Ruhrstadtgeflüster

  • RVR kann viele neue Posten schaffen

    ...Und zwar in der RVR-Verbandsversammlung. Wie die WAZ gestern schrieb, diese Versammlung müsse wachsen, damit diverse in die Stadträte gewählten Splittergruppen auch dort vertreten sind. Bisher rechnete man mit einer Ausdehnung von 71 auf 163 Posten, was 1,5 Mio. EUR jährlich kosten würde (Geld hat man ja im Ruhrgebiet reichlich, s. darüber). Ein Wahlrechts-Experte errechnete, dass es eher um 1000 Räte sein müssten.


    Dieses ganze Rumgedoktere an Konstrukten, die ohnehin nur die (wirtschaftlich viel schwächere) Hälfte der Metropolregion umfassen, soll wohl nur ein paar folkloristische Eitelkeiten befriedigen. Wenn keine Mauer nach dem Berliner Vorbild am Angerbach gebaut werden soll, lässt sich nicht unterbinden, dass das echte Leben auf beiden Seiten dieses Flusses spielt - völlig ignorierend, wo irgendwann mal vor Jahrzehnten auf Steuerzahler-Kosten Kohle gefördert wurde und wo nicht. Dieses ganze RVR-Folklore steht nur dem Zusammenwachsen der Metropolregion im Weg.


    Gleichwohl - während etwa Düsseldorf dank der Lage inmitten von Rhein-Ruhr zum einen der wichtigsten Immobilienstandorte Europas aufgestiegen ist (das ist halt das reale Leben), im mit dem Folklore-Herumgehopse beschäftigten Revier hat man nix davon.

  • ^^


    Inwiefern steht der RVR dem Zusammenwachsen der Metropolregion im Weg? Der Metropolregion Rhein-Ruhr, Ddorf inklusive, oder dem Ruhrgebiet bis zur Grenze Duisburgs?


    Im Prinzip ist der RVR doch eine gute Sache für das Ruhrgebiet oder verstehe ich das falsch? So wie ich es sehe, liegen viele Probleme doch gerade im Kirchturmdenken innerhalb der Region verborgen, die durch eine zentrale Verwaltung ausgemerzt würden. Hinzu kommt die Fremdregierung durch die Bezirksregierungen in Arnsberg, Münster und Ddorf. Dass die keine Freunde des Ruhrgebiets sind und auch kein Interesse an einem wirtschaftlich starken Ruhrgebiet haben, liegt für mich auf der Hand. So viel Boshaftigkeit und Eigennutz unterstelle ich. An einer Stärkung des RVR mit dem Ziel, irgendwann einmal eine echte Regierung mit Befugnissen für das Ruhrgebiet zu sein, gibt es so gesehen doch nichts auszusetzen. Auch wenn 1.000 Sitze natürlich Schwachsinn sind, ist der RVR ganz sicher keine Folklore, sondern soll zukünftig das Ruhrgebiet als größten deutschen Ballungsraum verwaltungstechnisch stärken. Ich bin, zugegeben, kein Experte, aber in meinem Verständnis kann es nicht sein, dass eine Region mit 5 Millionen Einwohnern in manchen Entscheidungen von Münster, Arnsberg und Ddorf am Nasenring durch die Manege geführt wird. So stellt es sich heute allerdings für mich dar.

  • ^ Die Ruhrgebietsbehörde wurde einst als Verein der Kommunen mit der längst nicht mehr existenten Montanindustrie gegründet - deswegen dreht sich so oft so viel um die stillgelegten Zechen usw. bis hin zu grotesken Blüten wie ganz neue Bürogebiete fernab des ÖV-Regionalverkehrs mit der Nähe einer Ex-Zeche als die einzige Standortbegründung. Köln, Bonn, Düsseldorf sind von diesem Montanfolklore frei.


    Wie kann etwa der RVR regionale Verkehrsplanung betreiben, wenn es die größten Pendlerströme Richtung Düsseldorf (außerhalb des RVRs) gibt?


