Leipzig: Fördergebiete und -projekte, Stadtumbau


  • - die Definition des "marktaktiven Leerstandes" scheint mir schwammig


    Ich habe die Definition und die Zahlenangaben aus dem aktuellen Monitoringbericht Wohnen 2011 übernommen, auf den auch in der Antwort zur Anfrage Nr. V/OB 540 vom 22.02.2012 verwiesen wird.



    - der Immobilienmarkt ist flexibel: höhere Nachfrage läßt die Preise steigen -> damit wird das Angebot wachsen


    Ist das wachsende Angebot die einzige zu erwartende Auswirkung steigender Preise oder sind kurz- bis langfristig auch andere, negative Folgen damit verbunden (Verdrängung, Segregation ...)?



    - die Leute suchen zentrale Wohngebiete mit hochwertiger sozialer, technischer, verkehrlicher
    und einkauftechnischer Infrastruktur - auch hier ist die Platte außen vor



    - zuzügler suchen sich andere stadtteile


    Was passiert mit den nicht wenigen Menschen, die sich die zentralen Wohngebiete demnächst nicht mehr leisten können oder die aufgrund Überschreiten der KdU-Richtlinien zum Auszug in den zentralen Wohngebieten gezwungen werden?


    Zuzügler_innen mit höherem Einkommen als die bisher dort ansässige Bevölkerung führen in den allermeisten Fällen dazu, dass die erzielbaren und damit auch von den Vermieter_innen aufgerufenen Mieten in diesen Wohngebieten steigen. Das ist der Lauf der Dinge, die mit dem Schlagwort Gentrifizierung beschrieben und hier in den letzten Tagen und Wochen intensiv diskutiert werden. http://www.deutsches-architekt…um/showthread.php?t=10077
    Natürlich sind das langsame Prozesse, zunächst werden sie vor allem bei den stiegenden Neuvermietungsangeboten deutlich sichtbar. Aber insgesamt und anhand von Einzelfällen wurde es hier bereits für das Waldstraßenviertel, Bachstraßen- und Musikviertel sowie Gohlis und Südvorstadt angesprochen. Beobachtbar sind ähnliche Prozesse nun auch in Connewitz, Plagwitz, den südlichen Teilen Lindenaus (zwischen Lützner Str. und Karl-Heine-Straße) und Reudnitz. Gerade für den Leipziger Westen ist eine Domino-Gentrifizierung feststellbar, also Umzugsketten-Aufwertungen, bei denen die Verdrängten aus den bereits vollständig gentrifizierten Gebieten (Schleußig, Waldstraßen- und Bachstraßenviertel) zugleich Aufwertungsakteure in den noch nicht oder weniger stark gentrifizierten Nachbarschaften (Plagwitz, Lindenau, Kleinzschocher) sind.


    Schon an anderer Stelle wurde die Frage gestellt, wohin das für Menschen führt, die am Ende der Umzugskette stehen. Meine Antwort ist weiterhin mit Blick auf Berlin und andere Städte: In die Großwohnsiedlungen am Stadtrand, speziell für den Westen nach Grünau. Ich wünsche mir natürlich eine andere Entwicklung, aber solange von vielen Menschen, insbesondere Entscheidungsträger_innen, das Problem noch nicht mal als solches gesehen wird, wird es auch kein Gegensteuern geben. Und die Diskussionen in anderen Städten zeigen ja, das es auch keine Patentlösung gibt und selbst als relativ drastisch bewertete und daher natürlich auch umstrittene Maßnahmen wie Milieuschutz und Erhaltungssatzen die Segregations- und Gentrifizierungsprozeße nur verzögern und abmildern, aber nicht abwenden können.



    - trotz aufgeregter gentrifizierungsdebatte "muss" kaum jemand nach grünau umziehen


    Da sind mir aus glaubhaften persönlichen Schilderungen unter anderem von aktuellen Gesprächen nach einer Mieterhöhung mit der zuständigen Bearbeiterin im Jobcenter bereits eine ganze Reihe anderer Fälle bekannt. Gerade Grünau und Paunsdorf werden auf den dortigen Fluren in letzter Zeit häufiger genannt. Wende Dich bitte mal an Sozialberatungsstellen und frage dort nach, wie deren Einschätzung ist. Die sich in Zukunft wohl noch verschärfende Situation erinnert mich sehr stark an Jena vor einigen Jahren, als nicht wenigen arbeitlos gewordenen Jungakademiker_innen, oft mit kleinen Kindern, als einzige Möglichkeit der Umzug nach Lobeda oder Winzerla eröffnet wurde.



    - der grünauer altersdurchschnitt von 49 jahren ist wenig aussagekräftig (schon eine familie mit drei kindern kann das durchschnittsalter eines halbleeren hauses statistisch in den grünen bereich ziehen. das ändert dann aber nichts daran, dass in den übrigen wohungen rentner leben. noch.)


    Das eine Durchschnittszahl, das sie, wenn sie auf einzelne Häuser runtergebrochen wird, auch mal zu nicht zutreffenden Schlüssen führen kann, mag so sein. Dies ist problemlos mit dem Fehler der kleinen Zahl zu begründen. Aber man kann nicht einen Durchschnitt mit dem Verweis auf diese Fälle einfach wegdiskutieren, denn in der Masse behält er natürlich seine Gültigkeit.


    Wir reden von Ende 2011 47.271 wohnberechtigten Einwohner_innen, also solchen mit Haupt- und Nebenwohnsitz in Grünau (Stadtbezirk West minus Miltitz). Der Altersdurchschnitt liegt bei 49,1 Jahren und ist (stadtweit) am höchsten in Grünau-Ost mit 54,7 Jahren. Andere Stadtbezirke weisen ganz ähnliche Zahlen auf, etwa Nordost mit 48,0 oder Nordwest mit 46,1. Aber spricht in Leipzig jemand vom demnächst aussterbenden Thekla (52,8), Sellerhausen-Stünz (50,3), Mölkau (50,6), Probstheida (51,0), Großzschocher (50,8) oder Gohlis-Nord (51,5)?


    Außerdem wird das deutlich geringere Durchschnittsalter etwa in Schleußig von 35,1 Jahren regelmäßig und ja auch durchaus berechtigt auf die hohe Zahl von jungen Familien mit Kindern zurückgeführt. Aber soll nun ein Argument nur noch dort gelten dürfen, wo es einem selbst paßt?



    - innerhalb der Kernstadt gibt es ein riesiges Neubaupotential auf Brach-/Leerflächen


    Berlin hat mit 3.500.000 Einwohner_innen ( Fortgeschriebene Bevölkerungszahlen vom 30. November 2011 des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg: http://www.statistik-berlin-br…1-01-00_124_201111_BE.pdf ) gut 6,6 mal mehr als Leipzig. Zuwanderung, der Druck auf den Wohnungsmarkt, durchschnittliche Neubelegungsmieten und vieles anderes mehr sind deutlich höher ( http://www.morgenpost.de/berli…zahl-auf-Rekordstand.html ). Die neue Regierung strebt durchschnittlich 6000 neue Wohnungen im Jahr an, der Wohnungsmarktexperte Harald Simons vom Institut Empirica fordert 10.000 Wohnungen pro Jahr und das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung sogar 12.000 ( http://gentrificationblog.word…er-statt-wohnungspolitik/ ). Mit der gleichen Bauleistung bzw. den Bauwillen wie in Berlin wären das 1000 bis 2000 neue Wohnungen in Leipzig. 1000 Wohnungen im Jahr wurden bereits in etwa 2005 bis 2008 jährlich fertiggestellt, davon etwa die Hälfte in bestehenden Gebäuden. 2009 waren es sogar 1.290 Wohnungen, davon 817 in bestehenden Gebäuden.


