säulen an den Balkonseiten sind nicht mehr durchgehend, sondern gehen nur noch über jeweils eine Etage. Dies wirkt nun etwas kleinteiliger, lässt die angesprochenen Metallsäulen/ -rohre, die wohl den Balkon einrahmen sollen, aber noch überflüssiger erscheinen.
    Vielleicht habend diese Rohre ja doch noch eine Funktion, indem sie Regenwasser ableiten sollen. Dazu sind sie sicherlich völlig überdimensioniert, aber aus Symetriegründen musste dann eben alles doppelt sein. Natürlich könnte man das Wasser auch über ein Rohr an der Balkoninnenseite ableiten, aber wenn dort der Einlauf verstopft ist, steht eine Menge Wasser vor der Wand, so fließt es wenigstens nach außen ab.


    Außerdem kann man an diese Rohre bestimmt auch noch das ein oder andere anbinden (Rankpflanzen, Sichtschutz, Wäscheleine?) und braucht dann keine Löcher in den Styroporputz versuchen zu dübeln. Vor allem jetzt zur Weihnachtszeit lassen sich da bestimmt auch wunderbar schöne, bunt blinkende Tannengirlanden drum herum winden - dann hat man auch wieder den Glitzer. :D


    ....


    Insgesamt finde ich den Bau völlig in Ordnung. Man darf ja träumen dürfen. Aber zu erwarten, dass auf so teuerem Grundstück geschmackssicher und mit entsprechend hoher handwerklicher Qualität gebaut würde, ist einfach eine irrige Annahme. Dann wäre es nicht mehr möglich die gewünschte Rendite zu erwirtschaften. Zu gut aussehenden Proportionen gehört eben auch ein bischen Platzverschwendung und gute Handarbeit kostet.

  • Zumindest im Galeriehaus tut sich seit Wochen gar nichts, obwohl die Fassade schon fast fertig war.




    Diese Bilder habe ich am 3.3. gemacht und bis heute ist es immer noch nicht weiter gegangen, während an den Nachbarhäusern 7/8 weiter kräftig Styropor geklebt wird.


    Haus 11 macht auch Fortschritte. Wohnhaus 1 scheint schon fast bezugsbereit zu sein.

  • Am Haus 7/8 fallen die Gerüste. Zumindest an der Seite zur Oberwallstraße hin.





    Die Fassadendetails sehen nicht schlecht aus. Ich hoffe man erkennt was (Gegenlicht)

  • Zumindest muss man feststellen, dass in der zeitgenössichen Architektur das Ornament zurück ist. Man mag sich zwar noch nicht vom kubus und von der schematischen Stapelei verabschieden, aber der Wunsch nach Schmuck ist zurück.