Hotelhochhaus "Waterfront" auf der Osthafen-Molenspitze (2020)

  • Ist ja ne schöne Sache und ich persönlich kann dieser Lage auch durchaus was abgewinnen, aber ich frage mich ob ein 60 Meter Turm, der ja mutmaßlich auch ein Zimmerkontingent im dreistelligen Bereich bereitstellen kann, dort so günstig liegt. Gut, die EZB und einige der Kreativfirmen auf der Hanauer können dort ihre Geschäftsreisenden unterbringen, aber gerade für den in Frankfurt wichtigen Messereisenden ist die Lage nicht so ideal. Mit Öffentlichen kommt man da erstmal nicht so schnell weg. Der ein oder andere wird zwar sagen zu Messezeiten bekommt man jede Besenkammer zwischen Mannheim und Gießen vermietet, aber das Angebot an Hotels in guter Lage ist ja in den letzten Jahren nochmal stark gestiegen. Daher meine Zweifel. Bin auch mal gespannt ob dort ein Investor anbeisst. Ansonsten aber ein schönes Projekt und wenn dann noch ein Wassertaxi zum Museumsufer (man darf ja mal träumen) eingerichtet wird, bekommt man vielleicht auch ein paar Touristen dorthin.

  • Ich find die Lage klasse. ÖPNV-Anbindung ist doch gut! Der Ostbahnhof ist in Laufreichweite, dort fährt die U6 sowie die Strassenbahn und mittelfristig auch die S-Bahn durch.
    Ich frage mich eher, wo dort Platz für Infrastruktur ist, also ein Parkhaus für die Hotelgäste, eine gute Anfahrt, damit dort Taxis stehen können, etc. Das kann man sich vielleicht unten am Pier vorstellen, aber das würde ich gerne mal ein Modell sehen, wo das gezeigt wird.
    Auch ist die Aussicht Richtung Innenstadt gut mit Blick auf EZB und Skyline, die andere Richtung hat dann doch eher den Industriecharme und in wie weit der Hafen zu einer Beeinträchtigung der Übernachtungsqualität führt, würd mich auch mal interessieren.

  • Nur die (Grund)Fläche des Molenkopfs selbst ist ein echter Nachteil dieses Standorts für ein Hotel. Man denke nur mal an Anlieferung, Anfahrt, Rezeption, Frühstücksraum, Restaurant usw. usf., die man dann wohl nicht im EG zusammen unterbringen könnte.
    Deshalb hatte ich zunächst stark vermutet, dass neben dem HH ein flacher Anbau am Mainufer in östlicher Richtung gebaut werden müsste.
    Aber dann ist mir eingefallen, dass die Mainbrücke Ost ja einer solchen Lösung entgegen steht (siehe Karte im Beitrag vom Epizentrum).


    ... das ist eine echt harte Nuss und mich würde es nicht wundern, wenn dort am Ende kein Hotel, sondern ein Büroturm gebaut werden würde!


    Bzgl. der Lage: Ich finde nicht, dass die Lage schlecht ist, denn
    - die ÖPNV-Anbindung ist gut (siehe Fzgigs Beitrag ... wobei dies mMn auch nicht so eminent wichtig sein wird, denn ich gehe stark davon aus, dass dieses Hotel im höherpreisigen Bereich angesiedelt sein wird und die Gäste wohl eher Taxi als Bahn fahren werden)
    - die Hanauer ist eine Boommeile mit vielen Unternehmen
    - und in unmittelbarer Nachbraschaft gibt es zwar das eine oder andere Hotel, aber keines mit 4 oder 5 Sternen (und ich gehe stark davon aus, dass ein 4/5* Hotel hier realisiert werden würde).

  • Kellerkasten

    Die Stadt Frankfurt hat in Ihrer Baubeschreibung zu Mainbrücke-Ost vorgesehen, im Zuge des Mainbrückenneubaus auch gleich den Kellerkasten (1 oder zwei UGs) für das Hochhaus auf der Molenspitze zu erstellen. Der Ansatz geht dahin, dass auf Grund des beschränkten Raumes, so ein späterer "Aufbau" eines Hochhauses auf dem Kellerkasten wesentlich erleichtert wird. Ein Hochhaus (auch wenn nur mit 60 m) auf der Größe einer Briefmarke zu bauen stelle ich mir als größte logistische Herausforderung vor.
    Bin mal gespannt, ob dieser Ansatz wirklich verfolgt wird....

