Flughafen DTM: Entwicklungen - Chancen - Potentiale

  • Erst soll der Flughafen bitteschön langfristig liefern, dann kann die Verwaltung auch gerne verschiedenste Ausbau-Szenarien prüfen. Eine reine Wette auf die Zukunft erscheint mir aber als zu riskant - so ganz traue ich dem Braten nämlich noch nicht.

    Stimmt schon. Allerdings ist es dann oft zu spät, so wie man jetzt schon sehen kann. ÖPNV ist ein Langzeitkonzept, was sich mit den anderen Interessen und Interessenten den Raum teilen muss.

    Man sollte sich jetzt schon die Frage stellen: Wo möchte man hin, wenn man am Flughafen ankommt und von wo reist man da hin?

    Auch raubt man sich selbst vieler Möglichkeiten. Beispiel Verlängerung U47 entlang der B1. Mit Ausbau der B1 zur A40 ist da nicht mehr viel mit Trassensicherung, wie es noch im Stadtbahnentwicklungskonzept vorgesehen war. Somit würden nur noch Tunnellösungen bleiben, die dann schnell unwirtschaftlich werden. Da kann man lieber alle 10 Minunten einen Bus fahren lassen.

  • Der Ausbau der B1 zur A40 wurde bereits im Stadtbahnentwicklungskonzept 2008 berücksichtigt. So ist eine unterirdische Ausfädelung in der vor wenigen Jahren erbauten Unterführung der U47 an der B1 geplant, die auch bereits baulich Vorbereitet wurde. Die Strecke würde würde danach entlang zunächst oberirdisch entlang der B1 und der Wickeder Chaussee verlaufen, bevor sie kurz vor dem Terminal wieder in die Erde abtauchen würde.


    Die mögliche Trasse bleibt auch trotz des Ausbaus zur A40 gesichert. Wenn sich die Passagierzahlen am Flughafen auch weiterhin nach oben entwickeln sollten, wird man auch in Dortmund über eine Stadtbahnanbindung reden müssen. Durch die inzwischen deutlich gestiegenen Passagierzahlen würde die Stadtbahnanbindung dann auch wirtschaftlich sein.

  • Die Trassenführung ist zumindest auf Dortmunder Gebiet in der Tat gesichert, siehe auch hier. Im Details gestaltet sie sich wie folgt:

    Neue Linie vom Hauptbahnhof über Kampstraße, Märkische Straße entlang der B1. Östlich der Haltestelle Hauptfriedhof unterirdische eingleisige Ausfädelung aus der Stammstrecke der U47. Verlauf der zweigleisigen oberirdischen Strecke nördlich der heutigen B1 und im Weiteren entlang der Emschertalstraße bzw. Wickeder Chaussee bis westlich des Flughafenterminals. Ab etwa Höhe Holzwickede Gewerbegebiet (östlich der Einfahrt zu den Flughafenparkplätzen am alten Terminalgebäude) zweigleisige unterirdische Führung mit einem unterirdischen Bahnhof am Terminal. Weiterer Verlauf in einem eingleisigen Tunnel mit einer Kurve zum Bahnhof Holzwickede, an dem die Trasse wieder an die Oberfläche kommt und in einem Sackbahnhof endet. Insgesamt 6 Haltepunkte: 5 oberirdische Haltestellen einschl. der Endstelle Holzwickede sowie der unterirdische Bahnhof Flughafen. Bedienung mit einem ganztägigen 20-Minuten-Takt. Die Untersuchung wurde im Einvernehmen mit der Gemeinde Holzwickede durchgeführt. Gutachtlich wurde diese Variante mit einem weiterführenden Tunnel bis Holzwickede Bahnhof untersucht. Bis zu einer Realisierung der Maßnahme müssen die weiteren Wirkungen und Entwicklungen des Flughafengebietes, die zum heutigen Zeitpunkt nicht abschätzbar sind, abgewartet werden. Daher wird eine Sicherung der Trasse auf Dortmunder Stadtgebiet bis zum Terminal verfolgt. Weiteres bedarf der Abstimmung mit der Gemeinde Holzwickede.

  • Die Frage ist, wie aktuell war dies zuletzt noch. Im Unterführungsbauwerk konnte ich keine Vorbereitung dafür erkennen und etwas neues daneben bauen, wird auch schwierig. Also nicht, dass ich es nicht gut finden würde. Aber wenn man es schon nicht mal hinbekommt ein paar Haltestellen barrierefrei auszubauen, dann zweifel ich irgendwie an solchen Projekten. Und die zuletzt ausgeführten oder geplanten Erweiterungen waren eher der simplen, machbaren Art.

