Bahnhof Ostkreuz Umbau

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    Busse sind nicht in der Lage, die S-Bahn zwischen Lichtenberg und Alexanderplatz zu ersetzen. Das geht ja bei der U-Bahn bereits nicht. Für eine S-Bahn müssten theoretisch 10 Gelenkbusse fahren, für eine U-Bahn 6 bis 7. Abgesehen davon ist der Busmarkt in Berlin leer gefegt. Die BVG hat keine Reserven und Private haben keine Fahrer/innen.


    Die BVG hat Ihr Mögliches getan, um das Angebot auf der U5 zu verdichten (das ist im Moment leider nicht viel und oft aufgrund des Mangels nicht gelungen). SEV für U- oder S-Bahn mit Bussen zur Hauptverkehrszeit ist im Grunde Fiktion. Da hilft nur weiträumige Umfahrung, wenn möglich.


    Sinnloses Vollzitat des Vorposts gelöscht.
    Bato

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    Eine Umfahrung die bei der letzten Sperrung leider gar nicht genannt wurde, war die mit dem Regionalverkehr.


    Mit einer recht kurzen Warte- und Umsteigezeit hätte man von Lichtenberg mit den Linien RB12, RB24 und RB25 nach Ostkreuz gelangen können. Von hier dann weiter mit dem Ring oder mit den Regio Linien RE1, RE2, RE7 und RB14 in die Innenstadt.


    Sicher hätten diese Alternative nicht 100% der Betroffenen nutzen können, das ganze hätte sich dadurch aber vielleicht etwas entspannt.


    Aber zusätzlich hätte die S-Bahn bei DB Regio zwischen Lichtenberg und Ostkreuz einen oder zwei S-Bahn-Ersatz-Pendelzüge bestellen können, dann hätte man sich den SEV mit Bussen zw. Lichtenberg und Ostkreuz mit langem Stau stehen in der Lückstraße ganz sparen können.

  • Kleiner Rundgang über das Ostkreuz, an dem sich viel getan hat und vieles in den letzten Zügen liegt:


    Von der Kynastbrücke aus der Blick nach Osten an der Hauptstraße entlang:



    Hier wird dann im Zuge der Umfeldgestaltung der Abwurfplatz für Fahrgäste, die sich mit dem Auto oder dem Taxi bringen lassen, entstehen:



    Zwischen den Gleisen ist aufgeräumt worden, auch an den Signalen der Ostbahn sind die Ungültigkeitskreuze entfernt:




    Und noch einmal die nordöstliche Umfeldfläche, über die dann irgendwann einmal die Straßenbahn geführt wird:



  • Der Überweg mit den Abgängen Rn2 und Sonntagstraße von der Ringbahnhalle aus gesehen:




    Auf den Bahnsteigen ist nun vollständig "möbliert":





    Abgang Rn2 ist weit fortgeschritten (auch die Dächer sind nun vollständig), es fehlt noch ein wenig Farbe und - wie im gesamten zweiten Bauabschnitt der Überführung - der Einbau der Fenster:





    Abgang Sonntagstraße:



    So werden die Fenster auch im restlichen Teil einmal aussehen:


  • Und noch einmal rund um den Abgang Sonntagstraße.


    Hier wird bald provisorisch asphaltiert, bis einmal - angeblich 2021 - mit der Straßenbahn zusammen der Vorplatz entsteht:





    Das Gebäude am Abgang Sonntagstraße braucht noch etwas, dafür sind hier bereits Fenster drin:






    Dass man den Übergang rekonstruiert hat, ist einfach wohltuend. Schon jetzt ergeben sich wieder spektakuläre Ansichten:




  • Dass man den Übergang rekonstruiert hat, ist einfach wohltuend. Schon jetzt ergeben sich wieder spektakuläre Ansichten:


    Ja, die Fußgängerbrücke aus den 1920er Jahren ist es absolut wert. rekonstruiert worden zu sein.
    Besonders beeindruckend finde ich, dass man sie sogar noch nach Süden im gleichen Stil erweitert hat. Ein schönes Beispiel für den Weiterbau unvollendeter Bauwerke, sowie für identitätsstiftende Architektur, selbst bei so etwas Profanem. Hut ab!

  • ^ Tatsache! Das hatte ich anders verstanden. Nur teilweise als überdachte Brücke, der südliche Teil als offene Brücke. Ich kann mich auch an kein Foto erinnern, das die Vorkriegssituation zeigt. Hab ich das wohl falsch verstanden. Danke für die Korrektur.


    Gerade dann ein tolles Bauwerk!

  • ^ Kein Problem, dafür ist ein Forum ja da. Allerdings dachte ich immer, dass der Übergang Brademanns von Nord nach Süd komplett überdacht und eingehaust war und man bei der "Rekonstruktion" nur die Abgänge zu den neuangelegten Bahnsteigen angepasst hätte. Die Nichtüberdachung des südlichen Teils war meines Erachtens nur kriegsschadenbedingt. Dies war der Zustand vor Abriss des alten Übergangs. Aber war der "offene" Südteil nicht nur eine DDR-Lösung? Vielleicht kann Stefan Metze helfen.

