Stadt der Moderne - Stadt im Umbruch

  • Die Freie Presse vom 11.01.2009 meldet unter der Überschrift Baustopp an der Poelzig-Fabrik: 15-Millionen-Projekt an der Zwickauer Straße ruht: Entscheidungen über Großmieter und Gestaltung stehen aus


    Bis Jahresende 2009 soll sich auf dem Gelände zwischen Zwickauer und Ulmenstraße laut Belinda Ebersbach von der Poelzig Bau Projekt GmbH Chemnitz kein Rad drehen. "Der Planungsaufwand und die Probleme sind größer als erwartet", sagte sie. Zu den Gründen im einzelnen im Artikel. Auf jeden Fall halten die Bauherren am Projekt fest, so Ebersbach: "Es wird was passieren."
    http://www.freiepresse.de/NACH…LES/CHEMNITZ/1431942.html


    Die Poelzig-Fabrik ist eines der bedeutenden Industriedenkmale in der Stadt.


    Auf insgesamt 11.000 m² Grundstück in zentrumsnaher Lage werden wir mit einem modernen Konzept Raum für hochwertige Arbeitsplätze, für Freizeitaktivitäten, Gastronomie, Bildung und Loft-Wohnraum schaffen.
    http://www.bauplanung-steinert.de/poelzig-fabrik.72136.php


    Website des Projektes: http://www.p-bau-projekt.de/

  • Das Stadtentwicklungskonzept ist jetzt online, leider in etliche PDF-Dateien aufgeteilt und damit etwas unübersichtlich: http://www.chemnitz.de/chemnit…ngskonzept_seko_start.asp. Knapp 200 Seiten wollen natürlich erstmal durchgearbeitet werden.
    Schon auf die Schnelle bestätigt sich aber die aus Leipzig bekannte Tendenz, daß alle Plattenbaugebiete mit extremen Bevölkerungsrückgängen zu kämpfen haben. Spitzenreiter ist der Stadtteil Morgenleite im Heckert-Gebiet, der in nur vier Jahren 20,4 % seiner Einwohner verloren hat (allerdings auch bedingt durch Abrisse). Die Gründerzeitviertel haben sich dagegen ziemlich gut entwickelt.


    Zur Poelzig-Fabrik: Baustopp bis Ende 2009 ist für mich gleichbedeutend mit Contiloch II, was natürlich sehr schade wäre. Der verlinkte FP-Artikel funktioniert leider nicht.

  • Mit dem Fokus auf die Baudenkmale und insbesondere Gründerzeithäuser lese ich das SEKo als unmittelbare Fortsetzung und Vollendung des bislang gegangenen Weges. Bis auf kleine Änderungen wie die nun schon mehrfach erwähnten Wächterhäuser (bislang eines) ist alles so wie es schon in den letzten Jahren geplant wurde.


    Fachkonzept
    05.01 Städtebau und Denkmalpflege


    Die Stadt Chemnitz wurde nicht 1165 in der Flussaue gegründet, sondern im dritten Viertel Hälfte des 12. Jh., vermutlich 1165 oder aber erst in den 1170er Jahren, eine Siedlung auf dem hochwasserfreien Rücken um die Johanniskirche. Erst in den Jahrzehnten um 1200 wurde eine zum Reich gehörende Stadt in der Flussaue an der Stelle des heutigen Zentrums angelegt. Doch geschenkt, denn es ändert ja nichts am Konzept. Nach vorne orientieren. ;-)


    S. 27
    Die unmittelbar das urbane Stadtzentrum umgebenden Wohngebiete mit ihren vorwiegend geschlossenen Blockstrukturen … sind zu erhalten bzw. aufzuwerten. In Folge des demografischen Wandels entstandene bzw. entstehende Freiräume in Teilbereichen sind durch Schaffung neuer urbaner Qualitäten auf der Grundlage quartiersbezogener Konzepte zu füllen. Die Perforation der Stadt ist zu vermeiden.


