Kölsche Plauderecke

  • Ja, da scheint was dran zu sein. Mich wundert auch nur, warum bis jetzt nicht Frankfurt als Hauptsitz gewählt wurde, wenn man schon Köln aus betriebswirtschaftlichen Gründen aufgeben möchte. Wie gesagt, macht ein Umzug nach z.B. Berlin, Hamburg oder München betriebswirtschaftlich noch weniger Sinn. Politisch käme Berlin in Frage, aber braucht man wirklich die Nähe zur Haupstadt - im Zeitalter von Internet und Digitalisierung wohl kaum. Darüber hinaus ist die Infrastruktur in Deutschland top. Carsten Spohr wohnt zwar in München (ist aber in NRW geboren) und stärkt den dortigen Flughafen, aber ein Umzug des Hauptsitzes von Köln nach München macht betriebswirtschaftlich keinen Sinn und das müsste man auch seinen Mitarbeitern und der Gewerkschaft erklären. Wie ich Carsten Spohr in einigen Interviews gehört habe, hat er aber auch seine Verbundenheit mit NRW nicht verloren und ist nicht grundsätzlich gegen NRW. Ich habe noch einen Funken Hoffnung.

  • Die Lufthansa bleibt zwar noch einige Zeit länger in Köln und das ist seit 2014 bekannt, aber denoch sucht sie einen neuen Hauptsitz. Im Moment ist der juristische Hauptsitz zwar weiterhin Köln, aber schon länger ist der eigentliche und operative Hauptsitz Frankfurt. Neben Köln (Gründungsort der jetzigen Lufthansa) und Frankfurt (noch Heimatflughafen der Lufthansa) haben vor allem Berlin und München sehr gute Chancen auf den echten Hauptsitz. Ich hoffe aber immer noch, dass Köln das Rennen macht, auch wenn im Moment eher München und Berlin Favoriten sind.

  • Geschäftsleben Köln

    Andreas Rossmann in der FAZ und der KSTA beklagen ein Ladensterben im Bereich um WDR, MAKK, Kolumba. Während Rossmann dabei - wie man es von dem alten Muff-Kopp kennt - wieder mal den Teufel an die Wand malt, bleibt der KSTA bei der reinen Zustandsbeschreibung:


    http://www.faz.net/aktuell/feu…st-passiert-15358857.html


    https://www.ksta.de/koeln/inha…m-makk-schliesst-29409676


    Was mich beim Rossmann als Köln-Korrespondent der FAZ schon lange stört, ist, dass er einfach total neben der Zeit lebt. Der Mann hat einfach null Ahnung vom lebendigen und jungen Köln und darf dann unwidersprochen überregional Sachen über Köln verbreiten, die meist völlig einseitig und negativ und falsch sind - denn in puncto (Traditions)Geschäftsterben ärgert es mich kolossal, wenn da einer wie Rossmann quasi nur die Generation der 50er/60er/70er-Geborenen als Massstab nimmt. In Köln hat sich in den letzten Jahren eine Gastro-Szene aber auch Inhaber-geführte-Ladenszene entwickelt, die großartig ist. Sie hat sich eben nur etwas verlagert und natürlich inhaltlich völlig verändert. Ich glaube, der Rossmann ist noch nie durch Ehrenfeld oder das Belgische Viertel gelaufen - und auch die Seitenstrassen im Friesenviertel und der Ehrenstr. etc scheint er nicht zu kennen (und auch auf der Severinstr. verjüngt sich gerade sehr viel, aber auch in Sülz, Nippes etc.). Bei allem Respekt: aber Design-Läden wir der im MAKK sind von Dutzenden zeitgemäßeren Läden in den oben genannten Vierteln abgelöst worden. Ich sehe das Ganze eher als Generationen-Ding - wenn ein Modehaus Sauer schließt aber um den Brüsseler Platz eine frische Boutique nach der nächsten öffnet, dann ist das ein guter Tausch! Vielleicht wäre es mal Zeit für jüngere Korrespondenten bei den alten und lahmen Blättern, denn ansonsten sind die bald die nächsten, die zu machen können. Ich finde da zumindest meine urbane Realität in Köln überhaupt nicht wieder... :nono: und es wäre auch eine Verantwortung der Redaktion, mal genau hinzugucken, ob das ein ausgewogenes Bild der Stadt ist! Köln pulsiert voller Leben und geschäftigem Treiben. Aber sicher nicht für zunehmend kopfschüttelnde old-white-man...