    Es muss eine Körperschaft her, die die ganze Rhein-Ruhr-Metropolregion umfasst, nur so hat es Sinn. Und selbst wenn mit einem Sitz in Essen, die RVR-Bauten nutzend, falls dies die Ruhrgebietsfans beruhigen würde - diese müssen aber auch erkennen, dass der Nordosten der Metropolregion keine besondere Kraft hat, sondern eher eine bessere Vorstadt darstellt. Die wichtigsten Zentren sind Köln, Düsseldorf - erst dann Bonn, Dortmund, Essen. Damit muss man sich einfach arrangieren.


    Wie darüber verlinkt - die Investoren, die aus Asien oder sonstwoher kommen können, sehen ohnehin die ganze Metropolregion in den geographischen Zusammenhängen. Die Kohleförderungsgeschichte interessiert da keinen, warum sollte sie? Wieviel Geld man für die Förderung des schlechten Sondernimages des Ruhrgebiets ausgeben möchte, selbst wenn man überzeugen könnte, nordöstlich vom Ballungsgebiets-Kern gäbe es etwas anderes als am Rhein, umso schwieriger wird es, einen Investor zu locken. Dieser möchte nämlich ein Stück erfolgreicher Metropolregion haben (die ist am Rhein besonders erfolgreich), nicht die Nachbarschaft einer stillgelegten Zeche.
    Besser, die teuren Hochglanzbroschüren betonen, auch Dortmund und Essen seien ein Teil des erfolgreichen Ganzen mit Düsseldorf und Köln in der Mitte.

  • Einwohnerzahl in der Metropole Ruhr stabilisiert sich

    PM: "Die Bevölkerung im Ruhrgebiet ist nahezu konstant geblieben. Ende 2013 lebten in der Metropole Ruhr 5.045.784 Menschen, knapp 1.500 weniger als ein Jahr zuvor. Das hat das Statistische Landesamt IT.NRW errechnet. Einige Städte konnten sogar einen Einwohnerzuwachs verzeichnen, darunter Dortmund mit 575.944 (2012: 572.087) und Essen mit 569.884 Einwohnern (2012: 566.862 ). Dortmund ist weiterhin die größte Kommune im Ruhrgebiet und die drittgrößte in NRW. Es folgt Essen."


    Quelle: idr
    Infos: www.it.nrw.de

  • Im Revier vorerst keine Hochhaus-Projekte mehr?

    Gestern titelte die WAZ, dass sich Büro-Hochhäuser im Ruhrgebiet nicht mehr rechnen würden. Auslöser für die Debatte ist der nahende Verkauf des RWE-Hochhauses in Essen. Der Energiekonzern will seine 127 Meter hohe Firmenzentrale für 120 Millionen Euro verkaufen. Vor knapp 20 Jahren wurde das Gebäude noch für umgerechnet 150 Millionen Euro gebaut. In der Region gebe es weitere Beispiele dafür, dass Hochhäuser schlecht zu vermarkten seien. Beispiel 1 ist das Exzenterhaus in Bochum (89 m). Zwar ist das Hochhaus zu einem Wahrzeichen Bochums geworden, von den 5.000 Quadratmetern stehen aber 40% leer. Bochums neustes Wahrzeichen soll der 105 Meter hohe Stadtturm werden, vorausgesetzt ein Ankermieter wird gefunden. Im Gespräch war die Europazentrale von BP/Aral, dem Konzern war die anvisierte Miete jedoch zu hoch. Der Investor hofft nun darauf, den Zuschlag für die Sparkassenakademie zu erhalten. Ohne Ankermieter ist der Bau des Stadtturms ausgeschlossen. Der Dortmunder Westfalen-Tower wurde hingegen spekulativ erreicht. Bis heute stehen jedoch 84% der 27.500 Quadratmeter Bürofläche leer. Der Investor ist aufgrund von finanziellen Einbußen nun gezwungen, den Westfalen-Tower bis 2017 zu verkaufen.


