Chemnitzer Industriedenkmale: Bestand, Nutzung und Zukunft

  • Aktuelles ^Update < vom Neubau, an der ehemaligen Union Werkzeugmaschinenfabrik/Zwickauer Straße/Kaßberg



    Auch der Zwischenbau ist im Rohbau soweit fertig.
    Geschwungen und nicht Starr.









    Dezember 2016

  • Update, Poelzig Areal:


    Zuletzt ab Beitrag hier <


    Der noch unsanierte Schornstein wird wohl nun auch angegangen.
    Es gab immerhin auch direkt für die Sanierung des Schornsteines, Fördergelder.


    Man hofft es jedenfalls, dass das zugehörige Abbild des einstigen Heizhauses nun auch bald glänzen darf.



    Ich komme jetzt nicht auf dem Namen, aber es handelt sich hier um ein Gerüst, was man nach Stufen, nach oben oder auch unten versetzen kann.
    Beispielbilder <



    Dezember 2016

  • Industriekomplex an der Lerchenstraße wird zum Kunstwerk:



    Zuletzt im Beitrag hier <


    Ein Kunstfestival namens Ibug macht in diesem Jahr in Chemnitz halt und wird die Ruinen zu einem Lebendigen Kunstwerk gestalten.


    Dazu ein Videobeitrag von Chemnitz-Fernsehen <


    Sagen darf ich sicher die kleine Zusatzbemerkung welche ich zufällig erfahren durfte.


    Man hilft den aktuellen Eigentümer bei der Entwicklung des Areals.


    1996 sah es so aus < Die Wohnhauszeile ist so gut wie vollständig saniert.

  • Geheimnisvolles Industriedenkmal

    Weiß jemand wo sich dieses tolle Industriedenkmal befindet, das demnächst saniert werden soll?


    https://www.kulturdenkmal.de/i…ien/denkmalloft-chemnitz/


    Na steht doch da, dass es in Borna-Heinersdorf steht! In Heinersdorf gibt’s, von der in Betrib befindlichen Kläranlage abgesehen, keine alten Industriegebäude, also muss es in Borna sein. Offensichtlich ist das Gebäude gemeint, von dem (dwt). gerade erst geschrieben hat.

  • Geheimnisvolles Industriedenkmal

    Am seltsamsten finde ich den S-Bahn-Anschluss. Vielleicht ist die zukünftige Haltestelle Küchwald gemeint?


    Nein. Richtung und Kursbuchstrecke (525) stimmen aber. Einfach mal mit der C 13 Richtung Burgstädt fahren und an der ersten (heute existierenden) Haltestelle nach dem Hauptbahnhof aussteigen!


    Wenn einem in von Ortskenntnis nicht beeinträchtigten werblichen Darstellungen Begriffe wie S-Bahn, Straßenbahn, Stadtbahn oder U-Bahn begegnen und es keinen rechten Sinn ergibt, lohnt es sich fast immer, auf Schienenverkehrsmittel zu abstrahieren und dann nochmal zu überlegen, was gemeint sein könnte.

  • Geheimnisvolles Industriedenkmal

    Ein Quizz? Du weißt es also?


    Naja, das ist doch offensichtlich! Einfach mit der C 13 Richtung Burgstädt fahren* und eine Haltestelle nach dem Hauptbahnhof raus … und man steht davor, nein, daneben!


    … oder gleich jetzt vom Schreibtisch aus einen Blick drauf werfen: Einfach meinem Link in Beitrag #268 zum gestrigen Artikel von (dwt). folgen und dort wiederum seinen Link auf seinen letztvorigen Beitrag dazu anwählen – schon sieht man ein Foto! Dort steht sogar die Adresse des geheimnisvollen Industriedenkmals.


    * stündlich .57 ab Zentralhaltestelle, Bahnsteig 3, und .07 ab Hauptbahnhof, Bahnsteig 4

  • Ach Gott, laut Karte steht das ja dritte Reihe hinten links. In der Beschreibung klang das wie Zentrum und nur einen Katzensprung vom HBF entfernt. Borna hatte ich nicht auf dem Schirm.