    Hmm, wenn die Blockrandstrukturen zu erhalten sind, wie entstehen dann weiterhin neue Freiräume in Teilbereichen? Ich werde den Verdacht nicht los, hier hätte die GGG die Feder geführt mit ihrem oben erwähnten schönen Konzept, Gründerzeithäuser abzubrechen und auf das bereits erschlossene Bauland neue schöne Stadthäuser für ein anderes Klientel zu setzen.


    S. 28
    Vor dem Hintergrund des vorhandenen Überangebots an Wohnraum in den unterschiedlichen Lagen sind im Rahmen des gesamtstädtischen Umbauprozesses besonders die Bereiche an den Haupteinfallstraßen (Zwickauer Straße, Limbacher Straße, Annaberger Straße, etc.) von einem schrittweisen Rückzug der Wohnbebauung geprägt. Für diese stadtstrukturell bedeutenden Straßenzüge sind unter Einbeziehung der unmittelbar angrenzenden Blockstrukturen mit teilweise innen liegenden gewerblichen Einrichtungen Konzepte zur konsequenten Umnutzung und Umgestaltung zu entwickeln.


    Trotz Anerkennung der Bedeutung der Straßenzüge lese ich das wie Ankündigungen zum Abbruch. In Leipzig gibt es für solche Straßen (Zschochersche Straße, Lützner Straße, Georg-Schwarz-Straße, Georg-Schumann-Straße, Eisenbahnstraße … ) Erhaltungspriorität.


    Hier heißt es z.B.: Zudem bestehen innerstädtisch nur geringe Rückbaupotentiale, da der Leerstand sich v.a. auf stadtstrukturell bedeutsame Lagen konzentriert (z.B. an Magistralen). (S. B 1-9)
    http://www.leipzig.de/imperia/…o_Teil_B_Fachkonzepte.pdf


    B 1-19:
    Konsolidierungswürdige Gebiete
    Zielkategorie: Erhaltungspriorität, insbesondere an den Magistralen
    Ziele und Handlungsbedarf: Vorrangiger oder dringender Steuerungsbedarf zu Erhalt, Sanierung und Revitalisierung der Gebäudebestände, im Einzelfall auch behutsame gestalterisch und funktional verträgliche bauliche Ergänzung;
    Stabilisierung oder Etablierung einer urbanen Nutzungsmischung,
    konsequente Sicherung gefährdeter Denkmalbestände
    Merkmale im Bestand:
    Stadtbildprägende Bebauung entlang der Magistralen und herausgehobenen öffentlichen Räume, überwiegend mit hohem Denkmalwert und Bestand an Baudenkmalen, historische Prägung durch urbane Nutzungsmischung.
    hoher Handlungsbedarf infolge Sanierungsrückstand, teils Gefährdung der Bausubstanz, hoher Leerstand und Nutzungsdefizite
    Förderoptionen:
    Vorrangige Förderung für Gebäudeinstandsetzung und Modernisierung, insbesondere für denkmalpflegerischen Aufwand und bei Bedarf Gebäudesicherung


    B 9-4

    9.3.2. Räumliche Schwerpunkte und teilräumliche Ziele
    - Bestandteil eines weitgehend geschlossenen bzw. wiederherstellbaren, wesentlichen Straßen- oder Platzraumes (Magistralen, Ecksituationen, Lückenschließungen), insbesondere als Bestandteil historischer Erschließungs- und Sichtachsen der historischen Stadtentwicklung


    Fachkonzept Denkmalpflege
    2. Integrierte Magistralenentwicklung
    Für die besonders gefährdeten Bereiche der stark belasteten Verkehrsadern, den Magistralen, mit hohem Anteil an städtebaulicher und denkmalpflegerisch wertvoller Bausubstanz, ist im Gesamtkonzept (und auch im Fachkonzept Wohnen) ein integrierter Ansatz vorgesehen. …


    Fünf Seiten zu „Städtebau und Denkmalpflege“ in Chemnitz, auf denen auch noch relativ breit auf Gartendenkmalpflege eingegangen wird, stehen sieben für Leipzig gegenüber, die allerdings wesentlich mehr Gehalt haben und viel konkreter werden. Direkte Steuerungsmaßnahmen wie etwa das Gebäudesicherungsprogramm der Stadt Leipzig oder vertiefte Untersuchungen (Denkmalpflegekonzepte, Denkmalpflegepläne) sind für Chemnitz offenbar nicht vorgesehen.


