Brand: Tropical Islands in der Cargolifter-Halle

  • Zitat von JinStuttgart

    Länder, Kommunen und der Staat sollten sich aus der Finanzierung solcher Freizeitimmobilien kategorisch heraushalten.

    Jetzt mal ohne Polemik: Ich denke nicht, daß es im Osten auch nur eine mindestens mittelgroße Investition gab/gibt, die ohne irgendeine Art von Subvention ablief. Das neue Tropenparadies wird selbst für die Creme dela Creme der Kostenrechner subventionstechnisch nicht mehr aufschlüsselbar sein. Erst die diversen Bund-Land-Kommunal-Zuschüsse, dann wurde sicher nachgelegt oder anderweitig vergünstigt als die Sache noch rettbar schien und nun die Köderung des malayischen Investors. Sollte ihm erlaubt sein, seine momentan dort beschäftigten asiatischen Arbeiter deutlich unter Tarif zu bezahlen, dann wäre das schon wieder eine Art Subvention.


    Ich schätze, der Space Park wird mahnendes Beispiel sein, was nicht funktioniert, das Tropical Island hingegen leuchtendes Beispiel eines Erfolgs. Weiß jemand, ob man darein investieren kann, gibt es z.B. einen geschlossenen Fond dazu?

  • Zitat von Max BGF

    Ich schätze, der Space Park wird mahnendes Beispiel sein, was nicht funktioniert, das Tropical Island hingegen leuchtendes Beispiel eines Erfolgs.


    Hoffen wir, daß du recht behälst.


    Im Land Bremen wird übrigens gerade eine zweite große Freizeitimmobilie geplant, das Klimahaus in Bremerhaven. Das Projekt wird sogar von einer städtischen Gesellschaft entwickelt. Ein weiteres Subventionsgrab.:nono:


    http://www.klimahaus-bremerhaven.de/

  • Top oder Flop?

    Zitat

    Samstag, 18. Dezember 2004
    "Tropical Islands" eröffnet


    Mit einer festlichen Gala ist der Freizeitpark "Tropical Islands" in der Gemeinde Brand südlich von Berlin eröffnet worden. Das in Deutschland einmalige künstliche Tropenparadies wurde in achtmonatiger Bauzeit von malaysischen Investoren errichtet. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) bezeichnete das 70-Millionen-Euro-Projekt als große Chance für die Region. In der riesigen Halle auf einem früheren Militärflugplatz hätten ursprünglich Luftschiffe gebaut werden sollen. Das Unternehmen CargoLifter ging aber Pleite. (...)
    Der Touristik-Unternehmer Colin Au und der malaysisch-britische Mischkonzern Tanjong Public Ltd. investierten bisher ausschließlich privates Kapital in das Bade- und Erlebnisprojekt. Für den Ausbau der Infrastruktur beantragten sie jedoch öffentliche Gelder.


    Mehr unter http://www.n-tv.de/5464584.html

  • Mich würde interessieren, ob der Betrieb jetzt auch mit vielen malaysischen Kräften arbeitet oder ob überwiegend Ostdeutsche eingestellt wurden?


    Vielleicht kann einer aus der Region nachsehen ;)

  • Zitat von DiggerD21

    Komisch, dass Freizeitparks wie z.B. der Heidepark Soltau seit über 20 Jahren erfolgreich sind. Der Heidepark liegt übrigens auch in der tiefsten (niedersächsischen) Provinz, selbst die Kleinstadt Soltau ist noch mal ein Stück entfernt.


    der Heidepark erwartet etwa die Hälfte an Besuchern die man im Dörfchen Brand erwartet.


    Wie ebenfalls erwartet, wurde trotz dankbarer TV-Beiträge die angepeilte Besucherzahl um die Hälfte verfehlt.


    ich sehe eigentlich nur die Chance, dass man da die Bedienungen permanent in knappen Bikinis rum laufen lässt. Damit würde man die Zielgruppe Familien gefährden, aber marketingtechnisch wäre es einen Versuch wert.

  • Ich habe mich mal auf deren Webseite umgeschaut. Eintrittspreise sind ja noch moderat, aber viel mehr als ein großes Schwimmbad mit sehr hohem Dach ist das ja eigentlich nicht, oder? Woher da die drei Millionen Besucher pro Jahr kommen sollen, ist mir als Laien schleierhaft, wenn ich mir die Besucherzahlen großer deutscher Freizeitparks so ansehe. Aber ich habe ja keine Ahnung! ;)

  • Naja, ich glaube es geht hauptsächlich um die Atmosphäre. Echter Regenwald auf so einer riesigen Fläche, das ist schon ein ganz anderer Eindruck als in einem (normalen) Spaßbad. Wobei du grundsätzlich recht hast, denke auch dass sich viele Leute sicherlich lieber für 10 Besuche eines normalen Bades entscheiden werden anstatt ihr Geld an einem Nachmittag in der Tropenhalle zu verpulvern. Habe ja in meinem ersten Beitrag schon geschrieben dass ich die Preise doch ziemlich heftig finde.