  • Geheimnisvolles Industriedenkmal

    Ach Gott, laut Karte steht das ja dritte Reihe hinten links. In der Beschreibung klang das wie Zentrum und nur einen Katzensprung vom HBF entfernt. Borna hatte ich nicht auf dem Schirm.


    Werbung eben! Mit der Bahn ist es tatsächlich nur ein Katzensprung vom Hauptbahnhof – losfahren und dann gleich wieder aussteigen, keine fünf Minuten, fühlt sich wirklich wie fast nichts an. Erinnert mich irgendwie an München und den Transrapid zum Flughafen!

  • Mir ist das Ding als ehemalige Knopf Fabrik bekannt, ein Name dazu ist mir aber nicht bekannt. Kann mich auch nicht mehr erinnern wer mir das mal erzählt hat... Schon zu lange her.


    Das Ding war meines Wissens nach lange Zeit noch genutzt, ich kenne es nicht als leer stehend. Ich meine da war auch ein Sanitärbetrieb oder sowas in der Richtung ansässig.


    So schön und toll solche Umbauten auch sind. Ich beobachte seit Jahren, dass innerstädtisch gelegene gute! Industrie-/Gewerbegrundstücke leider oft zu Wohnanlagen umgenutzt werden. Ob das für die Zukunft wirklich so gut ist für die Stadt?


    Ich als Gewerbetreibender suche jedenfalls seit Jahren bisher ohne Erfolg nach einer geeigneten Fläche für meinen Handwerksbetrieb - und werde am jetzigen Standort auch von "tollen" Wohnprojekten dieser Art bedroht.


    Sicherlich braucht die Stadt der Zukunft nicht mehr so viele Gewerbe/Produkttionsflächen wie früher. Einen behutsameren Umgang damit würde ich trotzdem befürworten. Zumal ja direkt angrenzend zu dem hier gezeigten Objekt die ehemalige Gießerei Martens liegt und dort ja auch Becker Umweltdienste und zukünftig vielleicht doch auch wieder Industrie oder weiteres Gewerbe. Wie das dann mit den neuen Nachbarn werden wird, ist ja absehbar. Die Flächen die jezt durch den teilweisen Abbruch der Gießerei entstanden sind wurden mir zumindest schon mal angeboten, war aber lange nicht dort, weiß nicht wie sich das mittlerweile entwickelt hat dort.

  • ^Wenn ich mir die gesichtslosen Gewerbegebiete vor den Toren der Städte so anschaue, finde ich es auch sehr bedauerlich, dass gerade in Chemnitz die Möglichkeiten der leerstehenden Industriedenkmale nicht viel mehr auch für gewerbliche Nutzungen genutzt werden. Dass es geht, zeigen ein paar Sanierungen wie die Färberei Haase in der Rochlitzer Straße oder das Möbelhaus in der Zwickauer Straße. Allerdings bin ich auch über jede Sanierung für eine Wohnnutzung froh, weil der Erhalt der wertvollen Bausubstanz das Wichtigste ist.


    Weil man immer wieder von Schwierigkeiten von Chemnitzer Betrieben bei der Standortsuche hört, wäre eine Schilderung Deiner Erfahrungen aus erster Hand höchst interessant. Was genau suchst Du und welche Anforderungen hast Du an Fläche oder Bausubstanz? Welche Schwierigkeiten bestehen dabei? Hast Du die CWE um Unterstützung gefragt und wenn ja mit welchem Ergebnis? Vielleicht hat jemand hier im Forum dann eine Idee, idealerweise in einem Industriedenkmal :-)

  • ^ Für dies angesprochene gibt es sicher noch Möglichkeiten, wo man sich mit seiner Firma einmieten kann. Spontan fällt mir da der Stadtteil Siegmar ein, wo es möglich wäre.


    Beispielsweise die Lassallestraße 11 < Hier steht im Komplex noch einiges zur anmietung zur Verfügung, auch wenn es sehr nach Sanierungsbedürftigkeit aussieht. Vor Ort ist ein Plakat für Mietinteressenten am Gebäude angebracht.


    Man kann das sicher auch irgendwo erfragen, wo man die Antworten für den Themenbereich der Gewerblichen anmietung im Stadtgebiet bekommt.

