Stadt der Moderne - Stadt im Umbruch

  • Da es für die Kulturhauptstadtbewerbung der Stadt Chemnitz (noch) immer keinen eigenen Faden gibt ( ;) ), werfe ich meinen Beitrag mal in diesen Ring: Falls sich jemand daran stört, bitte ich den Moderator, den Beitrag zu verschieben.


    Das Kulturhauptstadtbüro ruft auf seiner Seite chemnitz2025.de zu einer Art Wettbewerb auf: Aus der Bürgerschaft sollen Vorschläge für die Um- und Neugestaltung sowie die Anlage von Plätzen im gesamten Stadtgebiet in den Bewerbungsprozess eingebracht werden. Ideen, Visionen, neue Nutzungen für Freiräume, Brachen oder kaum genutzte bereits vorhandene Plätze. Bis 2025 sollen jedes Jahr mindestens 5 Ideen umgesetzt werden mit einem Budget von 2025 Euro pro Freiraum. Dabei soll es auch in Anbetracht des geringen Budgets nicht um Top-Down sondern um Bottom-Up-Prozesse gehen.


    Ich für meinen Teil werde mich mit einigen Ideen am Prozess beteiligen und würde gerne in die Runde fragen, wer sich ebenfalls daran beteiligen wird. Als bisherige Plätze habe ich für mich identifiziert:
    > Die sehr spannende Fläche zwischen Palm- und Reinhardtstraße mit den beiden Brandwänden sowie der alten Fabrik im hinteren Bereich.
    > Die optische Verlängerung des Wilhelm-Külz-Platz in Richtung StraNa und Von-Zimmermann-Straße
    > Den Bereich um den Seeberplatz, der an sich toll gestaltet ist, aber überhaupt nicht funktioniert
    > Der Bereich des Chemnitz Flusses zwischen Bierbrücke, Fabrik,- Theater- und Zwickauer Straße.
    > Sowie die überdimensionierten Mittelstreifen in den Bereichen Zschopauer/ Bahnhofstraße, Bahnhofstraße zwischen City-Strand und Plattenbauten sowie Theaterstraße im Kreuzungsbereich zur Zwickauer Straße.


    Würde mich freuen, wenn sich hier im Forum noch ein paar Leute mit tollen Ideen finden würden.

  • Danke für den Hinweis, das hätte ich sonst möglicherweise übersehen. Auch wenn ich zuerst gedacht habe, dass 2025 Euro extrem wenig sind, ist mir dann eingefallen, dass ich für eine der von Dir genannten Flächen schon lange eine Idee mit mir herumtrage, die mit dem Geld sehr gut umsetzbar wäre.


    Mir geht es auch um die Fläche an der Palmstraße (Richtung Reinhardtstraße fand neulich schon mal ein kleines Anwohnerfest statt, vielleicht war dort sogar eine Art Gartenfläche eingerichtet, da bin ich mir aber nicht ganz sicher). Ich werde mal ein paar Leute kontaktieren, würde aber darum bitten, keine Gegenvorschläge an dieser Stelle zu machen. Wenn meine Idee auf fruchtbaren Boden fällt, hättest Du in einem Online-Voting sowieso keine Chance :-). Gleichzeitig wäre dann spannend, ob die Stadt sich dann einmischt oder uns einfach machen lässt...

  • ^^Na da bin ich aber gespannt ;)
    Ich würde meinen Vorschlag wohl trotzdem einreichen - Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft :lach:
    Freue mich aber sehr, dass du auch Ideen einbringst :daumen:


    Ich gehe davon aus, dass die Stadt sich in den Prozess einbringen wird. Schon alleine weil die Gelder bewilligt werden müssen und der Stadtrat sicher auch daran interessiert ist, die Gelder möglich effizient und nachhaltig zu investieren. Macht aus meiner Sicht auch Sinn, da im Endeffekt nochmal mit einem planerischen Blick drüber zu schauen.

  • In der nächsten Stadratsitzung soll der Beschluss für den Abriss der Industriebrache an der Rudolf-Krahl-Straße 5 (Luftbild) gefasst werden (Beschlussvorlage). Durch einen Großbrand im Mai 2018 mussten bei der Brandbekämpfung bereits größere Teilabbrisse vorgenommen werden, jetzt soll für fast 700.000 Euro, davon beachtliche 555.000 Euro Fördermittel, eine Beräumung der Flächen mit anschließender Begrünung erfolgen.

  • An der Palmstraße ist der Palmgarten, ein Permakulturprojekt, von der Stadt gefördert. Auf der gegenüberliegenden Seite, neben dem Keramikladen, ist noch Platz.

