Chemnitzer Industriedenkmale: Bestand, Nutzung und Zukunft

  • Ich bin auf der Suche nach Informationen zum Gebäude Zwickauer Strasse 225 auf dem ehem. Wanderer-Gelände. Wer weiss, wo finde ich Infos wann dieses Gebäude gebaut wurde (Luftbild und Kartenmaterial weisen das für 1928 und 30 noch nicht auf) und welche Nutzung es hatte, besonders zu Zeiten der DDR und wann die Gebäude hinter 225 (soz. zwischen 121 (Wanderer-HV) und 127 (heute Firmensitz). (Die Gebäude sind auf Luftbildern 1995-2000 noch intakt)

  • Ich bin auf der Suche nach Informationen zum Gebäude Zwickauer Strasse 225 auf dem ehem. Wanderer-Gelände. Wer weiss, wo finde ich Infos wann dieses Gebäude gebaut wurde (Luftbild und Kartenmaterial weisen das für 1928 und 30 noch nicht auf) und welche Nutzung es hatte, besonders zu Zeiten der DDR und wann die Gebäude hinter 225 (soz. zwischen 121 (Wanderer-HV) und 127 (heute Firmensitz). (Die Gebäude sind auf Luftbildern 1995-2000 noch intakt)

    Zwickauer 225 ist das Addiermaschinenwerk, entworfen von Wilhelm Kreis, gebaut 1936. Nutzung zu DDR-Zeiten, so wie große Teile des restlichen Geländes der ehem. Wanderer-Werke auch --> VEB Kombinat Orsta-Hydraulik, Betrieb Industriewerke Karl-Marx-Stadt.

  • Kleiner Hinweis zum Addiermaschinenwerk: Erst 2022 waren Pläne bekanntgewordenen, dass der Eigentümer Rock Immobilien GmbH dort einen Umbau in Wohn- und Gewerbeflächen vorhat.


    Dass man laut der Kleinanzeige die Wanderer-Werke für überschaubare zwei Millionen Euro kaufen kann, ist allerdings eigentlich eine Mega-Schlagzeile, die das bestimmende Stadtgespräch sein müsste. Normalerweise müsste ich mich jetzt an alle Medien und Stadtratsfraktionen wenden und zu mutigem Handeln von Verwaltung und Stadtrat aufrufen, um keinesfalls die einmalige Chance zum Erwerb des überragend wichtigen Kulturdenkmals verstreichen zu lassen und mit viel bürgerschaftlichem Engagement und Unterstützung der GGG eine Entwicklung zu ermöglichen.


    Nur schade, dass ich dazu viel zu desillusioniert bin, auch nur einem von den Genannten die geringsten Bemühungen für die Stadtentwicklung zuzutrauen. Wie immer wird es auf Immobilienspekulation und Verfall hinauslaufen, was ich längst begriffen habe und schulterzuckend und frustriert hinnehme.

  • Obwohl das Inserat die Wanderer-Werke falsch verortet, da die natürlich in Schönau und nicht Siegmar liegen. Die Beschreibung lässt aber eigentlich nur auf die Wanderer-Werke schließen. Ich habe zumindest der Freien Presse mal geschrieben. Bei einem gerade mal eine Woche alten unscheinbarem Inserat mit 230 Aufrufen ist es jetzt wenig verwunderlich, dass das noch niemand von Relevanz mitbekommen hat.

  • Vielen Dank vor allem für die schnelle Rückäusserung zu Baujahr und Architekt von Z S 225. Es ist beeindruckend (und auch ein wenig verstörend) einen so komplexen und sehr erfolgreichen Werdegang über 4 politische Wechsel hinweg nachvollziehen zu können. Hier in meinem Heimatort Dortmund gibt es auch noch zwei Objekte von ihm, die immer noch in Nutzung sind.

    Ich habe aber noch eine Frage zu der Info von c2: Woher stammt die Info? Ich kann in der ausführlichen Durchsicht der reichlich vorhandenen Dokumentationen alle möglichen Werknachweise, Auflistungen finden, auch in Chemnitz, aber nie einen Hinweis auf ZS 225.