    Welche konkreten Erwartungen hegt ihr/hegen Sie für die Baufertigstellungen insgesamt in den nächsten Jahren und dabei insbesondere im Neubau von Mehrfamilienhäusern? Welchen Einfluß hat das auf die von mir aufgestellte Prognose, das Leipzig spätestens in vier Jahren "voll" ist?



    und noch eine anmerkung: ehemalige fabriken, schulen oder kasernen, die zu wohnanlagen umgebaut werden, tauchen vorher in gar keiner wohnungsbestandsstatistik auf. von daher lässt sich die zahl künftiger wohnungszugänge aus derzeit noch unsaniertem altbaubestand dann doch nicht so leicht berechnen.


    Neue Wohnungen in Nichtwohngebäuden erscheinen natürlich auch in der Statistik, sowohl bei den Baufertigstellungen als auch bei den Baugenehmigungen.


    Aber von welchen Größenordnungen reden wir hier?


    - Koffer- und Lederwarenfabrik Moritz Mädler in Lindenau: 58 komfortable Eigentumswohnungen für etwa 2500 Euro pro Quadratmeter: http://www.deutsches-architekt…d.php?p=331654#post331654
    - Druckerei Senefelder Str. 13-17: 13 Wohnungen im Loft-Stil: http://www.deutsches-architekt…hp?p=291790&postcount=122
    - Wagenfabrik Friedrich Trebst in der Gustav-Mahler sowie Friedrich-Ebert-Straße: 19 Wohnungen, davon die meisten bereits in einem Wohnhaus: http://www.bauart.ag/images/st…pose%2020110426%20web.pdf
    - Offizin Haag-Drugulin, Salomonstraße 7: 29 sehr große Eigentumswohnungen im Loftstil
    - Aromafabrik: ca. 30 Wohnungen: http://aroma-fabrik.de/media/d…/TechnischeBroschuere.pdf


    Eher Ausnahmen sind Projekte wie
    - Interdruck in der Salomonstraße 2-4 mit 131 Wohnungen, zum Teil kleinen Apartments für Single oder Senioren, zum Teil große Maisonette-Quartiere mit eigenem Garten für Familien
    - die ehemaligen Körting-Radio-Werke, später RFT, in Stötteritz mit 200 Eigentumswohnungen: http://www.deutsches-architekt…d.php?p=314338#post314338
    -„Venezia“ im Hochbau Mitte der Buntgarnwerke an der Nonnenstraße: 125 Wohnungen (ebd.)



    Wieviele dieser Wohnungen werden Mietwohnungen, die nicht im obersten Preissegment liegen? Ziehen in den nächsten Jahren fast ausschließlich Reiche nach Leipzig? Ist nicht eher eine durchschnittliche Einkommensverteilung zu erwarten bzw. sind es nicht sogar eher einkommensarme Haushalte wie Studierende, Azubis, junge Familien und "Flüchtlinge" aus den Metropolen? Wieviele neue Wohnungen werden für deren Geldbeutel jährlich entstehen?


  • Richtig: Leipzig generiert das Bevölkerungswachstum explizit aus Zuzügen. Diese kommen hauptsächlich aus dem näheren und weiteren Umland, vulgo: der ostdeutschen Provinz. Die, um mal umgangssprachlich zu bleiben, ist irgendwann leer.


    Es gab bereits im Jahr 2010 einen leichten Zuwanderungsgewinn gegenüber den westdeutschen Bundesländern (ohne Berlin). Insgesamt zogen 2010 6.281 Personen aus Westdeutschland nach Leipzig zu - das sind 22,5 Prozent aller Zuzüge -, aber in die andere Richtung nur 5.822 fort. Es verbleibt also ein positiver Wanderungssaldo von 459 Personen. Die meisten Menschen, insgesamt 1.468 Personen, zogen aus dem Freistaat Bayern zu, 1.285 nach dort weg, bleibt ein positiver Saldo von 183.


    Nach meiner persönlichen Einschätzung handelt es sich in vielen Fällen um Rückkehrer_innen, die irgendwann zwischen 1990 und 2009 aus sächsischen Städten und Dörfern nach Westdeutschland gegangen waren, dort einige Jahre lebten und nun zurückkommen, aber eben nun nach Leipzig und nicht nach Chemnitz, Zwickau, Werdau ... . Bei einem Klassentreffen meiner Chemnitzer bzw. noch Karl-Marx-Städter POS-Klasse haben wir bei etwa 20 Leuten allein fünf oder sechs gezählt, die in den letzten zwei Jahren aus Nürnberg, München, Stuttgart nach Leipzig gezogen sind oder diesen Umzug vorbereiten. In meiner Abiklasse haben wir nicht gezählt, aber auch da waren es mehrere. Wieviele Menschen sind eigentlich seit 1990 in den alten Bundesländer gegangen und wieviele spielen mit dem Gedanken der Rückkehr und setzen den um?


    2010 hatte Leipzig gegenüber Berlin (-370) und den westdeutschen Metropolen wie Hamburg (-81), München (-53), Köln (-30), Frankfurt a.M. (-28), Düsseldorf (-14) oder Aachen (-13) negative Wanderungssalden. Hier bin ich ziemlich sicher, dass sich das in Bälde ausgleichen und teilweise sogar umkehren wird.


    Weitere 4.598 Zugezogene (=16,5 Prozent) kamen über die deutsche Außengrenze. Die größten Gruppen kamen aus Polen (256 Personen), China (218), den USA (201), Frankreich (194) und der Russischen Föderation (191). Aus Deutschlands neun Nachbarstaaten zogen 921 Personen nach Leipzig, aus der heutigen EU waren es 2.182. Insgesamt wurden 135 Herkunftsländer registriert. Hier ist mein Eindruck, das wir auch in Leipzig seit 2011 einen relevanten Zuzug aus Spanien, Portugal und Griechenland verzeichnen können.


    Die meisten Zuwander_innen kamen mit 61,0 Prozent aus den östlichen Bundesländern einschließlich Berlin mit 17.014 Personen, darunter 9.146 aus Sachsen, 3.492 aus Sachsen-Anhalt und 1.905 aus Thüringen. Gleichzeitig zogen 10.772 Menschen in andere Orte in den NeBuLa. Von den aus den NeBuLa Zugezogenen kamen zwar die meisten tatsächlich aus dem Umland, vor allem Nordsachsen (Saldo + 709) und dem Landkreis Leipzig ( + 671), aber die Wanderungsbilanz gegenüber ausgewählten Kreisen Mitteldeutschlands 2010 zeigt, dass Leipzig in einem Kreis von z.T. weit über 100 km um die Stadt wildern konnte bis hin zum Erzgebirgskreis (+ 242), Kreis Bautzen (+ 166) oder Magdeburg (+ 76), Jena (+ 81) und Erfurt (+ 55). Da wird Leipzig wohl kaum so schnell alles leerziehen können.