    Besonders spannend ist die letzte Grafik im Kapitel 05.01 – Städtebauliches Entwicklungskonzept – Chemnitz 2020.


    Hier sind drei „Konfliktbereiche Stadtumbau / Denkmalschutz“ herausgenommen, die ganz unmittelbar mit den genannten Prioritäten beim Stadtumbau, insbesondere Abbruch und Neubau an den Einfallstraßen, zu tun haben.


    1 - Leipziger Straße – der oben bereits diskutierte, noch geschlossene Block (teils mit jüngeren Ergänzungen) Leipziger Straße, Altendorfer Straße, Arthur-Bretschneider-Straße und Glauchauer Straße ( http://maps.live.de/LiveSearch…&dir=0&tilt=-90&alt=-1000 ), bei dem offenbar zumindest die Bebauung an der Leipziger Straße weitestgehend fallen und anders gestaltet werden soll. Bis jetzt konnte mir jedoch leider noch niemand erklären, warum etwa die durchaus vermieteten neuen Häuser an der Ecke Leipziger Straße / Gottfried-Keller-Straße wenige Schritte stadtauswärts oder auch dann hier an der selben Stelle geplanten Neubauten weniger dem Lärm und Dreck einer Einfallstraße ausgesetzt sind als die noch existierenden Gründerzeithäuser und warum diese dann aber vermietbar sein sollen.


    2- Bergstraße – die wenigen verbliebenen Häuser auf beiden Seiten der Bergstraße zwischen Matthesstraße/Schloßteichstraße und Mittelstraße. Im weiteren Umfeld dieser Resthäuser sieht man exzellente Beispiele für Stadtumbau nach Chemnitzer Modell, vor allem in Richtung Leipziger Straße, einstige Konkordiastraße und Hartmannstraße, die als Vorbild dienen dürfen für die vorgesehene Gestaltung dieses Bereiches, der durch den Innenstadtring noch zusätzlich aufgewertet werden soll.
    http://maps.live.de/LiveSearch…&dir=0&tilt=-90&alt=-1000


    3 Südliche Zietenstraße – Block zwischen Zietenstraße, Jakobstraße, Schüffnerstraße und Augustusburger Straße. http://maps.live.de/LiveSearch…&dir=0&tilt=-90&alt=-1000
    Hier verstehe ich es bis heute nicht, warum ausgerechnet dieser Block weitgehend abgeräumt werden soll. Er ist sowieso nur noch an der Zietenstraße und den Anschlüssen komplett, aber für den Eingangsbereich zur Zietenstraße von großer städtebaulicher Bedeutung. Wenn ich böse wäre, würde ich vermuten, dass er das große Pech hat, genau gegenüber vom Hauptquartier der GGG zu liegen. Aber ich bin ja nicht böse und lasse es mir erklären, was gegen den Erhalt der unteren Zietenstraße sprechen soll.


    05.02 Wohnen
    ... In den kommenden Jahren (einschließlich 2008) sind insofern noch rund 6.800 weitere Wohnungen zum Rückbau vorgesehen, die zum heutigen Stand noch nicht vollständig und adressgenau untersetzt sind. … Um zu einem stadtweit durchschnittlichen Leerstand von maximal 15 % (inklusive Fluktuationsreserve) zu kommen, besteht über die 21.000 WE hinaus ein Abbruchbedarf bis 2020 von ca. 8.000 bis 16.500 Wohnungen. D.h. der zusätzlich angemeldete Abbruch von 6.000 WE ist nicht ausreichend.