  • Genauer werden die Untergeschosse für das Hotelhochhaus nicht an der Molenspitze vorbereitet, sondern unter dem noch zu bauenden Kreisverkehr etwas weiter östlich. Das geht aus einem heutigen FNP-Bericht hervor.


    So klein ist der am Molenkopf selbst zur Verfügung stehende Platz auch wieder nicht. Darüber hinaus wird man grundsätzlich unterstellen müssen, dass die Stadt nicht die Ausschreibung eines Hotelhochhauses an dieser gewiss nicht unproblematischen Stelle plant, ohne zuvor die Realisierungschancen ausgelotet zu haben. Insofern verstehe ich die Ausführungen in #24 nicht. Und tatsächlich hat Ferdinand Heide im Auftrag der Stadt eine Studie erstellt, die ergeben hat, dass "trotz der sehr beengten Grundstücksverhältnisse ein Hochhaus sowohl verkehrs- und erschließungstechnisch als auch funktional, konstruktiv und brandschutztechnisch sinnvoll machbar ist". Mehr im ersten Beitrag.


    Was denkbar wäre, zeigen die Entwürfe im bereits weiter oben verlinkten Strang (wobei ich nicht glaube, dass deutlich mehr als die 60 Meter aus dem Rahmenplan genehmigt würden - muss an dieser Stelle aber auch nicht sein). Ein Plan mit Kreisverkehr und neuer Mainbrücke:



    Plan: Stadt Frankfurt / Ferdinand Heide Architekt / Grontmij BGS

  • genug Platz

    heute kleine inoffizielle und informelle Begehung und Besichtigung des Areals: Da ist wirklich genügend Platz für das Hotel. Und alle bisherigen Projektionen zeigen nichts Unrealistisches.
    Die Grundfläche des Meininger_Hotel im Europaviertel ist kleiner, als die zur Verfügung stehende Fläche auf der Osthafenmolenspitze. Es gäbe ja zudem auch noch die Möglichkeit, nach dem Erdgeschoss auskragend zu bauen (zumindest eine umlaufende Terrasse) und die Pfahlgründung samt Fundament im Bereich der Molenspitze einzusetzen.
    Einzig die Baustellenlogistik wird eine Herausforderung in Raum und Zeit.


    Der Blick auf die Skyline ist auch kaum eingeschränkt. Den Opernturm wird man nicht sehen und auch nicht die Deutsche Bank. Aber der Blick wird sehr prächtig sein von Triangel bis Großmarkthalle.

  • Das genug Platz für das Hotel selbst ist, kann ich mir schon gut vorstellen, eher Frage ich mich, wie die Andienung geschehen soll. Ober das Untergeschoss und dann von unter der Brücke her? Ich erinnere mich an unsere Radtour, da waren wir ja da gewesen.
    Soll der Haupteingang auf Strassenniveau sein, ist doch durch den Kreisverkehr nicht viel Platz und um eine Zufahrt vor dem Hotel zu haben mir Warteplätzen für Taxis etc.

  • ich gehe stark davon aus, dass ein 4/5* Hotel hier realisiert werden würde


    Ich kenne kein Hotel dieser Klasse, das gegenüber einer Industrieanlage, auf der anderen Straßenseite, steht (Foto #17). Bis auf den spektakulären Blick (den man auch in einem Hochhaus an einem anderen Standort haben kann) sehe ich keine Standortvorteile. Mit etwas Mühe könnte man die schwierige Aufgabe des Quetschens des Hotelturms auf eine nicht sehr große Grundfläche lösen. Eine andere Frage, ob das wirklich Sinn macht.


    Der Ort hat als wenig bebaute Grünanlage einen Charme, den die Stadtverwaltung so lassen könnte. Eine Bar oder ein Schicki-micki-Restaurant dort, wo einmal der Leuchtturm geplant war (möglicherweise in genau dieser Form?) wären für den Investor weniger riskant als ein Hotelhochhaus.