    Andreas Martin: Faktoren der Leipziger Bevölkerungsentwicklung 2010. Statistischer Quartalsbericht II/2011, S. 14-17. http://www.leipzig.de/imperia/…k-und-wahlen/lz_qb112.pdf


  • Wenn man durch die östlichen und westlichen Altbaugebiete schlendert (Volksmarsdorf, Lindenau, Anger-Crottendorf ..), sieht man noch Unmengen leerstehender und unsanierter Altbauten. Bei denen bin ich mir nicht sicher, ob die hier als "marktfähig" gelten. Gern verweise ich wiederholt auf die vielen Freiflächen, die ich in der von mir verlinkten Karte einzeichne. Es gibt somit noch Unmengen an Potential, viele Menschen in der Kernstadt unterzubringen.
    So, jetzt aber gute Nacht! ;)


    Da kommen wir doch auch endlich wieder auf das Kernthema des Threads zurück, die Sanierungsgebiete :lach: .


    Ich nehme mal an, Lindenau steht hier für die Gemarkung und nicht nur für den gleichnamigen Ortsteil zwischen Lützner Str. und Karl-Heine-Straße, sondern umfaßt auch die Ortsteile Altlindenau und Neulindenau. Nun ist das Wort "Unmengen" sehr variabel, aber ich würde es nicht so bezeichnen. Nach meiner groben Schätzung sind es in ganz Lindenau vielleicht noch maximal 50 unsanierte Gebäude, von denen allerdings 1/3 bis die Hälfte (mittlerweile wieder) bewohnt ist und sich die Leerstände an den Hauptstraßen konzentrieren, während die Nebenstraßen nahezu durchsaniert oder zumindest durchgeplant sind.


    Im Leipziger Osten sind es sicherlich deutlich mehr Häuser, aber auch konzentriert es sich nach meinem Dafürhalten stark auf einzelne Straßen wie Dresdner, Wurzner oder Breite Straße und Quartiere wie Volkmarsdorf.


    Seit längerer Zeit nehme ich mir vor, die Übersichten des ASW mit dem Stand der Sanierungsmaßnahmen in den einzelnen Sanierungsgebieten zu aktualisieren, da sie lediglich den Stand April 2009 zeigen und in den letzten drei Jahren viel passiert ist:


    Plagwitz (im wesentlichen der Ortsteil Lindenau)
    http://www.leipzig.de/imperia/…rungsma__nahmen1_2009.pdf


    Leipzig-Lindenau I
    http://www.leipzig.de/imperia/…erungsma__nahmen_2009.pdf


    Leipzig-Lindenau II
    http://www.leipzig.de/imperia/…erungsma__nahmen_2009.pdf


    Anfang des Jahres hatte ich ja auch mal begonnen, vor allem auch einzelne Sanierungen von Gründerzeithäusern im Leipziger Westen in die neue D-A-F Projektkarte Leipzig/Halle einzutragen: http://www.dafmap.de/d/lhal.html?mt=4
    Da die Resonanz jedoch eher verhalten war, habe ich das dann erst einmal wieder eingestellt.


    Wenn sich Leute finden, die da für andere Stadtgebiete noch mitmachen würden, könnte ich mir gut vorstellen, zwei neue Layer in die D-A-F-Map einfügen zu lassen mit unsanierten bzw. leerstehenden Gebäuden und potentiellen Bauflächen ähnlich der Google-Karte von DrZott:
    http://maps.google.de/maps/ms?…359.0004ab419fa508882c193


    Ich erkläre mich gern bereit, die kernstädtischen Bereiche von Altwest und Südwest (Plagwitz, Kleinzschocher) zu übernehmen, zur Not auch Schleußig. Aber alleine möchte ich damit nicht beginnen, denn das macht weder Freude noch ergibt es Sinn. Wer würde bei so einer Leerstands- und Brachflächenkartierung mitwirken? Einmal eingetragen lassen sich die Häuser auch leichter in die eigentliche D-A-F-Map überführen, sobald die Sanierung begonnen hat und im Forum angesprochen wurde.

  • Ihre Textproduktion ist erstaunlich! ;) Ich versuche s ohne Zitate:

    Definition marktaktiver Leerstand

    die Schwammigkeit bezog ich auf die Definition der Stadt, nicht Ihre. Ist ein freigemieteter 1991 teilsanierter Altbau marktfähig - eine Ruine, die die GRK bald saniert, nicht?

    Nachfrage - Angebot - Preis

    Je teurer ein Produkt ("Wohnung"), desto höher das Interesse weiterer Anbieter, dies zu "verkaufen" - damit wächst aber das Angebot wieder. Momentan wächst aber die "zweite Miete" am stärksten. DIESEN Einfluß halte ich für sozial relevant


    zentrale Wohngebiete - Sozialgefüge
    auch der Besserverdienende kann sich das Luxuspenthaus nicht leisten - das könnten wir im Forum Sozialwissenschaften diskutieren. ;) Wenn Wohnungen zu billig sind, saniert keiner - das wäre katastrophal für Leipzigs Altbaubestand. ALLES kann die Stadt auch nicht regeln. Wer mehr bezahlt, bezahlt damit eben auch aufwendige Sanierungen. Das wird sonst niemand übernehmen.


    Altersdurchschnitt Grünau
    Daß es explizit um den Altersdurchschnitt Grünaus ging, lag daran, daß hier die Platten und der dortige geplante ABriß Thema waren. Die anderen "Alt"gebiete haben einen hohen EFH-Anteil

    Brach-/Leerflächen

    die erwähnte ich deshalb, um das riesige Potential zu verdeutlichen, das in diesen Gebieten für Neubauten steckt. Übrigens auch eine ökologische/soziale Frage: die "kompakte europäische Stadt"


    Fabriken / Kasernen
    ich glaube, DJ Tinitus wollte damit andeuten, daß diese unsanierten Bestände in keiner Statistik als Potential auftauchen, weil sie dort noch nicht als Wohnungen gelten. Auch wenn diese Gebäude nur für "Reiche" saniert werden. Auch sie dämmen den preistreibenden Nachfragedruck auf andere Objekte

  • Ich versuche es mal ebenfalls in der Kurzversion.


    Definition marktaktiver Leerstand
    Wenn die Wohnungen in dem freigemieteten, 1991 teilsanierten Altbau ohne größeren baulichen Aufwand wieder in Betrieb genommen und vermietet werden können, dann sind sie wohl tatsächlich "marktaktiv", während der Zustand bei der grundsätzlich sanierfähigen "Ruine" erst noch hergestellt werden muss. Schwieriger finde ich die Entscheidung, welcher Teil des nicht marktaktiven Leerstandes als "marktfähig" einzustufen ist und welcher nicht. Die Stadt geht von 80 % aus, aber ob auch vollruinöse Gebäude saniert werden entscheidet meist eher die Lage als der Bauzustand, siehe z.B. die Häuser im "Aurelienbogen".


