Visionen/Wünsche für München?

  • Aus dem Artikel:

    „In Schanghai zerstören die Planer für Hochhäuser rigoros die alte Bausubstanz“, sagt Difu-Geschäftsführer Beckmann. „Das geht nur in einem autoritären System, bei uns wäre das nicht möglich.“


    Ich glaub da kennt einer das deutsche Baugesetz nicht (nach dem laut §88 eine Kommune zur Umsetzung städtebaulicher Entwicklungspläne durchaus enteignen darf, auch zugunsten eines privaten Bauträgers).


    Ich habe mich ein paar mal mit Leuten aus Singapur über den "Vergleich der Bauhöhe" unterhalten. Für einige von dort ist der deutsche Umgang mit Bauland, und die eher niedrigen Gebäude eher ein Ausdruck von Exklusivität und Luxus - in Singapur werden Hochhäuser nicht aus Prestigegründen gebaut, sondern weil sich die arbeitende Bevölkerung nun mal kaum sonstigen Wohnraum leisten kann. Allerdings ist Singapur von der "Entwicklung" her wesentlich näher an Europa als etwa Shanghai oder auch Dubai - schließlich werden in Singapur die Leute auch schon seit 40 Jahren "gestapelt".

  • Ich finde München eigentlich schon so lebens- und liebenswert, daher fallen mir nur Kleinigkeiten sowie zwei größere Projekte ein. Letztere würden wohl keiner europäischen Stadt schaden, die dies nicht schon längst umgesetzt hat.


    - Abriss des NH Hotels am Hauptbahnhof
    - Abriss der Rotkreuz Schwesternschule
    - Weitere Untertunnelung des mittleren Rings (z.B. Landshuter Allee)
    - Weitere Verschönerung sozial schwacher Gegenden (Neuperlach, Hasenbergl, da hat sich die letzten 30 Jahre aber schon viel verbessert!)


    und die Langzeitprojekte:
    - Verlegung aller oberirdischen Bahngleise in den Untergrund, überall dort wo entsprechende Verbesserungen der Lebensqualität und des Grundstückswerts zu erwarten sind (z.B. Stammstrecke)
    - Abbau der Asphalthölle innerhalb des mittleren Rings zur Nachverdichtung, Reduzierung des benzingetriebenen Individualverkehrs auf maximal die Einwohner (wie in Spanien oft der Fall) oder am Besten komplett PKW-freie Zone (Beispiele in Holland und Italien).


    Viel mehr fällt mir eigentlich nicht ein, außer dass Hochhäuser in München nichts zu suchen haben. In Regensburg sieht man ja schön wie ein Hochhausviertel mit Studenten-WGs schnell zum Ghetto verkommt, dort passt das genauso wenig rein wie in München.


    Den Rest mag ich so wie er ist, mit allen seinen Ecken und Kanten. Sonst hätten wir ja nichts mehr zu diskutieren :)

  • Abbau der Asphalthölle innerhalb des mittleren Rings zur Nachverdichtung


    Eine Hölle kann ich nirgends erkennen. Und in wie fern willst du mit Hilfe von Abbau von Straßen innerhalb des Mittleren Rings Nachverdichtung betreiben? Wie soll ich mir das vorstellen?
    Abriss der Sonnenstr. und ein weitere Gebäuderiegel, welche in Mitten der dann ehemaligen Sonnenstr. errichtet werden soll?


    Viel mehr fällt mir eigentlich nicht ein, außer dass Hochhäuser in München nichts zu suchen haben. In Regensburg sieht man ja schön wie ein Hochhausviertel mit Studenten-WGs schnell zum Ghetto verkommt, dort passt das genauso wenig rein wie in München.


    Die berühmt, berüchtigten Studentenghettos aus Regensburg. Kannst du deine Abneigung gegen Hochhäuser auch noch anders begründen?


  • - Abbau der Asphalthölle innerhalb des mittleren Rings zur Nachverdichtung, Reduzierung des benzingetriebenen Individualverkehrs auf maximal die Einwohner (wie in Spanien oft der Fall) oder am Besten komplett PKW-freie Zone (Beispiele in Holland und Italien).


