Sachsendreieck - Mittel- und Kleinstädte

  • Sachsendreieck - Mittel- und Kleinstädte

    Sicher lohnt es sich nicht, für jede der Mittel- und Kleinstädte in der "Metropolregion Sachsendreieck" nun einen eigenen Thread aufzumachen. Daher der Versuch, diese so zusammenzufassen.


    Die Oberzentren Leipzig (510.500) und Dresden (504.500) haben bereits einen eigenen Thread, Chemnitz (245.500) wird derzeit intensiv diskutiert und wird ihn hoffentlich auch bald bekommen, vielleicht (zunächst) zusammen mit Zwickau (97.000). Bei Halle (Saale)² (234.000) sehen wir mal:


    Wikipedia [ http://de.wikipedia.org/wiki/Metropolregion_Sachsendreieck ] nennt folgende wichtige Mittelzentren:

    Altenburg¹ (37.500 Einwohner)
    Borna (22.500 Einwohner)
    Coswig (22.000 Einwohner)
    Crimmitschau (22.000 Einwohner)
    Delitzsch (27.500 Einwohner)
    Döbeln (21.000 Einwohner)
    Eilenburg(18.000 Einwohner)
    Freiberg (43.000 Einwohner)
    Freital (39.000 Einwohner)
    Glauchau (26.000 Einwohner)
    Limbach-Oberfrohna (26.500 Einwohner)
    Markkleeberg (24.000 Einwohner)
    Meißen (28.500 Einwohner)
    Merseburg² (34.500 Einwohner)
    Mittweida (16.500 Einwohner)
    Pirna (40.000 Einwohner)
    Radebeul (33.000 Einwohner)
    Riesa (36.500 Einwohner)
    Werdau (24.000 Einwohner)
    Weißenfels² (29.600 Einwohner)
    Zeitz² (27.000 Einwohner)

    ¹ Stadt in Thüringen
    ² Stadt in Sachsen-Anhalt

  • Rochlitz


    Freie Presse Rochlitz, 28.01.2009
    Neue Lösungen für alte Probleme
    Mit Fördermitteln könnte ein ganzer Stadtteil in Rochlitz aufgeräumt werden
    http://www.freiepresse.de/NACH…SEN/ROCHLITZ/1443312.html


    - Rochlitzer Stadtverwaltung hat Grobanalyse für das neue Sanierungsgebiet Leipziger Straße/Bahnhofstraße erstellt, Fördermittel von Bund und Land stehen bereits zum Abruf bereit. Für 2009 rund rund 1,2 Millionen Euro - viermal soviel, wie von der Stadt beantragt. Nach Zustimmung des Stadtrates erfolgt Detailplaung.
    - Aufnahme des Gebietes in das Förderprogramm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren"
    - dadurch Möglichkeit, eine ganze Reihe von altbekannten Missständen anzugehen, für die bisher schlicht das Geld fehlte


    - wesentliche Schwerpunkte in der Grobanalyse:
    - Sanierung des Bürgerhauses, des früheren Kulturhauses, und seines Umfeldes. Die Mängel an der Bausubstanz von Bürgerhaus und dem noch vom Mittelsächsische Kultursommer (Miskus) genutzen Nachbarhauses sowie am Gebäudekomplex des Vermessungsamtes sollen beseitigt werden. Nutzungskonzept für diese Häuser wird noch benötigt. Miskus zieht aus.
    - Abriss des Plattenbaus an der Seminarstraße ist nach geplantem Auszug der List GmbH, einer Tochtergesellschaft des Freistaats "denkbar". Nachnutzung des Areals muß noch untersucht werden.
    http://maps.live.de/LiveSearch…&dir=0&tilt=-90&alt=-1000
    - Bahntrasse: Die Nachnutzung der stillgelegten Bahnstrecke ist derzeit unklar. Laut Analyse ist aber eine Nutzung durch einen überregionalen Radweg vorstellbar.
    - Erneuerung der Fußwege vor allem entlang der Leipziger Straße. Neue Wege sollten über die Bahntrasse hinweg eine Verbindung zwischen Leipziger Straße und den öffentlichen Einrichtungen im Bereich der Bismarckstraße schaffen.
    - Erneuerung der Bahnhofstraße zwischen Post- und Bismarckstraße, dadurch erhoffte Aufwertung der angrenzenden Wohnbebauung

  • ^ Also ich frage mich wirklich, nach welchen Kriterien bei Wikipedia die Mittelzentren aufgelistet wurden. Da fehlen nämlich einige, auf jeden Fall Grimma und Wurzen.