    Nachfrage - Angebot - Preis
    Da Wohnungen ein Grundbedürfnis des Menschen abdecken bin ich allerdings der Ansicht, dass in einer sich sozial nennenden Marktwirtschaft auch andere Regularien gelten sollten als nur die Gesetze des freien Marktes und es die Aufgabe eines Staates bzw. einer Kommune ist, hier entsprechend regelnd einzugreifen und negative Auswirkungen von Marktprozessen zu verhindern oder abzuschwächen.


    Angesichts steigender Kaltmieten nun immer wieder auf gleichfalls steigende Nebenkosten hinzuweisen halte ich so ein klein wenig für die Taktik, mit dem geklauten Apfel in der Hand "Haltet den Dieb!" zu rufen. Natürlich muß auch hier unbedingt geschaut werden, warum für welche Leistung mehr bezahlt werden soll und ob das berechtigt ist. Aber sehr gern werden hier und anderer Stelle z.B. Erhöhung von Grundsteuern für den Anstieg der Gesamtnebenkosten verantwortlich gemacht, weil man das so schön auf die Stadt schimpfen und von den eigenen, meist deutlich höher ausfallenden Gewinnen durch Erhöhung der Kaltmiete ablenken kann. Wir hatten die Auswirkung der Grundsteuererhöhung in Leipzig hier ja schon mal durchgerechnet:
    http://www.deutsches-architekt…d.php?p=328598#post328598


    zentrale Wohngebiete - Sozialgefüge
    Kein Mensch verlangt, dass die Stadt ALLES regelt. Nur momentan regelt die Stadt, also sowohl der Stadtrat als auch die Verwaltung, so gut wie gar nichts und tut weitgehend so, als würden wir immer noch die Probleme und Lösungen der shrinking city der 90er und frühen 2000er Jahre haben bzw. damit weiterkommen. Da geht es weiterhin um Aufwertung von Wohnvierteln und teilweise um Rückbau, um Stadthäuser und Wächterhäuser etc. Das ist ja auch alles nicht falsch - naja, den Rückbau stelle ich durchaus in Frage und bei den meisten Stadthäusern habe ich auch eine eigene Meinung ;) - nur reicht das meines Erachtens in den nächsten Jahren nicht mehr aus.


    So fordert der oben zitierte Stadtrat Siegfried Schlegel zwar, den Abriß in Grünau zu stoppen, aber insgesamt stellt er die Notwendigkeit eines weiteren "Rückbaus" gar nicht in Frage, sondern will ihn stattdessen in andere Gebiete, sprich im Wesentlichen in die Gründerzeitviertel lenken. Zumindest verstehe ich und offenbar auch die LVZ in ihrem heutigen Artikel den Kommentar Schlegels, dass "die derzeitig diskriminierende Unterscheidung in Aufwertungsgebiete und Rückbaugebiete nicht akzeptabel [ist], zumal andere Stadtquartiere einen mindestens gleichen oder gar höheren Rückbaubedarf haben", so. Lediglich seiner Feststellung, dass es "notwendig ... ist, die Leerstands- und Wanderungsbewegungen kleinräumig für alle Stadtteile, und so detailliert wie für Grünau, zu untersuchen", kann ich mich vollumfänglich anschliessen. Über den Hintergrund der Anfrage der CDU-Stadtratsfraktion kann man ja leider nur spekulieren.


    Es wäre ja schon mal ein großer Fortschritt, wenn die Stadt das naheliegende und unmittelbar in ihrer Macht stehende tun würde, z.B. leerstehende kommunale Immobilien insbesondere an Hausprojekte und soziokulturelle Initiativen zu überlassen oder zumindest Erbbaurechtsverträge auszugeben, Einfluß auf die LWB und deren Verkaufs- und Mietpolitik zu nehmen oder zu prüfen, ob eine weitere Vernichtung von 5000 Wohnungen am unteren Ende der Preisskala in Grünau tatsächlich sinnvoll ist. Und sie sollte meines Erachtens unbedingt und so schnell wie möglich beginnen, valide Zahlen und Fakten für eine gesamtstädtische Diskussion zur Verfügung zu stellen, z.B. durch eine Neufassung des Wohnungspolitischen Konzeptes.


    Altersdurchschnitt Grünau
    Das ist mir durchaus klar. Aber warum bringt der hohe Altersdurchschnitt in Grünau Probleme mit sich, denen wir nur mit Abriss beikommen können, während z.B. in Thekla alles gut wird bzw. offenbar kein Handlungsbedarf besteht? Ich kann mir vorstellen, dass sich kurz- und mittelfristig für die Plattenbauten neue Mieter_innen finden, während langsam leerlaufende Einfamilienhaus-Reihensiedlungen der 90er Jahre in den mittlerweile eingemeindeten Kommunen an den Stadträndern in absehbarer Zeit deutlich größere Probleme bereiten werden, da die Nachfrage und damit ihr Wert beträchtlich sinken wird.


    Brach-/Leerflächen
    Fabriken / Kasernen
    Auch das habe ich schon verstanden. Nur finde ich es durchaus problematisch, dass sich derzeit sowohl die genannten Sanierungen als auch die Neubauten fast ausschliesslich im hochpreisigen Segment bewegen. Allein schon der Zuzug nach Leipzig, aber auch die sozialen Veränderungen einzelner Viertel, die mit den hochpreisigen Neubauten und Sanierungen einhergehen - über das Huhn-oder-Ei-Problem müssen wir nun nicht unbedingt zu diskutieren - , brauchen neue Lösungen für normale Einkommensgruppen und insbesondere für die ärmere Bevölkerung, die in Leipzig ja nicht gerade selten ist. Schon allein die Suche nach Lösungen vermisse ich derzeit in der Stadt Leipzig, von konkreten Ansätzen mal ganz zu schweigen.


    Auch hier ein Blick nach Berlin: "Neubaufieber statt Wohnungspolitik"
    http://gentrificationblog.word…er-statt-wohnungspolitik/


  • Berlin hat mit 3.500.000 Einwohner_innen ( Fortgeschriebene Bevölkerungszahlen vom 30. November 2011 des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg: http://www.statistik-berlin-br…1-01-00_124_201111_BE.pdf ) gut 6,6 mal mehr als Leipzig. Zuwanderung, der Druck auf den Wohnungsmarkt, durchschnittliche Neubelegungsmieten und vieles anderes mehr sind deutlich höher ( http://www.morgenpost.de/berli…zahl-auf-Rekordstand.html ). Die neue Regierung strebt durchschnittlich 6000 neue Wohnungen im Jahr an, der Wohnungsmarktexperte Harald Simons vom Institut Empirica fordert 10.000 Wohnungen pro Jahr und das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung sogar 12.000 ( http://gentrificationblog.word…er-statt-wohnungspolitik/ ).


    Mit der gleichen Bauleistung bzw. den Bauwillen wie in Berlin wären das 1000 bis 2000 neue Wohnungen in Leipzig. 1000 Wohnungen im Jahr wurden bereits in etwa 2005 bis 2008 jährlich fertiggestellt, davon etwa die Hälfte in bestehenden Gebäuden. 2009 waren es sogar 1.290 Wohnungen, davon 817 in bestehenden Gebäuden.


