Europaviertel West (ohne Quartier Boulevard Mitte)

  • Ein Durchbrechen der Standardhöhen "zwischendurch" ist doch entlang der Europaallee mehrfach vorgesehen. Zwei (Wohn-) Hochhäuser sind es am westlichen Ende, im Quartier "Boulevard Mitte" sogar deren sechs. Mit verschiedenen Höhen, zumindest zur Emser Brücke hin. Die vorhandene Bahnzentrale mit knapp 70 Metern nicht zu vergessen. Und nach Norden und Süden, also zum Gallus und zum Kuhwald, variieren die Höhen erst recht. Von den - mehr oder weniger berechtigten - Kritikpunkten scheint mir der über zu monotone Höhen gerade im westlichen Europaviertel an wenigsten angebracht.


    Am städtebaulichen Entwurf hätte ich eher den weitgehenden Verzicht auf eine geschlossene Bebauung des Blockrandes zu kritisieren. Vor allem ist meines Erachtens aber die Architektur angreifbar; in dieser Hinsicht kann, abgesehen vielleicht vom Parkend, bisher kaum etwas überzeugen.


    Noch zum Vorbeitrag: Die vielfache Wiederholung von Gleichförmigem ist in der Architektur weder neu, noch muss das Ergebnis zwingend reizlos sein:



    Bild: Adam Carr (mit allgemeiner Gestattung @Wikipedia)

  • Dieser "DDR-Wohnblockstil" im Europaviertel ist langsam unerträglich!


    Ich kann da absolut nur zustimmen. Dieser DDR-Wohnblockstil mit seinen Natursteinfassaden, KfW-Effizienzhaus-55-Standards, Dreifach-Isolierverglasungen, Fußbodenheizungen, lichten Raumhöhen von bis zu 2,90 Metern, Holzparketten, bodentiefen Fenstern, Tageslichtbädern, Ladestationen für Elektrobikes und vor allem seiner Barrierefreiheit für Behinderte oder ältere Menschen ist dermaßen unerträglich und grausam, das kann man eigentlich nicht in Worte fassen... ;)



    Allerdings hätte Hochtief mehr als 9,99 Euro für die Visualisierungen ausgeben können.

  • Auch ich muss hier Schmittchen und Proteno beipflichten. Schade, werden die Klötze im Europaviertel doch sicher min. einige Jahrzehnte stehenbleiben...


    ...und zur Monotonie: Ich denke auch nicht, dass die Wiederholung des Gleichförmigen ein Problem darstellt. Von Gründerzeit- bis Hochhausfassaden werden oft immer gleiche Stilelemente wiederholt. Aber es muss Details geben, an denen sich das Auge erfreuen kann, wie kleine Zierelemente, Balkone, Erker, Säulen,...


    Als Beispiel sei hier vielleicht die unprätentiöse Schlossborner Straße (+ Rebstöckerstraße + Ruppertshainer +...) genannt: eine ständige Wiederholung eigentlich gleicher, aber doch eben auch interessanter Häuser.

  • @ porteño


    Natürlich gab es zu DDR-Zeiten mangels E-Fahrrädern auch keine speziellen Ladestationen dafür und die Energieeffizienz war noch nicht Modewort und aufgrund der damaligen Energiepreise auch nicht erstrebenswert. Wer übrigens eine Steckdose in der Garage hat, kann auch von sich behaupten, eine solche Ladestation zu besitzen, das Ladegerät gehört ja wohl zum Lieferumfang eines derartigen Zweirades. Aber Tageslichtbäder hatten die meisten DDR-Wohnungen in den Wohnblocks vermutlich schon, die Mieter wussten es nur nicht. Ich muss übrigens sehr lange überlegen bei der Frage, wer in meinem Bekanntenkreis kein Tageslichtbad hat. Naja, egal, ich will mich hier nicht reinsteigern.


    Aber ich bleibe dabei: Das Gros der Wohngebäude im Europaviertel besteht bisher aus viereckigen, monotonen Klötzen mit ein paar Balkons dran. Der Gesamteindruck von den Häusern ist bisher alles andere als einladend. Ein paar Ausnahmen gibt es.