  • ^
    Das ganze ist eher ein Wandel als ein Niedergang.


    Der Museumsshop musste sowieso schließen, da auch seine Fläche saniert wird.
    Vermutlich wird anschließend wieder ein Shop eröffnen, hoffentlich ein ähnlich guter.


    Das Musikhaus Tonger ist weder gestorben noch offline, sondern lediglich an den Römerturm umgezogen.
    In das ehemalige Ladenlokal ist ein dänisches Möbelgeschäft eingezogen.


    Das Modegeschäft Kiton musste ausziehen, weil das Gebäude in Kürze abgerissen wird.
    Dort wird ein Designhotel mit Ladenlokalen errichtet.


    Messing Müller wurde durch das große Kölner Kochhaus an der Nord-Süd-Fahrt ersetzt. Abgesehen davon, gibt es bestimmt noch ein dutzend anderer Läden in der Umgebung, die Küchenzubehör verkaufen.
    Messing Müller ist übrigens auch nicht gestorben, sondern verkauft in der Altstadt-Süd exklusive Türklinken und ähnliches.


    Das Modehaus Sauer war (nach eigener Aussage) bis zuletzt profitabel; der Besitzer hat sich aus Altersgründen zurückgezogen.
    Die Stadt wollte das Haus für knapp 10 Millionen Euro kaufen, es wurde dann aber für einen deutlich höheren Preis verkauft.
    Das spricht auch nicht gerade für einen Niedergang.


    Noch so ein Märchen: Das angeblich sinkende Niveau der Hohe Straße.
    Ich glaube eher, dass dort bald jede Menge neu gebaut werden wird und das Niveau steigt.



    Wie schon gesagt, eher ein Wandel.

    Einmal editiert, zuletzt von tieko () aus folgendem Grund: Ergänzung+Korrektur

  • Hallo!
    Seit ein paar Wochen ist die Radnutzungspflicht auf den Ringen (Hansaring-Rudolfplatz) aufgehoben, was ja erstmal begrüßenswert ist. Was zieht ihr vor oder würdet vorziehen? Ich bin gestern und heute mal auf der Straße gefahren und wurde so extrem dumm angemacht, angehupt und beschimpft, dass ich denke, so schnell wird sich dort kein "Otto-Normal Radfahrer" hintrauen.
    Wobei es ja eigentlich eine gute Sache ist, denn seit auf den Ringen Tempo 30 ist, dürften Autofahrer (theoretisch) sowieso nicht viel schneller als Radfahrer sein.
    Bislang habe ich aber noch keinen Radfahrer gesehen, der auch auf der Straße fuhr, was vielleicht an den nicht vorhandenen Informationsschildern liegen könnte. Wenn die Stadt welche aufstellen würde, wäre dies vielleicht eine Entschärfung des Konfliktes.


    Wobei ich momentan auch nicht kapiere, was das Ziel an den Ringen nun sein soll. Die Wälle sollen bekanntlich zu Fahrradstraßen werden, die Schutzstreifen verlängert und die Radwegnutzungspflicht auch auf den anderen Abschnitten aufgehoben und zusätzlich eine eigene Fahrradspur (als Pilotprojekt und später eventuell offiziell) eingerichtet werden? Langfristig werden die schmalen, teilweise baufälligen Radwege auf den Gehwegen der Ringe weichen müssen, oder? Dann könnte man mehr Platz den Fußgängern und der Außengastronomie zukommen lassen. Zudem es für Autofahrer wirklich genug Alternativen zum Ring gibt, wie die Rheinuferstraße, die Nord Süd-Fahrt und die Innere Kanalstraße.