    :lach:


    Als ob die beiden spanischen Metropolen hier irgendwo ein Vorbild für München wären!


    http://maps.google.de/?ie=UTF8….144029,0.286331&t=h&z=12


    http://maps.google.de/?ie=UTF8….141939,0.286331&t=h&z=12


    Zugegeben sind diese beiden Städte etwas größer als München. Aber selbst das IV-Netz von Sekundärmetropolen ist deutlich leistungsfähiger als jedes vergleichbare Netz in Deutschland.


    http://maps.google.de/?ie=UTF8….146029,0.286331&t=h&z=12


    http://maps.google.de/?ie=UTF8….075153,0.143166&t=h&z=13


    http://maps.google.de/?ie=UTF8….070674,0.143166&t=h&z=13


    Einfach mal rumzoomen und man erkennt sehr schnell den Ausbauzustand. Manchmal kommts mir vor, als dass einfach mal ein Argument in die Runde wirft ohne weiter nachzuforschen.

  • Ich meinte das Zentrum von Granada, was zugegebenermaßen auch von der Größe nicht mit München vergleichbar ist. Dort können nur Anwohner mit dem Auto reinfahren, ich glaube die regeln das über ferngesteuerte, absenkbare Pylonen.
    Amsterdam soll in der Hinsicht ebenfalls ein Traum sein (und von der Größe halbwegs mit München vergleichbar), allerdings habe ich das im Gegensatz zu Granada nicht mit eigenen Augen gesehen.
    Deshalb ist es ja auch nur eine Vision für München :)


    Ob man nun Hochhäuser mag ist wohl lange streitbar, mir persönlich läuft es jedenfalls oft kalt den Rücken runter, wenn ich am Olympiaberg die Hochhaus-Bausünden sehen muss. Von besagtem Hotel, der Schwesternschule und den ganzen 70er Jahre Wohnblöcken gar nicht zu reden. Es gibt aber auch andere Beispiele, die Zwillingstürme am Ende der A9 finde ich sehr schick, das Hypo-Hochhaus auch. Im Zentrum passen Hochhäuser aber nicht zu dieser Stadt, das ist meine Meinung.


    Muss man so etwas wie den Altstadt-, den mittleren Ring und all die vollgestopften Zubringerstraßen als Bewohner des Zentrums wirklich hinnehmen?
    Ich habe auch ein Auto und mag es sehr gerne, nutze es aber sehr selten und wäre durchaus bereit darauf innerhalb des mittleren Rings zu verzichten. Das Ganze zugunsten einer vielfach höheren Lebensqualität für alle, obgleich ich dort wohne, arbeite und einkaufe, also mehr zu suchen habe als die meisten anderen Autofahrer.


    Die Wahrheit wird vermutlich zwischen den extremen Ansichten liegen, d.h. es wird auch auf absehbare Zeit KFZ im Zentrum geben, aber immer weniger und vor allem immer weniger von denen, die dort nicht hingehören!

  • meine Vision/Utopie:
    Als ertses eine anständige Entlastungsstadt die ihren Zweck erfüllt. ca 150000 Einwohner, eine Mischung aus erschwinglichem Wohnraum(Typ russischer Vorort) und moderner/hochwertiger Architektur. Das Ganze gerne 20/30 Stockwerke und mehr in Blockrandbebauung. Dazwischen Büros und die Ladenflächen nicht in einem Einkaufszentrum zusammengepfärcht sondern auf die Straße verteilt.
    Noch ein paar Wohn-HH in Stadtnaher Lage, schon sind Münchens größte Proble gelöst und man kann sich bei der Entwicklung der restlichen Stadt mehr Zeit lassen und vor allem auf Qualität achten.
    Es macht keinen Sinn sich mit anderen Metropolen auf einen fiktiven architektonischen Wettlauf einzulassen. Hier kann München nur verlieren und im Mittelmaß stecken bleiben. Es gilt sich selbst zu finden, dabei hilft vielleicht ein Blick auf alpenländische Baukultur, die außerhalb von Städten immernoch sehr aktuell ist. Viel Holz, Balkone, Spitzdachkonstruktionen, Dachgiebel (Lüftlmalerei) etc. mögen zwar auf viele antiquiert wirken sind aber unsere Ausgangslage und sollten nicht für jeden neuen Trend verschwiegen werden.
    Des weiteren gehört das gesamte Stadtgebiet stark nachverdichtet. Die vielen Reihen- und Einfamilienhaussiedlungen im Stadtgebiet wären eine Möglichkeit. Ein langsames wachsen in die Höhe und Dichte mit genügend Respekt für den alten Baubestand könnte langfristig zu vielfältigen und Wohnraum bietenden Straßen führen. Warum nicht auch die alten Plattenbauviertel nachverdichten, die vielen Grünflächen sind in der mehrzahl einfach nicht genützt und tragen auch nicht zur Ästhetik der Viertel bei. Es gibt viele kaum genutzte Straßen, die allenfalls den Nutzen haben das Anwohner dort parken können. Diese könnte man bebauen und mit einer Art Gassensystem mit der Aussenwelt verbinden. Isarkanal Überhangbebaung, Untertunnelung des Englischen Gartens und dadurch freiwerdende Fläche, Verlegung des gesamten Gleiskörpers unter die Erde, Stückweises wachsen nach aussen...
    es gibt in München noch viel zu tun, bloß überhasten auf Kosten der Qualität sollte man nichts