    @ Schmittchen


    Die Wiederholung von Gleichförmigem muss nicht reizlos sein, ist es in diesem Fall aber. :)

  • Fußgängerbrücke über die Straße der Nationen

    Nachdem der Taschenpark nördlich des Europagartens und der Zeppelinpark sich ihrer Vollendung nähern, war lange nichts von der Fußgängerbrücke zu sehen und zu lesen. Und ich hatte schon die Befürchtung sie wäre dem Rotstift zum Opfer gefallen. Aber der Kran, der auf diesem Bild von porteño im Hintergrund zu sehen ist, dient tatsächlich dem Bau der Fußgängerbrücke.


    Hier etwas näher herangezoomt der Taschenpark, der künftig als Verbindung zum Zeppelinpark und dann zum Rebstockpark dienen wird, mit Kran im Hintergrund:



    Das nördliche Brückenlager:



    Das südliche Brückenlager:



    Und hier noch die Straße der Nationen zum Westeingang der Messe - nun mit fertigem Mittelstreifen und Bäumen (hatten wir, glaube ich, noch nicht) - sieht sehr grün aus! Rechts davon die im Bau befindlichen Gebäude von "Parkend".



    Alle Bilder von mir.

  • Hallo zusammen!


    Vorgestern habe ich mich etwas im Europaviertel West umgesehen und bin über die Baustellen hinaus immer weiter gen Westen gegangen.


    Dort befinden sich seltsame Schotterhaufen und künstlich errichtete Steinwände. Teilweise liegen die Gleise noch da. Aber alles wirkt sehr aufgeräumt und beabsichtigt, so wie es dort aussieht.


    Zu erst dachte ich, dass es dort ein Park wird, gerade mit den Gleisen. Hat mich an die High Line in New York erinnert. So etwas wäre da natürlich der Hammer. Industriekultur und Park verknüpfen.


    Irgendann habe ich jedoch ein Schild gefunden auf dem steht "Lanschaftsschutzgebiet". Weiß jemand was es damit auf sich hat??


    In den Bebauungsplänen vom Europaviertel ist hier nichts geplant oder ersichtlich (soweit ich herausgefunden habe). Soll hier eine Art Biotop entstehen? In direkter Nachbarschaft zum Viertel - ob das gut geht? Oder ist dies nur eine Übergangslösung?


    Würde mich über einige Infos freuen.

  • Ja, das ist ein Biotop bzw. Schutzgebiet. Und in der Tat ist es weiträumig eingezäunt. Auf den früheren Gleisanlagen leben wohl unter anderem schützenswerte Echsen. Für mich sieht es nach einem Kuhhandel mit dem Naturschutz aus, dass das bewusste Gebiet als Sperrzone behandelt wird, dafür der östliche Teil des ehemaligen Hauptgüterbahnhofs bebaut werden darf. Vor diesem Hintergrund dürfte es nichts werden mit einer Ffm-Version der High Line. Aus Sicht von Hardcore-Naturschützern gehört der Mensch eben möglichst weiträumig ausgesperrt, auch inmitten einer Großstadt.


    Der Bahnschotter wurde liegen gelassen. An einigen Stellen wurde er offenbar zu Wällen zusammen geschoben (oder neuer Schotter angefahren). Man erfährt nichts von dem Konzept, was mutmaßlich auch das Interesse der Echsenflüsterer sein wird. Es gibt an dieser Stelle eine hölzerne Beobachtungsplattform, nähere Informationen habe ich auch dazu nicht.

  • Geröllhalden = Lebensraum

    Der Bahnschotter wurde liegen gelassen. An einigen Stellen wurde er offenbar zu Wällen zusammen geschoben.


    Ich denke, dass dies definitiv beabsichtig ist, aus Sicht mancher Echsenarten sind Geröllhalden, Mauerspalten, mit Gras durchwachsene Geröllflächen und kiesige Flussläufe existentiell fürs Überleben => Der Grund wieso sie ausgerechnet auf einem alten Güterbahnhofsareal "eingezogen" sind.