    Auch die restlichen Fachkonzepte sind nicht uninteressant, aber führen in dem Forum sicher zu weit weg. Aufgefallen ist mir allerdings bei „Einzelhandel und Nahversorgung“, dass es im Chemnitzer SEKo keine einzige Geschäftsstraße mit kleineren Läden links und rechts gibt, sondern nur A-, B-, C- oder D-Zentren. Auch hier setzt Leipzig mittlerweile schon wieder auf die (Weiter)-Entwicklung bzw. Wiederbelebung von Geschäftsstrassen wie etwa Karl-Liebknecht-Straße, Georg-Schumann-Straße, Könneritzstraße, Karl-Heine-Straße, Zschochersche Straße und anderen mehr.


    Von Leipzig lernen heißt siegen lernen!!! ;-)

  • @cherubino: Ist es sinnvoll, etwa zum Anstoß einer Diskussion einige Beiträge von hier dort einer Sekundärverwendung zu unterziehen oder ist es besser, lediglich hierher zu verweisen?


    Ich würde mir einen Thread speziell zum SEKo wünschen und einen zum Reitbahnviertel, speziell zum experimentellen Karree, und dann einige Beiträge wiedernutzen. Ist es sinnvoll, von vornherein schon einmal Threads zu einzelnen Gebieten anzulegen, um eine Struktur von Anfang an zu definieren, etwa zum Kaßberg oder Sonneberg und Lutherviertel zusammen (oder getrennt) bzw. Yorck- und Beimlergebiet oder Heckertgebiet zusammen?


    Wo könnte das neue Forum noch beworben werden, auf dass es bis Mitte Februar entsprechend bekannt geworden ist?

  • Zur Bedeutung der SEKos am Beispiel Leipzig:
    Warten auf das Seko: Stadtentwicklungskonzept kommt 2007 nicht mehr in den Stadtrat
    Ralf Julke, 13.09.2007 http://www.l-iz.de/Leben/Gesel…adtentw-200709130010.html



    Landesdirektion Chemnitz
    http://www.ldc.sachsen.de/7222.htm


    Städtebauliches Entwicklungskonzept (SEKo)
    Über 80 Städte im ehemaligen Regierungsbezirk Chemnitz haben seit dem Jahr 2000 städtebauliche Entwicklungskonzepte bzw. Teilkonzepte Wohnen als wesentliche Planungsinstrumente bzw. Planungsstrategien für die Stadtumbaumaßnahmen erarbeitet (Karte).


    SEKo Aue
    http://www.aue.de/aue/content/5/31012003085847.asp


    SEKo Meerane
    http://www.meerane.de/meerane/seko/seko.php


    Olbernhau
    http://www.olbernhau.de/olbern…07/SEKo_Text_25_04_07.pdf


    Stadtkonzept Plauen 2022 – SEKo
    online?


    SEKo Reichenbach/Vogtland - in Bearbeitung, Entwurf nicht veröffentlicht
    http://www.reichenbach-vogtlan….asp?MenuID=358&SubPage=2


    SEKo Zwickau 2020 - Das Konzept
    http://www.zwickau.de/de/polit…elt/seko/seko_konzept.php


    "Restsachsen"


    SEKo Dippoldiswalde - bis Ende 2009
    http://www.dippoldiswalde.de/d…_gallery/STR-2008-056.pdf


    SEKo Gröditz - Fertigstellung Anfang 2009
    http://www.groeditz.de/index.php?id=600


    SEKo Radeberg
    http://www.radeberg.de/seko/seko.pdf


    SEKo Zittau
    http://www.stadtsanierung-zittau.de/page.php?p=3


    Und eine der am härtesten betroffenen Städte im Osten überhaupt:
    Weißenfels
    http://www.weissenfels.de/dateien/SEKO_WSF_Internet_(2).pdf

  • @ LE mon. hist.


    JA, das ist eine gute Idee, weil das SF gerade im Reitbahnviertel engagiert ist.



