Europaviertel West (ohne Quartier Boulevard Mitte)

  • Auf den ersten Blick sieht das schon gut aus. Auf den zweiten stellt sich die Frage, ob es nicht schon wieder zu viel versiegelte Fläche ist, die sich aufheizt. Mit der KITA im Zentrum entfällt ja ein Bestandteil aus der anfänglichen Planung, der eventuell eine größere Nutzung des Platzes (z.B. für Außengastronomie) mit sich gebracht hättte. Andererseits ist die Frage, wie das Grün dann aussehen sollte. Der Europagarten vis-à-vis ist ja auch eher eine wüste Einöde als eine einladende Grünanlage.

  • Man könnte auf dem Tel-Aviv-Platz ja einen kleinen Wochenmarkt veranstalten. Damit wäre der Platz zumindest an 1-2 Tagen in der Woche belebt und ich bin mir sicher es würde auch von dien vielen Leuten der in der Gegend inzwischen leben gut angenommen werden.

  • Und so ist er aus Fußgängersicht geworden, der Tel-Aviv-Platz - vom Rewe-Haupteingang gesehen:


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    Ideal für Übungsstunden mit dem Fahrrad ...


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    ... doch was ist mit Aufenthaltsqualität? Auf Mainolos Fotos in #921 noch einigermaßen ansprechend, überwiegt von unten der Eindruck einer Betonplattenwüste. Gestern war bestes Wetter, doch im bevorstehenden Herbst und Winter dürfte der Platz nur noch grau und trist wirken. Vermutlich wird es nicht lange dauern, bis analog etwa zum Paul-Arnsberg-Platz im Ostend Rufe nach Umgestaltung aufkommen (was dort letztendlich erfolgreich war). Lernen die Verantwortlichen aus solchen Fällen nichts? Auf dem letzten Foto eine der ... nennen wir sie Sitzinseln:


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    Bilder: Schmittchen

  • Erbärmlich. Mal wieder nichts gelernt, siehe z.B. auch den Riedbergplatz. Dort wird jetzt intensiver diskutiert diesen stärker zu begrünen (speziell schattige Sitzgelegenheiten). Wer will sich denn beim untersten Bild weiter oben auf die Sitzbänke setzen im Sommer, wenn die Sonne brennt ohne einen Hauch von Schatten?

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    Man kann ja unter einen der seltenen Bäume im Europagarten ausweichen. Ach nein – der ist ja gesperrt. Das ist doch alles ein schlechter Witz!

    Ein Wochenmarkt oder KiTa-Fest, wie von Tunnelklick erwähnt, könnte ja auch unter ein, zwei Reihen von Bäumen stattfinden, der Tel-Aviv-Platz ist schließlich breit genug.

  • Ich erinnere daran, dass bei den Orsbeiratssitzungen gesagt wurde, dass man einen Platz haben möchte, wo Märkte stattfinden können. Dass das Europaviertel seine liebe Not mit den Bäumen hat, ist eine andere Geschichte. Drei Stellen sind noch frei und umzäumt, wo wohl Bäume gepflanzt werden. Ansonsten ist der Platz ok. Wenn die restliche Begrünung noch kommt wird das schon passen.

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    Ich muss mir das nochmal in real ansehen, redxiv. Aber auf Basis der Fotos weiß ich nicht, was die "restliche Begrünung" noch bringen soll um diese Ödnis im Aufenthaltswert zu steigern.


    Es ist wieder der alte Kritikpunkt, dass die Architekten/Landschaftsarchitekten offensichtlich völlig das ignorieren, was seit über 100 Jahren funktioniert. Auch in den Gründerzeitvierteln finden Märkte statt. Am Friedberger Platz und auch auf der Berger schaffen es die Marktleute offensichtlich Ihre Stände auch unter Bäumen und im Schatten aufzustellen.