    Keine Sorge, ich bin kein Baustellenboykottierender NABU-Anhänger, hatte nur das ein oder andere Mal mit denen zu tun, von deren Sicht aber als Böser ^^

  • Von Echsen und Schrecken

    ^ Ja, das Areal südlich Am Römerhof und östlich der Schmidtstraße ist, wie Schmittchen sich richtig erinnert, neues Habitat. Der Babauungsplan B850 regelt das, überlässt die Details aber anderen, weil er das Gebiet als zweckgebundene "Private Grünfläche - Ausgleichsfläche" festsetzt und damit "planungsrechtlich sichert". Ich frage mich allerdings, wer eigentlich gerade der Eigentümer dieser Flächen ist? Einige relevante Zitate aus B850 (PDF), dessen Überarbeitung von 2007 datiert:


    6.2.6 Öffentliche Grünflächen


    Ausgleichsfläche an der Schmidtstraße / südlich der Straße am Römerhof – ca. 35.825 qm. Sie wurde im Rahmen des Rückbaus der Bahnanlagen des ehemaligen Rangierfeldes des Hauptgüterbahnhofes zum Ausgleich für Ein- griffe in die Natur und Landschaft angelegt und dient als Ersatzhabitat für die Mauer- und Zauneidechsen-Populationen, die zuvor nördlich der Idsteiner Straße beheimatet waren.


    Zu den Tieren:


    13.2.3 Tiere und Pflanzen - biologische Vielfalt


    Bei den nachgewiesenen Reptilien handelte es sich um Mauereidechsen (Podarcis muralis) und Zauneidechsen (Lacerta agilis). Der ursprüngliche Lebensraum erstreckte sich vor allem auf die Bruchsteinmauer am südlichen Rand des Geltungsbereichs und auf die angrenzende Brachfläche des ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerkes. Beide Arten sind durch die Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt, die Mauereidechse ist dort als vom Aussterben bedroht aufgeführt. Im Anhang IV der FFH-Richtlinie werden zudem beide Arten als „Streng zu schützende Art von gemeinschaftlichem Interesse“ aufgelistet.


    Außerdem wurden 3 Heuschreckenarten und 41 Vogelarten identifiziert. Zur Erholung und zu Maßnahmen enthält B850 folgendes:


  • Nicht verstehen muss man aber, warum der Schutz der - um diese Arten scheint es vorwiegend zu gehen - Mauereidechsen und Blauflügligen Sandschrecken nicht einmal einen Radweg zwischen Nied und dem Europaviertel auf der ehemaligen Zulauftrasse zum Hauptgüterbahnhof zulässt. Das wäre nämlich eine wirklich schöne Sache. Statt dessen Zäune und Absperrungen. Schließlich sind die Tiere ganz offensichtlich hart im Nehmen, wenn sie sich gerade in diesem Gebiet angesiedelt haben. Ein paar Fahrradfahrer sind gewiss Kindergeburtstag im Vergleich zu Rangierbetrieb rund um die Uhr, regelmäßigem Gleisaustausch und vor allem dem starken Einsatz von Herbiziden über viele Jahrzehnte hinweg.

  • Wow... danke für die Aufklärung :-)


    Also wahrhaftig ein Biotop.... da bin ich auch gemischter Gefühle drüber. Da könnte man auch mehr draus machen, als diese Brachfläche. Obwohl ich zustimme, dass sie einen gewissen Flair versprüht. Nützt aber nix, da man da ja nicht drüber gehen soll. Ich hab das Schild erst gelesen, als ich schon auf dem Gebiet war. Und ein paar von den kleinen Eidechsen hab ich auch durch die Gegend krabbeln sehen.


    Problematisch sehe ich, dass wenn das Europaviertel einmal fertig gestellt ist und weiß ich wieviel Zehntausend Menschen dort Leben, es ein eher ungeeigneter Platz für ein Biotop ist. Jedes Kind wird dort einen besseren Abenteuerspielplatz sehen und die Menschen automatisch auch dort präsent sind.

  • Wie sieht es denn mit einer Verlängerung der U5 aus? Da hier ja schon Bahngleise lagen, wäre doch eine Verlängerung bis Nied oder Höchst hier recht einfach zu realisieren. War sowas nicht mal angedacht?

  • Hier muß man einmal kurz erwähnen, dass die Reptilienarten, vorallem die Mauer- und die Zauneidechse in Deutschland eigentlich so gut wie gar nicht verbreitet sind. Das ursprüngliche Verbreitungsgebeit ist Mittel und Südeuropa, wenn wundert es bei den klimatischen Bedingungen. In Deutschland heimisch sind die Arten normalerweise in Süddeutschland und im Rheintal an sonnigen und steinigen Hanglagen.