    Die enormen Kosten eines Hochhaus-Baus würden im Ruhrgebiet in Zukunft weitere Projekte verhindern. Insbesondere ab 60 Metern würden die Ausgaben durch Brandschutzauflagen und Klimatisierung sprunghaft ansteigen. Zur Finanzierung eines Hochhauses müssten Mieten von 15 Euro pro Quadratmeter erzielt werden. Dabei liegt die momentane Spitzenmiete im Ruhrgebiet bei nur 13,50 Euro.


    Quelle: Warum sich Büro-Hochhäuser in der Region nicht mehr rechnen (Der Westen vom 1. September 2014)

  • Metropole Ruhr verzeichnet hohe Wanderungsgewinne

    PM: "Das Ruhrgebiet wies 2013 zum vierten Mal in Folge Wanderungsgewinne aus: 20.540 Menschen mehr zogen in die Metropole Ruhr hinein als fort. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zuwanderung um rund 7.400 Personen, was einer Steigerungsrate von 56,4 Prozent entspricht. Insgesamt summierten sich die Wanderungsgewinne für das Ruhrgebiet in den letzten vier Jahren auf knapp 42.000 Menschen. Dass die Bevölkerung in der Region trotzdem schrumpft, liegt an dem hohe Sterbeüberschuss, der 2013 bei 24.059 lag. 235.997 Menschen verlegten ihren Wohnsitz ins Ruhrgebiet, demgegenüber verließen 215.457 Personen die Region. Die meisten Zugezogenen (59.884) kamen aus dem Ausland in die Metropole Ruhr, vor allem aus Rumänien und Polen. Weitere 48.125 Menschen zogen aus dem übrigen NRW in das Ruhrgebiet."


    Quelle: idr
    Infos: www.statistik.metropoleruhr.de

  • "Metropole Ruhr" verzeichnet hohe Gewerbesteuernsätze

    Die gestrige Meldung, Duisburg hätte den höchsten Gewerbesteuer-Hebesatz in ganz NRW, erweist sich wohl als falsch - diesem heutigen WAZ-Artikel nach hat Oberhausen bereits 520 Punkte, 2018 sollen es 580 sein. Gepaart ist die Entwicklung mit einen Einbruch der Gewerbesteuer - von 112 Mio. EUR 2012 auf 80 Mio. EUR in diesem Jahr.


    Bezeichnend, dass just der Oberhausener OB lautstark nach einer Einheitssteuer im ganzen Ruhrgebiet ruft und über "unsinnige Konkurrenz" redet - was jene Städte unterlassen, die vernünftiger wirtschaften und mit geringerem Satz attraktiver bleiben. Niemand hat irgendwen in Oberhausen mit einer Pistole gezwungen, sich neben den drei Zentren auch noch eine Neue Mitte zu gönnen, was nur Kosten ohne zusätzliche Attraktivität generierte.


    Brisant auch, dass ein "Regionalverband Ruhrgebiet" ebenso für eine Einheitssteuer ist, obwohl der Geschäftsführer deutlich sagt, dass das Drehen an der Steuerschraube die Probleme verschärfe statt zu lösen. Die Erfahrung zeigt, dass etliche Einheitsideen so zugeschnitten werden, wie es gerade den bankrottesten Pleiteuren passt (Stichworte: Griechenland, Eurobonds usw.) Sollte Ausnahmsweise eine Hebesatz-Änderung nach unten gemeint sein - gerne können Oberhausen, Duisburg und Co den extraorbitanten Satz reduzieren, unabhängig vom Rest des Ruhrgebiets.


    Ich weiß nicht, was sonst erhofft wird - sollte der einheitliche Höchstsatz beschlossen werden, könnte nur eine Mauer wie die um Berlin Firmen zum Verbleib im Ruhrgebiet zwingen. Manchen Revier-Folklore-Fans scheint immer noch nicht klar zu sein, dass es noch die zweite Hälfte der Metropolregion gibt - etwa Ratingen mit konstant 400 Punkten, Düsseldorf mit 440, Monheim mit 285 (2011 waren es noch 435).

