Dresden: Frauenkirche

  • Jede Baulücke ist besser als diese potthäßliche Kiste von "Kulturpalast" :D
    Nicht mal die Ausrede "Kultur- sei auch Müll" lässt dieses Gebäude entschuldigen.
    WEG DAMIT !!!

  • Hier mal wieder eine typisch deutsche linke Feuilletonisten-Scheiße:



    http://www.faz.net/s/RubEBED63…Tpl~Ecommon~Sspezial.html

  • MartyMUC :
    Findest du wirklich? Da habe ich aber schon "linkere" Artikel die Rekonstruktion diverser Gebäude betreffend gelesen. Der ist doch vollkommen harmlos. Oder hast du da irgendwas zwischen den Zeilen glesen, was mir entgangen ist?
    Man weiß ja nie. Bei Feuilletonisten muss man immer zwischen den Zeilen lesen... ;)

  • Och, bis dahin könnte ich das noch unterschreiben, wenn man daraus nur nicht den Schluß zieht, der Wiederaufbau sei "historisch falsch" gewesen. Und das tut der Autor ja nicht. Im Gegenteil: Der Artikel geht sehr positiv weiter.

  • Fand die Kolumne eigentlich auch nicht so schlimm, einzig und allein dieser Satz hat mich ein bisschen gestört:


    Nicht wenige sahen darin das symbolische Ungeschehenmachen der Zerstörung und damit einen fahrlässigen Akt der Verdrängung, wenn nicht unterbewußten Verleugnung.


    Aber das muss ja nicht unbedingt die Meinung des Autors widerspiegeln.

  • Klar weiß ich daß es noch 'schlimmere' Artikel gibt. Aber imho wird zwischen den Zeilen deutlich, daß der Autor die englische Variante des Wiederaufbaus als wertvoller betrachtet. Er verwendet negativ besetzte Wörter wie rückwärtsgewandt und ober der Satz den Kampflamm zitiert hat der Meinung des Autors entspricht - darüber kann man streiten.
    Auch Spiegel Online sieht es so. Die schreiben in ihrer täglichen Feuilleton-Übersicht:

    Zitat

    Dieter Bartetzko berichtet im Aufmacher, dass der äußere Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche vollendet ist, und er begeht etwas skeptisch "eine minuziöse, fast lückenlose Inszenierung des Einst"

  • Zitat von Ben

    War im TV viel zu sehen? Vielleicht auch von Innen oder der Umgebung? Ich hab's zwar aufgenommen, muss aber entscheiden, wann ich es mir anschaue...


    http://www.falconcrest.com/tdresdb1.htm
    http://www.falconcrest.com/tdresdb3.htm


    Auf diesen Luftaufnahmen kann man sich einen guten Überblick verschaffen bzgl. der momentanen Umgebungssituation. Wie man am Baufortschritt der Frauenkirche sehen kann, sind die Aufnahmen schon etwas älter, viel hat sich aber leider in der Zwischenzeit im Unfeld nicht verändert.

  • Zitat von MartyMUC

    Klar weiß ich daß es noch 'schlimmere' Artikel gibt. Aber imho wird zwischen den Zeilen deutlich, daß der Autor die englische Variante des Wiederaufbaus als wertvoller betrachtet.


    Ich glaube, du hast recht. Denn auf wesentliche Aspekte geht Bartetzko in seinem Artikel gar nicht ein. Wahrscheinlich ist der Artikel nur deshalb so "zahm", weil der Wiederaufbau der Kirche in der Öffentlichkeit heute so unumstritten ist, daß selbst ein Herr Bartetzko kaum Kritik daran zu üben wagt. Beispielsweise wird dem Umstand, daß die Dresdener Altstadt nach der Bombardierung 1945 in weiten Teilen immer noch einer Brache gleicht, aus der die Frauenkirche wie ein Leuchtturm herausragt, keinerlei Bedeutung beigemessen. Dabei ist dieser Aspekt wichtig. Die Wunde, die die furchtbare Zerstörungskraft der Bomben angerichtet hat, ist weiterhin jedem mehr als deutlich sichtbar. Wenn nicht in Dresden, wo sonst? Sie kann auch nicht durch die Frauenkirche geschlossen werden.


    Auch scheint Bartetzko nicht verstanden zu haben, wie tief sich der Verlust des Stadtbildes und das Leid des Krieges in die Seele der Stadt eingebrannt hat. Wenn Zehntausende zum Neumarkt strömen, um der Weihung der Glocken oder dem Aufsetzen der Turmhaube beizuwohnen, ist das auch ein gewaltiger Ausdruck davon, wie groß die Sehnsucht der Menschen nach Bewältigung des erlebten Traumas des Krieges und der Zerstörung ist und wie groß die Bedeutung, die dem Wiederaufbau der Frauenkirche in diesem Zusammenhang zukommt. Die Menschen in Dresden, die sich jedes Jahr zu Tausenden versammeln, um der Zerstörung ihrer Stadt zu gedenken, sind wahrscheinlich die Letzten, die dem Vergessen anheim fallen würden.


    Außerdem ist es ein Wunder und nur dem aufopferungsvollen Einsatz einiger Mutiger zu verdanken, daß die Ruine der Frauenkirche nicht wie viele andere wiederaufbaufähige Kriegsruinen in Dresden von der DDR-Obrigkeit abgeräumt wurde. Von Anfang an haben Menschen für den Wiederaufbau gekämpft, der vor der Wende aus ideologischen und finanziellen Gründen jedoch utopisch war. Die Bedeutung als Mahnmal, die Bartetzko der Ruine vergleichend der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche zuschreibt, hatte die Frauenkirche in Wirklichkeit nie inne. Die Dresdener wollten iimmer "das Einst inszenieren" und haben dieses Ziel - zum Glück - nie aus den Augen verloren. Den Dresdnern diesen Wunsch auch nur ansatzweise abzusprechen, ist unredlich.