  • Es ist doch so. Es gibt für solch mangelhaften Ergebnisse kein politisches Personal, das zur Rechenschaft gezogen werden kann (dann heißt es immer gönnerhaft-lapidar der Wähler ist schuld). Der abends absichtlich abgedunkelte Goetheplatz bzw Roßmarkt ist eine grässliche, graue Platte und keiner fühlt sich zuständig oder politisch verantwortlich hieran etwas zu ändern. Ein „Flare of Frankfurt“ kann noch 5 Jahre im Erdgeschoss größtenteils leer stehen oder mit billigen Popup Stores gefüllt sein, die verantwortlichen Planer sind längst über alle Berge und die Architekten sind scheinbar Performance-unabhängig ausbezahlt worden. Bei solchen „Incentives“ sind die teilweise absurd schlechten Ergebnisse keine große Überraschung.


    Der größtenteils versiegelte Tel-Aviv Platz ist ein typischer unterkühlt-strenger Platz der scheinbar sogar Beklemmung auslösen soll. So soll wohl verhindert werden, dass sich viele Menschen dort länger aufhalten wollen sicherlich aus Angst vor Ruhestörungs-Klagen oder Vandalismus (und bloß keine große Wartungsarbeiten wie Gärtnerei verursachen soll), also typische Architektur des niedrigsten gemeinsamen Nenners (oder niedrigster gemeinsamer NIMBY) und Ausdruck einer kleinlichen Geiz-ist-Geil Mentalität. Die weg rationalisierte Kita ist ja das beste Beispiel, dass lästige Kindergeräusche hier unerwünscht sind. Dieser Platz, mal wieder ohne Frankfurt-typische Trinkhalle, soll nicht beleben oder der Aufenthaltsqualität dienen, er soll schnell durchquert werden und nicht zu längeren Aufenthalten anregen, wie gefühlt 70-80% der öffentlichen Plätze, die derzeit zwischen Flensburg und Garmisch gebaut werden. Tel Aviv ist eine bunte, lebensfrohe Stadt mit viel Grün und hoher Lebensqualität, dieser Platz spiegelt diesen positiven Spirit ganz sicher nicht wider.

  • Ich übernehme mal die Rolle des Advocatus Diaboli:


    (1) Ich habe hier die damalige (März 2019) Präsentation der verantwortlichen Behörden & Aurelis hochgeladen.

    (2) Auf S. 10 dieser Ausführungsplanung ist zu erkennen, dass ein zentraler Bestandteil des Platzes zwei sog. "Cubes" sein sollen. Ich muss so etwas nachschlagen, aber die Umschreibung "Würfel" scheint zu stimmen. Direkt vor der KiTa, direkt also in der Mitte des Platzes, sind zwei Markstände von jeweils 8,8 x 10,25m vorgesehen. Nach meiner Rechnung sind das 180 Quadratmeter dauerhafter, bewirtschaftete Fläche.

    (3) Diese Präsentation war Gegenstand der Ortsbeiratssitzung 1 im März 2019. Ich habe die Vertreter der Stadt selbst gefragt, ob denn auch an Versorgungsleitungen etc. gedacht worden sei, wenn nun zukünftig mitten auf dem Platz Kaffeehäuser (Wasserhäuschen?) angesiedelt werden sollten. Dies wurde bejaht. Toiletten sollten dagegen in der Laube/Liebe/Hoffnung aufgesucht werden (das wird zugegebenermaßen derzeit schwierig).

    (4) Ob das jetzt (Ende 2020) alles so kommt, wie im März 2019 präsentiert, weiß keiner. Auf der anderen Seite ist ja auch von der Ausführunsgplanung überhaupt nicht abgewichen worden und alles so umgesetzt worden wie dort gezeigt.


    Sieht die Situation also anders aus, wenn tatsächlich die geplante Gastronomie von fast 200qm auf dem Platz kommt? Hat er dann Aufenthaltsqualität? Wird es besser, wenn die geplanten und vorgesehen Bäume gepflanzt sind?


    Ferner: Ich bin kein Fachmann, aber damals wurde immer wieder Wert auf die Zufahrten für die Feuerwehr gelegt. Ich meine, dies ist ein weiterer Treiber für die versiegelte Fläche. Man kann das auch in der Präsentation erlesen. An der Westseite des Platzes befinden sich Gebäude mit sieben Stockwerken und Hunderten Wohnungen. Ich will Rettungswege nicht ganz außer Acht lassen.


