Chemnitzer Industriedenkmale: Bestand, Nutzung und Zukunft

  • Viel zu selten geht der Blick ins Chemnitzer Umland mit seiner reichen Industriegeschichte, unter anderem auch wegen der sächsischen Geheimniskrämerei bezüglich des Denkmalstatus. Wenn man etwas hört, dann meist nur wegen geplanter Abrisse - wie jetzt in Frankenberg. Dort soll anlässlich der Landesgartenschau das beeindruckende Lisema-Gebäude abgerissen werden (Freie Presse mit Foto, Fabrikbeschreibung hier). Die Wortmeldungen des Bürgermeisters hören sich jedenfalls so an, als würde der es für eine Selbstverständlichkeit halten, dass ein Denkmal ohne weiteres abgerissen werden dürfte. Glücklicherweise ist das vorerst vom Denkmalamt untersagt worden, aber das hat in Sachsen nicht viel zu sagen, da die Landesdirektion das überstimmen kann. Ob man überhaupt darüber nachgedacht hat, mit den Fördermitteln eventuell auch das Denkmal zu beleben? Leider wird es ein Traum bleiben, dass er dafür die Quittung bei der bevorstehenden Bürgermeisterwahl bekommt.

  • Infotag zur Neu-Positionierung des AREAL 72 in Chemnitz

    Im Frühjahr 2016 erwarb eine Projektentwicklungsgesellschaft aus Bayern das rd. 34.000 m² große und mit rd. 12.000 m² Hallen- und Bürofläche bebaute Gewerbeareal „Mauersberger Straße 6“ in Chemnitz. Das Unternehmen plant hier nun die Errichtung eines Gewerbeparks mit dem Namen „AREAL 72“ und wird hierzu einen siebenstelligen Euro-Betrag investieren.


    Ca. 50% der Mietflächen werden bereits weit fortgeschrittene Verhandlungen geführt, mit mehreren Unternehmen aus den Bereichen Großhandel, Baustoffe, bauliche Dienstleistungen sowie Präzisionstechnik. Entsprechend sind erste Mietvertragsabschlüsse bereits in diesem Sommer möglich. Die ersten Nutzer sollen bereits Ende des Jahres ihren Betrieb aufnehmen.


    Am 02. September ab 11:00 Uhr soll vor Ort ein „Tag der offenen Tür“ stattfinden. Dabei werden die neuesten Informationen zum Projektfortschritt sowie zu den Aufteilungsmöglichkeiten in der Liegenschaft vorgestellt.


    Volltext hier klicken.

  • ^ Dazu noch ein Vorhergehender Beitrag des früheren Gausepohl Schlachthofes/Chemnitz-Siegmar:


    Der frühere Gausepohl-Schlachthof an der A72 ist von einer Unternehmerfamilie aus Bayern übernommen worden und wird jetzt mit einer Investitionssumme von bis zu drei Millionen Euro zum Gewerbepark "Areal 72" umgestaltet (Freie Presse). Bereits in den kommenden Wochen sollen auf dem Gelände Entkernungsarbeiten beginnen. Ende dieses, spätestens Anfang kommenden Jahres sollen dort erste Firmen ihren Betrieb aufnehmen, wobei eine kleinteilige Vermarktung vorgesehen ist. Auf dem insgesamt 35.000 Quadratmeter großen Areal stehen 12.000 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung.


    Lage <


    Das es auf dem Areal wirklich eine Wandlung gibt, erzählt ein Bericht aus der Freien Presse vom 12.08.2016

  • Ein Update von der Industriell geprägten Straßenseite der Lerchenstraße/Zentrum:


    Zuletzt im Beitrag hier <


    Es gibt kleine Veränderungen, die man aber mit Vorsicht annehmen sollte.


    Die Lerchenstraße 12 hat eine Provisorische Fußgängerabsperrung bekommen.


    Weiter abwarten und mal schauen ob und was passieren wird.


    Lerchenstraße 12:



    Sicher kann man es wieder zum Juwel machen.




    Auf der Seite des Ersteigerten gibt es eine etwas deutlichere Veränderung


    Vor allem aber bei der Lerchenstraße 4.


    Dieses kleine Haus könnte man sicher auch noch retten.



    Der freie Blick und der Container, auch wenn der alt aussieht, sind Neuerungen.




    Und auch dieses zeigt, das man hier etwas vorhat. Oder gehabt hat?