  • D R E S D E N


    Wallfahrt der Sehnsucht

    Britische Bomben begruben einst Familie und Stadt. Nun kehrt ein Mädel aus Sachsen zurück

    Ihre Hand zittert, als die Wahl-Engländerin Karen Churchill in kleiner, schöner Schrift auf das Briefkuvert schreibt: „Für Margaretha Busch, Rietschelstraße 19, die hier am 13. Februar 1945 umgekommen ist. In Liebe.“ Dann bindet die Frau mit dem weißen Dutt eine Seidenschleife um Buschnelken, Fresien, Rosen und Anemonen. Den Strauß legt sie an einer Hecke nieder.
    Dresden, Rietschelstraße, Ecke Ziegelstraße: Hier, wo heute Gras, Unkraut und Büsche wachsen, stand vor Jahrzehnten das Elternhaus von Karen Churchill. An dieser Straßenecke verlor die heute 74-Jährige ihre Mutter.


    ...

    Versöhnung könne trösten, sagt sie, selbst wenn man ein halbes Jahrhundert darauf warten müsse. Als vergangenen Dienstag die Haube mit Strahlenkreuz auf die wieder errichtete Frauenkirche gesetzt wird, sitzt das Ehepaar Churchill unter den Ehrengästen. Mit rot geweinten Augen und zaghaftem Lächeln beobachtet Karen den „großen Moment“. Endlich setzt die Haube auf der Kirchenkuppel auf. Applaus brandet auf. Karen hebt beide Arme und richtet ihren Blick in den Himmel. Stürmisch umarmt sie „good old Pat“, den treuen Gefährten. Und dann lacht sie. Sie klatscht und lacht und lacht. Wie ein kleines Mädchen.
    __________


    Quelle: http://www.focus.de

  • Ach ja, um noch einmal auf den Kulturpalast zurückzukommen: Als ich letztes Jahr in Dresden war, hörte ich im Pavillon am Neumarkt davon, dass an die Stelle des Kulturpalastes ein monströser Bau von Kollhoff treten soll. Was ist denn daraus geworden?

  • Zitat von TheBerliner

    Das erste ein großartiges Motiv, jetzt müssen wir nur abwarten bis das Gerüst weg ist. :)


    Anhand des ersten Bildes sollte man meinen, Dresden sei eine der schönsten Städte der Welt. Leider täuscht der Eindruck gewaltig. Der kleine historische Kern ist umgeben von einer Einöde sozialistischer Stadtplanung.

  • Vorhanden ist großes Potential, wenn du mich fragst. Die Stadt wird freilich nie mehr so aussehen wie vor 60 Jahren. Auch wird die Prager Straße ihr jetziges Aussehen in absehbarer Zeit nicht großartig verändern.
    Man kann allerdings auf qualitative Neubebauung acht geben um als Kulturstadt das Alte mit dem Modernen auf hohem Niveau zu verknüpfen:


    Der Wiener Platz zwischen Prager Str. und Bahnhof zB. ist seit den 60ern eine Betonwüste gewesen. Aktuelle Planungen sehen vor, ihm seine alte Form mittels Randbebauung wiederzugeben. Dabei handelt es sich nicht um irgendwelche Bürohäuser, die danach zu 60% leerstehen sondern um Kultur- und Forschungsstätten (ich habe schon mal Meldungen zum sog. "Kugelhaus" gepostet).


    Auch der Bahnhof selbst kann als gelungene Symbiose zwischen Moderne und historischer Bausubstanz angesehen werden.


    Viele werden mich für verrückt erklären, aber auch der Kinokomplex aus den 70er Jahren und Coop Himmelb(l)aus Neubau aus den 90ern gehören zu den Projekten, die die neue architektonische Qualität in Dresden verkörpern.


    Ich denke es ist eminent wichtig für Dresden, auch um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden, hohe Ansprüche an neue Projekte zu stellen, die dann in niveauvoller moderner Architektur resultieren anstatt auf Teufel komm raus irgendwelchen Investoren Billigware zu entlocken nur um Baugeschehen vorzuweisen.

  • Zitat

    Ich denke es ist eminent wichtig für Dresden, auch um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden, hohe Ansprüche an neue Projekte zu stellen, die dann in niveauvoller moderner Architektur resultieren anstatt auf Teufel komm raus irgendwelchen Investoren Billigware zu entlocken nur um Baugeschehen vorzuweisen.


    da kann ich dir nur kompromisslos zustimmen! dresden hat großes potential und es wird auch schon teilweise genutzt!

  • Zitat von JinStuttgart

    Anhand des ersten Bildes sollte man meinen, Dresden sei eine der schönsten Städte der Welt. Leider täuscht der Eindruck gewaltig. Der kleine historische Kern ist umgeben von einer Einöde sozialistischer Stadtplanung.


    In der Neustadt (nördliches Elbufer) gibt es allerdings auch noch recht schöne Ecken mit alten Barockhäusern. Dies würde noch besser zur Geltung kommen, würde man den Neustädter Markt nach altem Vorbild neu gestalten. Ansonsten gebe ich dir recht, Dresden kann leider nicht mehr/ noch nicht wieder? halten, was der Name "Elbflorenz" verspricht.