    Bitte nicht ganze Beiträge anderer zitieren, und wenn zitiert wird, bitte auch als Zitat kenntlich machen. Klappt oben mit dem Button "Zitat einfügen" prima. Gruß, Cowboy

  • Schön, dass ihr euch verstärkt zu Chemnitz engagiert. Da wird es höchste Zeit, der Übersichtlichkeit halber ein wenig Struktur reinzubringen. Statt alles in einen Thread zu posten, empfiehlt es sich - z.B. beim Thema Umbau des Hauptbahnhofes - mehrere Stränge anzulegen. Ideen und Vorschläge dazu bitte nicht hier im Strang diskutieren, sondern entweder unter euch via PN oder ihr wendet euch zusätzlich - ebenfalls via PN - an einen Moderator, z.B. an mich.


    Chemnitz ist im DAF noch sehr jungfräulich. Um die Resonanz zu erhöhen und mehr User für die Stadt zu begeistern, wäre mein Vorschlag, die Themen und Beiträge für interessierte Neulinge klar und verständlich zu formulieren. Zum Beispiel so:



    • Themenstränge bunt gestalten, indem ihr mehr Fotos postet (immer aufs Copyright achten und immer die Quelle angeben, auch wenn's die eigenen Fotos sind)

    • Themenstränge übersichtlich, informativ und projektbezogen gestalten (griffiges Thema, klare Gliederung, keine überflüssigen Zitate, wenig off topic, verzichtet so weit es geht auf Abkürzungen, keine Einzeiler und - wenn es sich vermeiden lässt - auch keine Romane, keine Linksammlungen)



    Darüber hinaus versteht sich das DAF auch als Forum für Neubauprojekte. Es wäre schön, wenn dazu auch Themenstränge angelegt werden.

  • In der Morgenpost (bzw. sz-online) ist heute ein kleiner Artikel zur GGG-Sanierung auf dem Kaßberg: http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2045536


    Kernpunkte:


    - 2,5 Millionen Euro Investition bis zum Sommer in die Fünfgeschosser in der Horst-Menzel-/ Ecke Walter-Oertel-Straße
    - 50 Ein- bis Vierraumwohnungen (35 bis 80 qm) sollen auf modernsten Standard gebracht werden (Balkon, Loggia, Bad mit Wanne, Solartherme)
    - Vorgärten und grüner Innenhof
    - beim ersten Besichtigungstermin im Dezember hätten die Interessenten Schlange gestanden


    Luftbild: http://maps.live.de/LiveSearch…&dir=0&tilt=-90&alt=-1000



    Zudem soll die "Bazillenröhre" saniert werden (Tunnel zwischen Bahnhof und Sonnenberg). Im Falle einer Sanierung erhält der Tunnel neben einem freundlicheren Anstrich unter anderem auch ein Blindenleitsystem, eine Videoüberwachungs-und eine neue Beleuchtungsanlage. Über dieses Vorhaben diskutiert am Dienstagabend der Bauausschuss.
    Klingt für mich nicht unbedingt nach dem großen Wurf. Mal ganz ins Blaue und unbelastet von Detailkenntnissen wäre aus meiner Sicht eine Brückenlösung optimal.

  • Auch wenn ich noch nichts alles detailliert lesen konnte, ist das Stadtentwicklungskonzept für mich eher eine Vernebelungsmaßnahme. Zentraler Punkt im ganzen Konzept sind die beiden Grafiken auf Seite 166 und 167 im Punkt "Umsetzungsstrategien" (http://www.chemnitz.de/chemnit…6_Umsetzungsstrategie.pdf). Hier werden Umstrukturierungs- und Rückbaugebiete definiert - allerdings so unklar, daß man selbst mit detaillierten Kenntnissen und den bekannten Internethilfen unmöglich die Planungen nachvollziehen kann. In diesen Gebieten wird man bspw. keine Gemeindebestätigung für SAB- oder KfW-Darlehen und Zuschüsse bekommen.
    Zudem trieft aus allen Ecken des Konzeptes der Irrglaube, Stadtteile durch Abrißmaßnahmen aufwerten zu können, Rückzug des Wohnens an Haupteinfallstraßen scheint gleichbedeutend mit Abriß etc.