  • NRW wächst aus dem Ausland

    Einen Thread für NRW-weites Flüstern gibt es nicht? Das DEAL Magazin zitierte heute aus dem Wohnungsmarktreport NRW 2014, nach dem das Wanderungsplus von 85.000 Menschen aus dem Ausland letztes Jahr massgeblich zum NRW-Bevölkerungszuwachs von 65.000 Einwohnern beitrug. Die stärksten Anziehungspunkte seien Köln, Düsseldorf, Münster, die umliegenden Kreise wie u.a. Neuss sowie die Ruhrgebietsstädte Essen, Dortmund und Duisburg, in den es ebenfalls ein Wanderungssaldo von je über 2.000 Personen gab. Unter den genannten Städten gibt es nur in Münster fast genauso viele Zuwanderer aus Deutschland wie aus dem Ausland.
    Meistens kommen junge Familien mit Erwachsenen unter 40 Jahren und Kindern unter 5 Jahren.

  • Das Ende des Weges? (Via = Weg)

    Zu den höchst symbolischen Symbolen der sog. "Metropole Ruhr" fiel hier bereits öfters die Anregung eines Gesamtverkehrskörperschaftsdingens für das gesamte Ruhrgebiet, damit bloß nichts ausgeschrieben werden kann (so wie jetzt theoretisch die StOAG sich um eine von der MVG betriebene Buslinie bewerben könnte). Wie die WAZ am 21.11 berichtete, die Essener EVAG stehe kurz vor dem Ausstieg aus dem gemeinsamen Via, was die anderen Partner MVG und DVG vor ernsthafte Probleme stellen würde - die seien alleine nicht konkurrentfähig. Via brachte laut Artikel Kirchturmdenken, "das Sichern von Pfründen", doppelte Leitungsposten - ich habe auch nichts anderes vermutet, wenn es neben den drei Betrieben noch eine zusätzliche Körperschaft gibt - dass diese drei wie die BoGeStra verschmelzen, war laut Artikel "nie die Rede". Die Kosten steigen vor allem in der Verwaltung.


    Dies zeigt, was blüht, wenn man in der sog. "Metropole Ruhr" hocheitlich-politisch bestimmte gemeinschaftliche Strukturen schafft - da wird kein Geschäftsführer eingespart, sondern zusätzliche mit Posten versorgt, um die zusätzlich gestritten wird.


    Der Artikel erwähnt zum Ende, in Mülheim und Duisburg würde man womöglich als Folge sämtliche Buslinien europaweit ausschreiben - was ich (besonders mit einem Ruhrgebiets-ÖV-Bürokratiemonster verglichen) als Segen empfinden würde. Dann würden die zumindest nicht streiken wenn Verdi wieder mal etliche kommunale Betriebe lahmlegt - genauso, wie in Düsseldorf und Ratingen an solchen Tagen einige Buslinien fahren.


    Busse und Fahrkartenautomaten bestellen könnten DVG und MVG auch gemeinsam mit der Rheinbahn, um Kosten zu senken - es ginge ohne eines zusätzlichen Stabs.

  • "alle schauen nach Düsseldorf"

    Plötzlich entdeckt man in der sog. "Metropole Ruhr", dass diese nicht der Nabel der Welt ist. So berichtete gestern die WAZ unter darüber zitierten Überschrift, dass eine Alternative zu den drastischen Einschnitten im Essener ÖPNV (in den letzten Wochen gab es mehrere Presseberichte dazu) das Nachahmen der Rheinbahn sein könnte, die über 80% Kostendeckung erreiche - bei der EVAG seien es ca. 60%. Zum Teil liegt es an intensiverer ÖV-Nutzung (218 Mio. Fahrgäste 2013 in Düsseldorf, nur 125 Mio. in Essen - bei ähnlicher Stadtgröße), zum Teil aber auch an schlankeren Strukturen. Anfang der 1990er Jahre hatte die Rheinbahn noch 4000 Mitarbeiter, daraus wurden 2600 - in dieser Zeit stieg die Kostendeckung von 55% auf über 80%.


    Ein Verkehrsexperte der örtlichen Kommunalpolitik plädiert für "mehr ÖPNV, mehr Via" und einen Zusammenschluss mit den anderen Verkehrsunternehmen - dazu sollten mE möglichst Kooperationen mit der Rheinbahn gehören, von der man offenbar viel lernen könnte.