  • Zur Rudolf Krahl Straße 5:


    Es handelt sich hierbei um die ehemalige Dampfwäscherei Kabel. Kabel - das war einst mal ein bekannter Unternehmer und hat meines Wissens nach auch in der Kassbergstraße 1 oder 2 Häuser errichten lassen. Er war wohl in der Bevölkerung damals hoch angesehen, scheint ein guter Mensch gewesen zu sein. Das schlichte Grabmal existiert noch heute auf dem Hauptfriedhof, sogar direkt am Hauptweg anliegend und wenn ich mich recht entsinne auf der Seite wo auch das imposante Grabmal des Reisszeug-Richters steht, nur näher am Rhododendron-Rondell.


    Der letzte Eigentümer hat sich relativ zeitig in die USA abgesetzt und sich nie mehr um das einst sehr schöne Ensemble gekümmert. Im letzten Jahr hat er wohl den Besitz abgegeben, Folge war die Versteigerung des Areals - allerdings wurde vorher per Beschluss festgelegt, dass dort renaturiert werden soll (oder so ähnlich). Damit wurde das Areal für andere Bieter künstlich unattraktiv gemacht.


    Wirklich schade um das schöne Ensemble, allerdings ist auch nach dem Brand nicht mehr allzuviel vorhanden. Im Grunde steht mit Ausnahme der Nebengebäude nur noch Treppenhaus und Fassade der einstigen Wäscherei. Ich war neulich mal vor Ort um mir die Ausmaße anzuschauen, ein düsteres Bild.


    Hinter dem Fabrikareal ist ein kleiner Teich mit einem völlig verfallenen alten Wochenendhäuschen, meines Wissens nach gehört das zum Areal dazu.


    Eine Besonderheit gibt es noch: Die Schriftzüge auf dem Fabrikgebäude und auf dem Schornstein sind gemauert - das habe ich in Chemnitz bisher nur in der Spemafa (ehemals Unger AG) gesehen und erklärt auch, warum beide Schriftzüge selbst heute noch so gut zu erkennen sind.


    Ich werde das Gebäude jedenfalls vermissen, denn es war schon sehr nett anzusehen mit dem Türmchen und der schönen Ziegelfassade... Schade, dass man da nicht viel eher reagiert hat.:nono:

  • ich verfolge dieses Forum nun schon eine weile und bin langsam sehr belustigt über manche Beiträge. Vor allem solche in denen wild spekuliert wird ,geht es voran oder nicht', ,tut sich leider nichts'. Ich kenne ein paar Eigentümer der hier vorgestellten Häuser und weiß, das sich dort mehr tut als es den äußeren Anschein hat. Aber wie man hier problemlos nachlesen kann liegt das Interesse der Autoren mehr auf dem äußeren Schein statt dem wirklichen (inneren) Sein.

  • Ich wollte nur mal darauf hinweisen, das man auch mal hinter die Fassade schauen sollte und diese nicht nur von außen beleuchtet ;), habe bewusst auf Beispiele verzichtet, damit sich niemand beleidigt fühlt.

  • Also ich kriech ja nu nich in jedes Haus nei, wäre ja noch schöner. Insofern urteilen wir hier in den meisten Fällen nach äußeren Eindrücken. Wenn jemand weitergehende Informationen hat, darf er sie hier gerne kundtun.

  • Der Beitrag ist insofern völlig nachvollziehbar, dass für Nutzer oder Mieter von Sanierungsobjekten die Qualität der Räume natürlich entscheidend und sicher wichtiger als die Fassade ist. Wir sind hier aber in der Regel keine zukünftigen Nutzer, sondern eher interessierte Passanten und richten deshalb den Blick logischerweise auf den "äußeren Schein". Wie sollte es auch anders sein? Kein Bauherr würde es gerne sehen, wenn jemand mit der Fotokamera durch seine Innenräume geistert, und noch unbeliebter würde man sich machen, wenn man sich als potentieller Mieter oder Käufer ausgibt, nur um sich mal im Inneren umschauen zu können. Es ist also eher gutes Benehmen als mangelndes Interesse...

  • Epgs/hss


    Sofern die Fassaden noch unsaniert sind, gebe ich dir uneingeschränkt recht - wobei das sicher nie im Sinne eines Bauherrens ist, den Baufortschritt innen öffentlich zu dokumentieren. So gesehen sind alle Spekulationen doch nachvollziehbar und für den Bauherren relativ egal.


    Sehr wohl kann man aber von einer fertig sanierten Fassade auch auf die inneren Werte schließen. Man sieht einfach, ob sich jemand Mühe gibt bei einer Sanierung oder ob nur "husch husch" durchgerannt wird.


    Wer seine schöne Gründerzeitfassade mit Polystyrol zupappt, vollbringt erfahrungsgemäß auch im Inneren keine Glanzleistungen.;)


    Umgedreht mag das eher andersrum sein: Es gibt manche Bauherren die Dach + Fassade (so noch einigermaßen in Schuß) erstmal hinten anstellen um das Objekt erstmal nutzbar zu machen. Die Sanierungen folgen dann meist einige Jahre später und oft auch in einer annehmbaren Qualität.