    August 2016

  • Update, des Areals der ehemaligen Union Werkzeugmaschinenfabrik/Zwickauer Straße/Kaßberg:


    Zuletzt im Beitrag hier <


    Sicht von Ulmen/Ahornstraße, wo der Neubau sichtlich nach oben wächst:




    Wie man im ersten und zweiten Bild sehen kann, ist der Neubau noch nicht in seiner Endhöhe angekommen.
    Das wird natürlich auch der Ahornstraße dann zu gute kommen.
    Auch wurde beim Altbau ein kleinerer Anbau bereits begonnen.
    (Nicht in den Bildern zu sehen)
    Das versuche ich dann beim nächsten Update festzuhalten, oder jemand anderes.



    Real gesehen, also nicht via Bild, fügt sich der Neubau sehr gut zu einem Bild des ganzen Positiv hinzu.
    Wenn einmal alles wieder im Glanze steht, so wird es eine der schönsten Ecken sein, die man zu Gesicht bekommt.


    September 2016

    2 Mal editiert, zuletzt von (dwt). () aus folgendem Grund: Union Werkzeugmaschinenfabrik, statt Auto Union...mit besten Grüßen)


  • Gut möglich das die Fasa AG das Projekt nicht mehr unter ihrer Regie führt?
    Der Poelzig Bau ist nicht mehr auf Ihrer Webseite zu finden.


    Das Plakat trägt nun den Namen der Hansa Real Estate.
    Es kann also sein dass dass das geplante Büroprojekt Geschichte ist, also so nicht realisiert wird.
    Und, es ist also gut möglich, das hier generell Wohnraum entstehen könnte, so wie man es sich schon vor einigen Jahren gedacht hatte.


    Es kann natürlich auch sein, das ein Gebäude von beiden Verkauft wurde, und eventuell das Vorhaben von Fasa wieder irgendwann auftaucht.
    Das glaube ich aber nicht wirklich.


    Poelzig Update zuletzt hier <


    September 2016


    Freie Presse Textauszug 04.05.2016:


    Die ursprünglichen Pläne, im Poelzig-Bau Loft-Wohnungen einzurichten, sind mittlerweile offenbar vom Tisch. Nach "Freie Presse"-Informationen verfolgt der Projektentwickler Fasa derzeit das Ziel, einen Großteil des Bauwerks für Büros zu nutzen. Bei der Fasa wollte man sich dazu derzeit nicht konkret äußern.

    3 Mal editiert, zuletzt von (dwt). () aus folgendem Grund: Text hinzugefügt..

  • Die Heimatzeitung beendet heute das Rätselraten um die Pläne mit dem Poelzig-Areal (Link). Die Leipziger Hansa Real Estate hat das rückwärtige viergeschossige Produktionsgebäude in Backstein (1910, Geyer-Bau) und das viergeschossige Produktionsgebäude mit Schieferverkleidung (1925–1926, Poelzig-Bau) von den bisherigen Eigentümern (Fasa + Steinert Bau-Planungsgesellschaft) erworben. Im Klinkerbau sind unter dem Namen "Wellenwerk" 40 exklusive Wohnungen im Loft-Stil geplant, vor allem Dreiraumwohnungen und größer. Aktuell finden Vermessungsarbeiten statt und die Planungen beginnen. Der Bauantrag soll bis Weihnachten gestellt werden, so dass man im besten Fall im Frühjahr 2017 mit dem Verkauf der Wohnungen und im Herbst 2017 mit dem Bau beginnen könne.


    Zum Poelzig-Bau steckt man noch in Vorüberlegungen, setzt aber weiter auf eine teilgewerbliche Nutzung. Es könnte sogar einen Anbau in Richtung Zwickauer Straße an das nie vollendete Gebäude geben geben. Das scheinen mit aber noch relativ unkonkrete Überlegungen zu sein, weshalb ich nur den Geyer-Bau als konkretes Vorhaben in die DAF-Karte übernehmen werde.

  • Über den geplanten Abriss ders Lisema-Gebäudes in Frankenberg hatte ich mich hier bereits entrüstet, der offensichtlich heftige Widerstand dagegen hebt die Stimmung aber. 450 Unterschriften gegen den Abriss und eine hitzige Debatte mit dem den Abriss befürwortenden Bürgermeister haben zumindest den Kompromiss eines Teilabrisses ins Gespräch gebracht (Freie Presse). Weitere Hoffnung ist, dass die Landesdirektion den Beschluss der unteren Denkmalschutzbehörde aufrechterhält und den Abriss untersagt.


    Edit: Wie zu befürchten war hat die Landesdirektion den Komplettabriss doch genehmigt (Freie Presse). Das reiht sich in eine lange Reihe ähnlicher Entscheidungen. Als könnte die Landesgartenschau nicht auch ein, zwei Jahre später stattfinden - oder haben die Kleingärtner die aktuellen Trends dann völlig verschlafen?