    Was Rochlitz betrifft - welche ehemalige Bahntrasse ist gemeint? Die Muldentalbahn Großbothen-Rochlitz-Glauchau soll doch eigentlich freigehalten werden?

  • Es handelt sich tatsächlich um die Muldentalbahn. Die für 2008 angekündigte Wiederinbetriebnahme durch die Deutsche Regionaleisenbahn (DRE) verschiebt sich aus den unterschiedlichsten Gründen ja immer wieder nach hinten. Vielleicht glauben die Rochlitzer Stadtväter und Stadtmütter schon nicht mehr an das Projekt. Vielleicht kannten es die Planer_innen nicht.


    Ich hoffe jedenfalls, dass die Gleise erhalten werden und in absehbarer Zeit wieder eine Bahn fahren wird und sei es in erster Linie für den Tourismus


    http://de.wikipedia.org/wiki/Muldentalbahn


    Verkehr auf Muldentalbahn noch 2008
    http://www.sachsen-fernsehen.d…x?showNews=220405&ID=4446


    Förderverein Muldentalbahn e.V.
    http://www.muldentalbahn.eu/
    mit eigenen Forum: http://mtb-forum.forendino.de/index.php


    Die Chemnitztalbahn ist ja nun leider im letzten Jahr schon "rückgebaut" worden.
    http://www.chemnitztalbahn.de/

  • Gilt man in Thüringen mit 16.000 Einwohner als Mittelzentrum ? Mit welcher Begründung ? Also nach dem System der Zentralen Orte ist eine Mittelzentrum ein Ort der den Periodischen Bedarf abdeckt und ich bezweifel, dass das ein Ort mit 16.000 Einwohner schafft.

  • ^ Wenn die Stadt ein entsprechendes Gebiet abdecken muss, ja. Als Mindestgröße für die Ausweisung eines Mittelzentrums wird laut Wikipedia eine Einwohnerzahl von mindestens 35.000 im Ort und seinem Verflechtungsbereich angesetzt (in Sachsen sind es glaube ich 38.000).

  • Bei der Bahnstrecke im Artikel muß es sich um die Strecke Glauchau - Großbothen handeln, da die Strecke Rochlitz - Narsdorf nicht im erwähnten Gebiet liegt. Ein Rückbau zum Radweg wird hier aber mit Sicherheit nicht stattfinden, das kann ich garantieren. Erstens wird die DRE irgendwann die touristische Nutzung zustandebringen, zweitens benötigt die Firma Möser Maschinenbau am Rochlitzer Bahnhof (Schulfreund von mir) einen Gleisanschluß. Im letzten Jahr haben die Jungs schon ein Schienenfahrzeug von Norden nach Rochlitz überführt.
    Ich glaube eher, daß die Planer auf der Karte eine Schienenstrecke entdeckt haben und dann reflexartig die neue Mode "Umnutzung zum Radweg" ausgekramt haben. Daß das eine Vernichtung von Volksvermögen ohnegleichen ist, brauche ich nicht zu sagen. Eine Bahnstrecke kann man ruhig über Jahre ungenutzt lassen, bis sie irgendwann wieder relevant wird - siehe Chemnitz - Hainichen oder perspektivisch Chemnitz - Limbach.

  • Zeitz


    Stadtumbau behält Vorrang
    Jörg Stolper äußert sich zur Stadtentwicklung und Schwerpunkten in nächsten Jahren
    erstellt 20.01.09, 19:33h, aktualisiert 20.01.09, 19:54h
    http://www.mz-web.de/servlet/C…8733&listid=1018348861922



    Die Sanierung des Gebäudes Schützenstraße 15 ist beispielhaft für die Ausrichtung der Wohnungsbaugesellschaft Zeitz.