  • Aus meiner Erfahrung eher als Auto- und manchmal Motorradfahrer in Köln, auch auf den Ringen, erlebe ich oft, dass die Mitbenutzung der normalen Spuren durch Radfahrer immernoch zu Konflikten mit den Autos und brenzligen Situationen führt. Viele Autofahrer werden ungeduldig wenn ein langsamer Radfahrer vor ihren unterwegs ist und lassen sich dann zu waghalsigen Überholmanövern hinreißen.
    Was hierbei sicherlich das Problem verstärkt ist, dass in Köln und anderen großen Städten, sicherlich auch wegen der hohen Diebstahlquote, viele Leute eher auf klapprigen und schweren Hollandrädern etc unterwegs sind und dann den Verkehr auf 12km/h einbremsen. Wären die Leute auf modernen Trekkingrädern mit zB 24 km/h unterwegs (oder gleich Elektrorädern), ließe sich das mit der gewünschten Reisegeschwindigkeit der Autofahrer, zumal bei Tempo 30, eher vereinbaren. Wo der positive Effekt für die Mobilität insgesamt in der Stadt durch den Umstieg aufs Rad sein soll, wenn zwar ein wenig “Fläche“ der Autos wegfällt, dafür aber das durchschnittliche Vorankommen eher langsamer wird, weil manche Radfahrer eine Schlange an Autos in der genannten Geschwindigkeit hinter sich her ziehen, erschließt sich mir auch noch nicht.


    Da man dem Einzelnen jedoch keine Vorgaben für die Wahl seines Gefährts machen kann:
    Eigene Fahrradwege oder Fahrspuren für Radfahrer sind da sicherlich wertvoller, vor allem wenn diese irgendwann ein einigermaßen zusammenhängendes Netz bilden.
    Wobei ich nicht weiß, ob man mit den Ringen eine der Hauptverkehrsachsen dafür einbremsen muss, wenn parallel dazu auf den Wällen eine sehr angenehme fast autofreie Alternative besteht bzw. weiter ausgebaut werden kann. Die totale Ruhe vor Autos hätte man da aber halt nicht.


    Die bisherigen Radwege an den Ringen habe ich auch als kritisch empfunden.

  • Dominik .


    die antwort ist leider ganz einfach und traurig zugleich: die verwaltung tut alles, um das projekt ring-frei zum scheitern zu bringen. man will ja die offizielle teststrecke (also die fahrradspur auf der strasse) an einer stelle des rings machen, wo die radwege noch mit am besten ausgebaut sind (zw. zülpicher und rudolfplatz) und es aufgrund der kürze der strecke super umständlich ist und somit niemand auf den ring auf die fahrradschutzspur wechseln wird. warum? um dann nach einem jahr sagen zu können: seht her, die spur auf der strasse benutzt eh keiner, es kann alles so bleiben, wie es ist... die info, dass man überall auf dem ring als radfahrer fahren darf, wird hingegen mehr oder weniger extra unterschlagen - und am ende eben auf das kümmerliche rad-aufkommen auf der mini-test-strecke verwiesen... da gehe ich jede wette ein. eine typische kölner schlitzohr-lösung. die politik kann in köln noch so fortschrittlich sein und dinge auf den weg bringen - die verwaltung und die leute in den dezernaten sind ein haufen vernagelter stock-köpfe, die machen alles so, wie se et immer jemacht han... und wenn das bedeutet, eben selber politik zu machen, weil ja noch der shäng und der pitter, beide handwerksmeister, op der letzten grillfeier jesacht han, mer stehe nur im stau un jetz sulle do de räder uf den ring, nä, die sin doch beklopp!