    Aufgrund der Bahngleise mit ihren Schotter, der sich im Winter und Sommer stark aufheizt, konnten die Tiere weit in Gebiete vordringen, in denen sie eigentlich nicht heimisch waren. An Straßen verbreiten sich die Reptilien eigentlich nicht, da sie schnell von Reifen plattgewälzt werden und Räuber leichtes Spiel haben, dieses Problem besteht bei Bahngleisen nicht, da die Bahnräder an sich ja nur auf einer kleiner Fläche oberhalb der Stahlgleise rollen. Auch bietet der Schotter und die dadurch entstehenden Hohlräume viele Rückzugsmöglichkeiten für die Reptilien.


    Wie Schmittchen schon geschrieben hat sind es absolut resistente Arten, die mit nahezu Allem fertig werden, wenn man ihnen die richtige Lebensgrundlage gibt, nämlich steiniger Untergrund, viele Hohlräume und sehr viel Wärme. Wenn wir ehrlich sind haben diese Arten an sich nichts in Frankfurt verloren, sie sind über die Bahnanlagen "eingewandert", es ist aber dennoch schön geschütze Arten im Frankfurter Stadtgebiet zu finden.


    Original von Fizgig
    Wie sieht es denn mit einer Verlängerung der U5 aus? Da hier ja schon Bahngleise lagen, wäre doch eine Verlängerung bis Nied oder Höchst hier recht einfach zu realisieren. War sowas nicht mal angedacht?


    Naja nicht so ganz. Eigentlich sollte ja mal die Straßenbahn in der Mainzer Landstr. bis zur Mönchhofstr. unter die Erde kommen und dann bis Höchst weitergeführt werden. Die Verlängerung der U5 bis nach Höchst wäre natürlich eine gangbare Option und man sollte es nicht ausschließen, denn diese Idee geistert in einigen Köpfen rum. Man könnte die Strecke bis zu den bestehenden Eisenbahngleisen verlängern und dann mit Zwei-System-Fahrzeugen befahren, leider geht bei den ganzen Idee heute der Nutzen-Kosten-Faktor nicht so ganz auf.


    Also du kannst stark annehmen, dass bei der angespannten Haushaltslage der Stadt, weder die Straßenbahn in der Mainzer in eine Stadtbahn umgewandelt wird, noch dass die U5 weiter als über das Europaviertel verlängert wird.

  • Ein Luftbild, das etwas mehr als die Hälfte des bewussten Gebiets zeigt (den Exif-Daten zufolge von Oktober 2011):



    Bild: aurelis Real Estate GmbH & Co. KG

    Das ist ein Ausschnitt - gesamtes Foto in Originalauflösung.

  • Wenn ich B850 richtig interpretiere, umfasst das Schutzgebiet dabei allerdings nur den Bereich von der Schmidtstraße - das ist etwa in Höhe des Kreisels links - bis zum kleinen Abzweig der Straße Am Römerhof in der Mitte des Bildes. Der südöstlichste Teil wiederum soll ein öffentlicher Park mit Bolzplatz sein oder werden. Hier der entsprechende Ausschnitt aus dem Bebauungsplan bzw. der Magistratsvorlage M59 von 2010:



    Bild: Stadt Frankfurt am Main, aus Magistratsvorlage M59


    Die Frage bleibt: Was passiert mit dem Schutzgebiet? Können wir eine Öffnung zur Nutzung durch Menschen erwarten? Ich denke nicht; denn mir fehlt die Pflicht oder ein anderer Anreiz des Eigentümers, dort noch mehr Geld zu investieren als die "2500 Euro je Eidechse" (Quelle), die bereits für die Aufbereitung des Geländes und den Umzug der Tierchen geflossen sind. Eigentümer dürfte weiterhin aurelis sein und auch bleiben. Wer würde das Areal kaufen wollen?

  • Das Schutzgebiet mag nicht komplett "planungsrechtlich gesichert" sein, faktisch ist es derzeit viel größer als der im Geltungsbereich des B-Plans 850 gelegene Teil. Der unbeplante Bereich dürfte sogar mehr als doppelt so groß sein wie der beplante. Das sieht man schon auf dem Foto in #440. Auf dem städtischen Luftbild von 2011 ist gut erkennbar, dass der westlichste Schotterwall fast auf Höhe der Bowling-Halle (Am Römerhof 13) und damit schon nahe der A5 endet. Das wird sich meiner Einschätzung nach auch nicht mehr ändern.