    - Gespräch mit Jörg Stolper, seit sieben Jahren Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Zeitz (WBG)
    - Stadtrat beschloss im Februar 2002 Stadtentwicklungskonzept
    - Grundlage für das Sanierungskonzept der WBG.
    - WBG hat seitdem 1 182 Wohnungseinheiten abgebaut, auch dadurch den Leerstand um zwölf Prozent gesenkt.
    - Stolper: 2008 haben wir für Instandhaltung und Modernisierung rund 6,5 Millionen Euro ausgegeben. 2001 waren das 4,2 Millionen Euro.
    - Stolper: Wir orientieren uns an der Entwicklung der Bevölkerung in der Stadt, wollen die Menschen erfolgreich begleiten. Wir stellen uns also darauf ein, eine hohe Zahl älterer Mieter zu haben. Daraus resultieren Anforderungen an den Wohnraum und die Umgebung der Wohngebäude.
    - 2009 Sanierung des Wohngebäudes Schützenstraße 15 für vorrangig ältere Menschen und auch solche mit körperlichen Behinderungen
    - Hochhaus in der Käthe-Niederkirchner-Straße wird für ältere Menschen noch besser hergerichtet.
    - Wohngebäude Niederkirchner-Str. 24 bis 34 und 48 bis 54 sollen saniert werden (Platten)
    http://maps.live.de/LiveSearch…&dir=0&tilt=-90&alt=-1000
    - Wir setzen auch den Abbruch im Bereich D.-Bonhoeffer-, K.-Niederkirchner-Straße und an einigen Altbauten in der Stadt fort. Dafür setzen wir Fördermittel ein.
    - Stolper: Die Stadt braucht ein modernes und nicht das gegenwärtig gültige alte Stadtentwicklungskonzept. Das ist ungeeignet, um den Rahmen für eine zukunftsfähige Umgestaltung der Stadt zu bilden. Es gibt Leerstand, die Einwohnerzahl geht zurück. Diese Probleme werden nicht gelöst, wenn der bisherige Kurs beibehalten wird.
    - Was ärgert sie unter anderem am Verwaltungshandeln?
    - Stolper: Dass die Stadt mit hoher Wahrscheinlichkeit ab 2010 unsere Anträge auf Bundes- und Landesfördermittel nicht mehr weiterreichen wird der Begründung, sie nicht gegenfinanzieren zu können. Ich spreche über ein Drittel der Gesamtfördersumme. 2009, wo die Anträge noch weitergereicht wurden, geht es immerhin um einen Betrag von 1 143 987 Euro. Geld, das ausschließlich für die Sanierung leer stehender Altbausubstanz vorgesehen ist.

  • Ganz an Rande des Dreiecks ;-):


    Greiz


    OTZ vom 3.2.2009
    Abriss für Carolinenstraße 51/53
    http://www.otz.de/otz/otz.inde…z&auftritt=OTZ&dbserver=1


    - Appartementhäuser für ältere Bürger in der Carolinenstraße 51 und 53 in der Greizer Neustadt werden entkernt und fallen in drei Wochen
    - 188 000 Euro Kosten. Insgesamt 134 Wohnungen fallen hier der Abrissbirne zum Opfer.
    - 1978 waren erste Mieter in die Carolinenstraße 51 eingezogen, die Nummer 53 wurde erst 1990 fertig
    - entstandene Freifläche am Ende der Carolinenstraße - über 9000 Quadratmeter - soll als Stell- oder Parkfläche für den Thüringentag im Juni 2009 genutzt werden
    - laut Greizer Stadtentwicklungskonzept ist ein Einkaufsmarkt für die Neustadt hier vorgesehen, doch konkrete Pläne bzw. einen Investor gibt es allerdings noch nicht. Die Greizer Freizeit- und Dienstleistungs-GmbH wird sich um die Vermarktung des Areals bemühen

  • Weida


    OTZ vom 3.2.2009
    An einem Strang
    http://www.otz.de/otz/otz.gera…a&auftritt=OTZ&dbserver=1