    Nur weil ich noch nicht alles restlos durchgearbeitet habe, spreche ich noch nicht von Verarsche und Kulissenschieberei...

  • Wen interessieren schon Neubauten? Wirklich gute kann man an einer Hand (wenn überhaupt) abzählen. Einzig bei einzelnen "Leuchttürmen", wenn größere Summen im Spiel sind, kommen ab und an auch mal gelungene Werke bei raus, die zumindest einzeln betrachtet so etwas wie Flair versprühen. Aber für die breite Masse an Neubauten kann man nix erwarten. Vor allem Wohnbebauung ist hiervon stark betroffen. Da zählt die knallharte Ökonomie. Eben weil im Gegensatz zu früher, heute kaum mehr qualitative Mindeststandards für Fassadengestaltung, etc. definiert werden. Gerade die historische Architektur weiß mit ihrer schierbar unendlichen Anzahl an verschiedenen Gestaltungselementen der Fassaden zu überzeugen. Liebe zum Detail eben. Umso wichtiger ist es, die Betrachtung auf die noch erhaltene Substanz zu lenken. Gerade die scheint ja vermehrt breitere Schichten der Bevölkerung zu interessieren.

  • ^


    1. An wen richtet sich dein Beitrag?
    2. Woher weißt du, was User interessiert?
    3. Ganz allgemein: Was hat dich dazu veranlasst, die Phrasendreschmaschine wieder anzuschmeißen?

  • Cowboy :



    Meine Antwort bezog sich auf die von dir gelöschte Aussage von cherubino, der sich darüber
    amüsiert hat, dass man sich hier im Chemnitz-Thread verstärkt auch Neubau-Projekten widmen soll.
    Grundsätzlich mag das nicht so verkehrt sein, wie man auch an der Vielzahl an schönen Neubau-Threads im
    Leipzig-Thread sehen kann. Jedoch liegen die Probleme in Chemnitz derzeit wohl erheblich und ganz
    bedrohlich an anderer Stelle. Und genau diese Probleme, sowie das Interesse an Altbausubstanz in Chemnitz
    sorgen derzeit hier im DAF für das stark gestiegene Chemnitz-Interesse und die gestiegenen Mitgliederzahlen;
    ähnlich wie im Leipzig-Thread. Dies nicht zu erkennen, halte ich für realitätsfern.


    Warum Kritik hier desöfteren gelöscht wird, ist für mich ohnehin persönlich nicht nachvollziehbar. Was
    soll das Unterdrücken von Meinungen bringen?
    Darauf aufbauende Diskussionen wären sicher der richtigere Weg. So wie das zum Teil im Plattenbau-Thread abläuft. Auch wenns dann zum Teil grenzwertig wird; wie jetzt eventuell gerade. ;)



    Aber um wieder auf Chemnitz zurückzukommen:


    Ich denke cherubino hat als Chemnitzer sicher ein sehr gutes Gefühl dafür, welche Probleme in der Stadt
    akut sind und was falsch läuft. Dies unterstreichen bekanntlich diverse andere Mitglieder und auch überregionale
    Zeitungen. Dementsprechend kann ich seine Äußerungen verstehen.


    Meine Feststellung "Wen interessieren schon Neubauten?" war auf den größeren Teil der Mitglieder hier im Chemnitz-,
    sowie Leipzig-Thread bezogen. Ich erlaube mir die Behauptung, dass der Großteil der Mitglieder hier eben wegen
    der schönen Altbauten surft und sich für deren Erhalt engagiert. Gerade die Gestaltung von Wohnbebauung war
    früher wesentlich hochwertiger als heute. Einzig Neubauten von Banken oder des Staates, wo größere Summen im Spiel
    sind, wissen ab und an zu gefallen. Mir gefällt z.B. der Anbau der Deutschen Nationalbibilothek.