  • Entlastungsstädte als städttebauliches Mittel sind mittlerweile verpönt, heutzutage setzt man vor allem auf mehrere kleine Gebiete, die mit dem Rest der Stadt verwoben werden sollen. Persönlich fände ich das sehr geil, wenn zw. Kernstadt und Flughafen großspurige Stadtentwicklung betrieben würde. Von der Struktur her wäre das ähnlich wie on London die Thames Gateway, nach der London sich zukünftig vor allem entlang der Themse hin zur Nordsee entwickeln wird.

  • ... zum derzeitigen zustand der deutschen architektur. sehr lesenswert!


    In der Tat lesenswert und jetzt auch verlinkt: http://www.welt.de/kultur/arti…utschen-Stadtplanung.html


    Es wird die Werkbundsiedlung des visionären japanischen Architekten Kazunari Sakamoto angesprochen (http://www.sueddeutsche.de/immobilien/908/318781/text/). Ist es eigentlich zu spät solche Projekte wieder aus der Schublade zu kramen, zu entstauben und wieder aufleben zu lassen. Gerade für solche Projekte sollte doch genug Geld vorhanden sein. Vielleicht ja dann zusammen mit einer Garmisch Olympiade?


    Mir gefällt Maaks Argument gegen monotone Wohnriegel auf der grünen Wiese, allerdings meckert man wieder auf hohem Niveau. Das pauschale Verteufeln von Neubau-Siedlungen ist unangebracht (siehe Vauban bei Freiburg). Zudem hat er recht, dass Architekten sich oftmals falsch vermarkten und mit den angeblich billigeren Generalunternehmern nicht mithalten können. Das ist natürlich reiner Unfug, denn bei richtiger Auswahl von Materialien sind Einsparungen wie Sand am Meer zu haben.


    Weitere Vorbilder für gutes Bauen auf wenig Raum sind für ihn: Sou Fujimoto oder Yoshiharu Tsukamoto. Soll heissen, die Japaner machen es schon seit längerer Zeit vor wie man kostengünstig ansprechende Architektur umsetzt. Man lerne und staune!

  • Danke für den Link. Herr Maak spricht einem in vielerlei Hinsicht aus der Seele, nicht nur was den Potsdamer Platz und die Reihenhaus-Pendler mit Diesel-Schleuder angeht.


    Hier noch ein nettes Bild von der "Sim City" die Kazunari Sakamoto als Werkbundsiedlung geplant hatte:
    http://www.arch.titech.ac.jp/s…nglish/project/munich.jpg


    Erinnert irgendwie an japanische Platzverhältnisse, wer es mag... besser als die 70er Jahre Bausünden allemal!

  • Isarring-Tunnel unter dem Englischen Garten



    Informationen:
    http://www.einenglischergarten.de/?page_id=4


    Den Plan der beiden Stadtplaner und Architekten Hermann Grub und Petra Lejeune, den Isarring im Bereich des Englischen Gartens zu untertunneln, finde ich sehr gut.
    Auch OB Christian Ude (SPD) bezeichnet diese Idee als "natürlich wünschenswert", zur Stunde sehe er aber die Finanzierung nicht.


    Abendzeitung: http://www.abendzeitung.de/muenchen/rathaus/175254

  • Ganz ehrlich, ich sitze öfter auf einer der Parkbänke um das Seehaus herum und wünsche mir die Lärmhölle vom Ring zum Teufel (oder alternativ auch 10m unter die Erde), aber solange an anderen Stellen viel dringender Tunnels gebaut werden müssen, ist dieses Projekt von der Priorität her weiter hinten angesiedelt.
    Aber sobald die anderen Problemfälle am Ring erledigt sind, wäre eine Umsetzung mehr als wünschenswert!

  • Her mit dem Isarring-Tunnel!

    Seit der Öffnung des Richard-Strauß-Tunnels hat sich ja die Ampel an der Einmündung Ifflandstraße zur Staufalle entwickelt. Aus diesem Grunde läuft gerade eine Machbarkeitsstudie zur Verbreiterung der Einfädelspur bis vor zum Abzweig Dietlindenstraße. Das alles könnte man sich halt sparen, wenn man diese Idee mit dem Tunnel aufgreift. Und frevelhaft ist es ja wirklich den Englischen Garten mit einer Stadtautobahn zu durchschneiden.


