Palais an der Oper / Ex-Residenzpost [fertiggestellt 2013]

  • Im Vergleich zu http://www.merkur-online.de/bi…526039-18085157_526.9.jpg finde ich den IST-Zustand besser. Das ist eine nichts aussagender Fassade nach Schema F, wie sie derzeit ueberall entstehen. Aussagekraft aehnlich wie beim Alten Hof - gleich Null.


    Ein Durchgang zum Innenhof haette auch was reizvollen, wie es in frueher mal anscheinend mal gab. Wurde dann die Residenzpost nach dem Krieg um ein Stockwerk erhoeht aufgebaut?


    Hat jemand Entwuerfe von vor der von der Stadtverwaltung angeregten Ueberplanung gesehen?

  • Was heißt "auch heute noch" ^^ Holz ist der wohl beste Baustoff von allen. Die Betonfixiertheit hierzulande verhindert leider all zu oft dessen stärkere Nutzung.

  • ^^


    Naja, wir schweifen etwas Offtopic ab. Aber so Pauschalaussagen "Holz ist der beste Baustoff..." sollte man nicht so stehen lassen. Jeder Baustoff (Holz, Textil, Beton, Metall, Glas, Erdstoffe ect.) hat seine Stärken und Schwächen.
    Warum gibt es hierzulande eine "Betonfixiertheit"? Bitte näher erläutern.

  • Was heißt "auch heute noch" ^^ Holz ist der wohl beste Baustoff von allen.


    Es handelt sich doch um ein Provisorium, es geht nicht um den Baustoff Holz. Ich meinte eher: Schade um die Bäume, könnte man nicht Metallstützen verwenden.

  • ^^


    Ökologisch ist die Verwendung von Holz mit Sicherheit sinnvoller. Wald wächst nach und Holz bindet CO2. Überleg mal den Aufwand für einen Stütze aus Stahl. Erz aus Brasilien - Kohle aus Polen... da will man gar nicht weiter denken.

  • Da darfst nicht von den winzigen Dimensionen Mitteleuropas auf die Holzvorkommen schließen, alleine in Russland gibt es Waldgebiete die so groß sind dass die Bundesrepublik dort mehrere dutzend Male "hineinpasst". Holz wächst nach und ist daher in meinen Augen ein wichtiger Teil einer erneuerbaren Kreislaufwirtschaft, während viele "moderne Baustoffe" (komplexe Fassaden-Verbundelemente aus unterschiedlichsten Materialarten etc.) nicht nur ein ökobilanzieller Albtraum sind sondern auch alles andere als lange haltbar. Das zeigen erste "Langzeiterfahrungen" mit dieser Art des Bauens, unzählige dieser in "Industriebauweise" gefertigten Komplexe aus den 1970ern sind inzwischen grundmarode und eigentlich abrißreif, während wesentlich stärker vernachlässigte Zweckbauten aus dem 19. Jahrhundert, noch stärker "traditionell" erstellt, nach wie vor im Kern solide sind.


    Und während man ein traditionell errichtetes Haus aus Backstein, Holz, etc. eigentlich guten Gewissens "verrotten" lassen konnte, was höchstens nicht schön ausgeschaut hat, müssen "moderne" Gebäude oft von Männer in "Raumanzügen" abgerißen werden, so voller Giftmüll (nicht nur Asbest) sind die. Da hat einmal mehr die Überheblichkeit der Gegenwart zugeschlagen, wir halten uns in jeglicher Hinsicht für sowas von überlegen dass wir auch alle bautechnische Erfahrung von Jahrhunderten vom Tisch gewischt haben und meinen Gebäude am Computer planen zu können und nicht mehr vor Ort - unter Berücksichtigung von Landschaft, lokalem Klima sowie lokal verfügbaren Baustoffen. Man kann auf der ganzen Welt den selben Burger essen, warum also nicht überall die selben Gebäude erstellen - das ist die Logik dahinter.


    Das ist auf lange Sicht auch wirtschaftlich nicht durchzuhalten, da zu aufwendig und energie-intensiv; mit dem Ende des Zeitalters der billigen im Überfluss vorhandenen Energie (Öl) wird auch dies sein Ende finden. Und ja, Holz als Baustoff hat - wenn man ihn wirklich massiv in der Breite einsetzen würde - auch einen großen Effekt gegen die globale Erwärmung, da das CO2 was in diesem Holz gespeichert ist der Atmosphäre über lange Zeit entzogen werden würde und am Ende der Lebensdauer eines Holzmöbels oder Holzbalkens kann man es noch als Brennstoff benutzen und dabei entsteht auch nur soviel CO2 wie beim Wachstum des Baumes aus der Atmosphäre entnommen wurde. Ein Kreislauf ist geschaffen!


    Stahl, Öl, ... die Montanindustrie hat diesen Kreislauf mit dem noch unsere Vorfahren gelebt haben (und im Zeitalter zB der Gotik, des Barock und der Renaissance durchaus beachtliche Architektur zustande gebracht haben) im 19. Jahrhundert durchbrochen. Und das müssen wir nun reparieren. "Baustoff Holz" ist dafür essentiell. Und die ganzen Vorurteile lassen sich leicht widerlegen, auch in Bayern gibt es heute noch Bauernhäuser die ganz normal bewohnt sind und schon seit Jahrhunderten stehen - reine Holzhäuser! In Skandinavien und Nordamerika ist die Holzbauweise ohnehin der Standard. Holz ist zudem von sich aus weitaus besser dämmend als Stein/Beton, schafft ein besseres Raumklima. Und zum Thema "Brandschutz", in Skandinavien und Nordamerika brennen auch nicht dauernd die Städte nieder - das was bei einem Wohnungs oder Hausbrand zuerst Feuer fängt ist nicht das Gebäude sondern die ganze Inneneinrichtung.


    Es gibt leider viele tief sitzende Vorbehalte in Deutschland gegenüber dem Baustoff Holz. Dazu ist er nicht nur nachhaltiger sondern sogar weitaus günstiger, ein Einfamilienhaus nach deutscher "Massivbauweise" zu errichten geht ja schnell in die hunderttausende.

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    Bilder von mir.
    Zitat: "Wir werden alles abreißen." :nono:


    Nachtrag: Die Fassade wurde, wenn mich nicht alles täuscht, in den dreißiger oder vierziger Jahren mit einem monumentalen Eingang versehen. Kann mir jemand das bestätigen?