  • Obwohl das Inserat die Wanderer-Werke falsch verortet, da die natürlich in Schönau und nicht Siegmar liegen. Die Beschreibung lässt aber eigentlich nur auf die Wanderer-Werke schließen. Ich habe zumindest der Freien Presse mal geschrieben. Bei einem gerade mal eine Woche alten unscheinbarem Inserat mit 230 Aufrufen ist es jetzt wenig verwunderlich, dass das noch niemand von Relevanz mitbekommen hat.

    Man hat es sich bei der Freien Presse direkt angeschaut und mir mitgeteilt, dass es sich wohl nicht um die Wanderer-Werke handelt. Ich war ja auch etwas skeptisch wegen der falschen Verortung.


    Ich habe jetzt nochmal geschaut und vermute, dass es sich dann wohl um das Grundstück im Bereich Zwickauer Str., Lassallestraße und Otto-Schmerbach-Straße handeln könnte. Das liegt auch in Siegmar und einen Uhrenturm gibt es auch:

    https://maps.app.goo.gl/JQkUF7fsKzEoDD5L9?g_st=a


    Also kann man sich wieder etwas beruhigen.

    2 Mal editiert, zuletzt von piTTi ()

  • Interessant. Wobei die Gebäude an der Lassallestraße 11 zwar weniger bekannt als die Wanderer-Werke sind, aber im Denkmalwert ähnlich beachtlich, wie man auf dem Luftbild und den vielen Fotos von (dwt). sehen kann (die besten unten eingefügt). Sie dürften aufgrund der geringeren Etagenanzahl, besseren Substanz und dem nahegelegenen Bahnhof Siegmar sogar wesentlich leichter zu entwickeln sein. Das oben Gesagte über das nötige Engagement gälte deshalb unverändert. Dass ausgerechnet das Kulturhaus schon 2004 abgebrochen wurde, spricht Bände über die damalige Unkultur in der Stadt.


    767px-Lassallestra%C3%9Fe_11._Bild_1.JPG


    1024px-Lassallestra%C3%9Fe_11._Bild_2.JPG


    1024px-Lassallestra%C3%9Fe_11._Bild_8.JPG

  • Danke für den Link. In meiner Anfrage oben muss es bei den Sätzen in der Klammer natürlich Z S 221 und 227 heissen und nicht 121 und 127.

  • Danke für den Link. In meiner Anfrage oben muss es bei den Sätzen in der Klammer natürlich Z S 221 und 227 heissen und nicht 121 und 127.

    Ok, hatte mich schon gewundert, das wäre nämlich ein anderes, industriearchäologisch natürlich aber auch sehr interessantes Areal gewesen.

  • Vielen Dank vor allem für die schnelle Rückäusserung zu Baujahr und Architekt von Z S 225. Es ist beeindruckend (und auch ein wenig verstörend) einen so komplexen und sehr erfolgreichen Werdegang über 4 politische Wechsel hinweg nachvollziehen zu können. Hier in meinem Heimatort Dortmund gibt es auch noch zwei Objekte von ihm, die immer noch in Nutzung sind.

    Ich habe aber noch eine Frage zu der Info von c2: Woher stammt die Info? Ich kann in der ausführlichen Durchsicht der reichlich vorhandenen Dokumentationen alle möglichen Werknachweise, Auflistungen finden, auch in Chemnitz, aber nie einen Hinweis auf ZS 225.

    Es gibt z.B. einen sehr guten Architekturführer für Chemnitz, in gedruckter Form. Da stehen solche Informationen drinnen. Autor Jens Kassner. Es gibt das Industriemuseum und Geschichtsvereine, wo man ebenso ergänzende wertvolle Infos erhält. Andere Infos zur Industriegeschichte muss man sich tatsächlich auch erkaufen, z.B. Firmenchroniken, Architekturführer oder alte Adressbücher.

    Einmal editiert, zuletzt von cequadrat ()

  • Die Freie Presse hat piTTis Hinweis aufgenommen und nachrecherchiert, das Ergebnis gibt es heute zu lesen (Link hinter Bzahlschranke). Wirklich neue Informationen gibt es aber nicht, ein bisschen Öffentlichkeit kann aber nie schaden.