    Einmal editiert, zuletzt von lguenth1 () aus folgendem Grund: Edit: Entscheidung Landesdirektion ergänzt.

  • In Chemnitz soll eine Pilotanlage zur Produktion von Carbonfasern errichtet werden (Freie Presse, ausführliche Pressemitteilung). Wenn man sich das in der Pressemitteilung verlinkte Foto (http://cdn.pressebox.de/f/8329…hments/0847423.attachment) anschaut, soll der Standort wohl ein vermutlich denkmalgeschütztes Industriegebäude sein. Erkennt jemand die im Foto gezeigte Halle? Mich würde interessieren, ob das ein leerstehendes Gebäude ist und ob im Umfeld Möglichkeiten für hoffentlich irgendwann anstehende Erweiterungen bestehen.

  • In Chemnitz soll eine Pilotanlage zur Produktion von Carbonfasern errichtet werden (Freie Presse, ausführliche Pressemitteilung). Wenn man sich das in der Pressemitteilung verlinkte Foto (http://cdn.pressebox.de/f/8329…hments/0847423.attachment) anschaut, soll der Standort wohl ein vermutlich denkmalgeschütztes Industriegebäude sein. Erkennt jemand die im Foto gezeigte Halle? Mich würde interessieren, ob das ein leerstehendes Gebäude ist und ob im Umfeld Möglichkeiten für hoffentlich irgendwann anstehende Erweiterungen bestehen.


    Anbei der genaue Standort plus Bericht
    http://www.radiochemnitz.de/na…chemnitz-geplant-1260124/

  • Super, danke. Von der Halle habe ich Ende 2014 sogar selber schon ein Foto gemacht. Damals war die noch genutzt und auch insgesamt in gutem Zustand. Und ob am Standort (Luftbild) genug Erweiterungsfläche besteht, beantwortet sich im riesigen Germania-Gelände von selbst. Mich freut, dass man sich für den Standort im Denkmalbestand entschieden hat, anstatt auf der grünen Wiese neu zu bauen.



    Eigenes Bild

  • Zu Alpaones Beitrag ^auch ein paar Bilder wohl vom gleichen Tag dazu:


    Der Zwischenbau, der Alt und Neubau verbinden wird, ist auch schon in Arbeit.


    Derzeit werden im Bereich des Poelzig & ehemaliger Union Werkzeugmaschinenfabrik neue Fernwärmeleitungen verlegt, die bis dato an der Ahornstraße über der Ulmenstraße und weiter sichtbar am Poelzig Areal verlaufen.
    Diese werden nun neu unter die Erde verlegt.
    Sicher ist es gleichzeitig auch eine Erschließung für Poelzig & Co.


    Ansicht, Ulmen zu Ahornstraße:



    Der Neubau, wo man an der Seite zur Ahornstraße bei der letzten Etage ist, wird wohl genauso hoch erscheinen,
    wie der Altbau daneben, der ja bekanntlich mit dazu gehören wird.




    Der zwischenbau:





    Gegenwärtige Ansicht der Ulmenstraße in diesem Bereich


    Links, ehemalige Union Werkzeugmaschinenfabrik, & rechts der Poelzig Bau:




    Auch ein paar Bilder von der Seite der Zwickauer Straße, ergänzend zum vorbeitrag:



    Große Fenster und abgerundete Ecken:





    Oktober 2016

  • Die Freie Presse beleuchtet heute den Spinnbau in Altchemnitz und die Pläne des Eigentümers (Link). Noch steht mehr als die Hälfte der Flächen leer. Der Eigentümer signalisiert, dass er die Mietflächen günstig vermieten würde, ohne dabei größere Einschränkungen für die Nutzung zu machen.



    Bild: (dwt).

  • Dazu noch mal eine kleine Zusammenfassung des Artikels in der


    Freien Presse, 22.10.2016
    http://www.freiepresse.de/LOKA…eleben-artikel9663635.php


    Berliner will den alten Spinnbau in Chemnitz wiederbeleben
    Klaus Hirsch ist Eigentümer des historischen Maschinenbau-Geländes in Altchemnitz. Einst Kernstück der städtischen Industrie, ist das Areal heute weitgehend verwaist. Was soll damit werden?