    Bei Gelegenheit sollte man überdenken, dass man in Düsseldorf in den letzten Jahren deutlich zurückhaltender als im Ruhrgebiet mit EFH-Neusiedlungen auf Grüner Wiese ist - Siedlungen, die eine stark autoaffine Verkehrsstruktur generieren.

  • RVR kauft eine Immobilie in der Kronprinzenstraße

    Der Regionalverband Ruhr (RVR) bündelt seine Aktivitäten künftig in Essen. Deshalb hat der RVR in diesem Jahr das Gebäude der Krankenkasse BKK an der Kronprinzenstraße 6 gekauft, das sich unweit des RVR-Hauptsitzes befindet. Konkret betrifft das die Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr GmbH (Mülheim an der Ruhr) und die Ruhr Tourismus GmbH, die ab 2016 von Oberhausen nach Essen ziehen wird. In dem neuen Gebäude werden auch weitere Abteilungen einziehen, so unter anderen die Regionalplanung, die Route Industriekultur und der Eigenbetrieb Ruhr Grün.


    Der Regionalverband Ruhr (RVR) ist der Zusammenschluss der elf kreisfreien Städte und vier Kreise im Ruhrgebiet.


    Quelle

  • Gesetzentwurf des Landes sieht mehr Kompetenzen für den RVR vor

    ^^ Die Landesregierung hat am 01.04.14 einen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, der die Kompetenzen des Regionalverbands Ruhr (RVR) erweitert und damit seine Bedeutung stärkt. Mit der angestrebten Neuregelung soll die Funktion des Verbandes als administrative und politische Klammer der Metropole Ruhr ausgebaut und hervorgehoben werden.


    Der Verband soll u.a. Ziele des Klimaschutzes und die Nutzung erneuerbarer Energien fördern. Außerdem sollen die Verkehrsentwicklungsplanung und die Vernetzung der kommunalen Europaarbeit im Ruhrgebiet ausgebaut werden. Geplant ist weiterhin, dass die Kommunen Aufgaben auf den Verband übertragen und durch den RVR durchführen lassen können.


    Ein weiterer Reformschritt sieht vor, die Verbandsversammlung stärker demokratisch zu legitimieren. Diese soll ab 2020 unmittelbar und direkt von den Bürgern im Verbandsgebiet gewählt werden. Der Gesetzentwurf der Landesregierung greift damit eine Resolution der RVR-Verbandsversammlung von 2013 auf.



    Die kommunalen Spitzenverbände, die Mitgliedsstädte und -kreise des RVR und weitere Institutionen aus der Region erhalten jetzt Gelegenheit, sich zum Gesetzentwurf zu äußern. Zum Regionalverband Ruhr gehören die Städte Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Hamm, Herne, Mülheim, Oberhausen und die Kreise Recklinghausen, Unna, Wesel und Ennepe-Ruhr.


    Quelle: idr

  • Wohlfühlfaktor Ruhrgebiet

    PM: "82 Prozent der Menschen leben gerne in der Metropole Ruhr. Das ist das Ergebnis einer Forsa-Studie, die von der Global Young Faculty - einem Netzwerk von Nachwuchswissenschaftlern der Stiftung Mercator und der Universitätsallianz Ruhr - in Auftrag gegeben wurde. Rund 1.000 "Ruhris" wurden für die Studie zu unterschiedlichen Themenbereichen befragt. Insgesamt ist die Identifikation mit der Heimat groß, positive Veränderungen werden honoriert. So finden zwei Drittel der Befragten, dass sich das Ruhrgebiet in den vergangenen zwei Jahren zum Vorteil entwickelt hat: mehr Natur und Grünflächen, Umwelt und Klima haben sich verbessert, das Kulturangebot hat sich vergrößert. Knapp die Hälfte der Befragten ist auch der Meinung, dass das Erscheinungsbild der Region mittlerweile durch die Hochschulen geprägt wird und mehr Geld in Forschung und Bildung investiert werden sollte.
    Den größten Wohlfühlfaktor hat das Ruhrgebiet dabei bei den jüngeren Menschen (18 bis 29 Jahre).
    Kritik gibt's auch: Bei der Lage am Arbeitsmarkt und bei der Verkehrslage sehen die Menschen im Ruhrgebiet Verschlechterungen. Insgesamt bewerten Personen mit einem niedrigen Bildungsabschluss und Haushaltseinkommen die Entwicklung des Ruhrgebiets mehrheitlich eher negativ."