  • Bebauungsplan 799

    Die Stadt hat im April den Bebauungsplan 799 "Honsellstraße" aktualisiert. Er beinhaltet die heiß diskutierten Projekte Honsell-Dreieck ("Main Square"), den Hafenpark, den Molenkopf (Hotelhochhaus) und die Mainbrücke Ost. Letztere muss Inhalt des Magistratsvortrags M100 vom 13. Mai gewesen sein; der Text ist aus "rechtlichen Gründen" nicht öffentlich einsehbar. Als Anlage findet sich allerdings die komplette Unterschriftenliste gegen den Bau der Brücke. Wie auch immer, interessant ist der Bebauungsplan mit dem folgenden Ausschnitt zum Molenkopf:



    Bild: Stadt Frankfurt


    Zusammen mit dem Textteil, dem Vergleich mit seiner Version von Ende 2009 und der Heideschen Brückenplanung sowie den Fotos oben (auch Satellitenbild, Bing) ergibt sich folgendes Bild eines Hotelbaus:


    • Ein relativ breiter Uferstreifen wird öffentlich zugänglich gemacht
    • Die drei kleineren Bestandsgebäude werden abgebrochen
    • Die Geländehöhen bleiben unverändert (keine Aufschüttungen oder Abgrabungen gestattet)
    • Das Hotel fußt auf einem mehr oder weniger halbrunden Sockel, der die Fläche mit folgenden Grenzen ausfüllen darf: Honsellbrücke/Mainbrücke Ost (=> keine Bebauung unterhalb der Straße/Brücke) und die bestehende, abgerundete Mauer mit der Aufschrift "Molenkopf"
    • Ab 7,90 Meter Höhe darf der Gebäudekörper auskragen, und zwar bis zur Wasserlinie
    • Höhe weiterhin 60 Meter, Geschossfläche maximal 26.000 qm
    • Anzahl der Betten < 100
    • Es sind keine Nebengebäude, Parkplätze oder ähnlich Bebautes gestattet. Das Hotel wird also in einem großen Baukörper untergebracht, inklusive Tiefgarage, evtl. öffentlichem Café für die Molenspitze etc.
    • Auch Wohnungen jeder Art, Bordelle (:-)) und großflächiger Einzelhandel sind nicht gestattet
    • Die Fassade muss alle 15 Meter mit einer Rank- oder Kletterpflanze begrünt werden. Eine "Bündelung" an einer Stelle ist gestattet. Das gilt allgemein auch für das Honsell-Dreieck


    Wenn die Architektur ab 7,90 Meter nicht eine einfallslose Stufe zwecks Auskragung vorsieht, sondern bspw. einen organisch wirkenden "Schwung", dann könnte das Hotel ein Hingucker werden, ein Ausrufezeichen an dieser Stelle.

  • Ich war heute in Darmstadt bei Pecha Kucha. Im obersten Stockwerk der Zentralstation werden unter dem Namen Sichten verschiedene Arbeiten von Studenten der TU Darmstadt ausgestellt. U.a. Entwürfe zum Dom-Römer Areal, aber eben auch zwei Arbeiten zum Hotelhochhaus (und Wohn-). Da ich natürlich keine Kamera dabei habe, und den Entwurf zum Hotel- und Wohnhaus online nicht finde, kann ich stellvertretend nur den Entwurf von Steffen Kunkel einstellen.
    Es sind natürlich nur Arbeiten von Studenten, die keinen Einfluss auf eine tatsächliche Bebauung haben.



    Ich finde den Entwurf durchaus interessant, aber er erschlägt auch ein bisschen. Angaben zur Höhe oder ähnliches habe ich nicht gefunden.


    http://www.architektur.tu-darm…erpreis_neu/kunkel.de.jsp

    Einmal editiert, zuletzt von Noisy () aus folgendem Grund: Bild auf Anfrage des Urhebers entfernt

  • Wäre hier eher für einen ähnlichen Turm wie das Main-Plaza. Also, Backstein mit 20er-30er Jahre Manhatten look. Würde besser zur Eisenbahnbrücke passen.