    Oberstes Ziel ist schließlich ein kreuzungs- und ampelfreier Mittlerer Ring zwischen Giesinger Autobahn über die Westroute bis zur Salzburger Autobahn in Ramersdorf bzw. entgegengesetzt. Wenn der im Bau befindliche Südwesttunnel 2015 fertig ist, ist nur noch die Ampel im Englischen Garten (nur Richtung Westen) im Weg, sonst ist der Ring "fertig".


    Denn mit den Kreuzungen am Innsbrucker Ring wird man dauerhaft leben müssen, zudem ist dort nicht sehr dicht bebaut und teilweise wurde mit Lärmschutzmaßnahmen "Wohnen am Ring" schon gegengesteuert. Und die Chiemgaustraße ist genaugenommen eh nur ein Bypass ohne Autobahnzubringerfunktion und wird gar nicht so wirklich als Mittlerer Ring wahrgenommen.


    http://www.wohnenamring.de


    -

  • Ich bin absolut dagegen.


    Wenn man Geld für einen Tunnel hat, sollte der dort gebaut werden, wo lärmgeplagte Anwohner entlastet werden und echte Staufallen verschwinden. Nicht aber im Englischen Garten, wo man sich den Luxus gönnen will, dass dieser halt nicht durchschnitten wird. Nicht durchschnitten wird er meines Erachtens eh nicht, da der Englische Garten südlich und nördlich vom Mittleren Ring einen anderen Charakter hat.
    Und wenn einem der Lärm beim Spazieren im Englischen Garten nervt....der Park ist wirklich gross genug. Dann sollte man halt einfach woanders hin gehen.

  • Unmittelbar am Isarring ist aber auch der Kleinhesseloher See und das Seehaus im Englischen Garten, beide äußerst beliebte Ziele in der Freizeit der Münchner. Die Parkbesucher, Gäste und sicherlich auch der Wirt würden sich über die Ruhe sehr freuen, wenn der Tunnel gebaut werden würde. Es ist doch schade und traurig, woanders hinzugehen bzw. hingehen zu müssen, weil die Idylle durch lauten Verkehr gestört wird.


    Aus diesem Grund bin ich zu 100 % für den Isarringtunnel.


    (Mein anderer großer Wunsch ist und bleibt jedoch ein Autotunnel unter dem Stachus zwischen Galeria-Kaufhof und Justizpalast...)

  • Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemals einem Seehaus-Besucher der mittlere Ring aufgefallen ist.
    Erstens sind zwischen Ring und Biergarten das Restaurant und WC-Gebäude sowie im Vergleich zu anderen Ring-Abschnitten reichlich Platz zwischen Straße und Menschen und zweitens ist der Pegel im Biergarten um ein Vielfaches höher als das Rauschen der Autos im Hintergrund.
    Mir ist es nur auf einer lärmtechnisch ungünstig gelegenen Parkbank fernab vom Trubel störend aufgefallen und natürlich gibt es in beiden Teilen des englischen Gartens mehr als genug Platz abseits des Lärms.


    Insofern muss ich LugPaj also absolut recht geben.


    Ein Tunnelausbau sollte vorerst nur dort stattfinden, wo auch lärmgeplagte Anwohner entlastet werden.
    Eine schlimmere Stelle als zwischen Dachauer- und Leonrodstraße, wo Neuhausen regelrecht zerfetzt und eine Prachtallee zerstört wurde, die nun im Lärm- und Feinstaub untergeht, fällt mir aktuell gar nicht ein. Solange da kein Tunnel in Sicht ist, sehe ich woanders erst recht keinen.
    Früher war die heftigste Stelle der Petuelring und das Ergebnis nach Bau des Tunnels hätte mMn eigentlich selbst den hartnäckigsten rot-grünen Stadtrat nachhaltig von der Notwendigkeit weiterer Tunnel überzeugen müssen. Scheinbar sind denen aber ihre politischen Querelen wichtiger als das Wohl der Einwohner Münchens.

  • Landshuter Allee

    Ein Tunnelausbau sollte vorerst nur dort stattfinden, wo auch lärmgeplagte Anwohner entlastet werden. Eine schlimmere Stelle als zwischen Dachauer- und Leonrodstraße, wo Neuhausen regelrecht zerfetzt und eine Prachtallee zerstört wurde, die nun im Lärm- und Feinstaub untergeht, fällt mir aktuell gar nicht ein. Solange da kein Tunnel in Sicht ist, sehe ich woanders erst recht keinen.