    Wie gesagt, das sind meine Erfahrungen mit der Thematik.


    Achso: Herzlich willkommen im Forum :daumen:

  • Der angeblich kurz bevorstehende Zusammenbruch der Annaberger Straße 110 ist bis heute nicht passiert, auch von dem geplanten Abriss hat man schon eine Weile nichts mehr gehört - an sich schon kein schlechtes Zeichen. Heute berichtet die Freie Presse (Link) aus der Bauauschusssitzung, dass die Stadt mit dem Besitzer Kontakt aufnehmen konnte und der dem Eigentümer der anderen Haushälfte Sicherungsmaßnahmen erlaubt hätte. Dadurch stünde ein Abriss momentan nicht mehr zur Debatte. Die Stadt werde jetzt Denkmal-Fördermittel für die Notsicherung bereitstellen. Für den offensichtlich allseitig angestrebten Besitzübergang an den Eigentümer des Nachbargebäudes wird weiter der Weg der Zwangsversteigerung verfolgt. Einen Termin gibt es aber noch nicht, was mir nach fast einem Jahr seit dem Antrag als Armutszeugnis für die Justiz erscheint. Trotzdem darf man weiter auf Erhalt und Sanierung des Denkmals hoffen.

  • ^ Gegen einen eigenen Thread spricht zum Thema Kulturhauptstadt nichts. Nur sollte das Thema dann nicht hier im DAF vor sich hin Rosten.

  • Die Freie Presse berichtet über eine angekündigte Straßensperrung der Limbacher Straße zwischen den Kreuzungen Reichsstraße und Kanzlerstraße für "den Abriss eines Privathauses" (Link, Luftbild). Leider wird das nicht näher spezifiziert, aber es kann sich eigentlich nur um die Limbacher Straße 12 handeln, was sehr bedauerlich wäre und eine häßliche Lücke in die bisher geschlossene Häuserzeile reißen würde:

    Bild: (dwt).

  • ^ Eine gute Nachricht muss auch keine gute Nachricht sein.


    Ich war heute vor Ort, und konnte feststellen das man das geschlossene Karree auf der Stadtauswärtigen Seite nicht zerstört.
    Dagegen aber auf der anderen Straßenseite.


    Abgerissen wird die seit Jahren leerstehende Limbacher Straße 09 auf Kaßberger Seite.
    Vor etlichen Jahren hat man das Haus Sanieren wollen, ist dann aber höchstwahrscheinlich in Konkurs gegangen. Die arbeiten stoppten, und seitdem ist bis heute nichts mehr passiert.


    Der Erhalt der Häuser ist der Stadt eigentlich wichtig.
    Aber es wird in bestimmten Beschlussvorlagen Hauptsächlichst von der Karreebebauung der Limbacher Straße, (Stadtauswärts) .. Matthesstraße, bis hin zur Kanalstraße gesprochen. Vor allem soll eine zukünftige Bebauung die noch vorhandene Leipziger Straße 17 in Karreestruktur mit einfassen.


    Bei der nun angehenden Beseitigung der Limbacher Straße 09, wird es so schnell sicher keine Nachfolgebebauung geben.
    Und auch wenn die Hausnummer 09 mehr zugepappt wurde, wird sie wie an Teilen der Zwickauer Straße eine hässliche Narbe hinterlassen.


    Zunächst die Nachbarbebauung, Limbacher Straße 11
    Vom Oktober 2014:


    j


    Und der Nachbar, Limbacher Straße 07:
    (Ebenfalls vom Oktober 2014)



    Während die Hausnummer 07 & 11 unter Denkmalschutz stehen, ist das bei der Hausnummer 09 nicht der Fall.


    Nun aktuelle Bilder von heute.


    Blick, Stadteinwärts:



    Der Vermietungsstand der Nachbarschaft ist sehr gut.




    Und noch zwei Bilder von der Rückseite:




    eigene Bilder. Juni 2019

  • Das wäre die beste Nachricht, auch wenn ich erst mit dieser Möglichkeit zweifelte.


    ^ Ich habe auch hin und her überlegt, was ein Abriss derzeit bringt. Ich komme auch auf die Lösung, dass das Grundstück dem Eigentümer nichts bringt, wenn da eine Wiese vor sich hin wächst, oder gar ein Parkplatz die Nische füllt. Es gibt ja für einen Abriss kein Fördergeld mehr.. und ganz ruinös scheint das Haus auch noch nicht zu sein. Gedanklich kann es sich nur rechnen, wenn man saniert, oder eben Neu baut.


    ^ Hast du zufällig den Artikel parat?