  • Ja genau. Ich kannte nur dieses Foto und dieses. Beide aus der Nachkriegszeit.


    Heute, nach deinem Hinweis, habe ich noch das gefunden. Ist aber nicht sehr aussagekräftig. Man kann aber ahnen, dass am linken Billdrand, also südlich des Bahnhofs, ein überdachter Treppenaufgang zu sehen ist und das Bild ist sicher von vor 1945.

  • Das muss doch barrierefrei sein!


    Muss es das? Ich glaube nicht. Es gibt entspechende Anlagen, die über den Ringbahnsteig führen. Somit ist die Barrierefreiheit auf diesem Weg gegeben.


    Es haben doch auch die meisten Bahnhöfe nicht an beiden Enden der Bahnsteige entsprechende Anlagen für Behinderte, Alte, Mütter mit Kindern, usw.


    Jetzt könnte man natürlich argumentieren, die Fahrgastzahlen am Ostkreuz würden Rolltreppen und Aufzüge auch an dieser Stelle rechtfertigen. Aber ich glaube, hier war dann doch der Denkmalschutz vorrangig. Angebaute Aufzüge von denen es sechs hätte geben müssen, hätten die optische Wirkung stark beeinträchtigt und Rolltreppen, von denen es auch sechs hätte geben müssen, sind anfällig und erfüllen den Zweck nicht.


    Für Radfahrer, wie Theseus532, heißt es also an dieser Stelle: Wer sein Rad liebt, schiebt (und trägt es).

  • Schon richtig dass die Bahnsteige über die Halle schon barrierefrei erreichbar sind und ja LEIDER ist es an vielen Bahnhöfen so, dass am anderen Ende der Bahnsteige keine barrierefreien Übergänge möglich sind, man braucht als beeinträchtigter Mensch halt einfach mehr Zeit und Geduld ...

  • Ich hätte mir ebenfalls einen barrierefreien Zugang für die Brücke gewünscht. Generell kann ich den "hype" u. die alte Fußgängerbrücke nicht nachvollziehen. Ich sehe nichts besonderes daran.

  • ^ So ist das halt, wenn man das alte Ostkreuz nicht kennt.


    Zur Barrierefreiheit: es besteht eine weitere Übergangsmöglichkeit über den oberen Regionalbahnsteig, der im Allgemeinen auch weniger frequentiert ist. Die Fußgängerbrücke ist ein aus Denkmalschutzgründen wiederaufgebautes und ergänztes Nice-to-have, die ohne große gestalterische Eingriffe gar nicht barrierefrei umgesetzt hätte werden können.


    Als Fahrradfahrer würde ich im Übrigen immer die Kynast- oder Modersohnbrücke zum Überqueren der Gleise nutzen, das Ostkreuz selber käme mir aufgrund der hohen Passantendichte gar nicht in den Sinn.

  • Zum Thema Fussgängerbrücke in den letzten Posts kann ich noch folgendes beisteuern:


    Im folgenden Foto sind zwei Bilder aus dem Buch Mythos Ostkreuz zum Ende des 2. Weltkrieges zu sehen. Sie zeigen das südliche Ende der Brücke die einen Volltreffer bei Luftangriffen erlitten hatte.
    Man hat die Brücke an dieser Stelle nur provisorisch und ohne Einhausung wiederhergestellt.
    Nun wurde der Zustand von vor dem vom Volk gewollten totalen Krieg wiederhergestellt und ein zusätzlich Abgang zum Bahnsteig Rn2 geschaffen. Jedoch ohne Übergang zum Bahnsteig A da dieser ja weggefallen ist.


    https://www.ostkreuzblog.de/wp…ads/2018/12/IMG_0448.jpeg
    Copyright unklar, daher geurlt.
    Bato


    Wer Interesse an dem Buch hat, es ist hier erhältlich.
    Ich habe zu dem Buch selbst ein paar Bilder des Umbaus beigesteuert. Die Einnahmen werden einem guten Zweck zugeführt.


    Technisch wäre es teilweise nicht möglich Aufzüge an der Brücke zu installieren. Auf der Südseite zum Beispiel wäre am Treppenabgang zwischen den Fernbahngleisen und der Südkurve gar kein Platz mehr.
    Von Rolltreppen mal ganz abgesehen. Die dürften wie weiter oben gewünscht für Fahrräder sowieso nicht genutzt werden. Das ist aber bei jeder Rolltreppe so.


    Laut Berliner Zeitung soll sich übrigens morgen Nachmittag Bahnchef Lutz vom Bahnhof Ostkreuz selbst ein Bild machen.