    - großer Gebäudekomplex an der Altchemnitzer Straße mit Baujahr 1839
    - von 1984 bis 1990 Hauptsitz des DDR-Kombinats Textima
    - Klaus Hirsch aus Berlin ist seit 2013 Eigentümer des Komplexes, das er unter den Namen "Spinnwerk" verwaltet. Das rund 37.000 Quadratmeter große Gelände soll eines Tages ein "lebendiges Areal" sein.
    - "Hier unten könnte ich mir gut eine gastronomische Einrichtung vorstellen" und zeigt auf den Eingangsbereich, der sich im Gebäude 1 befindet - ein Anbau aus den 1950er-Jahren.
    - Etwa die Hälfte ist an Handwerksbetriebe, Textilgeschäfte, aber auch Freizeiteinrichtungen vermietet, mehr als die Hälfte ist noch frei.
    - "Ziel ist, dass die Fläche irgendwann komplett vermietet ist". Gesucht werden Leute mit Ideen. "Damit rennt man bei mir jedenfalls offene Türen ein." Besonders für Start-up-Unternehmen, die günstige Mietflächen suchen, sei das Spinnwerk ideal. "Wir sind im Grunde für jeden offen, der bei uns anklopft."
    - Denkbar sind Logistik, Großhandel, Gastronomie oder Sport - wichtig sei nur, dass es miteinander verträglich ist. Und dass Baumaßnahmen mit dem Denkmalschutz vereinbar sind.
    - "Auch eine kulturelle Nutzung könnte ich mir hier vorstellen."
    - Stadtentwicklungsexperte Nils Scheffler: "Um so eine Brache wieder erfolgreich nutzen zu können, braucht man einen langen Atem. Die Bedingungen in Chemnitz sehen gut aus. Es scheint sich hier wirklich etwas entwickeln zu können." Beispielhaft seien die Kletterhalle "Boulderlounge" und das Freizeit- und Partygelände "Spinnerei".


    Mehr unter http://www.spinnwerk.net/

  • Update, Schönherrfabrik:


    Zuletzt im Beitrag hier <


    Hat die ggg das einstige Verwaltungsgebäude an der Schönherrstraße Verkauft?
    Derzeit finden Rodungsarbeiten um das Gebäude statt.
    Das ist Untypisch, da all die Jahre das Grün wachsen durfte wie es eben wächst.
    Das Verkaufsplakat hängt noch, aber die Anzeige im Internet ist nicht (mehr) ersichtlich.


    Erstes & zweites Bild zeigt Vorderseite, von Schönherrstraße aus gesehen:




    Nun Seitliche Ansicht, sowie die Rückseite:



    ((Wirkt via Bildbetrachtung kleiner als es Tatsächlich ist))



    Ein paar Blicke zum derzeit letzten Sanierungsabschnitt der Schönherrfabrik:


    Der Plan, wie er im letzten Update beschrieben war, wird so auch Umgesetzt.


    Es folgt nun der Abriss der ehemaligen Verladestation für die Eisenbahnen, die sich hier einst aufhielten.



    Im Bild: der Sanierungsabschnitt angrenzend.



    Man ist wohl seit Montag den 24.10.2016 dabei.



    Etwas kann man vom Beißenden Baggerzahn erkennen:




    Und noch zwei Ansichten von der noch vorhandenen Vorderseite:



    Oktober 2016

  • Schönherrfabrik

    Ein paar Blicke zum derzeit letzten Sanierungsabschnitt der Schönherrfabrik:


    Der Plan, wie er im letzten Update beschrieben war, wird so auch Umgesetzt.


    Es folgt nun der Abriss der ehemaligen Verladestation für die Eisenbahnen, die sich hier einst aufhielten.


    Das ist aber schade! Nein, ich habe kein alternatives (Nutzungs-)Konzept parat. Aber ich erinnere mich gerne daran, wie es war, mit dem Fahrrad da durchzufahren. Das war die interessanteste Stelle der Schönherrfabrik überhaupt.

  • Update, Neubau an der ehemaligen Union Werkzeugmaschinenfabrik/Zwickauer Straße/Kaßberg


    Zuletzt im Beitrag hier <


    Sicht von der Ahornstraße:


    Der Rohbau ist fertig und es werden bereits die ersten Fenster eingebaut.
    Das auf den Bildern zu sehende Gerüst, wird wohl auch ein Anzeichen für die ersten Fassadenarbeiten sein,
    die wohl nun auch beginnen werden.


    Die Kubatur des Neubaus macht einen Sympathischen Eindruck, selbst im Rohbau.



    Beim zwischenbau der den Altbau und Neubau verbinden wird, ist man noch nicht ganz fertig mit den Rohbauarbeiten.











    Dezember 2016