    Quelle: idr
    Infos unter www.global-young-faculty.de


    Die Studie der Global Young Faculty wurde auch zu einem Theaterstück/ Performance "Zeitspielräume" verarbeitet.
    Hier gehts zum Audiobeitrag:
    http://www.deutschlandfunk.de/…ml?dram:article_id=310917

  • Rückgang der Bevölkerung um 3,9 % bis 2040

    PM: "Die Bevölkerungszahl der Metropole Ruhr wird bis zum Jahr 2040 um rund 3,9 Prozent schrumpfen. Das geht aus Berechnungen des Landesamtes IT.NRW hervor. In 25 Jahren werden nach neuesten Prognosen der Statistiker rund 4,85 Millionen Menschen in der Region leben (2014: 5,05 Millionen). Die stärksten Rückgänge gibt es demnach in den Altersgruppen der 19- bis 25-Jährigen und der 65- bis 80-Jährigen.
    Landesweit schrumpft die Bevölkerungszahl um 0,5 Prozent auf rund 17,49 Millionen. Die stärksten Rückgänge wird der ländliche Raum verzeichnen."


    Quelle: idr
    Infos: www.it.nrw.de

  • ^ Die Bevölkerung des Landes mag um 0,5% schrumpfen, doch einige Städte werden nach dieser Prognose (kräftig) zulegen - Köln um +19,3%, Münster um +16,6%, Düsseldorf um +13,1%, Bonn um +12,1%. Höchste Zeit, einzugestehen, dass das Ruhrgebiet insgesamt keine richtige Metropole ist (wie die, die zulegen sollen), sondern bloß eine große Ballung weniger oder mehr öden Orte. Nur einige stärkere Zentren werden zulegen - wie Essen um +3,6%, Dortmund um +5,1%.

  • No-go-Areas

    Die Metropole Ruhr ist auf dem Weg zur Megacity einen Schritt vorangekommen. Einmal sah ich eine Reportage über eine Spezialeinheit der Polizei von Rio der Janeiro, die mit Militärtaktiken und Spezialkommandos Razzien in den Favelas durchführt. Diesem WAZ-Artikel vom 27.07.2015 nach gibt es mittlerweile auch bei uns Problemviertel, wo Banden und Familienclans "ganze Straßenzüge für sich reklamieren", worauf das Polizeipräsidium Duisburg in einem Bericht aufmerksam machte. Namentlich wird im Artikel Duisburg-Marxloh genannt, wo zwei Polizisten im Mai den Angriff eines Familienclans mit Dienstwaffen abwehren mussten.

  • Bevölkerungsprognose: Verluste in der Metropole Ruhr moderat

    PM: "Die Einwohnerzahl des Ruhrgebiets wird bis 2040 nicht so stark zurückgehen wie in manchen anderen Landesteilen. Das Statistische Landesamt IT.NRW errechnet in seiner aktuellen Bevölkerungsprognose für das Ruhrgebiet (ohne Kreis Wesel) Verluste von 3,9 Prozent im Vergleich zu den Bevölkerungszahlen des vergangenen Jahres. 2014 lebten demnach 5.045.784 Menschen in der Region. 2040 werden es nach Berechnungen der Statistiker 4.850.217 Menschen sein. Die Modellrechnung zeigt auch: Die Gesamtbevölkerung des Landes wird im gleichen Zeitraum von 17,57 Millionen um 0,5 Prozent auf rund 17,49 Millionen zurückgehen. In 105 der 373 kreisangehörigen Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen wird die Einwohnerzahl bis zum Jahr 2040 steigen, während in 268 Kommunen Rückgänge zu erwarten sind.
    Zu den Gewinnern auf Landesebene gehören z.B. Köln, Düsseldorf und Münster. Im Ruhrgebiet legen die Bevölkerungszahlen z.B. in Essen (+ 3,6 Prozent) und Dortmund (+ 5,9 Prozent) zu. Dagegen verliert beispielsweise der Hochsauerlandkreis 16 Prozent seiner derzeitigen Bevölkerung."