    Oberstes Ziel scheint nun mal erst die Kreuzungsfreiheit zu sein, und die ist an der Landshuter Allee seit dem Tunnel unter der Leonrod- und Nymphenburger Straße sowie der Überführung über die Dachauer Straße gegeben. Ich weiß ja nicht wie die Eigentumsverhältnisse an der Landshuter Allee sind oder waren, aber ich denke dass überwiegend Wohnungsbaugesellschaften und Privateigentümer ganzer Gebäude vorherrschten. Ein entsetzlicher Gedanke ist, dass sich Privatbewohner dort selbstgenutztes Wohneigentum anschafften und dann diese Autobahn vor die Nase gesetzt bekamen. Das gleicht dann einer Enteignung.


    Gegner einer gänzlichen Tunnellösung argumentieren, dass die Bewohner, die vor vierzig Jahren beim Ausbau der Allee dort wohnten heute nicht mehr dort wohnen bzw. nicht mehr leben. Somit hätten die gegenwärtigen Bewohner diese eingeschränkte Wohnlage bewusst in Kauf genommen und könnten somit nicht auf Entlastung pochen. Zudem wäre diese gar nicht so einfach zu bewerkstelligen. Der Abschnitt zwischen Donnersbergerbrücke und dem bestehenden Tunnelportal wäre schon mal nicht in die Tiefe zu bekommen, da ja auch die Arnulfstraße noch zu überqueren ist. Verlängert man den Tunnel am Nordende, ist wiederum die Steigung zur Überführung Dachauer Straße äußerst schwierig hinzubekommen.


    Im Westend sieht man, wie man durch die Tunnellösung wieder ein intaktes Stadtviertel hinbekommt. In Neuhausen ist es umso schmerzlicher, da dort der städtebaulich mit Abstand schönste Abschnitt am Ring vorhanden ist, aber jedoch mit größtmöglicher Brutalität zerstört wurde. An diese Tatsache sollte man den nervtötenden selbstherrlichen Alt-Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel mal erinnern.

  • Wenn man zudem bedenkt, dass der Verkehr innerhalb des Rings rückläufig ist und auf dem Ring durch Transitverkehr zunimmt, dann sind die Tunnel neben dem ÖPNV eigentlich höchste Priorität.
    Die Argumentation der Tunnelgegner erschließt sich mir nicht.
    Denn selbst wenn jemand bewusst dorthin gezogen ist, hat er zumindest ein Recht auf Einhaltung der Grenzwerte für Lärm, Feinstaub, Kohlenmonoxid und Stickstoffdioxid. Diese Werte haben an der Landshuter Allee durchaus das Niveau einer stark befahrenen Autobahn.


    Meine favorisierte Tunnelvariante an der Stelle würde bis knapp hinter die Dachauer Straße hinausgehen, was den Brückenabschnitt dort überflüssig machen würde und die Instandhaltungskosten der Brücke gleich einspart.
    Ich gebe dir recht, dass eine halbherzige Verlängerung bis deutlich vor die Dachauer Straße (um die Steigung zu erreichen) keine adäquate Lösung darstellt.
    Wenn man dann noch die Arnulfstraße direkt mit dem Tunnel verbindet, dürfte auch der Bereich zwischen dort und der Leonrodstraße stark entlastet werden.
    Sind euch Planungsvarianten des Tunnels bekannt (er ist im Verkehrsentwicklungsplan der Stadt enthalten)? Sonst würde ich selbst mal was zeichnen und die Machbarkeit hier zur Diskussion stellen, denn obwohl ich in Schwabing wohne finde ich dieses Projekt äußerst reizvoll. Nirgendwo in München könnte durch 1,5km Tunnel soviel sinnlose Zerstörung rückgängig gemacht und so viel Lebensqualität dazu gewonnen werden.

  • Es sind wohl neue Gutachten für die "langfristige Siedlungsentwicklung" in Auftrag gegeben. Schwerpunkte sind


    - Nachverdichtung um ÖVP-Schwerpunkte
    - Umstrukturierung der Gewerbeflächen in Obersendling, Moosach und Milbertshofen
    - Stadterweiterung nach Nord-Osten


    http://www.muenchen.de/cms/pro…rundsatz_Zweitschrift.pdf


    Bezeichnend für das offensichtliche Desinteresse an Stadtplanung in München ist die Tatsache, dass für die Gutachten nicht mal 1 Million Euro bereitgestellt werden. :nono: