Kronprinzengärten | Falkoniergasse [realisiert]

  • ja, ein wirklich cooles projekt, aber ich bin optimistisch, wegen aktualisierung etc...


    aus den ansichten werd ich nicht ganz schlau, ob diese schöne situation bleiben soll:




    Quelle: http://www.falkonier.de [Stand 16.mai.08]


    mit blickbeziehung zum dom und schönem städtischen platz, wär schade drum.

  • Die von dir verlinkte Ansicht hat nichts mit dem Projekt Falkoniergasse zu tun. Dieses liegt nur westlich der Friedrichswerderschen Kirche, hier zu sehen ist die östliche Einfassung in Richtung Spreearm und Bauakademie/Schinkelplatz. Konkret ist das eine Studie von Thomas von Thaden, also noch nichts was in irgendeiner Form feststeht. Alternativen Vorschlag für die Stelle gab es mal von Stuhlemmer.
    Aber um auf deine Frage zurückzukommen: Im Grundriss/Als Baumasse ist das Grundstück so geplant wie zu sehen, also auch die Bebauung der Sichtachse. Ist in meinen Augen aber nicht wild, da die Hauptperspektive die Einfassung des Schinkelplatzes und die Sicht vom späteren Haupteingang des Humboldt-Forums über die Spree gestaltet werden soll. Insofern: Ja, aber prima so....


    Jan

  • Kurzes Update:


    Baubeginn und möglicher Bezugstermin wurden schon wieder um 1 Quartal verschoben (siehe #16). Demnach soll der Baubeginn nun erst im II. Quartal 2010 erfolgen und die Fertigstellung im I. Quartal 2012. Eine never ending story :nono:

  • Das geht solange, bis sich jemand neues findet, der hier ein Projekt finanziert/realisiert. Meistens war's das dann mit den bestehenden Planungen und das wäre sehr sehr schade.

  • Möglicherweise tut sich hier bald etwas.
    In der Auftragsdatenbank ist als Bauobjektmeldung für Januar 2010 das Projekt "Falkoniergasse - Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses" als "eingereicht" gemeldet.
    Gleichsam lässt sich erkennen, dass die umliegenden Straßen demnächst "grundhaft ausgebaut" werden sollen, also "Niederlagstraße und Werdersche Rosenstraße" sowie "Oberwallstraße".


    http://www.bauakquise.de/PLZ1.htm


    Hier der allgemeine Link zur Auftragsdatenbank:
    http://www.bauakquise.de/Auftragsdatenbank-Bau.htm


    P.S.: Es finden sich noch weitere Projekte, etwa die "Galerie Voltaire" (Status: "genehmigt") sowie mehrere Hotelneubauten in Berlin-Mitte (ebenfalls: "genehmigt").

  • ^
    Ich beobachte das auch schon seit ein paar Wochen. Tatsächlich wurde vor kurzem die Baugenehmigung beantragt. Mit den Bauarbeiten soll vorraussichtlich im II. Quartal 2010 begonnen werden (was auch der Projektseite zu entnehmen ist).


    Die Bauwert Investment Website wurde im letzten Jahr komplett umgestaltet. Das Projekt ist dort unter Prime Developments vermerkt. Detailierte Infos könne man in Kürze erhalten; das allerdings schon seit mehreren Monaten. M.E. sieht es immer besser aus für die Falkoniergasse. Mit Baubeginn in 2010 könnte es nun endlich doch noch was werden :daumen:

  • Auf dem Parkplatz neben der Friedrichswerderschen Kirche wurden vor einiger Zeit Eisschollen abgelegt und bergehoch aufgetürmt. Mich wunderte es zunächst, da es von weitem aussah wie Sandberge. Vielleicht hat man hier schonmal den Platz freigemacht von parkenden PKW? Zu wünschen wäre eine baldige Umgestaltung der Ecke.

  • Die Schönheit der Kulisse

    Hallo, liebe DAFler, freue mich, meinen ersten Beitrag schreiben zu können: Habe mir die Bilder auf der Projektseite angeschaut und muss sagen, dass ich einigermaßen angetan bin - auch wenn ich glaube, dass da krass mit Perspektive geschummelt wird. Jedenfalls scheint mir die Falkoniergasse eines der avanciertesten Projekte in diesem Neo-Historismus oder Neo-Neo-Klassizismus zu sein, die bisher gebaut wurden.


    Allerdings: So schick ich diesen Pseudo-Gründerzeit-Stil aus dem Bauch heraus auch finde, so ist er mir ein bisschen unheimlich, wenn ich darüber nachdenke. Es gab ja gute Gründe, warum die Architekten vor knapp hundert Jahren aufgehört haben, Stuck und Zierrat an die Häuser zu kleben - u.a. weil er in Zeiten des Stahlbetons letztlich nur Dekoration ist, von der die eigentliche Architektur verklebt wird. Trotzdem findet sich außer den hartgesottensten Anhängern der Klassischen Moderne wohl kaum jemand, dem so ein Projekt wie die Falkoniergasse nicht auf Anhieb symphatisch wäre.