  • In Ergänzung zu Wahnfrieds Beitrag sollte ein Hochhaus an dieser Stelle allgemein nicht die Form eines hochgestellten "Schuhkartons" haben. Mit einem Turm an einer Molenspitze assoziiere ich am ehesten die Form eines Leuchtturms. Ein solcher wird dort zwar nicht gebaut (oder nur - hoffentlich - im übertragenen Sinne), aber allzu eckig sollte das Gebäude jedenfalls nicht daherkommen.

  • Das ist sicherlich Geschmacksache. Grundsätzlich vermittelt Backstein aber eine starke Verbindung zur Erde. Wir haben hier aber ein Hochhaus am Fluss. Himmel und Wasser werden durch den transparenten Entwurf der TU Darmstadt ideal in Farben und Formen ausgedrückt.

  • Ich finde den oben gezeigten Entwurf gar nicht mal so schlecht. Er bildet durch seine ähnlich strukturierte Fassade einen Gegenpol zum Westhafen-Tower. Die beiden Frankfurter Häfen durch solche "Zwillings"-Türme zu verbinden hätte einen gewissen Reiz.


    Eine Backsteinfassade, möglicherweise sogar mit expressionistischen Zügen, würde allerdings auch sehr gut zur Örtlichkeit passen. Wie schon der Jugendstil ist der Expressionismus an Frankfurt weitestgehend vorbeigezogen, es besteht also Nachholbedarf :lach:

  • Am 25.10.2011 ist der Bebauungsplan B-799 in Kraft getreten, der auf der Mole ein MK mit einer GRZ von 1,0, eine GF von 26.000 m² und eine Gebäudehöhe von 60,00 m festsetzt.



    Die Gebäudegrundfläche dürfte rund 730 m² betragen. Gibt es einen kleineren Hochhausstandort?


    Edit: der Westhafentower hat eine Grundfläche von rd. 1.160 m²

  • Grundstück

    ^ Das Skylight-Hochhaus in der Stephanstraße dürfte einen ebenso kleinen "Fußabdruck" bei gleicher Höhe (63 Meter) besitzen. Das folgende Bild illustriert das Grundstück noch einmal mit Realitätsblick. Der Fuß des Hochhauses dürfte etwa über beim "ten" von "Anlegen verboten" beginnen und in Höhe der Treppenmitte enden. Etwa 8 Meter über dem Rasenniveau darf das Hochhaus bis über die komplette Landzunge auskragen.



    Bild: epizentrum

  • Neuer Anlauf für einen Hotelturm auf der Osthafen-Molenspitze


    Die FNP berichtet heute von aktuellen Aktivitäten bezüglich des Projekts. Der Hotel-Fachmann Harald Peters aus Schmitten im Taunus möchte zusammen mit Partnern ein wirklich spektakuläres Hotel auf der Molenspitze errichten, dessen Form eher an eine Skulptur erinnert. Es soll sich um ein Hotel der oberen Klasse mit ca. 200 Zimmern handeln. Peters eröffnete übrigens auch das "Burj al arab" in Dubai. Wie erwartet, soll der Zugang zum Hotel durch die Unterführung des Brückenkopfes erfolgen, die als Aquariums-Landschaft gestaltet werden soll. Zusätzlich soll ein Schiff mit Wellness-Club an der Molenspitze anlegen. Peters möchte eine Gebäudehöhe von 90 Metern durchsetzen, damit sich das Projekt rechnet. Oder die Stadt müsse mit den Grundstückspreis heruntergehen.


    Computergrafik des spektakulären Vorhabens

  • ^ Das wäre in der Tat ein wahrer Hingucker und für Frankfurt endlich ein Entwurf der "Organiker" à la Hadid. Was die Höhe angeht, würde ich in diesem Fall für die niedrige Variante plädieren, die sich deutlicher dem EZB-Neubau unterordnet. Die Stadt müsste allerdings nicht nur im Fall einer größeren Gebäudehöhe den Bebauungsplan ändern (bzw. eine Befreiung aussprechen), sondern auch wegen der drei Ansatzpunkte auf den drei äußeren Rändern des Grundstücks. Sie liegen auf dem öffentlich zugänglichen Bereich, der frei bleiben muss und lediglich per Auskragung ab 8 Meter Höhe überbaut werden darf.