    Welche konkreten Erwartungen hegt ihr/hegen Sie für die Baufertigstellungen insgesamt in den nächsten Jahren und dabei insbesondere im Neubau von Mehrfamilienhäusern? Welchen Einfluß hat das auf die von mir aufgestellte Prognose, das Leipzig spätestens in vier Jahren "voll" ist?


    Hier noch die aktuellen Zahlen für Hamburg, wo im Jahr 2011 ungefähr 4000 Wohnungen fertiggestellt worden sind (die genauen Zahlen liegen noch nicht vor). Um den Preisanstieg zu dämpfen, müssten aber 6000 Wohnungen gebaut werden, wie es der Hamburger Senat auch anstrebt. Nach Ansicht des Mietervereins müßten jährlich mindestens 8000 Wohnungen, davon 2000 Sozialwohnungen, gebaut werden, um der Wohnungsknappheit zu begegnen
    http://www.bild.de/regional/ha…teurer-23362696.bild.html
    http://www.welt.de/print/die_w…isse-wie-in-Muenchen.html


    Hamburg hat 1.800.000 Einwohner_innen und damit 3,4 mehr als Leipzig, von einer ganz anderen wirtschaftlichen Grundlage mal ganz zu schweigen. Das Bevölkerungswachstum vom 30.9.2010 zu 2010 ist mit 12.102 Personen nur anderthalb mal so groß wie in Leipzig (hier 8131, für dort vgl. http://www.statistik-nord.de/u…documents/A_I_1_vj311.pdf ). Es ist mir natürlich völlig klar, dass auch aufgrund des vorhandenen Leerstandes in Leipzig und der Möglichkeit, diesen zunächst aufzufüllen, auf der einen und der Übernachfrage in Hamburg auf der anderen Seite ein direkter Vergleich sehr schwierig ist.


    BTW: Berlin wuchs zwischen 30. November 2010 und 2011 um 40.661 Personen, also fünfmal mehr als in Leipzig.


    Die obige Frage zu den Erwartungen für die Zahl der neuen Wohnungen in Leipzig möchte ich trotzdem weiterhin stellen.

  • @dr zott:


    auch "super-reiche" sollten das recht haben, in leipzig wohnungen zu kaufen / mieten, die ihren vorstellungen entsprechen. wer unternehmen wie porsche, bmw, redbull, pwc, etc ansiedelt, siedelt auch vorstände und topp-verdiener an. und für gewöhnlich bleibt man gern unter seinesgleichen, so ist das eben. von daher, wem wohnungen a la hochsicherheitstrakt gefallen und wer es sich leisten kann, soll dies tun. dass man für 500 euro keine 120 qm, citynah und mit blick auf den park verlangen kann und preis/leistung auch bei wohnungen stimmen sollte, halte ich für richtig.

  • ^ Die von dir genannten Ansiedlungen haben alle etwas gemeinsam: sie siedeln keine "Superreichen" aus dem höheren Management hier an. Für die ist der Mietmarkt aber sowieso irrelevant, die würdne sich dann eher eine ganze Villa kaufen.

  • der begriff der "super-reichen" sollte eher stellvertretend für diejenigen sein, die sich etwas mehr leisten können, als der durchschnittsverdiener.


    und ob jemand, der (wie nicht wenige personen der höheren leitungsebene) nur auf der durchreise ihrer karriere sind, sich eine "villa" am stadtrand kaufen wird, oder doch die komfortable wohnung im grünen zentrum der stadt gönnt, lässt sich streiten. und wer nicht mit dem "gemeinen volk" am cospudener/markkleeberger/...-see baden möchte, brauch auch kein haus im (provinziellen) markkleeberg (überspitzt dargestellt). und sooft, wie man die verhältnismäßig gut verdienenden fußballprofis in profanen fastfoodketten, wie dem vapiano antrifft, mag ich auch bezweifeln, dass diese sich alle ein haus in thekla gebaut haben.

  • ''Gleis-Grün-Zug'' Bahnhof Plagwitz

    PM Stadt Leipzig, 25.07.2012
    ''Gleis-Grün-Zug'' Bahnhof Plagwitz: erster Bauabschnitt beginnt im Herbst
    http://www.leipzig.de/de/buerg…eis-Gruen-Zug-23540.shtml


    Die Umgestaltung der ungenutzten Flächen des ehemaligen Güterbahnhofs Plagwitz zum „Gleis-Grün-Zug“ soll im Herbst dieses Jahres mit einem ersten Bauabschnitt beginnen. Oberbürgermeister Burkhard Jung fasste auf Vorschlag der Bürgermeister Heiko Rosenthal und Martin zur Nedden den entsprechenden Bau- und Finanzierungsbeschluss. Die Fertigstellung des ersten Bauabschnittes ist für Herbst 2013 geplant. Die Kosten des Vorhabens belaufen sich auf insgesamt 600.000 Euro. Davon kommen 428.000 Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE), den Rest steuert die Stadt bei.


    Der „Gleis-Grün-Zug“ ist als öffentlicher Freiraum mit besonderer stadtökologischer Funktion konzipiert, der durch neue Wegeverbindungen die Stadtteile Plagwitz, Kleinzschocher und Grünau besser verknüpft. Als erster Bauabschnitt soll westlich der Wohnbebauung an der Zollschuppenstraße eine intensiv nutzbare öffentliche Grün- und Freifläche entstehen, ebenso wird in Verlängerung der Limburgerstraße der „Limburgerweg“ als Geh-Radweg-Verbindung zum Gleis-Grün-Zug angelegt.


    Mit der schrittweisen Verwirklichung des Vorhabens „Gleis-Grün Zug“ entsteht ein zentrales Element der Grünstruktur in Plagwitz und Kleinzschocher. Das Wohnumfeld wird dadurch deutlich aufgewertet. Bestehende Freiraumstrukturen im Leipziger Westen – der Stadtteilpark Plagwitz, der Henriettenpark, die „Grünen Gleise“ und die Bahnschneise Eythraer Straße – werden neu vernetzt.


    LVZ-Online, 25.07.2012
    Bauarbeiten für Plagwitzer „Gleis-Grün-Zug“ starten im Herbst – bessere Stadtteil-Verbindung
    http://www.lvz-online.de/leipz…-stadtteile-a-147549.html

  • sehr begrüßenswerte sache.


    mit relativ bescheidenen eigenmitteln werden bereits bestehende grünzüge schritt für schritt miteinander vernetzt. wenn alles fertig ist, werden plagwitz und kleinzschocher deutlich an attraktivität für bewohner und sanierungswillige investoren gewinnen (und jetzt bitte keine öde "gentrifizierungsdebatte").


    hier wird öffentliches geld effizient eingesetzt.
    im gegensatz zu teuren "gutachten" und "machbarkeitsstudien" für eine verlängerung des elster-saale-kanals bis zur saale. 100 millionen für ein paar paddler, die 20 kilometer geradeaus durch einen schmalen trog wasserwandern sollen? nicht alles, was machbar ist, ist auch sinnvoll. es wäre gut, das geld für die weitere "planung" solcher hirngespinste zu sparen und es statt dessen in den zügigen bau der parkanlagen am plagwitzer (und bayerischen) bahnhof zu stecken.


    leipzig wächst - vor allem durch zuwanderung - jeden monat um mehr als 500 einwohner. es kommen aber pro monat weit weniger als 100 neue wohnungen auf den markt. die gebiete um die genannten bahnhöfe haben das potenzial, sich zu gefragten wohngegenden zu entwickeln. folglich wären hier steuergelder weitaus nachhaltiger investiert, als in menschenleerer pampa.

  • Die Georg-Schwarz-Straße ist ja als eines der Fördergebiete momentan in aller Munde. Die meisten Altbauten sind recht einfach ausgeführt und genügen modernen Wohnansprüchen oftmals nicht mehr, die Straße ist zudem etwas ab vom Schuss. Es fehlt an Grün und die Nähe zu Grünanlagen. Wenn die Straßenbahn durch die Straße rattert, bleibt der Krach zwischen den Häusern hängen und wirkt noch lange nach. Kein Wunder also, dass der Leerstand hier noch besonders hoch ist. Interessant zu beobachten jedoch sind die zaghaften Veränderungen in der Straße, die hauptsächlich auf das Engagement junger Kreativer zurückzuführen ist. Ich bin gespannt, wie sich die Straße weiter entwickeln wird.



    Zwei Bestandsaufnahmen aus der Georg-Schwarz-Straße:




    Bilder: Cowboy

  • Entwicklungen an der Georg-Schwarz-Str.

    Die Georg-Schwarz-Str. erlebt wie andere Magistralen einen Zuzug, auch wenn der im Moment noch vergleichsweise verhalten ausfällt. In dem nun schon mehrfach genannten Artikel von Jens Vöckler über die "Bevölkerungsentwicklung an Leipzigs Hauptverkehrsstraßen" im Statistischen Quartalsbericht II/2012 (unter http://www.leipzig.de/imperia/…k-und-wahlen/lz_qb122.pdf ) heißt es zum Schluß:



    In diesem Zusammenhang sind aus dem derzeit laufenden Forschungsprojekt „Innerstädtische Hauptverkehrsstraßen – Visitenkarte und Problemzone für die Wohnungsmarkt- und Stadtentwicklung“ im Programm Experimenteller Wohnungs- und Städtebau, an dem sich Leipzig beteiligt, interessante Ergebnisse zu erwarten. Ein Ziel dieses Forschungsprojekts ist die Erarbeitung eines „Leitfaden für Kommunen zum Umgang mit Hauptverkehrsstraßen unter Berücksichtigung städtebaulicher, verkehrlicher und immobilienwirtschaftlicher … Aspekte“ [Bundesinstitut für Bau, Stadt- und Raumforschung.


    Da die Leipziger Georg-Schwarz-Straße im Fokus der Fallstudie steht, sei hier – obwohl diese nur als Haupterschließungsstraße zählt – noch deren Einwohnerentwicklung aufgezeigt: Ende 1992 lebten 2 000 Menschen in dieser Straße, bis 2001 ging die Zahl stetig bis auf 1 167 Einwohner zurück und pendelt seitdem um 1 200; Ende 2011 wohnten 1 250 Menschen dort.


    Eine ähnliche Entwicklung gibt es an der parallelen William-Zipperer-Str., wo in letzter Zeit mehrere Gebäude vollsaniert wurden und es nun nur noch wenige unbewohnte Häuser gibt:
    2001: 1 065; 2006: 1 180; 2011: 1 325


    Im vorderen Abschnitt der Georg-Schwarz-Str. wird die Entwicklung vor allem von den von Cowboy genannten "jungen Kreativen" getragen, wobei viele von denen die 30 und einzelne auch schon mal die 50 überschritten haben ;-). Der genannte Zuzug ging und geht zu einem nicht unbeträchtlichen Anteil in niederschwellig sanierte Häuser mit vielen Gestaltungsmöglichkeiten (und meist noch mit Ofenheizung) wie etwa das von Cowboy gezeigte Haus des kunZstoffe e.V. und mit der Manufakturwarengalerie "kunZ von kaufungen" in der Georg-Schwarz-Str. 7, die benachbarte Nr. 9 mit dem hinZundkunZ, die Nr. 10 mit Rockzipfel e.V. gegenüber, die Georg-Schwarz-Str. 28 mit dem ehemaligen Uhlandcafé (auf dem zweiten Bild das dritte Haus von rechts), das Wächterhaus Georg-Schwarz-Str. 70, die Georg-Schwarz-Str. 109 mit der Fisch.bar oder das Hausprojekt Georg-Schwarz-Str. 170. Andere von Kollektiven oder Selbstnutzer_innen jüngst erworbene Häuser sind noch in der Sanierung, nach der Fertigstellung werden auch hier pro Haus etwa ein Dutzend Menschen zuziehen: GSS 11 (Wohnungsgesellschaft mbH Central LS W33), GSS 12 ("Central Antiquariat"), GSS 18, GSS 19 (Hausprojektgesellschaft KunterBunte 19 mbH). Noch mehr junge Menschen werden in absehbarer Zeit in das AusBauHaus Georg-Schwarz-Str. 170 an der Liebesinsel ziehen ( http://www.georg-schwarz-stras…r_GeorgSchwarzStrasse.htm ). Die ehemalige Stadtteilbibliothek Georg-Schwarz-Str. 128 wurde im letzten Jahr vollsaniert und wird nun von einer Familie bewohnt.


    Klassische Sanierungsfirmen mit dem Ziel der Vollsanierung und dem Verkauf von Eigentumswohnungen oder ganzen Häusern als Renditeobjekt halten sich dagegen noch deutlich zurück, wohingegen sie in den Nebenstraßen sehr aktiv sind. Den Anfang haben nun die (editiert) in der Georg-Schwarz-Str. 120 und die Stadtbau AG mit Nr. 54 und 56 gemacht. Siehe auch die Bilder von epospecht und mir mit den Vorzuständen im Bauerbe-Thread unter http://www.deutsches-architekt…d.php?p=350113#post350113 und die Bilanz 2011 für die AG Gebäude Georg-Schwarz-Straße ( http://www.georg-schwarz-stras…e_GeorgSchwarzStrasse.htm ).


    Deutlich hinter der Entwicklung hinterhinkt der letzte Abschnitt der Georg-Schwarz-Str. zwischen Leutzsch-Arkaden und neuer S-Bahn-Haltestelle. Hier stehen noch zahlreiche Gebäude leer und manche nach Brandschäden kurz vor dem Einsturz, darunter auch wichtige Eckgebäude wie die Nr. 169 und 192 an der Ecke Blüthnerstr./Schwylststr. Gerade dieser recht schwierige Abschnitt liegt leider außerhalb aller Fördergebiete, so dass Eingriffsmöglichkeiten und Anreize sehr begrenzt sind.


    Es fehlt an Grün und die Nähe zu Grünanlagen.


    Links und rechts an den Parallelstr. gibt es ausgedehnte Kleingartenanlagen mit vielen Spielplätzen und Gartenkneipen unter Bäumen. Direkt dahinter liegt der Auwald, meist nicht mal einen halben Kilometer entfernt. Der Lindenauer Abschnitt der GSS hat tatsächlich eine dichte Blockrandbebauung mit wenigen kleinen Plätzen wie dem Georg- und Gellertplatz. Das wird auch so bleiben. Aber im Leutzscher Teil gibt es in unmittelbarer Nähe der Straße den ausgedehnten Park am Wasserschloss und weitere Anlagen direkt an der Straße wie der Stadtplatz Leutzsch gegenüber dem Rathaus sind in der Planung.


    Teilplan Städtebau und Freiraum aus dem städtebaulichen Entwicklungskonzept Georg-Schwarz-Straße
    http://www.georg-schwarz-stras…aedtebau_und_Freiraum.pdf


    Bebauungsplan 69.5 Stadtplatz am Leutzscher Rathaus
    http://www.georg-schwarz-stras…ad/1274955133_bp_69_5.jpg

  • Kollektivhaeuser und mehr in der Georg-Schwarz-Str.

    Nachdem die LVZ am 19.10. ganzseitig unter der Ueberschrift "Wohnformen in Leipzig: Wie junge Familien und Studenten auf neuen Wegen zu Eigentum kommen" ueber die neuen Kollektivhaeuser berichtete, wobei es in dem unteren Artikel um ein Haus des Mietshaeuser-Syndikats in der Georg-Schwarz-Str. 19 geht ("'Kunterbunte 19' setzt auf Syndikat" - http://www.georg-schwarz-stras…ot_setzt_auf_Syndikat.htm ) geht und in dem zweiten Artikel "Mit 22 Jahren schon eigene vier Wände" ( http://www.georg-schwarz-stras…en_zu_Eigentum_kommen.htm ) die Wohnungsgesellschaft mbH Central LS W33 ( http://www.central-ls-w33.de/ ) mit Haeusern in der Georg-Schwarz-Str. 11 und Merseburger Str. 102/104 kurz erwaehnt wird, ziehen nun auch ueberregionale und nationale Medien nach.


    Heute im MDR-Mittagsmagazin:


    Leipzig boomt. Und viele halten es für 'das bessere Berlin'. Warum?
    http://www.ardmediathek.de/das…boomt?documentId=12240372


    Und im SPIEGEL Nr. 43 / 2012:


    Kreative
    Hauptstadt der Traeumer.
    Aus dem ganzen Land ziehen junge Menschen nach Leipzig. Kuenstler und Start-up-Unternehmer bescheren der Stadt eine neue Gruenderzeit. Ist die Ostmetropole das "bessere Berlin"?
    https://magazin.spiegel.de/rea…ml#j=2012&h=43&a=89234384


    3000 km von Leipzig entfernt kann ich leider im Moment nur einen Anriss des Artikels liefern (und keine Umlaute schreiben :-) ).


    Es gibt allerdings eine englische Uebersetzung im Volltext:



    10/24/2012

    Calling All Hipsters
    Leipzig Is the New Berlin
    By Maximilian Popp
    http://www.spiegel.de/internat…-new-berlin-a-863088.html



    Interessant ist, dass der gleich auf der erste Seite gezeigte Laden, das momentan von der Georg-Schwarz-Str. 18 an die Kreuzung Merseburger und Demmeringstr. umziehende "Noch besser versteckt" ( http://www.facebook.com/pages/…52596734837264?ref=stream ) im SPIEGEL gleich mal nach Plagwitz geschlagen wird. Naja, von Hamburg aus ist Plagwitz halt noch groesser als es bei Kuenstlerinnen und Immobilienmaklern sowieso schon ist :).

  • Tja und nun? Lieber LE Mon.Hist. hier wird es Zeit energisch im Sinne der Unterprivilegierten, Entrechteten und Bemutterungsbedürftigen einzuschreiten! In der Georg-Schwarz-Strasse findet in wenigen Jahren eine rasende Gentrifizierung statt! Dem ist Einhalt zu gebieten! ;)

  • B-Plan Nr. 406 "Eisenbahnstraße und Umgebung - Nutzungsarten"

    Das SPA will mit einem neuen Bebauungsplan Nr. 406 "Eisenbahnstraße und Umgebung - Nutzungsarten"; Stadtbezirk Leipzig-Ost, Ortsteile Neustadt-Neuschönefeld und Volkmarsdorf, dem Ansinnen, im Plangebiet weitere Spielhallen und Wettbüros anzusiedeln, einen Riegel vorschieben. Befürchtet wird, dass diese allein oder zusammen mit weiteren entsprechenden
    Betrieben städtebaulich negative oder sogar schädliche Auswirkungen auf das
    Sanierungsgebiet „Neustädter Markt“ sowie auf den zentralen Versorgungsbereich Eisenbahnstraße nach sich ziehen können.


    Aufstellungsbeschluss,
    Beschlussvorlage für die Stadtratssitzung am 22.11.2012:
    http://notes.leipzig.de/appl/l…36E4DD75FC1257A98002C4A84

  • Dazu stellen sich mir schon ein paar Fragen. Erstens, woher der Bedarf für die ganzen Wettbüros/Spielotheken kommt, die - zumindest gefühlt - gemeinsam mit verschiedenen Imbissen die Nutzung der Ladengeschäfte in der mittleren und hinteren Eisenbahnstraße jetzt schon dominieren.


    Zweitens, ob die negativen Effekte anhaltenden Leerstands wirklich besser sind als die erwarteten negativen Effekte von Spielotheken und Wettbüros.


    Drittens, ob es nicht doch etwas übertrieben ist, das Vorgehen gegen kleine Wettklitschen zum Hauptinhalt eines Bebauungsplans in einem so großen Areal zu machen.

  • In der Begründung zum Bebauungsplan Nr. 406 „Eisenbahnstraße und Umfeld - Nutzungsarten“ (Aufstellungsbeschluss) heißt es dazu im schönsten Amtsdeutsch:



    Der Bereich entlang der Eisenbahnstraße ist gekennzeichnet durch Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistungsbetriebe in den Erdgeschosszonen. Gegenwärtig werden 3 Spielhallen sowie ein Wettbüro betrieben. Aktuell liegen Anträge auf Nutzungsänderung von 4 Läden zu jeweils einer Spielhalle und eines Ladens zum Wettbüro vor. 3 der beantragten Vorhaben sind nach ihrer Nutzfläche als nicht kerngebietstypische Vergnügungsstätten i.S.d. § 4a Abs. 3 Satz 2 BauNVO einzustufen, bei einem Antrag handelt es sich um eine kerngebietstypische Spielhalle. Es ist einzuschätzen, dass die Eisenbahnstraße nach der Art der baulichen Nutzung einem Mischgebiet entspricht. Im Mischgebiet sind im überwiegend gewerblich geprägten Teil Vergnügungsstätten i.S.d. § 4a Abs. 3 Satz 2 BauNVO allgemein zulässig. Außerhalb der überwiegend gewerblich geprägten Teile des Gebiets können sie ausnahmsweise zugelassen werden.
    Für die Eisenbahnstraße und ihr Umfeld würde eine Zulassung weiterer Vergnügungsstätten bedeuten, dass der typische Mischgebietscharakter aufgrund der Anzahl der Vergnügungsstätten beeinträchtigt würde, da eine Massierung dieser nur ausnahmsweise zulässigen Nutzungen
    dem Gebietscharakter widersprechen würde.


    Die Aufstellung eines Bebauungsplans ist weiterhin erforderlich, um die nachhaltige Umsetzung der Sanierungsziele zu sichern.