  • Ich finde auch, eine gewisse Durchmischung muss bleiben. Die Arbeitswege werden sonst viel zu lang mit allen uns bekannten Problemen. Diese Zonierung der Städte ist eine Fehlentwicklung der 60er. In Chemnitz gibt es ein paar Ansätze: z.B. die kleineren Gewerbe an der Zwickauer Straße oder die Entwicklung eines kleinen Gewerbegebietes auf dem ehemaligen Güterbahnhof sowie in dem Dreieck Dresdner Straße, Hainstraße, Palmstraße. Bundesweit wurden auch die Baugesetze wieder etwas geändert, so dass Mischnutzung besser realisierbar ist.

  • Tja, das Thema Arbeitswege ist genau der springende Punkt. Ich arbeite als Handwerker fast ausschließlich in der Stadt - warum soll ich dann also rausziehen aus der Stadt? Macht aus meiner Sicht keinen Sinn, weder momentan noch in Zukunft.


    Mit der CWE bin ich seit Jahren in Kontakt und wurde bisher auch von Herrn Michaelis dort sehr unterstützt bei meiner Suche. Leider trotzdem ohne Erfolg bisher. Die suchen selbst händeringend nach passenden Flächen für andere Gewerbetreibende.


    Ich bin halt - leider - ein Spezialfall. Mit Miete oder Pacht komme ich nicht wirklich weiter, da ich aufgrund meiner Spezialisierung erstens sehr viel Material einzulagern habe und zweitens spezielle Maschinen für die Bearbeitung benötige, die eigene Fundamentierung usw. brauchen. Zudem bräuchte ich so viel Fläche, dass ich selbst bei einer Miete von 1€/ m2 schnell an einer monatlichen Belastung bin wo ich auch locker etwas finanzieren könnte bzw. mit einer Finanzierung auf Dauer sogar günstiger wäre.


    Ich gebe dir insoweit Recht, dass eine Umnutzung von Fabrikgebäuden in Wohnungen sicherlich heutzutage fast der einzige Weg ist solche Dinger zu erhalten. Es will ja meist auch kein Betrieb mehr auf mehreren Geschossen produzieren, auch in der gezeigten Fabrik stand meines Wissens nach der überwiegende Teil leer.


    Trotzdem gibt es das auch anders. Zum Beispiel Güterbahnhof Altendorf. Das habe ich recht genau verfolgt und da gab es von Anfang an keine einzige Variante um den Gewerbestandort als solches zu erhalten oder weiter auszubauen - obwohl das dort hinten eigentlich ideal wäre, weil dort niemand weiter gestört wird und es sich um eine große, gute und zentral gelegene Fläche handelt. Man will dort auf Krampf WOHNgebiet draus machen, selbst über eine mögliche Mischfläche wurde nie geredet. Ob das jetzt mittlerweile durch den Stadtrat schon beschlossen wurde ist mir nicht bekannt, meine aber das ist noch in Vorbereitung. Selbst wenn die Gewerbeflächen dort trotz Wohngebiet bleiben dürften (die haben ja eine Genehmigung) sind da die nachbarschaftlichen Probleme in Zukunft eigentlich schon vorprogrammiert. Zumal den Betrieben damit ja auch eine weitere Entwicklung in der Zukunft verbaut werden würde.


    Ich fühle mich momentan aufgrund solcher Entwicklungen an meinem aktuellen Standort in meiner Existenz bedroht. Mittlerweile sind die Kosten für Grundstücke durch Spekulationen auch extrem gestiegen, das beste Beispiel wird hier die Hartmannhalle sein. Hätte ich damals im Studium gewusst, dass ich eines Tages so eine große Halle gut brauchen könnte, hätte ich zugegriffen. Für 20.000€ wurde sie mir angeboten, kurz danach für 29.000€ versteigert - und vor kurzem lag der Preis laut einer Immobilienplattform bei sage und schreibe 550.000€. Dort hält die Stadt glücklicherweise an einem Gewerbestandort fest - immerhin.