    Was diesen Stil aber so hochwertig wirken lässt, sind die Säulen, die Friese oder diese Pont-du-Gard-artige Bogenreihe in der Falkoniergasse - also die Dekoration der Gebäude, nicht die Gebäude selbst. Und das ist es, was mir die Sache unheimlich macht: Moderne (oder sagen wir besser: neue) Architektur wirkt oft dort am besten gelungen, wo sie sich selbst verleugnet und auf eine Formensprache zurückgreift, die eigentlich seit dem Ersten Weltkrieg tot war.


    Natürlich bringt dieser Stil schöne Stadträume hervor, in denen man sich wohlfühlt, und das ist der Vorteil dieser Bauweise (ein großer Vorteil, zweifelsohne). Der Nachteil ist der anachronistische Charakter dieser Architektur: Ihre Wirkung beruht nicht auf einer Auseinandersetzung mit der Zeit und mit der Gesellschaft, in der sie gebaut wird, sondern auf der nostalgischen Reminiszenz an das Ideal der europäischen Stadt im 19. Jahrhundert. Sie ist eine Kulisse, die prächtig aussieht, mit dem Berlin des 21. Jahrhunderts aber soviel zu tun hat wie Neuschwanstein mit einer Burg des Mittelalters - sie ist Kunstgewerbe, keine Kunst.


    Aber, damit wir uns nicht falsch verstehen: Hoffentlich wird das Ding gebaut. Ich freu mich drauf. :cool:

  • Guter Einstieg ins Forum, Architektenkind! :daumen: Willkommen! ;) Nun, ich denke das Projekt Falkoniergasse spielt eher mit dem "alten" Architekturstil als ihn wirklich zu imitieren. Ich finde moderne Architekturmerkmale lassen sich auch hier finden, vor allem in den Fassaden zur Straße hin: Natürlich wirkt das ganze ziemlich elegant und man würde nicht unbedingt sagen dieser Komplex sei Postmodern, aber es ist schon von ausreichender Schlichtheit um seinen Urspung im 21. Jahrhundert zu verorten. Die Architektur der Falkoniergasse ist ein Spiel mit verschiedenen Architekturelementen, es ist schlicht und mit modernen Baumaterialien gebaut, schmückendes Beiwerk wird dezent benutzt, allerdings wird auch dieser Schmuck eher durch bauliche Elemente als durch das "ankleben" von Zierelementen erreicht. Sprich: Die Wirkung wird mehr durch das skulpturale des Gebäudes erreicht und nicht durch etwas dem Gebäude einfach angeklatschtes, und genauso hat auch die moderne Architektur ihre Wirkung entfaltet: Die Gebäude haben als Gebäude gewirkt, nicht als Träger von Schmuck und Zierat.

  • Schall und Rauch - das Projekt Falkoniergasse verspätet sich weiter. Der Projektseite ist zu entnehmen, dass sich der Baubeginn mittlerweile auf das 1. Quartal 2011 und die Fertigstellung auf QIV 2012 verschoben hat. Schade, dass eines der schönsten Projekte in Berlin einfach nicht in die Gänge kommt.

  • Hier ist ja ständig nur von Verschiebungen die Rede. Wie sicher ist denn überhaupt, dass es mal so kommt? Wäre wirklich schade, wenn das Projekt ganz sterben sollte.

  • Gestern dämmerte mir eine mögliche Ursache für die letzte Verschiebung des Projekts: in den beiden auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindlichen Neubauten des Quartiers am Auswärtigen Amt ist offenbar noch absolut überhaupt nichts vermietet. Nur im Hotel ist etwas Leben, aber naja.

  • Im "Nachbarthread" berichtete ich vor kurzem über die beginnenden Bauarbeiten für dei geplanten Straßen um die Friedrichswerdersche Kirche. Heute ist in der Mopo zudem noch ein Artikel über das Projekt "Falkoniergasse" erschienen. Dieses heißt jetzt "Kronprinzengärten" und soll nach Beendigung der Straßenarbeiten vorraussichtlich ab März 2011 realisiert werden. Allerdings scheinen die alten Entwürfe Makulatur zu sein denn wie die Mopo schreibt, habe der Investor Bauwert einen Wettbewerb für die Wohnbauten ausgerufen bei dem man die vorliegenden 21 Entwürfe nun sichten würde. Dabei orientiere man sich ingesamt an historischen Aufnahmen der Falkoniergasse. Man wolle voraussichtlich sechs oder sieben Architekten verpflichten um einen individuellen Charakter der Häuser zu ermöglichen. Die Entscheidung falle in den nächsten Wochen.


    Artikel Mopo

  • Ach, schade, dass aus der Falkoniergasse nichts wird - aber irgendwie war's ja abzusehen. Also andererseits vielleicht doch nicht schlecht, dass endlich was passiert.