    Zur Gestaltung: Der Stein ist hochwertig, die Sitzbänke sind es auch (ich war nun mehrfach vor Ort). Ich habe eher Bedenken ob der Betonelemente. Diese geben meiner Einschätzung nach hervorragende Ziele für Graffiti ab.

  • So entspannt wie die Dame auf dem letzten Bild wird man auch nicht mehr lange auf den Betonelementen sitzen können, wenn die Kanten erst einmal von den Skatern gewachst worden sind...

  • Das Allheilmittel „Versiegelte Flächen„ in Zeiten der zunehmenden globalen Erderwärmung hat ausgedient. Als die Hitzerekorde in Zentral-und Westeuropa letzten Sommer reihenweise gebrochen wurden, proklamierte die Stadtplaner-Avantgarde in ganz Europa (besonders prominent Bürgermeisterin Hidalgo in Paris mit ihrem viel beachteten Ansatz vor der Olympiade), dass viele versiegelte Flächen wieder aufgebrochen werden sollten um den grassierenden Hitzestau und Hitzereflektion zu vermeiden (hierzu auch ein Artikel der New York Times). Wenn es nach der Feuerwehr ginge, würde der letzte Marktplatz in Toskana und Provence auch noch versiegelt werden, es könnte ja jemand klagen. Da scheinen viele Stadtplaner schon viel weiter zu sein. Ausgewachsene Bäume als Frischluft- und Schattenspender (sowie als Anti-Feinstaub Maßnahme) tragen selbstverständlich zur Aufenthaltsqualität bei und sind keine „nice to haves“.

  • Die Begrünung des Tel-Aviv-Platzes ist abgeschlossen. Es wurden doch noch recht viele Bäume gepflanzt und eine kleine (winzige) Grünfläche (Sünden) angelegt. Die Bilder von heute sind leider schon bei tief stehender Sonne entstanden. Für meine abschließende Bewertung warte ich, bis wieder Blätter an den Bäumen sind...

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    (Vgl. auch #921)



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    (Bilder von mir)

  • ABG plant Mehrfamilienwohnhaus mit Kindergarten an der Altenhainer Straße

    Die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG Frankfurt Holding plant die Überbauung einer Brachfläche, gelegen an der Altenhainer Straße und dem Fußweg Kameruner Rosengärtchen. Nördlich und östlich des Areals stehen neuere Bauten des Projekts "Central & Park", südlich des Fußwegs älterer Bestand. Auf dem rund 2.000 m² großen Areal soll eine fünfzügige Kindertagesstätte im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss entstehen, darüber auf zwei weiteren Geschossen 18 geförderte Mietwohnungen. Den Entwurf kommt aus dem Frankfurter Büro Karl Dudler Architekten.


    Bekannt wurde das Projekt durch eine aktuelle Baumfällvorlage (PDF) für die Stadtverordneten. Zwei Bäume, der eine 1979, der andere 1984 gepflanzt, müssen für das Neubauprojekt gefällt werden. Als Ersatz werden in der Nähe zwei Säulen-Hainbuchen gesetzt.


    Lage des Grundstücks (links) und Grundriss Untergeschoss, die Form des Neubaus wird demnach an das dreieckige Grundstück angepasst.


    Bild: https://abload.de/img/1111nckxf.jpg        Bild: https://abload.de/img/2222ntjjl.jpg

    Grafiken: Stadt Frankfurt am Main / Karl Dudler Architekten

  • Das ist ja dann Kita Nr. 4 im Umkreis von <100 Metern 🙄

    Hat der Bebauungsplan nicht EG + 1 OG vorgegeben? Weiß das jemand aus dem Forum bzw. hat jemand den BPlan zur Hand?

  • ^ Das Grundstück ist im B-Plan als Fläche für den Gemeinbedarf festgelegt, dabei wird normalerweise kein Maß der baulichen Nutzung festgesetzt. Als Zweckbestimmung wurde "Kindertagesstätte" angegeben.


    Da im B-Plan keine weitere Nutzung angegeben ist, sind Wohnungen hier m.E. nicht zulässig. Die Stadtverordnetenversammlung kann aber eine Ausnahme zulassen - oder?

    Einmal editiert, zuletzt von Lu-Mo () aus folgendem Grund: typo