    Quelle: idr
    Infos:www.it.nrw.de

  • historische und aktuelle Luftbilder online

    PM: "Fast 50.000 Bilder von den 53 Städten der Metropole Ruhr hat der Regionalverband Ruhr (RVR) digital aufbereitet und unter www.luftbilder.geoportal.ruhr online gestellt.
    Historische und aktuelle Luftbilder von 1926 bis heute zeigen, wie sich das Ruhrgebiet im Laufe der Zeit verändert hat. Dieser Schatz aus Archivbildern und hochaufgelösten aktuellen Orthofotos steht für alle Interessierten kostenfrei zur Ansicht und nicht-kommerziellen Nutzung bereit. Seit fast neunzig Jahren wird die gesamte Region aus der Luft im Bild festgehalten. Der RVR überfliegt die Metropole Ruhr seit 1972. Ergänzend hierzu steht dem Verband älteres Luftbildmaterial aus den Jahren 1926 und ab 1952 zur Verfügung."


    Quelle: idr

  • Kirchturmdenken und Ruhrstadtdebatte ff.

    Norbert Lammert hat in einem WAZ-Interview eine neue Ruhrstadtdebatte angestoßen. So sei die anhaltende Strukturschwäche des Ruhrgebiets nicht mit fehlenden Fördermitteln zu rechtfertigen:
    "Wenn ich von der Sondersituation absehe, die wir in den neuen Ländern nach der Wiedervereinigung hatten, dann kann ich in Deutschland keine zweite Region erkennen, die über einen so langen Zeitraum so hohe finanzielle Hilfen vom Bund bekommen hat, um den Strukturwandel zu bewältigen, wie das Ruhrgebiet. Man kann wirklich nicht sagen, das Ruhrgebiet sei zurückgeblieben, weil es hier weniger Förderung gegeben hätte. Das gehört zu den vielen Lebenslügen, die in dieser Region fast kultartig gepflegt werden."


    Vielmehr sei das ausgeprägte Kirchturmdenken in Kommunalverwaltungen für die aktuelle Misere verantwortlich: "Wir können das riesige Potenzial der Region nicht heben, weil wir es immer nur in kleinen Portionen anbieten. Damit können wir im internationalen Standort-Wettbewerb nicht mithalten."

    Gegen den von Lammert geforderten starken Landschaftsverband Ruhrgebiet spricht sich der
    Regionalforscher Jörg Bogumil (Ruhr-Uni Bochum) in einem weiteren WAZ-Artikel aus.


    siehe auch: WAZ_Kulturhauptstaftchef in Sorge um das Ruhrgebiet

  • Wohnen in NRW

    ^ Ich glaube, viel genug darüber geschrieben zu haben, dass eine Abneigung gegenüber einer "Metropole Ruhr" nicht zwingend was mit einem Kirchturmdenken zu tun hat - da es bloß künstliche Begriffsbildung ist, die die ärmere Hälfte der in der Praxis gewachsenen Metropolregion umfassen soll? (So ungefähr wie die ärmere Hälfte Berlins, die weder Ochs noch irgendwer sonst vom Auseinanderdriften vom West-Berlin abhalten sollte, trotzdem ist der Spuk mittlerweile vorbei.)


    Lammert sagt ehrlich über die anhaltende Strukturschwäche, was ebenso schon mal in diesem Thread geschrieben wurde. Wie er aber darauf kommt, als Konsequenz sich noch mehr absondern zu müssen, ist mir ein Rätsel. Die soziologische Lehre ist, dass Integration in erfolgreiches Leben besser laufen sollte, wenn Sozialfälle nicht unter sich bleiben, sondern sich mit Leistungsträgern vermischen.


    Schon die Formulierung "das Revier profitiert von seinen umliegenden Rändern" zeigt eine denkbar kranke Optik, wo so viele Leute täglich aus der "Metropole" in die "Randstadt" Düsseldorf pendeln. Wenn es übrigens um Absurdes geht - vielleicht könnte jemand erklären, wieso die OBs Ruhrgebiets im Chor gegen den Flughafen DUS wetteifern, wo die meisten Beschäftigten gerade aus Duisburg kommen, sehr viele aus Essen, Oberhausen usw. - angeblich werden in der "Metropole Ruhr" Arbeitsplätze dringend gesucht?


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    Da es zwar einen Thread für Ruhrdingens-Folklore gibt, aber keinen für NRW-weite Themen, muss ich notgedrungen diesen Welt-Artikel vom 06.09 hier erwähnen. Er beginnt mit dem Düsseldorfer Andreasquartier, wo gut die Hälfte der Luxuswohnungen für 4500-14000 EUR/Qm verkauft sein sollte, obwohl sie erst im Sommer fertig werden sollten. Dann geht es um Mietwohnungen - der Mieteranteil in NRW betrage ca. 50%. Vor allem in der Rheinschiene sowie in den Uni-Städten Aachen und Münster seien die Mieten besonders stark angestiegen, die Mietwohnungen knapp geworden.


    Eine große Lücke zwischen gebauten und benötigten Wohnungen gebe es vor allem in Köln: 3800 gebaut, 6300 benötigt; in Bonn (1000 gebaut, 1900 benötigt), in Münster (1400 gebaut, 2400 benötigt). Teilweise könne das Pendeln Abhilfe schaffen, etwa von Duisburg oder Wuppertal nach Düsseldorf - upps, schon wieder wird die Ruhrzone-Grenze überschritten. Laut Artikel seien bezahlbare Wohnungen generell vor allem im Ruhrgebiet zu finden, wo Essen und Dortmund ausgeglichene Wohnungsmärkte haben, während etwa in Gelsenkirchen Schrumpfung und Leerstände zu beobachten seien.


    Das Land NRW habe dem Artikel nach die Mittel für Sozialwohnungen auf 3,2 Mrd. EUR von 2014 bis 2017 erhöht. Anders als in früheren Jahren sollen nicht genutzte Gelder nicht verfallen, sondern in Folgejahren verwendet werden können. Dann geht der Artikel wieder nach Düsseldorf, wo 2014 221 Wohnungen für fast 23 Mio. EUR gefördert würden - ein Herr NRW-Bauminister Groschek prahlt vom starken Anstieg seit 2012 mit 27 WE und 2013 mit 115 WE. Wenn ich jetzt nachrechne, dass OB Geisel 3000 WE pro Jahr bauen möchte und der SPD, der beide Herren angehören, eine Quote der Sozialwohnungen von 30% vorschwebt (im offiziellen Handlungskonzept der Stadt stehen 20%), müsste man nach Adam Riese 900 WE (zumindest 600) jährlich fördern - für etwa 100 Mio. EUR.


    Noch ein Thema, welches etwa im Düsseldorfer Unterforum immer wieder angesprochen wird - Michael Voigtländer vom Institut der deutschen Wirtschaft meint, beliebte Städte müssten u.a. die Auflagen für die Gebäudehöhe lockern. Im Ruhrgebiet seien auch Abrisse notwendig, allerdings neben Modernisierungen und Nachverdichtungen innenstadtnahen Quartiere, was Zersiedlung vermeiden sollte.


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    Erg.: Die Welt-Online veröffentlichte heute einen Artikel über den Einfluss der Flüchtlingsströme - der Deutsche Städtetag schätzt, dass bundesweit um 300 Tsd. Wohnungen zusätzlich pro Jahr benötigt werden, vor allem in wirtschaftsstarken Regionen, in den Städten möglichst zentral gelegen. Wenn man grob mit 75.000 WE/p.a. in NRW schätzt (da 1/4 der bundesweiten Bevölkerung), kann man den Zusatzbedarf für einzelne Metropolen schätzen - diese Zahlen muss man zu jenen aus dem vorherigen Welt-Artikel hinzuaddieren.