Bahnhof Ostkreuz Umbau

  • Ich freue mich jedenfalls über jede gusseiserne Säule, die im fertigen Ostkreuz noch stehen wird.


    Sollte sie dort noch stehen, müsste sie erstmal wieder errichtet werden. Das hatte ich hier schon vor längerer Zeit mal angezweifelt und wenn man sich so die übrigen 'Maßnahmen' der Bahn hinsichtlich denkmalrelevanter Bausubstanz betrachtet, wird man solche Erwartungen wohl weiter reduzieren müssen...

  • Laut bisherigen Planungsstand werden die alten Säulen wieder auf den Stadtbahngleisen aufgestellt(wie beim Beispiel S-Bhnf Baumschulenweg) und auch die weisse überdachte Treppe aus den 20 iger Jahren wird nachgebaut.

  • Neue Ringbahnhalle eröffnet

    Ein Meilenstein bei der Modernisierung des S-Bahnhofs Ostkreuz ist geschafft - seit heute ist die neue Ringbahnhalle in Betrieb.


    Ganz so schick, wie ich dachte, wirkt sie "drinnen" nicht - eher funktional und ohne überflüssigen Schnickschnack. Das liegt u. a. an dem "Wellblech"-Elementen des Daches, zudem wird die gewaltige Breite durch zahlreiche (noch nicht eröffnete) moderne Glaspavillons in ihrer Wirkung eingeschränkt. Dazwischen verbleiben drei parallele Korridore: Einer in der Mitte und zwei jeweils an den Gleisen. Das soll aber kein Gemeckere sein, das Ganze ist schon absolut in Ordnung - kein Vergleich zu der früheren Enge und zudem ist vieles ja noch ein Provisorium, da die unteren Bahnsteige jetzt erst in Angriff genommen werden.


    Noch wirkt alles etwas grau und steril, aber das wird schon noch.


    Ein paar Impressionen von heute:





    Blick zur Hauptstraße und zum Gleisfeld Richtung Süden:



    Am Südende der Halle gab's (vermutlich für umme) Pommes und Kuchen, und da is das Volk dann in Scharen dabei:




    Nochmals das Gleisfeld Richtung Süden:




    Treppenabgang zum Erkner-Bahnsteig. Noch gibt es zu den unteren Bahnsteigen weder Rolltreppen noch Fahrstühle, die gibt es bisher nur zu den Ausgängen Sonntagstraße und Hauptstraße.



    Blick aus der Halle gen Westen:



    Dachdetail:




    Treppe zum unteren Bahnsteig stadteinwärts:



    Die Displays sind noch nicht in Betrieb:



    Provisorischer Zugang von der Sonntagstraße:




    Blick aus der Halle nach Norden:



    Kaum ist eine Sperrung beendet, gibt es anderswo die nächste:



    Abgang mit (funktionierenden!) Rolltreppen zur Hauptstraße:



    Zur Sonntagstraße funktioniert sogar schon der Aufzug:



    Nördliches Hallenende, links der nun erst einmal verwaiste Regiobahnsteig:



    Aufgang Sonntagstraße:



    Viel Breite im Norden der Halle:



    Und noch ein Blick von der Modersohnbrücke auf das Ostkreuz:


  • Sehr schön. Ich freue mich, daß ein erster großer Schritt geschafft wurde. Und die Sterilität der Halle wird durch die Belebung für mich im Grunde in den Hintergrund gedängt. Denn Bahnhöfe sind ja in erster Linie funktional und müssen für die Fahrgäste und Bahnen pragmatisch sein.

  • Berlin hat mittlerweile eine prächtige Auswahl an Bahnarchitektur zu bieten. Ostkreuz reiht sich da sehr schön ein, dass es etwas funktional ausschaut finde ich aber auch völlig in Ordnung. Es wirkt belastbar, robust und langlebig. Das alte Ostkreuz hat fast 100Jahre mitgemacht. Das neue kann das sicherlich auch.


    Die Halle erinnert mich etwas an das Südkreuz.

  • Danke an Backstein für die Bilder. Es gibt bisher keine Rolltreppen und Fahrstühle sondern nur temporäre Treppenanlagen zu den unteren Bahnsteigen, weil ebendiese noch völlig neu und anders positioniert aufgebaut werden. Der Ausgang zur Sonntagstraße ist dagegen final, auch wenn das Umfeld natürlich noch aufgehübscht wird.

  • Sieht toll aus, kaum zu glauben, dass erst 2016 alles komplett fertig sein wird. Aber ich habe das alte Ostkreuz als Tourist mit Rollkoffer kennengelernt, da freue ich mich wirklich über das neue, auch wenn erst Halbzeit ist. :)

  • Danke an Backstein für die vielen Fotos!


    Die sterile Wirkung hatte ich befürchtet - die hat mich schon am Südkreuz enttäuscht. Wirklich funktional finde ich die superbreiten Bahnsteige für die Reisenden auch nicht - eher für die zukünftigen Ladenbetreiber.


    Ja, ein bisschen Wehmut ist schon dabei, wenn ich an die hundert Jahre alten Geländer und die Gusseisernen Säulen zurückdenke. Aber ich muss zugeben, diese extreme Enge - ganz zu schweigen von der fehlenden Barrierefreiheit - war natürlich nicht haltbar.