  • Die Pläne zur Anbindung des Flughafens mit der Stadtbahn liegen derzeit auf Eis. Lediglich die mögliche Trasse wird gesichert. Das die Stadtbahn bislang nicht bis zum Flughafen verlängert wurde liegt vor allem daran, dass die Strecke zumindest bislang einfach nicht wirtschaftlich war. Die Passagierzahlen waren zu gering. Das könnte sich aber ändern, wenn sich die Passagierzahlen dauerhaft auf einem hohen Niveau einpendeln. Dann wäre die Strecke wirtschaftlich und könnte auch realisiert werden. Vorher macht es keinen Sinn.


    Die Haltestellen an der B1 sollten ursprünglich erst nach der Fertigstellung des B1 Tunnels barrierefrei ausgebaut werden. Dieser wird aber noch einige Jahre oder Jahrzehnte auf sich warten lassen. Da die neuen Stadtbahnen nur ebenerdig betreten werden können und keine trittstufen mehr haben, müssen die Haltestellen in den kommenden Jahren umgebaut werden. Die Planungen dazu sind allerdings sehr kompliziert, da für die neuen Haltestellen einige Bäume der B1 Allee gefällt werden müssen. Deshalb brauchen sie auch Zeit.

  • Als Ergänzung zur B1: Die wären längst barrierefrei, wenn es nach Intervention verschiedener Bürgerinitiativen (mit denen ich diesmal absolut einverstanden bin) nicht langwierige Mediationsprozesse gegeben hätte. Was letztendlich kosten spart und fast 50 Bäume rettet.

  • Die Entscheidung, ob die Start- und Landebahn von DTM verlängert werden darf, wird bis Ende Juli erwartet. Platzhirsch Wizz Air stellt bereits in Aussicht, Dortmund ggf. mit einem neuen Flugzeugtyp anzusteuern, der auch Langstreckenflüge ermöglicht.


    Quelle: https://www.ruhrnachrichten.de…e-verbindung-1539216.html


    Bei dem erwähnten Flugzeugtyp handelt es sich wohl um den Airbus A321neo XLR. So hat die Muttergesellschaft der Wizz Air, Indigo Partners, 50 Exemplare der Langstreckenversion der A321neo geordert. 20 davon sollen an die Wizz Air gehen. Der A321neo XLR verfügt über eine maximale Reichweite von 4.700 Nautischen Meilen (≙ ca. 8.700 Kilometern). Nice to know: Dubai ist gut 5.000 Kilometer Luftlinie und New York rund 6.000 Kilometer von Dortmund entfernt. Das wäre doch mal was…

  • Ich hoffe die Entscheidung fällt positiv aus. Davon wird der Flughafen sicher profitieren. Der Flughafen hat ein großes Potential. Nur wurde dieses in der Vergangenheit zu oft ausgebremst. Man denke nur an das langjährige Theater um die Verlängerung der Start-/Landezeiten. Das man rein vom Passagieraufkommen langfristig die Nummer 2 in NRW werden könnte ist meiner Meinung nach nicht unrealistisch.

  • Morgen eröffnet die Wizz Air ihre Basis in DTM. Wizz Air stationiert zunächst zwei Maschinen, eine dritte folgt dann eine Woche später. So weit, so bekannt. Interessant(er) finde ich jedoch, dass DTM im Juli wieder 50 Prozent des Passieraufkommens des Vorjahresmonats erreicht hat. Für den August rechnet der Flughafen sogar mit 80 Prozent. Beeindruckende Zahlen, insbesondere da es branchenweit erst 20 Prozent sein sollen.


    Quelle: https://www.nordstadtblogger.d…die-zeichen-auf-wachstum/

  • Die Entscheidung über die Verlegung der Landschwellen könnte bereits in der kommenden Woche bekanntgegeben werden. Ein Entscheid pro DTM würde bekanntlich bedeuten, dass der ordnungsgemäße Betrieb der A320neo-Familie auch bei meteorologisch ungünstigen Bedingungen fortgeführt werden kann. Heißt das also, dass der A321neo XLR dann ebenfalls uneingeschränkt in DTM verkehren könnte? Der Flughafen meint ganz klar nein, denn das maximal zulässige Höchstabfluggewicht (Maximum Take Off Weight) in DTM liegt bei exakt 100 Tonnen, und einen Antrag auf Anhebung der Gewichtsbegrenzung habe man nicht gestellt, siehe hier. Praktisch hat der Flughafen also vollkommen Recht. Tatsächlich liegt das MTOW der A321neo XLR aber bei 101 Tonnen - ein Schelm, wer Böses dabei denkt.