    - Arbeitssitzung zum Stadtentwicklungskonzept
    - Bürgermeister Werner Beyer: "Wir bräuchten 4000 Einwohner mehr in Weida" [;)]
    - neue Internetseite der Wohnstadt, mittels der man Investoren und Bauwillige auf Brachen locken will. Unter dem Schlagwort "Weida lückenlos" sind dort 42 Grundstücke erfasst mit Lage, technischen Daten und Vorschlag, was damit werden könnte. In einigen Tagen sollen die Informationen im Internet freigeschaltet werden.
    - Die Wohnstadt Thüringen ist Koordinator und Treuhänder. Ziel der Initiative ist Beseitigung von Schandflecken, Brachen und ungenutzten Flächen
    - Stadt fordert vom Land Förderung zum Grundstückskauf, um eine Gestaltung selbst in die Hand zu nehmen und das Projekt dann saniert wieder zu verkaufen.
    - Der Bürgermeister hatte dies aktuell mit dem Gasthof "Zum braunen Hirsch" gefordert.
    - Konrad Ballheim, Referatsleiter Städtebauförderung im Bauministerium, fordert Beobachtung des Quartiers
    - seit 1991 seien in die Stadt 31 Millionen Euro an Städtebau- und Wohnungsbauförderung geflossen. In ganz Thüringen waren es 5,8 Milliarden Euro, die Land und Bund für diese Programme ausschütteten. Ballheim ging davon aus, dass die Förderung auf diesem Niveau bleibt, wenn nicht gar etwas erhöht wird.
    - Ballheim signalisierte Hilfe beim Aufbau eines kommunalen Grundstücksfonds.
    - Interessant auch die Vorhaben, um baulich gefährdete Projekte auf lange Sicht zu erhalten. Damit könnten historisch wertvolle Häuser nicht abgerissen, sondern abgesichert werden, ohne dass eine Nutzung oder Sanierung bereits jetzt ins Auge gefasst ist. Die Förderung werde ohne städtischen Anteil erfolgen, so Ballheim.
    - Könnte mancher Kommune eine Verschnaufpause bieten - ohne finanziellen Zwang, weg vom schnellen Abriss hin zu gut überlegten Lösungen

  • Wolfen


    Abriss geht nun in die Endphase
    WBG hat in Wolfen 217 Wohnungen zurück gebaut - «Stadtumbaus Ost» fordert noch mehr
    http://www.mz-web.de/servlet/C…8319&listid=1018348861749


    Da fallen Platten in rauhen Mengen: "Die 217 Wohnungen dort gehören zu den etwa 2 200 Wohnungen, die die Wohnungs- und Baugesellschaft Wolfen (WBG) im Rahmen des Bund-Länder-Programms Stadtumbau Ost zwischen 2002 und 2009 abgerissen hat oder abreißen wird", erklärt WBG-Geschäftsführer Uwe Reinholz und führt sowohl betriebswirtschaftliche als stadtplanerische Gründe für die Maßnahmen an.

  • ^ Die Riebeck-Hochhäuser sind in einem ungleich schlechteren Zustand, der Sanierungsaufwand wäre immens höher, sie stehen leer (so leer, dass ab und zu eine Leiche gefunden wird), bieten auch viel mehr Fläche und ob ein wie in Halle angedachter Hochhausneubau deinen Beifall finden würde, halte ich auch für zweifelhaft. Insgesamt also denkbar schlecht vergleichbar.

  • Die oben angekündigte Website http://www.weida-lueckenlos.de/ ist seit kurzem online. Siehe hierzu den Bericht in der OTZ:
    http://www.otz.de/otz/otz.gera…a&auftritt=OTZ&dbserver=1


    Blättert man allerdings mal die Angebote an "Baulücken" durch, fällt auf, dass nicht wenige noch bebaut sind, oft auch mit Baudenkmalen, und die anderen fast alle erst in den letzten Jahren abgeräumt wurden. http://www.weida-denkmallos.de wäre wohl ehrlicher gewesen.

  • Hallesche Erklärung

    Am Freitag verabschiedeten die Oberbürgermeister von etwa 20 Städten in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen auf der 3. Konferenz des Forums mitteldeutscher Städte in Halle eine sechs Punkte umfassende "Hallesche Erklärung". Künftig wollen sie über Ländergrenzen hinweg enger zusammenarbeiten und sich für eine starke Region Mitteldeutschland einsetzen. Hinter der "Halleschen Erklärung" stehen die Städte Altenburg, Bitterfeld-Wolfen, Dessau-Roßlau, Freiberg, Gera, Gotha, Halberstadt, Halle, Jena, die Lutherstädte Eisleben und Wittenberg, Merseburg, Naumburg, Nordhausen, Pößneck, Schönebeck, Stendal, Weißenfels, Wernigerode und Zeitz.