    Schön finde ich die, ich nenne sie mal Sonnenterasse, am Nordende des Bahnsteigs. Gerade wenn man mal ein paar Minuten länger warten muss und das Wetter gut ist lässt sich von dort die Aussicht sicher besser genießen als aus der Halle...

    Einmal editiert, zuletzt von Hobrecht () aus folgendem Grund: Rechtschreibung

  • Die gußeisernen Säulen kehren auf einem der unteren S-Bahn-Steige zurück, der Wasserturm bleibt erhalten, die Brückenneubauten wurden teilweise mit Elementen der Vorgänger versehen - wenn man sich das vor Augen führt und sich überlegt, wie die Bahn teilweise andernorts Tabularasa macht, kann man sich in Berlin extrem glücklich schätzen.

  • Ostkreuz

    Top Fotos! Top Ergebnis!


    Das Argument von Hobrecht mit der Sonnenterasse gefällt mir.
    Bisher habe ich das verkürzte Dach immer nur als ein Defizit, bedingt durch eine doch eher kleinliche Sparpolitik, gesehen; aber da ist was dran.


    Ich freue mich jedenfalls, wenn ich demnächst mal persönlich vorbeikomme.

  • Bahnsteig 7/8

    hallo an alle,


    ich habe mir gerade die pdf´s angeschaut und wundere mich über die eingezeichneten bahnsteig 7/8. kann mal bitte jemand was dazu sagen? was soll da verkehren? die s-bahn richtung stadteinwärts müsste doch am bahnsteig 5/6 halten. gerade weil bahnsteig 6 zu zwei seiten geht, ähnlich warschauer str. heute.


    vielen dank und viele grüße

  • Die gußeisernen Säulen kehren auf einem der unteren S-Bahn-Steige zurück, der Wasserturm bleibt erhalten, die Brückenneubauten wurden teilweise mit Elementen der Vorgänger versehen - wenn man sich das vor Augen führt und sich überlegt, wie die Bahn teilweise andernorts Tabularasa macht, kann man sich in Berlin extrem glücklich schätzen.


    Nun ja, momentan ist auch am Ostkreuz Tabula Rasa massivst angesagt. Und zwar nicht nur direkt am Bahnhof, sondern auch an quasi allen zuführenden Brücken. Der gemauerte Rundbogen in Stralau ist schon abgerissen, derzeit ist der Wiesenweg dran und es würde mich garnicht erstaunen, wenn sie auch noch das Stadtbahnviadukt völlig ungehindert abtragen.
    Dass da jemals irgendwelche 'Elemente' wiederverwendet werden, ist höchst unwahrscheinlich. Da ist es auch nicht wirklich von Belang welche Absichtserklärungen vor Jahren mal vorgetragen wurden. Weg ist weg. Allenfalls wird man ein paar Säulen als sinnlose Staffage in der Bahnhofshalle oder sonstwo aufstellen - wie etwa in Baumschulenweg oder an der Stadthausstraße.

  • ^ Zwei komplette Bahnsteigüberdachungen wie am Baumschulenweg sind ja wohl kaum sinnlose Staffage.


    Es wurden am Ostkreuz bereits Elemente wiederverwendet, wie dieses Bild am EÜ Alt-Stralau zeigt und es ist weiterhin davon auszugehen, dass der nördliche S-Bahnsteig wie in sämtlichen Planungen aufgezeigt wie Baumschulenweg ebenfalls ein historisierendes Dach unter Verwendung aufgearbeiteter gußeiserner Originalsäulen erhält. Das ist ein extrem hoher Standard, den es andernorts so nicht gibt. Das nicht jede Brücke, die von Größe und Spannweite sowieso mit den Vorgängern nichts zu tun hat, eine komplette Verklinkerung erhält, versteht sich doch wohl von selbst.

  • ^ömm... die Hartungschen Säulen stehen jetzt *im* Bahnhof Baumschulenweg als absurde Deko und nicht etwa dort wo sie hingehören (und natürlich auch problemlos wieder hätten hingestellt werden können)...

  • ^ Die gußeisernen Säulen *auf* dem Bahnssteig im von mir verlinkten Bild sind laut Bahnangaben Originale, die wiederaufgearbeitet wurden.

  • Und täglich grüßt das Murmeltier

    ^ Die Diskussion hatte wir doch schon ausgiebig, vor allem ab #30 bis ca. #50 ...


    Ich bleibe dabei, man kann mit den Umbauplänen gut leben und finde es erfreulich, dass in Berlin bei Bahnhofsumbauten vergleichsweise oft (nicht nur am Ostkreuz), da wo es sinnvoll und möglich ist, alte Bau- und Deko-Elemente wiederverwendet werden. Auch unter dem Aspekt, dass man nicht sagen kann, Geld spiele keine Rolle.


    Die Zeiten und Anforderungen an Bahnhöfe haben sich seit Ende des 19. JH geändert - bestimmt auch die von tel33. Man kann ein Ostkreuz nicht unter den gleichen Gesichtspunkten sanieren und modernisieren wie ein mittelalterliches Fachwerkhaus.