    Ich denke bei den ganzen Planungen (auch beim Güterbahnhof an der Sachsen Allee) sollte viel mehr Rücksicht darauf genommen werden, auch jungen und kleinen Gewerbetreibenden günstige Möglichkeiten zu bieten. Die Stadt müsste ein ureigenstenstes Interesse daran haben. Warum dort aber die alten Hallen abgerissen werden sollen ist mir ein absolutes Rätsel. Mit einem neuen Dach versehen könnte die Stadt die Hallen in Scheibchen unterteilen welche dann auch für Exstenzgründer bezahlbar blieben. Man will aber abreissen, grüne Wiese daraus machen und am Ende werden dort graue Blechhallen die Dresdner Straße zieren. Wird bestimmt richtig schick werden...:)


    Mal abwarten was sich noch so tut, noch ist ja nichts endgültig und definitiv beschlossen und vieles sicherlich noch offen. Vielleicht ergeben sich ja auch noch ganz andere Entwicklungen. Laut IHK ist es ja in wenigen Jahren soweit, dass in der Region über 6000 Betriebe aus Altersgründen und wegen fehlender Nachfolge schließen werden. Vielleicht ergibt sich ja dann eine völlig andere Situation auf dem Markt.:)

  • Da im ganzen Forum dieser Strang thematisch am nächsten dran ist, will ich hier mal auch wieder den Blick auf andere sächsische Kulturdenkmale schweifen lassen. Während die Abrissbagger an der Frankenberger Lisema bereits angekommen sind (Link), fließen weiter Fördermittel für Abrisse von Industriedenkmälern im ganzen Freistaat. Einige Beispiele stellt die Mopo mit Bildern vor (Link). Natürlich reicht das nicht für eine notwendige Einzelfallbetrachtung aus, aber die Bemühungen für einen Erhalt der denkmalgeschützten Industrielandschaft dürften seit der Wende bis heute gleich null gewesen sein.

  • Oha, da fällt ja einiges im Umkreis. Könnte man fast zum Anlass nehmen sich mal gemeinsam zu treffen und die Objekte (zumindest manche) abzulichten.


    Die Färberei in Hartmannsdorf war vor kurzem bei einer Zwangsversteigerung, glaube das Startgebot lag bei 3000€. Ich hatte noch überlegt, weil es echt ein schöner Bau war, allerdings haben eben Versteigerungen den großen Nachteil, dass man so kurzfristig nicht abklären kann ob das, was man da vor hat, dort auch machbar wäre. Bauvoranfrage dauert im Schnitt ca. 2 Monate. Versteigerungen werden meist innerhalb von 4 Wochen abgewickelt.


    Was ich total bescheuert finde, ist die Aussage, dass die Immobilien niemand haben will. Faktisch werden die Sachen nur sehr selten auf dem Markt angeboten, die meisten findet man tatsächlich nur bei Versteigerungen. Da braucht man sich dann auch nicht wundern. Solche Objekte brauchen nicht nur viel Zeit in der Wiederherstellung, es braucht auch im Vorfeld viel Zeit um sich überhaupt gedanklich klar zu werden was man damit machen kann. Versteigerungen werden die Objekte immer nur in die Hände derer treiben, die damit spekulieren wollen - und das führte ja schlussendlich in den meisten Fällen zum jetzigen abrisswürdigen Zustand. Wenn ich das Foto der Verbandwattefabrik in dem Artikel sehe... ach, das tut schon weh.


    Man kann nicht alles retten, ist auch klar, aber manches, da ist es echt verdammt schade drum.


    Ich muss mal meine Bilder durchsuchen, ich meine in der Lisema war noch ein wunderschönes altes Direktorenzimmer erhalten, so richtig mit Holzvertäfelung und Parkettboden... werd die Tage mal im Archiv suchen:lach:

  • Ich finde solche Abrisse ja auch meist extrem Schade. Allerdings kann ich mir in den allermeisten Fällen tatsächlich keine tragfähige Weiternutzung vorstellen. Wenn ich dran denke, was allein in Werdau seit der Wende abgerissen wurde, dann ist das schon allerhand und es stehen immer noch genug Ruinen rum. Das ein oder andere wie die Schmelzerfabrik hätte man vielleicht retten können. Aber man darf auch nicht vergessen, dass auch genug andere repräsentative Gebäude leer stehen, deren Abriss noch bitterer wäre.
    Dann kommt natürlich noch die Problematik der Kontamination hinzu. Bei der Zweiga in Fraureuth hat es bspw. Jahre gedauert bis, die Gemeinde den verseuchten Ziegelschutt entsorgen lassen konnte.