    Zur ersten Frage: Spielhallen und Wettbüros werfen deutlich mehr Miete ab als Imbisse oder normale Läden, teilweise das doppelte. Da lohnt sich eine Umwandlung bestehender Gewerbeeinheiten durchaus.

    Vor allem aber hat die LWB in den letzten Jahren eine ganze Reihe von leerstehenden Häusern an der Eisenbahnstraße mit Läden im Erdgeschoss regelrecht verklingelt, so z.B.


    Eisenbahnstraße 115b - DGA März 2011 für 46.000 EUR (KPV 50.000 EUR) - http://lwb-immobilienangebote.de/pdf/o_eisenbahn_115b.pdf
    Eisenbahnstraße 91 - DGA Juni 2011 für 37.000 EUR (KPV 75.000 EUR), http://lwb-immobilienangebote.de/pdf/o_eisenbahn_91.pdf
    Eisenbahnstraße 93 - DGA Dezember 2010 für 42.000 EUR (KPV 70.000 EUR) - http://images.immonet.de/60/41/69/128604169.pdf
    Eisenbahnstraße 95 - DGA Dezember 2010 für 49.000 EUR (KPV 70.000 EUR) - http://images.immonet.de/60/43/59/128604359.pdf
    (siehe z.B. http://www.deutsches-architekt…hp?p=308939&postcount=138 ).


    Es gibt in Leipzig mehrere Herren (und nur ganz wenige Damen), die seit Jahren sehr günstig Häuser an Hauptverkehrsstraßen bei Zwangsversteigerungen und Grundstücksauktionen erwerben und dann in den Ladenbereichen Spielstätten und Wettbüros eröffnen. Die Häuser an sich bzw. die Wohnungen darüber bleiben üblicherweise unsaniert und ungenutzt. Beispiele gibt es im Westen vor allem an der Lützner Str., aber auch Naumburger Str., Georg-Schwarz-Str. und ebenso an anderen Straßen der Stadt wie Georg-Schumann-Str. oder Wurzner Str. Offensichtlich ist das Modell wirtschaftlich erfolgreich. Eine der Voraussetzungen für diese Entwicklung, bei der nun mit dem B-Plan gegengesteuert werden soll, hat also erst die städtische Tochter LWB mit ihren kopflosen Verkäufen geschaffen.


    Soweit zum Angebot, zur Nachfrage suche mal im Web nach Spielhallen-Boom, da kommen zahlreiche Medienberichte aus den letzten Jahren, unter anderem dieser Beitrag in der Frontal 21-Sendung vom 16. August 2011:


    Boom bei Spielhallen – Leichtes Spiel für Geldwäscher
    http://www.wiso.uni-hamburg.de…iel_fuer_Geldwaescher.pdf


    "In Deutschland hat sich die Zahl der Spielautomaten in wenigen Jahren nahezu verdoppelt. Laut Verband der Deutschen Automatenindustrie stehen jetzt 235.750 Geldgewinnspielgeräte in über 8000 Spielhallen. 2010 erzielte die Automatenindustrie einen Umsatz von vier Milliarden Euro mit den Spielautomaten."


    Zu zweitens:


    Die Stadtverwaltung fürchtet offensichtlich negative Folgen des Spielhallenbooms, unter andrem aufgrund des bisweilen mehrfachabhängigen Klientels und der weiteren Stigmatisierung der Gegend. Hierzu heißt es im B-Plan-Aufstellungsbeschluss: "Es entspricht einem allgemeinen städtebaulichen Erfahrungsgrundsatz, dass sich Vergnügungsstätten negativ auf ihre Umgebung auswirken können. Damit verbunden besteht die Gefahr des Absinkens des Niveaus bzw. der Attraktivität des Gebietes (so genannter „trading-down-Effekt“)."


    Zu drittens:


    Die Stadtverwaltung kann nicht ordnungspolitisch, sondern nur baurechtlich gegen die Einrichtung weiterer Spielotheken und Wettbüros vorgehen. Siehe dazu die Beispiel aus Aulendorf in Oberschwaben und Schwandorf in Mittelbayern:


    schwäbische.de, 10.05.2012
    Verwaltung und Räte wollen Ansiedlung einer Spielhalle verhindern
    Der Aulendorfer Ausschuss für Umwelt und Technik vertagt Entscheidung über Bauantrag einer Spielhalle in den Räumlichkeiten des „Schnitzel Dealers“
    http://www.schwaebische.de/reg…indern-_arid,5252208.html


    Hier soll(te) eine ehemalige Gaststätte mit rund 70 Quadratmetern Grundfläche in eine Spielhalle umgewandelt werden. Dies kann zunächst nicht versagt werden, da Spielhallen bis 100 Quadratmeter in einem Mischgebiet baurechtlich zulässig sind. Nach bestehendem Recht können Spielhallen ohnehin nur in reinen Wohngebieten untersagt werden. "Ein Bebauungsplan würde klar die bauliche Nutzung des Gebietes regeln und könnte als Argumentationsgrundlage gegen die Ansiedlung einer Spielhalle dienen. ..."


    Mittelbayerische, 27.05.2011
    Spielhallen-Betreiber will zwölf Millionen
    Schwandorf hat der Ansiedlung von Spielhallen einen Riegel vorgeschoben. Aus der Branche gibt es Gegenwind.
    http://www.mittelbayerische.de…m?pid=10073&pk=668018&p=1

  • Vielen Dank für die weiterführenden Informationen zu dieser Problematik.


    Wobei sich ja insbesondere an der Eisenbahnstraße noch die Frage stellt, ob die Wettbüros profitable Zwischennutzung bis zu einer Sanierung des Wohnraums sein sollen oder das Geschäftsmodell wirklich dahin geht, den Wohnraum darüber auf Dauer ungenutzt zu lassen. Aus einer solchen Perspektive hatte ich das Problem bisher nicht betrachtet und mir fehlt der Überblick über die anderen genannten Wettbürostandorte. Wenn letzteres der Fall ist, dann ist das Eingreifen natürlich dringend geboten.


    Mir will zwar dennoch nicht in den Kopf wie ein Bebauungsplan greifen kann, wenn man ein Ladengeschäft, in dem vielleicht mal Lebensmittel oder Klamotten verkauft wurden als Ladengeschäft für Sportwetten nutzen will - da wird ja im eigentlichen Sinne nichts gebaut -, aber ich auch kein Jurist.

  • Möglicherweise sollte hat man da eher andere Gedanken seitens der Stadt gehegt. Die Spielhallenbranche sowie die Immobilienbranche stehen derzeit unter einem Verdacht der Geldwäsche:


    http://www.welt.de/finanzen/ar…Geldwaesche-Verdacht.html


    Woher diese Spielhallenbetriebe auf einmal kommen, überall schießen sie aus dem Boden (ist auch in Nürnberg ein Problem), ist mir leider nicht klar. Wenn man mal in die eine oder andere Halle hineingeht sind sie auch meistens menschenleer. So wie manch Restaurant auch, bei dem sich schon Otto-Normalverbraucher verwundert die Augen reibt. Dass die Stadt das unterbinden möchte, v.a. wenn unter Aufwendung von Steuergeldern Quartiere entwickelt werden sollen, ist nachvollziehbar.