    Non-Stop-Flüge zum Beispiel nach New York, Dubai oder Abu Dhabi, wo Wizz Air übrigens kürzlich ebenfalls eine Basis eröffnete, wären dann also zumindest rein theoretisch ohne Weiteres möglich.

  • Pressemitteilung der Bezirksregierung Münster:


    Vorprüfung der Bezirks­regierung zu Umwelt­auswir­kungen bei einer Verlän­gerung der Lande­bahn am Flug­hafen Dortmund


    Münster/Dortmund. Die Bezirksregierung Münster hat jetzt eine Vorprüfung zu den Umweltauswirkungen zur beantragten Schwellenverlegung am Flughafen Dortmund vorgenommen. Der Flughafen möchte auf seiner vorhandenen Start- und Landebahn die östlich gelegene Landeschwelle um 300 Meter in Richtung Unna verlegen. Dadurch stünde den Flugzeugen aus der Anflugrichtung Unna eine Landebahnlänge von 2.000 statt bislang 1.700 Metern zur Verfügung. Entsprechende Antragsunterlagen hat der Flughafen Ende Mai 2020 bei der Bezirksregierung Münster als zuständiger Luftverkehrsbehörde eingereicht.


    Die Vorprüfung der Bezirksregierung Münster hat ergeben, dass durch die geplante Verlegung der Schwelle keine erneute Pflicht zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung ausgelöst wird. Schon in dem Verfahren zur Startbahnverlängerung auf 2.000 Meter in dem Jahr 2000 ist eine umfangreiche und alle Aspekte umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt worden. Allein durch eine mögliche Verlegung der Schwelle werden keine solchen zusätzlichen oder erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen erwartet, die eine neue Umweltverträglichkeitsprüfung auslösen.


    Die Bezirksregierung macht in diesem Zusammenhang deutlich, dass das Ergebnis dieser Vorprüfung kein Indiz dafür ist, welche Art des Zulassungsverfahrens für die Entscheidung über den Antrag gewählt wird. Ob dafür nun ein Plangenehmigungsverfahren oder ein Planfeststellungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung in Betracht kommt, entscheidet die Bezirksregierung erst im nächsten Schritt. Hierzu werden zunächst verschiedene Träger öffentlicher Belange, zum Beispiel betroffene Städte und Kommunen, Naturschutzverbände und Industrieverbände beteiligt.


    Aktuell sind auf der 2.000 Meter langen Start- und Landebahn beidseitig um 300 Meter einwärts Landeschwellen verlegt, sodass für eine Landung jeweils nur eine Bahnlänge von 1.700 Metern zur Verfügung steht. Der Flughafen begründet die beantragte Schwellenverlegung in Richtung Unna mit der Gewährleistung eines sicheren Flugbetriebs insbesondere für neue Flugzeugtypen bei widrigen Witterungsverhältnissen.


    Eine Entscheidung über die Art des Zulassungsverfahrens ist nach der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange voraussichtlich nicht vor Oktober 2020 zu erwarten. Danach schließt sich die Durchführung des eigentlichen Zulassungsverfahrens an.


    → zum Verfahren „Flughafen Dortmund“

  • Typisch deutsch! Keine schnelle Lösung in Sicht. Hier geht es um Arbeitsplätze, aber die haben bei uns ja schon lange keine Priorität mehr.


    Ich kann mich noch an das in den 90ziger Jahren ausgelobte Dortmund Projekt erinnern mit dem Ziel, die damalige Arbeitslosenquote von knapp 15% zu halbieren. Daraus ist bei weitem nichts geworden. Aktuell dümpelt man wieder (natürlich auch durch Corona) bei 12% herum.

  • Die Arbeitslosenquote lag vor Corona bei unter zehn Prozent - Tendenz fallend. Außerdem wurden die Antragsunterlagen am 29. Mai eingereicht und die Entscheidung soll im Oktober fallen. Wenn das keine schnelle Lösung ist, na dann weiß ich auch nicht.


    Aber schön, dass du dir treu bleibst, Franky. Wenigstens eine Konstante in diesen unsicheren Zeiten...

  • "Eine Entscheidung über die Art des Zulassungsverfahrens ist nach der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange voraussichtlich nicht vor Oktober 2020 zu erwarten. Danach schließt sich die Durchführung des eigentlichen Zulassungsverfahrens an."