    Nach dem Vorbild der Wirtschaft und der Kirchen müssten nun auch die Kommunen mehr zueinander kommen und über die Grenzen der Bundesländer hinweg zusammenarbeiten. Dies solle auch ein Signal an die Landesregierungen sein. Nach Halles Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados (SPD) sei für die gesamte Region ein Bundesland mit der Bezeichnung Mitteldeutschland förderlich. "Wir stehen alle vor den gleichen Aufgaben und Herausforderungen, teilen die gleichen Ziele", heißt es in der Erklärung.


    Städte wollen "Kleinstaaterei" überwinden und Mitteldeutschland stärken
    LVZ 31.10.2009
    http://www.lvz-online.de/aktuell/content/115495.html


    "Hallesche Erklärung" - Städte wollen "Kleinstaaterei" überwinden
    MDR 30.10.2009
    http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/6819233.html


    PS: Genauer gesagt waren aus 19 Städte, fast alle in Sachsen-Anhalt und Thüringen. Aus Sachsen war nur Freiberg dabei. Im Vorfeld hatte es 20 Absagen gehagelt. Aber da wird vermutlich noch die eine oder andere Stadt nachziehen, kostet ja nix ;-).

  • http://www.halleforum.de/article.php?sid=23703&page=2


    Hallesche Erklärung


    Gemeinsame Erklärung der Städte Altenburg, Bitterfeld-Wolfen, Dessau-Roßlau, Freiberg, Gera, Gotha, Halberstadt, Halle (Saale), Jena, Lutherstadt Eisleben, Lutherstadt Wittenberg, Merseburg, Naumburg, Nordhausen, Pößneck, Schönebeck (Elbe), Stendal, Weißenfels, Wernigerode, Zeitz und aller Kommunen, die sich dieser Erklärung zu einem späteren Zeitpunkt anschließen, zur Weiterführung und Intensivierung der Zusammenarbeit anlässlich der 3. Konferenz des Forums mitteldeutscher Städte am 30. Oktober 2009
    in Halle an der Saale


    (1) Starke Partner auf dem Weg in die gemeinsame Zukunft
    Die Städte Mitteldeutschlands sind die Impulsgeber einer zukunftsweisenden und nachhaltigen Entwicklung der Region. Nur in Zusammenarbeit über die Ländergrenzen hinweg kann dieser Impuls dauerhaft aufrecht erhalten werden und die positive Ausstrahlung der Region in den gesamten europäischen Raum intensiviert werden. Im Interesse einer gemeinsamen Zukunft in einer starken Region Mitteldeutschland soll der 2007 in Jena begonnene Prozess der Zusammenarbeit mit dieser Halleschen Erklärung fortgeführt und ausgebaut werden. Dazu gehört insbesondere die enge Zusammenarbeit mit den anderen mitteldeutschen Initiativen und Netzwerken.


    (2) Verantwortung und Gemeinschaftssinn
    Als Lebens- und Arbeitsmittelpunkt der Mehrheit der Einwohner Mitteldeutschlands nehmen die Kommunen eine besondere Position in der Gestaltung der Alltagswelt ihrer Bürger ein. Die sich daraus ergebende Verantwortung endet nicht an den Stadtgrenzen, sondern erstreckt sich auch auf ein partnerschaftliches Miteinander mit den Gemeinden der Umlandregionen. Das starke Zusammenrücken der Kommunen Mitteldeutschlands darf nicht nur eine Angelegenheit administrativer Zusammenarbeit bleiben, sondern muss sich in den Lebenswelten der Menschen widerspiegeln. Es gilt, den Gemeinschaftssinn dieses Forums zu entwickeln und in alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens in Mitteldeutschland hinein zu tragen.