  • Nach allem was man da nun lesen konnte ist es kein großer Verlust, da ja seitens der Stadt und der Planer sehr auf Parzellierung und Kleinteiligkeit geachtet wird. Es findet ein entsprechender Wettbewerb statt und es wird einen höheren Wohnanteil geben anstatt Gewerbe und Büros. Warum also über vergossene Milch weinen wenn die Sahne serviert wird? ;-)


    Aber warten wir mal ab was noch kommen wird. Die Grundlagen sind geschaffen und die klingen vielversprechend. Und vor allem : Es geht wirklich los !

  • Gott sei Dank bleibt uns die Falkoniergasse in der geplanten Form also erspart. Die Ankündigungen bzgl. der Überarbeitung der Pläne lässt aber kaum Gutes zu hoffen - offenbar historisierender Kitsch B statt historisierender Kitsch A...

  • Definiere bitte historisierender Kitsch !


    "Historisierender Kitsch" - Künstlerisch anspruchslose Architektur, deren Zielsetzung vor allem darin besteht, etwas oberflächlich Hübsches, Entzückendes zu schaffen und sich zur Erreichung dieses Ziels (Bzw. aufgrund von Einfallslosigkeit und künstlerischer Impotenz des Architekten) eines eklektizistischen Mischmaschs zusammengeworfener Einzelteile verschiedener historischer Baustile bedient, deren Möglichkeiten bereits in einer vergangenen Epoche ausgeschöpft wurden, sodass mit ihnen keine neuartigen, innovativen Effekte mehr zu erzielen sind. Entscheidend für den Erfolg solcher Architektur ist der Anspruch, dass für ihr Verständnis und ihre Wertschätzung kein intellektueller Prozess, keine intensive Auseinandersetzung notwendig ist, sondern jede Hausfrau nach zwei Sekunden ausrufen kann "Ach, ist das aber reizend!". Besonders stark ausgeprägt waren diese Merkmale in der minderwertigen, historistischen Gründerzeitarchitektur des späten 19. Jahrhunderts. Falkoniergasse und Co fügen sich da nahtlos ein.


    Objektbezogene Kritik ? Details?


    1.) Wie ich schon im Frankfurt-Forum ausführte: Kleinteiligkeit ist im Zentrum einer modernen Millionenstadt völlig fehl am Platze, sie behindert die Funktionsfähigkeit und Effizienz der innerstädtischen Strukturen.


    2.) Die historisierenden Dekorationselemente sind seit ungefähr 200 Jahren ausgelutscht und bis zum Überdruss verbraucht, damit ist nichts Innovatives und Neuartiges zu schaffen, sondern nur die tausendste Kopie der Kopie der Kopie der Kopie der...


    3.) Die Gebäude sind für ihre zentrale Lage viel zu niedrig (Vielen Dank an die idiotische Berliner Traufhöhenverordnung...).


    4.) Allem Anschein nach wird alles, was sich in den Gebäuden ansiedeln mag, dem obersten Preissegment angehören, das bedeutet - die Münchener Lenbachgärten lassen grüßen - meistens absolute Sterilität und Leblosigkeit. Ein weiteres Stück toter Stadtraum erwartet uns.


    5.) Die Eintönigkeit von Kubatur und Farbgebung langweilt zu Tode.

  • ^ Dir ist aber schon klar, dass dort die Friedrichswerder'sche Kirche sowie künftig die Schninkel'sche Bauakademie stehen, die einen gewissen Rahmen vorgeben? Mit welcher Begründung willst du an dieser Stelle Großstrukturen hinklotzen, die es in der weiteren Umgebung schon zur Häufe gibt?


    Mit einigen deiner Kritikpunkte kann man vielleicht teilweise mitgehen, nur solltest du dann auch Alternativen bieten können. Großstrukturen, die die Berliner Traufhöhe sprengen sind es jedenfalls nicht.


    Noch ausgelutschter als historische Dekorationselemente ist m.E. weiterhin das pseudointellektuelle Verlangen, dass nur Architektur, mit der man sich intensiv auseinandersetzen muss, gute Architektur ist. Der Drops sollte seit den 80ern gelutscht sein, weniger ewiggestrig als du selber Fans historisierender Architektur siehst, wirkst du damit auch nicht. Vor allem haben diese hochintellektuellen Architekturen bisher meist selber tote Stadträume geschaffen.


    Ein wenig mehr solltest du inhaltlich also schon zu bieten haben, wenn du hier nicht hauptsächlich als Troll wahrgenommen werden willst.

  • So sieht's dort heute aus.


    So vor 15 Jahren. Hier ein Bild vom Bau des Außenministeriums. So wie ich das sehe wird hier ein Stück Stadtreparatur betrieben die durch Krieg und dem seit 1995 abgerissenen langgezogenen Hochhaus des DDR Außenministeriums mehr als nötig ist. Ich kann auch nicht erkennen, dass die Funktionsfähigkeit der Stadt durch Wiederherstellung der alten Stadtstruktur an dieser Stelle in irgendeiner Weise geschädigt wird.