  • Ich bin wirklich kein aggressiver Naturschützer, aber es wird doch wohl gerade Sinn und Zweck der gesicherten Fläche sein, dass sie nicht für eine Nutzung der Menschen vorgesehen ist und die Eidechsen und andere Tierarten sich dort zurückziehen können. Bauplanerisch und umweltrechtlich halte ich das auch für förderungswürdig, zumal, wenn die Art unter Schutz steht. Eine "Kultivierung" bzw. "Urbanisierung" wäre diesem Zweck doch gerade kontraproduktiv, nicht?


    Und nebenbei: Angesichts der Schwierigkeiten der Entwickler, auf den geplanten Gewerbeflächen im Europaviertel West überhaupt Investoren anzusiedeln, braucht es auf dem "Naturgelände" nicht noch mehr Gewerbe.


    Bliebe nur noch Wohnraum als Kultivierungsgrund, den man wohl zugunsten des Naturschutzes (Ausgleichsflächen!, die Echsen waren zuerst da! :-)) meiner Meinung nach nachvollziehbar geopfert hat.

  • ^


    Das Problem an der ganzen Sache ist, dass die "Naturflächen", also die Schotterwälle und Freiflächen, innerhalb kürzester Zeit zuwuchern werden und damit der Lebensraum der Reptilien verschwindet. Früher war dies nicht der Fall, da ja die Bahn die Flächen weitgehend frei von Flora gehalten hat. Man sieht ja die resistente Pionierpflanzen an jedem Bahndamm und sie wachsen in der Regel extrem schnell!


    Ständig Geld für den Rückschnitt der Planzen auf dem Areal auszugeben halte ich für nicht sinnvoll, wenn nicht auch eine gewissen Nutzung damit verbunden ist. Die Reptilien haben mit Carbolineum behandelte Holzschwellen, donnernde Güterzüge und die Jungs mit den Herbiziden überlebt, ein paar Spaziergänger werden ihnen nicht den Rest geben. Insoweit sollte man das Landschaftschutzgebiet in so etwas wie ein "Erlebnisgebiet" umwandeln und so die Sensibilität der Anwohner mit den gefährdeten Arten zu wecken.

  • Also gut, ich kenne mich überhaupt gar nicht aus was die Lebensweise / Lebensräume dieser schnuckeligen Eidechsen angeht, kann daher auch nicht abschätzen, ob die hinüber sind, wenn auf dem Eisenbahngleis nen Strauch wächst. Azichan schrieb ja, dass sie eigentlich ganz widerstandsfähig sind.


    Was die an sich gute Idee mit dem "Erlebnisgebiet" bzw. "Naherholungsgebiet" angeht, ist es so, dass es bestimmte Zuschüsse für Naturschutzgebiete gibt (nicht dagegen für andere Gebiete in gleicher Höhe) und bestimmte Arten dann nur geschützt werden dürfen durch die Ausweisung eines Naturschutzgebietes. Wenn die Stadt die Eidechse damals von der Hattersheimer Str. vertreiben durfte, dann wahrscheinlich nur unter der Voraussetzung, im Stadtgebiet eine Ausgleichsfläche zu schaffen. Dies geschieht dann zum Schutz des Tiers als Naturschutzgebiet. Ermessen der Verwaltung besteht da nicht.

  • Die Eidechsen werden bestimmt nicht von den Sträuchern erdrückt oder erschlagen :D
    Der Mensch muß nur leider immer wieder hier eingreifen, um den Lebensraum der Echsen zu erhalten, weil die Flora schnell wuchert. Was die Echsen mögen, haben wir ja weiter oben schon erwähnt, nämlich steinige Flächen, die sich in der Sonne aufheizen und jede Menge Rückzugsmöglichkeiten bieten, wenn alles zuwuchert ist dieser Lebensraum nicht mehr vorhanden. Geld auszugeben wovon die Stadtbevölkerung im Endeffekt nichts hat, da das Gelände nicht zu betreten ist, halte ich für nicht sehr sinnvoll.


    Eine Möglichkeit, wenn einem die Echsen so sehr am Herzen liegen, wäre ein großer städtischer Steingarten, sieht optisch sehr ansprechend aus und ist relativ pflegeleicht.
    Eine andere Möglichkeit wäre es die Echsen "umzusiedlen" in offenere Landschaft und für die Echsen einen Teil umzubauen, denn hier im Moment ist das Gebiet der Echsen leider durch Straßen, Schnellstraßen und Wohnbebauung stark eingeengt.