    Gernerell kann man vielleicht sagen, dass aufgrund der knappen Finanzmittel im Osten moderne Architektur
    desöfteren recht billig daher kommt, und daher bei der Bevölkerung nicht gut ankommt.


    Dies zu beschönigen, bringt doch nix. Die Realität zeigt doch, dass ein großer Teil der Menschen der vordergründig rein ökonomischen,
    und damit desöfteren optisch minderwertigen Architektur nix abgewinnen kann und das nicht schön findet. Im Gegenteil, die Sehnsucht nach früheren Baustilen steigt wieder (siehe Potsdamer Stadtschloss, Berliner Stadtschloss, Dresdner Frauenkirche, Dresdner Neumarkt, Braunschweiger Schloss, usw.)


    Aus funktionalen, ökologischen, und was weiß ich was für Gründen, mag ein Neubau besser oder auf ähnlichem Niveau wie ein schöner Altbau sein.
    Aber sind wir hier in einem Statik-Forum oder einem Ökologie-Forum? Wir sind doch in einem Architektur-Forum. Und da geht es nunmal vordergründig um die Optik!
    Und darauf bezieht sich meine Kritik. Schöne und begeisternde Neubauprojekte sind tendenziell eher die Ausnahme, denn die Regel.
    Das war wohl "früher" eher anders herum. Gerade im Bereich des Wohnungsneubaus. Und mit diesem Hintergrundwissen, dass zuküntig nichts besseres kommen wird, gilt es möglichst jeden Altbau zu erhalten.

  • LEgende , Meinungen werden hier nicht unterdrückt, aber ein "Neubauprojekte in Chemnitz *köstlich*" ist keine Meinung, und zudem auch keine passende Antwort auf meinen konstruktiv formulierten Beitrag. Ich behalte mir vor, gehaltlose Kommentare dieser Art, weil sie gegen die Richtlinien des DAF verstoßen, auch weiterhin zu löschen. Wer damit ein Problem hat, soll mich oder einen anderen Moderator via PN kontaktieren.


    Hier geht's jetzt bitte wieder zurück zum Thema.

  • "Neubauprojekte in Chemnitz *köstlich* ist sehr wohl eine Meinung. Nämlich meine zu dem Vorschlag, den ich fast schon als Aufforderung gelesen habe, hier im Chemnitzthread auch über Neubauprojekte zu schreiben. *köstlich* deswegen ............. es gibt in Chemnitz schlicht keine Neubauprojekte die es verdienen würden darüber zu schreiben. Wir sind hier nicht in Frankfurt. Das derzeitige Neubaugeschehen in Chemnitz beschränkt sich auf Eigenheime und Gewerbebauten. Die letzten großen Bauprojekte in Chemnitz waren ein 7 geschossiges Parkhaus in der Innenstadt und das neue Justitzzentrum auf dem Kaßberg. Für die nahe Zukunft ist nach meinem Kentnissstant nichts an bemerkenswerten Neubauten in Chemnitz geplant.

  • Außer den genannten Beispielen fällt mir auch kaum ein weiteres Neubauprojekt in Chemnitz ein. Gewerbebauten wie der Smart Systems Campus geben architektonisch sicher kaum etwas her. Das Justizzentrum allerdings würde es schon verdienen, hier mal fotografisch vorgestellt zu werden (Video siehe http://www.sachsen-fernsehen.d…News=334747&showSearch=11). Derzeit gibt es übrigens die wildesten Gerüchte, daß aufgrund der Fehlplanungen bezüglich des Raumbedarfs die JVA auf dem Kaßberg perspektivisch geschlossen werden wird, um dort zusätzlichen Platz für die Justizarbeit zu gewinnen. Die stark sinkenden Gefangenenzahlen und die Raumanordnung würden das jedenfalls ermöglichen.


    Nicht ganz uninteressant finde ich auch die Eigenheimbauten in der Wolgograder Allee, also dem Herz des Heckert-Gebietes, weil die für die einzig denkbare Zukunft der Gegend stehen. Leider kenne ich das nur vom Hörensagen, hier würde ich gerne sehen, wie genau sich diese Bauten in ein Plattenbauviertel einpassen. Leider ist es mir aufgrund der großen Entfernung nicht möglich, mal eben mit der Kamera loszuziehen und Bilder einzustellen...

  • Über den neuen Innenstadtring im Bereich Rembrandtstraße (Konzept siehe http://www.chemnitz.de/chemnit…dner_Platz_Zschopauer.pdf) haben wir ja bereits ausführlich diskutiert. Dafür werden jetzt durch zwei Brückensanierungen bzw. -neubauten die Rahmenbedingungen geschaffen. Seit gestern laufen die Arbeiten an der 1907 errichteten Brücke wieder. Fertigstellung soll Ende des Jahres sein, der neue Überbau wird laut Stadt Chemnitz dem Charakter der Brücke angeglichen (http://www.sachsen-fernsehen.d…x?ID=1095&showNews=336362).
    Auch am anderen Ende der Neubaustrecke, nämlich der Bahnbrücke am Dresdner Platz in Chemnitz, gibt es jetzt grünes Licht (http://www.sachsen-fernsehen.d…x?ID=1095&showNews=336569). Eine neue Brücke soll die knapp 100 Jahre alte ersetzen. Ein Jahr lang wird eine Behelfsbrücke errichtet, die neue Überführung soll dann in vier Jahren für Gesamtkosten von 25 Millionen Euro fertig sein. Beide Brücken waren derzeit in ihrer Tragfähigkeit eingeschränkt und äußerst marode.

  • Heute ist mal wieder einer der Tage, an dem man schlicht wahnsinnig werden könnte. Die GGG macht nämlich offensichtlich kurzen Prozeß und setzt radikal die Anfang Januar von der Freien Presse angekündigten Abrißmaßnahmen um. Für Hartgesottene gibt es davon ein Video beim Sachsen-Fernsehen, inklusive kurzer Stellungnahme von Bomber-Barbara: http://www.sachsen-fernsehen.d…x?ID=1095&showNews=337133


    Die August-Bebel-Straße im Luftbild (das grüne Haus neben dem Eckhaus): http://maps.live.de/LiveSearch…&dir=0&tilt=-90&alt=-1000


    Bei der Yorckstraße war uns nicht ganz klar, welche Häuser gemeint sind. Dank des Videos wissen wir jetzt, daß es sich um den langgestreckten Bau mit Satteldach entlang der Straßenfront und das vereinzelte Gebäude im rechten Winkel dazu handelt: http://maps.live.de/LiveSearch…&dir=0&tilt=-90&alt=-1000. Abgesehen von der Heinrich-Schütz-Straße die einzigen erhaltenswerten Bauten neben einer Vielzahl von Plattenbauten.


    Wenn ich nicht mein Herz an die Stadt verloren hätte, müßte man glatt sagen, daß die Stadt und ihre Bewohner eben untergehen sollen, wenn sie ihren Politikern und ihren Handlangern der GGG nicht in die Hand fallen kann. Nur zu, die GGG hat - ohne wahrscheinlich schon etliche aussortierte Abrißkandidaten - noch über 100 erhaltenswerte Mehrfamilienhäuser im Bestand, da kann man bestimmt noch eine Weile mit den Abrißprämien die Verluste in den Plattenbauvierteln auffangen. Irgendwann vernichtet die Marktwirtschaft dann auch die Plattenbaubestände und die Stadt hat sich auf die Hälfte "gesundgeschrumpft". Die aktuellen Verbrecher wird dann genausowenig jemand belangen wie heute die Politiker belangt werden, die Anfang der neunziger Jahre riesige Einkaufszentren auf der grünen Wiese genehmigt haben und damit die Grundfesten der Stadt unwiederbringlich erschüttert haben.


    Wer das alles unsachlich findet, kommt vermutlich aus einer Stadt mit Zukunft...