    ... und wieviel Monate sollen dann noch vergehen ?


    Wir hatten mal kurzfristig 9,8%, damit war es aber schnell wieder vorbei. Stolz machen kann einen das nicht. Aber womöglich wird Dir ja von Deinen Parteigenossen empfohlen hier alles positiv zu reden.

  • Also nach über 80.000 Arbeitslosen auf einen Schlag in den 80ern. Einer Arbeitslosenquote von über 17% noch 1985 und ohne Hilfe beim Strukturwandel sind 9,8% 2019 ein verdammt geniales Ergebnis.

    Aber das nur am Rande.


    Dass sämtliche Genehmigungsverfahren viel zu lange dauern ist nunmal typisch in Deutschland. Das lässt sich nicht ändern.

  • ^^ Ich ordne mich nicht den Genossen zu - auf Landes- und Bundesebene bin ich ein Wechselwähler. Aber ja, in Dortmund hat die SPD unter Langemeyer und Sierau einen ganz hervorragenden Job gemacht. So hat sich die Arbeitslosenquote zwischen 2005 und 2020 praktisch halbiert (46 Prozent), und jetzt mausert sich selbst noch der Flughafen zu einer Erfolgsstory.


    Und du stehst am Sonntag mit den anderen Aluhutträgern auf und machst die City unsicher?

  • Die Erfolge fallen eher in die Ära Langemeyer (Phoenixsee, U Turm usw.). Zudem war er ein bekennender Flughafenbefürworter was einigen Genossen damals sauer aufgestoßen ist. Herr Sierau fährt nur die Ernte ein. Die CDU hat sich dagegen nie so ganz positioniert was eigentlich im Widerspruch zu Ihrer Wirtschaftspolitik steht (Schmusekurs mit den Grünen ?).


    Ob der Flughafen (hoffentlich) zu einer Erfolgsstory wird, hängt auch von der Entscheidung aus Münster und ggf. von den Wahlergebnissen im September ab. Die Kleinkarierten von der SGF lassen jedenfalls nichts unversucht und finden auch immer wieder Beachtung in der RN.



    "Und du stehst am Sonntag mit den anderen Aluhutträgern auf und machst die City unsicher?"


    Sehr niedriges Niveau von Dir, damit fällst Du schon langsam auf.

  • Sierau war unter Langemeyer Dezernent für Planung, Städtebau und Infrastruktur, du Experte. Während seiner Amtszeit hat Sierau die Projekte durch kluge Entscheidungen erfolgreich zu Ende geführt und mindestens ebenso visionäre, städtebauliche Projekte auf den Weg gebracht.


    Man kann sie mögen oder nicht, die Schutzgemeinschaft Fluglärm Dortmund hat in einer Demokratie aber ihre Daseinsberechtigung. Es ist auch vollkommen richtig, dass die RN über sie berichtet. Und du echauffierst dich allen Ernstes darüber, dass ich den Aluhutträgern und Trollen zuordne?

  • Der Flughafen hat sich in den letzten Jahren sehr Positiv entwickelt. Er hätte in diesem Jahr ohne Corona sowohl einen neuen Passagierrekord erzielt als auch schwarze Zahlen geschrieben. Die Airlines setzen allerdings immer Mehr auf den etwas größeren Airbus A 321 neo. Damit dieser Flugzeugtyp auch in Dortmund Landen kann, muss die Start- und Landebahn verlängert werden. Anderenfalls könnten sich einige Airlines wieder aus Dortmund zurückziehen. Dann könnten dem Flughafen schwere Zeiten bevorstehen.


    Planungsverfahren brauchen aber Zeit. Ein solcher Antrag muss gründlich geprüft werden. Das kann man nicht mal eben in einer Woche abfrühstücken, sondern man braucht dafür schon einige Monate - oder Jahre - Zeit. Anderenfalls wäre die Genehmigung rechtlich Angreifbar und würde den Ausbau der Start- und Landebahn noch weiter verzögern. Man kann ohnehin davon Ausgehen, dass die Schutzgemeinschaft die Genehmigung rechtlich Prüfen lassen wird. Dies ist auch ihr gutes Recht.


    Ich gehe davon aus, dass der Ausbau der Start- und Landebahn in einigen Jahren kommen wird. Dadurch wird sich der Flughafen dann auch weiterhin Positiv entwickeln und vielleicht auch weitere Airlines anlocken.