    (3) Entwicklung und Vernetzung gemeinsamer Interessen
    Die Kommunen Mitteldeutschlands teilen die Erkenntnis, dass es mehr Gemeinsamkeiten gibt, die uns verbinden, als Unterschiede und Konkurrenzen, die uns trennen könnten. Wir stehen alle vor den gleichen Aufgaben und Herausforderungen, teilen die gleichen Ziele. Der Ertrag aus vielen dieser Aufgaben ist größer, wenn wir diese gemeinsam anpacken, insbesondere auf den Gebieten Kultur und Tourismus , Wirtschaft und Wissenschaft, Politik und Verwaltung. Gemeinsame Großereignisse wie die Lutherdekade oder das Reformationsjubiläum bieten willkommenen Anlass, geeignete Strukturen der Zusammenarbeit und Aufgabenteilung zu entwickeln. Unbürokratische Abstimmungen, kurze Wege und gegenseitige Hilfestellungen verleihen dem Geist des Miteinanders dieses Forums seinen Ausdruck.


    (4) Gemeinsam für Offenheit und Toleranz - gemeinsam gegen Extremismus
    Unser aller Anliegen ist es, konsequent und kompromisslos jeder Art von extremistischen Bestrebungen, insbesondere aber rechtsextremen Gedankengut und Aktivitäten entgegenzutreten. Der Kampf gegen den Neofaschismus kann eine neue Qualität erreichen, wenn die Kommunen Mitteldeutschlands und ihre Bürger ihre Kräfte bündeln. Ganz im Sinne der Initiative „Kommunen gegen Rechtsextremismus“ unterstützen wir uns gegenseitig mit gemeinsamen Aufrufen und Präsenz von Bürgermeistern vor Ort. Darüber hinaus fordern wir die Einwohner unserer Städte auf, gemeinsam mit uns überall dort zu demonstrieren, wo es gilt, ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Hass zu setzen. Mitteldeutschland ist demokratisch, weltoffen und tolerant. So soll es auch bleiben.


    (5) Transparenz und Bürgernähe
    Die nachhaltig positive Entwicklung der Region beruht auf dem Engagement unserer Bürger. Sie in die Prozesse gemeinsamer Entwicklung, gemeinsamen Handels und Gestaltens einzubeziehen, ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, der wir uns stellen. Offenheit und Transparenz unserer Arbeit ist dabei höchstes Gebot. Mit geeigneten Mitteln der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit wollen wir informieren und um aktive Mitwirkung zur Zusammenarbeit der Städte Mitteldeutschlands werben.


    (6) Aufeinander zugehen und gemeinsam Zukunft gestalten
    Worte erhalten Nachdruck, wenn sie durch Taten unterstützt werden. Die Unterzeichner bekunden mit dieser Erklärung ihren Willen, das gemeinsame Handeln im Interesse der Zukunftsfähigkeit dieser Region weiter zu intensivieren und nicht bei dem Erreichten stehen zu bleiben. Dies betrifft alle Ebenen von Politik und Verwaltung als auch die fortgesetzten persönlichen Kontakte. Wir heißen alle willkommen, die diese Initiative unterstützen und unsere Vision von einer starken Region Mitteldeutschland teilen.

  • Und weil das Thema doch eng verwandt ist:


    Mehr oder weniger unbeachtet wurde die Metropolregion Sachsendreieck wie erwartet oder erhofft ( http://www.deutsches-architekt…d.php?p=208421#post208421 ) in Metropolregion Mitteldeutschland umbenannt.


    Siehe den ausführlichen Report zur diesjährigen Konferenz der Metropolregion Mitteldeutschland (zu diesem Zeitpunkt noch "Sachsendreieck") am 30. Januar in Chemnitz unter der Thematik „Kompetenz durch Netzwerkbildung – Vernetzung von Forschung, Wissenschaft und Wirtschaft als Erfolgsfaktor“:


    http://www.region-sachsendreie…les/aktuelles/18889.shtml
    http://www.region-sachsendreie…s/report_mrk_09_druck.pdf

  • Schade das Bitterfeld-Wolfen (ca. 46.000 EW) bei euch nicht aufgeführt ist. Zähle ich auch noch zum Sachsendreieck ;)


    Wer übrigens noch nicht an der Goitzsche (Tagebaufolgelandschaft) bei Bitterfeld war, sollte das dringend nachholen. Ist echt ein gigantisches Erholungsgebiet inmitten einer von Industrie geprägten Region!