    Aber anscheinend sind ja wirklich die Touristen die Hauptzielgruppe; Leute, die meistens nur einmal in der Region sind und dann auch so ne außergewöhnliche Attraktion mitnehmen wollen.
    Denen darf man halt vorher nicht sagen, dass sie nen Ausflug in ein Hallenbad machen sondern muss ihnen dass als exklusive Tropenwelt verkaufen. ;)

  • Das mit den 13 Millionen steht glaub ich schon ein paar Mal in diesem Forum. Soll ja für die Infrastruktur benutzt werden das Geld. Find ich in Ordnung, da
    1. Jeder größere Investor Anspruch auf dieses Geld hat
    2. Auch wenn das Projekt schief geht bleibt die Infrastruktur da, kann also weiterhin von Nutzen sein
    3. 13 Millionen sind für ein größeres Land wie Brandenburg nicht viel (Verschuldung hin oder her), bei diesem Bremer Weltraumpark war es sicher sehr viel mehr


    Und ein Sprichwort sagt doch "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt"! Und selbst wenn sich später herausstellt dass die 13 Millionen in den Sand gesetzt waren, dann (Achtung noch ein Sprichwort) "macht das das Kraut auch nicht mehr fett"! :D

  • So wie rec das schreibt handelt es sich jedoch um eine neue Subventionsforderung.
    Fast hat man den Eindruck, am ersten Tag wurden die geschätzten Gästezahlen nicht erreicht, schon soll der Staat dafür aufkommen. Wenn es - bei aller Vorsicht - so ist, dann kann man sich vorstellen, welches Bild das Ausland bzw. Investoren von Deutschland, speziell Teil Ost, haben. In keinem anderen Land der Welt, keinem, würde solch eine Bitte geäußert.

  • Also als Land würd ich mich mit Subventionen für dieses Projekt völlig zurückhalten. Allein weil völlig unklar ist, ob das Konzept "Tropen in der Pampa" wirklich aufgeht und es nach den ersten Tagen nicht so aussieht. Außerdem steckt doch scheinbar ein zahlungskräftiger Investor dahinter, warum soll der Staat für seine von vornherein offensichtlichen Risiken einspringen? Und ob die 13 Mio. Infrastruktur in Brand nochmal brauchbar sein wird... für Unternehmen scheint die Region ja ziemlich ungünstig zu sein. Mit der Halle wird man wohl nach diesem Projekt nicht mehr viel anfangen können oder?


    Wer hat sich das überhaupt ausgedacht, diese riesige Halle soweit Abseits zu bauen..:nono:

  • Zitat

    Wer hat sich das überhaupt ausgedacht, diese riesige Halle soweit Abseits zu bauen..


    Seit wann sind denn 50 km weit abseits??? In anderen Ländern werden Parks und Freizeiteinrichtungen z.t. mehrer hundert Kilometer ausserhalb gebaut. Ausserdem dürfte so eine Fläche am Stadtrand ziemlich teurer sein. Von Bürgerinitiativen ganz zu schweigen.


    Dieser Tropenpark ist das beste was Brandenburg passieren konnte. Bis jetzt ist nicht eine Euro Steuremittel in das Projekt geflossen. Ein Abriss der Halle, was die einzige Alternative wäre, hätte dagegen mehrere Millionen gekostet.
    Für Brandenburg gab es somit nichts mehr zu verlieren.


    Aber mich erschreckt schon wie wenig Aufbruchstimmung und Enthusiasmus herrscht. So langsam gönne ich den wirtschaftlichen Niedergang diesem Land. Überall nur Bedenkenträger.

  • Ach Gott ja, wenn es um öffentliche Gelder (bezügl. Infrastruktur) geht, möchte man schon ab und zu mal paar Bedenken haben, vor allem wenn an exakt der gleichen Stelle des Tropenparks vorher schonmal etliche Milliönchen in den Sand gesetzt wurden, und die Realität so aussieht, dass zur Eröffnung des Parks nur halb soviele Besucher kamen, wie erwartet. Das kann schon was heißen.


    Ansonsten bin ich dem ganzen Tropenpark durchaus positiv eingestellt...im Gegenteil dazu was Subventionen dafür angeht.


    Und ich denke schon, dass 50 km für den "einen oder anderen" (ohne Auto z.B.) etwas zu weit ist, wenn man bedenkt, was man letztendlich dafür geboten bekommt (bisher zumindest).

  • Zitat von larved

    Und ich denke schon, dass 50 km für den "einen oder anderen" (ohne Auto z.B.) etwas zu weit ist, wenn man bedenkt, was man letztendlich dafür geboten bekommt (bisher zumindest).



    Fährt da nicht ein RE oder Reisebus hin...? Oder ist das nur ein Eröffnungsangbot?

  • Na, dann dürfte die Anfahrt ohne Auto ja eigentl. kein Problem sein...Und einen ganzen Tag muss man ja so oder so "opfern", um das Erlebnis auch vollkommen auszuschöpfen...

  • Ich bin gespannt wer als Erster vom DAF dort sein wird! Ich sags euch, ich steh schon in den Startlöchern :D! Eine Freundin von mir hat scho Interesse bekundet dass sie mitfahren würde! Wär aber blamabal wenn ich als einer derjenigen die am weitesten weg wohnen, als erster dort wär!

  • Mir hätte es besser gefallen wenn man die Halle zu einer Waterfun - Halle mit extremen Wasserrutschen aus 100m etc. ausgebaut hätte, also eine Waterworld.
    Das hätte in meinen Augen mehr Erfolg gehabt.
    Die grösste Halle dieser Art steht zur Zeit in Edmonton, Kanada.
    Also besser Waterworld Brandenburg als Tropical Islands